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Erhöhte Verkehrssicherheit auch aus den
Landstraßen.
Die ständig zunehmende Reisegeschwindigkeit
fordert auch eine Vermehrung der Sicherheit^
maßnahmen. Während die an den Wegrändern
befestigten Warntafeln häufig übersehen wer
den, sind diese hoch über dem Fahrdamm cutflf
brachten Schilder in Farbe und Form so auf"
fällig wie möglich gehalten. Durch dieses über
einer belebten Nebenstraße angebrachte Warn
schild schützt man die auf der Strecke Leipzigs
Berlin verkehrenden Fahrzeuge vor plötzlichen
lleberraschungen und erhöht so die Verkehrs"
sicherheit. (Pressephoto, K.)
Der Mg zum eigenen Ml
„Wir haben eins als erste Aufgabe ä 11 *
Wiedergesundung unseres Volkes erkannt: das
deutsche Volk muß sich wieder gegenseitig ken
nen lernen. Die Millionen Menschen, die in
Berufe zerrissen, in Klassen auseinandergehal
ten worden sind, die von Standesdünkel und
Klassenwahnsinn befallen, einander nicht rnķ
verstehen lernten, die müssen den Weg wieder
zueinander finden."
Adolf Hitter am 4, Ntmķ >
Dev Tag in Wovt und Vilö
Das Leunawerk der Seetiere
Wir wissen z. B-, daß Meerwasser Kupfer
enthält. Aber es ist uns unmöglich, dieses
Kupfer aufzuspüren, weil es nur in allzu
kleinen Mengen vorhanden ist. Und doch wird
es ständig von jemand anders aufgespürt, ab
gesondert', assimiliert und verwertet, nämlich
von der Mehrzahl der wirbellosen Meeres
tiere. Jedes dieser Geschöpfe führt ein voll
kommen ausgestattetes Laboratorium für For
schung, Analyse und Synthese mit sich, im Ver
gleich zu welchem unsere Laboratorien nur
primitive Werkstätten mit unvollständiger
Apparatur sind. Aber kehren wir zu dem un
endlich kleinen Bruchteil Kunfer zurück, das
wir im Wasser nicht aufzusparen vermochten
und das sich jetzt im Blute der Molluske be
findet, die uns ihr Geheimnis enthüllt: ihr
Blut gerinnt in blaue Klümpchen, und die
Analyse ergibt, daß diese blaue Farbe auf das
Vorhandensein eines Kupfersalzes zurückzu
führen ist. Wir finden es im kalkhaltigen
Skelett der Korallen, ja sogar im Gewebe der
Algen. Und von diesen Algen, Korallen,
Krebstieren und Mollusken beherbergt der
Ozean Billionen und aber Billionen! Sie alle
haben ihm ihren kleinen Anteil an Kupfer
entnommen, wohingegen wir Menschen die
größten Schwierigkeiten haben, auch nur
Spuren dieser Stoffe im Ozean aufzufinden.
Aber vielleicht gibt es andere Stoffe im
Meer, die leichter feststellbar sind? Die
Hygieniker rühmen die Heilkraft der jodhalti
gen Meeresluft und anderer jodhaltiger
Dinge. Seewasser enthält Jod. Aber wäh
rend wir uns vergebens bemühen, aus See
wasser Jod zu gewinnen, bringen die Algen
dies fertig. Von den mikroskopisch kleinen
Kieselalgen, deren Schalen den Meeresgrund
bedecken, bis zu dem größten Blattang sind
alle Algen mit Jod vollgepfropft. Um uns da
von zu überzeugen, genügt es, einen Haufen
Seetang zu verbrennen, die Asche zu sammeln,
zu waschen, zu sieben und das Soda auszuson
dern. Der Rückstand wird eine verhältnis
mäßig erhebliche Menge Jod sein.
Tatsächlich sind es nicht nur die Meeres
tiere, die als Chemiker auftreten, sondern die
ganze Natur ist ein großes chemisches Labora
torium. Die Gemüse und Früchte, die wir
verzehren, sind Schmelztiegel, in denen kost
bare Präparate ans Stoffen zubereitet wer
den, die nicht nur für die Pflanze, die sie her
stellt, sondern auch für uns lebensnotwendig
sind, weil ihre Beschaffung und Verwertung
für uns unmöglich sein würde, wenn sie nicht
vorher durch die Pflanze so zusammengestellt
und zubereitet wären, daß wir sie leicht auf
zunehmen vermögen. Ohne die chemische
„Wissenschaft" der Pflanzen könnten weder
pflanzenfressende noch fleischfressende Tiere
leben,' denn auch der Fleischfresser nimmt, in
dem er den Pflanzenfresser verzehrt, die in
dessen Gewebe enthaltenen lebenswichtigen
pflanzlichen Bestandteile in sich auf. Wären
wir zur Beschaffung des Eisens, des Kalks
und der anderen Stoffe, aus denen unser
Körper sich aufbaut, aus unsere eigenen
menschlichen Hilfsmittel angewiesen, so wür
den wir sehr bald verhungern.
Sucht man nach Silber, so kann man es
in den Korallen und in einigen Meeresbraun
algen finden, die noch dazu Bor und Zink
liefern. Zink ist auch im Seegras vorhanden,
das außerdem Mangan enthält. In den
Schalen der Austern finden wir Rubidium
aufgespeichert,' bei den Korallen Fluor,' bei
gewissen Meeresbraunalgen Stronrium, und
fast bei sämtlichen Meerestieren Phosphor
und Arsen. Gewisse Stoffe kommen natürlich
in so erheblichen Mengen in Süß- und Salz-
wasser vor, daß ihre Feststellung einfach ist
Kalzium z. B. ist in großen Mengen im Meer
wasser enthalten und wird durch die Meeres
tiere ausgiebig für die Bildung ihrer Schalen,
Rückenschilde und Knochen verwandt. Kalzium
wird durch die Flüsse, die kalkhaltige Felsen
zerfressen, vom Festlande weggespült und in
das Meer geführt.
Ein anderer großer Chemiker ist der Tinten
fisch. Im Besitz eines Fäulnisproduktes, das
er wie die anderen Tiere destilliert: des
Tryosins, sagt er sich, daß es schade sei, dies
Produkt ungenutzt zu lassen, und geht an die
Bereitung eines oxydierenden Ferments, das
bis dahin nur im Pflanzenreich existierte und
mit dessen Hilfe er nunmehr die kostbare Tinte
fabriziert, die er jedem ins Gesicht schleudert,
der ihn in seinen Beschäftigungen stört.
Die Faßschnecke, eine der größten Schnecken
des Mittelmeers, besitzt die Fähigkeit,
Schwefelsäure, d. h. fast chemisch reines
Vitriol herzustellen. Der Zweck dieses chemi
schen Prozesses ist nicht etwa die Förderung
der Verdauung, denn die süurebildenden
Drüsen stehen mit dem Magen des Tieres in
keinerlei Verbindung. Und ebensowenig dient
das Vitriol der Verteidigung. Aber — für die
Faßschnecke sind Seeigel — die größte Delika
tesse. Diese Seeigel sind bekanntlich von einer
festen, kalkhaltigen, mit Stacheln besetzten
Schale bedeckt, und wenngleich die Faßschnecke
eine Art Raspel am Ende ihres Rüssels hat,
so ist diese Raspel doch nicht stark genug, um
die Kalkschale anzugreifen. Im Aquarium
kann man nun beobachten, ans welchen Aus
weg die Schnecke verfällt. Vorsichtig nähert sie
sich der Beute, streckt den Rüssel heraus, spritzt
ihr Vitriol und zieht sich wieder zurück. An
der getroffenen Stelle fängt der arme Seeigel
an zu sieden: die Schwefelsäure verwandelt
das harte Karbonat in das ursprüngliche, leicht
zerstoßbare Sulfat zurück. Ist der Siede
prozeß zu Ende, so nähert die Schnecke sich
wieder und bohrt die Rüsselspitze in die er
weichte Stelle der Schale, bis sie auf Hartes
stößt. Dann folgt eine neue Vitriolspritze,
neues Sieden, ein neues Feilen und so fort,
bis die Schale durchbohrt ist. Durch das Loch
streckt die siegreiche Schnecke ihren Rüssel und
saugt den armseligen Stachelhäuter, der zu
keiner Abwehr mehr fähig ist, bis aufs Mark
aus. Ungelöst bleibt dabei das Geheimnis,
wie der Molluskenfeldherr sein Vitriol fabri
ziert hat, und wie es möglich ist, daß dieses
Vitriol nicht seine eigenen Drüsen zerfrißt.
IS Jahre Zuchthaus für Totschlag.
Vor dem Lüneburger Schwurgericht wurde
gegen einen gewissen Golischewski verhandelt,
der seinen Schwager Tchille im Walde bei
Peinstorf, Kreis Lüneburg, erschlagen und
verscharrt hat. Auf Grund der Beweisauf
nahme, mit der die frühere Angabe des Ange
klagten, daß er seinem Schwager aus Wut über
dessen Arbeitsscheu mit einem Schlag auf den
Kopf „nur" einen Denkzettel habe geben wol
len, in starkem Widerspruch stand, beantragte
der Staatsanwalt die Todesstrafe. Ter Ange
klagte wurde entgegen dem Antrage des
Staatsanwalts wegen Totschlages zu 10 Jah
ren Zuchthaus und l0 Jahren Ehrverlust ver
urteilt.
Frühstück zu Ehren des Königs von Schweden.
DNB. Berlin, 29. April. Seine Majestät der
König von Schweden nahm während seines
gestrigen Aufenthaltes in Berlin mit seiner
Begleitung an einem ihm zu Ehren veranstal
teten Frühstück des Herrn Reichsministers des
Auswärtigen, Freiherrn von Neurath, teil.
Sie zeichnen alle sür das Tankopser der Nation.
Welch starken Widerhall der Aufruf des Stabschefs Lutze zur Zeichnung für das
Dankopfer der Nation in allen Bevölkerungsschichten gefunden hat, zeigt unser Bild,
das den Andrang von Zeichnungswilligen vor einer SA.-Dienststelle in der Prinz-
Handjery-Straße des ehemaligen roten Berliner Stadtteils Neukölln wiedergibt.
>i ■ (Weltbild, K.)
Verkündung der Sieger im Reichsberufswettkampf
DNB. Königsberg, 29. April. Der Reichs
berufswettkampf der deutschen Jugend 1936
fand am Mittwochabend mit einer Kund
gebung in der Königsberger Schlageterhalle
seinen Abschluß. Der Reichsjugendführer
Baldur von Schirach und Reichsorgani
sationsleiter Dr. Ley nahmen gemeinsam in
Anwesenheit aller Wettkampfteilnehmer und
Wettkampfleiter sowie zahlreicher Volksgenos
sen die Siegerverkündung vor. Unmittelbar
nach Abschluß der Kundgebung fuhren die er
mittelten 35 besten Reichssieger mit dem Nacht
zug nach Berlin, wo sie vom 30. April bis
2. Mai Gäste der Reichsregierung sein werden.
Zum letzten Male versammelten sich die 650
Jungen und Mädel, die zum Neichsberufs-
wettkampf aus allen deutschen Gauen in
Königsberg zusammengeströmt waren, in der
festlich ausgeschmückten Halle. Reichsjugend
führer Baldur von Cchirach sagte, es sei das
dritte Mal, daß die Sieger im Berufswett
kampf der deutschen Jugend bekanntgegeben
würden, das dritte Mal, daß dieses gewaltige
Werk, das Arbeitsfront und Hitlerjugend
gemeinsam geschaffen, durch die Nennung der
Namen der besten deutschen Jungarbeiter und
-arbciterinnen dem ganzen deutschen Volk zum
Bewußtsein gebracht würde. Der Reichs
jugendführer knüpfte hierbei an die Feier am
Reichsehrenmal Tannenberg vor der Gruft
des toten Generalfeldmarschalls an und sagte:
„Unser Berufswettkampf gilt dem Gedächtnis
dieses großen Toten. Er ist zugleich ein Be
kenntnis zu dem großen Lebenden, dem wir
dienen nnd dem wir uns verschworen haben.
Der Reichsberufswettkampf ist ein Gelöbnis
der Jugend, dem Vorbild der deutschen
Arbeiter auch in aller Zukunft treu zu bleiben.
Er ist zugleich ein Bekenntnis zu dem höchsten
Adel, den Adolf Hitler im deutschen Volk
proklamiert hat, zum Adel der Arbeit."
Anschließend nahm der Reichsjugendführer
gemeinsam mit Dr. Ley die Siegerverkündung
vor. Unter dem sich beständig erneuernden
Beifall verlas er Namen auf Namen der
Reichssieger. Die Jungen und Mädel traten
auf das Podium und empfingen das Ehren
zeichen des Neichsberufswettkampfes. Dr. Ley
und Baldur von Schirach drückten jedem von
ihnen die Hand.
Unter den Neichssiegern im Reichsberufs
wettkampf der deutschen Jugend 1936, die am
1. Mai vom Führer im Haus des Reichs
präsidenten empfangen werden, befinden sich
Hans Asmussen, Stellmacher, . Oster -
stedt (Gau Schleswig-Holstein), und Bern
hard A II a lmann , Ewerführcr, Hamburg.
* * *
Der.,Mmx"-§kanh6l.
DNB. Wien, 29. April. Das christlich-soziale
„Neuigkeits-Weltblatt" teilt mit, daß sich Re
gierungsrat Ernst Klebinder, der jüdische Be
sitzer und Chefredakteur der „Wiener Sonn-
und Montagszeitung", der in der amtlichen
Phönix-Bestechungsliste mit 635 000 Schilling
erscheint, „ins Ausland begeben" habe. Das
christlich-soziale Blatt erklärt, daß die in der
amtlichen Liste genannten Personen, die öffent
liche Aemter bekleidet haben, für alle Zeit von
der politischen Bildflüche verschwinden müß
ten.
In Budapest
hat die Affäre einen höchst peinlichen Eindruck
hervorgerufen. Die Regierungsblätter weisen
auf die ungewöhnlich hohen finanziellen Zu
wendungen der „Phönix"-Gesellschaft an jüdi
sche und sozialdemokratische Organisationen
in der ganzen Welt hin. Der nationalvölkische
„Uj Magyarsag" ist der Meinung, daß der
Wiener Skandal und seine neueste Entwick
lung von weittragender Auswirkung auf das
österreichische politische Leben sein werde. Das
Blatt schreibt, die Untersuchung habe noch viele
Fragen unbereinigt gelassen, u. a., ob Phö
nix die deutschfeindliche Hetze im Saargebiet
durch Geldmittel unterstützt habe.
Kerker sür Zappler.
DNB. Wien, 29. April. Gegen einen Filial
leiter der „Phönix" namens Artur Zappler
fand eine Gerichtsverhandlung wegen Verun
treuung statt. Er hat „Phönix" um 50 000 Schil
ling geschädigt. Das Urteil gegen ihn lautete
auf 18 Monate schweren Kerkers. Während der
Verhandlung stellte sich heraus, daß der jüdi
sche, inzwischen durch Selbstmord geendete Ge
neraldirektor des Unternehmens, Dr. Ber
liner, bereits im Jahre 1931 große Unterschla
gungen Zapplers entdeckt hat. Dennoch hat ihm
Berliner auf Kosten der arischen Versiche
rungsnehmer Verzeihung gewährt.
Widersprüche im öauuirgliicksprozetz.
Am Mittwoch wurde im Berliner Bau
unglücksprozeß die Vernehmung des Reichs
bahnrats Weyher fortgesetzt. Er erklärte, daß
er das Fehlen der Verschwertungen, der so
genannten Andreaskreuze, festgestellt und ihre
Anbringung mehrfach verlangt habe. Auch das
Ter junge König Aegyptens.
Die neueste Aufnahme von Kronprinz
Farouk, des ältesten Sohnes des verstorbenen
ägyptischen Königs Fuad I., der im siebzehnten
Lebensjahr steht. Seine Proklamation zum
König ist bereits erfolgt. (Associated Preß, K.)
Fehlen der U-Eisen als Widerlager für die
Steifen will er an der östlichen Mittelwand
festgestellt und bemängelt, ihre Anbringung
jedoch nicht für so dringlich gehalten haben,
daß deshalb der ganze Baubetrieb hätte still
gelegt werden müssen. Weyher bekannte sich
im übrigen zu Noths Theorie über die
Gründe des Einsturzes.
Dann stand im Vordergrund die Erörte
rung der Frage, wer für Fortsetzung der Ans-
schachtnngsarbeiten über die zulässige Grenze
hinaus verantwortlich sei. Bei diesem Punkt
ergaben sich Widersprüche zwischen dem Bau
leiter Noth und dem Reichsbahn rat Weyher.
Noth bezeichnete es als unverständlich, wenn
Weyher erklärte, über die wahre Aushubtiefe
nicht unterrichtet gewesen zu sein. Bis zum
16. August habe man an dem Einbau einer
fünften Steifenlage in der Tiefe der Grnbe
gearbeitet. Weyher hätte von oben her sehen
müssen, daß man tiefer in das Erdreich ein
drang. — Weiterverhandlung am Donnerstag.
Zusammenstoß im Nebel.
Im Kana! ggfmtfen.
DNB. London, 29. April. Im Kanal, drei
Meilen südlich von Folkestone, stießen am
Mittwoch im dichten Nebel zwei Dampfer zu-,
sammen. Der jugoslawische Dampfer „Mrach
(3870 To.) wurde so schwer beschädigt, daß er
sank. Die Mannschaft und der einzige Fahrgast
wurden von dem anderen Schiff, dem spani
schen Dampfer „Mari" (3830 To.), übernom
men, der im Laufe des Nachmittags Dover er
reichte.