Schleswig-Holsteinischer Wirtschaftsdienst
Dîs Schlesrmg-OoLsteirrischen
Aktienbanken im Zahre 1V3Z
Nachdem die Westholsteinische Bank bereits
vor einiger Zeit ihren Geschäftsbericht für
1935 hat erscheinen lassen, liegen nunmehr auch
die Jahresabschlüsse der beiden anderen heimi
schen Banken, der Schleswig-Holsteinischen
Bank und der Schleibank vor.
Die Ergebnisse sind erfreuliche und lassen
erkennen, daß ein für das Wirtschaftsgebiet
Schleswig-Holstein beachtliches Kapital von
diesen drei Regionalbanken verwaltet wird.
Die Bilanzsummen sind von 95,4 Mill. RM.
Ende 1934 ans 102,4 Mill. RM., also um 7,4
Mill. RM. gestiegen. Die Zunahme ist weit
überwiegend, und zwar mit 6,5 Mill. NM.,
den anvertrauten festen Geldern zugute ge
kommen. Das bedeutet eine Steigerung von
11,7%, ein Satz, der den Durchschnitt des allge
meinen Zuwachses überragt, für die zuneh
mende Kapitalbilöung im Arbeitsbereich die
ser Banken und Leren Wertschätzung spricht.
Das auf Grund des Reichsgesetzes über das
Kreditwesen zur Verwendung gekommene
neue Formblatt für die Bilanzaufstellung er
schwert Einzelvergleiche mit den Zahlen des
Vorjahres, gewährt aber andererseits einen
sehr genauen Einblick in die verschiedenen
Geschäftszweige der Institute.
Bei den festen Geldern waren erstmalig die
Spareinlagen getrennt von den Banköepositen
auszuweisen, ebenso haben die Liguiditäts-
werte, Kasse, Reichsbank- und Postscheckgut
haben, sowie Wechsel, Wertpapiere und Nostro-
guthaben eine neue Ordnung erfahren, alles
Vorschriften, die der Bilanzklarheit, der Zah
lungsbereitschaft der Banken und der Sicher
heit der Einleger dienen.
In den Bilanzposten der drei in Frage
stehenden Banken spiegeln sich die Auswirkun
gen dieser Bestimmungen deutlich wider.
Zusammengefaßt betragen die fremden Mit
tel rund 91 Mill. RM. und die eigenen Mittel
rund 11 Mill. RM., davon sind angelegt als
Barreserve 3,2 Mill. RM., in Wechseln 25,2, in
Wertpapieren 6,8, in Debitoren und langfristi
gen Ausleihungen 66,6, in kurzfristigen Forde
rungen gegen Kreditanstalten und Warenlom
bards 6,2 und in Grundstücken und sonstigen
Aktiven 5,1 Mill. RM.
Die Gesamtliquidität ist von 33% auf 40%
gestiegen, die Barreserve ist um 0,3 Mill. RM.,
der Bestand an Wechseln und Wertpapieren
um 8,8 bzw. 4,4 Mill. RM. erhöht. Unter den
letzteren befinden sich 4,2 Mill. RM. Reichs
schatzanweisungen und Anleihen des Reiches
und der Länder, ein sichtbarer Einsatz für die
Mitwirkung der drei Banken an den Finanz
aufgaben des Reiches. Ueber die Bnchdebitoren
und Wechsel sind der schleswig-holsteinischen
Wirtschaft insgesamt 4,3 Mill. RM. neue Kre
dite direkt zugeführt worden.
Darüber, wie sich die Kredite nach Größe und
Berufsgruppen verteilen, enthalten die Be
richte leider nur recht unvollkommene Anga
ben. Während die Schleswig-Holsteinische
Bank und die Schleibank keine Aufgliederung
nach der Größe vornehmen, gibt die Westhol
steinische Bank keinerlei Aufschluß. Es wäre
zur Beurteilung der Risikoverteilung und zur
Feststellung der Kreditnehmerkreise sehr er
wünscht, wenn künftig nach einheitlichen Ge
sichtspunkten eine Aufteilung erfolgen würde.
Die aufgenommenen Gelder (Nostrover-
Hamburger Börse
Amtliche Notierung in für 100 &-M, Nennwert
«Ohne Gemhäri
25. 4. 24. 4. Industr.-Att. 25.4. 24 4
Bansen
Rerchsvani
LD.-BanI
Lresdn Bon!
Beretnsdanļ
Westy. «ant
Schi.-H. Bank
«er>ehi»-Ätt.
pdg. Hochbahn
Ltsch.-Ostofrika
Vavag
pdg.-Slldamer
■liotbS. Lloyd
lltoetau-ümie
184 50 184 50
88 00 88 00
88 50 89.00
110 00 110 OÜ
121.00 12100
70.50 69 50
90 25
35 00
15 50
28.00
16 75
34.00
90 00
35.00
15.00
28.00
15.75
34 00
ÄUg. L1..G.
«reitend. Lew
Slbschl.-Be.
Holsten-Bi.
Harp. «gd..E>
Lchuckerl.EI,
Älsen-Lem.
Siemens
HSW.
Deutsche Erdöl
IG.-garden
«eubesttz
-Mtbesiz
36 87
160.50
144.00
10550
125.50
139 75
185 00
139.50
120.00
160 00
19 25
108 50
36 75
15900
142.50
105 °50
125.00
139 50
185.00
139.00
120.00
165 50
19 25
108.00
Amtliche Währungskurse.
1 Pfund Sterling .<•<•••
1 Dollar .«,»,«»«
ton dan. Kr , , .
wo iranz. Frank.
Peiela
Lira ..■•«•*«»*•
lObne Gewähr!) Geldkurs
Metall. Elektrolytkupser per 100 Kg.
orompt cif Hba. od. Brem. Rotterd.
25. 4. 24. 4.
12.275 >2.275
2.487 2.488
54.82
16.37
33 93
19 60
54.82
16.375
33 93
19 60
25 4 24. 4.
53.25 53 00
Kieler Ferkelmarkt vom 23. April
Auftrieb: 65. Handel mäßig. Es wurden gezahlt
pro Stück 14—25 MJi und darüber, Läuferschweine
pro Yi Kg. 0,68—0,78 JiYl.
Kieler Rauhfutter vom 28. April
Kleeheu 3,80, Wiesenheu 2,40, Preßstroh 0,90, Spei
sekartoffeln, gelbe Sorten, runde, 6,05—3,25
Getreide ab Holstein, Kartoffeln frei Kiel per 60 Kg.
Jtzehoer Ferkelmarkt vom 27. April
Preise: 1. 78—84, 2. 74—78, 3. 68—74, 4. 50—68.
Handel schleppend, wegen Ausfuhrverbotes Markt
nicht gerchmu.
pflichtungen) und sonstigen Passiven sind um
1,2 Mill. RM. vermehrt, während die täglichen
Gelder mit rund 26 Mill. RM. fast unver
ändert geblieben sind. Das Verhältnis der
letzteren zu den Depositen und Spareinlagen
liegt mit 4 zu 10 sehr viel günstiger als bei
Banken benachbarter Landesteile. Die Gesamt
verpflichtungen der drei Institute abzüglich
der liquiden Mittel gemäß § 11 des Reichs
gesetzes über das Kreditwesen kommen mit dem
6% fachen des haftenden Eigenkapitals den Be
stimmungen dieses Gesetzes ziemlich nahe.
In der Gesamtsumme der Grundstücke und
den sonstigen Aktiven ist nur eine geringe
Verschiebung eingetreten.
Bei der Betrachtung der Erträgnisrechnun
gen der drei Institute kann zusammenfassend
gesagt werden, daß die erzielten Gewinne
prozentual zu den Bilanzsummen nur ganz
geringe Unterschiede aufweisen, werden sie
aber in ein Verhältnis zu den fremden Gel
dern oder den eigenen Mitteln oder lediglich
zu dem Aktienkapital gebracht, so ergeben sich
recht interessante Differenzen.
Es betragen die reinen Ueberschüsse (ohne
Gewinnvortrag) bei der Westholsteinischen
Bank 202 000,— RM., der Schleswig-Holsteini
schen Bank 166 000,— RM., bei der Schleibank
30 000,— RM., das bedeutet in Prozenten:
zu den fremden Geldern bei W. B. 0,41, bei
SHB. 0,5, bei Schl. B. 0,54,
zum Aktienkapital bei W. B. 8, bei SHB. 4,
bei Schl. B. 3,76%.
Eine Gewinnverteilung hat lediglich die
Westholsteinische Bank, und zwar mit 7% Divi
dende, vorgenommen, während die anderen
beiden Banken ihren Generalversammlungen
vorschlagen, die Gewinne zur inneren Stär
kung nochmals den Reserven zuzuführen.
Die abermalige Dividendenlosigkeit der
Schleswig-Holsteinischen Bank und der Schlei
bank werden viele Aktionäre recht schmerzlich
empfinden, indessen werden sie der Begrün
dung der Verwaltungen sich nicht verschließen
können, zumal die zurückgestellten Mittel den
Aktionären ja verbleiben und eine künftige
Dividendenzahlung nunmehr in sicherer Aus
sicht zu stehen scheint.
Erfreulich ist, daß sowohl die Schleswig-
Holsteinische Bank wie die Schleibank ihre Un-
kostcnquoten (Verhältnis der gesamten Un
kosten zu den Bilanzsummen) erheblich haben
herabdrücken können und damit dem der West
holsteinischen Bank eigenen, recht niedrigen
Satz näher kommen.
Der Verlauf des Jahres 1935 hat gezeigt,
daß die schleswig-holsteinische Wirtschaft an
ihren Regionalbanken eine kräftige und ziel
bewußte Stütze hat, die in ihrer gesteigerten
Leistungsfähigkeit dem Allgemeinwohl wie
dem privaten Unternehmertum gleich wertvolle
Dienste gewähren kann.
TLgliche Arbeitszeit 7,85 Stunden
Ergebnis der Jndustrieberichterstattung im Monat März.
Nach der Jndustrieberichterstattung hat die Zahl
der beschäftigten Arbeiter von 63,3 Proz. der Arbei-
terkapazität im Februar auf 65,4 Proz. im März zu
genommen, die Zahl der geleisteten Arbeiterstunden
von 58,2 Proz. auf 61,0 Proz. der Arbeiterstunden-
kapazitüt. Die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit
hat sich ebenfalls von 7,44 aus 7,55 Stunden erhöht.
In der Bauindustrie hat die Zahl der beschäftigten
Arbeiter um 13 Proz. der Höchstbeschäftigung zuge
nommen. In den Baustoffindustrien haben die Ze-
mentinüustrie, die Gipsindustrie und die Herstel
lung von Mauerziegeln, Dachpappe und Wandplat
ten das Arbeitsvolumen stärker als im Februar
ausdehnen können. Außerdem hat die Zahl der Ar
beiterstunden in der Steinzeugindustrie, in der Her
stellung von feuerfesten Erzeugnissen und Dachzie
geln nach dem winterlichen Rückgang erstmalig wie
der zugenommen. In anderen mit der Bauwirtschaft
verflochtenen Industrien hat die Belebung, zum
Teil ebenfalls verstärkt, angehalten, nämlich in den
Sägewerken, den Sperrholzfabriken, in der Holz-
bauindustrie und der Parkettinbustrie. Im Fahr
zeugbau hat sich die Beschäftigung unter dem Ein
fluß des Frühjahrs weiter gebessert: in der Kraft
wagenindustrie, im Waggonbau und in der Herstel
lung von Teilen für den Waggon- und Autobau
war die Zunahme größer als im Februar.
Nach vorübergehendem Rückschlag ist die Be
schäftigung in einigen Jnvestitionsindustrien wie
der gestiegen: so in der Großeisenindustrie, in den
Tempergießereien, in der Herstellung von Stark
stromapparaten und in der Feinmechanik. Das
gleiche gilt für Zweige der Eisen- und Stahlwaren
industrie, für die Papiererzeugung, die Herstellung
von Teleplongeräten und für einige Zweige der
chemischen Industrie. In anderen Produktionsgüter-
industrieu hat das Arbeitsvolumen im März weiter
zugenommen, vor allem im Maschinenbau, in der
Kabelinöustrie, in der Ledererzeugung und in der
Optik: in einigen Zweigen, wie z. B. in der Her
stellung von elektrischen Maschinen und in den
Stahlformgießereien, war die Zunahme stärker als
im Vormonat.
Im Dampfkesselbau, in den NE.-Metallhütten
und -Walzwerken ist demgegenüber die Tätigkeit
leicht eingeschränkt worden. In den Verbrauchs-
gliterindustrien hat sich der bereits im Februar kräf
tige Frühjahrsaufschwung ungeschwächt fortgesetzt.
So hat die Zunahme zunächst in der Textilindustrie
angehalten: in den Zwirnereien und Vigognespin-
nereien und in den Baumwoll-, Teppich-, Möbel
stoff- und Leinenwebereien ist die Belebung kräf
tiger als im Februar gewesen. Darüber hinaus ist
die Tätigkeit in der Samtindustrie, in den Kamm
garn- und in den Leinenspinnercien — in diesem
Jahre erstmalig — wieder erhöht worden.
Auch in allen Zweigen der Bekleidungsindustrie
hat die Zahl der geleisteten Arbeiterstunden weiter
zugenommen, namentlich in der Herren- und Da
menkonfektion und in der Herstellung von Leder
schuhen. Ebenso hat sich die Beschäftigung in den
Industriezweigen weiter gehoben, die Hausrat und
sonstige Gegenstände für den Wohnbedarf erzeugen.
Hier sind die Herstellung von Küchengeräten, Be
leuchtungskörpern, Alpakabestellen, Blech- und Lak-
kierwaren und Stahlmöbeln zu nennen, ferner die
Möbelindustrie, die Porzellaninöustrie und die
Hohlglasindustrie.
In der Rundfunkindustrie hat jedoch der Rück
gang der Beschäftigung auch im März noch ange
halten. Schließlich hat sich die Beschäftigung in eini
gen Nahrungs- und Genußmittelindustrien wieder
gehoben, so in den Getreide- und Oelmühlen, in
den Fleischwaren-, Margarine- und Brotfabriken
und in den Brauereien. Dagegen hat das Arbeits
volumen in den Zuckerraffinerien wie in den Stär
kefabriken nnd in der Fischindustrie aus jahreszeit
lichen Gründen abgenommen.
Die Einheitsbedingungen der deutschen
Textilindustrie
haben auf Grund von Vereinbarungen der betei
ligten Lieferantenverbände einerseits und des
ReichSverbandes der deutschen Bekleidungsindustrie,
des Reichsverbandes des Textilgroß- und Export
handels, des Reichsbundes des Textileinzelhandels,
des Reichsverbandes der Mittel- und Großbetriebe
des deutschen Einzelhandels und des Reichsverban-
öes des deutschen Tuchgroßhandels andererseits eine
neue Fassung (vom 2. April) erhalten. Auf sämt
liche Abschlüsse, die ab 27. April 1936 gemacht wer
den, finden die Einheitsbedingungen der deutschen
Textilindustrie in der neuen Fassung Anwendung,
während für die laufenden Abschlüsse, für die die
bisherigen Bestimmungen der Einheitsbedingungen
vereinbart sind, diese in Geltung bleiben.
Beschleunigte Flurbereinigung
erstrebt ein Erlaß über die Ausführung des Ge
setzes zur Beschleunigung der Umlegung. Die Be
hörden sollen bestrebt sein, die Möglichkeiten zur
Vereinfachung des Verfahrens voll auszunutzen,
um den wirtschaftlichen Erfolg der Umlegung in
kürzester Frist herbeizuführen. Die Ausführungs
bestimmungen bringen eine wesentliche Vereinfa
chung der bisherigen Vorschriften über Ladungen
und sonstige Mitteilungen, so über die Stellung von
Vertretern bei den Umlegungsverhandlungen. Die
Vorschriften über Schätzungs- und Planbeschwerden
sowie über die Aufstellung des AuSeinanderset-
zungsplanes und die Grundbuchberichtigung wer
den ebenfalls vereinfacht. Besondere Bedeutung
dürfte den Bestimmungen über den vorzeitigen
Ausbau von Folgeeinrichtungen und die vorüber
gehende Landentziehung zukommen. Hierbei wird
gesagt, daß gewisse wirtschaftliche Störungen vor
übergehend jeden Beteiligten treffen «erden, dessen
Grundstück für den Vorausbau — grundsätzlich
ohne Entschädigung — in Anspruch genommen wird.
Die für einen etwa erforderlichen Landausgleich
benötigte Fläche ist aus dem Besitz von wirtschaft
lich stärker Beteiligten zu entnehmen. Weiter wird
verfügt, daß die Entschädigungen im Regelfall von
der beteiligten Gesamtheit getragen werden müssen.
Einheitliches Berdingungsrvefen
Auf dem Gebiete des Verdingungswesens war
von der Wirtschaft die Vielheit der Vorschriften —
jede Reichs-, Landes- nnd Gemeindeverwaltung
hatte früher ihre eigenen Vorschriften — stets als
eine unnötige Belastung empfunden worden. Wäh
rend für die Vergebung und Ausführung von Bau
leistungen schon 1926 durch die Verdingungsordnung
für Bauleistungen lVOV.) und für die Ausführung
der übrigen Leistungen durch die „Allgemeinen Be
dingungen für die Ausführung von Leistungen
(ausgenommen Bauleistungen)" im September 1932
einheitliche Vorschriften eingeführt wurden, stand
eine gleiche Regelung für die Vergebung von Lei
stungen (ausgenommen Vauleistungen) aus. Der
Reichsminister der Finanzen hat nunmehr auch
hierfür neue Vorschriften geschaffen.
Stenersreiheit für Sonderz««endnngen am 1. Mai
Soweit Sonderzuwendungen am 1. Mai 1036 in
Sachleistungen, z. B. Beköstigung, bestehen, ergibt
sich die Einkommen- und Lohnsteuerfreiheit schon
aus früheren Anordnungen des Reichsministers der
Finanzen. Wegen der besonderen Bedeutung des
1. Mai als Tag der nationalen Arbeit hat der
Reichsfinanzminister außerdem entschieden, daß auch
Geldzuwendungen zu diesem Tag einkommensteuer-
(lohnsteuer-)frei bleiben dürfen, wenn sie 3 JUt
nicht übersteigen.
Gemeinfehaftsheime für wandernde
Gesellen
120 Berliner Handwerksgesellen zogen am Sonn-
tag auf Wanderschaft. Nachdem Reichshandwerks
meister W. G. Schmidt an die scheidenden Wander
gesellen Abschicdsworte gerichtet hatte, ergriff Dr.
Ley das Wort zu einer Ansprache, in der er an
kündigte, daß in absehbarer Zeit den wandernden
Gesellen in den deutschen Gauen Gemeinschafts
heime zur Verfügung stehen werden, in denen sie
Erholung und weltanschauliche Betreuung durch die
Deutsche Arbeitsfront finden. Dr. Ley wandte sich
dagegen, das Handwerk in katholische und evange
lische Menschen einzuteilen. Das Handwerk teile
sich ganz einfach in die, die etwas leisteten, und in
die, die nichts leisteten. Als Spende der Berliner
Fleischer, Bäcker und Konditoren wurde den schei
denden Gesellen hier noch eine nicht knapp bemes
sene Wegzehrung gereicht, die den Bedarf fürs erste
immerhin decken wird.
Ausbildungswefen im Molkereifach
wird geregelt
Die erste Deutsche Milchwirtschaftliche Woche, die
in Breslau stattfand, ist beendet. Ministerialrat Dr.
Gebhard sprach über die neuen gesetzgeberischen
Maßnahmen in der Milchwirtschaft, die in der jüng
sten Verordnung über den Zusammenschluß der
deutschen Milchwirtschaft ihre Krönung gefunden
haben. Zwar bringen diese Verordnungen im gan
zen gesehen keine Neuerung in der milchwirtschast-
lichen Marktordnung, aber immerhin eine Umge
staltung und Modernisierung der bisherigen Orga
nisation auf Grund der inzwischen gewonnenen Er
fahrungen. Vor allen Dingen bringe die Verord
nung eine Vereinfachung der Organisation: an
Stelle der bisherigen 88 mtlchivirtschaftlichen Zu
sammenschlüsse gebe es in Zukunft deren nur noch 20.
Ministerialdirektor Dr. Gebhard teilte ferner mit,
daß auch eine Verordnung über das Ausbildnngs-
wesen im Molkereifach fertiggestellt sei. In dieser
Verordnung werde dem Reichsnährstand die Er
mächtigung erteilt werden, das Ausbildungswefen
zu regeln. Von einem bestimmten Zeitpunkt an
werde die verantwortliche technische Leitung von
Molkereien nur noch bei Personen liegen können,
die die vorgeschriebene Fachausbildung nachweisen
können. Schließlich kündigte der Redner noch die
Schaffung eines Reichsbeirates für das milchwirt
schaftliche Lehrwesen als Beratnngsstelle für den
Reichsnährstand in milchwirtschaftlichen Fragen an.
Der Rcichsbernfswettkampf
begann am Sonnabend. Zugleich findet in der Han
delshochschule zu Königsberg eine „Schulungsta
gung für die soziale Jugendarbeit" statt. Der Prä
sident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung, Dr.
Syrup, eröffnete die Reihe der Fachvorträge mit
einer Betrachtung über die Arbeitseinsatzlage.
Preise für Speisezwiebeln
Sämtliche Preisüberwachnngsstellen werden er
sucht, im Nahmen ihrer Befugnisse und im Zusam
menwirken mit den zuständigen Gartenbauwirt
schaftsverbünden für die Einhaltung der vom
Reichsnährstand festgesetzten Preise für Speise
zwiebeln Sorge zu tragen. Diese sind durch eine
Anordnung der HV. der Deutschen Garten- und
Weinbauwirtschaft vom 27. März 1936 sowohl beim
Absatz durch den Erzeuger wie für den Kleinver
kauf festgesetzt worden.
Die Ferkelmärkte
in der Woche vom 20 bis 25 April 1936
Marktplätze
Gruppe I
Leck
Niebüll . .
Bredstedt
Flensburg
Durchschnitt
.. Vorn».
73
Prell e
in JUt le Stück
4—I) 6—8 üb. 8
W. W. W.
18-20
18-2,
18-21'
20 24
21 23
20-23
Gruppe II
Husum
Schleswig
Rendsburg
Eckernsördi
Kiel . , .
Norļorl . .
lieumünstel
Durchschnitt
„ Vorw.
Gruppe III
tzadcmarsch
Heide . .
Meldort .
Itzehoe. .
Schnellen
Allono. .
Wandsbek
Durchschnitt
Gruppe IV
Dramstedt .
ķķalļeicklrch
Segeberg .
Oldesloe. .
Ratzeburg .
Mölln . . .
Schwärzend.
434
4*4
510
55
206
1689
1707
300
iS 20
18 20
20 23
20 22
1921
14 18
22 25
1 4 24
17 20
16-20
16-18
16-18
15 17
16 18
20 24
20 24
18 20
18-23
17- 22
18- 22
23 26
23 26
22 24
26 29
25
26-28
24-27
>0 22
24 32
23-32
22-30
\.fyf\t Vikg
«eicht schm.
67 72
73-77
72 76
76-82
60 62
60 75
66-70
64 68
75-78
-Marklverlaui
Handel Räumung
flott
Mittelmaß
gut
mitlelmäß,
Mittelmaß.
ruhig
mäßig
gut
geräumt
geräumt
geräumt
s. geräumt
,1. geräumt
Mittelmaß
mitlelmäß.
flott
langsam
mäßig
geräumt
geräumt
geräumt
n. geräumt
1264
1014
>schnitt I I
, SJtnjo.i !
Durchschnitt | 619
218 !
16-18
1616
17 19
1618
18-20
18 22
18 22
19 22
18-22
20 22
20 23
22 30
22 30
22 28
22 26
23- 25
24- 27
ruhig
rege
mäßig
mäßig
17-19 19 22 22 27 I
17-làà.2ķii k i
n. gerät»»
n. gerarui^
n.gerai
nut»!