C.uHöerung nicht schuldig geblieben. Wo hät
ten sie ihr Getreide lagern sollen? Der nächste
Silo ist 80 Kilometer entfernt. Tja, meinte
der arme Kandidat, da müsse man eben schleu
nigst Abhilfe schaffen und für jeden Kanton
einen Silo errichten.
Als Gesamtergebnis verzeichnet der Bericht
erstatter des „Matin" eine noch nie dagewesene
Gleichgültigkeit auf dem flachen Lande gegen
das ganze Wahlgetriebe der Parteien. In Pa
ris sähe man wenigstens noch Wahlplakate, die
meisten Kandidaten auf dem Lande sparten
sich diese Ausgabe aber mit Recht, denn es läse
diese Maueranschläge samt ihren Versprechun
gen doch kein Mensch. Eine Ausnahme machten
nur die Kommunisten, die sehr verschwende
risch mit Wahlplakaten umgehen. Aber, so
schließt Luzanne seine Beobachtung, die können
sich das auch leisten, denn das wird alles vom
Komintern in Moskau bezahlt.
* * *
Minister Rossini lernļ Lie MF. kennen.
DNB. Berlin, 28. April. Betriebsführer
und Gefolgschaft einer Berliner Firma hatten
am Dienstagmorgen um 7 Uhr auf ihrem Be
triebsappell einen unerwarteten Besuch: Es
erschienen Reichsleiter Dr. Ley, der italienische
Minister Rossini und Generalkonsul Scarpa.
Der Betriebsführer begrüßte die Gäste und
stellte dann fest, daß seit der Machtübernahme
sein Betrieb die Gefolgschaft um das Fünf
fache steigern konnte und daß heute auch der
Betriebsführer wieder in der Lage sei, für
soziale Zwecke Mittel zur Verfügung zu stel
len; so habe er 25 Mitgliedern seiner Gefolg
schaft kostenlos Wohnungen erbaut.
Dr. Ley dankte dem Betrieüsführer für seine
soziale Tat. Er wandte sich an die Schaffen
den, zeigte ihnen die Erfolge der national
sozialistischen Führung auf und erinnerte an
die großen außenpolitischen Erfolge und an die
Wiederherstellung der deutschen Wehrmacht.
Anschließend verweilte Minister Rossini län
gere Zeit bei der Reichsbetriebsgemeinschaft
Verkehr und öffentliche Betriebe, wo ihm der
Stabsleiter der NSBO., Dr. Hupfauer, und
Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Körner den
Aufbau der deutschen Verkehrswirtschaft dar
legten.
Am Nachmittag besuchte der Minister das
Gebäude des Schatzamtes der Deutschen Ar
beitsfront am Fehrbelliner Platz. Weiter stat
tete Eömonto Rossini dem Reichserziehungs
minister Rust einen Besuch ab.
Der Präsident der Akademie für Deutsches
Recht, Reichsminister Dr. Frank, dessen kürz-
licher Besuch in Italien erfolgreich die deutsch
italienischen Kulturbeziehungen gefördert hat,
gab am Dienstagabend in den Räumen der
Akademie für Deutsches Recht einen Empfang
zu Ehren des zur Zeit in der Reichshauptstadt
weilenden italienischen Landwirtschaftsmini
sters Exzellenz Rossini. In der Begleitung des
Ministers befanden sich der italienische Bot
schafter Attolico und Frau Attolico. Dem
Empfang wohnten ferner bei Reichsernäh
rungsminister Darrê, außerordentlicher und
bevollmächtigter Botschafter von Ribbentrop
mit Gattin sowie der stellvertretende Präsident
der Akademie für Deutsches Recht, Geheimrat
Professor Dr. Kisch.
*
Der uruguayische Fiuanzmiuister, Dr. Cesar
Charlone, der als Delegierter der uruguayi
schen Regierung an einer Tagung des Inter
nationalen Arbeitsamtes in Genf teilgenom
men hat, trifft am Dienstagabend in Berlin
als Gast der Reichsregierung ein. Er war sich
um die Neuordnung der Finanzen seines
Landes außerordentliche Verdienste erworben.
m
Seine Majestät der König von Schweden ist
auf seiner Rückreise von der Riviera nach
Schweden Dienstag früh um 8.30 Uhr auf dem
Potsdamer Bahnhof in Berlin eingetroffen.
Chinesischer Minister in Hamburg.
Auf Einladung des Ostasiatischen Vereins
Hamburg-Bremen sowie der Chinesischen Stu
diengesellschaft hat der Pressechef der chinesi
schen Nationalregierung, Minister Tang Le-
ang Li, eine Reise durch Deutschland angetre
ten, die ihn auch nach Hamburg führte, wo er
am Montag eintraf.
* * *
Pariser Besprechungen
über die außenpolitische Lage.
DNB. Paris, 29. April. sEig. Funkmeld.)
In einer außenpolitischen Betrachtung schreibt
das Petit Journal, die Besprechung des fran
zösischen Außenministers am Dienstag mit
Staatsminister Paul-Boncour, dem französi
schen Botschafter in Berlin, Francois Poncet,
sowie dem sowjetrussischen Botschafter in Pa
ris, Potemkin, hätte sich auf die allgemeine po
litische Lage in Europa bezogen, unter Berück
sichtigung der bevorstehenden Genfer Tagung
des Völkerbundsrates. Die französisch-eng
lische Zusammenarbeit und die französisch-ita
lienische Freundschaft könnten bei dieser Ge
legenheit erneut auf eine ernste Probe gestellt
werden. Um auf jeden Fall jede gefahrvolle
Möglichkeit auszuschalten, werde sich die Nolle
Frankreichs nach Meinung des Blattes auf
einen erneuten Versuch zum Ausgleich be
schränken. Die Generalaussprache über das
deutsche Problem werde vor einer Antwort
Berlins auf den britischen Fragebogen nicht
stattfinden.
Wie werde« Staatsfeinde bekämpft?
Wir folgen in diesen Ausführungen
einem Aufsatz des SS.-Gruppenführers
Reinhard H e y d r i ch, dem Leiter des Preu
ßischen Geheimen Staatspolizeiamtes, Ber
lin, der in diesen Tagen im „Völkischen Be
obachter" veröffentlicht wurde.
Der Nationalsozialismus kann sich nur
dann, in geschichtlichen Zeiträumen gesehen, im
gesamten Volke behaupten, wenn die Bekämp
fung der Staatsfeinde erfolgreich ist. Im libe-
ralistischen Zeitalter galt derjenige als Staats
feind, der der Gegner der gerade an der Herr
schaft befindlichen Partei war. Heute, wo der
Staat zum Instrument des Volkes geworden
ist, fallen Staatsfeind und Volksfeind zusam
men.
Er ist immer derselbe, er bleibt sich ewig
gleich. Es ist der Gegner der rassischen, volk-
lichen und geistigen Substanz unseres Volkes.
Volksfeinde waren jene Kräfte, die in der
Vergangenheit den Staat führten und uns
Nationalsozialisten als Staatsfeinde bekämpf
ten. So erlebten wir das Kuriosum, daß wir
als Staatsfeinde gebranümarkt wurden, wäh
rend die Volksfeinde in der Regierung saßen.
Die damaligen Inhaber der staatlichen Macht
apparatur, Volksfeinde im wahrsten Sinne des
Wortes, konnten das deutsche Volk auf allen
Gebieten des Lebens seiner völkischen Kraft
berauben und dabei uns Nationalsozialisten,
die wir um die Erhaltung unseres Volkes
kämpften und die größten Opfer brachten, an
scheinend formal im Recht, als Staatsfeinde
bekämpfen.
Dem Nationalsozialismus kommt es neben
der Bekämpfung der Organisation vor allem
auf die Bekämpfung der geistige» Kräfte des
Gegners an. Sie sind ewig die gleichen: der
Jude, der Freimaurer und der politische Geist
liche.
* Wie arbeitet nun der Volksfeind heute?
Er versucht, uns legal zu bekämpfen, d. h.
im Rahmen der formalen Gegebenheiten, ge
tarnt. Immer unter der Firma: „alles für das
nationalsozialistische Reich" ist er bestrebt, alle
seine Kräfte gegen uns einzusetzen, ohne dabei
organisatorisch faßbar zu sein.
Das Judentum
ist als solches selbstverständlich durch die Ge
setzgebung von Nürnberg als jüdische Rasse
und jüdisches Volk isoliert. Der mittelbare
Einfluß jüdischen Geistes ist aber noch lange
nicht endgültig gehemmt. Einmal sitzen unbe
wußt noch bei vielen, vor allem in Wissenschaft
und Geisteswelt, jüdische, liberale und frei
maurerische Jnfektionsreste. Und wenn in
Deutschland innerpolitisch durch die national
sozialistische Politik der Boden ungeeignet ist,
so schaltet der Jude auf die Wirtschaft und auf
die Außenpolitik um. In der Wirtschaft konnte
er auch in Deutschland immer auf egoistische
und verräterische Elemente als Mitarbeiter
rechnen. In der Außenpolitik arbeitet der
Jude mit den Apparaten, die schon restlos sei
ner Führung unterliegen, dem Bolschewismus
und den im Ausland noch intakten Freimau
rerlogen.
Der Kommunist,
der sich in seinem Kernstück aus dem interna
tionalen Verbrechertum rekrutiert und mit
allen Mitteln der Technik der Neuzeit kämpft,
ist dabei besonders gefährlich, da er zugleich als
Spion Sowjetrußlands angesehen werden
muß.
Die Freimaurerlogen
waren auch in Deutschland nie etwas anderes
als Hilfsorganisationen des Judentums. Sie
hatten den Zweck, ganz allmählich und un
merklich den deutschen Mann charakterlich und
geistig in jüdischem Sinne umzubiegen.
Gegenüber einem weiteren Volks- und
Staatsfeind stößt man häufig noch auf ein er
hebliches Mißverständnis: dem politischen Kir
chenbeamten. Unter dem Deckmantel der Re
ligion wird hier versucht, kirchliche Weltmacht-
politik zu treiben. Das Neuheidentum, im we
sentlichen wohl eine Reaktion auf innere
Schwächeerscheinungen der Kirche — wird mit
dem Nationalsozialismus gleichgesetzt, um mit
der Bekämpfung dieser rein kirchlichen Reak
tion gleich die Bekämpfung des nationalsozia
listischen Staates verbinden zu können.
Ein Beispiel eigenartiger Anwendung reli
giöser Begriffe zu rein politischen Zwecken war
die Verlesung eines Hirtenbriefes acht Tage
vor der Wahl, mit dem einige Kirchenfürsten
un „Interesse der Wahl" die angeblich vielen
„zweifelnden Anfragen" besorgter Katholiken,
beantworteten, daß selbstverständlich die Wahl
nur über die Außenpolitik abstimme und kein
Urteil über die innerpolitische Aufbauarbeit
des Führers in den letzten drei Jahren be
deute. Ob diese geschicktere und feinere Unter
höhlungsarbeit des einheitlichen politischen
Willens des deutschen Volkes nicht noch ge
fährlicher ist' als mancher Hoch- oder Landes
verrat von Kommunisten, gerade weil es nicht
jeder gleich merkt?
Die Träger des Kampfes gegen den Staats
feind.
Die Staatspolizei
muß in ihrer Gliederung so gebaut sein, daß
sie auf der einen Seite die große, den Staat
erhaltende Verwaltung nicht sprengt. Das
schließt eine gewisse Verbindung der Staats
polizei mit der allgemeinen Verwaltung in
sich. Sie muß andererseits eine in sich geschlos
sene Organisation sein, welche die Möglichkeit
eines direkten Befehls- und Meldewegs in sich
birgt. Dies ist erforderlich für den Fall, daß es
dem Gegner gelingen sollte, in geschickter Weise
in die Verwaltungsapparatur einzudringen.
Außerdem ist es erforderlich, daß für besondere
Ausgaben sz. B. Abwehr) der Mitarbeiterkreis
möglichst klein gehalten wird, um zu verhüten,
daß die hier zu wahrenden Geheimnisse be
kannt werden. Diese Notwendigkeiten sind für
Preußen zur Zeit erfüllt durch das Gesetz vom
10. Februar 1936.
Die Beamten der Staatspolizei müssen be
dingungslos von der nationalsozialistischen
Idee erfaßt sein. Der weltanschauliche Jdeen-
kampf gegen die Grundlagen des Gegners
kann nur durch die nationalsozialistische Idee
und ihre Träger geführt werden.
Der Sicherheitsdienst.
Die Staatspolizei wird in ihren Aufgaben
unterstützt durch die nicht mit Exekutivbefug
nis versehene Parteinachrichtenorganisation,
den Sicherheitsdienst des Reichsführers-SS.
KZmg Frrad gsftsrbeA
DNB. Kairo, 28. April. König Fuad I.
von Aegypten ist heute um 13.40 Uhr gestor
ben.
Der ägyptische Thronfolger Faruk wird am
Mittwoch London verlassen, um sich nach Kairo
zu begeben. Eine frühere Abreise ließ sich nicht
ermöglichen.
Lord Lloyd, der frühere Kommissar von
Aegypten, veröffentlicht anläßlich des Todes
des Königs Fuad einen Nachruf, in dem er
den Verstorbenen wegen seines unermüdlichen
Fleißes und seiner ausgezeichneten Kenntnis
der verwickelten ägyptischen Politik preist.
*
Ganz zu Unrecht ist König Fuad von
Aegypten zu Lebzeiten wiederholt von Unkun
digen als Autokrat oder gar als Despot hin
gestellt worden, etwa deshalb, weil er Ende
1924 die Kammer auflöste und erst 1926 Neu
wahlen erfolgten. Oder weil er 1930 bas
Parlament auf unbestimmte Zeit vertagte und
dem Lande im Oktober des gleichen Jahres
eine neue Verfassung gegen heftigen Wider
stand der politischen Parteien aufoktroyierte.
Gewiß waren das Negierungsformen, die stark
an eine Diktatur erinnern. Aber man darf
nicht vergessen, daß der König in seinem Wir
ken sehr stark gehemmt wurde durch den un
glückseligen Zwiespalt, der durch die englische
Oberherrschaft einerseits und durch die hier
gegen heftig opponierende Partei des nationa
len Widerstandes, den Wafd, geschaffen wurde.
Kam hinzu, daß Aegypten nicht nur Durch
gangs-, sondern auch Schutzland für den briti
schen Seeweg nach Indien ist. Der König hat
es wahrlich nicht leicht gehabt, zwischen den
einander widerstrebenden Interessen nach
bestem Ermessen den Mittelweg zu finden. Es
konnte nicht ausbleiben, daß er dabei häufig
entweder die nationale Opposition im eigenen
Lande gegen sich aufbrachte oder Schwierig
keiten mit London bekam. Diese wurden zum
großen Teil auf zwei Europareisen bereinigt,
wobei ex, Aegypten eine Erweiterung seiner
bis dahin stark eingegrenzten Souveränität
und die Befreiung von den englischen Be
satzungstruppen einbrachte. Er starb jetzt im
denkbar ungünstigsten Augenblick, während
Aegypten die englische Flotte vor Alexandria
hat und vor Neuwahlen steht.
Dieser Sicherheitsdienst ist ein Zweig der Ge-
samt-SS., dem von der Reichsleitung der
NSDAP, die nachrichtenmäßige Erforschung
nnd Ueberwachung der ideenmätzigen Gegner
des Nationalsozialismus übertragen ist. Die
Männer dieses Sicherheitsdienstes sind SS^-
Führer und Männer der Gesamt-SS., die
wechselnd ihre Kommandos bei dem Sicher
heitsdienst und in der allgemeinen SS. haben.
Die notwendige enge Zusammenarbeit zwischen
Sicherheitsdienst der Bewegung und der
Staatspolizei des Staates ist sichergestellt durch
die Tatsache, daß der Reichsführer-SS. als sol
cher Oberster Chef des Sicherheitsdienstes und
gleichzeitig der Stellvertretende Chef der Ge
heimen Staatspolizei ist.
So ist in der Bekämpfung des Volksfeindes
ein vorbildliches Beispiel für die Zusammen
arbeit zwischen Partei und Staat gegeben.
Hierin liegt die Gewähr für die Wirksamkeit
der Methoden und Mittel.
ĢchàrŞê um die Mmkamschen
IlàMMWZr.
Für die Geheimhaltung aller militärischen
Einzelheiten der großen amerikanischen Flot
tenmanöver, an denen insgesamt 460 Flug
zeuge und 150 Kriegsschiffe teilnehmen, sind
besondere Maßnahmen getroffen worden, die
sich nicht nur auf die Verneblung der eigent
lichen Manöverpläne beziehen. Bekanntlich
war schon im vergangenen Jahr das Manöver
gebiet in einem auffallend großen Umkreis
von Sperrschiffen umgeben, die kein Schiff in
die „Kampfzone" hineinließen. Diesmal hat
man sogar die Presse von der Berichterstattung
ausgeschlossen, man hat verboten, daß die
Mannschaften ihren Angehörigen irgendwelche
Nachrichten über die Manöver geben, hat fer
ner angeordnet, daß selbst der Funkverkehr
zwischen der Flotte und dem Marine-
Ministerium unterbleibt und hat schließlich
unmitelbar vor dem Auslaufen der Flotte so
wohl Offizieren wie Mannschaften die Foto
apparate abgenommen.
ZK WMNgSA Buffest
Das englische Auswärtige Amt hat den
Fragebogen an Deutschland im Entwurf fer
tiggestellt. Die belgische Regierung hat es der
britischen Regierung überlassen, die Fragen
nach ihrem Ermessen zu stellen.
Der Reichsminister des Innern und Reichs
leiter Dr. Wilhelm Frick zeichnete sich am
Dienstagmittag um 12 Uhr beim Sturm 8
Hans Steinberg der Standarte 10, dessen
Sturmlokal in der Koloniestraße liegt, für das
Dankopfcr der Nation ein.
Der österreichische Journalist Polifka
wurde wegen Vergehens gegen die öffentliche
Ruhe und Sicherheit zu drei Wochen Gefäng
nis mit zweijähriger Bewährungsfrist verur
teilt. Die Anklage erfolgte wegen zweier für
reichsdeutsche Blätter geschriebener Aufsätze.
Aus MmdsBügg*
„Delphin IV" in Rendsburg zur Reparatur.
Das deutsche Motorschiff „Delphin IV", das
bekanntlich in der Nacht zum Sonntag im
Fehmarnbelt von einem bisher unbekannt ge
bliebenen Dampfer gerammt wurde, wobei ein
Leichtmatrose den Tod fand, ist zur Repara
tur des erheblichen Kollisionsschadens zur
Werft Nobiskrug nach Rendsburg gekommen.
Das Schiff ist in Uetersen beheimatet.
Was
Slesurîgsk Liga" irr Kopenhagen will
Schleswig m DSneņrark ««gegliedert werde«
NŞK. Kürzlich wurden in der dänischen
Hauptstadt Flugblätter einer Vereinigung, die
sich als „Sglesvigsk Liga" bezeichnet, heraus
gegeben. Diese Liga hat sich ein geringeres
Ziel gesteckt als das ganze Schleswig eines
Tages „auf friedlichem und völkerrechtlichem
Wege seinem Mutterlande Dänemark anzu
gliedern". In diesem Geist ist das ganze Flug
blatt abgefaßt, in dem es weiter heißt, daß
1920 nur ein kleiner Teil des 1864 geraubten
urdänischen Kronlandes Schleswig mit Däne
mark vereinigt werden konnte. Den übrigen
Teil habe man fremder Gewalt preisgeben
müssen. Die Entscheidung von 1920 sei für die
„treue dänische Bevölkerung zwischen der
Flensburger Förde nnd der Eider" eine un
geheure Enttäuschung gewesen. Von dem
dänischen Grenzverein wird in dem Aufruf
gesagt, er sei nunmehr auch agrcssiver gewor
den. Es wird gleichzeitig mitgeteilt, daß süd
lich der Grenze in deutscher Sprache geschrie
bene Flugblätter herausgegeben werden. Von
der Stadt Schleswig bis Husum—Tönning
stehe eine geschlossene Schar von Dänen, die
unüberwindlich seien, weil sie durch Abstam
mung das Erstgeborenenrecht auf Schleswig
hätten.
*
Man hat es hier also mit einer unverblüm
ten dänischen Grenzrevisionspropaganda zu
tun. Während man in Flensburg sachte auf
tritt und in vorsichtig gewählten Worten die
Grenze als feststehend anerkennt, stößt dip.
„Slesvigsk Liga" in Kopenhagen desto lauter
ins Horn. Dort weiß man ja nichts von der
zahlenmäßigen Schwäche der dänischen Min
derheit südlich der Grenze. Wer den Kopen-
hagenern wohl das Bild der „geschlossenen
Schar von Dänen zwischen Schleswig und
Husum" vorgegaukelt hat?
Paris. Am Dienstagabend tagten die ver
schiedenen Wahlausschüsse der Links- und
Rechtsparteien, sowie die gemeinsamen Wahl
ausschüsse der in der Volksfront zusammenge
schlossenen Gruppen, um über die Kandidatu
ren für den zweiten Wahlgang Beschluß zu
fassen.
Die französische Presse beschäftigt sich ein
gehend mit den am kommenden Sonntag statt
findenden Stichwahlen, wobei besonders der
Haltung der in der Volksfront zusammenge
schlossenen Parteien Beachtung geschenkt wird.
Verantwortlicher Hauptfchriftleiter unv Herausgeber: Fer
dinand Möller.
Etellvertreker des Hauptschriftleiters: Herbert Puhlman«,
Verantwortlich für Politik: Herbert Puhlmann; für den ört>
lichen und allgemeinen Teil; Adolf Eregori; für den wirte
fchaftlichen Teil: Dr. Cl. Btelfeldt: für den provin
ziellen Teil: Karl Müller, alle in Rendsburg.
Bildverantwortliche: Ressortleiter.
Verantwortlicher Anzeigenleiter: Karl Jacobsen, Rendsburg,
Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhne, Rendsburg.
D-«A. Schleswig-Holsteinische Landeszeitung (Rendsburg««
Tageblatt — Hohenweftedier Zeitung / Die Lanbpoft
Hanerau-Hademarschen — Süderbraruper Tageblatts
D.-A. III. 36 13 868 Pl. Nr. 7