Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Schleswig-Holsteinischer Wirtschaftsdienst 
Dîs Schlesrmg-OoLsteirrischen 
Aktienbanken im Zahre 1V3Z 
Nachdem die Westholsteinische Bank bereits 
vor einiger Zeit ihren Geschäftsbericht für 
1935 hat erscheinen lassen, liegen nunmehr auch 
die Jahresabschlüsse der beiden anderen heimi 
schen Banken, der Schleswig-Holsteinischen 
Bank und der Schleibank vor. 
Die Ergebnisse sind erfreuliche und lassen 
erkennen, daß ein für das Wirtschaftsgebiet 
Schleswig-Holstein beachtliches Kapital von 
diesen drei Regionalbanken verwaltet wird. 
Die Bilanzsummen sind von 95,4 Mill. RM. 
Ende 1934 ans 102,4 Mill. RM., also um 7,4 
Mill. RM. gestiegen. Die Zunahme ist weit 
überwiegend, und zwar mit 6,5 Mill. NM., 
den anvertrauten festen Geldern zugute ge 
kommen. Das bedeutet eine Steigerung von 
11,7%, ein Satz, der den Durchschnitt des allge 
meinen Zuwachses überragt, für die zuneh 
mende Kapitalbilöung im Arbeitsbereich die 
ser Banken und Leren Wertschätzung spricht. 
Das auf Grund des Reichsgesetzes über das 
Kreditwesen zur Verwendung gekommene 
neue Formblatt für die Bilanzaufstellung er 
schwert Einzelvergleiche mit den Zahlen des 
Vorjahres, gewährt aber andererseits einen 
sehr genauen Einblick in die verschiedenen 
Geschäftszweige der Institute. 
Bei den festen Geldern waren erstmalig die 
Spareinlagen getrennt von den Banköepositen 
auszuweisen, ebenso haben die Liguiditäts- 
werte, Kasse, Reichsbank- und Postscheckgut 
haben, sowie Wechsel, Wertpapiere und Nostro- 
guthaben eine neue Ordnung erfahren, alles 
Vorschriften, die der Bilanzklarheit, der Zah 
lungsbereitschaft der Banken und der Sicher 
heit der Einleger dienen. 
In den Bilanzposten der drei in Frage 
stehenden Banken spiegeln sich die Auswirkun 
gen dieser Bestimmungen deutlich wider. 
Zusammengefaßt betragen die fremden Mit 
tel rund 91 Mill. RM. und die eigenen Mittel 
rund 11 Mill. RM., davon sind angelegt als 
Barreserve 3,2 Mill. RM., in Wechseln 25,2, in 
Wertpapieren 6,8, in Debitoren und langfristi 
gen Ausleihungen 66,6, in kurzfristigen Forde 
rungen gegen Kreditanstalten und Warenlom 
bards 6,2 und in Grundstücken und sonstigen 
Aktiven 5,1 Mill. RM. 
Die Gesamtliquidität ist von 33% auf 40% 
gestiegen, die Barreserve ist um 0,3 Mill. RM., 
der Bestand an Wechseln und Wertpapieren 
um 8,8 bzw. 4,4 Mill. RM. erhöht. Unter den 
letzteren befinden sich 4,2 Mill. RM. Reichs 
schatzanweisungen und Anleihen des Reiches 
und der Länder, ein sichtbarer Einsatz für die 
Mitwirkung der drei Banken an den Finanz 
aufgaben des Reiches. Ueber die Bnchdebitoren 
und Wechsel sind der schleswig-holsteinischen 
Wirtschaft insgesamt 4,3 Mill. RM. neue Kre 
dite direkt zugeführt worden. 
Darüber, wie sich die Kredite nach Größe und 
Berufsgruppen verteilen, enthalten die Be 
richte leider nur recht unvollkommene Anga 
ben. Während die Schleswig-Holsteinische 
Bank und die Schleibank keine Aufgliederung 
nach der Größe vornehmen, gibt die Westhol 
steinische Bank keinerlei Aufschluß. Es wäre 
zur Beurteilung der Risikoverteilung und zur 
Feststellung der Kreditnehmerkreise sehr er 
wünscht, wenn künftig nach einheitlichen Ge 
sichtspunkten eine Aufteilung erfolgen würde. 
Die aufgenommenen Gelder (Nostrover- 
Hamburger Börse 
Amtliche Notierung in für 100 &-M, Nennwert 
«Ohne Gemhäri 
25. 4. 24. 4. Industr.-Att. 25.4. 24 4 
Bansen 
Rerchsvani 
LD.-BanI 
Lresdn Bon! 
Beretnsdanļ 
Westy. «ant 
Schi.-H. Bank 
«er>ehi»-Ätt. 
pdg. Hochbahn 
Ltsch.-Ostofrika 
Vavag 
pdg.-Slldamer 
■liotbS. Lloyd 
lltoetau-ümie 
184 50 184 50 
88 00 88 00 
88 50 89.00 
110 00 110 OÜ 
121.00 12100 
70.50 69 50 
90 25 
35 00 
15 50 
28.00 
16 75 
34.00 
90 00 
35.00 
15.00 
28.00 
15.75 
34 00 
ÄUg. L1..G. 
«reitend. Lew 
Slbschl.-Be. 
Holsten-Bi. 
Harp. «gd..E> 
Lchuckerl.EI, 
Älsen-Lem. 
Siemens 
HSW. 
Deutsche Erdöl 
IG.-garden 
«eubesttz 
-Mtbesiz 
36 87 
160.50 
144.00 
10550 
125.50 
139 75 
185 00 
139.50 
120.00 
160 00 
19 25 
108 50 
36 75 
15900 
142.50 
105 °50 
125.00 
139 50 
185.00 
139.00 
120.00 
165 50 
19 25 
108.00 
Amtliche Währungskurse. 
1 Pfund Sterling .<•<••• 
1 Dollar .«,»,«»« 
ton dan. Kr , , . 
wo iranz. Frank. 
Peiela 
Lira ..■•«•*«»*• 
lObne Gewähr!) Geldkurs 
Metall. Elektrolytkupser per 100 Kg. 
orompt cif Hba. od. Brem. Rotterd. 
25. 4. 24. 4. 
12.275 >2.275 
2.487 2.488 
54.82 
16.37 
33 93 
19 60 
54.82 
16.375 
33 93 
19 60 
25 4 24. 4. 
53.25 53 00 
Kieler Ferkelmarkt vom 23. April 
Auftrieb: 65. Handel mäßig. Es wurden gezahlt 
pro Stück 14—25 MJi und darüber, Läuferschweine 
pro Yi Kg. 0,68—0,78 JiYl. 
Kieler Rauhfutter vom 28. April 
Kleeheu 3,80, Wiesenheu 2,40, Preßstroh 0,90, Spei 
sekartoffeln, gelbe Sorten, runde, 6,05—3,25 
Getreide ab Holstein, Kartoffeln frei Kiel per 60 Kg. 
Jtzehoer Ferkelmarkt vom 27. April 
Preise: 1. 78—84, 2. 74—78, 3. 68—74, 4. 50—68. 
Handel schleppend, wegen Ausfuhrverbotes Markt 
nicht gerchmu. 
pflichtungen) und sonstigen Passiven sind um 
1,2 Mill. RM. vermehrt, während die täglichen 
Gelder mit rund 26 Mill. RM. fast unver 
ändert geblieben sind. Das Verhältnis der 
letzteren zu den Depositen und Spareinlagen 
liegt mit 4 zu 10 sehr viel günstiger als bei 
Banken benachbarter Landesteile. Die Gesamt 
verpflichtungen der drei Institute abzüglich 
der liquiden Mittel gemäß § 11 des Reichs 
gesetzes über das Kreditwesen kommen mit dem 
6% fachen des haftenden Eigenkapitals den Be 
stimmungen dieses Gesetzes ziemlich nahe. 
In der Gesamtsumme der Grundstücke und 
den sonstigen Aktiven ist nur eine geringe 
Verschiebung eingetreten. 
Bei der Betrachtung der Erträgnisrechnun 
gen der drei Institute kann zusammenfassend 
gesagt werden, daß die erzielten Gewinne 
prozentual zu den Bilanzsummen nur ganz 
geringe Unterschiede aufweisen, werden sie 
aber in ein Verhältnis zu den fremden Gel 
dern oder den eigenen Mitteln oder lediglich 
zu dem Aktienkapital gebracht, so ergeben sich 
recht interessante Differenzen. 
Es betragen die reinen Ueberschüsse (ohne 
Gewinnvortrag) bei der Westholsteinischen 
Bank 202 000,— RM., der Schleswig-Holsteini 
schen Bank 166 000,— RM., bei der Schleibank 
30 000,— RM., das bedeutet in Prozenten: 
zu den fremden Geldern bei W. B. 0,41, bei 
SHB. 0,5, bei Schl. B. 0,54, 
zum Aktienkapital bei W. B. 8, bei SHB. 4, 
bei Schl. B. 3,76%. 
Eine Gewinnverteilung hat lediglich die 
Westholsteinische Bank, und zwar mit 7% Divi 
dende, vorgenommen, während die anderen 
beiden Banken ihren Generalversammlungen 
vorschlagen, die Gewinne zur inneren Stär 
kung nochmals den Reserven zuzuführen. 
Die abermalige Dividendenlosigkeit der 
Schleswig-Holsteinischen Bank und der Schlei 
bank werden viele Aktionäre recht schmerzlich 
empfinden, indessen werden sie der Begrün 
dung der Verwaltungen sich nicht verschließen 
können, zumal die zurückgestellten Mittel den 
Aktionären ja verbleiben und eine künftige 
Dividendenzahlung nunmehr in sicherer Aus 
sicht zu stehen scheint. 
Erfreulich ist, daß sowohl die Schleswig- 
Holsteinische Bank wie die Schleibank ihre Un- 
kostcnquoten (Verhältnis der gesamten Un 
kosten zu den Bilanzsummen) erheblich haben 
herabdrücken können und damit dem der West 
holsteinischen Bank eigenen, recht niedrigen 
Satz näher kommen. 
Der Verlauf des Jahres 1935 hat gezeigt, 
daß die schleswig-holsteinische Wirtschaft an 
ihren Regionalbanken eine kräftige und ziel 
bewußte Stütze hat, die in ihrer gesteigerten 
Leistungsfähigkeit dem Allgemeinwohl wie 
dem privaten Unternehmertum gleich wertvolle 
Dienste gewähren kann. 
TLgliche Arbeitszeit 7,85 Stunden 
Ergebnis der Jndustrieberichterstattung im Monat März. 
Nach der Jndustrieberichterstattung hat die Zahl 
der beschäftigten Arbeiter von 63,3 Proz. der Arbei- 
terkapazität im Februar auf 65,4 Proz. im März zu 
genommen, die Zahl der geleisteten Arbeiterstunden 
von 58,2 Proz. auf 61,0 Proz. der Arbeiterstunden- 
kapazitüt. Die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit 
hat sich ebenfalls von 7,44 aus 7,55 Stunden erhöht. 
In der Bauindustrie hat die Zahl der beschäftigten 
Arbeiter um 13 Proz. der Höchstbeschäftigung zuge 
nommen. In den Baustoffindustrien haben die Ze- 
mentinüustrie, die Gipsindustrie und die Herstel 
lung von Mauerziegeln, Dachpappe und Wandplat 
ten das Arbeitsvolumen stärker als im Februar 
ausdehnen können. Außerdem hat die Zahl der Ar 
beiterstunden in der Steinzeugindustrie, in der Her 
stellung von feuerfesten Erzeugnissen und Dachzie 
geln nach dem winterlichen Rückgang erstmalig wie 
der zugenommen. In anderen mit der Bauwirtschaft 
verflochtenen Industrien hat die Belebung, zum 
Teil ebenfalls verstärkt, angehalten, nämlich in den 
Sägewerken, den Sperrholzfabriken, in der Holz- 
bauindustrie und der Parkettinbustrie. Im Fahr 
zeugbau hat sich die Beschäftigung unter dem Ein 
fluß des Frühjahrs weiter gebessert: in der Kraft 
wagenindustrie, im Waggonbau und in der Herstel 
lung von Teilen für den Waggon- und Autobau 
war die Zunahme größer als im Februar. 
Nach vorübergehendem Rückschlag ist die Be 
schäftigung in einigen Jnvestitionsindustrien wie 
der gestiegen: so in der Großeisenindustrie, in den 
Tempergießereien, in der Herstellung von Stark 
stromapparaten und in der Feinmechanik. Das 
gleiche gilt für Zweige der Eisen- und Stahlwaren 
industrie, für die Papiererzeugung, die Herstellung 
von Teleplongeräten und für einige Zweige der 
chemischen Industrie. In anderen Produktionsgüter- 
industrieu hat das Arbeitsvolumen im März weiter 
zugenommen, vor allem im Maschinenbau, in der 
Kabelinöustrie, in der Ledererzeugung und in der 
Optik: in einigen Zweigen, wie z. B. in der Her 
stellung von elektrischen Maschinen und in den 
Stahlformgießereien, war die Zunahme stärker als 
im Vormonat. 
Im Dampfkesselbau, in den NE.-Metallhütten 
und -Walzwerken ist demgegenüber die Tätigkeit 
leicht eingeschränkt worden. In den Verbrauchs- 
gliterindustrien hat sich der bereits im Februar kräf 
tige Frühjahrsaufschwung ungeschwächt fortgesetzt. 
So hat die Zunahme zunächst in der Textilindustrie 
angehalten: in den Zwirnereien und Vigognespin- 
nereien und in den Baumwoll-, Teppich-, Möbel 
stoff- und Leinenwebereien ist die Belebung kräf 
tiger als im Februar gewesen. Darüber hinaus ist 
die Tätigkeit in der Samtindustrie, in den Kamm 
garn- und in den Leinenspinnercien — in diesem 
Jahre erstmalig — wieder erhöht worden. 
Auch in allen Zweigen der Bekleidungsindustrie 
hat die Zahl der geleisteten Arbeiterstunden weiter 
zugenommen, namentlich in der Herren- und Da 
menkonfektion und in der Herstellung von Leder 
schuhen. Ebenso hat sich die Beschäftigung in den 
Industriezweigen weiter gehoben, die Hausrat und 
sonstige Gegenstände für den Wohnbedarf erzeugen. 
Hier sind die Herstellung von Küchengeräten, Be 
leuchtungskörpern, Alpakabestellen, Blech- und Lak- 
kierwaren und Stahlmöbeln zu nennen, ferner die 
Möbelindustrie, die Porzellaninöustrie und die 
Hohlglasindustrie. 
In der Rundfunkindustrie hat jedoch der Rück 
gang der Beschäftigung auch im März noch ange 
halten. Schließlich hat sich die Beschäftigung in eini 
gen Nahrungs- und Genußmittelindustrien wieder 
gehoben, so in den Getreide- und Oelmühlen, in 
den Fleischwaren-, Margarine- und Brotfabriken 
und in den Brauereien. Dagegen hat das Arbeits 
volumen in den Zuckerraffinerien wie in den Stär 
kefabriken nnd in der Fischindustrie aus jahreszeit 
lichen Gründen abgenommen. 
Die Einheitsbedingungen der deutschen 
Textilindustrie 
haben auf Grund von Vereinbarungen der betei 
ligten Lieferantenverbände einerseits und des 
ReichSverbandes der deutschen Bekleidungsindustrie, 
des Reichsverbandes des Textilgroß- und Export 
handels, des Reichsbundes des Textileinzelhandels, 
des Reichsverbandes der Mittel- und Großbetriebe 
des deutschen Einzelhandels und des Reichsverban- 
öes des deutschen Tuchgroßhandels andererseits eine 
neue Fassung (vom 2. April) erhalten. Auf sämt 
liche Abschlüsse, die ab 27. April 1936 gemacht wer 
den, finden die Einheitsbedingungen der deutschen 
Textilindustrie in der neuen Fassung Anwendung, 
während für die laufenden Abschlüsse, für die die 
bisherigen Bestimmungen der Einheitsbedingungen 
vereinbart sind, diese in Geltung bleiben. 
Beschleunigte Flurbereinigung 
erstrebt ein Erlaß über die Ausführung des Ge 
setzes zur Beschleunigung der Umlegung. Die Be 
hörden sollen bestrebt sein, die Möglichkeiten zur 
Vereinfachung des Verfahrens voll auszunutzen, 
um den wirtschaftlichen Erfolg der Umlegung in 
kürzester Frist herbeizuführen. Die Ausführungs 
bestimmungen bringen eine wesentliche Vereinfa 
chung der bisherigen Vorschriften über Ladungen 
und sonstige Mitteilungen, so über die Stellung von 
Vertretern bei den Umlegungsverhandlungen. Die 
Vorschriften über Schätzungs- und Planbeschwerden 
sowie über die Aufstellung des AuSeinanderset- 
zungsplanes und die Grundbuchberichtigung wer 
den ebenfalls vereinfacht. Besondere Bedeutung 
dürfte den Bestimmungen über den vorzeitigen 
Ausbau von Folgeeinrichtungen und die vorüber 
gehende Landentziehung zukommen. Hierbei wird 
gesagt, daß gewisse wirtschaftliche Störungen vor 
übergehend jeden Beteiligten treffen «erden, dessen 
Grundstück für den Vorausbau — grundsätzlich 
ohne Entschädigung — in Anspruch genommen wird. 
Die für einen etwa erforderlichen Landausgleich 
benötigte Fläche ist aus dem Besitz von wirtschaft 
lich stärker Beteiligten zu entnehmen. Weiter wird 
verfügt, daß die Entschädigungen im Regelfall von 
der beteiligten Gesamtheit getragen werden müssen. 
Einheitliches Berdingungsrvefen 
Auf dem Gebiete des Verdingungswesens war 
von der Wirtschaft die Vielheit der Vorschriften — 
jede Reichs-, Landes- nnd Gemeindeverwaltung 
hatte früher ihre eigenen Vorschriften — stets als 
eine unnötige Belastung empfunden worden. Wäh 
rend für die Vergebung und Ausführung von Bau 
leistungen schon 1926 durch die Verdingungsordnung 
für Bauleistungen lVOV.) und für die Ausführung 
der übrigen Leistungen durch die „Allgemeinen Be 
dingungen für die Ausführung von Leistungen 
(ausgenommen Bauleistungen)" im September 1932 
einheitliche Vorschriften eingeführt wurden, stand 
eine gleiche Regelung für die Vergebung von Lei 
stungen (ausgenommen Vauleistungen) aus. Der 
Reichsminister der Finanzen hat nunmehr auch 
hierfür neue Vorschriften geschaffen. 
Stenersreiheit für Sonderz««endnngen am 1. Mai 
Soweit Sonderzuwendungen am 1. Mai 1036 in 
Sachleistungen, z. B. Beköstigung, bestehen, ergibt 
sich die Einkommen- und Lohnsteuerfreiheit schon 
aus früheren Anordnungen des Reichsministers der 
Finanzen. Wegen der besonderen Bedeutung des 
1. Mai als Tag der nationalen Arbeit hat der 
Reichsfinanzminister außerdem entschieden, daß auch 
Geldzuwendungen zu diesem Tag einkommensteuer- 
(lohnsteuer-)frei bleiben dürfen, wenn sie 3 JUt 
nicht übersteigen. 
Gemeinfehaftsheime für wandernde 
Gesellen 
120 Berliner Handwerksgesellen zogen am Sonn- 
tag auf Wanderschaft. Nachdem Reichshandwerks 
meister W. G. Schmidt an die scheidenden Wander 
gesellen Abschicdsworte gerichtet hatte, ergriff Dr. 
Ley das Wort zu einer Ansprache, in der er an 
kündigte, daß in absehbarer Zeit den wandernden 
Gesellen in den deutschen Gauen Gemeinschafts 
heime zur Verfügung stehen werden, in denen sie 
Erholung und weltanschauliche Betreuung durch die 
Deutsche Arbeitsfront finden. Dr. Ley wandte sich 
dagegen, das Handwerk in katholische und evange 
lische Menschen einzuteilen. Das Handwerk teile 
sich ganz einfach in die, die etwas leisteten, und in 
die, die nichts leisteten. Als Spende der Berliner 
Fleischer, Bäcker und Konditoren wurde den schei 
denden Gesellen hier noch eine nicht knapp bemes 
sene Wegzehrung gereicht, die den Bedarf fürs erste 
immerhin decken wird. 
Ausbildungswefen im Molkereifach 
wird geregelt 
Die erste Deutsche Milchwirtschaftliche Woche, die 
in Breslau stattfand, ist beendet. Ministerialrat Dr. 
Gebhard sprach über die neuen gesetzgeberischen 
Maßnahmen in der Milchwirtschaft, die in der jüng 
sten Verordnung über den Zusammenschluß der 
deutschen Milchwirtschaft ihre Krönung gefunden 
haben. Zwar bringen diese Verordnungen im gan 
zen gesehen keine Neuerung in der milchwirtschast- 
lichen Marktordnung, aber immerhin eine Umge 
staltung und Modernisierung der bisherigen Orga 
nisation auf Grund der inzwischen gewonnenen Er 
fahrungen. Vor allen Dingen bringe die Verord 
nung eine Vereinfachung der Organisation: an 
Stelle der bisherigen 88 mtlchivirtschaftlichen Zu 
sammenschlüsse gebe es in Zukunft deren nur noch 20. 
Ministerialdirektor Dr. Gebhard teilte ferner mit, 
daß auch eine Verordnung über das Ausbildnngs- 
wesen im Molkereifach fertiggestellt sei. In dieser 
Verordnung werde dem Reichsnährstand die Er 
mächtigung erteilt werden, das Ausbildungswefen 
zu regeln. Von einem bestimmten Zeitpunkt an 
werde die verantwortliche technische Leitung von 
Molkereien nur noch bei Personen liegen können, 
die die vorgeschriebene Fachausbildung nachweisen 
können. Schließlich kündigte der Redner noch die 
Schaffung eines Reichsbeirates für das milchwirt 
schaftliche Lehrwesen als Beratnngsstelle für den 
Reichsnährstand in milchwirtschaftlichen Fragen an. 
Der Rcichsbernfswettkampf 
begann am Sonnabend. Zugleich findet in der Han 
delshochschule zu Königsberg eine „Schulungsta 
gung für die soziale Jugendarbeit" statt. Der Prä 
sident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung, Dr. 
Syrup, eröffnete die Reihe der Fachvorträge mit 
einer Betrachtung über die Arbeitseinsatzlage. 
Preise für Speisezwiebeln 
Sämtliche Preisüberwachnngsstellen werden er 
sucht, im Nahmen ihrer Befugnisse und im Zusam 
menwirken mit den zuständigen Gartenbauwirt 
schaftsverbünden für die Einhaltung der vom 
Reichsnährstand festgesetzten Preise für Speise 
zwiebeln Sorge zu tragen. Diese sind durch eine 
Anordnung der HV. der Deutschen Garten- und 
Weinbauwirtschaft vom 27. März 1936 sowohl beim 
Absatz durch den Erzeuger wie für den Kleinver 
kauf festgesetzt worden. 
Die Ferkelmärkte 
in der Woche vom 20 bis 25 April 1936 
Marktplätze 
Gruppe I 
Leck 
Niebüll . . 
Bredstedt 
Flensburg 
Durchschnitt 
.. Vorn». 
73 
Prell e 
in JUt le Stück 
4—I) 6—8 üb. 8 
W. W. W. 
18-20 
18-2, 
18-21' 
20 24 
21 23 
20-23 
Gruppe II 
Husum 
Schleswig 
Rendsburg 
Eckernsördi 
Kiel . , . 
Norļorl . . 
lieumünstel 
Durchschnitt 
„ Vorw. 
Gruppe III 
tzadcmarsch 
Heide . . 
Meldort . 
Itzehoe. . 
Schnellen 
Allono. . 
Wandsbek 
Durchschnitt 
Gruppe IV 
Dramstedt . 
ķķalļeicklrch 
Segeberg . 
Oldesloe. . 
Ratzeburg . 
Mölln . . . 
Schwärzend. 
434 
4*4 
510 
55 
206 
1689 
1707 
300 
iS 20 
18 20 
20 23 
20 22 
1921 
14 18 
22 25 
1 4 24 
17 20 
16-20 
16-18 
16-18 
15 17 
16 18 
20 24 
20 24 
18 20 
18-23 
17- 22 
18- 22 
23 26 
23 26 
22 24 
26 29 
25 
26-28 
24-27 
>0 22 
24 32 
23-32 
22-30 
\.fyf\t Vikg 
«eicht schm. 
67 72 
73-77 
72 76 
76-82 
60 62 
60 75 
66-70 
64 68 
75-78 
-Marklverlaui 
Handel Räumung 
flott 
Mittelmaß 
gut 
mitlelmäß, 
Mittelmaß. 
ruhig 
mäßig 
gut 
geräumt 
geräumt 
geräumt 
s. geräumt 
,1. geräumt 
Mittelmaß 
mitlelmäß. 
flott 
langsam 
mäßig 
geräumt 
geräumt 
geräumt 
n. geräumt 
1264 
1014 
>schnitt I I 
, SJtnjo.i ! 
Durchschnitt | 619 
218 ! 
16-18 
1616 
17 19 
1618 
18-20 
18 22 
18 22 
19 22 
18-22 
20 22 
20 23 
22 30 
22 30 
22 28 
22 26 
23- 25 
24- 27 
ruhig 
rege 
mäßig 
mäßig 
17-19 19 22 22 27 I 
17-làà.2ķii k i 
n. gerät»» 
n. gerarui^ 
n.gerai 
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