Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

„ . Bcttiitff? SolscheioîM! 
Erst vor kurzem hatte öie fowjctrussische 
Militärzeitschrift in großer Aufmachung einen 
Plan veröffentlicht, wonach Deutschland so un 
gefähr die Mehrheit der europäischen Länder 
bis zur russischen Ukraine einschließlich einfach 
annektieren wolle. Das ist zu albern, um als 
Hetze noch irgendwie wirksam zu sein. Der 
neueste Schlager Moskaus aber besteht in 
einem — halten Sie sich fest! — 35-Jahresplan, 
nachdem schon die beiden wirtschaftspolitischen 
6-Jahresplüne ein allbekanntes Fiasko erlit 
ten haben! Man will also bis zum Jahre 1970 
die Bevölkerung Rußlands von ungefähr 160 
Millionen auf 300 Millionen bringen und zur 
Erreichung dieses Zieles sogar die geltenden 
bevölkerungspolitischen Gesetze als unbrauch 
bar über den Haufen werfen. Diese Bankrott- 
reklürung der bisherigen soziologischen Grund 
richtung der Sowjets ist freilich noch einmal so 
interessant wie die Frage, wie man jene utopi 
schen 800 Millionen Menschen halbwegs ernäh 
ren will, nachdem bei einer halb so großen Be 
völkerung alljährlich ein bis zwei Millionen 
in den Hungereptdemien elend verrecken müs 
sen. Darüber macht man sich in Moskau trotz 
des wirtschaftlichen Chaos und trotz des völlig 
verluderten Eisenbahnwesens anscheinend 
keine Sorge. 
* * ' 
§Möon sucht die „durchlässige" Stelle. 
Zu den mancherlei außenpolitischen Sor 
gen der englischen Regierung ist seit der Er 
klärung des Schatzkanzlers über das neue 
Budget auch noch die Frage gekommen, a» 
welcher Stelle der Beamtenapparat der Re 
gierung wohl durchlässig fein könnte. Es hat 
ungeheures Aufsehen erregt, als sich unmit 
telbar nach der Unterhauserklärung Neville 
Chamberlains herausstellte, daß ein Perso 
nenkreis von etwa rund 200 Mitgliedern am 
Tag vor der Etatsreöe bei Lloyds entweder 
seine Versicherungen gegen Steuererhöhungen 
erheblich steigerte oder überhaupt eine solche 
Versicherung mit hoher Prämie abschloß. 
Diese Versicherungen wurden bereits 24 
Stunden später durch die Negierungsmittei 
lung über die Erhöhung der Einkommensteuer 
fällig, brachten der abschließenden Firma 
Millionenverlust ein und verursachten einen 
Sturm der Entrüstung und der Anfragen be 
der Regierung. Augenblicklich ist die Leitung 
von Lloyds mit einer Untersuchung beschäftigt, 
öie den angenommenen Indiskretionen bis 
auf ihren unmittelbaren Ursprung nachgehen 
will. Die englische Regierung ihrerseits hat 
sich stark gemacht, auch die intimsten Hinter 
gründe jener Indiskretionen aufzudecken. 
Man erinnert sich freilich, daß beispielsweise 
auch die Quellen bis zum heutigen Tage nicht 
aufgedeckt sind, die zu den italienischen Ent 
hüllungen über den bekannten Maffay-Bericht 
führten. 
* » * 
Gegen die Sachsen-Verulknng. 
Angriff gegen die Herabwürdigung 
des Dialektes. 
NSK. Dresden, 29. April. Zum ständigen 
„Humor-Fundus" der Witzblätter, der Bühnen 
und auch des Films gehört seit langer Zeit der 
Sachse, dessen Dialekt billige Effekte erzielen 
sollte. Nun hat sich der Leiter der Nachrichten 
stelle an der Dresdner Staatskanzlei, Oberre 
gierungsrat Arthur Graefe, gegen die Verul- 
kung eines sächsischen Dialektes und eines säch 
sischen Menschen verwahrt. Dabei wird betont, 
daß der „gemiedliche Sachse" als der „dumme 
August des deutschen Volkes" eine starke Schä 
den verursachende Verunglimpfung deutscher 
Volksgenossen und einer deutschen Volks 
gruppe darstellt. 
Oberregierungsrat Graefe kündigt einen 
Kampf gegen die verzehrende Verspottung 
eines deutschen Dialektes an, der sich auch auf 
den Film erstrecken wird. Besonders im Film 
sind häufig genug „Sachsen" aufgetaucht, deren 
Benehmen und Gerede den gebürtigen Sach 
sen, der sein Land, sein Volk und seinen Dia 
lekt liebt, verärgern und kränken mußte. Da 
bei soll auf die beliebte Methode oberflächlich 
arbeitender Filmautoren hingewiesen werden, 
die, wenn ihnen nichts Humorvolles mehr ein 
fiel, eine blöde Szene mit einem in dieser 
Form niemals existierenden sächsischen Ehe 
paar auf Reisen als Geistesblitz einstreuten. 
Außenpolitische Wochenübersicht 
Die Quittung auf den SoŞZeàMkt 
Die erste Etappe der französische» Wahlen. — Der Blnt-Terror in Spanien. 
Japan und Moskau 
Gtoßkimdgebmigen mit Rudolf Hetz. 
NSK. Am 25. Mai findet in der Deutschland 
halle in Berlin eine Kundgebung der NS.- 
Frauenschaft statt, auf der der Stellvertreter 
des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, spre 
chen wird. Am 4. Juni spricht Rudolf Heß 
gleichfalls in der Dcutschlandhalle in einer 
Großkundgebung zur deutschen Beamtenschaft. 
Weiterhin wird der Stellvertreter des Füh 
rers auf einer Tagung der Gebietssührer und 
Bannführer der Hitlerjugend in Braunschweig 
sprechen. Am Sonnabend, dem 16. Mai, wird 
Rudolf Heß anläßlich der feierlichen Eröffnung 
des Juristentages in Leipzig das Wort ergrei 
fen. 
Das englische Kabinett hat am Mittwoch in 
der üblichen Wochensitzung den Fragebogen 
besprochen, der die deutschen Friedensvor- 
schlüge betrifft und der in einigen Tagen auf 
diplomatischem Wege nach Berlin geleitet wer 
be» joü. 
Die französischen Wahlen haben, soweit sich 
das vor den Stichwahlen schon übersehen läßt, 
den erwarteten Linksruck gebracht. Aber wenn 
nicht alles täuscht, spielt sich dieser Linksruck 
innerhalb der linken Gruppe, der sogenannten 
Volksfront ab und nicht auf Kosten der Mittel 
und Rechtsparteien. Das heißt, daß die Kom 
munisten die eigentlichen Sieger der Wahl 
sein werden. 
Die französische Oeffentlichkeit ist überrascht 
und schlügt Alarm. Der außenstehende Be 
obachter aber sieht in dem Anwachsen der 
kommunistischen Stimmen nur die selbstver 
ständliche Folge einer französischen Außenpoli 
tik, die sich zu einem wesentlichen Teil auf das 
kommunistische Rußland stützt. Das Wachsen 
des französischen Bolschewismus ist, woran 
niemand zweifelt, und was jedem klar war, 
nur offenbar nicht den Franzosen selbst, eine 
durchaus nicht überraschende Wirkung des 
Sowjetpaktes. Warum also plötzlich Alarm? 
Es sieht im übrigen nicht so aus, als ob, von 
den Veränderungen innerhalb der Links 
gruppe abgesehen, sich das Kräfteverhältnis 
in der französischen Kammer verschiebt. Aller 
Voraussicht nach wird die bürgerliche Linke an 
der künftigen Regierung beteiligt sein. 
* 
Es ist bezeichnend, daß in Frankreich jetzt 
selbst diejenigen bürgerlichen Blätter, die die 
Bestätigung des Frankosowjetpaktes unter- 
tützt haben, das Gespenst eines kommunisti 
schen Umsturzversuches an die Wand malen. 
Der blutige Terror, der in der vergangenen 
Woche in Frankreichs südlichstem Nachbarland 
wütete, die Reise von annähernd 100 offiziel 
len bolschewistischen Agenten nach Spanien, 
unter denen sich so „erprobte" Aufwiegler be 
finden wie Bela Khun und Bucharin, läßt ja 
auch deutlich genug erkennen, daß Moskau in 
Spanien seine Zeit für gekommen hält, und in 
der Tat deutet manches darauf hin, daß ein 
Uebcrgreifen der spanischen Unruhen auf 
Frankreich nicht nur denkbar, sondern wirklich 
geplant ist. 
Die brennenden Kirchen und ermordeten 
Bürger in Spanien werden aber hoffentlich ein 
ausreichender Anschauungsunterricht für das 
französische Bürgertum gewesen sein, um sich 
gegen den wachsenden Kommunismus ent 
schlossener zur Wehr zu setzen, als es das spa 
nische Bürgertum getan hat. 
r: ‘ ' > - 
Die Italiener setzten in der vergangenen 
Woche ihren Vormarsch auf die abessinische 
Hauptstadt fort. Im Westen des Landes 
wurde das gesamte Gebiet um den Tanasee 
besetzt, der nach italienischen Ankündigungen 
Flugstützpunkt werden soll. Nunmehr ist also 
das gesamte britische Interessengebiet in der 
Hand der Italiener. Aller Voraussicht nach 
wird Großbritannien auf der Maitagung des 
Rates noch einmal die Frage verschärfter 
Sanktionen auswerfen, aber der voraussicht 
liche Ausgang der französischen Wahlen eröff 
net kaum Aussichten, daß Frankreich dann 
anderer Meinung über die Sanktionen sein 
wird als bisher. 
* 
Aegypten hat in dieser Woche seinen Mon 
archen Fuad I., den ersten konstitutionellen 
Herrscher des Landes, verloren. Fuad hatte 
es namentlich während des Krieges, als die 
ägyptischen Nationalisten den entschlossensten 
Kampf gegen Großbritannien forderten, ver 
standen, sein Volk mit Ruhe und Vorsicht durch 
die Gefahren zu lenken, die der Weltkrieg für 
es mit sich brachte. Der Erfolg dieser Politik 
hatte ihm Recht gegeben: Aegypten erlangte 
nach dem Krieg seine volle Autonomie und fast 
seine ganze Souveränität. 
König Fuad starb in einer Zeit, die innen- 
und außenpolitisch für Aegypten nicht leicht ist. 
Es wird sich erst zeigen müssen, ob der Regcnt- 
schaftsrat, der für die nächsten Jahre an Stelle 
des minderjährigen Königs die Regierung 
führt, es ebenso wie Fuad verstehen wird, im- 
Avanti! — Was Wird aus Aegypten? 
mer den Ausgleich zwischen den widerstreben 
den Interessen in Aegypten, den Nationalisten 
auf der einen und den Briten auf der anderen 
Seite, zu finden. 
In Moskau fanden japanisch-sowjetrussische 
Besprechungen über Fragen der Wirtschafts 
beziehungen und die Einsetzung gemischter 
Grenzkommissionen statt. Aehnliche Diskussio 
nen sind in Tokio seit Monaten im Gange, 
ohne daß man bisher zu einer Einigung ge 
langen konnte. Auch die Moskauer Gespräche 
scheinen die Bemühungen um friedliche Be 
ziehungen zwischen den beiden großen Mäch 
ten des Fernen Ostens nicht gebracht zu ha 
ben. Alles bleibt offenbar beim alten. 
Es ist in der Tat nicht damit zu rechnen, daß 
Japan den sowjetrussischen Wünschen nach 
geben wird, die eine Regelung aller Grenz 
fragen, einschließlich der mandschurisch-mongo 
lischen umfassen. Der aktivistische und antirus 
sische Putsch in Japan ist zwar unterdrückt 
worden, aber die Tendenzen der Aktivisten be 
herrschen, wenn auch in anderer und wesentlich 
gemilderter Weise ohne Zweifel auch die 
jetzige Außenpolitik Japans. 
Der Nrmöfrmk am 1. Mai 
DNB. Berlin, 29. April. Die Reichssendelei- 
tung führt am nationalen Feiertag des deut 
schen Volkes für alle deutschen Sender die 
Uebertragung folgender Veranstaltungen durch: 
8.00—9,20 Uhr: Jugendkundgebung im Berli 
ner Poststadion. Es spricht der Führer. 
Einleitend nehmen Reichsminister Dr. 
Goebbels und Reichsjugendführer Baldur 
von Schirach das Wort. 
10.30— 11.30 Uhr: Festsitzung der Reichskultnr- 
kammer im Deutschen Opernhaus, Berlin, 
mit der Verleihung des Buch- und Film- 
preises 1936 durch Reichsminister Dr 
Goebbels. 
12.00—12.30 Uhr: Funkbericht von dem Auf 
marsch der Millionen im Lustgarten und 
in den Aufmarschstraßen. 
12.30— 13.30 Uhr: Staatsakt im Berliner Lust 
garten. Es spricht der Führer. Die Eröff 
nungsansprache hält Reichsminister Dr. 
Goebbels. Das Schlußwort spricht Reichs 
organisationsleiter Dr. Ley. 
22.00—23.00 Uhr: Abendkundgebung im Ber 
liner Lustgarten. Es spricht Ministerprä 
sident Generaloberst Göring 
Die deutschen Sender bringen an diesem 
Tage ein großes Gemeinschaftsprogramm, das 
durch festlich-heitere Darbietungen dem Feier 
tag des deutschen Volkes Rechnung trügt. Le 
diglich für die Zeit von 20.50—21.00 Uhr hat 
jeder Sender Funkberichte von den Maifeiern 
seines Senöebereichs vorgesehen. 
Joachim von Rippentrop 43 Jahrs alt 
DD. Berlin, 29. April. (Eigenbericht.) Der 
außerordentliche und bevollmächtigte Botschaf 
ter des Deutschen Reiches, SS.-Brigadcsührer 
Joachim von Ribbentrop, vollendet am 30. 
April sein 43. Lebensjahr. Sein Name ist heute 
in der ganzen Welt bekannt und geachtet und 
bedeutet gleichzeitig das Programm einer 
neuen nationalsozialistischen Außenpolitik und 
eine starke Zukunstshoffnung. Das deutsch 
englische Flottenabkommen, das erste wahre 
Abrüstungsabkommen der Nachkriegszeit, ist 
untrennbar mit ihm verbunden. 
Seitdem hat sich in der deutschen Außenpoli 
tik nichts von Bedeutung ereignet, ohne daß 
Botschafter von Ribbentrop führend beteiligt 
war, denn er hat es verstanden, die ihm vom 
Führer gestellten außenpolitischen Aufgaben 
in wahrhaft nationalsozialistischem Geiste zu 
lösen. So war denn Botschafter von Ribben 
trop wie kein anderer berufen, im Ausland 
die Legende zu zerstören, daß das Dritte Reich 
nicht in der Lage sei, auf dem Gebiet der 
Außenpolitik nationalsozialistische Persönlich 
keiten von Rang herauszustellen. Heute ist 
Joachim von Ribbentrop, wohin man in der 
Welt kommt, der Repräsentant der national- 
ozialistischen Außenpolitik Deutschlands und 
genießt als solcher dank seiner hervorragenden 
geistigen und persönlichen Charaktereigenschaf 
ten und eines seltenen Einfühlungsvermö 
gens in die Psyche fremder Völker nicht nur 
hohe Achtung, sondern auch aufrichtige und 
herzliche Sympathien. Aber wie er sich die Her 
zen erobert hat, so gilt er gleichzeitig als ge 
fürchteter Gegner, weil sein eiserner Wille 
wohl in der Form, nicht aber in der Sache 
Entgegenkommen kennt. 
Joachim von Ribbentrop ist am 30. April 
1893 geboren. Er besuchte das Gymnasium in 
Metz, studierte in Grenoble und London Spra 
chen und war vor dem Kriege in Kanada als 
elbstündiger Unternehmer tätig. Bei der Mo 
bilmachung 1914 kehrte er unter Schwierig 
keiten nach Deutschland zurück. Als kriegs- 
freiwilliger Fahnenjunger zog er hinaus. Er 
wurde bald zum Leutnant befördert und er 
warb. bas Eijerue KrcĢ, und 2. Klaffe. Darr». 
war er dem Kriegsministerium vom Früh 
jahr 1918 ab zugeteilt, zunächst als Adjutant 
des Bevollmächtigten des Kriegsministers in 
der Türkei, 1919 als Adjutant des Bevollmäch 
tigten der deutschen Friedensdelegation. Den 
Abschied vom Heer nahm er im Jahre 1920 
als Oberleutnant. Als Inhaber einer Jmpvrt- 
und Exportfirma unterhielt er lebhafte Be 
ziehungen zum Auslande, insbesondere nach 
England und Frankreich. Im nationalsoziali 
stischen Sinne arbeitete er an der Wiederher 
stellung der deutschen Weltgeltung. Seine Be 
ziehungen zu der nationalsozialistischen Partei 
gehen bis auf mehrere Jahre vor der Macht 
übernahme zurück. Sein Haus in Berlin-Dah 
lem wurde ein bedeutsamer Mittelpunkt der 
wichtigsten Besprechungen. 
Nach der Machtergreifung erwarb sich Jo 
achim von Ribbentrop als außenpolitischer 
Mitarbeiter des Führers große Verdienste um 
die deutsche Außenpolitik im nationalsoziali 
stischen Geiste. Seit November 1933 gehört Jo 
achim von Ribbentrop dem Reichstag an. 
Am 20. April 1934 wurde er zum Beauftrag 
ten der Reichsregierung für Abrüstungsfragen 
ernannt, am 31. Mai 1935 zum außerordent 
lichen und bevollmächtigten Botschafter des 
Deutschen Reiches. In dieser Eigenschaft schloß 
er als Führer der deutschen Flottendelegation 
^ deutsch-«""ş'sche Flottenabkommen auf dem 
Fuße der Gleichberechtigung ab. Am 17. März 
1936 beauftragte ihn der Führer mit der Ver 
tretung des Reiches bei den Verhandlungen 
des Völkerbundsrates in London. Am 19. 
März 1936 vertrat ervor dem Rat den deut 
schen Standpunkt zum Memorandum der Lo 
carnomächte. Am 31. März überbrachte er den 
Friedensplan des Führers der englischen Re 
gierung und leitete damit die großen inter 
nationalen Besprechungen ein, bei denen ihm 
die führende Rolle zugedacht ist. 
Joachim von Ribbentrop ist mit der Tochter 
des Industriellen Otto Henkell und seiner 
Gattin Käthe, geb. Michel, verheiratet. Aus 
dieser Ehe stammen vier Kinder, zwei Söhne 
und zwei Töchter. > 
Von den Betriebsfeiern der NSG. „Kraft 
durch Freude" am Sonnabend und den Aus 
flügen und Fahrten der Betriebe am Sonn 
tag werden alle deutschen Sender Uebertra- 
gungen und Funkberichte durchführen. 
* 
Staggen miļ Eintritt der Dunkelheit 
wieder einziehen! 
Der Reichs- und Preußische Minister des 
Innern gibt im Einvernehmen mit dem 
Reichsminister für Volksaufklärung und Pro 
paganda folgendes bekannt: 
Es ist erneut beobachtet worden, daß die 
Reichs- und Nationalflagge an allgemeinen 
Beflaggungstagen nachts nicht eingezogen 
wird und häufig über die angeordnete Beflag- 
gungszeit hängen bleibt. Für die öffentlichen 
Gebäude ist vorgeschrieben, daß die Beflaggung 
um 7 Uhr morgens beginnt und bei Eintritt 
der Dunkelheit endet. Diese Vorschrift gilt auch 
dann, wenn die Beflaggung für mehrere Tage 
angeordnet worden ist. Die Bedeutung der 
Flaggenhissung erfordert, daß die Bevölkerung 
ihr Verhalten der behördlichen Regelung an 
paßt. Es ergeht daher die allgemeine Ausfor 
derung, daß bei Beflaggungen auch auf den 
Privatgebäuden die Flaggen morgens 7 Uhr 
gesetzt und mit Eintritt der Dunkelheit wieder 
eingezogen werden. 
* 
Freut Euch hes Lebens! 
„Freut Euch des Lebens, 
Froh seid zu jeder Stund', 
Hell Eure Augen, 
Lachend der Mund." 
Das Leben bringt oft Kampf und Müh', 
Doch wär's nicht schöner ohne sie,' 
Das Leben bringt uns Arbeit viel. 
Dann freut uns Tanz und Spiel: 
„Freut Euch des Lebens, 
Froh seid zu jeder Stund', 
Hell Eure Augen, 
Lachend der Mund." 
Ausschneiden 
und aufheben zum gemeinsamen Gesang!! 
* * * 
Emste Lage in Palästina. 
DNB. Paris, 30. April. (Eig. Funkm.) Wse 
aus Jerusalem berichtet wird, war die Polizei 
am Mittwochabend gezwungen, aus eine 
Gruppe von etwa 150 aufständische Eingeborene 
das Feuer zu eröffnen. Eine Anzahl von Ver 
letzten mußte in ein rKankenhaus eingeliefert 
werden. 
Alle Juden aus dem Viertel Murrara in 
Jerusalem seien in das Judenviertel der 
Stadt übergesiedelt, um vor Ueberfällen der 
Eingeborenen sicher zu sein. Im Lande breitet 
sich der Aufstand immer mehr nach Norden 
aus. Kraftwagen mit jüdischen Insassen wür 
den auf allen Landstraßen mit Steinen bewor 
fen. In Jaffa hätten die Aufständischen ein 
jüdisches Kraftwagengcschäft geplündert. Alle 
Schiffe, die neue jüdische Einwanderer bräch 
ten, hätten sie aufs erste auf Haifa absetzen 
müssen. 
Verantwortlicher Hauptschriftlester unv Herausgeber; ķş er. 
dinond Möller. ö 
Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Herbert Puhlmann. 
Verantwortlich für Politik: Herbert Puhlmann; für den ört 
lichen und allgemeinen Teil: Adolf Eregori; für den wirt 
schaftlichen Teil: Dr. Cl. Bielfeldt: für den provin- 
Ücllen Teil! Karl Müller, alle in Rendsburg. 
Bilbverantwortliche: Ressortleiter. 
Verantwortlicher Anzetgenleiter: Karl Jacobsen, Rendsburg. 
Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhne. Rendsburg. 
D*A- Schleswig-Holsteinische Landeszeitung (Rendsburgei 
Tageblatt - Hohenwestedier Zeitung / Die Landpost 
Hanerau-Hademarfchen - Eüderbraruver Tageblatt!, 
D--A- IH. 36 IS LSS M à 7
	        
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