Die kulturellen Attivistsn der Partei
KnltnrtagAng der H 3. in Heidelberg
Eine Tsrie von mehr als einem Zentner.
Volksschüler
felern den Geburtstag des Führers.
DT. Berlin, 24. April. Die festlich geschmückte
Aula der 12. Volksschule in Neu-Tempelhof,
wie jede Aula an Feierstunden gewöhnt, bot
dennoch am Freitagnachmittag ein ganz be
sonderes Bild. Da saßen sie an langen blu
mengeschmückten Tischen, Jungen und Mädel,
im Sonntagsstaat, eine lustige Gesellschaft, die
den Geburtstag des Führers feierten.
Aus anfänglicher Zurückhaltung wurde bald
lautes Lössel- und Tassengeklapper und eine
lebhafte Unterhaltung setzte ein. Und zwar
richtete sich das Interesse vor allem auf eine
riesengroße, vom Führer (durch Vermittlung
der NS.-Bolkswohlfahrt) den versammelten
Jungen und Mädel zur Verfügung gestellte
wunderschöne Fürst-Pückler-Geburtstagstorte.
Und genau wie im Märchen durften sie sich
durch diesen Berg von Kuchen hindurchessen,
was ihnen auch mühelos gelang, obwohl die
Wundertorte mehr als einen Zentner wog.
Der Spender der Torte, ein Bäckermeister aus
Karget (bei Erkner), der auch zugegen war,
schmunzelte ob des guten Appetits der Kinder.
Die NS.-Volkswohlfahrt, die in der 12. Volks
schule in Neu-Tempelhof eine eigene Küche für
Kinderbespeisung unterhält, hatte eine große
Anzahl von Jungen und Mädel bedürftiger
Eltern für diese hübsche Geburtstagsfeier aus
gewählt.
Erst nachdem Abteilungsleiter Müller von
der NSV. einige freundliche Worte an die Kin
der gerichtet und ihnen bestätigt hatte, daß der
Führer sie zu dieser Feier und der Riesen
torte eingeladen hatte, konnten sie das Wun
der fassen. Musikklänge verschönten die fest
liche Stunde, und auch Vertreter von Partei
und Behörden hatten es sich nicht nehmen las
sen, dieser fröhlichen Geburtstagsfeier beizu
wohnen.
* * *
Die große Amnestie.
Ein Zeichen der inneren Festigung.
DD. Berlin, 24. April. (Eigenbericht.) Der
Führer hat in großzügiger Weise einer Reihe
von Volksgenossen, die sich gegen die Gesetze
vergangen haben, Straffreiheit gewährt. In
erster Linie sind hierbei kriminalpolitische Er
wägungen maßgebend gewesen. Die Krimina
lität ist in letzter Zeit unter dem Einfluß der
nationalsozialistischen Erziehungsmethoden
und der systematischen Bekämpfung des Ver
brecherunwesens ständig zurückgegangen.
Wenn der Führer jetzt denen, die in leichte
ren Füllen gefehlt haben, Gnade gewährt, so
in der bestimmten Erwartung, daß sie diese
Großmut nicht mißbrauchen, sondern von nun
an darauf bedacht sein werden, sich keiner Ver
fehlungen mehr schuldig zu machen.
Von besonderer Großmut zeugt die Amnestie
für die politischen Widersacher. Der Führer hat
einer ganzen Reihe von Staatsfeinden die
Hand zur Versöhnung gereicht. Dies ist nicht
etwa als ein Zeichen von Schwäche anzusehen,
sondern gerade hierin zeigt sich die innere Ge
schlossenheit und Stärke des nationalsozialisti
schen Staates mit aller Deutlichkeit. Hinter
dem Führer steht das ganze deutsche Volk. Die
wenigen, die heute noch den nationalsozialisti
schen Staat glauben ablehnen zu müssen, soll
ten nun doch ernsthaft mit sich zu Rate gehen,
ob es nicht besser ist, von den staatsfeindlichen
Umtrieben abzulassen und die Gelegenheit zur
Eingliederung in die große Front der deut
schen Volksgemeinschaft wahrzunehmen.
So wird diese Amnestie bei allen, die guten
Willens sind, dankbaren Widerhall finden und
das Ihre zur Festigung des Staats- und
Volkslebens beitragen.
* * ■
Kirche zum „Haus des Volles" gemacht.
Das Vorgehen der Kommunisten in Spanien.
DNV. Madrid, 25. April. In der Nacht
zum Sonnabend drangen linksradikale Ele
mente in San Juan de Aznalsarache in die
Gemeindekirche ein. Nachdem sämtliche Heili
genbilder entfernt worden waren, richteten die
Marxisten das Gotteshaus als „Haus des
Volkes" ein.
Aus den spanischen Provinzen werden fort
gesetzt neue Verhaftungen von rechtsgerichte
ten Personen und Schließungen rechtspoliti
scher Parteiorganisationen gemeldet. In Ciu
dad Real ergab sich in einem Prozeß wegen
angeblicher Ruhestörung gegen den Faschisten
führer der dortigen Provinz die völlige Un
schuld des Angeklagten, so daß der Staatsan
walt seine Anklage zurückziehen mußte. Kaum
war jedoch die Freilassung erfolgt, als der Fa
schistenführer ohne Grund auf regierungsamt-
lichcn Befehl hin erneut ins Gefängnis einge
liefert wurde.
In Vivero ist die katholische Jugendorgani
sation verboten worden.
In anderen Orten der Provinz wurden
zahlreiche führende Mitglieder der Falange
(Faschistenpartei) verhaftet. Im Gefängnis
von Rorrelavega sind bis jetzt bereits 55
rechtsstehende Personen eingeliefert worden.
In Villanueva de la Jara wurde die Partei
geschäftsstelle der katholischen Volksaktion
ohne Angabe von Gründen geschlossen.
Madrid: Der Auftakt zum Wahlsonntag, an
dem die Vertrauensleute für die Präsidenten
wahl gewählt werden, nahm einen blutigen
Verlauf. Sowohl in Madrid als auch in Se
villa und Arganda gab es je einen Toten.
70 Kulturreferenten der HI. tagten vom
24. bis 27. April im Heidelberger Rathaus. Am
Freitagvormittag fand die erste Zusammen
kunft statt. Nach den Begrüßungsworten des
Heidelberger Oberbürgermeisters eröffnete
Obergebietsführer Cerff als stellvertretender
Leiter des Kulturamtes die Tagung.
Im Verlauf seiner Eröffnungsansprache
wies Obergebietsführer Cerff darauf hin, daß
die Kulturarbeit immer nur als ein Teil der
Totalität der nationalsozialistischen Weltan
schauung aufzufassen ist. „Wir müssen zurück
weisen, daß nur die Menschen zur Gestaltung
einer neuen nationalsozialistischen Kultur be
rufen seien, die auch in der Vergangenheit
kulturelle Fragen betreuten." Die Kultur
arbeit der HI. sei nicht nur eine kulturelle,
sondern auch eine politische Notwendigkeit.
Deshalb könne ihre Gestaltung auch nur in den
Händen von politischen Aktivisten liegen. Das
Kultur- und Rundfunkamt der Reichsjugend
führung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die
jungen schöpferischen Kräfte der HI. plan
mäßig zur Gemeinschaftsarbeit zu erziehen.
Dieser Erziehung dienen die alljährlichen La
ger. Als vielfach noch weltfremde Persönlich
keiten werden die Künstler in eine Kamerad
schaft jungen, kulturellen Schaffens hineinge
stellt. Aus ihr heraus gewinnen sie stärkere
DNB. Wien, 25. April. Am Sonnabendnach
mittag trat in Wien eine Versammlung der
Heimwehrführer zusammen, die zu den Fra
gen des Tages Stellung nehmen wollen. Es
sind nur die ersten und verläßlichsten Führer
kreise der Heimwehr zusammengerufen wor
den. Zur Abhaltung der Versammlung wurde
der Kleine Konzerthaussaal gewühlt. Die Si
cherheitsmaßnahmen sind außerordentlich
stark. Vor der Versammlung durchsuchten Kri
minalbeamte den ganzen Saal, um das An
bringe« geheimer Mikrophone zu verhindern.
Vor dem Konzerthaussaal wurde eine starke
Abteilung der Polizei postiert.
Wie man hört, stehen bei den Beratungen
drei Punkte zur Erörterung, und zwar die
Frage der Entwaffnung der Heimwehren nach
dem Beispiel der ostmärkischen Sturmscharen,
die Frage einer Regierungsumbildung und die
Frage des Phönixskandals.
Der Verlauf der Versammlung soll, dem
Vernehmen nach, sehr stürmisch sein. Ein Teil
der Führer steht auf dem Standpunkt, daß
eine Entwaffnung der Heimwehr nicht in
Frage komme. Ein anderer Teil vertritt die
Meinung, daß man in eine Entwaffnung ein
willigen könnte, wenn Vizekanzler Starhem
berg das Landesverteidigungsministerium
übernehme.
Als Abschluß wird eine Verlautbarung er
scheinen, von der man aber keine besonderen
Aufschlüsse erwarten darf. Die etwaigen Be
schlüsse dieser Führertagung dürften sich wohl
erst in den nächsten Tagen auswirken.
»
Die Tagung der Heimwehrführer am ver
gangenen Sonnabend hat, wie aus Kreisen der
Teilnehmer verlautet, für den Heimwehrfüh-
rer Starhemberg keinen so erhebenden Ver
lauf genommen, wie es die amtliche Verlaut
barung vermuten lassen könnte. Wenn es in
dem Communique heißt, Starhemberg habe
mit rücksichtslosester Offenheit über die außen-
und innenpolitische Lage Bericht erstattet, so
dürfte sich diese Offenheit zunächst gegen Star
hemberg selbst gewandt haben. Offenbar hat
der Vizekanzler in Erkenntnis der Schwäche
seiner Position eine völlige Unterstellung sei
ner Politik unter die des Bundeskanzlers Dr.
Schuschnigg vollzogen. Gegenüber dem auch in
Regierungskreisen bestehenden starken Miß
trauen gegen den Heimwehrführer betonte die
ser in seiner Rede immer wieder, daß der Hei
matschutz die stärkste Stütze der Regierung sei
und auch bleiben werde und daß er selbst sich
Dr. Schuschnigg restlos zur Verfügung stelle.
Kommenden Montag werde er dem Kanzler
entsprechend Bericht erstatten und ihn der
treuen Gefolgschaft des Heimatschutzes ver
sichern. Die Entmilitarisierung des Heimat
schutzes wird nach seinen Aeußerungen bald in
Angriff genommen werden. Starhcmberg kün
digte auch die baldige Veröffentlichung eines
neuen Arbeitsprogramms für die Heimwehr
an, die in ihrer Organisation an sich erhalten
bleiben werde.
Auch der Phönix-Skandal spielte eine große
Rolle in den Beratungen der Führertagung
des Heimatschutzes. Es ist Starhemberg nicht
gelungen, sich von dem Borwurf zu reinigen,
von dem Juden Berliner beträchtige Summen
angenommen zu haben. Zu seiner Entschuldi
gung versicherte er, daß der Heimatschutz
„größere" Beträge nicht erhalten habe. Er habe
nur 5000 Schilling monatlich bekommen als
Entgelt dafür, daß er die Versicherungsbeträge
der einzelnen Heimwehrmänner, die bei der
Phönix versichert sein mußten, durch die Orga
nisation des Heimatschutzes einziehen ließ.
Wenn es in der amtlichen Verlautbarung
heißt, Starhembergs Ausführungen seien rvie-
Kräfte, und hier erblicken sie nunmehr den
Sinn ihres Schaffens.
Wenn auch für viele die Kulturarbeit der
HI. nur verhältnismäßig bescheidene Ansätze
zeige, so sei im Augenblick doch vor allem wich
tig, unserem Volke wieder Stufen zu bauen
zum Werke der Meister. „Niemand möge glau
ben, daß das kulturelle Geschehe« vor der HI.
nun plötzlich ausgehört habe, und sie, die HI.,
berufen sein wolle, eine neue Kultur heraus
zuführen. Kultur ist Wachstum."
Obergebietsführer Cerff kam dann auf die
verschiedensten Formen der HJ.-Kulturarbeit
zu sprechen, so zum Beispiel auf die Feier
stunde, deren Sinn es sei, die Lebensbejahuug
und die Freude immer stärker herauszustel
len. Bei dem Wirken in den Formationen
müsse gerade auf dem Gebiete kultureller
Arbeit immer mehr das Denken im Geiste un
serer Idee Platz greifen. „Zweck dieser Reichs
tagung muß es deshalb sein, mit allen Glie
derungen der Partei zusammen eine Front der
kulturellen Aktivisten zu bilden."
Der weitere Verlauf der Tagung gehörte
verschiedenen Vortrügen und Aussprachen
über Musikarbeit, über Schrifttum und die kul
turellen Aufgaben des VDM.
Am Nachmittag sprach u. a. der bekannte
Filmschauspieler und Regisseur Luis Trenker
über das deutsche Filmschaffen der Gegenwart.
derholt durch starken Beifall unterbrochen
worden, so darf man wohl annehmen, daß nicht
gerade dieser Teil seiner Rede Gegenstand der
Beifallsbezeugungen gewesen ist. Immerhin
scheint es, daß es Starhemberg gelungen ist,
seine Stellung noch einmal zu retten, denn die
Teilnehmer der Führertagung gewannen den
Eindruck, daß eine Regierungsumbildung
augenblicklich nicht aktuell sei.
* * »
Ausschreitungen NM ßchutzlorpslenten
in Graz.
DNB. Graz, 25. April. In den letzten Tagen
ist es hier wiederholt zu Zwischenfällen in den
Straßen gekommen. Diese begannen in der
Vorstadt St. Peter, wo Heimwehrmäuner na-
tioualgesinnte Leute mißhandelten.
Am Geburtstag des deutschen Reichskanzlers
wurden von Mitgliedern der Heimatwehren
und der Sturmscharen die Häuserwände sowie
die Schaufenster der Geschäfte mit Flugzetteln
beklebt, die heftige Ausfälle gegen den Natio
nalsozialismus enthielten. Im Verlauf dieser
Aktion kam es am Ring zu heftigen Tumul
ten, in deren Verlauf eine Reihe wehrloser
Passanten von den demonstrierenden Angehö
rigen der Wehrformationen niedergeschlagen
wurden. Die Polizei griff nicht ein. Die Zwi
schenfälle haben in der Bevölkerung starke Be
unruhigung und Erregung hervorgerufen.
* * *
26 jüdische Kommunisten in Warschau
ahgemteilt.
DNB. Warschau, 26. April. In Warschau
ging ein großer Kommunistenprozeß zu Ende.
Angeklagt waren 26 Personen — fast durchweg
Juden — wegen Beteiligung bei der Abfas
sung, Herstellung und Verbreitung illegaler
Zeitschriften und Broschüren. Die Wühlarbeit
der Angeklagten richtete sich besonders gegen
die Disziplin in der polnischen Armee. Die
jüdischen Hetzer versuchten, die Soldaten zum
Ungehorsam, zur Meuterei und zur Spionage
zu bewegen. Der Hauptangeklagte wurde zu
zwölf Jahren Gefängnis verurteilt.
Die Lage der Kirche in Mexiko.
DNB. Mexiko, 25. April. Wie das Ministe
rium des Innern erklärt, hat die mexikanische
Bundesregierung gegen die Wiederaufnahme
des Gottesdienstes und die Wiedereröffnung
der Kirchen im Innern des Landes nichts ein
zuwenden, sofern die Regierungen der einzel
nen Bundesstaaten dies anordnen.
Der Kongreß des Staates Chihuahua hat
eine Abänderung des Gesetzes beschlossen, das
für je 100 000 Einwohner einen Geistlichen zu
läßt. Nach dem abgeänderten Gesetz wird in
Zukunft nur noch ein einziger Geistlicher für
den ganzen Staat gestattet. Der Staat Chihua
hua hat etwa 50 000 Einwohner.
Erstes ZeierabendhMs der DAL.
DNB. Kassel, 26. April. In Anwesenheit des
Gauleiters Staatsrat Weinreich, von Vertre
tern der Parteigliederungen und Behörden
fand am Sonntag unter Teilnahme der gesam
ten Melsunger Bürgerschaft die feierliche Ein
weihung des Feierabendhauses der Deutschen
Arbeitsfront in Melsungen, des ersten seiner
Art in Deutschland, statt. Das Haus soll dazu
dienen, allen Volksgenossen nach der Mühe des
Tages eine Stätte der Erholung zu sein und
eine neue nationalsozialistische Geselligkeit zu
pflegen.
StsrhsM-erg unterwirft sich Schuschnigg
Entwaffnung des Heimatfchutzes in Aussicht gestellt. — 5060 Schilling
monatliche Bestechungsgelder non der Phönix
IWens„UMchrrecht".
DNB. Rom, 26. April. Das halbamtliche
„Giornale ö'Jtalia" verwahrt sich am Sonn
abend gegen den Versuch, das Ansehen des
Völkerbundes gegen Italien auszuspielen.
Das Blatt verlangt vom Völkerbund, er solle
den Urteilsspruch, mit dem Italien zum An
greifer erklärt wurde, einer Revision unter-
, ziehen.
Italien habe niemals etwas unternommen,
was dem Ansehen des Völkerbundes zuwider
gelaufen wäre, ja, es habe sogar mit der im
September vorigen Jahres unterbreiteten
Denkschrift und ihrem Nachweis, daß Abessi
nien wegen Nichterfüllung seiner Völker»
bnudspflichten des Völkerbundes unwürdig
geworden sei, alles getan, um das Ansehen der
Genfer Einrichtung zu retten.
Ohne auf die Gründe Italiens zu hören, sei
es zum Angreifer erklärt worden. Trotzdem sei
es nicht aus dem Völkerbund ausgetreten. Es
habe ihm damit eine neue, gefährliche Erschüt
terung erspart. Der damalige Urteilsspruch
des Völkerbundes sei in ungewöhnlicher Eile
zustandegekommen. Unbekümmert um die
Gründe Italiens habe man Italiens Not
wehrrecht außer acht gelassen, obwohl dieses
Recht und seine Anwendung weder im Völker-
bunöspakt noch im Kellogg-Pakt oder anderen
internationalen Abmachungen jemals ange
fochten worden sei.
M Marsch auf Addis Mà
Im italienischen Hauptquartier in Dessie
werden umfangreiche und sorgfältige Vorbe
reitungen zum Marsch auf Addis Abeba ge
troffen. Der wilde Gebirgspfad Makalle-Dessie
ist zu einer Autostraße ausgebaut worden. 3000
Kraftwagen mit Menschen und Material sind
bereits in Dessie eingetroffen. Der Marsch
wird sich ähnlich abwickeln wie damals die
Einnahme Gondars in der Nähe des Tana-
Sees. Das Wetter südlich Dessie ist bisher
freundlich, ebenso wie die Aufnahme der Ita
liener durch die Bevölkerung. Man rechnet für
Mitte Mai mit dem Abschluß der Feindselig
keiten. Die Truppenverschiffungen aus Italien
dauern an.
Der italienische Landwirtschaftsminister
in Berlin.
DNB. Berlin, 26. April. Der königlich-ita
lienische Landwirtschaftsminister Exzellenz
R o s s o n i ist am Sonntagabend eingetroffen,
um eine Reihe von Einrichtungen des Dritten
Reiches, besonders auf landwirtschaftlichem
und sozialem Gebiet, aus eigener Anschauung
kennen zu lernen. Auf Einladung der Kaiser-
Wilhelm-Gesellschaft wird er am Mittwoch,
dem 29. April, im Harnack-Haus einen Vor
trag über „Die politischen und moralischen
Gesichtspunkte der neuen korporativen Wirt
schaft" halten.
Er wird darauf als Gast des Reichsbauern-
führers Reichsminister Darrè eine Reise in
verschiedene Gebiete Deutschlands antreten, um
Einrichtungen des Reichsnährstandes, beson
ders auf dem Gebiete der Binnensiedlung, so
wie im Deichgebiet der Nordsee in Augenschein
zu nehmen.
* * •
Herriot muß sich zur Stichwahl stelle«.
DNB. Paris, 28. April. Im Innenministe
rium beginnen zur Zeit die ersten unvollstän
digen Ergebnisse über die Wahlen einzulaufen.
Aus Lyon trifft die unerwartete Meldung ein,
daß der Bürgermeister und ehemalige Staats
minister Herriot sich zur Stichwahl stellen
muß, da er im ersten Wahlgang nicht die ab
solute Mehrheit der abgegebenen Stimmen auf
sich vereinigt hat.
3A WêMîģen Zeile«
Wien: Wie amtlich mitgeteilt wird, begibt
sich Finanzminister Dr. Draxler demnächst
nach Genf, um vom Kontrollkomitee des Völ
kerbundes die Zustimmung zu einem Jnvesti-
tionskredit in Höhe von 36,5 Millionen Schil
ling zu erlangen.
Budapest: Sir Austen Chamberlain traf am
Sonnabend aus Wien kommend in Budapest
ein.
Bukarest: In einem vierstündigen Kronrat
nahm König Boris am Sonnabend eingehende
Berichte sämtlicher Kabinettsmitglieder ent
gegen.
Rom. Wie der italienische Heeresbericht
meldet, haben italienische Abteilungen nun
mehr das ganze Gebiet des Tana-Sees besetzt.
Genf. Der Präsident des Internationalen
Komitees vom Roten Kreuz hat am Sonn
abend das Schreiben des Dreizehnerausschusses
beantwortet, in dem dieser sein Erstaunen
ausdrückte, daß das Rote Kreuz es unter Be
rufung auf seine Neutralität abgelehnt hatte,
sein Material über die Verletzung der inter
nationalen Abkommen dem Völkerbünde mit
zuteilen.
Kairo. Die Meldung über das Ableben des
Königs Fuad, die heute morgen in Kairo ver
breitet war, stellt sich erfreulicherweise als ein
Irrtum heraus. Leider bestätigt sich aber, daß
der Zustand des Königs sehr ernst ist. Jin
Laufe der vergangenen Nacht wurde nach star
kem Bluterguß eine Bluttransfusion vorge
nommen. Infolgedessen ist, wie in Hofkreisen
mitgeteilt wird, im Zustand des Königs eine
kleine Besserung eingetreten.
Rom. In den trockengelegten PontinischeN
Sümpfen legte Mussolini am Sonnabendvor
mittag den Grundstein für die vierte Şied^
lungsstadt Aprils