Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

mittlungen wurden vom Kriminalsekretär 
Nielson der Kriminalpolizei Flensburg mit 
Unterstützung des zuständigen Gendarmerie- 
Polizei-Hauptwachtmeisters Bernt aus Wrohm 
geführt. Die Verhaftete wurde dem Heider 
Amtsgerichtsgefängnis zugeführt. 
â§ flüidsüi 
Glückwunschtelegramm des Oberpräsidentcn 
Lohse an General-Admiral Raeder. 
Kiel, 25. April. Oberpräsident und Gau 
leiter Lohse hat dem General-Admiral Raeder 
zu seinem 60. Geburtstag folgendes Tele 
gramm übermittelt: 
„Im Namen der Provinz Schleswig-Holstein 
spreche ich Ihnen, Herr General-Admiral, zum 
60. Geburtstage die aufrichtigsten Glück 
wünsche aus." 
Gruppenboot „Nordmark" in Dienst gestellt. 
Kiel, 26. April. Am Sonnabend hat die SA- 
Gruppe Nordmark das Gruppenboot „Nord 
mark" in Dienst gestellt, das vorwiegend sür 
Ausbildungszwecke der Marine-SA. bestimmt 
ist. 
Neuer kommissarischer Ganschützeuführer des 
Gaues Nordmark des Deutschen Schützen 
verbandes. 
Kiel, 26. April. Der Gauschützenführer des 
Gaues Nordmark, Oberstleutnant a. D. Col- 
lani, ist auf eigenen Wunsch von seinem 
Posten zurückgetreten. An seine Stelle wurde 
zum kommissarischen Gauschützenführer des 
Gaues Nordmark des Deutschen Schützenver 
bandes, durch den Verbandsführer v. Cleve, 
Otto Wolters-Kiel ernannt. 
Schissszusammenstotz im Fchmarn-Velt. 
Kiel, 26. April. In der Nacht zum Sonn 
tag ereignete sich im Fehmarn-Belt bei nebli 
gem Wetter ein Schiffszusammenstoß des deut 
schen Motorschiffes „Delphin IV", Kapitän 
Harder, Heimathafen Uetersen. Das Schiff be 
fand sich auf der Reise von Memel mit einer 
Ladung Roggen nach Groningen-Holland. Bei 
öem Zusammenstoß wurde das Vorschiff von 
„Delphin" eingedrückt bis zum Kvllisions- 
schott, welches dicht hielt. Der im Mann 
schaftsraum im Vorschiff schlafende 17jährige 
Leichtmatrose D. aus Hamburg wurde durch 
den Stoß in seiner Koje so schwer verletzt, daß 
er bald darauf starb. Der Unglückliche konnte 
erst in Kiel aus seiner Lage herausgeschweißt 
werden und wurde in das Kieler Institut 
sür gerichtliche Medizin gebracht. Das Ge 
genschiff, das den Zusammenstoß herbeige 
führt hatte, ein Dampfer, verschwand nach 
öem Unfall im Nebel und blieb außer Sicht. 
Verbandstagung der Hans- »nd Grund 
eigentümer Schleswig-Holsteins. 
Neumünster, 26. April. In Neumünster 
fand am Donnerstagmorgen eine geschlossene 
Tagung des Verbandes der Haus- und 
Grundeigentümer Schleswig-Holsteins statt, 
üie außerordentlich stark von den Vereinslei 
tern und Beisitzern besucht war. Auf der Ta 
gung wurden vor allem die geschäftlichen For 
malitäten erledigt. Bon dem Verbandssyndi 
kus Hartmann wurde der Jahresbericht gege 
ben. Anschließend sprach Regierungspräsident 
und SA.-Gruppenführer Böhmcker-Eutin, der 
selber in führender Stellung mit an der Spitze 
des Verbandes steht. Ueber viele Fragen des 
-Wohn- und Mieterechtes wurde eingehend 
Auskunft erteilt. Der Zentralverbandstag 
ber Haus- und Grundeigentümervereine fin- 
bet im August in Kiel statt. 
Am Nachmittag sprach dann noch Syndikus 
Neinhardt-Berlin über Steuerfragen. Die 
Fügung wurde von Sturmbannführer Pag- 
wsch-Kiel geleitet. 
Gauleistungsschreiben auf der Maschine. 
. Neumünster, 26. April. Am Sonntag fand 
G der Wilhelm-Tanck-Schule Neumünster das 
-Naschinenleistungsschreiben des Gaugebietes 
Schleswig-Holstein statt. Am Schreiben nah 
men 23 Schreiber und Schreiberinnen aus den 
krnzelnen Ortsgruppen des Gaues teil. In 
bei einleitenden Ansprache wies der Gau- 
ücbietsführer Kock, Neumünster, darauf hiu, 
baß nach dem Willen der Reichsführung der 
Teutschen Stenographenschaft die Verbindung 
von Kurzschrift und Schreibmaschine immer 
bstger gezogen werden müsse. Beide Fertig 
keiten menschlichen Könnens gehörten un 
bedingt zusammen und seien ein dringendes 
Erfordernis heutiger Allgemeinbildung. Dar- 
üw . veranstalte die Deutsche Stenographcn- 
ühaft in jedem Jahr ein großes Leistungs- 
Ichreiben um die Reichsmeisterschaft. Jeder 
wu lasse diesem ein Schreiben um die Gau- 
weisterschaft vorangehen, und in Zukunft 
werde auch jede Ortsgruppe alljährlich den 
Meisterschreiber des Ortes in friedlichem 
Wettbewerb Herausstellen. Darauf begann das 
schreiben, das sich in drei Teile gliederte. Zu- 
wchst schrieben die Teilnehmer ein Fünf- 
.Ainutcn-Stcnogramm von 120 Silben Ge- 
şchwindigkeit in die Maschine. Dann fertigten 
üe nach vorgelegtem Stenogramm ein form- 
üorechtes Schönschreiben an und hierauf be- 
OSergrmppeĢhLse Litz««« besichtigt die 
ReiLerstarrdarte 114 in Mel 
Kiel, 26. April. Am Sonnabendnachmittag 
traf, von Eutin kommend, der Reichsinspekteur 
für Reit- und Fahrausbildung, SA.-Ober- 
gruppenführer Litzmann, zur Besichtigung der 
Reiterstandarte 114 in Kiel ein.. Nachdem er 
kurze Zeit im Stabsgebäude der SA.-Gruppe 
Nordmark geweilt hatte, begab er sich zusam 
men mit Gruppenführer Meyer-Ouade und 
dem Gruppenreiterführer Obersturmbann 
führer Milberg zur Reitbahn der Reiter 
standarte 114 in der Prüne, wo sich die Führer 
der drei schleswig-holsteinischen Brigaden, 
Brigadeführer Möhring, Brigadeführer Rau 
und Oberführer Gehrts sowie der Führer der 
Reiterstandarte 114, Obersturmbannführer 
Bartels, zum Empfang eingefunden hatten. 
Nach einer kurzen Besichtigung der Ställe 
und der Reitbahn in der Prüne fuhr der 
Reichsinspekteur mit den Führern der SA. 
nach dem Professor-Peters-Platz, wo die Füh 
rer sämtlicher Standarten und Stürme der 
Nordmark Ausstellung genommen hatten. 
Nachdem der Reichsinspekteur die Front ab 
geschritten hatte, besichtigte er die Fahrlchr- 
abteilung der Reiterstaudarte 114, die einen 
Sechserzug, einen Viererzug sowie mehrere 
Zwei- und Einspänner vorführte. Darauf 
begab sich der Reichsinspekteur in die Reitbahn 
Prüne zurück. Zuerst wurde unter Ober 
truppführer Wolter eine Anfängerabteilung 
gezeigt, die, obgleich sie erst fünf Reitstunden 
hinter sich hatte, beachtliche Leistungen zeigte. 
Einen hervorragenden Eindruck machte eine 
Hitlerjugend-Abteilung, die Sturmführer 
Groth vorführte. Zum Schluß bewies eine 
SA.-Abteilung unter Oberscharführer Peter 
sen, daß die Reiter fest mit den Pferden ver 
wachsen find. — In einer abschließenden Be 
urteilung stellte der Reichsinspekteur fest, daß 
die Reiterei in Kiel eine ausgezeichnete 
Pflegestätte gefunden habe. Was ihn am 
meisten gefreut habe, sei die ungeheure 
Passion, mit der der Reitsport betrieben wer 
de. Besonders sei er über die Leistungen der 
Hitler-Jugend erfreut. 
An die Besichtigung schloß sich eine Führer 
besprechung in der „Deutschen Wacht", in der 
der Reichsinspekteur von dem Bau einer 
Reichsreiterführerschule in Berlin Mitteilung 
machte, in der alle Reiterführer in vierwöchent- 
lichen Kursen herangebildet werden sollen, 
denen die Erziehung des reiterlichen Nach 
wuchses für das Heer anvertraut wurde. Der 
Reiterschein, der allein zum Eintritt in fah 
rende und reitende Truppenteile berechtigt, 
kann in Zukunft nur von Angehörigen des 
neu gebildeten „Nationalsozialistischen Reiter- 
korps" erworben werden. Das NSNK. bleibt 
dabei eine Sonderformation der SA. An Zivi 
listen wird in Zukunft der Reiterschein nicht 
mehr erteilt werden. 
Der Reichsinspekteur fuhr in der Nacht mit 
seiner Begleitung nach Hamburg weiter. 
gann das Maschinenschnellschreiben, das für 
die Anfänger ein Schreiben von zehn Minuten 
mit mindestens 180 Anschlägen, für die Fort 
geschrittenen ein solches mit 240 Anschlägen 
und für die Meisterklasse ein Dauerschreiben 
von einer halben Stunde mit mindestens 300 
Anschlägen in der Minute verlangte. In der 
Meisterklasse schrieben neun Teilnehmer. Von 
ihnen trug Fräulein Ilse Benck, Kiel, mit 
13 375 Netto-Anschlägen, das heißt einer 
Minutenleistung von 446 Anschlägen, die Gau- 
meisterschaft davon. 
Schnlungskursus der Kreisamtsleiter 
Schleswig-Holsteins in Bad Oldesloe. 
Bad Oldesloe, 26. April. Das Gauamt für 
Kommunalpolitik der NSDAP. Gau Schles 
wig-Holstein veranstaltete in den Tagen vom 
24. bis 26. April in der Kreisschule der N. S. 
D. A. P. für den Kreis Stormarn in Bad Ol 
desloe einen Wochenendschulungskursus, an 
dem etwa 25 Kreisamtsleiter und Gäste aus 
dem Gau Schleswig-Holstein teilnahmen. Un 
ter den Anwesenden bemerkte man u. a. den 
Gauamtsleiter für Beamte, Bürgermeister 
Backhaus-Pinneberg, Bürgermeister Dr. Men- 
cl-Kiel sowie den Gauamtsleiter Bürgermei 
ster von Baselli-Schleswig. 
Bei dieser Schulungstagung handelte es sich 
um die erste dieser Art, die vom Gauamt 
Schleswig-Holstein durchgeführt wurde und 
auf der eine Reihe von Fachvorträgen gehal 
ten wurden, die insbesondere das vielseitige 
Gebiet der Kommunalpolitik berührten. 
Staats- und verwaltungsrechtliche Betrachtun 
gen sowie weltanschauliche Probleme des Na 
tionalsozialismus wurden von den einzelnen 
Referenten behandelt, woran sich rege Ans 
prachen anschlossen. Diese Schulungstagung, 
auf der auch die körperliche Ertüchtigung be 
handelt wurde, verfolgte weiter den Zweck, die 
Kreisamtsleiter der verschiedenen Gemeinden 
im Nahmen des Gemeinschaftslebens einander 
nahe zu bringen und die kameradschaftliche 
Verbundenheit zu vertiefen. 
Am Sonntag, dem Schlußtag, machte am 
Vormittag Landes-Gefolgschaftswart Diercks- 
Kiel bemerkenswerte Ausführungen über die 
Landarbeiterfrage, während sich Pg. Bischofs 
von der Gauführerschule Bordesholm über die 
Entwicklung des Judentums in Deutschland 
verbreitete. Im Mittelpunkt des letzten Tages 
land ein Vortrag des Hauptstellenleiters Dr. 
Müller-München von der Reichsleitung des 
Hauptamtes für Kommunalpolitik. Der Red 
ner gab den Kursusteilnehmern im Verlaufe 
eines Vortrages in großen Zügen einen um- 
assenden Ueberblick über das Verhältnis der 
Gemeindeverwaltungen zum Staat und zur 
Partei. 
x. Neumünster, 27. April. Bedeutsamer 
Zusammenschluß zweier Großvereine. In 
dem Vereins- und Sportleben Neumünsters 
wird sich in diesen Tagen die Auflösung und 
Zusammenschließung zweier Vereine vollzie 
hen, die seit ihrem Bestehen für Neumünster 
eine große Bedeutung gehabt haben. Die 
Vereinsleitungen des Männerturnvereins v. 
1859 und des Sportclubs Olympia von 1909 
laben, dem Beispiel in anderen Großstädten 
'olgend, beschlossen, beide Vereine zu einem 
Großverein zusammenzuschmelzen. Es steht 
nur noch der Beschluß der Mitglieder beider 
Vereine aus, ehe der neue Verein zur Tat 
ache wird. Allseitig wird der Entschluß der 
Vereinsleitungen freudig begrübt. Es dürfte 
daraus ein Vereinskörper, der über 2000 
Mitglieder zählen wird, entstehen, der zu be 
achtlichen Leistungen fähig sein wird und sich 
in der Provinz und darüber hinaus im sport 
lichen und turnerischen Leben eine führende 
Stellung verschaffen dürfte. 
Aus dem Ģedddssaat 
Das schleswig-holsteinische Sondergericht 
in Kiel. 
Kiel, 27. April. Das Sondergericht Altona 
verhandelte am Freitag gegen den Kieler Stu 
dienrat Julius Langen wegen Vergehens 
gegen § 2 Abs. 2 des Heimtückegesetzes vom 
20. Dezember 1934. Nach zehnstündiger Ver 
handlung verkündete das Gericht folgendes 
Urteil: 
Der Angeklagte wird an Stelle einer an sich 
verwirkten Gefängnisstrafe von zwei Mona 
ten zu einer Geldstrafe von 1000 Mark verur 
teilt. Dafür gelten 100 Mark durch die erlit 
tene Schutzhaft als verbüßt. 
Die Anklage gegen Studienrat Langen, der 
den Geschichtsunterricht in der Oberprima des 
Hinüenburg-Oberlyzeums erteilte, stützte sich 
auf die Aufzeichnungen einer Schülerin, die sich 
durch Aeußerungen von L. und die Art seines 
Unterrichts in ihrer politischen Anschauung 
verletzt fühlte. 
In der Urteilsbegründung heißt es: Das 
Sondergericht führe einen Abwehrkampf gegen 
alle Angriffe gegen die Nation. Das Dritte 
Reich stehe heute noch in einem Eroberungs 
feldzug der Herzen, und da sei es eine beson 
dere Aufgabe aller Lehrer, in die Herzen der 
ihnen anvertrauten Schülerinnen die Liebe 
zum Reiche Adolf Hitlers hineinzupflanzen. 
Ein Lehrer, der den Eid auf den Führer gelei 
stet habe und in seiner politischen Anschauung 
durch irgendwelche äußeren Umstände erschüt 
tert sei, habe die Pflicht, wenn er ein aufrich 
tiger Charakter wäre, seinen Dienst zu quittie 
ren. Das Gericht setzt ohne weiteres voraus, 
daß der Angeklagte bis zur Machtübernahme 
eine aktive Haltung für den Nationalsozialis 
mus eingenommen habe. Durch persönliche 
Verärgerung sei seine Begeisterung dann aber 
abgeflaut und, wie durch Zeugenaussagen be 
stätigt wäre, habe sich der Angeklagte in seinem 
Privatleben verschiedentlich abfällig geäußert. 
Private Verbitterung habe sich zwangsweise 
in seinen Dienst übertragen, und so habe er 
seine Schülerinnen nicht immer in dem wün 
schenswerten Sinne beeinflußt. Er habe viel 
mehr Zweifel in die jungen Herzen hineinge 
tragen, und das sei bei einem Lehrer im 
nationalsozialistischen Deutschland untragbar. 
Wenn sich die Mehrzahl der Schülerinnen auch 
hinter den Lehrer gestellt habe, so sei doch nicht 
zu verkennen, daß diese Aussagen zum Teil be 
eindruckt gewesen wären durch die Sympathie 
für Studienrat L. und die Antipathie gegen 
ihre Mitschülerin, die die Aufzeichnungen ge 
macht hatte. Einwandfrei sei festgestellt, daß der 
Angeklagte in einem der angeführten Fülle in 
einen Widerspruch zum nationalsozialistischen 
Denken geraten sei. Er habe somit gegen die 
Pflichten eines nationalsozialistischen Er 
ziehers verstoßen, und das war für das Urteil 
des Gerichts entscheidend. 
Schwere Strafen gegen Sittcnverbrecher. 
eg. Flensburg, 26. April. Die 1. Große 
Strafkammer des Flensburger Landgerichts 
hatte sich in ihrer letzten Sitzung mit drei Per 
sonen zu befassen, die sich sittlich vergangen 
hatten. So hatte sich Karl R. aus Flensburg 
in ganz schwerer Weise an Kindern unter 14 
Jahren vergangen und wurde zu einer Zucht 
hausstrafe von einem Jahr und zwei Monaten 
verurteilt. Die gleiche Strafe erhielt Hans A. 
aus Friedrichstadt, wo der Fall ähnlich lag. 
Etwas mehr Glück hatte der 23 Jahre alte 
Walter I., der sich in Kappeln und Husum 
an jungen Leuten vergangen hatte. Bei ihm 
wendete das Gericht noch den 8 175 alter Fas 
sung an und verurteilte ihn zu einer Gefäng 
nisstrafe von zehn Monaten und ordnete die 
Der Erfinder der Magdeburger Halb.ugeln. 
Zum 260. Todestag des Magdeburger Bür 
germeisters Otto v. Guericke gibt die Deutsche 
Reichspost diese Briefmarke heraus, die in grü 
ner Farbe in Rastertiefdruck hergestellt ist. 
Guericke hat die Grundlagen der Maschinen 
technik gelegt und ist vor allen Dingen bekannt 
geworden durch seine beiden Halbkugeln, die, 
wenn die Luft aus ihnen herauspumpt, vom 
Luftdruck so fest aufeinander gepreßt werden, 
daß sie von vielen Pferden nicht auseinander 
gerissen werden können. 
(Reichspostministerium, K.) 
sofortige Ucberführung in das Untersuchungs 
gefängnis an. Bei einer Verurteilung nach 
der neuen Fassung wäre, dieser junge Mann 
ebenfalls ins Zuchthaus gekommen. 
Das hatte er nicht erwartet. 
eg. Satrup, 26. April. Wegen einfacher Kör 
perverletzung war vom Amtsgericht in Schles 
wig Wilhelm P. aus Ludwigsburg zu einer 
Gefängnisstrafe von einem Monat verurteilt 
worden, weil er nach einem Tanzvergnügen 
den landwirtschaftlichen Verwalter M. aus 
Groß-Rüde mit einem Schlüssel verletzt hatte. 
Die hiergegen eingelegte Berufung führte zu 
dem Ergebnis, daß die Kleine Strafkammer 
des Flensburger Landgerichts nicht einfache, 
sondern gefährliche Körperverletzung als vor 
liegend ansah und erhöhte die Strafe auf zwei 
Monate Gefängnis. Außerdem muß P. an M. 
eine Geldbuße von 60 JlJt zahlen und die nicht 
unerheblichen Kosten der beiden Instanzen 
tragen. Zwei von P. noch mitgebrachte Zeugen, 
die entlastend für ihn aussagen sollten, be 
lasteten ihn noch mehr durch ihre Vernehmung. 
Nerse Micher 
Nachrichtcublatt sür deutsche Vorzeit. Herausgegeben 
von Prof. Dr. Marti» Hahn. Verlag von Curt Kobitzsch, 
Leipzig. 
DaS vorliegende Heft 11 befaßt sich fast ausschließlich 
mit Schleswig-Holstein. G. Schwantes-Kiel legt in 
einem Aufsatz Arbeiten und Zielsetzung des Museums 
vorgeschichtlicher Altertümer in Kiel dar: A. Rust, 
Ahrensburg, schreibt über die Aufsehen erregenden Funde 
in den jungpaläolithischen und frühmesolithischcn Kul 
turschichten aus einem Tunneltale bei Ahrensburg: K. 
Gripp, Reinbek, über erdgeschichtliche Aufschlüsse bei die 
ser Grabung und R. Schütrumpf-Fraukfurt a. M. über 
pollcuanalytische Untersuchungen bei den gleichen Gra 
bungen. E. Menke-Kiel veröffentlicht daS UnterfuchungS- 
ergebnis von einem Muschclhaufen am Windebper Noor, 
F. Fischer-Kiel einen Aufsatz über die ältere römische 
Kaiserzeit in Schleswig-Holstein. Besonderes Interesse 
beanspruchen die Darlegung von H. Jaukuhn-Kiel über 
die Grabungen in Haithabu 1935 und von A. Genrich- 
Kiel über die Grabungen auf der Hellerburg, sowie die 
Untersuchungsergebnisse von Marschsiedlungen, die 
Haarnagel-Kiel veröffentlicht. 
Die Wetteraussichten sür Dienstag, den 28. Apr 
1836, in Nordwcstdeutschiand: Mäßige bis frisst 
westliche bis nordwestliche Winde, wechselnde B, 
wvlknng, gelegentlich Schauer, wieder kühler. 
KASSÜlSNS Etaltes®!! vielen Krankheiten 
■" — wie Herzmuskel- und 
Nierenentzündungen, Eelenkrheumatismususro., läßtsich ostschwer 
die Ursache feststellen. Nur durch Zufall stellt sich dann häufig heraus, 
daß die Zahne der eigentliche Krankheitsherd sind. Kranke Zähne 
vergiften nämlich den Körper, sobald durch sie Krankheitserreger in 
den ^>!uure>slauf gelangen. Beweist dies nicht, wie gefährlich es ist, 
wenn man die Pflege der Zähne vernachlässigt? Jeden Abend und 
MorgenChlorodont-dassolltedeshalbfürallezurSelbstverständ. 
Ilchreit werden! Zu Chlorodontdarf man getrost Vertrauen haben.
	        
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