Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Widerlegte LSgermachrichte« 
über dis Behandlung der früheren innerpolitischen Gegner 
Kopeuhageu, 8. Mai. „Berlingske Tidende" 
veröffentlicht unter der Ueberschrift „Nach ei 
ner Revolution" einen Artikel ihres Berliner 
Korrespondenten Baron Car Schaffalitzky de 
Muckadell über die f .entrationslager in 
Deutschland. Darin weroen verschiedene über 
eine Reihe früherer sozialdemokratischer Füh 
rer im Ausland verbreitete unwahre Behaup 
tungen ins rechte Licht gesetzt und den däni 
schen Lesern der Rat erteilt, das deutsche Volk 
nach seiner Facon selig werden zu lassen. 
Einleitend wird darauf hingewiesen, daß die 
Konzentrationslager politische Einrichtungen 
seien, in die man für solche politische Vergehen 
komme, die nicht unter das Strafgesetz fallen,' 
es wird ferner hervorgehoben, daß Konzentra 
tionslager in Deutschland schon während des 
Weltkrieges bekannt gewesen seien. In seinen 
weiteren Ausführungen stellt der Korrespon 
dent u. a. fest, daß es richtige Kommunisten in 
Deutschland bald nicht mehr gebe und „staats 
feindliche Gesinnung" nicht mehr so häufig vor 
komme, woraus er den Schluß zieht, daß es 
keiner besonderen Einrichtungen bedürfe und 
die letzten Konzentrationslager ohne Zweifel 
noch in diesem Jahre verschwinden dürften. 
Hitler selbst, so heißt es in diesem Zusammen 
hang, habe sie nie leiden können und halte sie 
eher für ein notwendiges Uebel. Hingewiesen 
wird ferner darauf, daß in den augenblicklich 
noch bestehenden 4 bis 5 Konzentrationslagern 
kaum mehr als 300» Personen sein fürsten, 
und die meisten ihrer Insassen nach 1 bis 2 
Monaten entlassen worden seien, nachdem sie 
ein gewisses Maß an Reue gezeigt und eine 
Erklärung unterschrieben hätten, daß sie sich 
in Zukunft ruhig verhalten wollten. Nach ei 
nem Hinweis darauf, daß von bekannten Män 
nern des früheren Regimes neben Ossietzky 
eigentlich nur noch der Pressechef der früheren 
hessischen Regierung Dr. Mierendorff sich im 
Konzentrationslager befinde, führt der Ver 
fasser u. a. aus, viele dürften gewiß darüber 
erstaunt sein, daß es nicht mehr „bekannte 
Namen" hinter den Mauern der Konzentra 
tionslager gebe, da im Ausland die Ansicht 
weit verbreitet sei, daß jeder zweite Sozial 
demokrat in Deutschland Gefangener sei. Dies 
sei nicht nur weit von der Wahrheit entfernt, 
die meisten hätten vielmehr entweder eine gute 
Pension, oder aber sie hätten sich in die neue 
Gemeinschaft eingeordnet. Als Beispiel wird 
dann angeführt, daß der frühere Reichstags 
präsident Lobe nach seiner Entlassung aus dem 
Konzentrationslager und nach Ablehnung ei 
ner ihm angebotenen Pension sich seinen Le 
bensunterhalt als Neklamezeichner verdiene, 
während Severing von einer reichlichen Pen 
sion in Bielefeld lebe und seine Memoiren 
schreibe. Festgestellt wird weiter, daß man Otto 
Braun, der sich nach der Schweiz in Sicherheit 
gebracht hat, auf Verlangen des verewigten 
Zum Staatssekretär ernannt. 
Der Führer und Reichskanzler hat den Ge 
neralforstmeister Dr. v. Keudell zum Staats 
sekretär ernannt. Dr. v. Keudell wird jedoch 
die amtliche Bezeichnung Generalforstmeister 
als ständiger Stellvertreter des Reichsforst 
meisters weiterführen. 
Reichspräsidenten von Hindenburg anstatt ei 
ner Pension eine größere Barsumme ausge 
zahlt habe und der Sohn -es Reichspräsidenten 
Ebert sich redlich als Buchdrucker ernähre. Er 
habe zwar keine Pension bekommen können, 
seine Mutter beziehe jedoch als Eberts Witwe 
auch weiterhin einen „Ehrensold", den Hinden 
burg ihr gegeben habe und an den niemand 
habe rühren wollen. Mit dieser Feststellung 
tritt der Korrespondent gleichzeitig den in der 
dänischen sozialdemokratischen Presse aus Lon 
doner Quelle verbreiteten Gerüchten entgegen, 
wonach Frau Ebert und Frau Stresemann die 
Pensionen entzogen worden seien. Nach einem 
Hinweis darauf, daß gegenüber den vielen 
merkwürdigen Typen, die man in den Kon 
zentrationslagern gesehen habe, Disziplin not 
wendig gewesen sei, stellt der Verfasser zum 
Schluß fest, daß die Lager ein Glied der revo 
lutionären Entwicklung seien in einem Land, 
wo man einander nicht mit Samthandschuhen 
anfasse. Die Deutschen hätten die Segnungen 
des Kommunismus erfahren und sie wollten 
davon nichts wieder wissen. Die Ausländer 
zuckten mit den Achseln und meinten, daß man 
in Deutschland übertreibe,' derjenige aber, der 
das große Lager an beschlagnahmten und aus 
gegrabenen Waffen gesehen habe, das in Ora 
nienburg eingerichtet worden sei, verstehe die 
Deutschen etwas besser. Noch heute stießen die 
Spaten der Polizei in Berlins Schrebergärten 
auf Büchsenläufe und Revolver, die sorgfältig 
in Oelpapier eingepackt seien. Die Mentalität 
in Deutschland sei anders als in dem glück 
lichen Dänemark, das keinen Weltkrieg, keine 
Inflation und Bankenkrise erlebt habe,' auch 
sei das dänische Volk nicht seit Geschlechtern 
daran gewöhnt zu gehorchen, zu marschieren 
und sich zu schlagen. Sei man in Dänemark 
klug, so lasse man die Deutschen tun, was sie 
wollten oder, um mit dem „Alten Fritz" zu 
sprechen, jeden nach seiner Facon selig werden. 
Bürgermeister Kotzias-Atheu 
über seine Eindrücke in Deutschland. 
Ehrļ uni» liebt Eueren Führer! 
DNB. Hamburg, 2. Mai. Der griechische 
Bürgermeister Kotzias-Athen, der seit mehre 
ren Tagen zu einem Besuch in Hamburg weilt, 
unternahm am Sonnabenövormittag eine 
Rundfahrt durch den Hamburger Hafen. 
Ueber die während seines Aufenthaltes in 
Deutschland gewonnenen Eindrücke befragt, 
äußerte sich Bürgermeister Kotzias in überaus 
anerkennenswerter Weise. In Lübeck hatte er 
Gelegenheit, den Aufmarsch der schaffenden 
Deutschen anläßlich des nationalen Feiertages 
des deutschen Volkes mitzuerleben, der einen 
nachhaltigen Eindruck auf den Bürgermeister 
hinterlassen hat. Bereits vor vier Jahren habe 
er einmal in Deutschland geweilt, doch bei sei 
nem heutigen Aufenthalt habe er feststellen 
können, wie sehr sich das Antlitz der Deutschen 
verändert habe. Dem Führer sei es gelungen, 
so betonte er, die Nation wieder auf Grund 
seiner überwältigenden Idee mit Zuversicht 
und Freudigkeit zu erfüllen. „Ehrt und liebt 
Eueren Führer", so sagte Bürgermeister 
Kotzias abschließend, „denn diesem großen 
Manne hat Deutschland viel zu verdanken!" 
Buchpreisträger Schumann 
zum Standartenführer ernannl. 
DNB. Berlin, 3. Mai. Der SA.-Stabschef 
des Führers hat, wie die NSK. meldet, den mit 
dem Nationalen Buchpreis ausgezeichneten 
Obersturmbannführer Gerhart Schumann mit 
olgendem Schreiben seine Ernennung zum 
Standartenführer mitgeteilt: 
,Lieber Schumann! Mit Ihnen freut sich die 
ganze SA. über die Ihnen zuteil gewordene 
Ehrung und sendet herzlichste Glückwünsche. 
Gleichzeitig befördere ich Sie zum Standarten 
führer. Nun vorwärts zu neuem Schaffen im 
alten Geist! Heil Hitler! 
Der festliche Ausklang des nationalen Feiertages. 
Die nächtliche Kundgebung im Lustgarten, mit der der 1. Mai in der Reichshauptstadt 
seinen Aus klang nahm. (Presse-Photo. K.) 
„BafaiHone des Friedens". 
Spanische Stimmen znr Maifeier 
in Deutschland. 
DNB. Madrid, 2. Mai. Die spanischen Zei 
tungen berichten ausführlich über die Feier 
des 1. Mai in Deutschland. Die Berliner Be 
richterstatter der großen Madrider Blätter 
stellen dem hohen Sinn der wahren Volks 
gemeinschaft, in dem der 1. Mai in Deutsch 
land begangen wurde, dem marxistischen Geist 
des Klassenkampfes gegenüber, der am 1. Mai 
in vielen anderen Staaten, darunter auch 
Spanien, den Stempel aufdrücke. 
Der Berliner Berichterstatter der bedeu 
tendsten spanischen Zeitung, des „ABC", Eu 
genio Montes, stellt den verderblichen Inhalt 
der marxistischen Klassenkampfpropaganda her 
aus und schreibt wörtlich: 
„Jedes Wirtschaftsunternehmen bildete in 
dem Festzug ein Bataillon des Friedens. Das 
Glück des Arbeiters hängt von dem seines Be 
triebes ab und das Glück des Betriebes wieder 
von dem Wohlstände und der Macht des Va 
terlandes. Daher hat es auch nie einen schreck 
licheren Ruf gegeben, als den der marxisti 
schen Internationale: „Proletarier aller Län 
der vereinigt Euch!" Nie hat die Welt eine so 
verwerfliche Lehre gekannt. Auf diese Weise 
wird ganz Europa, der knltnrell hochstehendste 
Erdteil, zugrundegerichtet, der durch das Werk 
seiner politischen und Wirtschaftsführer seinen 
Arbeitern ein auskömmliches Leben schaffen 
könnte. Ein solcher Hochstand der Lebenshal 
tung wird aber ebenso schnell beseitigt wie die 
allgemeine Moral verfällt und die Macht und 
die Kultur des Abendlandes dahinschwindet, 
ein Ziel, das sich die Minderwertigkeit der 
Sowjets gesetzt und zum Teil schon erreicht 
hat". — 
Sowjetrußland sei eine ungeheure Burg, in 
der nur die Sowjets eine herrschende Kaste 
bildeten, eine Horde, die sich von den Instink 
ten des Neides und des Raubes leiten lasse 
und niemals die schöpferische Freude der Ar 
beit empfände. Deutschland könne man dage 
gen als die beste Universität der Welt be 
zeichnen, die mehr als irgend eine andere zur 
Aufrechterhaltung der europäischen Kultur 
beitrage.. Deutschland ist, so schließt der spani 
sche Journalist und Schriftsteller seine Aus 
führungen, in Wirklichkeit die tausendjährige 
Polizei und -ein Heerlager, das die ständige 
Verteidigung gegen die Todesfälle übernahm, 
die man in Europa gelegt hat. 
ŞMàsHe M M Führer. 
DNB. Berlin, 2. Mai. Zum gestrigen nati 
onalen Feiertag des deutschen Volkes sind dem 
Führer und Reichskanzler — neben vielen 
Kundgebungen von den in Deutschland statt 
gehabten Maifeiern — zahlreiche Glückwunsch 
telegramme fremder Staatsoberhäupter und 
Regierungen, Treuegelöbnissc reichsdentscher 
Kolonien und Vereinigungen im Auslande 
und Grüße ausländischer Freunde des deut 
schen Volkes zugegangen. 
* * “ , 
Der Meratnepeeis der §tad! Berlin. 
Zum Nationalen Feiertag des deutschen 
Volkes am 1. Mai 1936 wurde erstmalig der 
im Jahre 1935 geschaffene Literaturpreis der 
Hauptstadt Berlin verliehen. Das Kurato 
rium des Literaturpreises hat zuerkannt: 
6000 RM. für den Roman „Haske" von Mar 
tin Luserke, 3000 RM. für den Roman „Mont 
Royal" von Werner Beumelburg, und 2000 
RM. für die Gedichtsammlung „Das festliche 
Wort" von Rudolf Paulsen. 
~ * * 
Ein Aufruf des Reichsbauernführers. 
KZme HàbrechMg 
des ZàuWhezuges. 
DNB. Berlin, 2. Mai. R. Walther D a r r 6, 
Reichsminister, Neichsbauernführer und 
Reichsleiter der NSDAP., erläßt folgenden 
Aufruf: 
„Bei der wachsenden Arbeit in den Som 
mermonaten glauben manche Bauern u. Land 
wirte, keine Zeit für ihre ständige Unterrich 
tung auf politischem, kulturellem und wirt 
schaftlichem Gebiet mehr erübrigen zu können, 
so daß sie ihre Tageszeitung und ihre Fach 
zeitschriften abbestellen. Solche Unterbrechung 
des Zeitungsbezuges läßt sich jedoch in keiner 
Weise verantworten. Jedem Bauern und 
Landwirt können erhebliche Nachteile ent 
stehen, wenn ihm die für seinen Beruf wich 
tigen Veröffentlichungen nicht bekannt sind. 
Die Unkenntnis gesetzlicher Bestimmungen 
als Entschuldigung ist von den Gerichten 
mehrfach zurückgewiesen worden mit dem Hin 
weis, daß das sorgfältige Verfolgen der Ta 
gespreise und der Fachblätter von jedem 
Volksgenossen verlangt werden müsse. 
Es ist eine selbstverständliche staatsbürger 
liche Pflicht eines jeden Bauern und Land 
wirts, auch im Sommer trotz der erhöhten 
Arbeitslast seine Zeitungen regelmäßig zu 
lesen." 
Ihr schönster Lohn. 
Nach den Festveranstaltungen der vierten Maifeier im neuen 
Deutschland empfing der Führer neben den Arbeiterabordnungen 
aus dem Reich auch die Sieger im Reichsberufswettkampf, die er 
beglückwünschte. Links: Reichsorganisationsleiter Dr. Ley. 
Heinrich Hoffmann, Ķ.) 
Reichsfeuerwehr-Ehrenzeichen. 
Der Führer und Reichskanzler hat den Entwurf eines Feuer 
wehr-Ehrenzeichens in zwei Klassen genehmigt. Das neue Reichs- 
feuerwehr-Ehrenzeichen stellt ein Flammenkreuz auf weißem 
Grunde dar, das in der Mitte das Hakenkreuz trägt und mit der 
Umschrift versehen ist: „Für Verdienste im Feuerlöschwesen." Die 
zweite Klasse ist für Mitglieder einer anerkannten Feuerwehr be 
stimmt, die 28 Jahre als Feuerwehrmann aktiv Dienst geleistet ha 
ben. Es wird am Bande getragen. 
Meltbild, KJ
	        
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