ļfteler, Oberspielleiter und zuletzt als kommis-
^rrscher künstlerischer Leiter wirkte, hat ein
-solksstück „Bratheringe" vollendet, das am 15.
im Stadttheater in Rostock seine Urauf
führung erleben wird. Hell trat bereits vor
Mehreren Jahren als Oberspielleiter in den
verband des Rostocker Theaters ein.
Zwei Bcrufsjubilare. Am gestrigen Don-
nerstag feierte der Zollsekretär Rasmus
Schmidt in Schleswig sein vierzigjähriges
^îenstjubiläum. An demselben Tage konnte
oer Telegraphen-Oberinspektor Franz Neuge-
vauer in Schleswig auf eine fünfundvierzig-
lahrige Tätigkeit im Dienst der Reichspost zu
rückblicken. scs.)
Aus Ueels Husum
Neuland wird besiedelt.
^ Husum, 7. Mai. Auf den neu eingedeichten
flächen des Finkhaus- und Padelack-Kooges
oei Husum wird demnächst mit dem Bau zahl
reicher Siedlungshäuser begonnen. Das Bau
material wird bereits in Loren angefahren,
ckuch eine Zufahrtsstraße nach dem neuen
Ķbog, die die Verbindung mit der Stadt Hu-
lum herstellt, ist im Bau. Das Neuland ist be
reits bestellt und noch in diesem Jahre wird
"ie erste Ernte unter Dach und Fach gebracht.
Schnell tritt der Tod den Menschen an.
Husum, 7. Mai. Der 56jährige Steuermann
"es Motorschiffes „Pellworm", Christian Cor
als, erlitt an Bord des Schiffes, das von Hu-
>um aus eine Probefahrt in See antreten
>ollte, plötzlich einen Schlaganfall, der seinen
Dortigen Tod zur Folge hatte. Auf dem Mo
torschiff wurde der Tote dann nach seiner Hei-
rnatinsel Pellworm überführt.
...
Hz. Schwabstedt, 8. Mai. Ein Krankenpslege-
u»d Samariterkursus fand in unserm Ort
hatt, an dem sich eine ganze Anzahl junger
Mädchen und Frauen beteiligte. Der Kursus
wurde von Dr. med. Meyer, Schwabstedt, ge
ltet. Bei der Abschlußprüfung bestanden alle
Teilnehmerinnen die Prüfung.
Aus H&sdļdesi&ftd
Der hundertste Geburtstag
"ou Frau Margarethe Andresen in Bredstcdt.
Bredstcdt, 7. Mai. Der 100. Geburtstag von
^rau Margarethe Andresen wurde von ganz
^redstedt festlich begangen. Das Wohnhaus
war von den Nachbarn mit Girlanden und
^înem Transparent mit der Inschrift: „Zum
hundertjährigen Geburtstag" geschmückt. Zu
^'hren der Hundertjährigen läuteten morgens
8 Uhr die Kirchenglocken, die auch mittags und
Abends 8 Uhr wieder läuteten. Unendlich viele
Glückwünsche und Ehrungen wurden dem Ge-
wlrtstags„kinde" zuteil. Ein vom Führer und
Reichskanzler eigenhändig unterschriebenes
Glückwunschschreiben nebst einem Geldbetrag
wurden überreicht. Der Landrat des Kreises
Husum überbrachte die Glückwünsche des Mi
nisterpräsidenten Göring, ein Geschenk und die
Ehrengabe der staatlichen Porzellanmanufnk-
^ur. Für die Stadt überbrachte der Bürger
meister Glückwünsche sowie ein Geschenk. Von
der Kirchenvertretung waren Pastor Lucht und
vier Kirchenvertreter erschienen. Von einer
Anzahl von Schulkindern wurde ein Ständchen
unter der Leitung von Frl. Hansen dargebracht.
Als Vertreter des Landesbischofs war Konsi-
storialrat Propst Schmidt erschienen, der die
Glückwünsche der Landeskirche überbrachte und
ein handgeschnitztes Kruzifix überreichte. Wei
ter überbrachten Glückwünsche die Ortsgruppe
der NSDAP., der Frauenverein und die
Frauenschaft. Auch unsere Arbeitsdienstmän
ner hatten es sich nicht nehmen lassen, der
Hundertjährigen mit einem Ständchen ihrer
„Musikkapelle" zu erfreuen. Natürlich waren
auch noch viele Nachbarn, Bekannte und Ver
wandte erschienen.
* * *
mo. Insel Sylt, 7. Mai. Wieder seetüchtig.
In den letzten Tagen löschte der Dreimast-
schoner „Niedersachsen" an der Hörnumer
Brücke eine Ladung Kies. Nur wenigen Be
suchern ist es bekannt gewesen, daß die „Nie
dersachsen" vor wenigen Jahren in einer
Sturmperiode an den Sylter Strand gewor
fen wurde. Damals hieß sie auch „Hermine".
Das mit Holz beladene Schiff trieb kieloben
an den Sylter Südstrand, wurde aber hier
infolge der Holzladung selbst wieder frei und
lag dann längere Zeit als sogen. „Totenschiff"
auf dem Amrumer Strand. Dann wurde die
„Hermine" nach Cuxhaven abgeschleppt, wieder
aufgerichtet und so gründlich überholt, daß sie
als „Niedersachsen" jetzt wieder manche harte
Fahrt glücklich überstanden hat.
mo. Insel Sylt, 7. Mai. Die Kirchengemein
de Morsum, die seit Jahresfrist mit Keitum
verbunden worden ist und vom Keitumer Pa
stor betreut wird, hat sich nach einem neuen
Zusatzbeschluß der Kirchengemeindevertretung
das Recht vorbehalten, im gegebenen Falle,
das heißt, wenn seelsorgerliche Belange es
wertvoll erscheinen lassen, selbst wieder einen
eigenen Pastor zu beantragen.
Hohes Alter. Am heutigen Tage feiert die
älteste Einwohnerin der Gemeinde Ladelnud,
die Witwe Anna Catharina Oechsle ihren 87.
Geburtstag. Die Jubilarin ist noch rüstig und
nimmt an allen Geschehnissen noch lebhaften
Anteil, (kv.)
\/am Müdmtkm
Kirchenbücher beim Sippeuamt Flensburg.
Flensbnrg, 7. Mai. Eine praktische Neue
rung zur Vereinfachung der Auskunftsertei
lung in Angelegenheiten der Urkunden-Aus-
stellung für die Nachweiserbringung arischer
Abstammung hat jetzt das Sippenamt Flens
burg eingeführt. Der Nachweis wird in Zu
kunft dadurch erleichtert, daß jetzt die Kirchen
bücher aus den Propstei-Kirchenämtern in die
Archive des Sippenamtes Flensburg überge
führt wurden. Die Kirchenbücher zahlreicher
Gemeinden konnten bereits überwiesen wer
den. Man hofft, in einigen Wochen auch die
restlichen Bücher dem Sippenamt zugänglich
machen zu können, so daß der Schriftwechsel
mit den einzelnen Pastoraten nunmehr in
Fortfall kommt.
Alps DUUmaesckeft
90 Jahre alt. Die älteste Einwohnerin des
Kirchspiels Weddingstedt, Witwe Antje Mähl,
kann am 10. d. M. ihren 90. Geburtstag bege
hen. Die alte Frau ist noch recht rüstig und
verbringt ihren Lebensabend bei ihrem Sohn,
(fp.)
Aus Udsieit*
Ein Hundertjähriger in Kiel.
Kiel, 7. Mai. Johannes Flinker, der bei sei
ner Tochter, Frau Burner, im Hause Körner
straße 15, wohnt, wird am 10. Mai 100 Jahre
alt. Leider ist er seit Weihnachten bettlägerig.
An seinem 99. Geburtstag hat er jedoch mit
seiner Tochter noch in der Stube getanzt. Flin
ker wurde 1836 in Neumünster, im Haart, ge
boren. Er erlernte das Schneiderhandwerk und
zog nach den Lehrjahren sofort auf Wander
schaft. In den acht Jahren seiner Wanderschaft
hat Johannes Flinker vor allen Dingen das
Rheinland und Westfalen durchstreift. Seit den
70er Jahren lebt der nun Hundertjährige in
Kiel und hat mitgesehen, wie Kiel sich zur
Großstadt entwickelt hat.
Wegen Veruntreuung in Hast genommen.
Kiel, 7. Mai. Wegen Unterschlagung wurde
hier der 30jährige Agent Fritz C. in Haft ge
nommen. Der Festgenommene hatte als Ne
benstellenleiter einer Berliner Krankenver
sicherungs-Ersatzkasse durch Fälschungen nach
und nach fast 7000 MJt veruntreut.
Jagdspanielprüfung im Gau Nordmark.
Bad Segeberg, 7. Mai. Im Revier des Gu
tes Rohlstorf veranstaltete der Gau Nordmark
der Fachschaft Jagdspaniel eine Anlagenprü
fung, die nicht nur aus Schleswig-Holstein,
sondern auch aus Mecklenburg und Pommern
sehr gut besucht war. Die Prüfung nahm einen
anregenden Verlauf, da sich die meisten dieser
kleinen Gebrauchsjagdhunde von ihrer besten
Seite zeigten. Trotz stengster Prüfung konnten
acht Preise vergeben werden. Die beiden ersten
Preise fielen an „Ambos von Eichenhain",
Züchter Puls, Berlin. Den Teilnehmern an
der Suche wurde nach Beendigung derselben
ein Spanielfilm vorgeführt, der im Januar
dieses Jahres am Jhlsee bei Bad Segeberg
gedreht worden war. Dieser Film zeigte den
kleinen Gebrauchshund bei der Arbeit im Re
vier.
Beim Spiel tödlich verunglückt.
Lauenburg, 7. Mai. Ein tragisches Ende fand
der 12jährige Schüler Willi Wehl in Franzdorf
hei Sandesnebcn. Als der Knabe mit mehreren
Jungen in einer Kiesgrube eine Höhle baute,
stürzte diese plötzlich zusammen. Willi Wehl
geriet unter die nachstürzenden Sandmassen
und wurde verschüttet, so daß er ersticken
mußte. Die vom Arzt angestellten Wiederbe
lebungsversuche blieben ohne Erfolg.
* * *
Kiel, 7. Mai. Aus der Landeskirche. Einge
führt wurden Pastor Gerhard Schröder, bisher
Provinzialvikar im Hilfsdienst in Schinkel, als
Geistlicher der 3. Pfarrstelle in Gettorf (Schin-
Mutter zu Hause jedoch war gar nicht er
freut, als die von Ungeziefer wimmelnden
Ballen ankamen, die sie wieder reinigen und
instand setzen mußte. Ich habe damals viel
gelernt und einen praktischen Einblick in die
Volkskunst jener fernen Lande erhalten.
Der böse Feind war nicht so weit gerannt,
als wir erwartet hatten. Am unteren Sereth
kam unsere Offensive zum Stehen. Wir waren
zu schwach gewesen, um weiter vorwärts zu
dringen, denn der Nachschub von Munition
und Verpflegung war zu schwierig geworden.
Es waren mehr als hundert Kilometer, die
uns von unserer rückwärtigen Verpflegungs
basis trennten, und dazwischen lag noch zu
alledem ein unwegsames, verschneites und ver
eistes Hochgebirge. Die Batterie ging vor dem
Feinde in Stellung, ich aber wurde mit ein
paar Männlein und mit dem Herrn Sergean
ten Birzlmeier auf eine noch viel weiter rück-
ivärts gelegene einsame Höhe abgeordnet, von
der aus man die feindlichen Stellungen im
weitesten Umkreis übersehen konnte. Eine
kleine, alte Hirtenhütte mit mächtigem Stroh
dach bauten wir zu einer Zentralbeobachtung
für die ganze Artillerie aus, und fast ein Vier
teljahr lagen wir getrennt von der übrigen
Armee, ganz auf uns selbst angewiesen, hier
im Quartier. Eine größere Einsamkeit als auf
diesem Berge habe ich nie mehr kennengelernt.
Soweit das Auge reichte, sah man nur ver
schneite Wälder, und das Wild der Berge kam
nachts bis an unsere Hütte heran. Da Birzl
meier bei uns war, fehlte es nie an Fleisch,
Brot und trinkbaren Dingen, denn er war ein
unübertrefflicher Meister im Requirieren alles
Notwendigen. Im Umkreis von fünf Stunden
witterte er jedes Schwein und jeden Ochsen,
und er ließ es nicht allein dabei. So hatten wir
immer unser Rind im Topfe, und der stein-
harte Klippfisch und das bißchen Marmelade,
das mir als normale Verpflegung erhielten,
war nur eine nicht sehr geschätzte Beigabe un
seres täglichen Menüs.
Auch manches Birkhuhn und manch anderer
eßbarer Vogel mußten an den Bratspieß wan
dern. Als aber einer unserer Kameraden einen
bunten, papageiähnlichen Vogel, der uns schon
einige Tage durch sein munteres Gebaren er-
Mit zwei Zentnern d«rch dsn Weltkrieg
Erinnerungen eines Optimisten.
Von Karl Borromäus Gröber.
Copyright 1935 by Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart.
(20. Fortsetzung.)
Wie klein die Welt ist, habe ich damals in
^ttserem weltabgelegenen Nuhequartier in den
Rumänischen Bergen erfahren müssen. Einem
^userer Herren Offiziere war der allerdings
^was saure Wein, den wir bei den Bauern
louden, nicht gut genug. Er beauftragte mich,
Mschenwein zu suchen, von dem er annahm,
°uß er wohl besser sein müsse. Wo sollte ich
^er in diesem traurigen Bauerndorf Flaschen
wein auftreiben? Nach längerem, vergeb-
üchem Suchen kam ich endlich auf die Idee, daß
rselleicht der Herr Pfarrer einen solchen haben
^une. Ich suchte nach dem Pfarrhaus und trug
jungen, würdigen Herrn mit langem Bart
îiye Wünsche mit Hilfe eines kleinen rumä
nischen Wörterbuches mühselig vor. Der Herr
Pfarrer aber lachte laut, redete mich höflich mit
seinem Familiennamen an und erklärte mir,
M Flaschenwein von Focsani wohl kaum bei
Dauern und Pfarrern zu finden sei, daß er
der einige malerische leere Flaschen besitze,
die
mit dem sauren Landwein gefüllt und mit
ill ' m
ņtschierwachs versiegelt, dem Herrn Leutnant
.ìelleicht eine bessere Sorte vortäuschen wür-
All dies erklärte er mir in fließendem
putsch unter öfterer Wiederholung meines
chmens. Ich war recht überrascht, denn einen
«riechjschen Popen hatte ich meiner Erinnerung
unter meiner immerhin weitläufigen
^Jkanntschaft nicht aufzuweisen. Der Herr
marrer amüsierte sich königlich, und erst, als
^ sich den Bart mit der Hand zurückhielt, er-
^Rnte ich in ihm einen alten Bekannten von
Gnchen her wieder. Es war einer jener unter
J*} Sammelbegriff „Schlawiner" fallenden
^ Mvabinger, die vor dem Kriege dem christ-
sļ5 en Malgewerbe obgelegen hatten. Dieser
pp n hatte täglich in unserem Cafs mit ande-
Qpt şoines Stammes neben uns die Nächte zu
kracht. Das Wiedersehen wurde entsprechend
gefeiert. Nach dem Nachtessen kam der wür
dige Herr dann, lieblich schmunzelnd, doch noch
mit ein par Flaschen Weines an, mit dem sich
das Gesöff, das wir für den anspruchsvollen
Herrn Leutnant abgefüllt hatten, nicht ver
gleichen ließ.
Der Herr Pfarrer war zugleich ein großer
Volkskundler vor dem Herrn und sehr bewan
dert in der Kenntnis der alten bäuerlichen
Stickereien seines Pfarrdorfes. Es war immer
gut für ein Dorf, wenn sich der Pfarrer oder
Bürgermeister mit den unerwünschten Ein
dringlingen verständigen konnte. Man ge
nierte sich dann, nach Belieben zu requirieren,
da man nie wußte, ob nicht von dieser Stelle
eine schriftliche Beschwerde über Mißgriffe an
die Herren Vorgesetzten abgehen würde. Mir
aber war der alte Freund aus vergangener
Studentenzeit eine große Hilfe. Er unterstützte
mich beim Sammeln alter Stickereien und
Trachtenstücke, die ich durch ihn oft schon nm
ein paar Pfennige erwerben konnte. Jede Fa
milie hatte ihr ganz bestimmtes Stickereimu
ster, von dem nie abgegangen wurde und das
die leinenen Kleidungsstücke der Männer und
die Blusen und Hemden der Frauen besser
kennzeichnete, als es bei uns mit einem Mono
gramm möglich ist. Meine größte Ausbeute
hatte ich, als endlich aus der Heimat ein gro
ßer Nachschub au neuer Wüsche kam. Die Er
oberer Rumäniens warfen ihre requirierten
Hemden, die samt und sonders gestickt waren,
einfach weg. Ich benützte die Konjunktur, zog
mit einem Esel und zwei großen Tragsäcken
bei den deutschen Truppenteilen in der Nähe
umher und sammelte die verlausten und ver
drehten Wäschestücke ein. Wer etwas besonders
Schönes brachte, wurde photographiert und er
hielt drei Postkarten mit seinem werten Bild
nis. Ich aber war bald bei hoch und nieder
bekannt und führte, solange ich in Rumänien
war, nicht ganz mit Unrecht, den schönen Na
men „der Gebirgslumpensammler". Die liebe
îel); Pastor Rudolf Schlüter, bisher Provin
zialvikar im Hilfsdienst in Ulsnis, als Geist
licher der Kirchengemeinde Ulsnis,' Pastor
Wilhelm Diekow, bisher Provinzialvikar im
Hilfsdienst in Petersdorf, als Geistlicher der
1. Pfarrstelle der Kirchengemeinde Petersdorf,'
Pastor Hugo Vidal, bisher Provinzialvikar im
Hilfsdienst in Lunden, als Geistlicher der 2.
Pfarrstelle der Kirchengemeinde Lunden und
Pastor Johannes Niemann, bisher Pastor in
Husum bei Nienburg, als Geistlicher der Kir
chengemeinde Altenkrempe.
x. Neumünster, 8. Mai. Staatsrat Borger
in Neumünster. Am kommenden Montag wird
der Reichstreuhänder der Arbeit, Staatsrat
Börger-Köln in der Festhalle der Kl.-Groth-
Schule sprechen. — Tribünenbau .Mit dem
Bau der 650 Personen fassenden Tribüne auf
dem Reitturnierplatz ist gestern begonnen
worden. — 300 Bienenvölker wandern in den
Raps in die Gegend von Lütjenburg in Be
gleitung ihrer Besitzer, die Mitglieder der
Jmkergruppe Padenstedt-Wittorf-Wasbek sind.
Hoffentlich tritt eine baldige Besserung des
Wetters ein, damit die Rapsblüte den Imkern
einen Erfolg sicherstellt.
Eutin, 8. Mai. Das „Amt für Chorwesen
und Volksmusik" veranstaltet in der Zeit vom
24. bis 29. Mai 1936 unter Leitung von Pro
fessor Jversen, Kiel, und unter Mitwirkung
von Richard Liesche, Bremen, und Paul Güm
mer, Hannover, in Eutin einen „Staatlichen
Lehrgang für Chorleiter". Anreise am Sonn
tag, dem 24. Mai, nachmittags. Lagerform.
Aus dem Qedddssaal
Drei Jahre Zuchthaus
wegen gewerbsmäßiger Abtreibung.
Kiel, 7. Mai. Wegen gewerbsmäßiger Ab
treibung hatte sich der 48 Jahre alte Gustav H.
aus Kiel vor dem Schwurgericht zu verant
worten. H. soll in Kiel in der Zeit von 1929
bis 1936 in sieben Füllen Abtreibungen gegen
Entgelt vorgenommen haben. Der Angeklagte
war bezüglich der Abtreibungen geständig,
leugnete aber hartnäckig, Geld dafür genom
men zu haben. Die Beweisaufnahme ergab je
doch, daß H. die Abtreibungen gewerbsmäßig
vorgenommen hatte. In einem Falle hatte die
unsaubere Abtreibung eine Versteifung des
Hüftgelenks zur Folge, und im anderen Falle
war gleichfalls eine Sepsis aufgetreten. Diese
beiden jungen Mädchen müssen auch heute noch,
nach eineinhalb Jahren, sich Operationen un
terziehen.
Insbesondere waren diese beiden Fälle, wie
auch die Bedenkenlosigkeit, auch im Dritten
Reich noch Abtreibungen vorzunehmen, dazu
angetan, dem Angeklagten eine hohe Zucht
hausstrafe zu geben. Das Schwurgericht ging
noch über den Antrag des Staatsanwalts von
2'A Jahren Zuchthaus hinweg und verurteilte
ihn wegen teils vollendeter und teils versuch
ter gewerbsmäßiger Abtreibung zu drei Jah
ren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust.
Vier Monate der erlittenen Untersuchungshaft
wurden dem Angeklagten auf die Strafe an
gerechnet.
freut hatte, vom Baume herunterschoß und
Birzlmeier überbrachte, erlebte er eine böse
Uebcrraschung. Ich habe unseren Sergeanten
nie so wütend gesehen, und die hellen Tränen
des Mitleids für das bunte Tier rannen über
seine Wangen. Es trat einmal wieder die
überraschende, aber nicht ungewöhnliche Tat
sache in Erscheinung, daß Metzger ein viel
weicheres Gemüt haben, als man nach ihrem
blutigen Handwerk vermuten sollte.
Anfangs hatten wir nachts, wenn es nötig
war, unsere Behausung ohne weitere Sorge
verlassen. Als uns dann aber die Wölfe einen
Ochsenkopf direkt von der Hütte weg stahlen,
hielten wir es für angezeigt, uns doch etwas
in acht zu nehmen. Manchmal nächtigten ver
irrte Kameraden bei uns, und eines Tages
kam ein dreckiger, in einen Schafpelz gehüllter
Rumäne zu uns, der mit schwer verständlicher
Zeichensprache um ein Stück Brot und um ein
Lager für die Winternacht bat. Neugierig be
trachtete der Fremdling seine Umgebung, und
wir wären sicher nicht auf böse Gedanken ge
kommen, wenn nicht Birzlmeier an der sonst
braungebrannten Hand den hellen Reifen
einer noch nicht allzu lange entfernten Arm
banduhr erkannt hätte. Birzlmeier machte mich
unauffällig darauf aufmerksam, und als wir
den Fremdling nach kurzer Gegenwehr ge
fesselt hatten und ihm auf den Kopf zusagten,
daß er ein rumänischer Offizier sei, leugnete
er auch nicht weiter und gab es resigniert in
fließendem Deutsch zu. Wir haben ihn dann
nach rückwärts geschafft,' was aus ihm gewor
den ist, haben wir nie erfahren. Ein viel ange
nehmerer Besuch war eine junge, sehr hübsche
Zigeunerin, die wir aus den Händen nicht sehr
galanter ungarischer Husaren befreit hatten.
Aus Dankbarkeit hat uns das Mädchen, so
lange wir da oben saßen, mit Butter und
Eiern, mit Mehl und Kartoffeln immer wieder
versorgt.
(Fortsetzung folgt.)