Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Unsere Feuerwehr îft auf dem Posten 
Die Löschzüge 1 und 2 und die Halbzüge 3 
und 4 der Freiwilligen Feuerwehr Rendsburg 
waren vor einigen Abenden um 20 Uhr zu 
einer dienstlichen Besprechung zusammen 
gerufen. Nach Einteilung des Dienstes in den 
Zügen ertönte plötzlich die Feuersirene. Es 
handelte sich um eine Probealarmierung mit 
der Annahme einer Kesselexplosion und eines 
Brandes in der Doppelschule. Die Gesamt- 
leitung der Uebung hatte Hauptbrandmeister 
Tarnow, die Leitung des 1. und 2. Zuges 
Oberbrandmeister Delfs. Bereits um 20.24 
Uhr traf der 2. Zug auf der Brandstelle ein. 
Sofort wurden Schläuche ausgelegt. Während 
der 1. an die Rettung von „Schulungsteil- 
uehmern" im ersten Stock ging, blieb der 3. 
Zug einsatzbereit. Der 4. schützte das rechte 
Nachbarhaus mit der Plätterei und den Werk 
platz von L. Ko th & Sohn. Die den vier Lösch 
zügen gestellten Aufgaben wurden restlos 
gelöst. Jeder Feuerwehrmann tat treu seinen 
Dienst und zeigte, daß er im Ernstfälle ge 
rüstet ist, Volksgenossen zu helfen und Volks 
vermögen zu schützen. Gearbeitet wurde mit 
viel Schlauchmaterial. Man zählte nicht 
weniger als 14 Strahlrohre. Wegen des jetzt 
in der Untereiöer vorhandenen niedrigen 
Wasserstandes mußten die Schläuche an 
Hydranten angeschlossen werden. 
Deutsches Rotes Kreuz, Fraueuverein 
für Deutsche über See. 
An die Gausitzung des Frauenvereins für 
Deutsche über See, die unter Vorsitz der 
Prinzessin Heinrich von Preußen in der 
Eiderhalle stattfand, schloß sich die Jahres 
mitgliederversammlung des Vereins. Nachdem 
die Vorsitzende Frau Eggers die Erschienenen 
begrüßt hatte, erstattete Frau Grimme den 
Kassenbericht, Frau Hammer den Jahres 
bericht. Erfreulicherweise konnte die Mit 
gliederzahl gehalten werden,' einige neue Mit 
glieder meldeten sich an. Es hat den Anschein, 
als ob das Interesse am Geschick unserer 
lieberseedeutschen und das Verantwortungs 
gefühl ihnen gegenüber im Steigen begriffen 
ist. Freunde der Kammermusik hatten sich 
dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt 
und brachten das Vogelquartett und die 
Deutschland-Variationen von Haydn zu Ge 
hör. Mit einem „Heil Hitler!" schloß die Ver 
sammlung. 
* ' * . * 
* Die NS.-Kulturgemeiude teilt mit, daß die 
Nachfrage nach Plätzen für die Wieder 
holung des Sprungschen Lieder 
spiels so rege gewesen ist, daß zeitweise in 
den Borverkaufsstellen keine Karten mehr zu 
haben waren. Es sind nun die Logenrückplätze 
zu billigen Preisen freigegeben worden,' auch 
eine kleine Anzahl anderer Karten steht noch 
zur Verfügung. 
* VDA.-Sammlung. Auf Anordnung des 
Ministers für Wissenschaft,. Erziehung und 
Volksbildung findet die vor Ostern wegen der 
Wahlvorbereitungen abgebrochene Schulsamm 
lung für den VDA. in der Zeit vom 4. bis 
15. Mai statt. 
* Der DDAC. veranstaltet heute seine erste 
diesjährige Zuverlässigkeitsfahrt für Kraft- 
wagen und Krafträder. Start und Ziel ist der 
Wilhelmsplatz in Kiel. Die Fahrt gliedert sich 
1. in eine Zuverlässigkeitsfahrt über 100 Km. 
und 2. in eine Geschmeidigkeitsprüfung aus 
dem Wilhelmsplatz. Vom hiesigen NSKK.- 
Motorsturm 11/M. 16 nehmen acht Fahrer mit 
ihren Fahrzeugen teil. 
* 3Ü Jahre Schneidermeisterin. Am 1. Mai 
konnte Frau Emma Krützfeldt, Ritterstraße, 
auf eine 30jährige Tätigkeit als Schneider 
meisterin zurückblicken. 
* Auf eine 10jährige Tätigkeit bei der Fa. 
Friedrich Dittmer blickte am 1. Mai der Kauf 
mann Heinrich Martens zurück. Martens ist 
als Expedient und Lagerist in der Stabeisen 
abteilung seiner Firma tätig. 
x Versetzt wurde vom hiesigen Reichsbahn 
betriebswerk zur Reichsbahn - Telegraphen 
werkstatt in Altona der technische Reichsbahn- 
praktikant Peter Philippscn. Am 1. Januar 
1935 trat PH. bei der Reichsbahn ein. Jetzt er 
hält er eine 2>Ģhrige Ausbildungszeit für die 
Laufbahn eines technischen Reichsbahninspek 
tors. 
* Gesellenprüfung. Der Maschinenbaulehr 
ling H. Broderius, Sohn des Rentenempfän 
gers I. Broderius in Ahleseld, bestand vor 
der Prüfungskommission seine Gesellenprüfung 
mit gut. Lehrmeister ist Mortensen in Rends 
burg. 
* Eine Ehrenurkunde des Vaterländischen 
Frauenvereins vom Roten Kreuz wurde Frl. 
Küthe Witt überreicht für fünfjährige treue 
Dienste im Hause des Kaufmanns Gries, 
Schleifmühlenstraße. 
* Das Linienschiff „Schleswig-Holstein" pas 
sierte am Freitagvormittag um >-11 Uhr aus 
Richtung Holtenau kommend, unter klingen 
dem Spiel die Kanal-Straßendrehbrücke in 
Rendsburg. 
* Autobraud. Am Donnerstagvormittag fing 
ein Personenauto aus St. Margarethen, das 
auf dem Platz neben der Vichmarkthalle zwi 
schen anderen Personenautos parkte« vermut 
lich durch einen Vergaserbranö Feuer. Das 
Feuer konnte mit einem Minimaxapparat und 
Sand gelöscht werden,' jedoch wurden der Mo 
tor und der Führersitz stark beschädigt. Das 
Auto wurde abgeschleppt. 
* Die Kameradschaft ehcm. Kavalleristen 
hielt ihre Vierteljahrsversammlung im „Nor 
dischen Löwen" ab. Ein neues Mitglied wurde 
aufgenommen. Der Vereinsführer gab be 
kannt, daß am 7. Juni d. I. in Rendsburg eine 
Zusammenkunft der Kameradschaften ehemali 
ger Kavalleristen von Kiel, Neumünster, 
Schleswig und Rendsburg stattfindet, um den 
Kameradschaftsgedanken zwischen den verschie 
denen Orten zu vertiefen. Die Kameraden wer 
den im Schützenhof gemeinsam Mittag essen, 
anschließend die Sehenswürdigkeiten unserer 
Stadt unter Führung der Rendsburger Ka 
valleristen besichtigen und nach Rückkehr zum 
Schützenhof dort einige frohe Stunden mit 
einander verbringen. An dem Reichskriegcr- 
tag in Kassel am 4. und 5. Juli werden voraus 
sichtlich 2 Kameraden teilnehmen. Für Sonn 
tag, den 14. Juli, ist ein Ausflug nach Schles 
wig vorgesehen. Nachdem verschiedene Ein 
gänge bekanntgegeben waren, schloß der Ka 
meradschaftsführer die Versammlung mit ei 
nem Siegheil aus unsern Führer Adolf Hitler. 
* * * 
Ein Faheraddieb gefaßt 
Vüdelsdorf, 1. Mai. Einem hiesigen E.u- 
darmeriebeamtcn gelang es, einen Fahrraddieb 
festzunehmen. Es handelt sich um einen jungen 
Menschen, der eben 16 Jahre alt ist. Er war 
vom Amtsgericht Eckernförde wegen eines an 
deren Fahrraddiebstahls, der unter die Am 
nestie fiel, gerade ernstlich verwarnt worden. 
Eine halbe Stunde später (!) stahl er in Eckern- 
förde ein fast neues Damenfahrrad, das er in 
Büdelsdorf für 20 JC verkaufen wollte. 
Vüdelsdorf, 2. Mai. 9» Jahre alt. Am 
1. Mai feierte der Rentner und frühere Steiu- 
setzermeister Fritz P a h l seinen 90. Geburts 
tag im Kreise seiner Kinder. Pahl hat als 
Ulan am Feldzug 1870/71 teilgenommen. Er ist 
noch geistig frisch und nimmt regen Anteil an 
den Geschehnissen der neuen Zeit. 
Vüdelsdorf, 2. Mai. 25 Jahre Fleifchbe- 
schauer. Der Fleischbeschauer Hinrich Carstens, 
geboren am 3. 11. 1872 in Breiholz, kann am 
3. Mai auf eine 25jährige Tätigkeit als Fleisch 
beschauer in unserer Gemeinde zurückblicken. 
Anfang Mai 1911 hat Carstens hier das Fleisch 
beschauamt übernommen. Früher hatte er den 
ganzen Gemeindebezirk, während später eine 
Trennung durchgeführt wurde. In den vielen 
Jahren seiner Tätigkeit hat sich Carstens hier 
viele Freunde erworben. Er war stets bei Aus 
führung seines Amtes pünktlich, gewissenhaft 
und entgegenkommend. 
Vüdelsdorf, 1. Mai. Ein SA.-Sportabzeichen, 
Nr. 305071, wurde bei der Büdelsdorfer Mäd 
chenschule gefunden, und kann bei der Polizei- 
verwaltung im Rathaus abgeholt werden. 
Sporworschau 
Handball NM TV. 
Die 1. Jugend- und 1. Frauenmannschaft 
des RMTB. fahren morgen zu den Jubi- 
läums-Pokalspielen des Ellerbeker Turnver 
eins nach Kiel-Ellerbek. Abfahrt der Jugend 
7.30 Uhr Bahnhof, Abfahrt der Frauen: 12 
Uhr. 
Säill. Dachdeckmgs- Malerlalien 
wie Dachpfannen, Kunst- 
und Naturschiefer, Dach 
pappe und Teer liefert 
A. Beifimau. Rendsburg, Tel. 2152 
Sommer nach einer anderen Beschäftigung um 
sehen und die Bequemlichkeit im Vaterhause 
aufgeben. Das Gericht sei überzeugt, daß der 
Verurteilte aus ganz grober Nachlässigkeit, ja 
aus Böswilligkeit nicht gezahlt habe. Der Rich 
ter schärfte dem Angeklagten ein, daß er im 
mer wieder verurteilt werde, wenn er so wei 
termache. 
Noch im Weggehen bestand der Angeklagte 
auf einer „Blutprobe". 
* 
Einige Sachen auf dem Terminzettel waren 
gestrichen infolge Auswirkung des Amnestie 
gesetzes vom 24. April 1936, das Strafen unter 
1 Monat umfaßt. # 
Arrs dem Rendsburger Gerichtsfaal 
Mau muß geradestehe»! 
Wenn man etwas verkehrt gemacht hat im 
Leben, schuldhaft oder unwissenlich, so soll man 
dafür geradestehen, d. h. die Verantwortung 
und die Pflicht der Wiedergutmachung über 
nehmen, möglichst ohne Zuck und Muck. Be 
schönigungen oder Ausreden machen eine ver 
urteilungswürdige oder sträfliche Sache nicht 
anziehender, desgleichen nicht solche Gründe, 
die zahlreich und billig wie die Brombeeren 
sind. Die Schuld immer bei anderen suchen, ist 
gar pharisäisch und steht einem Manne, der 
keine Memme und kein Waschlappen sein will, 
nicht an. 
Ein Angeklagter, der vor Gericht rundher 
aus die Wahrheit bekennt, wirkt im Augenblick 
des Geständnisses sympathisch, auch wenn er im 
übrigen keinen Lorbeer verdient. Ein zu neun 
zig bis neunundneunzig Prozent Ueberführ- 
ter dagegen, der sich noch dreht und windet wie 
ein Aal und den Anstand und Mut zum „Ja" 
nicht findet, verscherzt sich die letzte Möglich 
keit milder Betrachtung und Beurteilung. 
Dann wird das Urteil streng, und der Trotz 
kopf und Wahrheitverdreher hat den Schaden. 
Eine ähnliche Erfahrung mußte ein 34jähri- 
ger Mann aus einem Ort des Kreises vor dem 
hiesigen Amtsgericht machen. Er war der Ver 
letzung der Unterhaltspflicht einem unehe 
lichen K i'n d e gegenüber angeklagt und ist 
deswegen schon einmal mit 4 Wochen Haft be 
straft. Der Angeklagte schien seiner Sache sicher 
zu sein. Denn fast ständig lächelte er, wohl in 
dem Gefühl, daß man ihm nichts nehmen kön 
ne. Er ist nun mit einer andern verheiratet, 
besitzt ein eheliches Kind und wohnt im El 
ternhaus, wo er im Winter zum gemeinschaft 
lichen Haushalt zahlt, im Sommer jedoch nicht, 
wofür er landwirtschaftlich im väterlichen Auf 
trag arbeitet. Unter Bezugnahme auf Pflichten 
gegenüber den Eltern und seiner Familie 
suchte er den Anschein zu erwecken, daß er nicht 
in der Lage sei, auch das Geringste für das 
uneheliche Kind zu tun. Bald aber wurde auf 
Grund der Beweisaufnahme klar, daß der An 
geklagte, wenn auch nur in bescheidenem oder 
bescheidenstem Rahmen, wohl etwas für das 
Kind hätte tun können. Es hat ihm nur am 
guten und ehrlichen Willen gefehlt. Bequemer 
und offensichtlich dickköpfiger Weise hat er die 
Sorge der Behörde überlassen, letzten Endes 
also den anderen Volksgenossen und den 
Steuerzahlern. Einen peinlichen Eindruck er 
weckte er auch dadurch, daß er öffentlich die 
Vaterschaft an dem betreffenden Kinde bestritt 
und eine Blutprobe verlangte, worauf der 
Richter gleich erwiderte, solange das Gegenteil 
nicht festgestellt sei, heiße es zahlen. Weiter gab 
der Richter dem Angeklagten zu bedenken, daß, 
wenn man uneheliche Kinder in die Welt setze, 
man auch für sie sorgen müsse. 
Ansehnlichen oder bedeutenden Varverdienst 
hat der Angeklagte nicht, bestimmt nicht. Aber 
ein paar Mark jeden Monat, namentlich im 
Winter, wenn es ihm infolge gewisser Beschäf 
tigung wirtschaftlich besser geht, hätten ab 
fallen können und müssen. Mehrfache Auffor 
derungen seitens des Amtsvorstehers und des 
Kreisjugcndamtcs in Rendsburg begegneten 
tauben Ohren. 
Darum mußte sich der Angeklagte jetzt um so 
mehr anhören. Der Amtsanwalt fuhr ordent 
lich mit ihm ab. Er betonte, die Einwände seien 
typisch für einen Menschen, der nicht wolle. 
Der Angeklagte brauche sich nicht zu wundern, 
wenn er mit ganz scharfen Mitteln angefaßt 
werde. Die Frage -er Zahlungsfähigkeit fei 
vollkommen zu bejahen. Das Verhalten des 
Angeklagten sei Opposition. Wenn er beim 
Vater arbeite, so habe er dort auch freien Auf 
enthalt. Die geringschätzige Aeußerung über 
die frühere Brairt (mit der er l l Á Jahr ver 
lobt gewesen) rechnete der Amtsanwalt dem 
Angeklagten übel an. Er war für die gesetzlich 
zulässige Höchststrafe und bedauerte, daß man 
den Angeklagten nicht in einem Arbeitshause 
unterbringen könne, damit ihm dort beige 
bracht würde, welche Pflichten ihm innerhalb 
der Volksgemeinschaft erwüchsen. 6 Wochen 
Haft wegen Uebertretung laut § 361 Z. 10 des 
StGB, und Tragung der Kosten des Ver 
fahrens beantragte schließlich der Vertreter 
der Anklage. 
Das U r t e i l lautete dementsprechend wegen 
Verletzung der Unterhaltspflicht. Der Richter 
schlug in der Begründung des Urteils in die 
selbe Kerbe wie der Amtsanwalt. Der Fall 
liege ganz eindeutig. Die Beweisaufnahme 
lasse keinen Zweifel, daß der Angeklagte, zu 
mindest während des Winters, durchaus in der 
Lage gewesen sei, zum Unterhalt des Kindes 
beizutragen. Das Gericht bedauere, eine nicht 
noch strengere Strafe aussprechen zu können. 
Gegebenenfalls müsse sich der Angeklagte im 
Zeichenerkläruna zur Wetterkarte 
Kalter Wind 
■«Sac«» Warmer Wind 
S!ärke1,^NW2, 
fN3,/»!04 U.S.W 
Q wolkenlos Q wolkig 
(3 heiter 0 bedeckt 
(H halbbedeckt 
n-à front vordringender Kattluft 
Front vordringender Warmluft 
Front mit Warmluft in der Höhe 
llilllRegengebfet. HD Schneefaügebie. 
pVp Schauertätigkeit, — Nebel.TSGewitter 
Wcttcransstchten sür Sonntag, den 3. Mai 1938, 
in Nordwestdentschland: Schivachwindig, heiter bis 
wolkig, trocken, tagsüber weiter ansteigende Tem 
peraturen. 
(Schluß des redaktionellen Teils.) 
Beilagenhinweis. 
Einem Teil der heutigen Auflage ist ein Werbe 
blatt der Firma Hans Jürgensen, Rendsburg 
(größtes SpezialhauS für moderne Herren-, Kna 
ben- und Sportkleidung), betitelt „Herren-Früh- 
jahrs-Moden", beigefügt. 
Au* den Tlendsbueyet JUdti&pUUUeotem. 
Schauburg: 
Heißes Blut. 
Ungarnlanö, Budapest, Pußta, Czardas! — 
das sind Begriffe, die uns aus manchen 
Operetten — nicht den schlechtesten — bekannt 
sind. Mit ihnen verbindet sich die Vorstellung 
von weiter Landschaft, feurigem Wein, schönen 
Frauen, prachtvollen Pferden und guten 
Reitern. Und über allem liegt die melan 
cholisch-wilde Stimmung mitreißender Zigeu 
nermusik, die ins Blut geht. Diese Stimmung 
ist auch in diesem Film eingefangen, und zwar 
in einer Art und Weise, daß man den Film 
als wohlgelungene Leistung ansprechen kann. 
Frauen und Pferde stehen im Mittelpunkt des 
Geschehens, eine kleine Liebesgeschichte, darin 
und darum rankt sich das bunte Leben un 
garischer Dörfer und das aufregende Treiben 
der Rennbahn. Man sieht bezaubernde Bil 
der von der ungarischen Landschaft, aber auch 
vom Pferderennen. Und dazu gestalten den 
Film ausgezeichnete Schauspieler, wie Marika 
Rökk, Paul Kemp, Ursula Grabley und Hans 
Stüwe. So ist hier ent wirklich guter Unter 
haltungsfilm entstanden, der eine famose 
Stimmung verbreitet, dessen Musik ins Blut 
geht, der bis zum letzten Ende spannend ist, 
und der gefällt. 
Auch das Beiprogramm ist sehenswert. Be 
sonders gut ist ein Film von der deutschen 
Flugzeugverbindung nach Südamerika, durch 
den man diese gewaltige deutsche Leistung erst 
richtig beurteilen lernt. 
Elektra-Lichtspiele: 
Soldaten 
Kameraden. 
Ein Film, wie kaum ein anderer geeignet, 
am 1. Mai aufgeführt zu werden. „Freut euch 
des Lebens" ist auch die Devise dieses Films, 
eines Soldatenfilms der neuen Wehrmacht. Er 
zeigt „einen Jahrgang von der Aushebung bis 
zur Entlassung". Und alles, was zwischen die 
sen bedeutsamen Meilensteinen im Leben 
wehrfähiger junger Deutscher liegt, ist in treff 
lichen Bildern festgehalten. Die Handlung ist 
unbeschwert von Problemen, von Humor 
durchsetzt, und das vollbesetzte Haus vergnügte 
sich gestern abend ausgezeichnet. 
Das Beiprogramm enthält neben der inter 
essanten Wochenschau einen Film vom Winter 
sport mit herrlichen Bildern. 
* 
In den Tonhallen: 
„Kirschen in Nachbars Garten". 
Karl Valentin und Liesl Karstadt, die belieb 
ten Münchener Komiker, stehen im Mittel 
punkt dieses zwerchfellerschütternden Lust 
spiels. Eigentlich kommen dazu noch zwei wich 
tige Faktoren, einmal die gute alte Adele 
Sandrock und zum anderen eine siamesische 
Ente, die angeblich jedes Jahr nur ein einzi 
ges Ei legt. Dieses Ei legt der Wunöervogel 
aber ausgerechnet wenige Zentimeter jenseits 
der Grenze zum Nachbargrundstück. Daraus 
entwickeln sich tolle Dinge mit Krach, Sühne 
termin usw. 
Es war ein guter Gedanke, Adele Sanörock 
mit Karl Valentin und seiner langjährigen 
Partnerin Liesl Karstadt zusammenzubringen. 
Adele hat hier endlich einmal wieder eine 
Rolle, die dieser menschlichreifen Darstellerin 
erlaubt, glaubwürdig zu sein. Karl Valentin 
gibt mit seiner trockenen Pfiffigkeit dem Film 
den Lacherfolg, und Liesl Karstadt steht ihm in 
nichts nach. So wirkt denn dieses Trio derart 
auf die Lachmuskeln der Zuschauer ein, daß 
Heiterkeitsstürme durch das Haus brausen. 
Als Vierter im Bunde wäre Max Gülstorfs zu 
nennen. Die kleineren Rollen sind ebenfalls 
nette und lustige Figuren, so daß das Ganze 
nichts ist als lauter Lachen und Fröhlichkeit. 
Im Beiprogramm läuft ein hübscher Bild 
streifen, der die Fahrt eines Frachtdampfers 
von der Seestadt Berlin nach Hamburg in 
guten Ausnahmen zeigt.
	        
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