Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

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Rendsburg, den 30. April. 
Ausklang der Handwerk-Leistungsschau 
„Nordischer Tag" 
Der gestern in Rendsburg von der Nordi 
schen Gesellschaft in Verbindung mit der NS.- 
Frauenschaft veranstaltete Nordische Tag 
diente der Werbung um Verständnis in breite 
ren Schichten für die Aufgaben, die der nordi 
sche Gedanke in seiner weltanschaulichen Prä 
gung dem heutigen Deutschland stellt. Die Gau- 
inspektenrin Frl. von Notz stellte in ihren 
Begrüßungsworten die Verbindung zwischen 
dem Nordischen Tag und der Leistungsschau 
des Handwerks her. Das Siegzeichen unserer 
nordischen Vorfahren, das der Führer auf die 
Fahne in den durch den Weltkrieg geheiligten 
Farben setzte, das Wort Dietrich Eckarts 
„Deutschland, erwache!", das jede Standarte 
verkündet, ist Bekundung desselben Geistes, 
der in der Ausstellung an die Handwerker, an 
die Größe ihrer nordischen Seele appelliert, 
alles das zu schaffen, was frühere Geschlechter 
leisteten, in den Formen unserer Zeit. Der 
heutige Vortrag solle diesen Weg vertiefen. 
Senator von Hofs-Bremen 
sprach in klar gegliederten Ausführungen 
über „Der nordische Gedanke als Aufgabe". 
Der nordische Gedanke bedeute Heimkehr zu 
volkhafter Ueberlieferung und Besinnung ans 
angestammte Eigenart. Er ist mit seiner Be 
tonung der Rasse Kernstück der national 
sozialistischen Weltanschauung, die alle Gebiete 
völkischen Daseins umfaßt. Die wissenschaftlich 
gesicherte Erkenntnis der Gesetzmäßigkeit der 
Vererbung — geistig, seelisch, körperlich — 
lehrt, daß schöpferische Kultur untrennbar mit 
der Rassenseele verbunden ist und sich nicht von 
Volk zu Volk tragen läßt. Hohe Kulturen san 
ken dahin, wo immer durch Eroberung oder 
Unterwanderung die Einheit des Blutes ge 
fährdet wurde. Im deutschen Volk kreist ein 
zur Hälfte nordisch bestimmter Blutstrom! es 
folgt der ostische Anteil mit 20% und der 
dinarische mit 10%, Dieses Blut verbindet 
uns mit den nordischen Kulturen des Alter 
tums in Asien und Südeuropa, deren aller 
Ausgangspunkt in Mitteleuropa zu suchen ist. 
Neben dem Blute bestimmt in zweiter Linie 
der Raum das Volk. Ein ausgewandertes 
Volk wird nur dort auf die Dauer gedeihen 
können, wo die Umwelt der ursprünglichen 
ähnlich ist. Die Wechselbeziehung zwischen 
diesen beiden Größen hatte im klimatisch 
rauhen Nordeuropa eine strenge Auslese aller 
lebensuntüchtigen Menschen zur Folge. Ein 
nordischer Weiser des Griechentums konnte 
das Wort prägen: „Der Kampf ist aller Dinge 
Vater". Der Kampf um den Raum war für 
Deutschland einigermaßen erfolgreich, der 
Kampf um die Rasse ging seit dem 30jährigen 
Kriege ständig verlustreicher für den nordischen 
Anteil aus. 
Beim Aufbau unseres völkischen Lebens steht 
die Forderung nach einer arteigenen Gemein 
schaft voran. Sie stützt sich nicht mehr auf die 
Einzelpersönlichkeit, sondern setzt tiefste rassen 
seelische Verbundenheit eines reineren Men 
schentums, als wir es zur Zeit haben, voraus. 
Die aufbauende Rassenpolitik des Staates hat 
eine Steigerung des Menschentums durch 
Häufung der guten Erbanlagen zum Ziel. Es 
zeigt die Tiefe unserer Muttersprache, wenn 
sie das eine Wort Zucht für den sittlichen wie 
für den züchterischen Gedanken gebraucht. 
Wahrhaftigkeit, Treue, Tapferkeit als ausge 
sprochen nordische Tugenden sind das Ziel der 
Höherentwicklung. 
Der Redner beleuchtete daun die Wandlun 
gen, die auf den Gebieten der Wissenschaft, der 
Kunst und der Religion im Lichte rassischer 
Geschichtsbetrachtung erfolgt sind. In der Ge 
schichtswissenschaft beispielsweise schärfte die 
Erforschung der Rassenfrage die Gewissen, im 
mer klarer die Aufgaben zu erkennen, die uns 
das Schicksal gestellt hat. Bei der Kunst verlor 
man über die erlernbare, formale Seite den 
seelischen Inhalt. Die Kunst eines Volkes 
muß Ausdruck seiner Rasse sein. Noch harren 
wir des begnadeten Künstlers, der das Schick 
salslied unserer Rasse in ewige Formen ban 
nen wird und der höchsten Kunst wieder gottes 
dienstliche Bedeutung verleiht. Die Kunst soll 
weiter der Erhebung und Vervollkommnung 
des Menschen dienen, indem sie den Sinn für 
das rassische Ideal schärft. Sie gedeiht damit 
nicht zur Oberflächlichkeit, sondern zu charak 
tervoller Eigenwilligkeit. Bei der Religion hat 
insbesondere in der Jugend der Versuch zur 
Ueberbrückung der Kluft zwischen Weltan 
schauung und Gottesglauben begonnen. Hier 
ist das Wort Rosenbergs programmatisch, daß 
der Streit um die Dogmen zu Ende und das 
Ringen um die ewigeu Werte begonnen hat. 
Nach einem Rückblick auf germanische und 
christliche Religiosität und Frömmigkeit stellte 
der Redner für die Zukunft fest, daß die in der 
Rassenseele wurzelnden Grundwerte des nor 
dischen Rassebewnßtseins nicht wieder verloren 
gehen würden. 
Der uralte Traum nach einer besseren Welt 
war durch den liberalen Fortschrittsglauben 
nicht zu verwirklichen. Edleres Menschentum 
kann niemals durch verbesserte Umweltbedin- 
gungen geschaffen werden. Einzig und allein 
die Gesetze der Vererbung führen hinauf oder 
hinab. Soweit das Ziel entfernt sein mag, 
der Wille, es zu erreichen, ist größer als alle 
Widerstände. Die Kraft zu diesem Wege gibt 
der Glaube an das ewige Deutschland. 
Die aufmerksam folgende Zuhörerschaft 
dankte Senator von Hoff durch lebhaften Bei 
fall. Im Schlußwort gedachte Kreiskulturwart 
Pg. P u h l m a n n des erfolgreichen Verlaufs 
dieser Leistungsschau, für den der NS.-Frauen- 
schaft und der Handwerkerschaft Dank gebühre. 
Im gemeinsamen Schaffen unter gemeinsamer 
Zielsetzung sei eine Ausstellung zustande ge 
kommen, die eine Ausweitung der handwerk 
lichen Leistung bedeute und bis vor der Macht 
übernahme nicht möglich gewesen wäre. Die 
Einführung in nordisches Gedankengut sei kein 
Spiel mit leeren Begriffen. Alle Erfolge stehen 
ursächlich im Zusammenhang mit diesem Ge 
danken, der die Wirklichkeit unseres Lebens 
bestimmen wird und schon bestimmt. Der Red 
ner schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer. 
Einen großen Teil des Programms des Ta 
ges bestritt Musikdirektor H. Kruse und seine 
ehemalige Privat-Militärmusik-Vorschule, die 
diszipliniert und sicher eine Reihe klangvoller 
Musikstücke darbot. Der Sprech-Chor „1923" 
von Dietrich Eckart mahnte glaubensstark die 
Hàişşche Handwerker in alter Zeit 
Die Ausstellung und Leistungsschau der 
Handwerker in der Stadthalle gibt Veranlas 
sung, der Handwerke zu gedenken, die hier 
früher von Bedeutung waren, jetzt aber ver 
schwunden oder zumindest in ihrer Tätigkeit 
eingeengt sind. 
Das älteste Handwerk überhaupt ist wahr 
scheinlich die Töpferei, und der erste Hand 
werker war die Frau. Die ältesten Tongcfüße, 
die man in der Welt kennt, stammen aus 
Funden aus Schleswig-Holstein und .Jüt 
land. Schon vor etwa 10 000 Jahren war diese 
Technik hier in unserem Lande bekannt und 
wurde noch in der jüngeren Steinzeit so ver 
vollkommnet, daß man von einer Töpferkunst 
sprechen kann. Da in einer Zeit, wo es nur 
eine „geschlossene Hauswirtschaft" gab, d. h. 
wo alles, was im Hause gebraucht, auch im 
Hause selbst hergestellt wurde, die Frau selber 
ihre Tongefüße herstellen mußte, so kann man 
bei den Germanen von einer Volkskunst 
sprechen und daran die hervorragende Bega 
bung der Bewohner unseres Landes für Tech 
nik erkennen. Nach Erfindung der Töpferei 
war alles Vervollkommnen doch immer nur 
ein Nachahmen,' aber auch darin zeigt sich das 
nachdenkliche und gewissenhafte Schaffen des 
deutschen Handwerkers, der dadurch zum besten 
und ehrlichsten Handwerker der Welt wird. 
Die Töpferei des Mittelalters war von der 
früheren nicht sehr verschieden, und noch vor 
etwa 100 Jahren verkauften in ganz Europa 
die sog. Tatern die schwarzen Taterntöpfe, die 
ihre Frauen in Jütland herstellten und die sich 
von der Keramik der Bronzezeit kaum unter 
scheiden. 
Vor 180 Jahren begann eine Blütezeit der 
heimischen Töpferkunst. In Schleswig, Eckern 
förde, Kiel, Lübeck z. B. und auch in Rend s- 
b u r g wurden Fayence- und später Stein 
gutwaren hergestellt, die noch heute unsere 
Bewunderung erregen. Kurz vor dem Welt 
kriege ging in Rendsburg die letzte Töpferei 
ein, während in N o r t o r f noch heute Meister 
Maaß seine Kunst ausübt. 
Eine uralte Hauskunst ist auch die Weberei. 
Spinnen und Weben waren ebenso Arbeits 
gebiete der vielbeschäftigten Hausfrau, und 
noch unsere Großmütter waren stolz auf die 
Leinenschätze, die sie selbst hergestellt hatten. 
Feinere Tücher aber, seltenere Muster, wie sie 
für die Trachten beliebt waren, und Beider- 
wand wurden vom Weber gemacht, der fast in 
allen Dörfern vertreten war. IR Rendsburg 
gibt es seit 50 Jahren dies Handwerk nicht 
mehr. Fabrikgründungen, wie die Zwillich 
fabrik 1729, die Leincnfabrik 1788 und die 
Parchentfabrik 1765, erschwerten dem selbst 
ständigen Weber das Fortkommen. 
Von großer Bedeutung war einst auch der 
Zinngießer. Zinnteller und Zinnkrüge fanden 
sich damals in allen Häusern. Das Rendsbur- 
ger Bier, das wohl nicht sehr stark eingebraut 
war, wurde um so eifriger getrunken,' davon 
künden die vielen Zinnkrüge, die z. B. im Be 
sitze der Schützengilden sind. Die Zinngeräte 
der Neuwerker Schützengilde stehen zur Ansicht 
im Museum. Dort ist auch eine kleine Konfekt 
schale, die ein Renösburger Meister, Joh. 
Joach. Ulrich, um 1776 gegossen hat. Sollten 
noch irgendwo die Gießformen auf einem Bo 
den lagern? 
Die neue Zeit mit ihren neuen Herstellungs 
methoden und modernen Ansprüchen hat viele 
Handwerke verdrängt, u. a. auch Gelbgietzer, 
Seiler und Gerber. Die Färber haben sich in 
Rendsburg gehalten. Gibt es noch Druckstöcke 
der Rendsburger Blaufärber? 
Es sind neue Berufe entstanden,' denn jede 
Zeit verlangt ihre Gemäßheit. Wir fordern 
heute vom Handwerker Einfachheit, Wahrheit 
und Klarheit in Material und Form. Vorbil 
der dafür finden wir nicht in sog. Prunkstücken, 
sondern im Volksgut aller Zeiten. 
Madsen. 
deutsche Seele, oft in Fesseln geschlagen, doch 
immer wieder siegreich wie das Sonnenlicht, 
in Geduld des großen Wenders der Geschichte 
zu harren. Der Chor der NS.-Frauenschaft 
sang den Kanon „Grüßet die Fahnen", eine 
Liedart, die sich durch das Gegen- und Mitein 
ander der Stimmen besonders für das Ge 
meinschaftssingen eignet und immer wieder 
mit Freude gehört wird. 
Die Sonderveranstaltungen der Ausstellung 
sind gleichzeitig ein guter Besuchermagnet. Im 
Anschluß an die Vortragsfolge strömte die 
schaulustige Menge noch einmal von Stand zu 
Stand, um in letzter Stunde die Leistungen 
des heimischen Handwerks zu bewundern. Auch 
dieser letzte Rundgang konnte nur den ersten 
Eindruck bestätigen — und er wird als ab 
schließendes Urteil bestehen —, daß der rück 
sichtslose Wettbewerb in den eigenen Reihen 
der Vergangenheit angehört und man sich ge 
einigt gegen alles das wendet, was in einem 
Jahrhundert verdorben wurde, all das, was 
seine letzte Ursache in einem schlechten Publi 
kumsgeschmack hat. In die Erziehung der brei 
ten Oeffentlichkeit war auch diese Ausstellung 
eingeordnet. Hier dokumentierte sich nicht ein 
kümmerliches Ueberbleibsel aus vortechnischen 
Zeiten, sondern ein ungeheurer Schatz an Er 
fahrungen, Kenntnissen, Fähigkeiten, eingesetzt 
in nicht zu unterdrückender Arbeitsfreude, 
warb durch die Leistung um das Herz des Vol 
kes. 0 
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Vereidigung in der SlMdarle 183. 
Die noch nicht vereidigten SA.-Männer der 
Standarte 163 waren gestern abend im Schüt 
zenhof zur Vereidigung angetreten. In einer 
schlichten, eindrucksvollen Feier nahm Stan 
dartenführer Christ die Vereidigung vor. Der 
Sturm 40/163 war als Ehrensturm mit der 
Standarte aufmarschiert. Standartenführer 
Christ stellte die Bedeutung des Eides heraus, 
dessen Heiligkeit jedem alten Soldaten bewußt 
sei. Es wird mit ihm eiue Verantwortung 
übernommen, von der es kein Zurück mehr 
gibt. Ob der SA.-Mann in Zivil oder in Uni 
form ist, immer steht er im Dienst, der heißt: 
Bedingungsloser Einsatz für das deutsche Volk. 
Zwei Minuten kann sich jeder SA.-Mann 
still überlegen, ob er diese Verpflichtung auf 
sich nehmen will. Dann spricht der Standarten 
führer, während die Musik leise das Lied „Ich 
hab mich ergeben" spielt, die Worte deS Eides 
vor und die Männer sprechen sie gemeinsam 
nach. Ernst klingt es: „Ich verpflichte mich, alle 
Befehle unverdrossen und gewissenhaft zu 
vollziehen ... denn ich weiß, daß mein Führer 
nichts Ungesetzliches von mir fordern wird ... 
Fahnen und Standarten werden mir heilig 
fein ... ich werde sie niemals verlassen ... Ich 
werde mich immer so benehmen, wie cs einem 
ehrlicbenden SA.-Mann geziemt." 
Dann gibt jeder der Vereidigten seinem 
Standartenführer die Hand und berührt gleich 
zeitig das Tuch der Standarte. Das Horst- 
Wessel-Lied bildet den Abschluß der feierlichen 
Handlung. 
Vor der Vereidigung fand eine Besichtigung 
der Musik- und Spielmannszüge für das 
Nordmark-Treffen durch Gruppenmusikinspi 
zient Standartenführer Suhle und durch 
Standartenführer Volquardsen statt. 
A«sschreib«ņgsergrSņis 
Die Ramm-, Erd- und Betonarbeiten an der 
Schleusenanlage im Verbindungskanal 
zwischen Eider und Nordostseekanal bei Ol 
denbüttel waren vom Preußischen Wasser 
bauamt in Rendsburg öffentlich in drei Losen 
ausgeschrieben. Die Hauptleistungen sind fol 
gende: Los 1 Rammarbeiten, rund 3500 Qua 
dratmeter eiserne Spundwände einschl. Ver 
ankerung usw.,' Los 2 Erdarbeiten, rund 7000 
Kbm. Erdaushub,' Los 3 Betonarbeiten, rund 
1700 Kbm. Beton ohne Baustofflieferung, sowie 
rund 1200 Quadratmeter Sohlenbefestigung. 
ForskÄnische 
Landeszeitung 
Sìrnbsburger Drgeblalt 
Donnerstag, den 30. April 1936. 
Erklärung 
Eine 2% Pfennig Zigarette braucht wegen ihres niedrigen Preises nicht schlecht Zu sein. 
ö°weis: Schwarz-Weiß 
die mustergültige echt makedonische 2'/2 Pfennig-Zigarette hält täglich öem Urteil von 
Millionen Rauchern stand, weil ihre gleichmäßige Güte immer aufs neue Zu voller 
Anerkennung zwingt. Schwarz-Weiß kann so gut fein, weil ihr hoher Umsatz die 
Verwendung edler und feiner Grienttabake gestattet. 
Zigarettenfabrik Greiling ZG. Dresden
	        
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