Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

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§äde®wi$-Uddem 
WsrSssserunģ dsr Versehrsverbrn- 
durzgsrr nach dem West- und Südtznrz 
^Wie die Industrie- und Handelskammer zu 
Flensburg mitteilt, wird entsprechend den von 
den beteiligten Stellen erhobenen Vorstellun 
gen in der kommenden Fahrplanperiode (ab 
ko. Mai) eine wesentliche Verbesserung der 
Verkehrsverbinöungen von der Provinz 
Schleswig-Holstein bzw. Hamburg nach dem 
West- und Südharz vorgenommen, und zwar 
durch Schaffung eines neuen Eilzugpaares 
iE 281/E 282) zwischen Braunschweig und 
Nordhansen, welches in Ringelheim Anschluß 
von bzw. an E 81/E 82 erhält. E 82 verläßt 
Altona Hbf. 11.12 (Anschluß von E 184/<g 34 
Flensburg ab 8.29, Schleswig ab 9.01, Rends 
burg ab 9.23, Altona Hbf. an 11.07) und von 
E 152 Husum ab 8.23, Altona Hbf. an 10.53). 
In Ringelheim kreuzt E 82 mit E 282, der dort 
15.07 abfährt. Ankunft in Seesen erfolgt 16.25, 
Herzberg 16.04, Scharzfeld 16.11, Bad Sachsa 
16.26, Walkenried 16.29 (Anschluß an Z 8 ab 
17.00 nach Braunlage — an 18.01 —), Nord 
hausen 16.51. Dort besteht Personenzuganschluß 
nach Erfurt, wo man um 18.46 eintrifft. 
In der Gegenrichtung verläßt E 281 Nord 
hausen 13.15 und trifft in Walkenried 13.36 
(Anschluß von Z 5 Braunlage ab 12.32), Bad 
Sachsa 13.41, Scharzfeld 13.54 (Anschluß von 
Z 1436 St. Andreasberg ab 13.10), Herzberg 
14.00, Seesen 14.36, Ringelheim 15.01 ein, wo 
Anschluß an E 81 erfolgt. Dieser trifft in Alto 
na Hbf. 19.07 ein. Für die Weiterfahrt nach 
Husum kann E 163 (Altona Hbf. ab 20.64), nach 
Neumünster-Kiel E 43 (Altona Hbf. ab 20.13) 
und nach Rendsburg-Schleswig-Flensburg 
D 45 (Altona Hbf. ab 21.51) benutzt werden. 
Im Interesse der dauernden Beibehaltung 
der Eilzüge E 281/E 282 ist es dringend er 
wünscht, daß die neu geschaffene Verbindung 
für Reisen nach dem West- und Südharz in 
ausgedehntem Maße in Anspruch genommen 
wird. 
K-vds Uendstueq. 
es. Borüesholm, 25. April. Vvu der Volks- 
lnbliothck. Der Bürgermeister veranlaßte in 
Zusammenarbeit mit dem Ortsgruppenleitcr 
die Einstellung nationalsozialistischen Schrift 
tums in die hiesige Volksbibliothek. Die Volks 
genossen in Bordesholm können nunmehr das 
parteiamtliche Schrifttum der Bewegung aus 
der Bibliothek entleihen. Vor allem: Hitler, 
Mein Kampf, Hitlers Reden, Roscnbcrgs 
Mythus uud die Briefe an die Dunkelmänner 
unserer Zeit, Göbbels Tagebuch, vom Kaiser 
hof zur Reichskanzlei, Dr. Ley, Deutschland ist 
schöner geworden, Darre, Neuadel aus Blut 
Und Boden u. a. mehr. 
s. Hademarsthen, 24. April. Prüfung bei der 
Bangewerksinnung. Ihre Gesellenprüfung 
bei der Baugewerksinnung bestanden 4 Mau 
ler und 2 Zimmerer, davon die Lehrlinge 
Held (Lehrherr Maurermeister Brandenburg 
in Hademarschen) und Kunert (Lehrherr Otto 
Nehder in Hohenwestedt) im Praktischen und 
Theoretischen mit gut. 
lUds idwcnföcde 
Grotz-Wittensee, 25. April Holzvcrsteigernng. 
Bei der am 24. 4. in der Gastwirtschaft von 
Etüdtje abgehaltenen 3. Holzversteigerung des 
Forstamtes Rendsburg für die Forstorte Fel- 
fenrade und Großgehcge wurde sämtliches aus- 
»ebotenes Stammholz und Brennholz restlos 
Patt abgesetzt. An Eicheupfahlholz 1. und 2. 
Klasse blieb je ein kleiner Rest unverkauft. Die 
Preise der einzelnen Sortimente lagen wie 
folgt: Eichen: Stämme Kl. 2: 18, 3: 24, 4: 34 
je Fm. N. u. Scheit 2: 9, N. u. Knp.: 8, 
Pfahlholz 1: 6,50—7, öesgl. 2.: 4,60, Brennscheit 
h—5,50, Knorren 3,50—4 MJt je Rm. Buchen: 
Scheit 7—7,50, Knorren 5—6, Knp. 6—6,20 JUl 
je Rm. Eschen: Pfähle 1.: 6, desgl. 2.: 4—4,50, 
Scheit: 5 MJl je Rm. Fichten: Pfähle 1.: 5, 
4, Scheit: 4,50 JtJl je Rm. 
dm few timum 
Husum verzeichnet Nordlichterfcheinung. 
Husum, 24. April. In einer der letzten 
Nächte wurde von Husum aus am Nordhim- 
wel eine Nordlichterschcinung beobachtet. 
Mehrere helleuchtende Strahlen, die sich lang 
em nach Nordosten bewegten, reichten vom 
Horizont bis in den Zenit. Die Erscheinung 
oauerte etwa zwei Stunden. 
* * * 
Hz. Schwabstedt, 25. April. Ehrung einer 
verstorbenen. An der Beerdigüng der in Burg 
Dithmarschen verstorbenen Ehefrau des 
Pastors i. R. Deisting nahm aus Schwabstedt 
chste Abordnung des Kirchenvorstandes unter 
Führung des jetzigen Schwabstedter Pastors 
Meyer teil, Pastor Meyer legte am Grabe mit 
Gedenkworten einen Kranz nieder. Frau Pa- 
stvr Deisting ist 74 Jahre alt geworden, und 
wurde in Schwabstedt, wo Pastor Deisting vie- 
o Jahrzehnte lang segensreich als Seelsorger 
Wirkte, sehr geschätzt. Ihre letzte Ruhe wird 
Ürau Pastor Deisting, geb. Nyggaard, die aus 
Süderstapel stammte, auf dem Burger Fried 
hof finden. — Hausverkauf. Das mitten im 
Dorfe Schwabstedt gelegene Wohnhaus des 
verstorbenen Viehhändlers Wilhelm Clausen, 
in dem sich zwei Wohnungen befinden, wurde 
mit sofortigem Antritt an den Sattlermeister 
Schultz in Schwabstedt für angeblich 6000 M.Æ 
verkauft. 
dm êidudedt 
Hz. Koldeubüttel, 25. April. Mitgliederver 
sammlung der NSDAP. In Reimers Gasthos 
fand die Mitgliederversammlung der Orts 
gruppe der NSDAP, statt, auf welcher zunächst 
verschiedene Verfügungen bekannt gegeben 
wurden. Dann wurde über die Teilnahme an 
der Feier des 1. Mai in Tönning gesprochen, 
an der auch die Fahne der Ortsgruppe Kol- 
denbüttel teilnehmen wird,' in unserm Ort 
findet abends Festball statt. Weiter wurde das 
Norömark-Treffen in Kiel im Mai besprochen 
und der Reichsparteitag in Nürnberg. Orts 
gruppenleiter Fedders sprach über „die politi 
sche Lage" in einem sehr interessanten Bor 
trag. Die Schlagkraft der Partei und der un 
überwindliche Kampfgeist der Bewegung sei 
bei der letzten Wahl wieder so recht unter Be 
weis gestellt worden. Das deutsche Volk habe 
sich wie ein Mann hinter den Führer gestellt. 
In einem werteren Vortrag sprach aer Orts 
gruppenleiter über „Aus dem Leben unseres 
Führers". Die Geschichte seiner Vorfahren, 
die Kindheit, die Jugendzeit, der Weltkrieg 
und das Ringen des Führers um Deutschland 
und den deutschen Menschen wurde den anwe 
senden Parteigenossen vor Augen geführt 
dm Hoedpdesîand 
Ausbau des Siidergotteskoogweges. 
kr. Niebüll, 24. April. Der von der Gemeinde 
Niebüll anfangs Februar d. I. bewilligte 
Ausbau des Südergotteskoogsweges ist in 
Angriff genommen. Die Kiste resp. das Bett 
des Weges ist bereits ausgehoben und mit 
Kies ausgeschüttet. Die weiteren Materialien 
für den Weg sind ebenfalls angefahren. Die 
Arbeitengverden von der Firma Claus Husen, 
Flensburg, ausgeführt und es sind in erster 
Linie Niebüller Erwerbslose bei der Arbeit 
berücksichtigt worden. — Die von der Gemein 
de bewilligte Grünanlage bei der Kleinbahn 
geht der Vollendung entgegen, das Dreieck ist 
bereits mit Liguster, japan. Mirabellen sowie 
mit Rotdornbäumen uud Ziersträuchern be 
pflanzt. Auch die von der Kleinbahn Niebüll- 
Dagebüll rund um das Bahnhofsgebäude an 
gelegte Anlage ist ebenfalls zum Teil schon be 
pflanzt. Beide Anlagen werden nach Fertig 
stellung für alle Bürger und Besucher Niebülls 
als angenehme Abwechselung in Erscheinung 
treten. 
dU-ïUtdschiesmg- 
Sieben Kühe an giftige« Rüben verendet. 
Sonderbnrg, 24. April. Auf dem Gute Gam- 
melgaard auf Alsen starben plötzlich sieben 
Milchkühe, während weitere Rinder schwer er 
krankten. Bei einer tierärztlichen Unter 
suchung wurde festgestellt, daß die Kühe mit 
Rüben gefüttert worden waren, die von 
Trockenfäulnis befallen waren. 
Am DäUmaeseUen 
Ansbaggerung des Hafenbeckens 
in Brunsbüttelkoog. 
Brnnsbüttclkoog, 24. April. Um den teils 
aufgetretenen Schwierigkeiten im Schiffsver 
kehr wirksam entgegenzutreten, wurde eine 
gründliche Ausbaggerung des Hafenbeckens 
vorgenommen. Tie Baggerarbeiten erstrck- 
ken sich über eine Länge ron 800 Meter. Durch 
diese Arbeiten soll die Fahrrinne wesentlich 
vertieft werden. 
* * * 
nun. Lexsähre, 23. April. Lexsähre geräumt. 
Der Besitzer der bekannten Gastwirtschaft Jo 
hann Mumm hat sein Haus nun endgültig 
geräumt und ist in die Baracke, welche für 
Arbeitszwecke gebaut wurde, übergesiedelt. 
DaS Haus zeigte soviel starke Risse und Ver 
schiebungen, daß ein noch längeres Wohnen 
bleiben nicht mehr zu verantworten war. 
Mumm erhält nun ein neues Haus gebaut, 
höchstwahrscheinlich bei der neuen Schleuse. 
Am Holstein 
Archivalien-Austausch Kiel—Kopenhagen. 
Aus Kopenhagen wird gemeldet, daß 
dort am Mittwoch der angekündigte Austausch 
der Archivalien zwischen den Staatsarchiven 
in Kopenhagen und Kiel begonnen hat. Last 
kraftwagen brachten aus Kiel etwa 6000 Kilo 
gramm Bücher und Schriften. Es handelt sich 
um die Rechnungen der jetzt dänisch geworde 
nen norüschleswigschen Kreise, um Kopiebiicher 
der Deutschen Kanzlei in Kopenhagen von 1720 
bis 1770 und um Akten des Ministeriums für 
Schleswig aus den Jahren 1860—64. Eine der 
wertvollsten Urkunden ist eine Originalhand 
schrift des Dänenkönigs Christoph von Bayern, 
die bisher im Staatsarchiv in Hannover auf 
bewahrt wurde. — Als Gegengabe erhält das 
Alte Shrsnîksn erzählen! 
Wer lebte m Mserer $mwál vor Ş Jahren? 
Von Rudolf Carstenseu, Großbuchwald. 
Den Familienforschern wird es selten gelin 
gen, die Chronik ihrer Familie über den 30- 
jährigen Krieg zurück zu erforschen, da vor 
dieser Zeit fast immer die schriftlichen Quellen 
versagen. Jeder Forscher wird es daher begrü 
ßen, die Bewohnerliste unserer Heimatdörfer 
vor 400 Jahren zu erfahren, läßt diese doch er 
kennen, ob die Familie schon damals ansässig 
war. Ich gebe hier die Namen der Dörfer und 
Familien so wieder, wie sie mir in der dänisch 
geschriebenen Chronik „Sönderjydske Skatte 
= og Jorderböger fra Reformationstiden" 
überliefert sind. Waren verschiedene Schreib 
weisen vorhanden, füge ich sie in Klammern 
an. Steht in der Klammer ein ganz anderer 
Name, so wurde wahrscheinlich um 1640 der 
Besitz gewechselt. Lesen Sie für u -- v oder f. 
Das e hinter einem Selbstlaut bedeutet Deh 
nung. Wo ich annehme, daß es sich um Hufner 
handelt, setze ich ein H vor den Namen, die 
übrigen Besitzer hatten sicher weniger Land 
oder gar Katenstellcn. Die heutigen Namen der 
Dörfer füge ich nicht an, da sie auch so leicht zu 
erkennen sind. Die Abkürzungen sen. und jun. 
habe ich angefügt. 
Gottorp Len 1542. 
Vesterkroch. 
1. Ham endo rp: H. Ratken Claus,' H. 
Jurgen Karstens,' H. Claus Gotzick,' H. Detlef 
Eler,' H. Jurgen Eler: H. Karsten Tymmc 
(Carsten Tyme),' H. Wipke Siuert (Jürgen 
Siuert) H. Jürgen Engelant,' H. Pavel Jür 
gen,' H. Jurgen Gotzick (Gossick),' H. Stessen 
Lensche: H. Claus Holtorp,' H. Jurgen Stor- 
linck,' H. Siuert Eler,' H. Marckert Tominck 
(Karsten Tominck),' H. Jurgen Eler sen. (Jur 
gen Eler jun.),' H. Henneke Kint (Kinth),' K. 
Karsten Tominck,' K. Hans Marth,' K. Claus 
Storlinck,' K. Claus Johansen,' K. Marquart 
Stake,' K. Claus Tomminck. 
2. E l s t o r p : H. Eggert Otto (Otte); H. 
Carsten Stolteley,' H. Jürgen Storlinck,' H. 
Michel Holste,' H. Johann Storlinck,' H. Hol 
torp Eler,' H. Claus Storlinck,' H. Claus 
Stake,' H. Jaspar Stampe,' H. Joest Hagge: 
H. Tebbeke Frame (Tebbe Frame),' H. Johann 
Eler,' H. Jurgen Siuert,' H. Siuert Eler,' H. 
Claus Siuert: H. Eler Tominck: K. Marquart 
Norden: K. Claus Tominck: K. Claus Hagge: 
K. Marquart i Moelen: K. Katrine Haleken. 
3. V e st e r m o e l c n : Marquart Möller: 
Claus Möller. 
4. Hone: H. Marten Bicleuelt: H. Jurgen 
Storlinck: H. Jurgen Klesinck: H. Claus 
Siuert: H. Jachim Siuert (Siuerdes): H. 
Claus Bileuclt: H. Henneke Mome (Momme): 
H. Claus Stampe: H. Henneke Siuert: ? Hin 
rick Jke (Hinrick Stampe): ? Detlef Storlinck 
(Johann Tominck): ? Abel Siuerts (Jürgen 
Frame): K. Marten Siuert (Siuerts): K. 
Hinrick Siuert (Siuerts). 
6. Barchstal: Hinrick Stampe: Johan 
Tominck: Jurgen Frame. 
6. Tetinhusen: H. Henneke Stolteley: 
H. Claus Benne: H. Detlef Frame: ? Johan 
Frame: K. Ratke Stolteley. 
7. Ryckert (Rickquart): H. Kasten 
Holden (Carsten Hallinck): H. Peter Schroeöer: 
? Johan Neue. 
8. Duuenstede: H. Jurgen Sicke: H. 
Tammes Sicke: H. Claus Sicke: H. Hans Speck 
jun.,' H. Taleke Grimme (Jurgen Grimme): 
H. Hinrick Speck: H. Hinrick Kuele: H. Henneke 
Sicke: ? Marquart Speck: ? Johan Sicke 
(Sick): ? Jürgen Gramme (Hinrick Tominck): 
? Marquart Speck sen.: ? Marquart Holste: 
? Claus Sicke (Jurgen Sicke): ? Hinrick 
Hagge. 
9. M o e r : Johan Sicke: Gretke Plaene 
(Plane). 
10. L e e m b e ck e (L e m b e ck e) : H. Hen 
neke Bileuelt: H. Jurgen Bileuelt: H. Johan 
Benne,' H. Henneke Kuele: H. Johann To 
minck: K. Dreves Lange Elert. 
11. Borchsteöe: H. Jurgen Lensche: H. 
Jochim Side: H. Claus Tominck: ? Jürgen 
Ike: ? Hans Side jun.: K. Claus Side (Claus 
Sicke): K. Claus Tominck: K. Marcquart To 
minck. 
12. Fockebecke: H. Henneke Siuert (Pe 
ter Siuert): H. Fiet Stolteley (Karsten Stolte 
ley): H. Claus Stolteley: H. Bartelt Stolte 
ley: H. Stesse Greue: H. Detlef Baer (Bare): 
H. Claus Tominck: H. Claus Sibbern: H. Ja 
cob Stolteley: H. Marquart Stolteley: H. 
Hans Momme: H. Store Johan: H. Henneke 
Haggi (Jost Hagge): H. Claus Gundi: H. Det 
lef Siuert: ? Marquart Pael (Johan Stolte 
ley): ? Hinrick Seemoller (Johan Greue): 
? Store Henneke (Jürgen Tominck). 
13. S o r k e v o l t: Clans Työemann,- 
Claus Greue: Claus Hagge: Hans Tidemann. 
Staatsarchiv in Kiel das Archiv der Gottorsi- 
schen Herzöge, das seit der Eroberung der got- 
torfischen Lande in Kopenhagen sich befand, 
und die Akten des Gebietes des Kreises Süd- 
tondcrn. 
Uraufführung im Kieler Stadttheater: 
„Licbcskommando", Singspiel von Max Peter 
Klier - Kiel. 
Kiel, 24. April. Am Donnerstag fand im 
Kieler Stadttheater bei sehr gutem Besuch die 
erfolgreiche Uraufführung eines hübsch ge 
schriebenen Singspiels, das durch seine leichte 
flüssige Musik und den volkstümlichen Cha 
rakter einen verheißungsvollen Weg über die 
an solchen Stücken armen Bühnen nehmen 
wird, statt. Es handelt sich um das Singspiel 
„Liebeskommando" des Kieler Kapellmeisters 
Max Peter Klier. Es dürfte gewagt erscheinen, 
die Figur des Alten Fritz in den Mittelpunkt 
eines operetteuhaften Werkes zu stellen, aber 
es gelang, ohne kitschig oder kantig zu wer 
den, wenn auch vielleicht der Schluß einer klei 
nen Ueberprüfung bedarf. Ludwig Auschütz 
brachte in Maske und Spiel den Alten Fritz 
sehr gut heraus. Auf der Bühne rauschten far 
benfreudige Bilder von Sanssouci vorüber. 
Der Komponist, der Kieler Operettcnkapell- 
meister Max Peter Klier, leitete sein unter 
einem guten Stern stehendes Werk mit der 
Liebe, die nur ein Kapellmeister seinem eige 
nen Werk entgegenbringen kaun, von Beifalls 
sturm zu Beifallssturm. Es gab zahlreiche 
Wiederholungen der gesanglichen Zugnum 
mern. Die gute Besetzung der Rollen und die 
ausgezeichnete Inszenierung von Ernst Hälbig 
gaben dem Werk die gute Grundlage für die 
herzliche Aufnahme. 
Itzehoe erhält neue Kleingärten. 
Itzehoe, 24. April. Für den Bau neuer 
Kleingärten in Itzehoe wurde eine Koppel 
hinter dem Klosterbrunnen erworben, die von 
dem Kleingärtnerverein gepachtet wurde. Man 
beabsichtigt, hier annähernd 40 Einzelgärten 
anzulegen. Desgleichen wurden am Langen 
Peter neue Gärten hergerichtet. 
Sturz aus der Bodenluke. 
Trittau, 23. April. Im benachbarten Toden- 
dorf stürzte das Dienstmädchen Dora Martens 
auf dem Gewese des Bauern Paul Pöhlsen 
aus der Bodenluke, wobei sie so schwere Ver 
letzungen erlitt, daß ihre Ueberführung in das 
Kreiskrankenhaus in Bad Oldesloe erforder 
lich war. Die Verunglückte war über 20 Jahre 
bei dem Bauern Pöhlsen beschäftigt. 
x. Ncumünster, 23. April. Zum Land 
gerichtsrat befördert und in dieser Eigenschaft 
nach Altona versetzt wurde der am hiesigen 
Amtsgericht tätige Amts- und Strafrichter Dr. 
Mathießen. — Versetzung. Der Lehrer Hell 
berg in Ohrsee (Kr. Rendsburg) wurde von 
dort an die Bicclinschule in Neumünster ver 
setzt. 
Itzehoe, 24. April. Einem Schwindler das 
Handwerk gelegt. Die Polizei verhaftete einen 
hiesigen Einwohner, der dem Untersuchungs 
gefängnis zugeführt wurde. Der Festgenom 
mene hatte eine ganze Reihe von Schwinde 
leien und Betrügereien in erheblichem Aus 
maße begangen. Er hielt sich seit längerer Zeit 
verborgen, da er zu einer längeren Freiheits 
strafe verurteilt worden ist, deren Antritt er 
bislang hinausgezögert hatte. 
Aus dem QedM$-$a®l 
Ein gefährlicher Gewohnheitsdieb 
unschädlich gemacht. 
Kiel, 23. April. Das Landgericht in Kiel ur 
teilte am 19. November 1935 fünf Angeklagte 
ab, die in den letzten Jahren in Schleswig- 
Holstein zahlreiche Straftaten verübt hatten. 
Der Rädelsführer war ein gewisser Maß aus 
Kiel, der allein oder abwechselnd mit einem 
Tatgenossen Einbrüche in Meiereien sowie bei 
Bauern und Gastwirten vollführte. Die gestoh 
lenen Hühner wurden an Ort und Stelle ge 
schlachtet, der entwendete Schnaps sofort „brü 
derlich" geteilt. Für die nächtlichen Streifzüge 
benutzten die Täter einen gestohlenen Kraft- 
wagen, auf dem sie u. a. einen Geldschrank aufs 
offene Feld entführten und ihn dort aus 
brachen. In diesem Falle fielen ihnen allein 
1700 MJl in die Hände. 
Während sich die übrigen mit den gegen sie 
verhängten Strafen abgefunden hatten, wand 
ten sich Matz und der Angeklagte Heide be 
schwerdeführend an das Reichsgericht. Hier 
stellte sich jedoch, wie der Reichsgerichtsdienst 
des DNB. aus Leipzig meldet, ihre Revision 
als unbegründet heraus und wurde daher ver 
worfen. Damit ist Maß wegen schweren Dieb 
stahls in vier Fällen unter Einbeziehung einer 
früher verhängten Vorstrafe rechtskräftig zu 
sieben Jahren Zuchthaus und zu zehn Jahren 
Ehrenrechtsverlust verurteilt. Nach Verbüßung 
der Freiheitsstrafe wird dieser gefährliche Ge 
wohnheitsverbrecher überdies in Sicherungs- 
vermahrung genommen. Auch das gegen den 
Beschwerdeführer Heide wegen Hehlerei auf 
sechs Monate Gefängnis lautende Urteil hat 
nunmehr Rechtskraft erlangt.
	        
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