Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Unterstützung, haben feit langem keine gere 
gelte Tätigkeit mehr und müssen häufig ihre 
Wohnung wechseln, um den Versuchen ihrer 
zahlreichen Gläubiger zu entgehen, 
die Zwangsvollstreckung gegen sie zu betreiben 
oder sie zum Offenbarungseid zu bringen. 
Diese Personen haben überhaupt nicht die Ab 
sicht, eine wirkliche Vertretertätigkeit auszu 
üben,' ihnen ist es lediglich darum zu tun, den 
Provisionsvorschuß zu erlangen oder in den 
Besitz von Waren und Mustern zu kommen. 
So bringen sie ihrem Auftraggeber sehr bald 
Bestellungen, die nicht ernst gemeint sind. Die 
Auftraggeber stellen dann fest, daß die An 
schriften der angeblichen Besteller nicht stim 
men, daß diese vermögenslos sind und von 
ihrer Bestellung loszukommen suchen oder die 
Bezahlung verweigern. 
Freilich hüten sich die betrügerischen Vertreter 
im allgemeinen, ihren Auftraggebern ge 
fälschte Bestellscheine vorzulegen. Sie lassen 
sich auf ihrem Bestellschein vielmehr von ande 
ren Berufsbetrügern echte Unterschriften ge 
ben. Diese Besteller wollen aber in Wirklich 
keit weder den erteilten Jnseratenauftrag be 
zahlen, noch die gekaufte wertvolle Ware zu 
etwas anderem benutzen als dazu, sie alsbald 
zu versetzen. Die betrügerischen Be 
steller treten meistens gleichzeitig anderen 
Firmen gegenüber als Vertreter auf und 
bringen ihnen Bestellungen solcher Vertreter, 
denen sie ihrerseits Gefälligkeitsbestellungen 
gegeben haben. In der Regel teilen alsdann 
Besteller und Vertreter die erzielten Gewinne 
an Provisionsvorschüssen und Pfanderlösen 
untereinander. Der berufsmäßige Betrüger 
ist im allgemeinen seiner Anlage, Herkunft 
und Entwicklung nach zu einer ehrlichen Be 
rufsarbeit außerstande. Die Tätigkeit als be 
trügerischer Vertreter oder Besteller lohnt 
daher für ihn nur, wenn er gleichzeitig bei 
verschiedenen Firmen in verschiedenen Ein 
zelfällen tätig wird,' nur auf diese Weise wird 
der geringe Erlös in jedem Einzelfalle derart 
vervielfacht, daß der Berufsbetrüger daraus 
seinen Lebensunterhalt ziehen kann. Der be 
rufsmäßig ausgeübte Vertreterbetrug ist auch 
deshalb besonders gefährlich, weil er nur sehr 
schwer nachzuweisen ist. Erstattet eine geschä 
digte Firma überhaupt Strafanzeige, so ist 
der Beschuldigte oft in der Lage, den Vorgang 
als ein einmaliges Versehen darzustellen oder 
sich damit herauszureden, daß er sich auf seine 
von ihm für reell und zahlungsfähig ange 
sehenen Besteller verlassen habe. Oft beruft 
der Beschuldigte sich auf schlechte wirtschaftliche 
Lage, er will aus Not gehandelt haben. Tat 
sächlich ist der Beruf eines ehrlichen 
Provisionsvertreters besonders schwierig und 
bietet meist nur geringe Verdienstmöglichkeit. 
Die Einlassung des Beschuldigten erscheint 
daher oft glaubhaft. 
Den Kaufleuten, die immer wieder Opfer 
von Berufsbetrügern werden, zeigt die War 
nung, daß sie sich nur durch die gleichen Mittel 
schützen können, durch die sie sich auch sonst 
in ihrem Betrieb vor Verlusten sichern: durch 
Vorsicht, Sorgfalt, Erfahrung und Menschen 
kenntnis. Außerdem soll der Kaufmann sich 
nicht schämen, gelegentlich seinen Fachgenossen 
einzugestehen, daß ihn ein Vertreter betrogen 
habe. Vielleicht sind gerade diese Fachgenossen 
von demselben Vertreter betrogen worden 
oder sollen gerade von ihm betrogen werden. 
Es gibt wahrhaftig genug ehrliche Vertreter, 
die schwer um ihre Existenz zu ringen haben, 
und denen das gemeine Treiben der Berufs 
betrüger Ruf, Einkommen und Stellung wei 
ter schmälert. Da ist es nur gut, wenn un 
ehrliche Vertreter in ihrer Branche so schnell 
wie möglich bekannt, angeprangert und aus 
gemerzt werden. Dazu kann und muß zu sei 
«em <^Pis tpiVr ssWtfiiïftfimmm beiiraaen. de 
nem Teil jeder Geschäftsmann beitragen, der 
Vertreter beschäftigt. Damit schützt er sich 
selbst, seine Fachgenossen, den schwer ringen 
den Stand der ehrlichen Berufsvertreter und 
darüber hinaus die gesamte Geschäftswelt und 
die Volksgemeinschaft. 
* Auf eine Ivjährigc Tätigkeit bei der Firma 
Friedrich Dittmcr blickte am '26. April der 
Kaufmann Robert M e st e r zurück. Anläßlich 
dieses Tages wurde er zum Handlungsbevoll 
mächtigten der Firma ernannt. Mester ist auch 
im Gesangsleben unserer Stadt bekannt,' er 
führt den Mänergesangverein Liederkranz von 
1874. — Bei der Gelegenheit seien zwei wei 
tere Zehnjahrsjubiläen erwähnt. Apotheker I. 
Schneider ist, seitdem er vor 10 Jahren nach 
Rendsburg kam, in der Garuisonapotheke 
tätig. Die kaufmännische Angestellte Elisabeth 
Otto ist jetzt 10 Jahre auf der Carlshütte be 
schäftigt. 
* Die Meisterinnenprüfung im Damenschnei- 
derinnengemerbe bestanden vor dem Prüfungs 
ausschuß der Handwerkskammer Flensburg 
Frl. Elfriede Meins, Rendsburg, Herren 
straße 18, und Frl. Magdalena Ernst, 
Büdelsdorf, Hollingstraße 28, beide mit „Gut". 
* Die 2. Prüfung für das Lehramt an Volks 
schulen bestand unter dem Vorsitz des Regie 
rungsdirektors Cl. Petersen aus Schleswig 
die Schulamtsbewerberin Grete Schroedter 
aus Rendsburg an der zweiklassigen Schule in 
Heidgraben (Kreis Pinneberg), mit dem Prä 
dikat »Gut"« 
ScMtmty-HötsUu* 
Heels Jlends&ucņ 
Hohn, 26. April. Seeadler „Satan" über 
Hohn? Gestern vormittag wurden die Bewoh 
ner Hohns durch lautes Schreien auf einen 
Seeadler aufmerksam, von dem man vermutet, 
daß es sich um den bei Sarrasani ausgeknif 
fenen Vogel „Satan" handelt. Nach lOminü- 
tigem Kreisen verschwand das Tier in nördli 
cher Richtung. Es soll bereits am Sonnabend 
einml in Hohn gesichtet worden sein. 
R. Nortorf, 26. April. In der diesjährigen 
Hauptversammlung der Borgdorfer Fischerei 
genossenschaft wurde der langjährige Vor 
sitzende Heinrich Stange wiedergewählt. In 
den Aufsichtsrat wurden berufen die Genossen 
schafter Kühl und Doose aus Nortorf und die 
Genossenschafter Claus Röschmann, Bracker 
und Stäcker aus Borgdorf-Seedvrf. Ans den 
Beschlüssen ist hervorzuheben, daß in diesem 
Jahre von der sogen. Sommerfischerei Abstand 
genommen werden soll. Die Winterfischcrei 
wird hingegen durchgeführt werden. Die Vor 
arbeiten hierfür wurden dem Vorstand über 
lassen. Angelkarten sollen auch in diesem 
Sommer ausgegeben werden. Berufsfischer 
und sog. Spvrtfischer können allerdings keine 
Angelkarte erhalten. Verboten ist das Karpfen- 
angeln und das Angeln während der Nacht 
zeit, d. h. in der Zeit von 9 Uhr abends bis 4 
Uhr morgens. Als neue Genossenschafter 
traten Fahrradhändler Barth und Maler 
meister Kühl ein. Der vorgelegte Kassenbericht 
wurde durch die Genossenschafter Hartwig 
Reimers und Friedr. Schönwandt geprüft und 
richtig befunden, so daß dem Kassenführer Chr. 
Wendell Entlastung erteilt werden konnte. 
R. Nortorf, 26. April. Reit- und Fahr 
turnier. Für das am Sonntag, dem 17. Mai 
d. I., auf dem städtischen Sportplatz stattfin 
dende Reit- und Fahrturnier des SA.-Reiter- 
sturms 7/15 ist die Turnierleitung eifrig mit 
den Vorarbeiten beschäftigt. Die Ausschrei 
bungen und Plakate sind bereits fertiggestellt 
und kommen in diesen Tagen zur Veröffent 
lichung. Nachmittags 12.30 Uhr ist Antreten 
sämtlicher Reiter zum Ummarsch durch die 
Straßen unserer Stadt und anschließend be 
ginnen die Wettkämpfe auf dem Turnierplatz. 
Während der Veranstaltungen auf dem Platz 
findet Konzert statt. Nach Beendigung der 
Wettkämpfe ist abends Deutscher Tanz im 
Sturmlokal Chr. Röschmanns Gasthof und im 
Holsteinischen Haus. Das diesen Veranstaltun 
gen gezeigte große Interesse aller Volksgenos 
sen arls Stadt und Land läßt einen noch viel 
größeren Umfang des Turniers wie im Vor 
jahre vermuten. — Die Militärische Kamerad 
schaft von Nortorf veranstaltete am gestrigen 
Sonntag ein Preis- und Uebungsschießen auf 
allen Ständen des Nortorfer Schießstandes. 
Abends liefen im Holsteinischen Haus der 
Kyffhäuser-Tonfilm „Im gleichen Schritt und 
Tritt" sowie ein Tonfilm der Wehrmacht. Die 
Musik spielte Märsche und nach dem Film be 
schloß ein flottes Tänzchen den Abend. 
Hohes Alter. Der Altenteiler Jürgen Fr. 
Thode in Elsdorf hat am 25. April seinen 91. 
Geburtstag in voller geistiger Frische und gu 
ter Gesundheit gefeiert. Seine Gattin ist nach 
59jähriger Ehe vor 4 Jahren gestorben. Im 
Jahre 1920 hat er seinen Landbesitz verkauft 
und lebt nun auf dem Altenteil, wo er von 
dem Besitzer und dessen Gattin betreut wird. 
Er ist 45 Jahre fleißiger Leser der „Landes 
zeitung" und nimmt noch an allen Tages 
ereignissen regen Anteil. 
Heels SMeswify 
Mehr als 36 000 Schleswiger Theaterbesucher. 
cs. Schleswig, 25. April. Das Nordmark- 
Landestheater in Schleswig brachte in der 
Spielzeit 1985/36 insgesamt 29 (im Vorjahre 
26) neue Bühnenwerke heraus. Die Werke ge 
langten in Schleswig 83 (78) mal und in den 
Gastspielorten der Provinz 110 (92) mal zur 
Aufführung. Während der ganzen Spielzeit 
fanden in Schleswig 86 (88) Vorstellungen 
statt. Die Gesamtzahl der Theaterbesucher be 
trug bis zum 1. April d. I. 31 983 (28 319). 
In Eckernfördc wurden 13 (13), in Rendsburg 
11 (19), in Kappeln 9 (9), in Süderbrarup 9 (7), 
in Neustadt i. H. 8 (7), in Garding 7 (4), in 
Husum 7 (12), in Eutin 6 (3), in Tönning 6 (8), 
in Heide 6 (4), in Heiligenhafen 4 (—), in Mel- 
dorf 4 (—), in BadOldesloe 4 (—), in Oldenburg 
3 (—), in Bad Segeberg 3 (1), in Tating 3 (—), 
in Wesselburen 3 (3), in Bredstedt 2 (2) und in 
Brunsbüttelkoog 2 (—) sowie in Brunsbüttel 
und Erfde je 1 (—) Vorstellungen gegeben. 
Hohes Alter. Am heutigen Sonnabend voll 
endet Hans Naeve-Klein-Rheide in außerge 
wöhnlicher Rüstigkeit sein 85. Lebensjahr. N. 
ist ein Veteran der Arbeit und gönnt sich trotz 
seines hohen Alters noch keine Ruhe, (jr.) 
Aus 
Ein Meier Hochwasser in den Kögen. 
Wolde, 26. April. Durch die Regenfälle der 
letzten Woche stud im Treenegebiet riesige 
Ueberschwemmungen eingetreten. In den 
nicht durch Deiche geschützten Kögen steht das 
Wasser fast einen Meter hoch. Der ganze in 
den letzten Wochen ausgestreute Dünger ist 
fortgeschwemmt. Der Wasserstand in der Sor 
geniederung ist glücklicherweise durch die be 
reits in Wirkung getretene Abdämmung des 
Eiderstromes so niedrig, daß die Wassermen 
gen der Niederschläge keine nennenswerten 
Schäden hervorrufen können. 
sa. Wohlde, 25. April. Glück im Unglück! 
Der Rentner Hans Huf sen., welcher beim 
Neubau des Bauern Krumpeter mit Hand an 
legte, kam auf dem Gerüst zu Fall. Huf fiel 
durch die Schalung der neuen Gipsdecke. Zum 
Glück blieb er mit dem Rock hängen und 
wurde so vor einem größeren Unglück bewahrt. 
Er kam mit leichten Abschürfungen davon. 
Aus Heels Husum 
Gertrud Storm gestorben. 
Hnsnm, 27. April. Nach längerem Leiden ist 
Gertrud Storm, die Tochter des Dichters 
Theodor Storm, im Husumer Krankenhaus 
im fast vollendeten 71 Lebensjahr gestorben. 
Am 4. Mai 1865 wurde Gertrud Storm, die 
in ihrem Verwandten- und Bekanntenkreise 
allgemein „Tante Dette" genannt wurde, in 
Husum geboren. Von allen Kindern blieb sie 
die längste Zeit mit ihrem Vater zusammen 
und wurde seine eigentliche Vertraute. Unsere 
richtige Einstellung auf Storm, nicht nur auf 
den Dichter, sondern auch auf den Menschen, 
ist ihr Werk. Von den Schriften und den von 
ihr herausgegebenen Briefen ihres Vaters 
sind zu erwähnen: „Theodor Storm. Ein Bild 
seines Lebens", „Briefe in die Heimat", 
„Briefe an Braut und Gattin", „Briefe an die 
Kinder", „Briefe an seine Freunde". 
Aus £ideestedt 
Hz. Koldenbüttel, 27. April. Eine Fuchs 
familie wurde bei Eröarbeiten in der Nähe 
des Süderdeiches gesunden. Während der alte 
Fuchs entwischte, konnten die vier Jungen ge 
tötet werden. Eigenartigerweise hatte der 
Fuchs seine Jungen nicht in einem Bau, son 
dern in einem etwas höheren Gestrüpp an 
der Grabenkante untergebracht, wo sich denn 
auch ein ganzes Lager von Ueberresten von 
Hasenfüßen, Hühnerfedern, Entencierschalen 
usw. befand. Einem Jungen aus Kvlden- 
büttelstraße wurde die Auffindung des Fuchs 
nestes noch zum Verhängnis. Er wollte auf 
einem Fahrrad möglichst schnell hin, um die 
kleinen Füchse noch zu sehen, kam aber unter 
wegs in eine tiefe Wagenspur, stürzte mit dem 
Rad, und flog kopfüber in den bis an den 
Rand mit Wasser gefüllten im letzten Herbst 
erst neugekleiten Marschgraben. 
he. St. Peter, 25. April. Goldene Konfir 
mation. Für die Gemeinden St. P.eter und 
Ording findet am 14. Juni d. I. das Fest der 
Goldenen Konfirmation statt. Es werden alle 
Konfirmanden aus St. Peter und Ording, so 
weit sie in den Jahren 1879 bis 1886 dort kon 
firmiert sind, zu dieser Feier eingeladen. 
Fräulein Maria Wobbe, die bisher die vier 
unteren Klassen der Schule in Osterhever 
verwaltet, ist nach Röft bei Albersdorf versetzt. 
Ihre Stelle übernimmt Fräulein Erna Jo- 
hannsen aus Friedrichstadt. (Hs.) 
Aus Hocdļuesfand 
Bredstedts älteste Einwohnerin 100 Jahre alt. 
AU-höedsddeswif 
Gedächtnisfeier für die ertrunkenen Sonder- 
bnrger Ruderer. 
Der deutsche Ruderverein „Germania" irr 
Sonderburg hat seinen fünf Mitgliedern, die 
vor einem Jahr auf einer Fahrt auf dem 
Wenningbund umgekommen sind, einen Ge 
denkstein setzen lassen, der in aller Stille ent 
hüllt wurde. An dem Gedenkstein ließen so 
wohl die deutschen Vereine der Stadt wie auch 
der dänische Ruderklub, mit dem die deutschen 
Ruderer sportliche Kameradschaft pflegen, 
Kränze niederlegen. 
sz. Bredstedt. 27. April. Am 6. Mai d. I. 
wird die Witwe Margarethe Andresen, geb. 
Ewaldt, Bredstedt, Hohle Gasse 4, 100 Jahre 
alt. Witwe Andresen verbringt ihren Lebens 
abend bei ihrem Sohn, Schuhmachermeister 
Thomas Andresen, Bredstedt. Allerdings ist sie 
seit einigen Jahren hilfsbedürftig. Ihr Ehe 
mann ist vor Jahrzehnten gestorben. 
Ihre goldene Hochzeit feierten am gestrigen 
Sonntag die Eheleute Christian Nis Asmussen 
und Frau Doris geb. Bahnsen in Enge. Die 
Eheleute stehen im 78. Lebensjahr und erfreu 
en sich bester Gesundheit, (ko.) 
Kampf der nordschleswigfchen Bevölkerung 
für ihre „Gliedfetzerin". 
In Wamdrup, Woyens und Tondern lebten 
früher Glieder einer Familie Paulsen, die eine 
anscheinend angeborene Gabe besaßen, Kno 
chenbrüche sachgemäß zu behandeln. Diese 
Kenntnisse und Fähigkeiten hatte auch ein in 
KolSnap ansässige Schwester der jüngeren 
Paulsen geerbt, und sie kann auf manche Er 
folge bei der Behandlung von Gliederbrüchen 
verweisen. Die dänischen Behörden haben ihr 
diese Tätigkeit jedoch auf Grund des Gesetzes 
gegen Kurpfuscherei verboten. Jetzt haben sich 
Ausschüsse in Nordschleswig gebildet, welche 
die Interessen der weisen Frau und der Be 
völkerung gegenüber den Behörden vertreten 
wollen. Man hat eine Eingaben an die Re 
gierung und den Reichstag verfaßt und für 
diese etwa 10 000 Unterschriften gesammelt. Es 
wird darin gebeten, der Frau das weitere Be 
handeln von Gliederbrüchen zu erlauben. Eine 
Abordnung soll die Eingabe in der nächsten 
Woche in Kopenhagen überreichen. 
Umwandlung des Toudoner Waisenhauses 
in ein Altersheim? 
Wie durch die Presse bekannt wird, plant 
man die Umwandlung des Tonderner Waisen 
hauses, das auf eiu 200jühriges Bestehen zu 
rückblicken kann, in ein Altersheim oder die 
Verwendung der Mietseinnahmen des Hauses 
und der Zinsen des Legats, aus dem es unter 
halten wird, für diesen Zweck. Die bisher nrt 
Waisenhause erzogenen Knaben sollen danach 
in Familienpflege gegeben werden. 
Jktndsckuft Anseht 
Bau einer neue« Anlegebrücke für Segel 
jachten. 
eg. Glücksburg, 26. April. Der Flensburger 
Segel-Club hatte mit eigenen Mitteln den 
Bau einer neuen Anlegebrücke für Segel 
jachten hinter der Schutzmole des Glücksburger 
Segelhafens begonnen. Zur Fertigstellung 
der Arbeiten hat jetzt der Innenminister eine 
Beihilfe von 9500 MJl bewilligt. 
gs. Schaalby, 27. April. Zur letzten Nnhe 
gebracht wurde am Freitag der frühere Müh 
lenbesitzer Ludwig Paulsen unter zahlreicher 
Beteiligung auf dem Kahlebyer Kirchhof. Sein 
einziger Sohn fiel im Weltkrieg vor Weihnach 
ten 1914. Paulsen erreichte das hohe Alter von 
86 Jahren. Er erlag nach achttägigem Kran 
kenlager einem Schlaaanfall. Er soll früher 
nie einen Arzt gebraucht haben. Sein Gedächt 
nis war bis in sein hohes Alter ausgezeichnet, 
und er nahm an allen Geschehnissen lebhaften 
Anteil. 
Aus DiUunueseken 
Heringszüge im Kanal. 
gb. Brnnsbüttelkoog, 27. April. Die Herings 
züge sind in de letzten Tagen zwischen Burg 
und Kudensee aufgetaucht. Die Fischer haben 
hier ergiebige Fänge gemacht. Außer Heringe 
werden auch bereits Aale in denselben Netzen 
gefangen. Der Kanalhering ist am Hamburger 
Markt sehr begehrt und wird gut bezahlt. 
Drei Tiere auf der Weide erfroren. 
gb. Brunsbüttelkoog, 27. April. Dem Land- 
mann H. Timm-Burgerfeld sind in der Nacht 
von Montag auf Dienstag 3 Tiere und zwar 
2 Stück Jungvieh und 1 Kuh auf der Weide er 
froren. 
fp. Heide, 27. April. Wegen Verbrechens 
gegen das keimende Leben verhaftet wurde die 
Ehefrau R. aus Dellsteöt, die fortgesetzt Ein 
griffe bei Frauen vorgenommen hat. Die Er- 
Aus IhkenwesUdl, Haftesau-Hademaeseken 
und Umfy&tj&ud 
us. Wacken, 25. April. Standesamtliche 
Nachrichten. Die Ehe wollen miteinander ein 
gehen: der Arbeiter Julius Hermann Alt aus 
Wacken mit der Haushälterin Elsa Hilda Wie 
sel aus Oldisleben (Thüringen), z. Z. Wacken. 
Der Arbeiter Johann Hinrich Christian Bran 
denburg aus Puls mit der Haustochter Elisa 
beth Margarethe Nöhrenberg aus Gribbohm. 
Hohenwestedt, 27. April. Gefunden wurde 
zwischen Gräuel und Meezen ein Heller 
Damenmantel. Die Eigentümerin kann sich 
bei der Gendarmerie in Hohenwestedt melden. 
Bestandene Prüfung. Der Bäckerlehrling 
Hinrich Kühl aus Puls (Lehrherr Bäckermstr- 
Hermann Dammann, Wacken) bestand vor der 
Prüfungskommission in Hohenwestedt seine 
Gesellenprüfung im Bückerhandwerk. (vs.) 
Versetzung. Der Schulamtsbewerber Sieg 
fried Böttcher aus Dätgen wurde in die erle 
digte Lehrerstelle nach Vaalermoor berufe»«
	        
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