Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

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Ņit zwei ZeņtnsM d«ch de« Weltkrieq 
Erinnerungen eines Optimiften. 
Von Karl Borromaus Gröber. 
şil. Fortsetzung.) 
Unsere Feldküche war leider nicht zum Bra 
ten eingerichtet, und wir bekamen Tag für Tag 
ķ schlechtes gekochtes Rind- und Hammel- 
fletzch. ^im Kasiino aber gab's Braten, und 
dazu wurde täglich ein fetter Hammel geschlach 
tet. Birzlmeier, der im Zivilberuf auch Metz- 
Öf, r . !<° st - r , nutzte dies besorgen. Das war ein 
Gluck für den Batteriestab, denn so konnten 
wrr uns an den Brosamen, die vom Tische der 
Reichen fielen, laben. Anfangs waren wir be 
scheiden, aber mit der Zeit wurden die Bro 
samen immer größer und die Portionen für 
das Offizierskasino immer kleiner, bis schließ 
lich ein findiger Leutnant darauf kam, den von 
Birzmeier abgelieferten Hammel näher zu 
betrachten. Und siehe, es fehlte ein Vorder- 
und ein Hinterschlcgel. Die Kontrolle wurde 
nun verschärft, und für uns fielen vorerst 
nur schmale Stücke ab, die aus dem Rücken 
herausgeschnitten wurden. Aber auch das ging 
auf die Dauer nicht, da Birzlmeier schließlich 
den ganzen Rücken beschlagnahmte und es sich 
herausstellte, daß der vom Stabsmetzger abge 
lieferte Hammel bei einer Höhe von einem 
Meter höchstens dreißig Zentimeter hätte lang 
Km können. Zum Schluß mußten wir uns 
wie Montenegriner auf privates Hammel- 
Üehlen verlegen. Gebraten wurde das Fleisch 
immer auf die von mir erfundene Art. 
Von Orizar war es nicht allzu weit nach dem 
malerischen Uesküb. Zweimal war ich als 
Meldereiter in dieser interessanten, großen 
Stadt gewesen. Einmal, auf dem Rückweg, 
Wh ich auf der Straße in der Ferne etwas da- 
herreiten, was wie ein großer Stab aussah. 
Hohe Herren sind meist nicht angenehm, wenn 
man ihnen begegnet, und man tut gut daran, 
moglrchst rasch aus ihrem Bereich zu kommen, 
^.afür hatte auch schon die Dienstvorschrift der 
Meldereiter in hervorragendem Maße gesorgt. 
Bei Begegnungen mit hohen Vorgesetzten auf 
der Straße mußte man sein Pferd in Galopp 
bringen, auf den Höchsten der Schar zuspren 
gen, kurz melden „Meldereiter auf dem Wege 
rns Quartier!" oder dergleichen, sodann hatte 
man sein Pferd wieder in Galopp zu setzen 
und sich so schnell als möglich zu entfernen. 
Hatte man aber ganz große Eile, so konnte 
man auch im Vorbeireiten seinen Auftrag zu- 
rufen. Ich beschloß, ganz große Eile zu haben. 
Copyright 1935 by Deutsche Berlagsai,statt Stuttgart. 
Wie eine Windsbaut fegte ich mit meinem 
„Lwfa" auf den erwähnten Stab zu, der gerade 
eine kleine Brücke passierte. Das war leider 
öer Grund, daß ich nicht vorbeikam und beim 
raschen Bremsen meines Rosses eine heillose 
Unordnung in den gemütlich daherreitenden 
totiit» brachte. Ills sich mein Roß endlich be 
ruhigt hatte und ich mir den Obersten der 
Schar genauer ansah, war es König Ferdinand 
voir Bulgarien, init dem ich zusammengerem 
pelt war. Es war gut, daß es ein König war. 
Könige dürfen in solchen Momenten leutselig 
sein, ivührenö Offiziere vom General abwärts 
einsperren. Seine Majestät waren äußerst 
freundlich, meinten, so könne es beim Militär 
doch nie pressieren, daß man auf der Landstraße 
sogar Könige umreite, und ich mußte, ob ich 
wollte oder nicht, noch einmal ein halbes 
Stündchen zurückreiten und die üblichen Be 
richte über Heimat, Zivilstand und militärische 
Erfolge abgeben. Dann steckte mir ein bulga 
rischer Adjutant auf allerhöchsten Befehl die 
-raschen mit Zigaretten voll, und die Begeg 
nung mit dem zweiten König war zu Ende. 
In Orizar stieg ich eine Sprosse weiter auf 
der steilen Leiter militärischer Würden. Ich 
wurde Unteroffizier. Es war aber eigenartig, 
wie mir diese ja nicht welterschütternde Tat 
sache mitgeteilt wurde. Nach einem Ritt mel 
dete ich dem Herrn Hauptmann, der gerade in 
der Feldbademanne saß, kurz und militärisch: 
„Gefreiter Gröber zurück vom Melöeritt nach 
Uesküb!" „Sie werden auch nie ein rechter 
Soldat", tönte es aus der Wanne, „melden Sie 
nochmals!" Zum zweiten Male war meine 
Meldung nicht recht. Mein militärischer Ver 
stand funktionierte nun nicht mehr weiter. Erst 
als der Herr Hauptmann mich dahin belehrte, 
daß ich zu melden habe: „Unteroffizier Gröber 
zurück von Uesküb!" wurde es wieder hell in 
meinem Haupte. Es war dies der erste und 
letzte dienstliche Witz, der zudem noch aus 
einem reinen und frohen Herzen kam, den ich 
im Weltkrieg gehört habe. Der gute Herr 
Hauptmann fiel leider bald darauf. An meiner 
dienstlichen Tätigkeit änderte meine Beförde 
rung nicht viel, denn meinen beschwerlichen 
Dienst nahm mir keiner ab. 
Am 9. Januar 1916 war es mit der beschei 
denen Ruhezeit in dem Türkendorf bei Uesküb 
zu Ende. Die deutsche Armee zog wieder auf 
c*,, ^y... Tie Dömitzer Elbbrücke geweiht 
grausigen Straßen im Regen weiter gen Sü 
den. Es hieß, daß wir nach Saloniki und 
später nach Griechenland kommen sollten, und 
in meinem humanistisch gebildeten Herzen stie 
gen trotz Krieg und Dreck alle möglichen Sehn 
süchte auf, in das meiner Seele vertraute 
sonnige Hellas zu kommen. Hingekommen bin 
ich ja, aber der Aufenthalt dauerte nicht allzu 
lange, auch den Weg dorthin hatte ich mir nicht 
so beschwerlich vorgestellt. Das erste Quartier, 
das wir nach unserem Abmarsch von Orizar 
bezogen, war in einem kleinen Schwefelbad bei 
Katlanovo. Das Bad besaß alle Vorzüge 
eines komfortablen Kurortes. Es gab einen 
Kursaal, der auch als solcher mit dem schönen 
deutschen Namen „Kursaal" bezeichnet war. 
Außerdem war da ein kleines Hallenbad mit 
Marmorbassin. Weil aber ein toter Gaul, des 
sen Aroma sogar den Schwefelgeruch übertönte, 
darin lag, konnte es augenblicklich nicht be 
nutzt werden. In welchem Zustand sich aber 
die einstmals prächtigen Einzelzellen befan 
den, läßt sich mit landläufigen Worten nicht 
beschreiben. Zum Baden blieb schließlich nur 
die natürliche Höhle, aus der das heiße Schwe 
felwasser entsprang. Abteilungsweise stieg 
die Batterie in die duftende warme Flut. Hem 
den und Unterhosen durften mitbaden, da 
einer der Kanoniere festgestellt hatte, daß das 
Schwefelwasser den Läusen den Garaus mache. 
An offenen Feuern trocknete die Wüsche rasch. 
Nach dem warmen Bad zog sich der Batteriestab 
mitsamt seinen Rössern in den Kursaal zurück, 
der ihm als Quartier angewiesen war. Es 
war ein turnhalleartiger Raum von nicht allzu 
großen Ausmaßen, mit einer Musiktribüne 
an einer Längsseite. Er war pompös im Stile 
der achtziger Jahre ausgemalt und wurde in 
Friedenszeitcn durch vier mächtige Petroleum 
lampen festlich erhellt. Die Mannschaften 
machten es sich auf der Tribüne bequem, die 
Pferde aber sollten an der Wand, die ihr 
gegenüber lag, angebunden werden. Das war 
leichter gesagt als getan. Haken jeglicher Art 
fehlten. Es dauerte nicht lange, bis ein ganz 
besonders findiger Kopf darauf kam, rechts 
und links von den Holzständern des Fach 
werkbaues je einen Ziegel herauszustoßen, die 
Riemen um die Balken zu schlingen und so die 
Twre zu befestigen. Das Beispiel machte 
Schule, und rasch waren sämtliche Pferde an 
gepflockt. Die Lichter erloschen, und bald lag 
alleL' tut Kursaal in süßem Schlummer. Es 
war kurz nach Mitternacht, als plötzlich die 
Stimme unseres Birzlmeier ertönte: „Raus, 
raus, der Kursaal füllt ein!" 
(Fortsetzung folgt.) 
wp^.älso stattlich begründetes Seim 
vchen durch den hereingebrochenen Däuen- 
fipljw 00 » làmerlich zugrunde ging- meine 
oeiöen Knaben und noch ein kleiner örit- 
er, der hinzugekommen war, mußten mit 
Gelöörris Der Zugend 
^Vir sind noch jung, wir wissen nicht zu 
fst9en ' 
uns bcschieöen ist im Kampf der Zeit: 
^och auch wir Jungen werden Banner 
«V tragen, 
E Großem, Hohem, Heiligem geweiht, 
vertraut uns nur! Es steckt vorn alten 
Kerne 
^-och auch in uns wohl noch ein tüchtig 
. Stück, 
"üd ziehen wir auch mutig in die Ferne, 
à'ŗ kehren doch zur Heimat gern zurück, 
^re stirbt nicht aus, die alte Holstenart, 
^se Holstenfrommheit und die Holstentreue. 
>le sich so oft urmächtig offenbart, — 
Gott bewähren auch wir sie aufs neue! 
Ģ)r, die ihr sitzt am schönen Ostseestrand, 
auf den Hügeln stolze Buchen ragen, 
^yr, die ihr schafft im dürren Heidesand, 
ort, wo von Ost und West die Stürme 
^ lagen, 
die ihr wohnt am hohen Nordseeöeich, 
grüner Marsch, dein Meere abgerungen, 
Sachsen, Friesen, Angeln, alle gleich, 
vertraut uns nur, vertraut auf eure 
^ Jungen! 
-^reu unsrer Heimat, treu dem Deutschen 
sto’ Reich, 
steifem Nacken, doch von Herzen weich, 
^tehn wir wir ihr, will's Gott, stets un- 
bezwungen 
"ür Losung: Schleswig-Holstein meer 
umschlungen. 
Adolf Bartels. 
pur und ihrer Mutter in die Fremde wan- 
iwi"' "nd so gastlich man uns draußen auf- 
uyin, es war doch in den ersten Jahren 
Re trübe, katzenlvse Zeit. 
hatten wir ein Kindermädchen, 
sļU'ì r s Anna hieß,- ihr gutes rundes Ge- 
I." >ah allzeit aus, als wäre sie eben vom 
Krn^bladen hergekommen, weshalb die 
wer sie die „schwarze Anna" nannten: 
er eine Katze in unser gemietetes Haus 
ï ņ^huien, konnten wir noch immer nicht 
Mut gewinnen. Da — drei Jahre wa- 
R 1° vergangen-, kam von selber eine 
zugelaufen, ein weiß inid schwarz gefleckte! 
Tierchen, schon wohlerzogen und von an 
schmiegsamer Gemütsart. 
Was ist von diesem Käterchen zu sagen) 
- Zum mindesten der Pyramidenritt. 
Da nämlich den beiden größeren Bube? 
das gewöhnliche Zubettegehen doch gar zi 
simpel war, so hatten sie's erfunden, aus 
der schwarzen Anna zu Bett zu reiten,- der- 
art daß sic beide auf ihrer Schulter saßen 
und die kleinen Kinderbeinchen vorn her- 
unterbaumeltcn. Jetzt aber wurde das um 
vieles stattlicher,- denn eines Abends, da 
sich die Tür der Schlafkammer öffnete kam 
in das Wohnzimmer zum Gutenachtsagen 
eine vollständige Pyramide hereingeritten: 
über dem großen Kopf der schwarzen Anna 
der kleinere des laaienden Jungen, über 
die,em dann der noch viel kleinere Kopf 
des Käterchens, das sich ruhig bei den Bor- 
derpfotchen halten und dabei ein gar behag 
lich und vernehmbares Spinnen ausgehen 
Ueß. — Dreimal ritt diese Pyramide die 
Runde in der Stube und dann zu Bett. 
^Es war sehr hübsch,- aber es wurde der 
^-vd des kleinen Katers. Die guten Stun 
den, die er nach solchem Ritt zur Belohnung 
lin Federbett bei seinem jungen Freunde 
zubringen durfte, hatten ihn so verwöhnt, 
daß er eines scharfen Wintermorgens, da er 
am Abend ausgeschlossen worden, tot und 
îteiigcfroren im Waschhause aufgefunden 
wurde. 
* 
In der Heimat zur Zeit der Manschetten- 
mieße, als die zivei ältesten Knaben ihre 
ersten Kittel noch nicht ausgetragen hatten, 
als ste für den großen Garten, der am 
Hause war, mit eigenem „Schmierzeug" noch 
versehen waren — in jener glücklichen Zeit 
gab es außer Katzen auch noch anderes Ge 
tier im Hause. Da war ein kleiner weißer 
P'idel, welcher „Bube" hieß, aber leider 
t^rotz des Tierarztes schon früh an einer 
Hunde-Kinöerkrankheit sterben mußte: dann 
war ein weißes Kaninchen, welches „Nine" 
hieß, und außerdem noch eine weiße Taube, 
welche keinen Namen hatte, sonst aber sehr 
wohl „Federlos" hätte heißen können. 
In dem geräumigen Taubenschlage auf 
dem Hausboden hatte sie einst mit vielen 
schönen Geführten, Hahnenschwänzen und 
Mohrenköpfen, gewohnt und sich von dort 
aus lustig mit ihnen über den grünen Gär 
ten in der Luft getummelt,- aber eines 
Racists war der Marder eingebrochen, und 
sie allein blieb die Ucberlebende. Damit sie 
in dem großen leeren Schlage nicht allzu 
sehr die Einsamkeit empfinde, wurde das 
Kaninchen ihr zum Gesellen beigegeben 
und da weder dieses von ihren Erbsen, noch 
sie die Hundeblumenblätter des Kaninchens 
dosi^hrte, so lebten sie wie Geschwister ein- 
trächtiglich beisammen. Wenn die Taube von 
ihren Ausflügen heimkam, klappte Nine 
allzeit freudig mit den Hinterläufen: denn 
sie spielten dann Greif oder Haschemänn 
chen miteinander, und da das Kaninchen 
lehr gut greifen konnte, so geschah es dabei 
ganz von selber, daß es seiner Freundin 
einen Mund voll Federn nach dem andern 
Ģltz. — Sv wurde sie das Täubchen 
„Federlos" und konnte nur noch mit den 
Posen fliegen. 
Aber weiter kam es nicht,- die Posen sollte 
sie behalten. Denn da die Knaben eines 
Morgens in den Schlag hinanstiegen, flat 
terte das Täubchen Federlos zwar noch um 
sie herum, Nine aber lag mit ausgestreckten 
Bieren tot und platt am Boden. 
Eilig stürmten sie die Treppen hinab und 
verkündeten im Wohnzimmer ihre Trauer 
binde, wo ich ahnungslos bei einer Tasse 
Tee saß. 
Wahrscheinlich hatte Nine sich an Tauben 
federn tot gegessen: indessen ich bedachte 
solches nicht und sagte ohne viele Umstände: 
habt ihr's wohl verhungern lassen!" 
Ob das Gewissen der beiden dennoch- nicht 
ganz rein gewesen? — Aber — hilf Him 
mel! wie huben auf dieses Wort die klei 
nen Kerle an zu schreien! Kein Trost, kein 
Zuspruch half, die Tränen liefen ihnen 
stromweis über die Backen. 
Da trat mein Freund, der Doktor — der 
als Primaner einst so schön die Klarinette 
spielte — in die Tür. „Hallo, Jungens, was 
ist da los?" 
Die Augen wandten sich zu dem Sprecher, 
und einen Augenblick lang stockte das Ge 
heul. „Doktor", rief der eine im wehmütig 
sten Klagelaut, „unsere Nine ist tot!" 
„Und wir haben es verhungern lassen!" 
schrie der andere. — Dann heulten sie wie 
der mit vereinten Kräften. 
„Jungens!" rief der Doktor. „Euer Nine 
wird nicht mehr lebendig! Aber wißt ihr 
denn das nicht? Wenn es tot ist, so müßt 
ihr es begraben!" 
Begraben! — Das Zauberwort war ge 
sprochen. Das Geschrei verstummte, die Trä 
nen wurden abgewischt, ein wahres Son 
nenleuchten verklärte die Gesichter der bei 
den Kinder. — Schon waren sie aus dem 
Zimmer und die Bodentreppe hinauf: und 
nicht lange, so kamen sie fröhlichen Ange 
sichts mit dem Leichnam ihres Nine ange 
zogen: der eine hatte es an den Ohren, der 
andere an den Hinterläufen. So zogen mir 
mitsammen in den Garten hinaus. 
Als wir auf dem großen Steige waren, 
begegnete uns die Manschettenmieße. 
„Miau!" sagte sie, indem sie stehenblieb und 
uns ansah. 
Der Zug hielt: und die Kinder sahen sie 
wieder an. „Mite", sagte der Kleine, noch 
einmal in seinen Klageton verfallend, „un 
ser Nine ist tot!" 
Dann setzte sich der Zug wieder in Bewe 
gung, und Mite machte einen Buckel und 
sprang mit, um dem Begräbnis beizuwoh 
nen. 
Der Doktor hatte schon den Spaten in der 
Hand, und an der Geißblattlaube unter 
überhängenden Ulmenzweigen wurde nach 
reiflicher Erwägung die Stätte auserwählt. 
Da wurde ich von der Magd ins Haus zu 
rückgerufen und überließ dem Doktor allein 
die Leitung unserer Trauerfeierlichkeit. 
Drinnen im Hause erwarteten mich ganz 
andere Dinge. Da war ein Mann, der hatte 
einen bösen Schuldner, von dem er weder 
Kapital noch Zinsen erhalten konnte, und 
wir sprachen wohl eine halbe Stunde mit 
einander, auf welche Weise ihm zu beidem 
zu verhelfen sei. 
Als ich dann wieder in den Garten hin 
auskam, war der Doktor nicht mehr da: auch 
der Körper des verstorbenen Nine war ver 
schwunden und der Spaten lehnte an der 
Planke. Die beiden kleinen Totengräber 
aber — die natürlich ihr Schmierzeug an 
hatten — lagen neben der Geißblattlaube 
auf den Knien und hatten einen kleinen 
seltsam glänzenden Erdhügel zwischen sich, 
auf dem sie beide eifrig mit ihren rotkarier 
ten Taschentüchern rieben. 
„Was macht ihr da?" fragte ich, indem ich 
zu ihnen trat. 
Da guckte der Kleine auf. „Papa!" sagte 
er, und sein Gesicht leuchtete so fröhlich wie 
droben kaum die liebe Himmelssonne, —> 
„wir polieren Nine sein Grab mit Spucke!" 
m àd also endete dies vergnügliche 
Begräbnis.
	        
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