Object: Newspaper volume (1924, Bd. 2)

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Trotz der billigen Preise 
Teilzahlung gestattet 
Am Sonntag, den 4. Alai, ist unser 
GeschäftbisöUhrabendsgeöffnet 
Aus der Wahlbewegrmg 
Wir haben an dieser Stelle die offiziellen 
Wahlaufrufe der Deutschnationalen Volkspartei, 
der Deutschen Volkspartei, der Demokratischen 
Partei, der Vereinigten sozialdemokratischen Par 
tei veröffentlicht und geben nachstehend noch die 
uns inzwischen mit der Bitte um Aufnahme in die 
ser Rubrik zugesandten Aufrufe des Zentrums 
und der Schlew.-Holst. Landespartei wieder: 
Im Wahlaufruf der Deutschen 
Dentrumsparlei 
heißt es nach einleitenden Sähen: 
Der Weg zur inneren Ordnung und äußeren Frei 
heit ist hart und dornenreich. Unser Volk ist ihn unter 
Not und Entbehrungen heldenmütig geschritten. Unser 
Schicksal verlangt, daß wir ihn weitergehen. Alle die 
jenigen. die außerhalb der Verantwortung blieben, 
haben mit ihren Angriffen und aufreizenden Schlag- 
worten keinen anderen Weg zu zeigen vermocht. 
Die Leidenszeit unseres Volkes ist noch nicht vor 
über. Noch ringen wir mit der öffentlichen Meinung 
der Welk um eine gerechte Gestaltung und Anwendung 
des Versailler Friedensvertrages. Noch stehen wir nor 
unerfüllbaren Verpflichtungen und untragbaren Lasten. 
Hier eine Lösung zu finden ohne Preisgabe von Ehre. 
Recht und Freiheit, ist die alles überragende Aufgabe 
der deutschen Politik. -- 
Alle Bemühungen sind indes vergebens, wenn es 
uns nicht gelingt, die Grundlagen für unser wirtschaft 
liches Leben zu sichern. Im Mittelpunkt steht die Er 
haltung der festen Währung. Uebersät von namen 
losem Elend und zerstörtem Lebensglück ist' der Weg, 
den unser Währungsverfall genommen. Kein Opfer 
Darf uns zu groß erscheinen, um einem neuen Verfall 
vorzubeugen. Erhaltung der schwer errungenen Wäh 
rung ist Leben, neue Inflation ist Tod. — 
Aus diesen Erwägungen heraus hat die Zentrums 
partei dem Ermächtigungsgesetz zugestimmt und ent 
schlossen alle Folgerungen für ihre Stellungnahme ge 
genüber den erlasfenen Notverordnungen gezogen. Diese 
Verordnungen enthalten Ungleichheiten und furchtbare 
Härten Wir wissen es. Was untragbar an ihnen ist, 
muß geändert werden. 
Der Beamtenabban ist nur durch die gegenwärtige 
Notlage verständig. Er muß durch sie begrenzt sein. 
Vor den wohlerworbenen Rechten der Beamten steht 
die Zentrumspartei schützend im festen Willen. Wir 
werden streng darauf achten, daß bei dem Abbau fach 
lich und gerecht verfahren wird, unnötige Härten ver 
mieden und nicht gerade jene Stellen davon betroffen 
werden, die zur Milderung schreiender Imparität ge 
schaffen worden sind. Die Veamtengehälter sind tun 
lichst bald angemessen zu erhöhen. — 
Die Not des Vaterlandes hat uns auch gezwungen, 
einer vorübergehenden Neuregelung der Eehaltsfest- 
fetzung, der Arbeitszeitfrage und der Fürforgemaßnaü- 
mcn zuzustimmen. Damit hat die Zentrumspartci ihre 
soziale Ueberlieferung nicht preisgegeben. Sie steht zu 
ihr unverrückbar. Wir wissen, daß die Arbeitskraft 
des werktätigen Volkes das wertvollste, unersetzliche 
nationale Gut und die Grundlage des Wiederaufbaus 
ist. Darum muß auf. Hebung der Lebenshaltung der 
breiten Massen des Volkes entschieden hingewirkt wer 
den. Die Zentrumspartei wird bleiben, was sie im 
mer gewesen: Der zuverlässigste Sachwalter der 
Schwachen und Hilfsbedürftigen, ihrer menschlichen 
und sittlichen Würde und ihrer unveräußerlichen Rechte. 
Wir bleiben rücksichtslose Gegner sowohl des sozialisti 
schen Materialismus und feiner unmöglichen Ziele wie 
des neuheidnischen Mammonismus. Für die Hinter 
bliebenen derer, die ihe-Leben für ihr Vaterland hin 
gegeben, für die Kliegsbejchäd'gtcn und für alle jene, 
die von der grausamen wirtschaftlichen und sozialen 
Entwicklung entwurzelt und in ihrer Existenz erschüttert 
worden sind, verlangen wir baldigste Besserung ihrer 
Versorgung. 
Die besondere Not unserer deutschen Landwirtschaft 
verlangt besondere Fürsorge Die Notlage bedroht in 
gefahrvoller Weise unsere Volksernährung, die auf der 
opfervollen Leistung unserer einheimischen Landwirt 
schaft beruht. Sie zwingt zu raschem Handeln. 
Der Schutz der nationalen Arbeit in Industrie und 
Landwirtschaft und die Erhaltung eines gesunden Mit 
telstandes. die Vereinfachung unserer Steuergesetz 
gebung und die Wiederherstellung steuerlicher Gerech 
tigkeit sind Forderungen des Zentrums. 
Dem nächsten Reichsrag werden Lebensfragen von 
Ehe und Familie, Schule und Kindererziehung, Bil 
dung und Iugendschutz zur Lösung überantwortet sein. 
Sie im Geiste christlichen Denkens und christlicher Sitte 
zur Entscheidung zu bringen und kostbare Güter vor 
Zersetzung zu schützen, ist Ehrenpflicht und Herzenssache 
für die Zentrumspariei. Wir fordern, daß die Be 
kenntnisschule reichsgesetzlich gesichert und ausgebaut 
wird. Der Einfluß des Christentums und der Kirche 
auf das öffentliche Leben muß gewahrt bleiben. 
Die Zentrumspartei will die deutsche Volksgemein- 
schast. Wir setzen bewußt beiseite alle trennenden Un 
terscheidungen, die unser Volk zerklüflen. Wir wehren 
uns gegen eine neue Spaltung, hervorgerufen durch 
eine sogenannte „neugermanische" Eeistèswelt, die un 
ser Volk verwirrt. Die Nation in all ihren gesunden 
Kräften, in allen Stammest und Ständen zusammen 
zufassen und ihren Blick über die schmerzlichen Verluste 
hinweg auf ein klares, besonnenes, verantwortungsbe 
wußtes politisches Handeln hinzulenken, ist unser Ziel. 
Wir «enden uns an alle Deutschen, die mit uns 
der Ueberzeugung sind, daß es für ein unglückliches 
Volk darauf ankommen muß, die ihm verbliebene Kraft 
zu sammeln und weise für seine Befreiung und seinen 
Aufstieg zu nutzen. Das deutsche Volk ist bedrängt, 
aber seine Zukunft ist nicht verschüttet. Ein Volk, das 
in tausendjähriger Geschichte durch wechselvolle Schick 
sale strahlender Größe und tiefen Verfalls sich hin- 
durchgerettet bat, wird nicht untergehen. 
Wir wenden uns an die deutschen Männer aller 
Stände, die ihrem Vaterlands dienen wollen, an die 
deutschen Frauen, die Hüterinnen christlicher Zucht und 
Ordnung, an unsere Zugend, in der ejn neuer christ 
licher und nationaler Lebenswille aufbricht. Sie alle 
rufen wir auf. 
Erfüllt gewissenhaft Eure Wahlpflicht! Ermun 
tert die Verdrossenen! Stützt die Wankenden! Sorgt 
dafür, daß alle wählen, würdig des Bürgerrechts, das 
ihnen verliehen wurde, im Sinne einer dem Vater- 
lande dienlichen Politik, deren zuverlässigste Trägerin 
die Zet. trumspartet stets war, heute ist und immer 
bleiben wird. 
Mit Gott in den Kampf für Wahrheit, Recht und 
Freiheit! 
Aufruf der Schleswig--Holsteinifchen 
Landespartei. 
In dem Aufruf heißt es ü, a,: 
Die kommenden Wahlen drohen unser Deutsches 
Volk in ein rechtes und linkes Heerlager zu spalten, 
politische Linksschwenkung im Anschluß an den ver 
lorenen Weltkrieg in frischer Erinnerung: ihre Nach 
wirkungen spüren wir bis Ije'-'e. Anstatt sich jetzt zu 
besinnen, und so das deutsche Vaterland zu seiner ach 
so notwendigen Ruhe kommen zu lassen, erstreben 
weile Kreise nunmehr eine mindestens ebenso starke 
Schwankung nach rechts wie vor fünf Jahren nach 
links. 
Wir Schleswig-Holsteiner find doch im Grunde 
unseres Herzens zu ruhig, zu nüchtern und zu verant- 
wortungsbewußt, um solche triebhaften politischen 
Augenülicksstimmungen ernstlich mitmachen zu können. 
Ganz gewiß haben auch wir die vielen unter dem 
Zeichen des revolutionären Zwanges und der gewalt 
samen Entrechtung stehenden Eingriffe in unser Le 
ben. die uns die Regierungen der letzten fünf Jahre 
bescherten, scharf verurteilt. Schwer empfanden wir 
ebenso den häufigen Mangel an nationaler Würde, 
der unserer Außenpolitik und unseren Parlamenten 
seit dem Weltkriege bedenklich anhaftete. Statt des 
Zwanges kennen gerade wir Schleswig-Holsteiner nur 
Freiwilligkeit an, nur Ehrfurcht vor dem alten Recht, 
statt Entrechtung deutscher Würde, statt nationaler 
Würdelosigkeit: unser stolzes Deutschbewußtsein, unser 
deutsches Rechtsempfinden und unser deutsches Ein- 
heitsbcdnrfnis haben wir hier im Norden vor allen 
andern Deutschen empfindlicher als verletzt empfun 
den, die wir diese Begriffe in tausendjährigem Erenz- 
kampf, wiederholt vom übrigen Deutschland im Stich 
gelassen, in uns besonders vertieft und verankert ha 
ben. Der politische Erundzug der Schleswig-Holsteiner 
ist als konservativ mit liberalem Einschlag zu kenn 
zeichnen, mit anderen Worten: wir besitzen in hohem 
Maße die alte deutsche Ehrfurcht vor dem gcfchichtlich 
Gewordenen, halten demgemäß auch an unseren erprob 
ten Stammeseig.entllmlichkeitcn fest, ohne den nüchter 
nen Sinn für die Erfordernisse der Gegenwart und für 
gesunden Fortschritt zu entbehren. Diese glückliche 
Grundlage für eine stetige und erfolgreiche Politik im 
Innern und nach Außen verträgt ebensowenig den 
heutigen plumpen Ruck nach rechts wie vorher den ge 
waltsamen Ruck nach links. 
Hörbares Säbelgerassel begleitet den jetzigen 
Laufschritt nach rechts: die selbstverständliche Folge 
wird ein Anziehen der Daumenschraube sein, die uns 
das übermächtige feindliche Ausland angelegt hat. 
Uns Schleswig-Holsteinern aber und unseren nie- 
dcrsächsijchen Slammesgcnvsscn kann noch aus einem 
zweiten sehr wesentlichen Grunde die extreme poli 
tische Rechtsschwenkung nicht gleichgültig sein: Wo 
sitzen die Leitungen der in Betracht kommenden 
Rechtsparteien? Ausschließlich in Berlin, der preußi 
schen Zentrale! Seien wir uns darüber recht klar: 
Kein schleswig-holsteinischer Landesvorstand irgend 
einer der bekanntesten deutsch-preußischen Parteien 
darf, beim besten Willen, das Interesse Schleswig- 
Holsteins irgendwie wahrnehmen, wenn die preußische 
Führung in Berlin es nicht will. Und daß die preußi 
sche Zentrale nicht den Willen und nicht die Fähigkeit 
besitzt, das besondere schleswig-holsteinische, im weite 
ren Sinne das niedersächstsche, ja nicht einmal das 
allgemein deutsche Grenzmark-Interesse hier im Norden 
Wahrzunehmen, haben wir im Lause der Vergangen 
heit bis in die Gegenwart hinein immer wieder schwer 
erfahren müssen. 
So wie die alte Schleswig-Holsteinische Landes 
partei 1866 geboren wurde ans dem Kampf uin das 
Recht und die Freiheit, die von Preußen genommen 
waren, so sind noch heute die Ziele der Landespartei 
klar umrissen durch die Worte: Recht und Freiheit! 
Alle Landsleute, gleich welcher Parteifchattiernng, 
sammeln mir unter dieser Losung zu einer schleswig- 
holsteinisch-deutschen Gemeinschaft, der die zersplittern 
de Klassenpolitik fremd ist. 
Recht und Freiheit soll unserm Heimatland von 
Preußen wiedergegeben werden, Recht und Freiheit 
soll auch jedem einzelnen unserer Landsleute werden. 
Wir treten vor allem dafür ein, daß diejenigen 
unter uns, denen durch die Schuld der Allgemeinheit 
ein Unrecht zugefügt ist, nach Möglichkeit wieder, ihr 
Recht erfahren. So haben die Rentner in den ver 
gangenen Jahren durch die ungesunde Währungspo 
litik des Staates ihr Ersparres verloren, sind viel 
fach um den Lohn jahrelanger schwerer Arbeit elend 
betrogen: ihnen gerecht zu werden ist eine Ehrenpflicht. 
Diejenigen Verufsstände, die wie die Kleinbauern 
durch ungerechte Sreuerbelastung an die Grenze ihrer 
Leistungsfähigkeit gebracht sind, der geistige Mittel 
stand, der schwer darben muß. alle andern wirtschaftlich 
Unterdrückten und unschuldig Leidenden sollen ihr 
Recht bekommen. Jedem unsere: Landsleute muß die 
Möglichkeit geboten werden, sich nvar nicht mühelos, 
aber dach durch fleißige Arbeit eine eigene bescheidene 
Heimstätte zu verdienen; die Seßhaftigkeit im eigenen 
Heim bildet die sicherste Gewähr gegen gährende Un 
zufriedenheit und Klassenhaß und vaterlandslose Ge 
sinnung. Das Großstadtelend ist durch planmäßige Um 
wandlung in Gartenstädte zu bannen; der weitere 
Bau von menschenunwürdigen Mietskasernen muß 
unterbunden werden. Dann hören auch die stets von 
den Großstädten ausgehenden Erschütterungen unseres 
Staats- und Wirtschaftsgefüges auf. 
„Völkisch" lautet ein neues Schlagwort im poli 
tischen Parteikamps. Wahre „völkische Stammeinheit u. 
soziale Geschlossenheit (Programm der Deutschvölkischen 
Freiheitspartei!) können nicht reiner verwirklicht wer 
den als in unserer Landespartei. Die Schleswig- 
Holsteinische Landespartei arbeitet bewußt an der Wie 
derherstellung der zerschlagenen völkischen Stammein 
heit und sozialen Geschlossenheit, um auf diesen allein 
tragkräftigen Fundamenten das große deutsche Va 
terland lebensfähig wieder erstehen zu lassen. 
Getreu unserm Eintreten für Recht und Freiheit 
und eingedenk unserer allen Erenzmarkaufgabe ver 
langen wir vom Auslande Freigabe der durch den 
Versailler Eewaltsrieden unrechtmäßig an Dänemark 
überantworteten' Landsleute in Nordschleswig. Die 
heutige deutsch dänische Landesgrenze erkennen wir 
nicht an. Gegen die noch weiter gehenden eiderdäni- 
schcn Ausdehnungsbestrebungen rufen wir alle Lands 
leute zur geschlossenen Abwehr aus. Wie in früheren 
Jahrhunderten gilt es jetzt wieder die Verteidigung 
deutschen Bodens gegen einen mächligen und zielbe 
wußten Gegner! — Ein schöner Zukunftstraum liegt 
leider noch in weiter Ferne: der Traum von einem 
deutsch-dänisch-skandinavischen Bündnis auf der natür 
lichen Grundlage germanischer Solidarität. 
Der Wahlvorschlag der Schleswig-Holsteinischen 
Lmidrsnartei steht auf dem Strmmzettei an 1v. Stelle, 
er enthält die Namen: 
1. Ferd. Peters, Hohenhain bei Nordhastedt, Landm, 
2. Dr. Ehr. Kühl. Bad Bramstedt, Arzt. 
3. E. Friedrichs. Meldorf, Malermeister. 
4. N. Schmidt, Lutzhösi (Schleswig), Landmann. 
Eiderdämsche Agitation in Angeln. 
Man schreibt uns aus Satrup: 
„Vor einigen Tagen wurden von Kindern, 
Haus für Haus, eine Broschüre, betitelt: „Die däni 
sche Gefahr", abgegeben. Wo die Abgabe nicht un 
bemerkt geschah, wurde, wie man hört, die An 
nahme verweigert. Andere sandten dieses, in dem 
deutsch geschriebenen Dänenblatt „Neue Flensb 
ger Zeitung", hergestellte Produkt als Druck!«, 
an die Adresse des sattsam bekannten „Lauen» 
ger Dänen" zurück. Sofern das Heft keine and 
weitige Verwendung bereits gefunden hat, ka 
die Zurücksendung an die bekannte Adresse " 
empfohlen werden. Diesen Herrschaften muß 9 
sagt werden, daß wir Angeliter uns diese' « 
kehrungsversuche" als Unverschämtheit verbin ' 
wenigstens aber erwarten, daß die Herrschaften ft 
Mut haben, offen und ehrlich. ihre Werbung a 
handhaben, und nicht Kinder als Handlanger » 
ihrem dunklen Treiben benutzen. Weshft 
haben diese Herren denn nicht den Mut, in f in 
öffentlichen Versammlung sür ihre Partei ein: 
treten? Oder fürchten sie das gewaltige ’ 
das sie sich zuziehen würden? Gleichzeitig sou 8 
sagt werden, daß uns die voll Gift und 
strotzenden Anwürfe, die im Dänenblatt mehr! 
unter dem Titel „Terror in Südschleswig" 
ne«, nicht beirren werden, den Weg der^Abw^ 
weiter zu beschreiten. Wir achten die Dänen, ! 
fern sie es von Geburt aus oder aus Ueberzeugu - 
sind. Unser Abwehrkampf gilt den landfremde' 
zweifelhaften Elementen, die erst in der Zeit 
rer schlechtesten Währung, bezw. als sie, teiln eü ' 
infolge wirtschaftlicher Rot — zu ihrer Entschft 
güng sei es gesagt — ein Speckpaket unter d 
Arm hatten, ihre dänische Gesinnung entdeckt • 
Daß unsere beständige Währung einen Umschau » 
gebracht hat, bezeugt die Tatsache, daß die Le! 
zahl der Tänenzeitung allein in unserm Postbe)' 
von 90 auf 20 zurückgegangen ist. sp." 
Eiderdänische Wahlmache in Eiderstedt. 
ws. Aus Eiderstedt wird uns geschrîeb^' 
Die eiderdänifche Partei (sog. „Schleswigs 
Verein") streckt ihre Fühler auch nach unsers 
Ländchen, dem allezeit treudeutschen, aus, und er! 
in den letzten Tagen hat Andresen-Kating im AM 
trage der Dänen und ihrer Wortführer hier 
all eine Flugschrift verbreitet, betitelt „Die dann 
sche Gefahr", selbstverständlich lediglich zu de 
Zwecke, bei der Wahl am 4. Mai Stimmen für ft 
Dünen einzufangen. Am Schluß heißt es da cl ^ 
wenig verschämt: „Willst du für die friesisch-ķ 
wigsche Bewegung eintreten, so gib ihr bei D . c 
Wahl deine Stimme. Tritt auf unsere Seite > 
den Kampf für ein freies Friesland." Die 
der Dänen hat sich bekanntlich mit Polen. Tscheckst 
und Wenden vereinigt, und alle dafür abgegeben 
Stimmen kommen nur den Polen zugute, die s ^ 
infolgedessen auf etwa 2 Sitze werden bringen 
neu. So dumm wird doch kein Eiderstedter ! c, <1 
daß er einen Polen als seinen Vertreter ** 
Berlin schicken will. Der Wahlvorschlag der 
nen aber ist, wie der Schleswig-Holsteiner-Pdd 
Eiderstedt sagt, „Deines Volkes, Deiner Heim^ 
Deiner Sprache Feind. Vergiß nicht Eiderstedt' 
daß Du ein Deutscher bist!" 
vermischtes 
Bagdad, 29. April. Flug Paris—Bagdad 
21/ 2 Tagen. Der französische Fliegerleutna 
d'Oisy hat die Reise von Paris nach Bagdad a 
einem Vrequet-Flugzeug in der erstaunlich ku^ 
Zeit von 2y 2 Tagen zurückgelegt. Er traf 
Samstagabend auf dem Wege nach Indochina 
ein. Der Flieger hat Paris am Donnerstag ^ 
lassen und erreichte noch an demselben Abend 2' 
karest. Von dort stieg er am Freitag früh ^ 
neuem auf, überflog Anatolien, erreichte am Abe> 
Aleppo und verließ es am Eamstagmorgen. *■ 
flog den Euphrat abwärts nach Bagdad, von '' 
er am Sonntagmorgen in der Richtung $6-* 
seinen Flug fortsetzte.
	        
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