Der Wortlaut der euglischen
aller Nationalsozialisten an dem großen Werk
der deutschen Frauenarbeit.
In der Nachmittagssitzung fand die enge
Verbundenheit der deutschen Wehrmacht mit
der NSDAP, und ihrer Führerschaft ihren
Ausdruck in einem Bortrag, den der Chef des
Allgemeinen Heeresamtes des Reichskriegs
ministeriums, General From m, im Aufträge
des Reichskriegsministers, Generalfeldmar
schall von Blomberg, über Probleme des Hee
res hielt. Dem Vortrag wohnte auch der Kom
mandierende General des VII. Armeekorps,
Generalleutnant von Reichenau, bei. Die
außerordentlich instruktiven und interessanten
militärischen Ausführungen fanden stärksten
Widerhall bei der Führerschaft der NSDAP.
Das Gelöbnis des Vertreters des Heeres,
die deutscht Jugend, die das Heer ans der
Hand der nationalsozialistischen Bewegung
empfängt, zu Soldaten und harten wehrtüchti
gen Männern auszubilden, erwiderte der
Stellvertreter des Führers im Namen der an
wesenden nationalsozialistischen Führerschaft
mit der Versicherung, in treuer Kameradschaft
mit der Wehrmacht zusammenzuarbeiten.
Rudolf Heß gedachte in dieser Stunde des
Führers als des Mannes, der durch die Um
wandlung des deutschen Menschen, der deut
schen Jugend und der deutschen Arbeiterschaft
die größte und gigantischste Vorarbeit für das
deutsche Heer geleistet habe, und schloß mit
den Worten: Wir politischen Soldaten grüßen
die Soldaten der neuen deutschen Wehrmacht.
Wir grüßen den Mann, der an der Spitze der
politischen Soldaten und zugleich an der Spitze
der Wehrmacht als ihr oberster Befehlshaber
steht. Dem Führer Adolf Hitler Siegheil!
DNB. München, 8. Mai. (Eig. Funkmeldg.).
Ter italienische Landwirtschaftsminister Ros-
soni traf am Freitagmorgen mit dem fahr
planmäßigen Schnellzug, aus Köln kommend,
in der Hauptstadt der Bewegung ein und
wurde im Aufträge des Stellvertreters des
Führers von Oberstleutnant von Wulfsen als
Gast der Hauptstadt der Bewegung willkom
men geheißen.
Jer Mrer in Dresden.
DNB. Dresden, 7. Mai. Der Führer stat
tete am Mittwoch der Stadt Dresden einen
Besuch ab und unternahm in Begleitung des
Neichsstatthalters und Gauleiters Mutsch
mann, des SA.-Gruppenführers Schepmann,
der Brigaüeführer Berkelmann und Schlegel
und seines persönlichen Stabes auf dem
Dampfer „von Hindenburg" eine Besichti
gungsfahrt der Dresdener Elbufer und eine
Fahrt ins Elbsandsteingebirge nach Schandau.
Auf der ganzen Fahrt wurden dem Führer
aus der Bevölkerung spontane Begeisterungs
stürme entgegengebracht,
r * * *
MwnairMà TerrZMMmsän
in Warschau ausgedM. ,
DNB. Warschau, 8. Mai. Mg. Funkm.) Tie
Warschauer Sicherheitsbehördcu sind in den
letzten Wochen einer Terrvrorganisation ans
die Spur gekommen, die aus Mitgliedern der
verbotenen rechtsradikalen Jugendbewegung
„Nationalradikales Lager" bestand. Nach einer
Reihe von Bombenanschlägen, die sich zu An
fang des Jahres in der Umgebung Warschaus
ereigneten, ist es gelungen, mehrere Terror-
gruppen aufzuspüren und zu verhaften. Im
ganzen sind etwas mehr als 100 Terroristen
hinter Schloß und Riegel gebracht worden.
~ 4 ~
Mel im Englischen Kanal
verursach! MMszusamMnslößs.
DNB. Hamburg, 8. Mai. (Eig. Funkm.) Im
Englischen Kanal haben sich infolge starken
Nebels zwei Schiffszusammenstöße ereignet,
bei denen Menschenleben glücklicherweise nicht
in Gefahr geraten sind. Der Schnelldampfer
„Ncwyork" der Hamburg-Amerika-Linie stieß
am Donnerstagabend in der Nähe des San-
detti-Feuerschiffes mit dem holländischen 3500-
Tonnen-Dampfer „Alphard" zusammen. Der
holländische Dampfer erlitt dabei so schwere
Beschädigungen, daß er innerhalb von 2 Stun
den sank. Die 26köpfige Besatzung des Schiffes
konnte mit ihren Rettungsbooten die „New-
york" erreichen, die die Mannschaft an Bord
nahm. Die Beschädigungen der „Newyork", die
ihre 7 0 0 Fahrgäste Sonnabendmorgen in
Hamburg landen wird, sind nach den draht
losen Meldungen unerheblich. Nach den bis
herigen Feststellungen war der holländische
Dampfer infolge des starken Nebels außer
Kurs geraten und direkt in die „Newyork"
hineingelaufen.
Der zweite Zusammenstoß ereignete sich eben
falls am Donnerstagabend in der Nähe des
Feuerschiffes „South Goodwin", wo der auf der
Reise von Newyork nach Bremerhaven befind
liche Schuelldampser „Columbus" mit dem 5428
Tonnen großen italienischen Dampfer „Antoi-
netta Laura" zusammenstieß. Während der
„Columbus" die Reise ohne Schaden fortsetzen
konnte und am Freitag gegen 17 Uhr in Bre
merhaven eintreffen wird, lief der italienische
Dampfer mit beschädigtem Vordersteven in den
Hafen von Dover ein.
Brüssel. Der König der Belgier empfing am
Donnerstag den neuernannten deutschen Ge
sandten Herbert Freiherr von Richthofen zur
Entgegennahme des Beglaubigungsschreibens.
DNB. Berlin, 8. Mai. (Eig. Funkm.) Die
Instruktion der britischen Regierung an ihren
Botschafter Sir E r i c P h i p p s, die die Rück
frage zu den deutschen Friedensvorschlägen
enthält, und die er bei seinem Gespräch mit
dem Neichsminister des Auswärtigen übergab,
hat folgenden Wortlaut:
Herr Botschafter! Ew. Exzellenz dürfte be
kannt sein, daß die Regierung Seiner Majestät
im Vereinigten Königreiche seit einiger Zeit
die Denkschriften über die Wiederbesetzung der
entmilitarisierten Zone und die Friedensvor-
schläge der deutschen Regierung sorgfältig er
wogen hat, die mir von dem verstorbenen
Herrn v o n H o e s ch am 7. März 1936 und von
Herrn von Ribbentrop am 24. März und
1. April 1936 übermittelt worden sind.
2. Eine solche Erwägung war natürlich un
erläßlich angesichts der Bedeutung, die Sr.
Majestät Regierung, wie Ew. Exezellenz be
kannt ist, der Aufrichtung eines wahren und
dauernden Friedens in Europa üeimißt, der
sich auf die Anerkennung der Gleichberechti
gung und Unabhängigkeit eines jeden Staates,
die sich darauf gründet, daß jeder Staat die
von ihm eingegangenen Verpflichtungen beach
tet. Es ist der Wunsch der Regierung Sr. Ma
jestät, jegliche in ihrer Macht liegende Anstren
gung zu machen, um an der Förderung des
Zieles mitzuarbeiten, das die deutsche Regie
rung in der Denkschrift vom 31. März als
„Das große Werk der Sicherung des europäi
schen Friedens" bezeichnet. In Verfolgung
dieses Zieles und um den Weg zu ergebnis
reichen Verhandlungen freizumachen, richte ich
diese Weisung an Sie mit der Bitte, eine Rück
sprache mit dem Herrn Reichskanzler herbei
zuführen. Ihren Ausführungen wollen Sie
eine Erklärung in diesem Sinne vorausschik-
ken.
3. Eine Reihe der Vorschläge der deutschen
Regierung behandeln, wie Ew. Exzellenz wis
sen, vorläufige Maßnahmen in der entmili
tarisierten Zone, die bis zur Beendigung des
ersten Abschnitts der allgemeinen Verhand
lungen für den europäischen Frieden in Kraft
bleiben sollen, die die deutsche Regierung vor
geschlagen hat. In dieser Weisung beabsichtige
ich nicht, auf diese vorläufigen Maßnahmen
einzugehen, wenn Ew. Exzellenz auch darüber
im Bilde sind, daß Sr. Majestät Regierung be
dauert, daß die deutsche Regierung nicht im
Stande gewesen ist, einen greifbaren Beitrag
zur Wiederherstellung des Vertrauens zu lei
sten, das eine so wesentliche Vorbedingung für
die umfassenden Verhandlungen ist, die Sie
beide ins Auge gefaßt haben.
4. Im Laufe meiner Besprechung mit Herrn
von Ribbentrop am 2. April habe ich
Sr. Exzellenz mitgeteilt, daß Sr. Majestät Re
gierung die in der deutschen Denkschrift vom
31. März (die mir am 1. April übermittelt
worden war) im Hinblick auf die Zukunft ge
machten Vorschläge für sehr wichtig und einer
ernsthaften Prüfung würdig erachtet. Diese
Prüfung ist nun bereits weit vorgeschritten,
aber Sr. Majestät Regierung stößt bei ihrer
Fortsetzung auf Schwierigkeiten, solange sie
nicht mit der deutschen Regierung (wie bereits
im dem Genfer Kommunique vom 10. April
angedeutet worden ist) eine Reihe von Punk
ten der drei Denkschriften eingehender erörtern
kann, vor allem der Denkschriften vom 24. und
31. März.
DNB. London, 7. Mai. Im englischen Ober
haus fand am Donnerstag eine Aussprache
über die Frage der Völkerbundsreform statt.
Ter die Aussprache einleitende Arbeiterver
treter Lord Ponsonby fragte die Regierung, ob
sie dem Völkerbund eine grundsätzliche Revi
sion des kollektiven Sicherheitssystems vor
schlagen wolle. Die gegenwärtige Auffassung
der kollektiven Sicherheit sei vollkommen über
lebt. Sie sei weder kollektiv, noch sei es eine
Sicherheit.
Lord Lothian schloß sich dem Einwand
Lord Ponsonbys gegen den Begriff der kollek
tiven Sicherheit an. Der Konservative Lord
R e n n e l l erklärte ebenfalls, daß der kollek
tive Sicherheitsbegriff in seiner jetzigen Form
erledigt sei und daß der Völkerbund reformiert
werden müsse.
Das englische Volk habe sich endgültig dafür
entschieden, daß die vom deutschen Kanzler als
Grundlage eines 25jährigen Friedens und ei
ner freundschaftlichen Zusammenarbeit vorge
brachten Vorschläge eine große Gelegenheit
bieten, deren Ablehnung beklagenswert wäre.
Diejenigen, die zu einem Besuch Deutschlands
Gelegenheit gehabt hätten, hätten einen großen
Eindruck von der neuen Demokratisierung des
deutschen Volkes und der neuen sozialen Einig
keit davongetragen, die Hitler zustande gebracht
habe.
Er glaube, daß das englische Volk bereit sei,
die ausgestreckte Hand zu ergreifen. Auch in
Frankreich gäbe es eine große und wachsende
Anzahl von Leuten, die in freundschaftlichen
Beziehungen zu Deutschland leben wollen. In
Deutschland sei kaum ein Mensch vorhanden,
der dies nicht auch wünsche. Der Deutsche wün-
Sr. Majestät Regierung ist davon überzeugt,
daß die deutsche Regierung ihre Ansicht teilt,
daß die größtmögliche Klarheit erwünscht ist,
ehe allgemeine Verhandlungen beginnen kön
nen, damit nicht später etwa Mißverständnisse
das vertrauensvolle Zusammenarbeiten der
europäischen Mächte beeinträchtigen. Denn es
ist die aufrichtigste Hoffnung Sr. Majestät Re
gierung, daß das vertrauensvolle Zusammen
wirken durch die vorgeschlagenen Verhandlun
gen gefördert werden möge, und sie ist davon
überzeugt, daß die deutsche Regierung diese
Hoffnung teilt.
6. In den deutschen Denkschriften vom 24.
und 31. März kommt eine Reihe von Stellen
vor, die Sr. Majestät Regierung in einen ge
wissen Zweifel darüber lassen, wie sich die
deutsche Regierung die Grundlage denkt, auf
der die zukünftige Regelung fußen soll.
6. Der erste Punkt, dessen Klarstellung wün
schenswert ist, ist die Frage, ob sich das Deut
sche Reich nunmehr in der Lage sicht, „wirkliche
Verträge" abzuschließen. Im Abschnitt 1, 2 der
Denkschrift der deutschen Regierung vom 24.
März 1936 sind Stellen enthalten, die offenbar
andeuten, daß die deutsche Regierung der An
sicht ist, durch ihr Vorgehen im Rheinland diese
Lage geschaffen zu haben. Andererseits sind in
Abschnitt 2 der Denkschrift vom 24. März Stel
len enthalten, die anders ausgelegt werden
könnten, was die Regierung Sr. Majnstät von
sich aus aber nicht tun möchte. Es ist selbstver
ständlich klar, daß Verhandlungen über einen
Vertrag zwecklos wären, wenn eine der Par
teien später die Freiheit für sich in Anspruch
nehme, die von ihr eingegangene Verpflichtung
mit der Begründung zu verleugnen, sie sei da
mals nicht in der Lage gewesen, einen binden
den Vertrag abzuschließen. Die Regierung Sr.
Majestät wird eine klare Stellungnahme der
deutschen Regierung begrüßen, die jede Unge
wißheit über diesen Punkt ausräumt.
7. Wenn die in Abschnitt 6 der Denkschrift
der deutschen Regierung vom 31. März ange
führte Folgerung allgemein gelten soll, so
könnte dies zu Zweifeln darüber Anlaß geben,
wie die deutsche Regierung über das weitere
Jukraftbleibcn der übrige» noch gültige» Be
stimmungen des Vertrages von Versailles und
schließlich auch aller Vereinbarungen denkt,
von denen gesagt werden könnte, daß sie auf
die Bestimmungen des Vertrages von Ver
sailles zurückgehen. Die Regierung St. Maje
stät möchte über die in dem erwähnten Ab
schnitt enthaltene historische Auslegung der
Ereignisse nicht streiten und will deshalb ihre
eigenen Ansichten hier nicht aussprechen. Sie
muß aber natürlich klar zum Ausdruck brin
gen, daß es ihr nicht möglich ist, den von der
deutschen Regierung in dem erwähnten Ab
schnitt ausgesprochenen Ansichten zuzu
stimmen.
8. Abschnitt 4 der Denkschrift vom 31. März
bietet einen weiteren Anlaß zu Zweifeln. Es
heißt in diesem Abschnitt, „die deutsche Regie
rung habe vom deutschen Volk ein feierliches
Gencralmandat erhalten zur Vertretung des
Reiches und der deutschen Nation" zur Durch
führung einer Politik, die unter allen Umstün
den „seine Freiheit, seine Selbständigkeit und
damit seine Gleichberechtigung" wahrt. Anschei
nend wird zwischen gleich und deutschem Volk
ein Unterschied gemacht. Die Frage ist in
Wirklichkeit die, ob Deutschland der Ansicht ist,
daß nunmehr ein Abschnitt erreicht ist, an dem
es erklären kaun, daß es die bestehende ge-
sche nichts von Frankreich als guten Willen
und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Das fran
zösische Volk wünsche nur die Sicherung des
Friedens.
Die englische Garantie für Frankreich sei un
verletzbar und erwecke keine Befürchtungen in
Deutschland. England, so schloß Lord Nennell,
habe eine große Rolle als Vermittler zu spie
len und versuche, eine Versöhnung herbeizu
führen.
DNB. London, 8. Mai. (Eig. Funkm.) Der
News Chronicle glaubt in der Spaltung der
Konservativen in die für und gegen die Sank
tionen eingestellten Gruppen eine wachsende
Auflehnung gegen den Ministerpräsidenten zu
sehen, und der politische Berichterstatter dieses
liberalistischen Oppositionsblattes, Keyer,
schreibt, daß das schließlich«: Ergebnis der Mei
nungsverschiedenheiten nicht nur den Rücktritt
Baldwins, sondern auch derjenigen Kabinetts-
mitglieder notwendig machen könne, die die
Völkerbundspolitik weiter begünstigten. Hierzu
gehöre auch der Außenminister Eden; man
könne nicht im Zweifel sein, daß die Stärke
derjenigen, die hinter Chamberlain, Churchill,
Winterton und anderen Konservativen stehen,
sehr bedeutsam sei. Die Bewegung, eine neue
Regierung durchzusetzen, gehe weit über das
hinaus, was aus den Reden der genannten
konservativen Politiker erkennbar sei.
Baldwin, der die Gefahr für sein Kabinett
sehe, habe wissen lassen, daß er den Wunsch
habe, Sir Samuel Hoare wieder ins Kabinett
bietsmäßige und politische Ordnung Europas
anerkennt und zu achten beabsichtigt, soweit
diese nicht später im Wege freier Verhandlung
und Uebereinkunft abgeändert werden sollte.
(Durchgabe bei Redaktionsschluß
noch nicht beendet).
M her MWiàW
über das Schicksal Abessiniens.
DNB. Rom, 7. Mai. Der Faschistische Große
Rat ist für Sonnabend um 10 Uhr abends zu
einer außerordentlichen Sitzung einberufen
worden. Sofort im Anschluß wird der Mini
sterrat zusammentreten. Nach der amtlichen
Mitteilung werden die Beschlüsse der beiden
Körperschaften dem italienischen Volk unmit
telbar nachher vom Balkon des Palazzo Ve
nezia herab verkündet werden.
Diesen beiden unerwartet einberufenen
Sitzungen wird in ganz Italien mit aller
größter Spannung entgegengesehen. Man er
wartet, daß der Duce hierbei eine endgültige
Entscheidnng über das künftige Schicksal Abes
siniens treffen wird. Besonders bemerkt wird,
daß die Sitzungen des Großen Rates und des
Ministerrates am Vorabend von Genf er
folgen.
*
Der Faschistische Grvßrat ist das höchste Ber
fassungsorgan des italienischen Staates. Bevor
er nicht seine Zustimmung gibt, haben Ge
bietserweiterungen staatsrechtlich keine Gül
tigkeit. Man nimmt allgemein an, daß der
Großrat, der zum letzten Male am 4. Februar
zusammengetreten ist, um Mussolinis Ver
halten gegenüber dem Laval-Hoare-Plan zu
billigen, am Sonnabend die Einverleibung
Abessiniens in das Königreich Italien be
schließen wird.
Wie wir dazu von unterrichteter Seite hö
ren, hat der französische Botschafter de Cham-
brun im Auftrag seiner Regierung vergeblich
versucht, vor Abhaltung des großen General
appells am Dienstag eine Audienz bei Musso
lini zu erhalten, um gegen die Einverleibung
Abessiniens vorstellig zu werden. Chambrun
wurde jedoch erst am Mittwoch empfangen,
also nachdem Mussolini schon vollendete Tat
sachen geschaffen hatte. Wenn sich die Erhebung
König Viktor Emanuels zum Kaiser von
Aethiopien bestätigen sollte, so könnte die Ver
leihung dieser Würde ebenfalls nur durch Be
schluß des Faschistischen Großrats erfolgen.
König Viktor Emanuel hat die Gelegenheit der
üblichen Donnerstagauüienz von Mussolini
benutzt, um ihm das Großkreuz des Militär
ordens von Savoyen zu verleiten. Die Verlei
hung des höchsten Militärordens wird folgen
dermaßen begründet: „Minister der Streit-
kräfte, bereitete vor, führte und gewann den
größten Kolonialkrieg, den die Geschichte kennt,
den Krieg, den er — Chef der Regierung des
Königs — für das Prestige, das Leben und die
Größe des faschistischen Vaterlandes intuitiv
wollte."
ZA WLNîģeA Zeller»
London. Der Führer der französischen So
zialisten, Blum, hat in einer Unterredung mit
dem Sonderberichterstatter des „Daily Herald"
erklärt, Großbritannien könne sich nach den
letzten Ereignissen voll darauf verlassen, daß
Frankreich eine kollektive Aktion des Völker
bundes in der abessinischen Frage unterstützen
werde.
Rom. Die in der ausländischen Presse ver
breiteten Nachrichten, wonach Italien in den
Vereinigten Staaten oder in England An
leihen suche, werden in der entschiedensten
Form in Abrede gestellt.
Washington. Bisher unbekannt gebliebene
Täter setzten auf dem neuen Marmorgebäude
des Obersten Bundesgerichtes eine kommuni
stische Fahne. Die Polizei nimmt an, daß es
sich um einen schlechten Scherz einiger Stu
denten handelt.
Der britische Neichsverteidigungsausschutz ist
am Donnerstagvormittag zu einer Sitzung
zusammengetreten.
hineinzunehmen. Der Berichterstatter des
News Chronicle meint aber, daß es kaum ge
nügen dürfte, um die wachsende Auflehnung
gegen Baldwin aufzuhalten. Chamberlain
wünsche persönlich nicht, Minister zu werden,
sondern würde sich beschränken, sich als Be
rater der Regierung zur Verfügung zu stellen.
Außenminister Eden vertrete trotz der wach
senden Stimmung gegen seine Sanktionspoli
tik nach wie vor eine Fortsetzung der Sank
tionen gegen Italien.
Berantwortticher Hauptschriftleiter und Herausgeber: Fer
dinand Möller.
Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Herbert Puhimanw
Verantwortlich für Politik: Herbert Puhlmann; fiir den vrt>
lichen und allgemeinen Teil: Ädolf iSregori; für den wirb
Ichaftlichen Teil: Dr. Cl. Bielfeldt: für den provin
ziellen Teil: Karl Müller, alle in Rendsburg.
Bildverantivortliche: Ressortleiter.
Verantwortlicher Änzelgenleiter: Karl Jacobsen, Rendsburg
Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhne, Rendsburg.
D--A. Schleswig-Holsteinische Landeszeitung (Rendsburgs
Tageblatt — Hohenwestedter Zeitung / Die Lanipoşi
Hanerau-Hademarichen — Süderbraruper Tageblatts
D.-A. IV 36 13 764 Pl. Nr. 7. .
Englischer Lord sagt
Das errglische Volk für Hitlers §riàvSPlM
Stürzt Baldwin über dis Sanktiorrsfrage?