Unsere Feuerwehr îft auf dem Posten
Die Löschzüge 1 und 2 und die Halbzüge 3
und 4 der Freiwilligen Feuerwehr Rendsburg
waren vor einigen Abenden um 20 Uhr zu
einer dienstlichen Besprechung zusammen
gerufen. Nach Einteilung des Dienstes in den
Zügen ertönte plötzlich die Feuersirene. Es
handelte sich um eine Probealarmierung mit
der Annahme einer Kesselexplosion und eines
Brandes in der Doppelschule. Die Gesamt-
leitung der Uebung hatte Hauptbrandmeister
Tarnow, die Leitung des 1. und 2. Zuges
Oberbrandmeister Delfs. Bereits um 20.24
Uhr traf der 2. Zug auf der Brandstelle ein.
Sofort wurden Schläuche ausgelegt. Während
der 1. an die Rettung von „Schulungsteil-
uehmern" im ersten Stock ging, blieb der 3.
Zug einsatzbereit. Der 4. schützte das rechte
Nachbarhaus mit der Plätterei und den Werk
platz von L. Ko th & Sohn. Die den vier Lösch
zügen gestellten Aufgaben wurden restlos
gelöst. Jeder Feuerwehrmann tat treu seinen
Dienst und zeigte, daß er im Ernstfälle ge
rüstet ist, Volksgenossen zu helfen und Volks
vermögen zu schützen. Gearbeitet wurde mit
viel Schlauchmaterial. Man zählte nicht
weniger als 14 Strahlrohre. Wegen des jetzt
in der Untereiöer vorhandenen niedrigen
Wasserstandes mußten die Schläuche an
Hydranten angeschlossen werden.
Deutsches Rotes Kreuz, Fraueuverein
für Deutsche über See.
An die Gausitzung des Frauenvereins für
Deutsche über See, die unter Vorsitz der
Prinzessin Heinrich von Preußen in der
Eiderhalle stattfand, schloß sich die Jahres
mitgliederversammlung des Vereins. Nachdem
die Vorsitzende Frau Eggers die Erschienenen
begrüßt hatte, erstattete Frau Grimme den
Kassenbericht, Frau Hammer den Jahres
bericht. Erfreulicherweise konnte die Mit
gliederzahl gehalten werden,' einige neue Mit
glieder meldeten sich an. Es hat den Anschein,
als ob das Interesse am Geschick unserer
lieberseedeutschen und das Verantwortungs
gefühl ihnen gegenüber im Steigen begriffen
ist. Freunde der Kammermusik hatten sich
dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt
und brachten das Vogelquartett und die
Deutschland-Variationen von Haydn zu Ge
hör. Mit einem „Heil Hitler!" schloß die Ver
sammlung.
* ' * . *
* Die NS.-Kulturgemeiude teilt mit, daß die
Nachfrage nach Plätzen für die Wieder
holung des Sprungschen Lieder
spiels so rege gewesen ist, daß zeitweise in
den Borverkaufsstellen keine Karten mehr zu
haben waren. Es sind nun die Logenrückplätze
zu billigen Preisen freigegeben worden,' auch
eine kleine Anzahl anderer Karten steht noch
zur Verfügung.
* VDA.-Sammlung. Auf Anordnung des
Ministers für Wissenschaft,. Erziehung und
Volksbildung findet die vor Ostern wegen der
Wahlvorbereitungen abgebrochene Schulsamm
lung für den VDA. in der Zeit vom 4. bis
15. Mai statt.
* Der DDAC. veranstaltet heute seine erste
diesjährige Zuverlässigkeitsfahrt für Kraft-
wagen und Krafträder. Start und Ziel ist der
Wilhelmsplatz in Kiel. Die Fahrt gliedert sich
1. in eine Zuverlässigkeitsfahrt über 100 Km.
und 2. in eine Geschmeidigkeitsprüfung aus
dem Wilhelmsplatz. Vom hiesigen NSKK.-
Motorsturm 11/M. 16 nehmen acht Fahrer mit
ihren Fahrzeugen teil.
* 3Ü Jahre Schneidermeisterin. Am 1. Mai
konnte Frau Emma Krützfeldt, Ritterstraße,
auf eine 30jährige Tätigkeit als Schneider
meisterin zurückblicken.
* Auf eine 10jährige Tätigkeit bei der Fa.
Friedrich Dittmer blickte am 1. Mai der Kauf
mann Heinrich Martens zurück. Martens ist
als Expedient und Lagerist in der Stabeisen
abteilung seiner Firma tätig.
x Versetzt wurde vom hiesigen Reichsbahn
betriebswerk zur Reichsbahn - Telegraphen
werkstatt in Altona der technische Reichsbahn-
praktikant Peter Philippscn. Am 1. Januar
1935 trat PH. bei der Reichsbahn ein. Jetzt er
hält er eine 2>Ģhrige Ausbildungszeit für die
Laufbahn eines technischen Reichsbahninspek
tors.
* Gesellenprüfung. Der Maschinenbaulehr
ling H. Broderius, Sohn des Rentenempfän
gers I. Broderius in Ahleseld, bestand vor
der Prüfungskommission seine Gesellenprüfung
mit gut. Lehrmeister ist Mortensen in Rends
burg.
* Eine Ehrenurkunde des Vaterländischen
Frauenvereins vom Roten Kreuz wurde Frl.
Küthe Witt überreicht für fünfjährige treue
Dienste im Hause des Kaufmanns Gries,
Schleifmühlenstraße.
* Das Linienschiff „Schleswig-Holstein" pas
sierte am Freitagvormittag um >-11 Uhr aus
Richtung Holtenau kommend, unter klingen
dem Spiel die Kanal-Straßendrehbrücke in
Rendsburg.
* Autobraud. Am Donnerstagvormittag fing
ein Personenauto aus St. Margarethen, das
auf dem Platz neben der Vichmarkthalle zwi
schen anderen Personenautos parkte« vermut
lich durch einen Vergaserbranö Feuer. Das
Feuer konnte mit einem Minimaxapparat und
Sand gelöscht werden,' jedoch wurden der Mo
tor und der Führersitz stark beschädigt. Das
Auto wurde abgeschleppt.
* Die Kameradschaft ehcm. Kavalleristen
hielt ihre Vierteljahrsversammlung im „Nor
dischen Löwen" ab. Ein neues Mitglied wurde
aufgenommen. Der Vereinsführer gab be
kannt, daß am 7. Juni d. I. in Rendsburg eine
Zusammenkunft der Kameradschaften ehemali
ger Kavalleristen von Kiel, Neumünster,
Schleswig und Rendsburg stattfindet, um den
Kameradschaftsgedanken zwischen den verschie
denen Orten zu vertiefen. Die Kameraden wer
den im Schützenhof gemeinsam Mittag essen,
anschließend die Sehenswürdigkeiten unserer
Stadt unter Führung der Rendsburger Ka
valleristen besichtigen und nach Rückkehr zum
Schützenhof dort einige frohe Stunden mit
einander verbringen. An dem Reichskriegcr-
tag in Kassel am 4. und 5. Juli werden voraus
sichtlich 2 Kameraden teilnehmen. Für Sonn
tag, den 14. Juli, ist ein Ausflug nach Schles
wig vorgesehen. Nachdem verschiedene Ein
gänge bekanntgegeben waren, schloß der Ka
meradschaftsführer die Versammlung mit ei
nem Siegheil aus unsern Führer Adolf Hitler.
* * *
Ein Faheraddieb gefaßt
Vüdelsdorf, 1. Mai. Einem hiesigen E.u-
darmeriebeamtcn gelang es, einen Fahrraddieb
festzunehmen. Es handelt sich um einen jungen
Menschen, der eben 16 Jahre alt ist. Er war
vom Amtsgericht Eckernförde wegen eines an
deren Fahrraddiebstahls, der unter die Am
nestie fiel, gerade ernstlich verwarnt worden.
Eine halbe Stunde später (!) stahl er in Eckern-
förde ein fast neues Damenfahrrad, das er in
Büdelsdorf für 20 JC verkaufen wollte.
Vüdelsdorf, 2. Mai. 9» Jahre alt. Am
1. Mai feierte der Rentner und frühere Steiu-
setzermeister Fritz P a h l seinen 90. Geburts
tag im Kreise seiner Kinder. Pahl hat als
Ulan am Feldzug 1870/71 teilgenommen. Er ist
noch geistig frisch und nimmt regen Anteil an
den Geschehnissen der neuen Zeit.
Vüdelsdorf, 2. Mai. 25 Jahre Fleifchbe-
schauer. Der Fleischbeschauer Hinrich Carstens,
geboren am 3. 11. 1872 in Breiholz, kann am
3. Mai auf eine 25jährige Tätigkeit als Fleisch
beschauer in unserer Gemeinde zurückblicken.
Anfang Mai 1911 hat Carstens hier das Fleisch
beschauamt übernommen. Früher hatte er den
ganzen Gemeindebezirk, während später eine
Trennung durchgeführt wurde. In den vielen
Jahren seiner Tätigkeit hat sich Carstens hier
viele Freunde erworben. Er war stets bei Aus
führung seines Amtes pünktlich, gewissenhaft
und entgegenkommend.
Vüdelsdorf, 1. Mai. Ein SA.-Sportabzeichen,
Nr. 305071, wurde bei der Büdelsdorfer Mäd
chenschule gefunden, und kann bei der Polizei-
verwaltung im Rathaus abgeholt werden.
Sporworschau
Handball NM TV.
Die 1. Jugend- und 1. Frauenmannschaft
des RMTB. fahren morgen zu den Jubi-
läums-Pokalspielen des Ellerbeker Turnver
eins nach Kiel-Ellerbek. Abfahrt der Jugend
7.30 Uhr Bahnhof, Abfahrt der Frauen: 12
Uhr.
Säill. Dachdeckmgs- Malerlalien
wie Dachpfannen, Kunst-
und Naturschiefer, Dach
pappe und Teer liefert
A. Beifimau. Rendsburg, Tel. 2152
Sommer nach einer anderen Beschäftigung um
sehen und die Bequemlichkeit im Vaterhause
aufgeben. Das Gericht sei überzeugt, daß der
Verurteilte aus ganz grober Nachlässigkeit, ja
aus Böswilligkeit nicht gezahlt habe. Der Rich
ter schärfte dem Angeklagten ein, daß er im
mer wieder verurteilt werde, wenn er so wei
termache.
Noch im Weggehen bestand der Angeklagte
auf einer „Blutprobe".
*
Einige Sachen auf dem Terminzettel waren
gestrichen infolge Auswirkung des Amnestie
gesetzes vom 24. April 1936, das Strafen unter
1 Monat umfaßt. #
Arrs dem Rendsburger Gerichtsfaal
Mau muß geradestehe»!
Wenn man etwas verkehrt gemacht hat im
Leben, schuldhaft oder unwissenlich, so soll man
dafür geradestehen, d. h. die Verantwortung
und die Pflicht der Wiedergutmachung über
nehmen, möglichst ohne Zuck und Muck. Be
schönigungen oder Ausreden machen eine ver
urteilungswürdige oder sträfliche Sache nicht
anziehender, desgleichen nicht solche Gründe,
die zahlreich und billig wie die Brombeeren
sind. Die Schuld immer bei anderen suchen, ist
gar pharisäisch und steht einem Manne, der
keine Memme und kein Waschlappen sein will,
nicht an.
Ein Angeklagter, der vor Gericht rundher
aus die Wahrheit bekennt, wirkt im Augenblick
des Geständnisses sympathisch, auch wenn er im
übrigen keinen Lorbeer verdient. Ein zu neun
zig bis neunundneunzig Prozent Ueberführ-
ter dagegen, der sich noch dreht und windet wie
ein Aal und den Anstand und Mut zum „Ja"
nicht findet, verscherzt sich die letzte Möglich
keit milder Betrachtung und Beurteilung.
Dann wird das Urteil streng, und der Trotz
kopf und Wahrheitverdreher hat den Schaden.
Eine ähnliche Erfahrung mußte ein 34jähri-
ger Mann aus einem Ort des Kreises vor dem
hiesigen Amtsgericht machen. Er war der Ver
letzung der Unterhaltspflicht einem unehe
lichen K i'n d e gegenüber angeklagt und ist
deswegen schon einmal mit 4 Wochen Haft be
straft. Der Angeklagte schien seiner Sache sicher
zu sein. Denn fast ständig lächelte er, wohl in
dem Gefühl, daß man ihm nichts nehmen kön
ne. Er ist nun mit einer andern verheiratet,
besitzt ein eheliches Kind und wohnt im El
ternhaus, wo er im Winter zum gemeinschaft
lichen Haushalt zahlt, im Sommer jedoch nicht,
wofür er landwirtschaftlich im väterlichen Auf
trag arbeitet. Unter Bezugnahme auf Pflichten
gegenüber den Eltern und seiner Familie
suchte er den Anschein zu erwecken, daß er nicht
in der Lage sei, auch das Geringste für das
uneheliche Kind zu tun. Bald aber wurde auf
Grund der Beweisaufnahme klar, daß der An
geklagte, wenn auch nur in bescheidenem oder
bescheidenstem Rahmen, wohl etwas für das
Kind hätte tun können. Es hat ihm nur am
guten und ehrlichen Willen gefehlt. Bequemer
und offensichtlich dickköpfiger Weise hat er die
Sorge der Behörde überlassen, letzten Endes
also den anderen Volksgenossen und den
Steuerzahlern. Einen peinlichen Eindruck er
weckte er auch dadurch, daß er öffentlich die
Vaterschaft an dem betreffenden Kinde bestritt
und eine Blutprobe verlangte, worauf der
Richter gleich erwiderte, solange das Gegenteil
nicht festgestellt sei, heiße es zahlen. Weiter gab
der Richter dem Angeklagten zu bedenken, daß,
wenn man uneheliche Kinder in die Welt setze,
man auch für sie sorgen müsse.
Ansehnlichen oder bedeutenden Varverdienst
hat der Angeklagte nicht, bestimmt nicht. Aber
ein paar Mark jeden Monat, namentlich im
Winter, wenn es ihm infolge gewisser Beschäf
tigung wirtschaftlich besser geht, hätten ab
fallen können und müssen. Mehrfache Auffor
derungen seitens des Amtsvorstehers und des
Kreisjugcndamtcs in Rendsburg begegneten
tauben Ohren.
Darum mußte sich der Angeklagte jetzt um so
mehr anhören. Der Amtsanwalt fuhr ordent
lich mit ihm ab. Er betonte, die Einwände seien
typisch für einen Menschen, der nicht wolle.
Der Angeklagte brauche sich nicht zu wundern,
wenn er mit ganz scharfen Mitteln angefaßt
werde. Die Frage -er Zahlungsfähigkeit fei
vollkommen zu bejahen. Das Verhalten des
Angeklagten sei Opposition. Wenn er beim
Vater arbeite, so habe er dort auch freien Auf
enthalt. Die geringschätzige Aeußerung über
die frühere Brairt (mit der er l l Á Jahr ver
lobt gewesen) rechnete der Amtsanwalt dem
Angeklagten übel an. Er war für die gesetzlich
zulässige Höchststrafe und bedauerte, daß man
den Angeklagten nicht in einem Arbeitshause
unterbringen könne, damit ihm dort beige
bracht würde, welche Pflichten ihm innerhalb
der Volksgemeinschaft erwüchsen. 6 Wochen
Haft wegen Uebertretung laut § 361 Z. 10 des
StGB, und Tragung der Kosten des Ver
fahrens beantragte schließlich der Vertreter
der Anklage.
Das U r t e i l lautete dementsprechend wegen
Verletzung der Unterhaltspflicht. Der Richter
schlug in der Begründung des Urteils in die
selbe Kerbe wie der Amtsanwalt. Der Fall
liege ganz eindeutig. Die Beweisaufnahme
lasse keinen Zweifel, daß der Angeklagte, zu
mindest während des Winters, durchaus in der
Lage gewesen sei, zum Unterhalt des Kindes
beizutragen. Das Gericht bedauere, eine nicht
noch strengere Strafe aussprechen zu können.
Gegebenenfalls müsse sich der Angeklagte im
Zeichenerkläruna zur Wetterkarte
Kalter Wind
■«Sac«» Warmer Wind
S!ärke1,^NW2,
fN3,/»!04 U.S.W
Q wolkenlos Q wolkig
(3 heiter 0 bedeckt
(H halbbedeckt
n-à front vordringender Kattluft
Front vordringender Warmluft
Front mit Warmluft in der Höhe
llilllRegengebfet. HD Schneefaügebie.
pVp Schauertätigkeit, — Nebel.TSGewitter
Wcttcransstchten sür Sonntag, den 3. Mai 1938,
in Nordwestdentschland: Schivachwindig, heiter bis
wolkig, trocken, tagsüber weiter ansteigende Tem
peraturen.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Beilagenhinweis.
Einem Teil der heutigen Auflage ist ein Werbe
blatt der Firma Hans Jürgensen, Rendsburg
(größtes SpezialhauS für moderne Herren-, Kna
ben- und Sportkleidung), betitelt „Herren-Früh-
jahrs-Moden", beigefügt.
Au* den Tlendsbueyet JUdti&pUUUeotem.
Schauburg:
Heißes Blut.
Ungarnlanö, Budapest, Pußta, Czardas! —
das sind Begriffe, die uns aus manchen
Operetten — nicht den schlechtesten — bekannt
sind. Mit ihnen verbindet sich die Vorstellung
von weiter Landschaft, feurigem Wein, schönen
Frauen, prachtvollen Pferden und guten
Reitern. Und über allem liegt die melan
cholisch-wilde Stimmung mitreißender Zigeu
nermusik, die ins Blut geht. Diese Stimmung
ist auch in diesem Film eingefangen, und zwar
in einer Art und Weise, daß man den Film
als wohlgelungene Leistung ansprechen kann.
Frauen und Pferde stehen im Mittelpunkt des
Geschehens, eine kleine Liebesgeschichte, darin
und darum rankt sich das bunte Leben un
garischer Dörfer und das aufregende Treiben
der Rennbahn. Man sieht bezaubernde Bil
der von der ungarischen Landschaft, aber auch
vom Pferderennen. Und dazu gestalten den
Film ausgezeichnete Schauspieler, wie Marika
Rökk, Paul Kemp, Ursula Grabley und Hans
Stüwe. So ist hier ent wirklich guter Unter
haltungsfilm entstanden, der eine famose
Stimmung verbreitet, dessen Musik ins Blut
geht, der bis zum letzten Ende spannend ist,
und der gefällt.
Auch das Beiprogramm ist sehenswert. Be
sonders gut ist ein Film von der deutschen
Flugzeugverbindung nach Südamerika, durch
den man diese gewaltige deutsche Leistung erst
richtig beurteilen lernt.
Elektra-Lichtspiele:
Soldaten
Kameraden.
Ein Film, wie kaum ein anderer geeignet,
am 1. Mai aufgeführt zu werden. „Freut euch
des Lebens" ist auch die Devise dieses Films,
eines Soldatenfilms der neuen Wehrmacht. Er
zeigt „einen Jahrgang von der Aushebung bis
zur Entlassung". Und alles, was zwischen die
sen bedeutsamen Meilensteinen im Leben
wehrfähiger junger Deutscher liegt, ist in treff
lichen Bildern festgehalten. Die Handlung ist
unbeschwert von Problemen, von Humor
durchsetzt, und das vollbesetzte Haus vergnügte
sich gestern abend ausgezeichnet.
Das Beiprogramm enthält neben der inter
essanten Wochenschau einen Film vom Winter
sport mit herrlichen Bildern.
*
In den Tonhallen:
„Kirschen in Nachbars Garten".
Karl Valentin und Liesl Karstadt, die belieb
ten Münchener Komiker, stehen im Mittel
punkt dieses zwerchfellerschütternden Lust
spiels. Eigentlich kommen dazu noch zwei wich
tige Faktoren, einmal die gute alte Adele
Sandrock und zum anderen eine siamesische
Ente, die angeblich jedes Jahr nur ein einzi
ges Ei legt. Dieses Ei legt der Wunöervogel
aber ausgerechnet wenige Zentimeter jenseits
der Grenze zum Nachbargrundstück. Daraus
entwickeln sich tolle Dinge mit Krach, Sühne
termin usw.
Es war ein guter Gedanke, Adele Sanörock
mit Karl Valentin und seiner langjährigen
Partnerin Liesl Karstadt zusammenzubringen.
Adele hat hier endlich einmal wieder eine
Rolle, die dieser menschlichreifen Darstellerin
erlaubt, glaubwürdig zu sein. Karl Valentin
gibt mit seiner trockenen Pfiffigkeit dem Film
den Lacherfolg, und Liesl Karstadt steht ihm in
nichts nach. So wirkt denn dieses Trio derart
auf die Lachmuskeln der Zuschauer ein, daß
Heiterkeitsstürme durch das Haus brausen.
Als Vierter im Bunde wäre Max Gülstorfs zu
nennen. Die kleineren Rollen sind ebenfalls
nette und lustige Figuren, so daß das Ganze
nichts ist als lauter Lachen und Fröhlichkeit.
Im Beiprogramm läuft ein hübscher Bild
streifen, der die Fahrt eines Frachtdampfers
von der Seestadt Berlin nach Hamburg in
guten Ausnahmen zeigt.