unter öem Eindruck der Beschlüsse der Negie
rung und nicht zuletzt auch in Anbetracht der
wesentlich günstigeren Aufnahme des deutschen
Planes in London sich größerer Zurückhaltung
befleißigen und die Lage sehr viel ruhiger be
trachten.
Das Hauptaugenmerk der Blätter richtet sich
heute auf die Zusammenkunft der Locarno
mächte, die nach französischer Ansicht am kom
menden Mittwoch in Brüssel oder Paris statt
finden könnte, obgleich eine endgültige Ant
wort der englischen Regierung noch nicht vor
liegt. Die Uebergabe des englischen Garantie
schreibens an die Botschafter Belgiens und
Frankreichs hat außerdem nicht unwesentlich
zu einer Entspannung beigetragen. Aus den
Besprechungen, die der französische Außenmi
nister am Donnerstag zunächst mit dem Mi
nisterpräsidenten und später auch mit dem eng
lischen Botschafter in Paris hatte, wollen die
Blätter den bestimmten Eindruck gewonnen
haben, daß die französische Regierung die deut
schen Vorschläge weder rundweg ablehnen noch
annehmen werde. Es sei vielmehr beschlossen
worden, daß Flandin auf der Konferenz der
Locarnomächte die deutsche Denkschrift einer
sehr ausführlichen Kritik unterziehen und eine
Reihe von Gegenvorschlägen machen werde,
die mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auf der
mittleren Linie zwischen den Forderungen der
Locarnomüchte vom 11. März und der deutschen
Antwort vom 31. März liegen dürften.
Die französische Regierung, so heißt es,
werde mit besonderem Nachdruck aus dem Ab
schluß von gegenjeitlgen Beistandspakten nicht
nur im Westen Europas, sondern auch mit den
anderen Nachbarn Deutschlands bestehen und
im übrigen den Grundsatz der kollektiven Si
cherheit im Nahmen des Völkerbundes vertei
digen.
Die Pariser Presse am Freitagmorgen.
Während sich das „Echo de Paris" und der
„Petit Parisien" nach wie vor völlig ablehnend
verhalten, ist das „Journal" am Freitagmor
gen in der Beurteilung der Lage wesentlich
ruhiger geworden. Aus der genauen Prüfung
der deutschen Antwort ergebe sich die Tatsache,
daß zwischen Deutschland und Frankreich starke
Meinungsverschiedenheiten über die Mittel be
stünden, mit denen man im Westen die Ruhe
und Ordnung in Europa herstellen und ein
System der Sicherheit und des Friedens er
richten könne.
Die Notwendigkeit der Verhandlungen wird
auch vom „Petit Journal" unterstrichen. Eine
Weigerung, die deutschen Vorschläge zu prüfen
unter dem Vorwand, daß sie für Frankreich
unannehmbar seien, sei nicht angängig. Es sei
leicht, zu sagen, diese Vorschlüge seien unan
nehmbar, und man müsse sie „en bloc" zurück
weisen. Man müsse sich aber auch fragen, was
dann werden soll. Man müsse sich vor allem
fragen, was werden solle, wenn Frankreich auf
lange Sicht jede Fühlung mit Deutschland ab
breche. Die Haltung der französischen Diplo
matie sei vollkommen klar. Frankreich müsse
sobald wie möglich eine Zusammenkunft der
Locarnomächte hervorrufen und eine gemein
same und genaue Prüfung der deutschen Vor
schläge vornehmen. Dann müßten Gegenvor
schläge ausgearbeitet werden, und schließlich
müsse der Führer unterrichtet werden, daß
man bereit sei zu verhandeln unter der Bedin
gung, daß diese Verhandlungen im Rahmen
des Völkerbundes stattfinden.
In der raöikalsozialistischcn „Republique"
fordert der ehemalige Generalsekretär der ra
dikalsozialistischen Partei, Eduard Pfeiffer, die
französische Regierung auf, unter keinen Um
stände« Verhandlungen abzulehnen und auf
die deutschen Vorschläge einfach mit Nein zu
antworten. Es würde den französischen Inter
essen widersprechen, wenn die französische Re
gierung dem Führer eine ablehnende Antwort
geben würde. Man müsse sich einmal die Frage
vorlegen, was Frankreich eigentlich tun solle,
nachdem es nein gesagt habe. Die englische
Presse fordere Paris schon jetzt auf, die deut
schen Vorschläge zumindest als Verhandlungs
grundlage anzuerkennen. Ein französisches
Nein würde nur Nachteile haben. Frankreich
würde sich von England entfernen und dar
über hinaus die gesamte Weltöffentlichkeit ver
stimmen, die heute den Eindruck habe, daß Hit
ler den Frieden wolle, während Frankreich sich
ihm widersetze. Außerdem müsse berücksichtigt
werden, daß eine Weigerung Frankreichs, zu
verhandeln, dazu führen könne, daß England
das Locarnoabkommen in Frage stelle, und das
sei das Schlimmste, was Frankreich zustoßen
könne.
Im sozialistischen „Populair" nimmt Leon
Blum zu den deutschen Vorschlägen Stellung,
die seiner Ansicht nach als Grundlage für eine
allgemeine europäische Verständigung dienen
könnten.
Flandin prüft.
Außenminister Flandin hat am Don
nerstagvormittag mit den höheren Beamten
und Sachverständigen des Quai d'Orsay dke
deutschen Vorschläge geprüft. Am Nachmittag
wird der Außenminister mit Ministerpräsident
S a r r a u t über die deutsche Note sprechen.
Am Freitag wird er die französischen Botschaf
ter einiger der wichtigsten europäischen Haupt
städte empfangen. Die Aussprache mit den
Botschaftern soll dazu dienen, den Außenmini
ster über die öffentliche Meinung in den be
treffenden Ländern genau zu unterrichten und
die Haltung Frankreichs zu beraten. Irgend
ein Beschluß wird jedoch kaum vor öem näch
sten Ministerrat gefaßt werden, dessen Zusam
mentritt noch nicht festgesetzt ist, der aber
wahrscheinlich am Freitagnachmittag stattfin
den wird. Allgemein rechnet man damit, daß
die französische Regierung auf einer baldmög
lichst einzuberufenden Konferenz -er Vertreter
-er Locarnomächte bestehen werde.
Ungarische Erwartungen.
Der Friedensplan der deutschen Regierung
wird von den ungarischen Regierungsblättern
als ein großer Aufbauplan bezeichnet. Unter:
Hinweis der Aufnahme des Planes in der
englischen Oeffentlichkeit sprechen die Blätter
die Erwartung aus, daß nunmehr unverzüg
lich auf der Grundlage der deutschen Vor
schlüge die praktischen Friedens- und Sicher-
heitsverhanölungen beginnen.
Spanische Stimme«.
Die spanische Presse, einschließlich der Links
zeitungen, veröffentlicht am Donnerstag über
viele Spalten und unter großen Ueberschriften
die deutschen Vorschläge. Der Außenpolitiker
der bedeutendsten spanischen Zeitung „ABC"
nennt das deutsche Dokument ein Musterbei
spiel von Klarheit und Logik.
Brüssel.
Der großzügige Friedensplan hat in Bel
gien starke Beachtung gefunden. Sämtliche bis
her erschienenen Blätter veröffentlichen den
vollen Wortlaut des deutschen Planes, so daß
dem Leser eine unvoreingenommene eigene
Prüfung der neuen Friedensoffensive Hitlers
ermöglicht wird.
Die italienische Presse
berichtet in langen Auszügen über den deut
schen Friedensplan, enthält sich jedoch einst
weilen jeder Stellungnahme.
Englische Mißstimmung
über die starre Haltung Frankreichs
Die Londoner Morgenblätter schreiben, daß
das Verständnis für den deutschen Standpunkt
in England im Zunehmen begriffen ist. Das
geht vor allem aus dem Eindruck hervor, den
die überscharfe Ablehnung der deutschen Ant
wort durch Frankreich in London gemacht hat.
Sämtliche Blätter, mit Ausnahme der Mor-
ningpost, lassen erkennen, daß sie die fran
zösische Haltung zwar verstehen, aber nicht
billigen können.
Die Times begrüßen in ihrem Leitartikel
die dreiwöchige politische Pause, die Dr. Goeb
bels in Deutschland angekündigt habe und er
klärt, es gebe keinen besseren Frieden im
Augenblick. Was jetzt benötigt sei, sei Zeit für
eine Prüfung des umfangreichen Materials,
das auf dem Tisch liege. Das beste Heilmittel
für die Neurasthenie und die Erregbarkeit der
europäischen Politik sei eine nüchterne und
ruhige Prüfung der Heilmittel, die für die
Krankheit vorgeschlagen worden seien. Der
erstaunte Engländer, der einige der gestrigen
Kommentare der Pariser Presse gelesen habe,
werde bei ihnen zum mindesten eine Art
„klinisches Thermometer" anwenden müssen.
Diese aufgeregte Haltung sei natürlich völlig
wertlos. Eine Lösung für die Lage finde man
jedoch in den wenigen gemäßigten französi
schen Stimmen, die zugeben, daß die deutschen
Anregungen die Grundlage für eine Erörte
rung abgeben könnten, wenn man des deut
schen guten Glaubens sicher sei. Alles läge
natürlich in dem „Wenn". Wenn man unter
allen Umständen und für immer ableugne, daß
es so etwas wie einen guten Glauben Deutsch
lands gebe, so könne dies nur zur Katastrophe
führen. Wenn Deutschland sich augeboten
haben würde, sich einer erniedrigenden Buße
zn unterwerfen, um der Sache der Heiligkeit
der Verträge zu dienen, hätten die berufs
mäßigen Kritiker immer noch der Welt ver
sichern können, daß dies ein Manöver sei, um
die britische öffentliche Meinung zu beein
drucken. Es sei in Wirklichkeit völlig un
wesentlich, ob Hitlers letzte Bedingungen dazu
berechnet seien, einen Eindruck in England zw
machen. Wenn die britische öffentliche Meinung
von ihnen beeindruckt werde, was sicherlich der
Fall sei, so geschehe das nicht deswegen, weil
die Engländer stärker geneigt seien als ihre
Nachbarn, sich täuschen zu lassen.
Auf die Frage der Generalstabsbesprechun-
gen übergehend erklären die Times, nach
britischer Ansicht bestände ihre einzige Auf
gabe darin, die französischen Aengste zu be
seitigen, damit eine leidenschaftslose Erörte
rung der verschiedenen Mittel erfolge, durch
die die gegenwärtigen Schwierigkeiten zum
gemeinsamen Nutzen entwirrt werden könn
ten. Dieser Wunsch Englands sei keinerlei
Hindernis für die Aufnahme von Verhand
lungen zwecks Herbeiführung eines Ueber-
einkommens. Es sei sicher, daß der einzige
praktische Weg für eine Prüfung der deutschen
Zusicherungen der sei, daß man sie annehme.
Daily Telegraph wendet sich in seinem Leit
artikel gleichfalls zunächst an Frankreich und
meint, daß der französische „Ausbruch" den
grundsätzlichen Unterschied in der Beurteilung
aufzeige, den Franzosen und Briten in bezug
auf die deutsche Denkschrift einnehmen. In
England herrsche die Neigung, über die un
mittelbaren Hindernisse für die Aufnahme der
Verhandlungen hinwegzusehen und die Hoff
nung auf den Friedensplan zu setzen. — Für
Frankreich seien die anfänglichen Erörterun
gen wichtiger. Britischerseits weigere man sich
jedoch, die Hoffnung aufzugeben, daß aus der
gefährlichen Lage nicht doch noch etwas her
ausgeholt werden könne, was Europa eine
bessere Friedensgarantie gebe. Was geschehen
könne, um zu beruhige«, sei geschehen. Das
englische Beistandsversprechen an Frankreich
und Belgien und die in Aussicht genommenen
Italiens Presse gegen England
Das Kriegsglück, das Italiens Heere in den
letzten Tagen auf den abessinischen Schlacht
feldern begleitet hat und seinen Höhepunkt mit
dem Marsch Staraces in das Tana-Seegebiet
fand, hat auch die europäische Diplomatie wie
der aufgescheucht. Wenn der Pariser „Temps"
und die französische Oeffentlichkeit plötzlich sich
der bedrohten englischen Interessen im Quell
gebiet des Nils annehmen, so macht Frank
reich damit den Versuch, Rhein- und Nilpoli
tik zu verkuppeln, um durch die Unterstützung
Englands in der einen Frage, die Hilfe Eng
lands in der anderen einzuhandeln. Die Kam
pagne der französischen Presse nach Wochen po
litischer Uninteressiertheit hat in Italien starke
Verstimmung hervorgerufen. „Popolo di No
ma" meint, die französische Presse wolle die
Schwierigkeiten zwischen Italien und England
mit dem doppelten Ziel verschlimmern, um in
europäischen Fragen eine italienisch-englische
Annäherung zu verhindern und eine franzö
sische Vermittlung unentbehrlich zu machen.
Angesichts der neuen italienischen Waffen
erfolge werden die ausländischen, besonders
englischen, Blätterstimmen, die von einem
Wiederaufleben des alten Fünferplanes oder
des Hoare-Laval-Projektes wissen wollen, in
römischen Kreisen nur mit einigem Lächeln
aufgenommen.
„Tribuna" betont, daß eine Besetzung des
Tana-See-Gebietes durch Italien absolut ver
einbar mit den Interessen Englands sei. Die
Berechtigung der englischen Interessen werde
in keiner Weise angefochten. Nach den Ereig
nissen der letzten sechs Monate und bei der in
Ostasrika von Italien geschaffenen militäri
schen Lage sei es jedoch klar, daß ein hartnäcki
ges Bestehen auf der Völkerbunds- und Sank
tionspolitik nicht mehr diskutabel sei.
In Rom wurden wieder englandfeindliche
Kundgebungen veranstaltet. Der Reuterkorre
spondent meint, die öffentliche Meinung in
Italien sei nach dem kürzlichen Siege in einen
derartigen Zustand der Trunkenheit geraten,
daß Italien kaum Friedensvorschläge unter
breiten werde« solange nicht die Ļstenjîoe des
Generals Graziani gegen Harrar stattgefunden
habe.
Der abcssinischc Gesandte in Paris hat eine
Note an den Völkerbund gesandt, in der drin
gend um Hilfe gebeten wird.
Die Schlacht am Aschangi-See.
Zu der bereits gestern gemeldeten Schlacht
unter dem Kommando des Negus wird be
kannt, daß unter den Gefallenen sich der Post
minister Wolde Markos, der Oberhofzeremo
nienmeister Ligaba Tasse, der die kaiserliche
Garde befehligte, und der Führer des Stam
mes der Asdo Galla, Awera Tela, befinden.
Die italienischen Toten und Verwundeten be
laufen sich auf 1200. Abessinische Meldungen
bestreiten die Niederlage und heben den To
desmut ihrer Truppen im Kampfe trotz Flie
ger und Gas hervor.
Generalstabsbesprechungen seien Maßnahmen,
die die Zeit und die Atmosphäre schafften, die
nötig seien, um die Völker an den Konferenz
tisch zu bringen.
Ganz energisch wendet sich die News Chro
nicle gegen Frankreich. Unter der Ueberschrist
„Was will Frankreich eigentlich?" weist das
Blatt darauf hin, daß Frankreich seit Been
digung des Krieges immer wieder versichert
habe, daß es Sicherheit wünsche. Frankreichs
Militärbündnisse im Osten hätten lediglich die
Gefahr vermehrt, gegen die es sich zu schützen
wünsche. Es sei ihm bisher nicht gelungen,
die britischen Garantien zu erhalten, die es
als ausreichend ansehe. Jetzt sei Frankreichs
Gelegenheit gekommen. Indem Frankreich
den deutschen Plan als Verhandlungsgrund
lage annehme, könne es eine Lage schaffen, in
der es wahrscheinlich die erwünschten Garan
tien eher erhalten würde, als jemals seit
Kriegsende oder jemals in Zukunft. Wenn
Frankreich wirklich Sicherheit wünsche, dürfe
es, wenn es klug sei, sich die Gelegenheit nicht
entschlüpfen lassen. Wenn das, was Hitler an
geboten habe, nach Frankreichs Ansicht „fan
tastisch" sei, wollten dann seine Staatsmänner
vielleicht nicht zum mindesten erklären, was
sie denn eigentlich zufriedenstellen würde?
Der Daily Herald schreibt unter der Uebcr-
schrift „Ruhe halten", daß Furcht und Aerger
nicht geeignet seien, Europa ans seinen Wir
ren und Gefahren herauszuführen. In Hit
lers Angebot sei zweifellos einiges enthalten,
was für französische Nerven höchst aufreizend
sei, aber derartiges sei auch in dem Weißbuch
für Deutschlands Nerven enthalten gewesen.
Der Aerger des Augenblicks dürfe aber nicht
die Zukunft einer ganzen Generation gefähr
den. Man müsse die Vergangenheit ruhen las
sen. In Hitlers Vorschlägen sei zum mindesten
eine Gelegenheit gegeben. Und könne irgend
jemand mit gesundem Menschenverstand sich
ohne Bedauern und Scham dessen erinnern,
wie in den vergangenen Jahren eine Gelegen
heit nach der anderen vertan worden sei?
Hier sei eine neue Gelegenheit gegeben. Die
Vorschläge Hitlers seien versöhnlich und nicht
herausfordernd. Sie müßten in vielen Punk
ten aufgeklärt werden. Diese Aufklärung sei
eine Arbeit, die Ruhe verlange.
129.
DNB. London, 2. April. Zur Ueberreichung
des Briefes über die Generalstabsbesprechun
gen erklärt Reuter u. a., die Tatsache, daß der
Brief am Donnerstag ausgehändigt wurde,
bedeute nicht, daß die in ihm vorgesehenen
Verpflichtungen, die sich streng auf der Grund
lage der Gegenseitigkeit hielten, in Kraft ge
treten seien.
Sie würden erst dann wirksam werden, nach
dem in einer Konsulation zwischen der briti
schen, der französischen und der belgischen Re
gierung entschieden worden sei, daß die Ver
söhnungsversuche fehlgeschlagen seien.
Kleine Entente protestiert gegen Oesterreichs
Wehrsreiheit
Niemand in der Welt könnte an sich etwas
dagegen haben, wenn ein geographisch so un
günstig gelegenes Land wie Oesterreich die un
möglichen Wehrbestimmungen des Vertrages
von Trianon abstreift, um sich seine Wehrfrei
heit zu sichern. Wer aber im Glashaus sitzt,
sollte nicht mit Steinen werfen! Und das halb
offiziöse Neuigkeits-Weltblatt in Wien hätte
zu allererst Grund, im Brustton der Ueber
zeugung auf die Legalität des österreichischen
Verfahrens hinzuweisen mit einer ebenso dum
men wie völlig überflüssigen Seitenbemerkung
über das „vertragsbrecherische Verfahren
Deutschlands". Die deutsche Oeffentlichkeit hat
sich gegenüber der österreichischen Wehrfrei
heitserklärung durchaus loyal verhalten, ent
sprechend den bereits einmal früher getroffe
nen Vereinbarungen. Wie wenig aber das ge
nannte Wiener Blatt Grund hat zu derartigen
Ausfällen, zeigt jetzt am besten der Protest
schritt der Kleinen Entente und das Echo, das
der Wiener Schritt vor allem in AugoLtĢie»
gefunden hat. Herr Titulescu möchte schon im
Hinblick auf Ungarn und Bulgarien die Sache
vor den Völkerbundsrat bringen. Dort müßte
es sich ja allerdings zeigen, ob dieser Schritt
Oesterreichs hinter dem Rücken der kleinen
Entente mit Frankreich und Italien verein
bart worden war. Träfe dies zu, dann hätten
wir einen neue» Beweis für die Doppelzün
gigkeit der französischen Völkerbunds- nnd
Vcrtragspolitik.
««ranlworiUcher HauprschrifNtiter mw Herausgeber: Fer
dinand Möller.
Stellvertreter de» Hauptschriftlelters: Herbert Puhlmann«
Verantwortlich für Politik: Herbert Puhlmann; für den Sri»
lichen und allgemeinen Teil: Adolf Eregori; für den wirt
schaftlichen Teil: Dr. Cl. Bielseldt; für de» provin
ziellen Teil: Karl Müller, alle in Rendsburg.
Bildveranlwortliche: Ressortleiter.
Verantwortlicher Anzetgenletter: Karl Jacobsen, Rendsburg«
Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhn«, Rendsburg,
D-»A- Echleswig.Holfteinische Landeszeitung (Rendsburgs
Tageblatt - Hohenwestcbter Zeitung / Die Landpofl
Hanerau-Hademarfchen — Eüderbraruper Tageblatt),
D.-S. U, *Ö iS 833 W, m 7.
»0
E:
Ai
länd
etwa
Flie,
Luft
Und
Schu
vora
wer!
bewc
den;
findt
Lank
sport
uen
schrii
reich
Seist«
volle
gesti
ernt
derp
Holsi
Tag«
Ar
„Das geschickteste diplomatische Dokument
seit Bismarcks Tagen".
Das englische Abendblatt „Star" überschreibt
seinen Leitartikel mit den bezeichnenden Wor
ten „Der Weg ist offen". Hitlers Antwort, so
wird darin ausgeführt, sei vielleicht das ge
schickteste diplomatische Dokument, das seit
Bismarcks Tagen aus Berlin gekommen sei.
Man könne sich nicht gegen das Gefühl wehre«,
daß im neuen Deutschland die Diplomatie
an Geschicklichkeit beträchtlich zugelernt habe.
„Wir sind dafür", so erklärt das Blatt u. a.
weiter, „die deutsche Antwort für das zu neh
men, was sie sein will. Wir sind dafür, keine
Anstrengung zu scheuen, um Deutschland an
den Verhandlungstisch zn bringen, gleichzeitig
aber machen wir der britischen Regierung kei
nen Vorwurf, weil sie den Entschluß gefaßt
hat, die vorgeschlagenen Stabsverhandlungen
weiter gehen zu lassen."
Rach einer Kritik an Einzelheiten des deut
schen Friedensplanes, die sich das Blatt offen
bar nicht ersparen zu können glaubt, heißt es
zum Schluß: „Sollen wir nun demnach die
ganze Sache aus dem Handgelenk werfen und
uns in militärische Bündnisse stürzen? Ent
schieden Nein! Die Besprechungen müssen
weiter gehen."
Nc
jetzt
das
verst
leitn
Mitt
Ren-
Müt
Sie
$ ;
hält
Säle
ab. (
auch
Untc
mit
spiel
Dem
an. !
des
und
recht
gunc
die Ì
haft
Uche
Son
Got,
Geis
rüst.
*
1. A
m
Dtü,
und
9. IS
im 5
viel,
aus,
fege
hint