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angewiesen. Sie schafft ja auch Werte, die ln
ihrem materiellen Umfang kaum abgeschätzt
werden können." Daher müsse der national
sozialistische Staat der großzügige und weit
herzige Mäzen aller künstlerischen Bestrebun
gen sein.
Auf die positive Kunstpflege haben wir den
Hauptwert unserer Bestrebungen gelegt. Wir
erlebten dabei ein allmähliches Wiederauf
blühen des zeitgenössischen Musikschaffens, die
ersten Denkmäler nationalsozialistischer Bau
kunst gehen in München der Vollendung ent
gegen, auf 331 deutschen Theaterunternehmun
gen wird wieder deutsche Bühnenkunst ge
pflegt, ein deutsches Schrifttum ist im Werden
begriffen, eine deutsche Presse vertritt unter
einheitlichem, geistigem Ansatz deutsche Volks-
interessen, ein deutscher Rundfunk mit fast acht
Millionen Hörern gibt dem ganzen Volke Ent
spannung, ein deutscher Film hat sich siegreich
wieder durchgesetzt und beginnt, aufs neue
die zum Teil verlorenen Positionen im Aus
lande zurückzuerobern.
Wir befinden uns bereits wieder in auf
steigender Linie. Die Künstler der Gegenwart
haben mehr und mehr einsehen gelernt, daß
sie nicht Stoffe und Personen der Jetztzeit dar
zustellen brauchen, wenn sie Geist und Rhyth
mus dieser Zeit darstellen wollen. Dazu haben
wir noch zu wenig Abstand. Aber in der reichen
Vergangenheit unseres Volkes befinden sich
die Menschen und Vorgänge, an denen wir
daS, was wir heute fühlen und empfinden,
künstlerisch abwandeln können. Das heißt nicht,
daß hier von einer billigen Flucht in die Ver
gangenheit geredet werden soll. Wir wollen
vielmehr aus der Gegenwart die Vergangen
heit und aus der Vergangenheit die Gegenwart
begreifen lernen. Hier liegt die Aufgabe der
zeitgenössischen Kunst: die unsterbliche Seele
unseres Volkes und unserer Rasse dichterisch
und künstlerisch aus Vergangenheit und Ge
genwart emporsteigen zu lassen und aus ihrem
immerwährenden Wirken die Kraft für die
Zukunft zu schöpfen und zu vermitteln."
Der Minister kam dann zur Verkündung
der beiden Nationalpreise für Film und Buch,
die für das Jahr 1935-36 am 1. Mai von der
Reichsregierung ausgeteilt werden, und führte
dazu aus:
„Eine Reihe von Filmen der letztjährigen
Produktion konnte mit besonderen Prädikaten
ausgezeichnet werden. Das höchste Prädikat:
„Staatspolitisch und künstlerisch besonders
wertvoll" erhielten die Filme „Friesenuot",
„Der höhere Befehl" und „Traumulus". Sie
sind damit in die engere Wahl zum Film
preis dieses Jahres gekommen. „AIs künstle
risch wertvoll" haben die Filme „Fährmann
Maria", „Mazurka", „Pygmalion", „Victoria"
und „Wenn der Hahn kräht" Anspruch auf be
sondere Beachtung.
Der nationale Filmpreis 193-5-36 wurde
dem Mitglied des Reichskultursenats Re
gisseur Carl Froelich für seinen Film
„Traumulus" anerkannt.
Carl Froelich ist einer der bahnbrechenden Pi
oniere des deutschen Films. Aus seiner Mei
sterhand stammen Leistungen wie „Mädchen in
Uniform", „Reifende Jugend", „Krach um Jo-
lanthe", „Ich für dich — du für mich", „Wenn
der Hahn kräht" und als Krönung der Spitzen
filme „Traumulus".
Besonders lobende Erwährung verdient in
der Beurteilung dieses Films die darstellerische
Leistung aller Mitwirkenden, unter denen
Emil Fannings als ein besonders begnadeter
Schauspieler und Menschengestalter hervor
ragt. Seine Meisterleistung im „Traumulus"
reiht sich würdig seinen früheren großen Schöp
fungen auf dem Gebiete der Darstellungskunst
an.
Der nationale Buchpreis 1933-36 wurde
dem Mitglied des Reichskultursenats SA.-
Obersturmbannsührer Gerhard Schu
mann ans Stuttgart für seinen Gedicht
band „Wir aber sind das Korn" zuer
kannt. Wiederum und zum dritten Male
konnten wir damit unter Zustimmung al
ler zur Preisverteilung herangezogener
Gutachter einen Vertreter der kämpfenden
nationalsozialistischen Bewegung aus
zeichnen. Gerhard Schumann ist schon
viele Jahre vor der Machtübernahme in
der SA. mitmarschiert. Sein ganzes dich
terisches Schaffen ist aus dem Geiste des
Nationalsozialismus geboren.
Schon im vergangenen Jahr stand er mit in
der engeren Wahl um den Nationalpreis. Die
Hoffnungen, die damals auf ihn gesetzt wur
den, hat er in diesem Jahre erfüllt. In seinem
dichterischen Schaffen verbinden sich heiße Lei
denschaft des nationalsozialistischen Kampfes
mit der Zucht der dichterischen Sprache und
der Geradheit weltanschaulicher Haltung. Sein
preisgekröntes Werk „Wir aber sind das
Korn" stellt nur einen schmalen Gedichtband
dar, aber es ist in allem gekonnt, sowohl was
die politische als auch was die persönliche Ly
rik anbetrifft.
Nachdem Dr. Goebbels die Preisträger na
mens der ganzen Nation beglückwünscht hatte,
schloß er mit einer Huldigung an den Führer,
der uns das Leben wieder lebenswert gemacht
habe:
„Ein Volk sind wir, einem Führer gehorchen
wir. Ein Volk der Dichter und Denker, der Ar
beiter, Bauern und Soldaten! Und über diesem
Volk steht der Mann, der als Dichter den
Traum des ewigen Deutschlands träumte, der
ihm als Denker das geistige Fundament schuf,
der ihm als Ņrdeîker den Segen der Arbeit
aufs neue vermittelte, der ihm als Bauer sein
tägliches Brot zurückgab und ihm als Soldat
die Wafse schmiedete, die Reich, Volk und Na
tion beschützt. In diesem Sinne grüßen wir
ihn. Er ist unsere Hoffnung und unsere Zuver
sicht.
Vor ihm und uns liegt seine große deutsche
Aufgabe, der wir alle hingegeben sind. Wir
werde» sie meistern, weil er uns mit Kraft
und Willen dazu erfüllte.
Eine neue Zeit hat angefangen.
Die Sonne ist wieder aufgegangen über
Deutschland."
Glückwunsch des Führers.
Der Führer hat den Preisträgern des na
tionalen Filmpreises und des nationalen
Buchpreises seine Glückwünsche ausgesprochen.
An den Filmregisseur CarlFroelich sandte
er das folgende Telegramm:
„Zur Verleihung des nationalen Filmprei
ses übermittle ich Ihnen meine herzlichsten
Glückwünsche".
An den SA.-Obersturmbannführer Ger
hard Schumann schickte er das nachstehen
de Glückwunschtelegramm:
„Zur Verleihung des nationalen Buchprei
ses beglückwünsche ich Sie von ganzem Herzen."
Die Kundgebung der zwei Million
Die Fahrt des Führers vom Deutschen
Opernhaus nach dem Abschluß der Festsitzung
der Reichskulturkammer zum Lustgarten
wurde zu einer einzigartigen Kundgebung der
Freude und des Vertrauens der Schaffenden,
die die beiden Seiten des Weges dicht um
säumten. Auch aus den Fenstern und von den
Dächern der Gebäude winkten und jubelten
begeisterte Menschen
Um 10 Uhr beginnt der Einmarsch der
Ehrenabordnungen in das gewaltige Rechteck.
Kurz nach 11 Uhr marschieren 17 Feldzeichen
und 700 Fahnen der Deutschen Arbeitsfront
aus dem Schlüterhof des Schlosses zur Frei
treppe.
An der Spreeseite haben in dem ersten Block
die Mitglieder der Reichsregierung, das Füh
rerkorps der Bewegung, die hohe Generalität
der Wehrmacht, fast das ganze diplomatische
Korps mit den Doyens, dem päpstlichen Nun
tius Monsignore Orsenigo an der Spitze, die
Arbeiterdelegierten und die Sieger des Reichs-
berufswettkampfes, ihre Plätze eingenommen.
Eine Stunde vor Beginn marschieren mit
klingendem Spiel die Ehrenkompagnien ein,
an der Spitze die der Wehrmacht, gefolgt vom
Arbeitsdienst, einer Ehrenkompagnie der Leib
standarte und dem Ehrensturm der SA., den
die Reservtzbrigade 29 ausschließlich aus Trä
gern des Eisernen Kreuzes 1. Klasse gestellt
hat. Viele von ihnen tragen außerdem noch
andere hohe Ehrenzeichen. Zu den ersten
Ehrengästen gehören die 96 Arbeitergäste der
Reichsregierung,aus allen deutschen Gauen,
viele von ihnen in den heimischen oder Be
rufstrachten. Vor dem Schloß aber, soweit die
Feststraße zu übersehen ist, ja selbst jenseits
der Spree viele hundert Meter von der Fest
stätte entfernt, au den Fenstern und auf den
Dächern der weitab liegenden Bauten stehen
die Menschen dicht gedrängt, stehen zwei Mil
lionen deutscher Volksgenossen, die ihren Füh
rer hören und sehen wollen.
Als die vier Musikkorps der Wehrmacht den
Baöenweiler Marsch intonieren, der ankün
digt, daß der Führer die Fahrt zum Lustgar
ten angetreten hat, zieht der Himmel die letz
ten Schleier fort, überstrahlt schönste Maien
sonne ein farbensattes, unvergeßlich schönes
Bild. Von der Feststraße her klingt fernes
Brausen herüber und schwillt zu mächtigen
Akkorden an:
Der Führer kommt.
Kommandos ertönen, die Musikkorps spielen
den Präsentiermarsch. Dröhnender Jubel ge
leitet den Führer in den Lustgarten. Begleitet
von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley,
Reichsminister Dr. Goebbels, dem Ober
befehlshaber der Luftwaffe Generaloberst
G ö r i n g, Reichsführer SS. Himmler
und seiner ständigen Begleitung schreitet der
Führer die Front der Ehrenformationen ab.
Als er die Freitreppe betritt, wiederholt sich
der Jubelsturm, der von den Fanfaren unter
brochen wird, die den Beginn des Staatsaktes
ankündigen.
Dann nimmt Dr. Goebbels das Wort:
Mein Führer!
Ich entbiete Ihnen den Gruß der Reichs-
Hauptstadt. Zwei Millionen Berliner, Männer
und Frauen, haben Ihnen bei der Anfahrt
über die Triumphstraße ihre Huldigungen ent
gegen gebracht. In diese Huldigungen haben
im ganzen Lande, in Stadt und Dorf, bis in
die letzte kleinste Bauernhütte die deutschen
Menschen mit eingestimmt. Es ist dieses ganze
deutsche Volk, das Ihnen am 29. März seine
Dankbarkeit, seine Treue, aber auch sein Ver
trauen zum Ausdruck gebracht hat.
Sie haben der Nation die Grundlage eines
neuen Lebens gegeben, eine Grundlage, die
Sie mit dem ganzen Volke zusammen durch
Arbeit und im Kampf gebaut und befestigt
haben.
Sie waren in diesen Jahren der Herold des
Volkes, der Wegweiser der Nation. Sie haben
diesem Volke den inneren Frieden wiederge
geben. '
Dieses Volk weiß, daß Sie, so Gott will, auch
ein Wegbereiter des äußeren, des Weltfrie
dens, sein werden. Sie waren uns in diesen
Jahren Vorbild im Mut und in der Arbeit.
Es ist keine Phrase, wenn die Nation von
Ihnen sagt, daß Sie ihr erster Arbeiter sind.
Das danken Ihnen die Millionen in Zechen
und Gruben und die Millionen hinter dem
Pflug. In Treue und Vertrauen mit Jhnerk
verbunden wollen wir Ihnen am heutigen
Festtag des Volkes ein starkes Gefühl mitge
ben, das Sie mitnehmen sollen in die Arbeit
des kommenden Jahres deutschen Aufbaues.
In diesem Sinne, mein Führer, grüßen wir
Sie mit unserem alten Kampfruf:
Siegheil! Siegheil! Siegheil!"
In das Siegheil auf den Führer fallen die
Hunderttausende auf der Stätte der Kundge
bung, aber auch die Millionen auf der Fest
straße begeistert ein.
Der Führer spricht.
Langsam ebbt der Jubel ab. In atemloser
Stille erwartet das deutsche Volk die Parole
des Führers für das kommende Jahr.
Noch in die Heil-Rufe hinein intonieren die
Musikkorps die Lieder der Nation, die von
allen entblößten Hauptes und mit erhobener
Rechten dankerfüllt gesungen werden.
Dann tritt Dr. Ley an das Mikrophon und
schließt die einzigartige Kundgebung mit den
Worten: „Deutschland ist Adolf Hitler und
Adolf Hitler ist Deutschland. Adolf Hitler
Siegheil!" Der grenzenlose Jubel, der sich nun
erhebt, begleitet den Führer, solange er an der
feierlichen Stätte zu sehen ist.
Der Abmarsch der Massen.
Der Abmarsch vom Lustgarten und der Via
triumphalis vollzog sich mit derselben selbst
verständlichen Disziplin wie der Aufmarsch.
Die ersten Marschsäulen hatten sich gegen 9
Uhr formiert. Nach Schluß der Kundgebung
lösen sich die letzten Kolonnen bereits gegen
14.30 Uhr auf. Jeder Teilnehmer brauchte also
ungünstigstensalls nur knappe sechs Stunden
unterwegs zu sein. Das bedeutet angesichts der
zum Teil sehr erheblichen Abmarschwege eine
geradezu erstaunliche organisatorische Leistung.
Die vierte Nachmittagsstunde aber sah die
Neichshauptstadt im allgemeinen bereits in
froher Kameradschaft in den Sälen, Gaststätten
und Betrieben vereint zum Beginn der Fei
ern, die diesem freudigen Festtage ihren Aus
klang geben sollen.
Wie in der Neichshauptstadt, so wurde auch
in allen übrigen Städten und Dörfern Deutsch
lands der nationale Feiertag des deutschen
Volkes festlich begangen.
Letzter Fmk
London. Als erster Ergänzungshaushalt
wurden die finanziellen Forderungen der bri
tischen Flotte veröffentlicht. Der Haushalt ver
langt einen zusätzlichen Betrag in Höhe von
10,3 Millionen Pfund, der u. a. für die Durch
führung eines neuen Bauprogramms verwen
det werden soll, das 38 Schiffe und eine Reihe
kleinerer Fahrzeuge umfaßt.
London. Das englische Kabinett beschäftigte
sich in einer Sondersitzung mit dem Frage
bogen, der Deutschland überreicht werden soll.
Rom. Der neue italienische Heeresbericht
meldet einen Durchbruch durch die Front des
Ras Nassibu bei Sassabaneh.
MKhMVsrte des MheeZs s« Me ArgerZÄ
Vor den im Poststadion versammelten 80 000
Jungen und Mädeln hielt der Führer folgende
Ansprache:
Meine deutsche Jugend!
Selten in der deutschen Geschichte war einer
jungen Generation ein so schönes Schicksal be-
schieden wie euch. Ihr lebt als deutsche Jugend
in einem jungen Reich, in einem jungen Reich
erfüllt mit einem freudigen Leben, mit einer
starken Hoffnung, mit einer unzerstörbaren
Zuversicht. Ihr lebt in einem Reich mit jun
gen, neuen Ideen, erfüllt von jungen, neuen
Kräften.
Die heutige deutsche Generation hat unend
lich viel in der Ueberwindung der deutschen
Zersplitterung und Uneinigkeit erreicht: über
Stammesunterschiede, künstliche Ländergren
zen und Parteien hinweg hat sich in einer
neuen Bewegung sieghaft die'Einigung der
deutschen Nation vollzogen, ihre Einigung zu
einer Auffassung, in einer Idee und für einen
gemeinsamen Lebenskampf. Die Einigung da
mit aber auch für das Einschlagen eines Weges
in diesem Kampf der Einigkeit und Geschlossen
heit in allen Handlungen. Ihr erlebt es, meine
Jugend, daß zum ersten Male in unserer Ge
schichte 99% eines Volkes sich zu diesem Geist
der Einheitlichkeit bekannt haben. Ihr habt
das Glück, die Jugend, der Nachwuchs dieses
Volkes zu sein. Ihr könnt in diesem Volk
euer Leben aufbauen und damit selbst wieder
Träger des Lebens dieses Volkes in der Zu
kunft werden.
Die heutige Generation hat vieles erreicht
auf diesem Wege zur Geschlossenheit. Was vor
wenigen Jahren noch als unmöglich erschien,
ist Wirklichkeit geworden: die Zeit der Ohn
macht, der Ehrlosigkeit und damit der Wert
losigkeit unseres Volkes ist auf dieser Welt
überwunden. Und ihr seid Zeugen dieses heroi
schen Wiederaufstiegs und werdet — das weiß
ich — diesen Weg einst fortsetzen. Denn, was
auch die heutige Generation erreicht hat: vieles
ist nur sehr schwer und nach vielen Jahrzehn
ten endgültig zu sichern.
Noch leben wir in einer Zeit, über der die
Schatten der Vergangenheit liegen. Noch befin
den sich unter uns Millionen von Volksgenos
sen, die irgendwie erfüllt sind von Vorstellun
gen, die sie aus dieser Vergangenheit in die
Gegenwart mit übernommen haben. Es ist
nicht so einfach für diese Männer und Frauen,
sich so ganz loszulösen von den Einwirkungen
ihrer Erziehung, der Beeinflussung früherer
Generationen, ihrer eigenen Jugend und ihres
eigenen Wachsens. Allein, was dieser Gene
ration vielleicht nicht mehr ganz gelingen
kann, das muß euch — und ich weiß es, meine
Jugend — das wird euch vollkommen gelin
gen. Denn ihr kennt diese Vergangenheit nicht
mehr, ihr habt das Glück, schon aufzuwachsen
in diesem neuen Wollen, in diesem neuen Wer
den. Ihr tragt schon in eurer Kleidung diesen
Einheitsgedanken des deutschen Volkes. Und
wenn wir vor wenigen Wochen erst erlebten,
daß sich in diesem Jahr über 90% des neuen
Jahrganges in unserem Jungvolk einfanden,
dann wissen wir damit, daß über 90% dieser
Jugend endgültig gewonnen sind diesem neuen
Staatsgedanken, diesem neuen deutschen
Volksgedanken und diesen neuen deutschen
Idealen.
Wir verlangen nun von dir, deutsche Ju
gend, daß du bewußt idealistisch bist, weil wir
glauben, daß nur aus dieser idealistischen
Grundhaltung heraus eine wirkliche Volks
gemeinschaft entstehen kann! Wenn jeder nur
an sich allein denkt und jeder nur seine Inter
essen vor Augen hat, dann kann keine Volks
gemeinschaft werden.
Das ist im einzelnen mit Verzichten verbun
den. Aber dies ist notwendig. Es erfordert
von dem einzelnen ein Aufgeben persönlicher
Wünsche, einen Verzicht auf die Erfüllung
persönlicher Hoffnungen. Aber es ist notwen
dig, wenn wir jene größere Hoffnung erfüllen
wollen, daß unser Volk bestehen soll auf dieser
Welt.
Wir verlangen von dir, deutsche Jugend, daß
du idealistisch wirst, weil wir der Ueberzeu
gung sind, daß du nur aus einem solchen
idealistischen Sehen und Empfinden heraus
später einmal die Opfer wirst tragen können,
die ein Volk immer wieder von den einzelnen
Volksgenossen fordern muß. Wir verlangen
daher, daß du schon in deiner Jugend lernst,
Opfer auf dich zu nehmen, Opfer an deiner
persönlichen Freiheit, Opfer an deiner freien
Zeit, Opfer an vielen kleinen Genüssen des
Lebens: Opfer, indem du Sorgen übernimmst,
nicht für den einzelnen, nicht für dich allein,
deutscher Knabe und deutsches Mädchen, — son
dern für eure kleine und doch so große Gemein
schaft.
Und wir verlangen zweitens, deutsche Ju
gend, daß du charakterstark wirst! Daß du an
ständig denken lernst, daß du alles ablehnst,
was schädlich ist und immer schädlich sein wird.
Wir verlangen, daß du charakterstark wirst, in
dem du dich zu den Idealen und Tugenden
bekennst, die zu allen Zeiten die Grundlagen
für große Völker gewesen sind.
Und wir verlangen weiter drittens, daß du
hart bist, deutsche Jugend, und hart wirst! Wir
können eine Generation von Muttersöhnchen,
von verzogenen Kindern nicht brauchen. Was
wir benötigen, das sind Knaben und Mädchen,
die später einmal tapfere Männer und Frauen
sein können. Wir müssen eine harte Jugend
verlangen, damit später einmal, wenn das
Leben in seiner Härte an sie herantritt, sie nicht
vor dieser Härte kapituliert und schwach wird.
Und es ist schön, daß unsere deutsche Jugend
diesen Weg der Härte geht. Es ist ein unend
lich männlicher Zug in ihr. Ich bin glücklich,
so über euch hinwegsehen zu können: Ihr seid
die schönsten Nachkommen unserer Vorfahren
und seid die schönste Hoffnung für eine starke
kommende deutsche Nation.
Vor allem aber verlangen wir, daß du, deut
sche Jugend, in dir schon vorbildlich die deut
sche Volkwerüung gestaltest, daß ihr alle lernt,
euch mehr und mehr zu einer Gemeinschaft zN
verschmelzen, und daß ihr lernt, den Wert des
einzelnen zu messen an seinem Verdienst fü<
diese Gemeinschaft, für eure Gemeinschaft heute
und in größerem Sinne für die Gemeinschaft
unseres Volkes morgen.
Und damit will ich euch begrüßen und euch
versichern, mit welch großer Freude ich hierher
gekommen bin. Ihr seid ein Teil des deutschen
Volkes, ein Teil der deutschen Jugend, ein
Teil der deutschen Zukunft, aber eine Garan-
tie dafür, daß diese Zukunft so verläuft unk>
verlaufen wird, wie wir sie uns vorstellen.
So wollen wir an diesem 1. Mai uns alle
wieder vereinigen in dem Bekenntnis zu un
serem Volk, zu seinem Kampf, zu seiner Gegen
wart und zu seiner Zukunft, die in euch liegt-
Deutsches Volk und Deutsches Reich: Sieg-
heil!