Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

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Panzerwagen durchqueren einen Vach. 
Deutsche Panzerwagen auf einer Uebungsfahrt in Thüringen. 
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In fieberhafter Eile wird kriegswichtiges Gerät auf Lastwagen 
geladen und aus der abessinischen Hauptstadt fortgeschafft, gegen die 
die Italiener mit immer grünerer Schnelligkeit vorrücken. 
Von Katzen 
Vergangenen Maitag brachte meine Katze 
grr Welt sechs allerliebste kleine Kätzchen. 
Naikätzchen, alle weiß mit schwarzen 
Schwänzchen. 
Zürwahr, es war ein zierlich Wochen- 
bettchen! 
Tie Köchin aber — Köchinnen sind grausam, 
and Menschlichkeit wächst nicht in einer 
Küche. — 
Die wollte von den scchsen fünf ertränken, 
fünf weiße, schwarzgeschwänzte Maicn- 
kätzchen, 
ermorden wollte dies verruchte Weib, 
sich half ihr heim! — Der Himmel segne 
mir meine Menschlichkeit! Tie lieben 
Kätzchen, 
sic wuchsen auf und schritten binnen kurzem 
erhabnen Schwanzes über Hof >lnd Herd, 
ja, wie die Köchin auch ingrimmig dreinsah, 
sic wuchsen auf, und nachts vor ihrem 
Fenster 
probierten sie die allerliebsten Stimmchen. 
Ich aber, wie ich sie so wachsen sah, 
ich preis' mich selbst und meine Menschlich- 
' feit. — 
Ein Jahr ist um, und Katzen sind die 
Kätzchen, 
und Maitag ist's! - Wie soll ich cs be 
schreiben, 
das Schauspiel, das sich jetzt vor mir ent 
faltet! 
Mein ganzes Haus, vom Keller bis zum 
Giebel, 
ein jeder Winkel ist ein Wochenbettchcn: 
Hier liegt das eine, dort das andre Kätzchen, 
in Schränken, Körben, unter Tisch und 
Treppen, 
die Alte gar — nein, cs ist unaussprechlich, 
liegt in der Köchin jungfräulichem Bette! 
Und jede, jede von den sieben Katzen 
hat sieben, denkt euch! sieben junge Kätzchen, 
Maikätzchen, alle weiß mit schwarzen 
Schwänzchen. 
Tie Köchin rast, ich kann der blinden Wut 
nicht Schranken setzen dieses Frauen 
zimmers, 
ersäufen will sie alle neunundvierzig! 
Mir selber, ach, mir läuft der Kopf davon. 
O Menschlichkeit! wie soll ich dich bewahren! 
was fang' ich an mit sechsundsünfzig Katzen! 
Theodor Storm. 
Das Wildentchen 
Gelegentlich eines Spazierganges in der 
Umgebung einer Großstadt kehrten wir in 
einem Dorfwirtshaus ein. Am Abend kam 
die Entcnschar des Wirtes schnatternd vom 
nahen Teich zurück, um ihr Futter in 
Empfang zu nehmen. Unter den großen, 
wohlgenährten Tieren fiel uns in beson 
ders kleines, kümmerliches Entchen auf. 
Man erzählte uns auf unsere Frage nach 
dem Grund dieses Größenunterschiedes, 
dies sei eine Wildente. Das Tierchen habe 
sich im Herbst des Vorjahres nicht am 
Wanderzug seiner Genossen beteiligt, son 
dern sei zurückgeblieben und habe sich den 
Enten des Wirtes zugesellt. Von diesen sei 
der Fremdling anfangs sehr iibcl behandelt 
und wcggebissen worden. Allmählich aber 
haben sich die Tiere angefreundet, und das 
Wildentchcn, das seine eigenen Geführten 
vergessen habe, sei nun mit allen Rechten in 
die Genossenschaft des Hausgeflügels auf 
genommen. 
Es ist gewiß selten, daß ein Tier frei 
willig seinen Skaturzustand aufgibt und sich 
der Kultur anpaßt. 
Helene Brehm. 
Junge Katzen 
Eine getigert, die andre bunt, 
eine kohlschwarz auf weißem Grund, 
kugelpelzig »tit rosigen Tatzen, 
tollen drei junge Schlingclkatzcn. 
Wirbelnd durch Zimmer und Gänge 
und Garten, 
machen sie kühne Entdeckungsfahrten. 
Mäuse zu fangen, das wär' noch ver 
messen — 
aber Maikäfer werden gefressen,- 
Raschelpapicre voll Ingrimm zerstückelt, 
Knäuel von Garn auseinandcrgewickclt, 
Und dies Theater dauert durch Stunden — 
aber auf einmal sind sie verschwunden: 
hoch in den Federn der Bettmatratzcn 
schlafen drei junge Schlingelkatzen. 
Heinrich Anacker. 
Kindermund. 
Ter Onkel Oberförster hat dem kleinen 
Karl versprochen, ihm nach dem Mittagessen 
eine schöne Geschichte zu erzählen. Beim 
Essen sagt Plötzlich der Onkel: „Ich kann 
nicht mehr,- ich platze!" Eiligst umarmt ihn 
der Kleine und ruft ercgt aus: „Aber vor 
her mußt du mir noch die schöne Geschichte 
erzählen." 
Ministerpräsident Göring bei der Arbeitstagung auf Burg Crössinsee 
Ministerpräsident Göring spricht zu den in der Ordensburg Erössin- 
see zu einer Arbeitstagung versammelten Kreisleitern. Am Freitag 
erfolgte dann bekanntlich die feierliche Uebergabe der Burg an den 
Führer. «Weltbild, K.) 
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Das Gebäude der Reichspreffeschule in Berlin-Dahlem, das am 
kommenden Freitag feierlich eingeweiht wird. In dieser Schule 
wird ein verantwortungsbewußter Schristleiternachwuchs heran 
gebildet. 'Donath, KN 
12. Jahrgang 
Rendsburg, 25. April 
12. Jahrgang 
Bon Kindern und Katzen, 
und wie fie die Nine begruben. 
Von Theodor Storm. 
Mit Katzen ist cs in früherer Zeit in un 
serm Hause sehr „begänge" gewesen. Noch 
vor meiner Hochzeit wurde mir von einem 
alten Hofbesitzer ein kleines kaninchen- 
blaues Kätzchen ins Haus gebracht,' er nahm 
es sorgsam aus seinem zusammengeknüpf 
ten Schupstuch, setzt cs vor mir auf den 
Tisch und sagte: „Ta bring' ich was zur 
Aussteuer!" 
Diese Katze, welche einen weißen Kragen 
und vier weiße Pfötchen hatte, hieß die 
„Manschcttenmicßc". Während ihrer Kind 
heit hatte ich sie oft, wenn ich arbeitete, 
vorn in meinem Schlasrock sitzen, so daß 
nur der kleine hübsche Kopf hervorguckte. 
Höchst aufmerksam folgten ihre Augen mei 
ner schreibenden Feder, die bei dem melo 
dischen Spiunerlred des Kätzchens gar 
munter hin und wieder glitt. Oftmals, als 
wolle sie meinen gar zu großen Eifer 
zügeln, streckte sie auch wohl das Pfötchen 
aus und hielt die Feder an, was mich dann 
stets bedenklich machte und wodurch mancher 
Gedankenstrich in meine nachher gedruckten 
Schriften gekommen ist. 
Die Manschettenmieße selber ist, ivie ich 
fürchte, durch diesen Verkehr etivas gar zu 
gebildet geworden! denn da sie endlich groß 
und dann auch Mutter manches allerlieb 
sten kaninchengranen Kätzchens geworden 
war, verlangte sie, gleich den feinen Damen, 
allzeit eine Amme für ihre Kinder,' und da 
die Nachbarskatzen sich nur selten zu diesem 
Dienst verstehen wollten, so sind fast alle 
ihre kleinen Ebenbilder elendiglich zu 
grunde gegangen. Nur einen kleinen wei 
ßen Kater zog sie wirklich groß, welcher we 
gen seines grimmigen Aussehens „der 
weiße Bär" genannt wurde und nachher 
aber eine Katze war. 
Später, da schon zivci Buben lustig durch 
Haus und Garten tobten, waren drei 
Katzen in der Wirtschaft,' nämlich außer den 
vorbenanntcu noch ein Sohn des weißen 
Bären, genannt „der schwarze Kater", ein 
großer ungebärdiger Geselle,' vielleicht ein 
Held, aber jedenfalls ein Scheusal, von dem 
nicht viel zu sagen, als daß er, besonders 
in der schönen Frühlingszeit, unter schau 
derhaftem Geheul gegen alle Nachbarskater 
zu Felde lag, daß er stets mit einem bluti 
gen Auge und zerfetztem Fell umherlief 
und außerdem noch seine kleinen Herren 
biß und kratzte. 
Von der Großmutter, der Manschetten 
mieße, die nachmals ganz berühmt gewor 
den ist, wäre noch mancherlei zu berichten! 
da sie aber in der Geschichte, die ich hier am 
Schluß erzählen will, nur ein einzigmal 
„Miau" 5u sagen hat, so svll's für eine 
schicklichere Gelegenheit verspürt sein. 
Es geschah aber, daß unser mit dre»
	        
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