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m Bargstedt das Fest der goldenen Hochzeit,
^.as Jubelpaar, dessen Name weit über unsere
Ortschaft hinaus bekannt ist, erfreut sich großer
Wertschätzung. Der Ehe entstammen 7 Kinder,
von denen der älteste Sohn, der Gast- und
Landwirt Jürgen Hinrich Lensch, vor Ui Jah-
ïcit im besten Mannesalter einer Krankheit
zmn Opfer fiel. Die Familie Lensch führt
ihren Stammbaum bis auf das Jahr 1670 zu
rück. Ter Hochzeitstag wird für die weitver
zweigte Familie ein Ehrentag sein, zumal ein
Enkelkind, der Bauer Hans Jeß aus Mohr,
das Fest der grünen Hochzeit am gleichen Tage
und im selben Hause, der altbekannten Gast-
wirtschaft von Lensch in Bargstedt, feiert, sdb.
Aftodft
Erster Familientag
Jfeels Schleswig.
Auch der Bünger Koog unter Wasser.
. Bringe, 28. April. Durch die vielen Nieder
schlage der letzten Wochen ist auch der Bünger
Koog wieder gänzlich überschwemmt worden,
so daß von Bringe bis zur Treene der Koog
einem einzigen See gleicht. Die Wiesen, die
mit ihrem satten Grün auf einen frühen
Weidegang hoffen ließen, sind für längere Zeit
für das Vieh unbrauchbar. Auch die mit
Şaaten bestellten Felder wurden restlos ver
nichtet.
St&peikefan
■ ,hr. Erfde, 29. April. Standesamtliche Näch
sten. Die Ehe wollen miteinander eingehen:
Arbeiter Willi Paulsen, Erfde, mit der Haus
tochter Helene Dorothea Petersen in Megger
dorf.
Sein 25jähriges Gcschäftsjnbiläum feiert
Mn 2. Mai der Schuhmacher Hans Schäfer in
Wohlde. Am Sonntag feiert er gleichzeitig
seine silberne Hochzeit.
^Diamantene Hochzeit. Das seltene Fest der
Diamantenen Hochzeit feierten am Sonnabend,
m:m 25. d. Bi., der frühere Maschinenhündler
Jürgen Sievers und Frau Hierselbst. Dem
Jubelpaare wurden viele Ehrungen zuteil,
^.er Führer sandte ein eigenhändig untcrsthrie-
benes Glückwunschschreiben. Herr Amtsvor-
steher Rahn überbrachte ein Geldgeschenk von
E Mark und eine Ehrenurkunde der preußi
schen Staatsregierung. Die Familie sowie
Freunde und Bekannte hatten sich zur Feier
eingefunden. (id.)
des Familienvcrbandes Witt-Nübcl (Angeln).
cs. Rubel, 29. April. Die von dem Pastor
Severinus Witte in Nübel (Angeln) abstam
menden Familien Witt haben sich kürzlich un
ter der Leitung von Studienrat Dr. Klaus
Witt-Flensburg zu einem „Familienverband
Witt-Nübel (Angeln)" zusammengeschlossen.
Der neugegründete Familienverband, dessen
Sippschaftsmitglieder u. a. im südlichen An
geln, Flensburg, Schleswig, Neumünster,
Hamburg und Nordamerika wohnen, beabsich
tigt, am 14. Juni d. I. in Nübel zum ersten
Male einen Familientag abzuhalten. Die Ver
anstaltung wird am Vormittag durch einen
plattdeutschen Gottesdienst in der alten Dorf
kirche eingeleitet. Für den Nachmittag ist u. a.
eine Festsitzung mit verschiedenen Vorträgen
aus der Familiengeschichte in Aussicht genom
men. In einer Ausstellung sollen Stamm
tafeln der einzelnen Linien sowie Bilder frü
herer und jetziger Familienmitglieder gezeigt
werden.
diMunacsckm
Autobus gegen einen Telefonmast gefahren.
Schafftedt, 28. April. An dem fahrplanmäßig
zwischen Albersdorf und Burg verkehrenden
Postauto brach auf der außergewöhnlich
schlechten Wegestrecke nach Schafftedt plötzlich
beim Vierthof die Steuerung. Der Wagen
sauste die Böschung hinab und legte sich gegen
einen Telefonmast. Zum Glück war das Auto
nur mäßig besetzt. Der Fahrer kam unverletzt
davon, zwei Insassen, eine Lehrerin aus Schaf-
stedt, und ein Kanalangestellter aus Hochdoun,
mußten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Letzterer wurde sofort dem Krankenhaus in
Albersdorf zugeführt. Der Wagen wurde stark
beschädigt.
Sidecdedt
Koldeubüttrst, 29. April. Landwirtfchaft-
Kche Haus-Werkprüfung. Auf dem Hörnhos bei
Friedrichstadt von Frau E. Jacobs fand eine
"Usung von vier jungen Mädchen, Lehrtin-
RN, statt. Die Prüfungskommission bestand
Ms^rrl. M. Clausest-Kiel, Fr. M. Petersen-
Backensholz, Frl. C. Offermann-Bredstcdt und
Erl. B. Hansen-Husum. Alle vier Lehrlinge
bestanden die Landwirtschaftliche Haus-Werk-
bnisung.
Mt-ksœdtiddzmif
UàmbjàlU
ApMà-LiMNkWer.
Apenrade, 29. April. Der Kreistag des Krei
ls Apenrade beschäftigte sich mit verschiedenen
Anträgen auf Errichtung einer Auto-Omni-
vusverbindung zwischen Apenrade und Lü-
gumkloster. nachdem auf der Staatsbahnstrecke
«wischen Notenkrug und Lttgumkloster der
^ahnverkehr eingestellt werden wird. Der
Kreistag beschloß mit 7 gegen 6 Stimmen, die
-ivnzessiou für eine Omnibuslinie der Apen-
^ader Automvbilgescllschaft zu erteilen und
^ m Fuhrunternehmer Johann Hansen in Ro-
ķrug die Einrichtung einer Frachtfahrtlinie
»wischen Notenkrug und Lttgumkloster zu ge
nickten. Der Fahrplan für die Omnibuslinie
.1 vom Kreistag zu genehmigen. — Ferner
wirde beschlossen, beim Ministerium zu bcan-
-Eigen, daß den Gemeinden, welche sich ver-
chnchtet haben, für den Betrieb der Staats-
vahn Notenkrug—Lttgumkloster feste Beitrüge
«u leisten, diese erlassen werden. — Dem Fuhr
unternehmer Martin Jensen in Pattburg
iröe erlaubt, seine Omnibusfahrten zwischen
""bürg und Kollund im kommenden Som
mer bis nach Ranöershof auszudehnen.
Unter ein Lastauto geraten, aber gerettet.
Eddelak, 28. April. Am Montagnachmittag
lief der mit anderen Kindern spielende etwa
7jährige Sohn Julius des Chausseewärters
Meyer vor dem Hause des Gastwirts Popp
direkt in das aus Richtung Westerbüttel kom
mende, mit Ziegelsteinen schwerbeladene Last
auto des Unternehmers Claußen aus Brnns-
büttelkoog hinein. Ein glücklicher Umstand
ügte es, daß er sich mit einem Bein zwischen
der Achse und der Wagenfläche festklammerte
und in dieser Stellung etwa 60 Meter mitge-
schleist wurde. Durch das Schreien des Jun
gen aufmerksam geworden, ließen Passanten
das Auto, dessen Chauffeur von dem Vorfall
nichts bemerkt hatte, anhalten. Der Junge
konnte aus seiner Lage befreit werden. Außer
erheblichen Hautabschürfungen, vor allem im
Gesicht, hat er anscheinend keine ernsteren Ver
letzungen davongetragen.
Verschmelzung der Spar- und Darlehnskaffe
zu Wesseln mit der Spar- und Darlehnskaffe
zu Heide.
fp. Heide, 28. April. Am Montag hielt die
hiesige Spar- und Darlchnskasse im Land
schaftlichen Haus eine außerordentliche Mit
gliederversammlung ab. Als Hauptpunkt der
Tagesordnung mar die Verschmelzung der
Spar- und Darlehnskasse zu Wesseln als aus
zulösende Genossenschaft mit der Spar- und
Darlchnskasse zu Heide als aufnehmende Ge
nossenschaft zu finden. Nachdem am Sonn
abend, dem 25. d. M., eine außerordentliche
Mitgliederversammlung der Spar- und Dar-
lehnskasse zu Wesseln stattgefunden hatte, in
der einstimmig beschlossen wurde, die be
stehende Genossenschaft mit der Spar- und
Darlchnskasse zu Heide zu verschmelzen,
wurde ebenfalls von der Spar- und Dar
lehnskasse zu Heide in der Mitgliederversamm
lung ein einstimmiger Beschluß zu dieser Ver
schmelzung gefaßt. Dem Verschmelzunqsver-
trag entnehmen wir, daß die Vermögensüber
sichten der beiden Genossenschaften am 31. Dez.
1936 zu Grunde gelegt worden sind, im übrigen
gelten die Bestimmungen des Genossenschafts-
gesetzcs 8 93 a bis b.
Durch den Zusammenschluß der beiden Kas
sen wird ein bedeutend günstigeres Arbeiten
der bisherigen Genossenschaft zu Wesseln er
möglicht. In den Aufsichtsrat der Spar- und
Darlchnskasse zu Heide wurde der Bauer
August Koll aus Wesseln einstimmig gewühlt.
Pferdcgilde auf Gegenseitigkeit gegründet,
mm. Wrohm,' 27. April. Auf Anregung zahl
reicher Bauern in den Dörfern des Versichc-
rungsbezirks der Albersdorfcr Ditus-Gilde
veranlaßte die Leitung derselben in allen Di
strikten Gründungsversammlungen einer
Pferdegilde auf Gegenseitigkeit. So fand am
Montagnachmittag in der Bahnhofswirtschaft
von Peter Eggers in Wrohm eine Distrikts
gründungsversammlung statt. Zahlreich waren
die Bauern erschienen. Der Vorsitzende Bauer-
Jürgen Bielfeldt, Bunsoh, gab weitgehend
Aufklärung über Zweck und Ziel der zu grün
denden Gilde. Bei Erkundigungen, welche
man bei anderen Gilden einzog, wurden Bei-
Oper in zwei Akten von Gluck, in der Ueber-
setzung und Bearbeitung des Kieler Musik
wissenschaftlers Dr. Engelcke statt.
x. Neumünster, 29. April. Provrnzialtagung
der Auktionatoren. Die dem Bezirk Schleswig-
Holstein angeschlossenen Versteigerer hielten
in Neumünster ihre erste Provinzialtagung
ab, die von dem Bezirksleiter Maack-Altona
geleitet wurde. Zugegen waren ferner noch
Hauptgeschäftsführer Lach und Syndikus Dr.
Rasch-Berlin, sowie als Vertreter der Han
delskammer Altona Dr. Schönwandt. Es wur
den in der Hauptsache organisatorische und be
rufliche Fragen erörtert. Eine rege Aussprachc
hatte die neue Gebührenordnung für den Re
gierungsbezirk Schleswig zum Gegenstand.
Dr. Schönwandt betonte noch das Interesse,
daß die Handelskammer Altona dem Verstei
gerergewerbe in allen Fragen entgegenbringe.
träge von 0,8% big 3,3% festgestellt. Tierarzt
kosten werden nicht zurückerstattet. Pferde über
20 Jahre sollen nicht versichert werden. Als
Versicherungssumme wurde 1260 RM. sestge
setzt, wovon % zur Auszahlung gelangen. Als
Vertrauensmänner in den einzelnen Dörfern
wurden von der Versammlung nachstehende
Bauern gewählt: für Offenbüttel C. Dehrs
uird E. Lovft, für Osterrade Heinrich Ratjens,
fur Jützbüttel H. Thießen und H. Karibens,
fur Schelradc Johann Delfs, für Dellstedt
Gustav Holm und Peter Mertens, für Süder-
rade Friedrich Sierks, für Wrohm Wilhelm
Glvcyer und Ernst Dohrwardt, für Alten- u.
Neuenfähre Claus Thebens und Hinrich Pe
ters. Zu der in nächster Zeit in Albersdorf
stattfindenden, den ganzen Bezirk umfassenden
Versammlung müssen die Vertrauensmänner
unbedingt zur amtlichen Eintragung erschei
nen. Mit dieser Gründung von Pferdegilden
tritt endlich der langgehegte Wunsch manch,
Bauern in Erfüllung.
Marne, 28. April. Eine 74jährige Marnerin
fährt nach Amerika. Die 74jährige Frau Mall
aus Marne tritt im Mai mit dem Dampfer
Newyork" die Reise „ach Nordamerika an,
um ihren dort lebenden Kindern einen Besuch
abzustatten.
U&tdmi
Uraufführung im Kieler Schauspielhaus.
Kiel, 28. April. Am 7. Mai 1936 findet im
Kieler Schauspielhaus die deutsche Urauffüh
rung „Der bekehrte Trunkenbold", komische
vadersleben, 29. April. Die diesjährige
»rvße Ruderregatta der deutschen uordschles-
ffsir * cn Rudervereine, an der sich auch
wp ?ŗvig-holsteinische Ruöervereine beteiligen
stoven, findet im Sommer in Hadersleben
Zit. Der Hadersiebener Ruderverein begeht
"bei sein lOjähriges Jubiläum.
Ems Frau WerfsSsN «Kd DsZtWVße
schwer verletzt
Neumünster, 28. April. Montag abend
gegen 22.46 Uhr wurde in Neumünster die
Ehefrau Olga B., die sich auf Sem Nachhause
weg befand, von einer männlichen Person am
Haart außerhalb des geschlossenen Stadtteiles
angehalten und vermutlich mit einem zwei
schneidigen Dolch durch den Unterleib ge
stochen. Die äußerst ernste Verletzung der
Frau bedingte ihre sofortige Ueberbringung
ins Krankenhaus. Der Täter war mit schwar
zen Stiefeln oder Ledergamaschen, dunkler
Stiefelhose, dunkler Jacke oder Kletterweste
und dunkler Schirmmütze bekleidet. Das
Alter des Unbekannten wird mit Ende der
20er Jahre angegeben. Er war von kleiner
Statur, hatte dunkles Haar, sprach einen an
deren als den holsteinischen Dialekt. Es ist
anzunehmen, daß es sich um einen Land
streicher handelt, der sich außerhalb des Stadt
gebietes herumtreibt und dort gebettelt hat.
Nach der Tat flüchtete der Mann in Richtung
Brachenfeld. Zweckdienliche Mitteilungen über
Personen, denen eine derartige Tat zuzutrau
en ist, werden an die polizeilichen Dienststellen
oder das Polizeipräsidium Kiel, Zimmer
321-22 erbeten.
Am dem ĢedcUtseacd
Im Interesse der Volksgesamtheit.
cg. Flensburg, 28. April. In dem Straf
gesetzbuch gibt es einen Paragraphen 51, nach
dem Personen, die Straftaten begingen, frec-
gesprochen wurden, wenn die freie Willcns-
bestimmnng nicht vorhanden war. Nach der
Neuordnung der Rechtsprechung ist darin eine
Aenderung eingetreten, indem solche Personen
nicht wieder auf die Menschheit losgelassen
werden, sondern in einer Anstalt untergebracht
werden.
Die neue Fassung des Gesetzes wurde gegen
den 34 Jahre alten Karl Schmüser aus Hatt-
stcdt angewendet, der sich wegen Brandstiftung
vor der 1. Großen Strafkammer des Flense
burger Landgerichts zu verantworten hatte.
Bereits im Jahre 1933 hatte er unter dem
Einfluß des Alkohols an drei verschiedenen
Stellen in Hattstedt ein Feuer angezündet.
Nachdem er sich eine Zeit lang straffrei geführt
hatte, traf er am 2. Oktober 1936 mit einigen
Bekannten zusammen, wobei drei Flaschen
Schnaps getrunken wurden. Dann setzte sich
Sch. auf sein Rad und fuhr nach Husum, wo er
unterwegs wieder einen Strohdiemen in
Brand setzte. Als er sah, was er angerichtet
hatte, stellte er sich freiwillig der Polizei in
Husum.
Der Angeklagte ist sonst ein gutmütiger
Mensch, der aber von jungen Leuten zum
Alkoholgenuß aufgefordert und dann gehänselt
wird. Im Einverständnis mit dem Sachver
ständigen und dem Staatsanwalt beschloß das
Gericht, den Angeklagten im Interesse der
Volksgesamtheit in einer Heil- und Pflege-
anstalt unterzubringen, da anzunehmen ist,
daß er nach seiner Entlassung ähnliche Straf
taten begehen wird, die vielleicht einen größe
ren Schaden anrichten werden.
Von der Anklage der fahrlässigen Tötung
freigesprochen.
cs. Schleswig, 29. April. (Eig. Drahtber.)
Am 22. Okt. 1936 wurde die Ehefrau des
Reutners B. aus Büsdorf von einem Schles-
wiger Kraftwagen angefahren und erheblich
verletzt Drei Wochen später erlag sie ihren
Verletzungen. Der Lenker des Kraftwagens,
Sch. aus Schleswig, wurde im Februar d. I.
von dem Flensburger Schöffengericht wegen
fahrlässiger Tötung zu 2 Monaten Gefängnis
und Tragung der Kosten verurteilt. Gegen
das Urteil legte der Angeklagte Berufung ein.
Das Berufungsgericht, das am Dienstag im
Schleswiger Amtsgericht tagte, kam nach ei
nem Lokaltermin zu dem Ergebnis, daß Sch.
seinerzeit nicht fahrlässig gehandelt und in
folgedessen das Unglück nicht verschuldet hat.
Der Angeklagte wurde deshalb freigesprochen.
Zu dem Mordüberfall auf die 23jähr!ge Ehe
frau Olga Böge, der sich gestern abend außer
halb des geschlossenen Stadtgebietes kurz vor
ihrer am Haart 165 gelegenen Wohnung er
eignete,^vird noch folgendes bekannt: Fast die
gleiche Tat ereignete sich am Hauptmarkttag
des Aprilmarktes im Vorjahre, als sich der
Schüler Keste nach 10 Uhr in der Wittorfer
«traße auf dem Nachhausewege befand. Genau
so, wie es der unglücklichen Frau Böge erging,
trat dem Jungen plötzlich ein junger Mann
in den Weg. Dem Schüler war cs jedoch un
möglich, an dem Unhold vorbeizukommen.
Nur dem Umstand, daß er sich verzweifelt
wehrte, ist es zu verdanken, daß der zur Tat
benutzte Dolch ihm nicht in den Unterleib, son
dern in den rechten Oberschenkel drang, worauf
der Täter die Flucht ergriff. Die Verletzungen
der Frau Böge sind leider schwererer Natur,
als zuerst angenommen wurde. Der Zustand
der Ueberfallenen, der die Dolchspitze fast bis
an die Wirbelsäule gedrungen ist, ist am heuti
gen Dienstagabend immer noch besorgnis
erregend.
Treibt Seidenbau!
Die deutschen Seidenbauer beginnen in Kür
ze mit den diesjährigen Zuchten. Die Brut
bestellungen sind nunmehr schnellstens aufzstà
geben. Es sei in diesem Zusammenhang auf die
seit dem letzten Jahre durch Verordnung des
Reichsministers für Ernährung und Landwirt
schaft geschaffene Neuordnung hingewiesen,
nach welcher Seidenspinnereier einzig und
allein durch die staatlich anerkannte Versuchs
und Forschungsanstalt für Seidenbau in
Celle unter Vermittlung der Reichsfach
gruppe Seidenbauer in Celle bezogen werden
dürfen. Verstöße gegen die Verordnung wer
den mit Geldstrafen bis zu 10 000 31 Jt geahn
det. In diesem Frühjahr sind zahlreiche Maul-
beerneupflanzungeu erfolgt. Schon im nächsten
Jahre kaun die Nutzung dieser Anlagen in be
scheidenem Umfang aufgenommen werden. Die
Interessenten sollten jedoch vorher sich im Sei-
denbaü praktisch schulen, wofür zahlreiche Be
triebe vorhanden sind. Die Kurse sind kosten
frei und werden vom Juli bis Anfang Sep
tember durchgeführt. Näheres teilt die Rcichs-
fachgruppe Seidenbauer e. V. Celle auf An
frage mit, die auch die Anmeldungen entgegen
nimmt.