Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

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troMcamte der Lanöcsbauernschast Schlcswiq- 
Vol,tenr vom 26. März bis 30. April in Kiel 
im. Helmsohn ist ein Sohn des Gastwirts 
Heinrich Heimsohn in Herrnhallig. (Hz.) 
Eidecdedt 
n^dene Hochzeit. Am 7. Mai begehen die 
^heleute Julius Ovens und Frau, geborene 
^lmonsen, in Tönning, Herrengraben 40, das 
rsech der goldenen Hochzeit. Beide sind gebo 
rene Elderstedter, die viele Jahre in Kathari- 
nenherd wohnten, wo der Ehemann das 
^chmiedehandwerk betrieb. Von ihren 11 Kin- 
vern sind noch 6 am Leben. Vier Söhne und 
ern Schwiegersohn sind im Weltkriege sür das 
Vaterland gefallen. 30 Enkel und 6 Urenkel 
letzen im neuen Deutschland die Stammfvlqe 
sort, (yy.) 
Au$ Hôcdļci^siûMÌ 
Ehrung einer Hundertjährigen. 
Bredstedt, 6. Mai. Der Führer und Reichs- 
ranzler hat der Frau Margaretha Andresen 
m Bredstedt aus Anlaß der Vollendung ihres 
Ş. Lebensjahres ein persönliches Glück- 
^.^chschreiben und eine Ehrengabe zugehen 
Ehrung eines Arbeiters. 
sz. Bredstedt, 5. Mai. Anläßlich des Tages 
oer Arbeit wurde dem landwirtschaftlichen Ar 
beiter Riß Paulsen, Aödebüll bei Bredstedt, 
öurch Bürgermeister L. Lorenzen, Borüelum, 
M Sterdebüll eine Urkunde für 26jührige treue 
Dienstzeit bei Frl. Sine Christiansen, Adde- 
bull, überreicht. 
Hohes Alter. Am 7. Mai d. Js. kann der 
Vauer Ingwer Matthiesscn, Ebüll bei Bred- 
lledt, in guter geistiger Frische und Rüstigkeit 
seinen 81. Geburtstag feiern, (sz.) 
Goldene Hochzeit. Am Sonnabend, dem 9. 
.êai d. Js., feiern die Eheleute, Bauer Hein 
rich Jensen und Frau Hanna geb. Petersen, 
Scheffelhof bei Bredstedt, das Fest der golde 
nen Hochzeit. Während der Jubilar im 77. Le 
bensjahre steht, ist die Jubilarin 72 Jahre alt. 
Der Ehe sind 9 Kinder, 8 Söhne und 3 Töchter, 
entsprossen. Das Jubelpaar hat sich aus klein- 
Iten Anfängen zu Wohlstand emporgearbeitet. 
Goldene Hochzeit. Am Sonnabend, dem 9. 6., 
können die Eheleute Lorenz Nickelsen und 
Frau Christine, geb. Jessen, in Eskebüll das 
Fest der goldenen Hochzeit feiern. Nickelsen 
wurde am 16. April 1858 in Enge, seine Ehe 
frau am 16. September 1861 in Bargum ge 
boren. Das Jubelpaar wohnt seit 50 Jahren 
m Eskebüll. Der Ehe sind 5 Kinder entspros 
sen, von denen noch zwei Söhne und zwei 
Töchter am Leben sind. Beide Jubilare sind 
noch geistig und körperlich frisch und rüstig, 
(kv.) 
AilAUcdsddeewLg, 
Deutsche Büchereiarbeit iu Nordschleswig. 
Die Deutsche Bücherei in Hadersleben kann 
melden, daß ihr Buchbestand um 2000 Bände 
neuerer Literatur auf 15 781 Bände angewach 
sen ist. Die Anzahl der Leser ist von 467 auf 
651 gestiegen. Bon der Ausleihe waren 34 v. 
H. belehrende Bücher und 66 v. H. Unterhal 
tungsbücher. — Die Bücherei in Tondern 
konnte ihren Bestand auf mehr als 4800 
Bücher vermehren. Bon 895 Lesern wurden 
insgesamt 21666 Bände entliehen. Bon den 
Lesern waren 860 Erwachsene und 315 Jugend 
liche und Kinder. 
Au* dUktnOCSckCft 
rg. Wcsselburen, 4. Mai. Einbruchsdiebstähle. 
In den letzten Nächten wurden an verschiede- 
nen Stellen der Stadt Einbruchsdiebstähle 
verübt. Gestohlen wurden Briketts, Wüsche, 
Kartoffeln und andere Haushaltsgegcnstände. 
Diamantene Hochzeit. Am Donnerstag, dem 
14. Mai, können die Eheleute Wilhelm Trinks 
und Frau Bertha, geb. Fedöersen, in Heide, 
Louisenstraße, ihre diamantene Hochzeit bege 
hen. Der Ehemann wird 86 Jahre alt, wäh 
rend die Ehefrau 80 Jahre alt ist. Beide sind 
noch recht rüstig. Trinks war früher über 60 
Jahre in der Eisengießerei von Fr. Köster, 
Frieörichswerk, tätig. Die Ehefrau bearbeitet 
noch jedes Jahr einen großen Feldgarten ganz 
allein und hält denselben in mustergültiger 
Ordnung, (fp.) 
Uûidein 
@t(i&êdjef Lntze und Korpsführer Hühnlein 
kommen zum Nordmarktreffen. 
Kiel, 4. Mai. Der Aufmarschstab für das 2. 
Nordmark-Treffen der SA., der SS. und des 
NSKK. teilt mit: Der Stabschef des Führers 
Lutze und Korpsführer Hühnlein vom NSKK., 
mit deren Teilnahme man am 2. Nordmark 
treffen bereits gerechnet hatte, haben nunmehr 
bestimmt ihr Kommen zugesichert. 
17pfündiger Hecht gefangen. 
Neumünfter, 4. Mai. Am Sonntagmorgen 
hatte der Sportangler Wilhelm Kruse ein un 
gewöhnliches Anglerglück. Er fing im Schie- 
rensee einen 17pfünöigen Hecht, der eine Länge 
von 1,10 Meter hatte. Kurz vor dem Fang hatte 
der Räuber, wie sich beim Ausnehmen heraus 
stellte, einen ausgewachsenen Barsch hinuntcr- 
gewürgt. 
Granaten im Schutt. 
Kcllinghusen, 4. Mai. Am „Schwarzen Berg" 
an der Chaussee nach Mühlenbarbek konnten 
zwischen abgefahrenen Schuttmassen zwei Gra 
naten in dem Augenblick sichergestellt werden, 
als Kinder in spielerischem Leichtsinn damit 
hantierten. Ein Feuerwerksmeister aus Itze 
hoe machte den gefährlichen Fund unschädlich. 
Der Sippenverband der Köllns. 
Elmshorn, 28. April. Die Köllns, Cöllns 
und Köllings haben sich im Vorjahre zu einem 
Sippenverbanö mit dem Sitz in Elmshorn zu 
sammengeschlossen, dem inzwischen mehrere 
hundert Sippenangehörige beigetreten sind 
und der bereits auf eine sehr erfolgreiche Ar 
beit im In- und Auslande zurückblicken kann. 
Auf einer in Wesselburen in Dithmarschen 
abgehaltenen Führertagung des Sippenver 
bandes wurde beschlossen, als Verbandsnamen 
die Bezeichnung „Sippenverband tho Köllinge" 
zu führen. Tho Köllinge war nämlich der Ur- 
name des Geschlechts, das zwischen 1200 und 
1300 seinen Ursprung im heutigen Dorfe Kölln 
bei Elmshorn nahm und zu den benachbarten 
Barmstedter Rittern in einem Vasallenver 
hältnis stand. 
Besonders wertvoll ist die Auslandsarbeit 
des Sippenverbanöes, die dem Auslandsrefe 
renten Dr. Hans-Jürgen Kölln in Hamburg 
übertragen wurde, dem es gelang, auch die im 
Auslande lebenden Köllns, die sich in Däne 
mark, Brasilien, Nordamerika und Australien 
angesiedelt haben, zusammenzuschließen. Die 
brasilianische Landesgruppe, die von dem deut 
schen Farmer Johann Arno Kölln geleitet 
wird, hat ihren Sitz in Porto Felix de Mon- 
daki im Staate Rio Grande do Sul. Ganz be 
sonders rührig sind die dänischen Köllns, die 
um etwa 1800 aus Holstein ausgewandert sind 
und heute zu den angesehensten Familien 
Dänemarks gehören. Am Sonntag, dem 
7. Juni, wird die dänische Landesgruppe im 
Dorfe Kölln bei Elmshorn einen Sippentag 
abhalten, an dem etwa 500 Sippcnangehörige 
öe>? In- und Auslandes teilnehmen werden. 
Die nordamerikanischen Köllns wird Universi- 
tatsprofessor Dr. Fritz Kölln auf diesem Sip 
pentag vertreten. 
Sämtliche Nachrichten über die Köllns aus 
der ganzen Welt werden in einem Sippen 
archiv gesammelt. Die Forschungsarbeiten sind 
bereits soweit gediehen, daß nach etwa drei 
Jahren die Familiengeschichte eines jeden 
Familienangehörigen in dem Archiv ausgear 
beitet ist. Es wird dann ein Sippenpaß aus 
gestellt, der die Verbandsmitglieder zur Füh 
rung des Sippenwappens berechtigt. 
Dichterpreis der Stadt Wandsbek. 
Wandsbek, 4. Mai. Zum 60. Geburtstag des 
Leiters der Niederdeutschen Bühne, Dr. Ohn- 
sorg, am 3. Mai, hat der Oberbürgermeister 
der Stadt Wandsbek ein Glückwunschschreiben 
übersandt, in dem er seine Anerkennung für 
die künstlerische Tätigkeit und Pflege des Hei 
matschrifttums durch die Niederd. Bühne aus 
spricht. Um auch weiterhin die Niederdeutsche 
Bühne, die mit Wandsbek eng verbunden ist, 
zu fördern, hat die Stadt sich entschlossen, 
einen Dichterpreis in Höhe von 600 JUl aus 
zusetzen, der jährlich am 3. Mai, dem Geburts 
tag Dr. Ohnsorgs, dem Verfasser des besten 
niederdeutschen Stückes zuerkannt werden soll, 
das im Laufe des Jahres in Wandsbek urauf 
geführt wurde. 
x. Neumünfter, 5. Mai. Gastkonzert des 
Reichssymphonie - Orchesters. Unter Leitung 
seines Dirigenten Franz Adam gab das 
Reichssymphonie-Orchesters gestern abend im 
vollbesetzten Hause des Tivoli ein glänzendes 
Konzert, in dem Werke von Beethoven, Reger 
und Liszt sowie die Freischütz-Ouvertüre und 
das Meistersinger-Vorspiel zur Aufführung 
gelangten. Nachmittags wurden die 90 Mu 
siker des sogenannten „Hitler-Orchesters" von 
der Kreisleitung der NSDAP, sowie den 
Spitzen der Behörden im Carl-Sager-Haus 
feierlich begrüßt. 
Au* dem Qedddösaal 
Ein Ehepaar wegen Kindesmord zu Zucht 
haus verurteilt. 
Altona, 4. Mai. Vor dem Altonaer Schwur 
gericht hatten sich der 31jährige Eduard Oemisch 
und dessen 26jährige Ehefrau wegen Mordes 
zu verantworten. Die Angeklagten werden be- 
chuldigt, am 30. April 1933 in Quickborn vor- 
ätzlich und mit Ueberlegung ihr neugeborenes 
Kind getötet zu haben. Das angeklagte Ehe 
paar Oemisch ist im wesentlichen geständig. Der 
Staatsanwalt beantragte gegen Oemisch wegen 
Totschlages zehn Jahre Zuchthaus und fünf 
ìsahre Ehrverlust sowie gegen Frau Oemisch 
wegen derselben Straftaten sechs Jahre Zucht 
haus und fünf Jahre Ehrverlust. Das Gericht 
verurteilte beide Angeklagte wegen gemein 
schaftlichen Totschlages, und zwar den Ehe 
mann Oemisch zu sechs Jahren Zuchthaus und 
fünf Jahren Ehrverlust und Frau Oemisch zu 
drei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehr 
verlust. 
Dr. Nieser, Geschäftsführer beim Landeshand 
werksmeister Nordmark, berichtet im „Norömark- 
Vanöwerk" über das vorläufige Ergebnis der Ver 
trauensfrage. Die Kammern der Nordmark waren 
duf Anregung des Laudeshandwerksmeisters bereits 
ün Herbst vorigen Jahres übereingekommen, die 
Abstimmungen in den Innungen Anfang 1036 be 
sinnen zu lassen. Um ein einwandfreies Bild von 
«er Stimmung der Jnnungsmitglieder und ihrer 
'Beurteilung der Arbeit des Obermeisters zu erhal 
ln, wurde angeordnet, die Vertrauensfrage auf die 
Tagesordnung einer ordentlichen Mitgliederver 
sammlung zu setzen und die Abstimmung unter 
Leitung des stellvertretenden Obermeisters oder 
eures Vertreters der Kreishanbwerkerschaft öurchzu- 
lühren. Von den Kreishandwerkerschaften wurden 
gedruckte Stimmzettel zur Verfügung gestellt, die 
en Aufdruck „Ja" und „Nein" mit dem üblichen 
»kreis zum Ankreuzen enthielten. Die Abstimmung 
war geheim. 
Seit Januar 1036 sind diese Abstimmungen im 
uiange. Kammcrweise geordnet sind bis jetzt fol- 
Sende Ergebnisse gemeldet worden: 
Altona 
Flensburg.... 
Hamburg 
Harburg 
Lübeck 
Schwerin 
In 
nungen 
181 
93 
60 
56 
42 
117 
Stimmen- 
zahl 
10 990 
3 933 
2 253 
4140 
1935 
7 660 
Ja 
9890 
3723 
2061 
3852 
1757 
7161 
549 I 30 911 128444 
Nein 
886 
189 
153 
233 
149 
420 
2030 
Hit- 
gültig 
214 
21 
39 
55 
29 
79 
437 
Die verhältnismäßig geringe Zahl der Stimmen 
^ Hamburg rührt daher, daß die großen Innungen 
^ es gibt dort Innungen mit bis über 2000 Mit- 
Nledern — satzungsgemäß keine Jnnungsversamm- 
s^wg sämtlicher Mitglieder kennen, sondern nur 
'Ne sogenannte Vertreterversammlung. Die Ber 
ater werben aber wieder bezirksweise von den 
"Nnungsmitgliedern gewählt; ihre Zahl schwankt 
^wlschcn 15 bis 50, je nach der Mitgliederzahl der 
»'nungen. Für die Kammer Harburg ist nur das 
. ^gebnis aus den zur Nordmark gehörenden 
"nterelbekreisen angegeben. 
Bisher haben 549 Innungen abgestimmt (70 vH 
dr Gesamtzahl der Innungen des Bezirks Nord- 
7^rk). Im Gesamtergebnis beantworten rd. 92 vH 
Handwerker die Vertrauensfrage mit „Ja", rd. 
, vH mit „Nein". Daß die Zahl der Neinsager in 
v großen Innungen der großstädtischen Bezirke 
was größer sein würde, war zu erwarten und 
î Sitzt sich aus der obigen Zusammenstellung. In 
Ņlnen Fällen waren hier etwas größere Min- 
heiten als im Durchschnitt zu verzeichnen. Aus 
gesprochene „Pannen" hat es aber bis jetzt nur in 
zwei Fällen gegeben, nämlich in einer ganz kleinen 
Innung, in der der Obermeister mit einer Stimme 
in der Minderheit blieb, und in einer Innung mit 
Vertreterversammlung, wo die Ja- und Neinsager 
sich die Waage hielten. 
Das Gesamtergebnis aber hat, das sei offen aus 
gesprochen, alle Erwartungen weit übertroffen. 
Denn man muß sich darüber klar sein, daß der Weg 
der Gesamtwirtschaft wohl aufwärts geht, daß aber 
noch zahlreiche Einzelbetriebe gerade im Handwerk 
mit großen Schwierigkeiten materieller Art zu 
kämpfen haben. Auf der anderen Seite war es bei 
der Errichtung der Pflichtinnungen in 1934 oft nicht 
einfach, nun immer den richtigen Mann als Ober 
meister zu finden, der weltanschaulich und fachlich 
den hohen Anforderungen seines Amtes genügte. 
Und schließlich wissen wir auch, baß viele Hand 
werker nur zu gern geneigt sind, Widerwärtigkeiten 
und Schwierigkeiten in ihrem engeren Lebensbereich 
auf den Obermeister abzuladen. Um so höher ist 
bas Ergebnis zu werten. Es enthält einmal eine 
Anerkennung der wirklich oft nicht einfachen und 
häufig doch mit Undank belohnten, selbstlosen 
Arbeit der Obermeister, die auch diesen Männern 
wieder neue Kraft zu weiterer unermüdlicher Arbeit 
für die Gesamtheit geben wird. Weiter zeigt uns 
das Ergebnis aber auch, daß die weitüberwiegende 
Masse der Handwerker trotz mancher noch vorhan 
denen Not vernünftig genug ist, um Kleinlichkeiten 
und Kleinigkeiten als unwichtig anzusehen, unwich 
tig angesichts des gigantischen Kampfes, den das 
deutsche Volk und damit auch das Handwerk um 
seine Selbstbehauptung führen. Und schließlich doku 
mentiert das Ergebnis ja nicht nur das vorhandene 
Vertrauen zur Führung des Handwerks, sondern 
darüber hinaus auch zur gesamten Wirtschafts- und 
Staatsführung. Es ist deshalb der verständliche 
Wunsch des Handwerks, daß angesichts einer solchen 
eindeutigen Tatsache das hier und da immer noch 
festzustellende Gerede von reaktionären oder egoisti 
schen oder liberalistischen Handwerk endlich einer 
besseren Einsicht weichen möge. 
Was lehren dîe Zwischenprüfungen 
im Handwerk? 
In demselben Heft schreibt Joh. Flocken, Altona, 
liber das -rhema „Was lehren uns die Ergebnisse 
der durchgeführten Zwischenprüfungen?". Es heißt 
dort u. a.: Die Zwischenprüfungen sind von einer 
Reihe von Innungen durchgeführt. Sie haben nur 
dann Wert, wenn die Gründe unvollkommener 
Leistungen festgestellt und vorhandene Mißstände 
beseitigt werden. Es ist ferner zweckmäßig, bas Be- 
rufsberatnngsamt von dem Ergebnis der Prüfun 
gen in Kenntnis zu setzen. Hierdurch besteht die 
einzige Möglichkeit, das Urteil der Eignungsprü 
fung mit der tatsächlichen Befähigung zu verglei 
chen und gegebenenfalls die Eignungsuntersuchungs- 
methoben zu berichtigen. 
Welche Beobachtungen sind nun bei den Zwischen 
prüfungen gemacht worden und welche Lehren sind 
Schwindende Zinsrückstände 
bei der Landcsbank Schleswig-Holstein z« Kiel 
Der Lanöesbank der Provinz Schleswig-Holstein 
zu Kiel war es im letzten Jahre möglich, die stö 
renden und schädigenden Ausivirkungen der letzten 
Krise im wesentlichen auszuräumen. Die kommu 
nale Umschuldung für den Geschäftsbereich der 
Bank ist abgeschlossen. Die Zinsrückstände der Ge 
meinden sind von 77,6 vH zum Jahresende auf 
7,2 vH zurückgegangen. Auch der Rest dürfte bald 
eingehen. Für die Zwecke des städtischen Realkredits 
wurden 742 Darlehen im Gesamtbeträge von 2,1 
Mill. MM bewilligt und bisher 170 Darlehen über 
0,36 Mill. MM ausgezahlt. Zinsrückstände usw. 
konnten erfolgreich eingetrieben werden und sanken 
bei den städtischen Hypotheken von 337 651 MM 
(14,1 vH) auf 154 332 MM (6,8 vH). Nach vollständi- 
ger Auswirkung der Zinssenkungsmaßnahmen sei 
mit einem Verschwinden auch dieser Rückstände zu 
rechnen. Die 7prozentige Holland-Anleihe konnte 
bisher noch nicht umgeschuldet werden. Immerhin 
wurden Guldenzertifikate im Gegenwert von rund 
1 Mill. MJl umgetauscht und eine Zinssenkung auf 
4,5 vH für einen gleichen Betrag von Pfandbrief- 
hypotheken folgte, wobei leistungsschwache Schuld 
ner bevorzugt wurden. Den übrigen Kreditnehmern 
'st ab 1. 1. 1036 bis auf weiteres aus besonderen 
Mitteln eine Zinserleichetrung von 1,5 vH gewährt 
worden. Landwirtschaftlicher Reallredit wurde neu 
nicht gewährt. Die Zinsrückstände hierauf betragen 
rund 1,21 (i. V. 1,00) Mill. MM. Bei einer Reihe 
von Erbhöfen stockte der Zinseingang nach wie vor 
vollständig. An Meliorationskrediten waren bis 
Ende Woo 35,00 Mill. MM ausgezahlt, weitere 
2,5 Mill. MM zugesagt. Die Leistungsrückstände der 
betreffenden Unternehmungen ermäßigten sich von 
226 896 auf 92 157 MM oder von 108,9 auf 43,0 vH 
ôeê Jahres-Solls. 11 Grundstücke mußten zu den 
bereits vorhandenen 11 erworben werden, wovon 
im Laufe des Jahres 12 ganz und 3 zum Teil 
wieder verkauft werden konnten. — Einschl. Vor 
jahrsvortrag verbleibt ein Reingewinn von 125 756 
(283 572) MM, der zur Verzinsung des Stammkapi 
tals verwendet und mit 28 000 MM vorgetragen 
werden soll. Die Bilanz ist infolge Nenaufgliederung 
mit der vorjährigen nur unter Vorbehalt ver 
gleichbar. 
daraus zu ziehen? Unverkennbar ist der nachteilige 
Einfluß der Maschinenarbeit auf die handwerks 
gerechte Beherrschung der Arbeitsvorgänge. Schon 
bei der Durchführung der praktischen Arbeiten 
zeigte sich die Unkenntnis vieler Arbeitsvorgänge, 
die durch die Anwendung von Maschinen entbehr 
lich geworden sind und den Prüflingen infolgedessen 
unbekannt waren. Das handwerksmäßige Zeichnen 
der Stücke und das handwerksgerechte Zureitzen 
der Verbindungen stieß durchweg auf Schwierig 
keiten. Die Handhabung der zur Durchführung der 
gestellten Aufgaben erforderlichen Handwerkszeuge 
war manchen Prüflingen infolge der gewohnten 
Maschinenarbeit nicht geläufig. Auch durch die ver 
mehrte Anwendung von weit vorbearbeiteten Halb- 
fertigerzeugnissen ist leider manche Konstruktion 
zum Nachteil einer gründlichen Ausbildung in 
Vergessenheit geraten. So verursacht die Mechani- 
sierung und Spezialisierung der Handwerksbetriebe 
offenbar eine stark verminderte Gründlichkeit der 
Meisterlehre. Dieser Tatsache darf man sich im 
Interesse eines leistungsfähigen Nachwuchses nicht 
verschließen. 
Man kann sich allerdings auf den Standpunkt 
stellen, daß die Ausbildung der Lehrlinge in solchen 
Arbeitsvorgängen, die durch die Anwendung der 
Maschinen entbehrlich geworden sind, eine unnötige 
Zeitvergeudung darstellt. Dieser Standpunkt ist 
grundfalsch! Es ist auch im Zeitalter der Maschine 
unbedingt notwendig, baß der Lehrling die Grund- 
elemente seines Handwerks kennen und beherrschen 
lernt. Wenn auch die Maschinen aus den Hand 
werksbetrieben nicht mehr wegzudenken sind, so 
muß doch die Eigenart handwerklicher Formgestal 
tung durchaus gewahrt bleiben. Jeder Lehrmeister 
hat somit die unbedingte Pflicht, die ihm anver 
trauten Lehrlinge mit der Handhabung aller Hand- 
werkszeuge und mit der Durchführung solider hand 
werksgerechter Arbeiten vertraut zu machen. 
Jedes Handwerk fordert ein umfangreiches Wissen 
und ein gründliches Können. Leider ist nicht jeder 
Betrieb geeignet, dem Lehrling die dazu erforder 
lichen Grundlagen zu geben. Aus diesem Grunde 
sind mangelhafte Ergebnisse der Zwischenprüfun 
gen nicht lediglich auf den Lehrling zurückzuführen. 
Es muß auch festgestellt werden, ob die Werkstatt 
geeignet ist, vorhandene Befähigungen. Begabun 
gen und Talente zum Nutzen des Handwerks zur 
vollen Entfaltung und Auswirkung zu bringen. 
Jeder Lehrmeister muß sich dessen bewußt sein, daß 
die Ausbildung der ihm anvertrauten Lehrlinge 
eine verantwortungsvolle Aufgabe zur Förderung 
öes^ Ansehens des gesamten Handwerkerstandes 
darstellt. Eine Reihe von guten Arbeiten liefern 
den Beweis, daß die Mehrheit der Lehrmeister sich 
dieser Verantwortung durchaus bewußt ist. Durch 
die Erkennung aller Mängel wird die Zwischen 
prüfung ein bewährtes Mittel sein, bas gesamte 
Handwerk zur äußersten Steigerung seiner Lei 
stungsfähigkeit zu veranlassen.
	        
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