Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Der Wortlaut der euglischen 
aller Nationalsozialisten an dem großen Werk 
der deutschen Frauenarbeit. 
In der Nachmittagssitzung fand die enge 
Verbundenheit der deutschen Wehrmacht mit 
der NSDAP, und ihrer Führerschaft ihren 
Ausdruck in einem Bortrag, den der Chef des 
Allgemeinen Heeresamtes des Reichskriegs 
ministeriums, General From m, im Aufträge 
des Reichskriegsministers, Generalfeldmar 
schall von Blomberg, über Probleme des Hee 
res hielt. Dem Vortrag wohnte auch der Kom 
mandierende General des VII. Armeekorps, 
Generalleutnant von Reichenau, bei. Die 
außerordentlich instruktiven und interessanten 
militärischen Ausführungen fanden stärksten 
Widerhall bei der Führerschaft der NSDAP. 
Das Gelöbnis des Vertreters des Heeres, 
die deutscht Jugend, die das Heer ans der 
Hand der nationalsozialistischen Bewegung 
empfängt, zu Soldaten und harten wehrtüchti 
gen Männern auszubilden, erwiderte der 
Stellvertreter des Führers im Namen der an 
wesenden nationalsozialistischen Führerschaft 
mit der Versicherung, in treuer Kameradschaft 
mit der Wehrmacht zusammenzuarbeiten. 
Rudolf Heß gedachte in dieser Stunde des 
Führers als des Mannes, der durch die Um 
wandlung des deutschen Menschen, der deut 
schen Jugend und der deutschen Arbeiterschaft 
die größte und gigantischste Vorarbeit für das 
deutsche Heer geleistet habe, und schloß mit 
den Worten: Wir politischen Soldaten grüßen 
die Soldaten der neuen deutschen Wehrmacht. 
Wir grüßen den Mann, der an der Spitze der 
politischen Soldaten und zugleich an der Spitze 
der Wehrmacht als ihr oberster Befehlshaber 
steht. Dem Führer Adolf Hitler Siegheil! 
DNB. München, 8. Mai. (Eig. Funkmeldg.). 
Ter italienische Landwirtschaftsminister Ros- 
soni traf am Freitagmorgen mit dem fahr 
planmäßigen Schnellzug, aus Köln kommend, 
in der Hauptstadt der Bewegung ein und 
wurde im Aufträge des Stellvertreters des 
Führers von Oberstleutnant von Wulfsen als 
Gast der Hauptstadt der Bewegung willkom 
men geheißen. 
Jer Mrer in Dresden. 
DNB. Dresden, 7. Mai. Der Führer stat 
tete am Mittwoch der Stadt Dresden einen 
Besuch ab und unternahm in Begleitung des 
Neichsstatthalters und Gauleiters Mutsch 
mann, des SA.-Gruppenführers Schepmann, 
der Brigaüeführer Berkelmann und Schlegel 
und seines persönlichen Stabes auf dem 
Dampfer „von Hindenburg" eine Besichti 
gungsfahrt der Dresdener Elbufer und eine 
Fahrt ins Elbsandsteingebirge nach Schandau. 
Auf der ganzen Fahrt wurden dem Führer 
aus der Bevölkerung spontane Begeisterungs 
stürme entgegengebracht, 
r * * * 
MwnairMà TerrZMMmsän 
in Warschau ausgedM. , 
DNB. Warschau, 8. Mai. Mg. Funkm.) Tie 
Warschauer Sicherheitsbehördcu sind in den 
letzten Wochen einer Terrvrorganisation ans 
die Spur gekommen, die aus Mitgliedern der 
verbotenen rechtsradikalen Jugendbewegung 
„Nationalradikales Lager" bestand. Nach einer 
Reihe von Bombenanschlägen, die sich zu An 
fang des Jahres in der Umgebung Warschaus 
ereigneten, ist es gelungen, mehrere Terror- 
gruppen aufzuspüren und zu verhaften. Im 
ganzen sind etwas mehr als 100 Terroristen 
hinter Schloß und Riegel gebracht worden. 
~ 4 ~ 
Mel im Englischen Kanal 
verursach! MMszusamMnslößs. 
DNB. Hamburg, 8. Mai. (Eig. Funkm.) Im 
Englischen Kanal haben sich infolge starken 
Nebels zwei Schiffszusammenstöße ereignet, 
bei denen Menschenleben glücklicherweise nicht 
in Gefahr geraten sind. Der Schnelldampfer 
„Ncwyork" der Hamburg-Amerika-Linie stieß 
am Donnerstagabend in der Nähe des San- 
detti-Feuerschiffes mit dem holländischen 3500- 
Tonnen-Dampfer „Alphard" zusammen. Der 
holländische Dampfer erlitt dabei so schwere 
Beschädigungen, daß er innerhalb von 2 Stun 
den sank. Die 26köpfige Besatzung des Schiffes 
konnte mit ihren Rettungsbooten die „New- 
york" erreichen, die die Mannschaft an Bord 
nahm. Die Beschädigungen der „Newyork", die 
ihre 7 0 0 Fahrgäste Sonnabendmorgen in 
Hamburg landen wird, sind nach den draht 
losen Meldungen unerheblich. Nach den bis 
herigen Feststellungen war der holländische 
Dampfer infolge des starken Nebels außer 
Kurs geraten und direkt in die „Newyork" 
hineingelaufen. 
Der zweite Zusammenstoß ereignete sich eben 
falls am Donnerstagabend in der Nähe des 
Feuerschiffes „South Goodwin", wo der auf der 
Reise von Newyork nach Bremerhaven befind 
liche Schuelldampser „Columbus" mit dem 5428 
Tonnen großen italienischen Dampfer „Antoi- 
netta Laura" zusammenstieß. Während der 
„Columbus" die Reise ohne Schaden fortsetzen 
konnte und am Freitag gegen 17 Uhr in Bre 
merhaven eintreffen wird, lief der italienische 
Dampfer mit beschädigtem Vordersteven in den 
Hafen von Dover ein. 
Brüssel. Der König der Belgier empfing am 
Donnerstag den neuernannten deutschen Ge 
sandten Herbert Freiherr von Richthofen zur 
Entgegennahme des Beglaubigungsschreibens. 
DNB. Berlin, 8. Mai. (Eig. Funkm.) Die 
Instruktion der britischen Regierung an ihren 
Botschafter Sir E r i c P h i p p s, die die Rück 
frage zu den deutschen Friedensvorschlägen 
enthält, und die er bei seinem Gespräch mit 
dem Neichsminister des Auswärtigen übergab, 
hat folgenden Wortlaut: 
Herr Botschafter! Ew. Exzellenz dürfte be 
kannt sein, daß die Regierung Seiner Majestät 
im Vereinigten Königreiche seit einiger Zeit 
die Denkschriften über die Wiederbesetzung der 
entmilitarisierten Zone und die Friedensvor- 
schläge der deutschen Regierung sorgfältig er 
wogen hat, die mir von dem verstorbenen 
Herrn v o n H o e s ch am 7. März 1936 und von 
Herrn von Ribbentrop am 24. März und 
1. April 1936 übermittelt worden sind. 
2. Eine solche Erwägung war natürlich un 
erläßlich angesichts der Bedeutung, die Sr. 
Majestät Regierung, wie Ew. Exezellenz be 
kannt ist, der Aufrichtung eines wahren und 
dauernden Friedens in Europa üeimißt, der 
sich auf die Anerkennung der Gleichberechti 
gung und Unabhängigkeit eines jeden Staates, 
die sich darauf gründet, daß jeder Staat die 
von ihm eingegangenen Verpflichtungen beach 
tet. Es ist der Wunsch der Regierung Sr. Ma 
jestät, jegliche in ihrer Macht liegende Anstren 
gung zu machen, um an der Förderung des 
Zieles mitzuarbeiten, das die deutsche Regie 
rung in der Denkschrift vom 31. März als 
„Das große Werk der Sicherung des europäi 
schen Friedens" bezeichnet. In Verfolgung 
dieses Zieles und um den Weg zu ergebnis 
reichen Verhandlungen freizumachen, richte ich 
diese Weisung an Sie mit der Bitte, eine Rück 
sprache mit dem Herrn Reichskanzler herbei 
zuführen. Ihren Ausführungen wollen Sie 
eine Erklärung in diesem Sinne vorausschik- 
ken. 
3. Eine Reihe der Vorschläge der deutschen 
Regierung behandeln, wie Ew. Exzellenz wis 
sen, vorläufige Maßnahmen in der entmili 
tarisierten Zone, die bis zur Beendigung des 
ersten Abschnitts der allgemeinen Verhand 
lungen für den europäischen Frieden in Kraft 
bleiben sollen, die die deutsche Regierung vor 
geschlagen hat. In dieser Weisung beabsichtige 
ich nicht, auf diese vorläufigen Maßnahmen 
einzugehen, wenn Ew. Exzellenz auch darüber 
im Bilde sind, daß Sr. Majestät Regierung be 
dauert, daß die deutsche Regierung nicht im 
Stande gewesen ist, einen greifbaren Beitrag 
zur Wiederherstellung des Vertrauens zu lei 
sten, das eine so wesentliche Vorbedingung für 
die umfassenden Verhandlungen ist, die Sie 
beide ins Auge gefaßt haben. 
4. Im Laufe meiner Besprechung mit Herrn 
von Ribbentrop am 2. April habe ich 
Sr. Exzellenz mitgeteilt, daß Sr. Majestät Re 
gierung die in der deutschen Denkschrift vom 
31. März (die mir am 1. April übermittelt 
worden war) im Hinblick auf die Zukunft ge 
machten Vorschläge für sehr wichtig und einer 
ernsthaften Prüfung würdig erachtet. Diese 
Prüfung ist nun bereits weit vorgeschritten, 
aber Sr. Majestät Regierung stößt bei ihrer 
Fortsetzung auf Schwierigkeiten, solange sie 
nicht mit der deutschen Regierung (wie bereits 
im dem Genfer Kommunique vom 10. April 
angedeutet worden ist) eine Reihe von Punk 
ten der drei Denkschriften eingehender erörtern 
kann, vor allem der Denkschriften vom 24. und 
31. März. 
DNB. London, 7. Mai. Im englischen Ober 
haus fand am Donnerstag eine Aussprache 
über die Frage der Völkerbundsreform statt. 
Ter die Aussprache einleitende Arbeiterver 
treter Lord Ponsonby fragte die Regierung, ob 
sie dem Völkerbund eine grundsätzliche Revi 
sion des kollektiven Sicherheitssystems vor 
schlagen wolle. Die gegenwärtige Auffassung 
der kollektiven Sicherheit sei vollkommen über 
lebt. Sie sei weder kollektiv, noch sei es eine 
Sicherheit. 
Lord Lothian schloß sich dem Einwand 
Lord Ponsonbys gegen den Begriff der kollek 
tiven Sicherheit an. Der Konservative Lord 
R e n n e l l erklärte ebenfalls, daß der kollek 
tive Sicherheitsbegriff in seiner jetzigen Form 
erledigt sei und daß der Völkerbund reformiert 
werden müsse. 
Das englische Volk habe sich endgültig dafür 
entschieden, daß die vom deutschen Kanzler als 
Grundlage eines 25jährigen Friedens und ei 
ner freundschaftlichen Zusammenarbeit vorge 
brachten Vorschläge eine große Gelegenheit 
bieten, deren Ablehnung beklagenswert wäre. 
Diejenigen, die zu einem Besuch Deutschlands 
Gelegenheit gehabt hätten, hätten einen großen 
Eindruck von der neuen Demokratisierung des 
deutschen Volkes und der neuen sozialen Einig 
keit davongetragen, die Hitler zustande gebracht 
habe. 
Er glaube, daß das englische Volk bereit sei, 
die ausgestreckte Hand zu ergreifen. Auch in 
Frankreich gäbe es eine große und wachsende 
Anzahl von Leuten, die in freundschaftlichen 
Beziehungen zu Deutschland leben wollen. In 
Deutschland sei kaum ein Mensch vorhanden, 
der dies nicht auch wünsche. Der Deutsche wün- 
Sr. Majestät Regierung ist davon überzeugt, 
daß die deutsche Regierung ihre Ansicht teilt, 
daß die größtmögliche Klarheit erwünscht ist, 
ehe allgemeine Verhandlungen beginnen kön 
nen, damit nicht später etwa Mißverständnisse 
das vertrauensvolle Zusammenarbeiten der 
europäischen Mächte beeinträchtigen. Denn es 
ist die aufrichtigste Hoffnung Sr. Majestät Re 
gierung, daß das vertrauensvolle Zusammen 
wirken durch die vorgeschlagenen Verhandlun 
gen gefördert werden möge, und sie ist davon 
überzeugt, daß die deutsche Regierung diese 
Hoffnung teilt. 
6. In den deutschen Denkschriften vom 24. 
und 31. März kommt eine Reihe von Stellen 
vor, die Sr. Majestät Regierung in einen ge 
wissen Zweifel darüber lassen, wie sich die 
deutsche Regierung die Grundlage denkt, auf 
der die zukünftige Regelung fußen soll. 
6. Der erste Punkt, dessen Klarstellung wün 
schenswert ist, ist die Frage, ob sich das Deut 
sche Reich nunmehr in der Lage sicht, „wirkliche 
Verträge" abzuschließen. Im Abschnitt 1, 2 der 
Denkschrift der deutschen Regierung vom 24. 
März 1936 sind Stellen enthalten, die offenbar 
andeuten, daß die deutsche Regierung der An 
sicht ist, durch ihr Vorgehen im Rheinland diese 
Lage geschaffen zu haben. Andererseits sind in 
Abschnitt 2 der Denkschrift vom 24. März Stel 
len enthalten, die anders ausgelegt werden 
könnten, was die Regierung Sr. Majnstät von 
sich aus aber nicht tun möchte. Es ist selbstver 
ständlich klar, daß Verhandlungen über einen 
Vertrag zwecklos wären, wenn eine der Par 
teien später die Freiheit für sich in Anspruch 
nehme, die von ihr eingegangene Verpflichtung 
mit der Begründung zu verleugnen, sie sei da 
mals nicht in der Lage gewesen, einen binden 
den Vertrag abzuschließen. Die Regierung Sr. 
Majestät wird eine klare Stellungnahme der 
deutschen Regierung begrüßen, die jede Unge 
wißheit über diesen Punkt ausräumt. 
7. Wenn die in Abschnitt 6 der Denkschrift 
der deutschen Regierung vom 31. März ange 
führte Folgerung allgemein gelten soll, so 
könnte dies zu Zweifeln darüber Anlaß geben, 
wie die deutsche Regierung über das weitere 
Jukraftbleibcn der übrige» noch gültige» Be 
stimmungen des Vertrages von Versailles und 
schließlich auch aller Vereinbarungen denkt, 
von denen gesagt werden könnte, daß sie auf 
die Bestimmungen des Vertrages von Ver 
sailles zurückgehen. Die Regierung St. Maje 
stät möchte über die in dem erwähnten Ab 
schnitt enthaltene historische Auslegung der 
Ereignisse nicht streiten und will deshalb ihre 
eigenen Ansichten hier nicht aussprechen. Sie 
muß aber natürlich klar zum Ausdruck brin 
gen, daß es ihr nicht möglich ist, den von der 
deutschen Regierung in dem erwähnten Ab 
schnitt ausgesprochenen Ansichten zuzu 
stimmen. 
8. Abschnitt 4 der Denkschrift vom 31. März 
bietet einen weiteren Anlaß zu Zweifeln. Es 
heißt in diesem Abschnitt, „die deutsche Regie 
rung habe vom deutschen Volk ein feierliches 
Gencralmandat erhalten zur Vertretung des 
Reiches und der deutschen Nation" zur Durch 
führung einer Politik, die unter allen Umstün 
den „seine Freiheit, seine Selbständigkeit und 
damit seine Gleichberechtigung" wahrt. Anschei 
nend wird zwischen gleich und deutschem Volk 
ein Unterschied gemacht. Die Frage ist in 
Wirklichkeit die, ob Deutschland der Ansicht ist, 
daß nunmehr ein Abschnitt erreicht ist, an dem 
es erklären kaun, daß es die bestehende ge- 
sche nichts von Frankreich als guten Willen 
und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Das fran 
zösische Volk wünsche nur die Sicherung des 
Friedens. 
Die englische Garantie für Frankreich sei un 
verletzbar und erwecke keine Befürchtungen in 
Deutschland. England, so schloß Lord Nennell, 
habe eine große Rolle als Vermittler zu spie 
len und versuche, eine Versöhnung herbeizu 
führen. 
DNB. London, 8. Mai. (Eig. Funkm.) Der 
News Chronicle glaubt in der Spaltung der 
Konservativen in die für und gegen die Sank 
tionen eingestellten Gruppen eine wachsende 
Auflehnung gegen den Ministerpräsidenten zu 
sehen, und der politische Berichterstatter dieses 
liberalistischen Oppositionsblattes, Keyer, 
schreibt, daß das schließlich«: Ergebnis der Mei 
nungsverschiedenheiten nicht nur den Rücktritt 
Baldwins, sondern auch derjenigen Kabinetts- 
mitglieder notwendig machen könne, die die 
Völkerbundspolitik weiter begünstigten. Hierzu 
gehöre auch der Außenminister Eden; man 
könne nicht im Zweifel sein, daß die Stärke 
derjenigen, die hinter Chamberlain, Churchill, 
Winterton und anderen Konservativen stehen, 
sehr bedeutsam sei. Die Bewegung, eine neue 
Regierung durchzusetzen, gehe weit über das 
hinaus, was aus den Reden der genannten 
konservativen Politiker erkennbar sei. 
Baldwin, der die Gefahr für sein Kabinett 
sehe, habe wissen lassen, daß er den Wunsch 
habe, Sir Samuel Hoare wieder ins Kabinett 
bietsmäßige und politische Ordnung Europas 
anerkennt und zu achten beabsichtigt, soweit 
diese nicht später im Wege freier Verhandlung 
und Uebereinkunft abgeändert werden sollte. 
(Durchgabe bei Redaktionsschluß 
noch nicht beendet). 
M her MWiàW 
über das Schicksal Abessiniens. 
DNB. Rom, 7. Mai. Der Faschistische Große 
Rat ist für Sonnabend um 10 Uhr abends zu 
einer außerordentlichen Sitzung einberufen 
worden. Sofort im Anschluß wird der Mini 
sterrat zusammentreten. Nach der amtlichen 
Mitteilung werden die Beschlüsse der beiden 
Körperschaften dem italienischen Volk unmit 
telbar nachher vom Balkon des Palazzo Ve 
nezia herab verkündet werden. 
Diesen beiden unerwartet einberufenen 
Sitzungen wird in ganz Italien mit aller 
größter Spannung entgegengesehen. Man er 
wartet, daß der Duce hierbei eine endgültige 
Entscheidnng über das künftige Schicksal Abes 
siniens treffen wird. Besonders bemerkt wird, 
daß die Sitzungen des Großen Rates und des 
Ministerrates am Vorabend von Genf er 
folgen. 
* 
Der Faschistische Grvßrat ist das höchste Ber 
fassungsorgan des italienischen Staates. Bevor 
er nicht seine Zustimmung gibt, haben Ge 
bietserweiterungen staatsrechtlich keine Gül 
tigkeit. Man nimmt allgemein an, daß der 
Großrat, der zum letzten Male am 4. Februar 
zusammengetreten ist, um Mussolinis Ver 
halten gegenüber dem Laval-Hoare-Plan zu 
billigen, am Sonnabend die Einverleibung 
Abessiniens in das Königreich Italien be 
schließen wird. 
Wie wir dazu von unterrichteter Seite hö 
ren, hat der französische Botschafter de Cham- 
brun im Auftrag seiner Regierung vergeblich 
versucht, vor Abhaltung des großen General 
appells am Dienstag eine Audienz bei Musso 
lini zu erhalten, um gegen die Einverleibung 
Abessiniens vorstellig zu werden. Chambrun 
wurde jedoch erst am Mittwoch empfangen, 
also nachdem Mussolini schon vollendete Tat 
sachen geschaffen hatte. Wenn sich die Erhebung 
König Viktor Emanuels zum Kaiser von 
Aethiopien bestätigen sollte, so könnte die Ver 
leihung dieser Würde ebenfalls nur durch Be 
schluß des Faschistischen Großrats erfolgen. 
König Viktor Emanuel hat die Gelegenheit der 
üblichen Donnerstagauüienz von Mussolini 
benutzt, um ihm das Großkreuz des Militär 
ordens von Savoyen zu verleiten. Die Verlei 
hung des höchsten Militärordens wird folgen 
dermaßen begründet: „Minister der Streit- 
kräfte, bereitete vor, führte und gewann den 
größten Kolonialkrieg, den die Geschichte kennt, 
den Krieg, den er — Chef der Regierung des 
Königs — für das Prestige, das Leben und die 
Größe des faschistischen Vaterlandes intuitiv 
wollte." 
ZA WLNîģeA Zeller» 
London. Der Führer der französischen So 
zialisten, Blum, hat in einer Unterredung mit 
dem Sonderberichterstatter des „Daily Herald" 
erklärt, Großbritannien könne sich nach den 
letzten Ereignissen voll darauf verlassen, daß 
Frankreich eine kollektive Aktion des Völker 
bundes in der abessinischen Frage unterstützen 
werde. 
Rom. Die in der ausländischen Presse ver 
breiteten Nachrichten, wonach Italien in den 
Vereinigten Staaten oder in England An 
leihen suche, werden in der entschiedensten 
Form in Abrede gestellt. 
Washington. Bisher unbekannt gebliebene 
Täter setzten auf dem neuen Marmorgebäude 
des Obersten Bundesgerichtes eine kommuni 
stische Fahne. Die Polizei nimmt an, daß es 
sich um einen schlechten Scherz einiger Stu 
denten handelt. 
Der britische Neichsverteidigungsausschutz ist 
am Donnerstagvormittag zu einer Sitzung 
zusammengetreten. 
hineinzunehmen. Der Berichterstatter des 
News Chronicle meint aber, daß es kaum ge 
nügen dürfte, um die wachsende Auflehnung 
gegen Baldwin aufzuhalten. Chamberlain 
wünsche persönlich nicht, Minister zu werden, 
sondern würde sich beschränken, sich als Be 
rater der Regierung zur Verfügung zu stellen. 
Außenminister Eden vertrete trotz der wach 
senden Stimmung gegen seine Sanktionspoli 
tik nach wie vor eine Fortsetzung der Sank 
tionen gegen Italien. 
Berantwortticher Hauptschriftleiter und Herausgeber: Fer 
dinand Möller. 
Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Herbert Puhimanw 
Verantwortlich für Politik: Herbert Puhlmann; fiir den vrt> 
lichen und allgemeinen Teil: Ädolf iSregori; für den wirb 
Ichaftlichen Teil: Dr. Cl. Bielfeldt: für den provin 
ziellen Teil: Karl Müller, alle in Rendsburg. 
Bildverantivortliche: Ressortleiter. 
Verantwortlicher Änzelgenleiter: Karl Jacobsen, Rendsburg 
Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhne, Rendsburg. 
D--A. Schleswig-Holsteinische Landeszeitung (Rendsburgs 
Tageblatt — Hohenwestedter Zeitung / Die Lanipoşi 
Hanerau-Hademarichen — Süderbraruper Tageblatts 
D.-A. IV 36 13 764 Pl. Nr. 7. . 
Englischer Lord sagt 
Das errglische Volk für Hitlers §riàvSPlM 
Stürzt Baldwin über dis Sanktiorrsfrage?
	        
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