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Vchleswig- kiolsiàisihe
'12g. Jahrgang. / Nr. 80.'/ Zweites Blatt.
Landeszottung
Rendsbrrrger Drgeblatt
Freitag, den 3. April 1936.
*. Rendsburg, den 3. April 1936.
Wanderpreis des Magistrats der Stadt Rendsburg
Segelfiug-Modellwettbewerb bei Ahrenstedt
Am Sonntag, dem 5. April, findet im Ge
lände der Höhe 18 bei Ahrenstedt von 9 bis
etwa 17 Uhr ein Modellwettbewerb der HJ.-
Fliegerschar 11/163 Rendsburg des Deutschen
Luftsport-Verbandes, Ortsgruppe Rendsburg,
und sämtlicher Rendsburger und Büdelsdorfer
Schulen statt. Bei diesem Wettbewerb starten
voraussichtlich 89 von den einzelnen Wettbe
werbern selbst gefertigten Modelle. Der Wett
bewerb dient gleichzeitig als Vorprüfung für
den Ostern 1936 in Lauenburg a. d. Elbe statt
findenden Modellwettbewerb der Luftsport-
Landesgruppe 3, Hamburg, des Deutschen Luft-
sport-Verbandes. Die Bewertung der einzel
nen Flüge erfolgt nach den strengen Vor
schriften der Reichsluftsportführung. Zahl
reiche Preise stehen für die erfolgreichen Ein
zelsieger zur Verfügung, während ein wert
voller, vom Magistrat der Stadt Rendsburg
gestifteter Wanderpreis im Mannschaftskampf
errungen werden kann. Einen weiteren Wan
derpreis (Hitlerbüste) stiftete die „Schleswig-
Holsteinische Landeszeitung" (Rendsburger
Tageblatt).
An die am deutschen Luftsport interessierten
Einwohner der Stadt Rendsburg ergeht von
der Lustsport-Ortsgruppe Rendsburg die Auf
forderung, die Veranstaltung recht zahlreich
zu besuchen und sich von der Begeisterung, mit
der unsere Jugend sich praktisch in der Förde
rung des deutschen Luftsports betätigt, zu
überzeugen. Das Prüfungsgelände ist von der
Stadtverkehrs-Haltestelle Börse in Fockbck in
kurzem Fußweg zu erreichen.
*
HI. und Jungvolk-Dienst.
Die Rendsburger Hitlerjungen, die zum
Modellwettbewerb der HJ.-Fliegerschar am
Sonntag wollen, sammeln sich um 8.30 Uhr
auf dem Schloßplatz. Alle Hitlerjungen, die
am morgigen Sonnabeudnachmittag frei sind,
versammeln sich 14.45 Uhr bei der Ortsamts
leitung der NSV., Am Kirchhof, zum Abzei
chenverkauf.
Dienstag, 7. April, trifft sich das Jungvolk
in der Ritterstraße 10 um 16.30 Uhr. Die Hit
lerjugend (einschl. Standort Büdclsöorf)
trifft sich um 20 Uhr an derselben Stelle. Es
handelt sich um den Besuch eines Tonfilms.
Müttererholungsfürsorge der NSV.
Nach Beendigung des Wintcrhilfswerks setzt
jetzt die Arbeit der NS.-Volkswvhlfahrt für
das Hilfswerk „Mutter und Kind" wieder in
verstärktem Maße ein. Von der Kreisamts
leitung der NSV. in Rendsburg wurden am
Mittwoch 14 erholungsbedürftige Mütter aus
Rendsburg und anderen Orten des Kreises in
Müttererholungsheime der Provinz verschickt.
Sie sind dort 4 Wochen untergebracht.
* Batteriefest. Am Sonnabend, dem 4. April,
hält die 5. Batterie Art.-Rcgt. 20 in sämtlichen
Sälen des Conventgartens ihr 2. Battcricfcst
ab. Es wird ein lustiges Theaterstück gespielt,
auch einige sonstige Darbietungen werden für
Unterhaltung der Gäste sorgen. Eine Tombola
mit schönen Preisen kommt zur Verlosung. ES
spielt das Trompeterkorps des Regiments.
Dem offiziellen Teil schließt sich deutscher Tanz
an. Da das Fest nicht zuletzt der Förderung
des guten Einvernehmens zwischen Soldaten
und Bevölkerung Rendsburgs dienen soll,
rechnet die Batterie mit einer starken Beteili
gung der Rendsburger.
* Ihre« 85. Geburtstag begeht am 4. April
die Witwe Katharina Ulrich, geb. Peetz, wohn
haft Am Kirchhof 10, in geistiger und körper
licher Frische.
* Ihre» 80. Geburtstag begeht morgen,
Sonnabend, den 4. April, die Witwe Marie
Gvthe, wohnhaft im Hospital zum Heiligen
Geist. Frau Gothe ist körperlich und geistig
rüstig und liest jeden Tag ihre „Landesztg."
* Ruhestand nach 42jähriger Tätigkeit. Am
l- April ist der Prokurist Claus P a h l nach
läjähriger Tätigkeit bei der Firma H. Sahr,
Mühlenbetrieb in Rendsburg, ausgeschieden
Und in den Ruhestand getreten. Er ist am 26.
9. 1867 zu Osterrönfeld geboren und noch heute
im Alter von 68 Jahren rüstig und rege. Seit
vielen Jahren übt er fleißig den Kegelsport
aus, beteiligt sich auch jetzt noch am Sport-
kegeln und schiebt seine 100 bzw. 200 Kugeln
hintereinander.
* 50 Jahre Hausbesitzer. Der Rentner Theo
dor Arpe war am 1. April 50 Jahre Besitzer
des Hauses Grünestraße 3. Er liest unsere
Zeitung über 60 Jahre. Wir grüßen herzlich.
* Weitere treue Mieter. Im gleichen Hause,
aus dem gestern ein treuer Mieter erwähnt
wurde, nämlich Hindenburgstr. 7, wohnt eben
falls seit 25 Jahren die Witwe Kroll. An der
Fockbeker Chaussee 47, bei Clans Derner,
wohnte am 1. April die Mieterin Kriegerwitwe
Emma Mißfeldt ein Vierteljahrhundert.
* Schwerer Autounfall. Am Donnerstag
nachmittag fuhr ein Mann aus Ramsdorf aus
der Rendsburg—Schleimiger Landstraße in
der Nähe des Duvenstedter Weges aus bisher
unbekannter llìsache rnit seinenr Personen-
autv gegen einen Baum. Das Auto wurde
sehr stark beschädigt und mußte abgeschleppt
werden. Der Fahrer erlitt einen doppelten
llnterkieferbruch, eine Gehirnerschütterung
und Weichteilverletzungen und wurde mit dem
Rendsburger Sanitätsauto ins städtische
Krankenhaus nach Rendsburg gebracht.
* „Don Juan". Das Publikum wird gebe
ten, bei der morgigen Opernaufführung — der
besonderen Veranlassung wegen — besonders
pünktlich zu sein und Störungen zu vermeiden.
Die Schließerinnen sind angewiesen, Zuspät
kommende erst nach der Ouvertüre einzulas
sen. Ende der Aufführung nach 11 Uhr. — Die
Jugendbühne hat in diesem Winter bisher an
6 bzw. 7 Vorstellungen teilgenommen. Den
Gruppen sind Sonderwünsche nach Möglich
keit erfüllt worden. Als letzte Veranstaltung
wird den Mitgliedern der „Faust" (am
16. April) bzw. W. Sprungs Volksliederspiel
geboten, das am 3. Mai wiederholt wird.
* Ernste Belehrung in z. T. fröhlichem Ge
wand bietet heute (Freitag) abend der Haus
und Grundeigentümerverein von Rendsburg
im Germaniasaal. Er vermittelt einige Ton
filme des Reichsausschusses für Sachwerterhal
tung, dessen Tätigkeit von anerkannt volks
wirtschaftlicher Bedeutung ist. U. a. wird man
den die Drohungen aus der Luft behandeln
den Film „Volk in Gefahr" sehen. Belehren
und belustigen werden die Tonfilme „Nächt-
licher Spuk" und „Ballade vom Knauserich".
Als Vortagender wirkt Major a. D. Freiherr
v. Massenbach. Der Eintritt zu der abwechs
lungsreichen Darbietung, die schon in anderen
Städten großen Anklang gefunden, ist frei.
* Noch eine österliche Harzfahrt wird, weil
die erste vollbesetzt ist, von „Kraft durch
Freude", Gau Schleswig-Holstein, veranstal
tet, und zwar vom 11. bis 13. April nach
Lautenthal, Wildemann, Clausthal-Zeller
feld. Der Preis für Fahrt, Unterkunft und
Verpflegung betrügt 13,50 MJl, Abfahrt in
Altona' ca. 16 Uhr, Rückkehr nach Altona
21,30 Uhr. — Die Zeiten für die N o r w e g e n -
fahrten sind folgende: 29. 4. bis 6. 6. 1936,
1. 6. bis 7. 6. und (neu) vom 7. 6. bis 16. 6.1936.
Preis einschl. voller Verpflegung 41,50 MJl.
* Gcrichtspersonalie. Ernannt wurde zum
Justizdiätar der Justizanwärter Kowalski am
Amtsgericht in Rendsburg.
der Z.S.vàwohìfahrt
Die wunderschönen NSB.-Schmetterlinge,
die am 4. und 5. April in ganz Deutschland
zum Verkauf gelangen, können zu allerlei
Zwecken verwendet werden. Viele Volksgenos
sen kauften sich schon früher kleine Porzellan
schmetterlinge als Zierrat für Decken und
Vorhänge. Dazu kann man natürlich auch die
NSV.- Schmetterlinge, aus Porzellan
hergestellt, benutzen. Weiterhin kann man sie
zu Tischschmuck bei verschiedensten Anlässen
gebrauchen. Schließlich eignen sie sich als An-
steckbrosche für das neue Frühjahrskleid.
Kurz, jeder wird die Schmetterlinge über
ihre eigentliche Bedeutung hinaus: Abzeichen
für eine Sammlung zu sein, verwenden kön
nen. Darum: Kauft die schönen Porzellan
schmetterlinge der NSV.-Sammlung am 4. und
5. April 1936!
Zu deinem Ja setze auch die Tat, zu deinem
Bekenntnis zum Führer die Leistung fürs
Volk!
Aas dem JlendsBucņec Qecichtssaai
Drei Einsprüche, drei Aûrûàeisungen
Er nahm das Urteil nicht an.
Am 10. Januar d. I. hatte der 31jährige
E. W. aus.Hamburg bei einer Firma am
Rendsburger Kreishafen getankt. Dann fuhr
er, gegen 10 Uhr vormittags, mit seinem Auto
von der Tankstelle über die Verladegeleise der
Eisenbahn und machte eine Rückivärtswcn-
dung, um in die Fahrtrichtung Straßen
drehbrücke zu gelangen. Während er vorwärts
fuhr, wurde von einer mit Rangieren beschäf
tigten Lokomotive der Kreisbahn ein Wagen
abgestoßen. Dieser traf das Auto bei der
Drehung am rechten Vorderteil an der Lampe.
Der Hamburger hatte einen Reparatur
schaden von 40 Mark und erhielt vom Amts
gericht Rendsburg wegen fahrlässiger Trans
portgefährdung einen Strafbefehl über 20 MJl
Rendsburg,
wie es früher aussah.
Vor der Erweiterung des
Nordostseekanals, als die Eisen
bahnhochbrücke noch nicht exi
stierte, lag auch die Bahnlinie
und damit der Bahnhof in
Rendsburg niedriger als heute.
Erst im Zuge des Baues der
Hochbrücke mußten die Bahn
anlagen höher gelegt werden.
Auf unserem Bild sehen wir
noch den alten Zustand. Das
Bahnhofsgebäude ist mit weni
gen Aenderungen das gleiche
geblieben. #
Lichtbild: Archiv.
ev. 2 Tage Gefängnis. Dagegen legte er Ein
spruch ein. So kam es, daß sich W., der Loko
motivführer und der Rangierer gestern vor
dem Amtsgericht wiedersahen. Die Schwierig
keiten der Verkehrsverhältnisse im Kreishafcn-
gelände, wo Schienenwege, Geh- und Fahr
bahn gewissermaßen zusammenfallen, gehörten
zum Hintergrund des Verhandlungsbildes.
Der Hamburger fühlte sich schuldlos und er
klärte, er habe kein Signal der Kreisbahn
gehört oder gesehen. Weiter meinte er, man
könne, da es sich um eine öffentliche Straße
(Auch an dieser Stelle? Schriftltg.) handle, von
der Kreisbahn besondere Zeichen ans dem
Bahnkörper erwarten. Nicht er habe die Eisen
bahn gefährdet, sondern umgekehrt. W. hatte
nach dem Vorfall mit der Rendsburger Poli
zei telephoniert, worauf ein Polizeibeamter
erschien und'das Gelände skizzierte. Der Lo
komotivführer sagte aus, als das Auto rück-
wärts gefahren sei, habe er Achtungssignal ge
geben. Erst habe es ausgesehen, als ob W.
den auslaufenden Eisenbahnwagen an sich
vorbeilassen wollte. Die Bekundung des Ran
gierers entsprach dieser Aussage.
Es sah ziemlich böse aus für W., als der
Amtsanwalt unter Berufung auf eine namenr-
lich das Moment der Gemeingefahr hervor
hebende, straferschwerende Neufassung des
8 316 des StGB, (fahrlässige Transportgefähr
dung, Gefängnis nicht unter 1 Monat) sechs
Wochen Gefängnis beantragte, dazu Tragung
der Kosten des Verfahrens. Die Eisenbahn
habe Vorfahrtsrecht bei solcher Lage der Ver
hältnisse, W. habe nur nach rechts gesehen,
nicht nach links. Mildernd kam nach Auffas-