Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Rendsburg, den 9. Mai 1936. 
Muttertag und Volk 
G Der morgige Muttertag hat eine ganz 
persönliche Seite, die jeder Sohn und jede 
Tochter, jedes Pflegekind oder sonst mütter 
lich betreute Kind mit sich selbst auszumachen 
Mt, was Gesinnung und Bekundung der 
Dankbarkeit betrifft. Die Gelegenheit lenkt 
aber auch die Aufmerksamkeit auf fürsorgende 
Maßnahmen, die heute, im nationalsozialisti 
schen Staat, bevölkerungspolitisch namentlich 
Tu Gunsten der Mutter und des Kindes erfol 
gen. Zweierlei kommt in diesem Zusammen 
hang vor allem in Betracht: der Re ichs - 
Mütterdienst und das Hilfswerk Mut 
ter und Kind. Diese beiden großartigen 
Werke geschehen zum Besten der deutschen Fa 
milie, vorzugsweise der erbgesunden kinder 
reichen, für die das Dritte Reich nach Kräften 
sorgt. 
Gemäß nationalsozialistischer Weltanschau 
ung erfährt der 10. Mai 1936 eine Betonung 
und Bewertung nach volklichen Notwendig 
keiten. Um die besondere Sinngebung des Ta 
ges sind darum auch NS. Frauenschaft und 
Deutsches Frauenwerk bemüht. Hauptträgerin 
her Familie, der Keimzelle der Volksgemein 
schaft, ist die Mutter, eine am Herzen liegen 
de Feststellung, welche die Stellung des Va 
ters, des Familienoberhauptes, durchaus nicht 
schmälert. Tüchtige Mütter heranzuziehen, die 
sich ihrer Aufgabe für Familie, Volk und 
Staat bewußt sind, gehört zu den Ausgaben 
her Mütterschulung. Die nach den Richtlinien 
hes Reichsmütterdienstes herangebildeten 
Mütter müssen überzeugt sein von den hohen 
Pflichten der Mutterschaft, erfahren in der 
Pflege und Erziehung ihrer Kinder und den 
hauswirtschaftlichen Aufgaben gewachsen. Um 
hiese Aufgabe auf dem Lande und in den klei 
nen Städten zu erfüllen, werden durch die 
Gauarbeitsgemeinschaft für Mütterschulung 
im Reichsmütterdienst Lehrgänge für Frauen 
Und Mädchen veranstaltet, und zwar über 
Pflege und Ernährung des Kleinkindes, Er- 
ziehungsfragen mit Anleitung zur Kinder 
beschäftigung, über Gesundheitspflege in 
häuslichen Krankheitsfällen, Haushaltsfüh 
rung, Kochen, Nähen und Ausbessern von 
Wäsche und Kleidung. 
Das Hilsswerk Mutter und Kind untersteht 
her NSB. Es gibt über 24 000 örtliche Hilfs 
stellen „Mutter und Kind" mit rund 100 000 
Helferinnen. Dies Hilsswerk gliedert sich in 
verschiedene Arbeitsgebiete, wie wirtschaftliche 
Hilfe, Arbeitsplatzhilfe, Wohnungs- und Sied- 
kungshilfe, Hilfe für werdende Mütter und 
Wöchnerinnen, Müttererholungsfürsorge, Er 
holungsfürsorge für das Kleinkind, Jugend- 
orholungsfürsorge und Erntekindergarten. Im 
>iahre 1938 wurde 571 455 werdenden Müt 
tern und Wöchnerinnen Hilfe geleistet. Durch 
me wirtschaftliche Hilfe wurden 1935 1749142 
Familien mit 4 761295 Familienmitgliedern 
Erfaßt. In 32 765 Fällen konnte Arbeitsplatz 
hilfe gewährt werden. Insgesamt wurden 1934 
Und 1936 106 016 Mütter durch die Mütter- 
brholungsfürsorge verschickt. Die NSV. hat im 
vergangenen Jahre 305 390 Kinder in länd 
liche Familienpflegestellen eingewiesen. Sie 
Unterhält etwa 1500 Dauerkindcrgärten in 
Stadt und Land, durch die ca. 50 000 Kinder 
ständig betreut werden. Von großer Wichtig 
keit sind die ärztlichen Beratungsstellen für 
Mutter und Kind. Etwa 3 Millionen Rat 
end Hilfesuchende nahmen 1936 die Hilfs- und 
Beratungsstellen im ganzen Reich in Anspruch. 
Mese Zahlen sind ein sinnfälliger Beleg s e - 
bensvoller Wirksamkeit und eine 
Rechnerischer Veranschaulichung entsprechende 
. rgänzung der Hervorhebung des Ideellen 
Reichsmütterdienst und Hilfswerk Mutter 
Und Kind. 
Ueber den Anteil von Stadt und Kreis 
Rendsburg an diesen Einrichtungen 
Wurden unsere Leser fortwährend unterrichtet. 
sei hier nur darauf hingewiesen, daß im 
Lahmen des Reichsmütterdienstes im Kreise 
-Rendsburg bisher in Mütterschulungskursen 
•3.35 Frauen und Mädchen geschult wurden, 
u Erziehungskursen 49 Frauen und Mädchen. 
Gegenwärtig finden 3 Näh- und Flickkurse 
statt. 186 Mütter aus dem Kreise Rendsburg 
wurden bislang verschickt, in diesen Tagen 
noch 6, und 32 erholungsbedürftige Kinder 
wurden soeben erst wieder von der sog. Kin 
derlandverschickung der NSV. in der Kurmark 
untergebracht. 
Aufruf 
10 000 Kinder aus den Gauen Düsseldorf, 
Franken, Essen, Halle-Merseburg, Hessen-Nas 
sau, Koblenz-Trier, Magdeburg-Anhalt und 
Westfalen-Süd sollen in Schleswig-Hol- 
st e i n Erholung finden. Deutscher Volksgenos 
se, stelle auch du einen Freiplatz für ein erho 
lungsbedürftiges Kind (Knabe oder Mädchen) 
zur Verfügung. Denke an die leuchtenden 
Kinderaugen, wenn die kleinen an einer Ver 
schickung teilnehmen dürfen. Helft mit, das 
kostbarste Gut des deutschen Volkes körperlich 
gesund und frisch zu machen. Melde noch heute 
deinen Freiplatz bei der Ortsgruppenführung 
der NSV., Am Kirchhof 25 an! 
Gau Noedmark 
im Deutschen Schützeuverband 
Das Gesamtergebnis des vom Gau Nord- 
mark im Deutschen Schützenverband am 18. 
und 19. Ilpril d. I. unter Beteiligung der 
Wehrmacht, der NS-Formationen und sonsti 
ger Schießsport treibenden Verbände und Ver 
eine veranstalteten Wettschießens mit der 
Wehrmannsbüchse zeigt, daß gegenüber dem 
Herbstschießen des Vorjahres zwar nur eine 
kleine Verbesserung in der Beteiligung, aber 
eine erhebliche Steigerung der Durchschnitts 
leistungen erzielt wurde. 1934 beteiligten sich 
in 12 Orten im Gau Nordmark 156 Mann 
schaften, 1935 in 21 Orten 210 Mannschaften 
und 1936 in 25 Orten 227 Mannschaften. Der 
Leistungsdurchschnitt einer Mannschaft (fünf 
Schützen) betrug 1934 470 Ringe, eines Schüt 
zen 94 Ringe, 1936 510 bzw. 102 Ringe und 
1936 630,75 bzw. 106 Ringe. Rendsburg 
steht mit der Anzahl der Mannschaften, 22, an 
zweiter Stelle im Gau. An der Spitze steht Kiel 
mit 41 Mannschaften. An 3. und 4. Stelle fol 
gen Flensburg und Neumünster mit je 19 und 
an 5. Stelle Schleswig mit 18 Mannschaften. 
Stark beteiligt hat sich besonders das Infan 
terie-Regiment 26, und zwar mit insgesamt 
14 Mannschaft, davon 7 in Rendsburg, 
5 in Schleswig und 2 in Flensburg. 
Sieger bei dem diesjährigen Schießen ist der 
Schützenverein Wilster mit der ganz her 
vorragenden Leistung von 796 Ringen. Hier 
hat jeder der 6 Schützen einen Durchschnitt von 
fast 16 Ringen bei jedem Schutz erreicht. Der 
beste Schütze dieser Mannschaft, Emil Behrens, 
hat mit dem hervorragenden Ergebnis von 
182 Ringen gleichzeitig das höchste Ergebnis 
der Gesamtveranstaltung geschossen. Die nächst 
besten Mannschaften sind folgende: 2. Schützen 
verein von 1861 Flensburg, 1. Mannschaft, mit 
721 Ringen,' 3. Schützenverein Altona mit 715 
Ringen- 4. Schützengilde von 1686 Elmshorn, 
1. Mannschaft, mit 710 Ringen) 5. Schützenver 
ein Rendsburg, 1. Mannschaft, mit 694 
Ringen,- 6. Schützenverein Bad Segeberg mit 
678 Ringen,- 7. Polizei Neumünster mit 677 
Ringen,- 8. Schützenverein von 1778 Glückstadt, 
1. Mannschaft, mit 676 Ringen,- 9. Schützen 
verein Rendsburg, 2. Mannschaft, mit 667 
Ringen,- 10. Schützengilde Wandsbek mit 664 
Ringen. 
Einführung des Arbeitsbuches. 
Die Festsetzung des Zeitpunktes nach 8 2 des 
Gesetzes, wonach Personen aller Berufe ohne 
Arbeitsbuch nicht mehr beschäftigt werden dür 
fen, ist in allernächster Zeit zu erwarten. Die 
in Frage kommenden Personen aus dem Be 
zirk des Arbeitsamtes Rendsburg müssen da 
her ihre Anträge bis späetestens zum 20. Mai 
1936 beim Arbeitsamt Rendsburg eingereicht 
haben. Wird dieser Termin versäumt, so muß 
mit dem Verlust des Arbeitsplatzes gerechnet 
werden. 
Großer Prozeß in Rendsburg. 
Am Montag, dem 11. Mai, vormittags um 
10 Uhr, tritt im Vcrhandlungssaal des hie- 
Achtung, Achtung! 
Rnudfunkwerbetag in Rendsburg 
Für die Abendveranstaltung des gestern in 
Rendsburg abgehaltenen Rundfuuktages war 
ein das Wunder Rundfunk aufklärendes Pro 
gramm angesagt, das sehr viele Funk-Freunde 
und solche, die es werden wollen, ins Ger 
mania-Hotel gelockt hatte. Gewiß, wir stehen 
fast alle mit dem Rundfunk-Apparat daheim 
auf vertrautem Fuße. Aber, Hand aufs Herz, 
was ist uns das Gerät in technischer Hinsicht 
mehr als ein auf Hochglanz poliertes Gehäuse, 
das mit seiner reichen Maserung unserer 
Hütte einen pikfeinen Schimmer verleiht, 
dessen Inneres aber ein unentwirrbares 
Durcheinander für den Laien bleibt? Mit 
ein paar Griffen an den Bedienungsknöpfen 
zwingen wir die Stimme der Welt in unser 
Zimmer. Geheimnisvoll huscht der Leuchtstab 
über die Leuchtskala. Geheimnisvoll bleibt das 
Wie, Warum und Woher. Der gute Besuch des 
gestrigen Abends erklärt sich so aus dem Wis 
sensdrang, den weite Kreise den wunder 
baren Dingen des Funks entgegenbringen. 
Und kaum jemand wird enttäuscht nach Hause 
gegangen sein. 
Kreiskultur- und Propagandawart Pg. 
Puhlmann eröffnete den Abend mit Wor 
ten, in denen er den Rundfunk als Mittler 
des politischen Tagesgeschehens und des deut 
schen Kulturgutes kennzeichnete. Er erinnerte 
beim Rundfunk des Dritten Reiches an die 
volksverbundene und volkverbindende Pro 
grammgestaltung wie auch an die Auslands 
aufgaben, die der Rundfunk als ein Träger 
unserer politischen Gedanken vertritt. 
Der Tonfilm „Unsichtbare Brücken" war 
beispielhaft für die hervorragenden Möglich 
keiten, die die Trickzeichnung im Film bietet, 
um schwierige technische Probleme dem Zu 
schauer in einleuchtenden Bildern verständlich 
zu machen. Es handelte sich in dem Ton-Bild 
streifen nicht um die Umwandlung der akusti 
schen in die elektrische Welle, sondern vor 
allem um die Darstellung der Gesetzmäßigkei 
ten, denen die elektrische Rundfunkwelle nach 
ihrer Sendung unterliegt. Die Eigenart der 
kurzen und langen Wellen, die Erscheinung 
des Fadings, der Kurzwellen wurde, nachdem 
die Gesetze der Welle an Wasser- und akusti 
schen Wellen entwickelt waren, in den drasti 
schen Zeichnungen dieses'Films überaus deut 
lich gemacht. 2 Werbefilme im Stile der Micky- 
Maus, die in tollen Tönen und Bildern die 
Vorzüge eines Rundfunkgerätes auf dem 
Lande verklärten, wurden mit großer Heiter 
keit im Saale aufgenommen. 
Der letzte Film führte unter dem Titel 
„Rundfunk einst und jetzt" in die Kinderjahre 
des Radios. Welch ein langer, mühevoller und 
schließlich siegreicher Weg des menschlichen 
Forschergeistes liegt zwischen der Entdeckung 
der Gesetze der elektrischen Welle und der 
ersten Verwertbarkeit dieser Erkenntnisse für 
das breite Publikum im Radio etwa im Jahre 
1923. Der nächste Schritt auf diesem Wege, 
vom quäkenden Detektor bis zum klangechten 
Superhet könnte in seinem Ausmaß mit dem 
Unterschiede verglichen werden, der zwischen 
der „Adler"-Lokomotive der Nürnberg-Für- 
ther Bahn und einem Stromlinienzuge von 
heute liegt. Aber es ist bezeichnend für die 
Breite des technischen Einsatzes unseres Zeit 
alters, das eine Fortentwicklung heute nicht 
mehr hundert, sondern nur noch 10 Jahre in 
Anspruch nimmt. Ein eindrucksvoller Beleg 
dieser Entwicklung waren die ausgestellten 
Geräte unserer Rendsburger Funkhändler, 
die in der Pause einer regen Besichtigung un 
terzogen wurden. . 
Vergessen seien nicht die frischen Lieder der 
Singgruppe des BDM., vergessen sei ferner 
nicht die Verlosung des Volksempfängers, den 
Frau Delling, Schleifmühlenstraße, als glück 
liche Gewinnerin mit nach Hause nehmen 
konnte. Kreiskulturwart Pg. Puhlmann schloß 
den für den Rundfunk-Gedanken erfolgreich 
verlaufenen Abend mit dem Gedenken an 
unsern Führer. O 
3«m Muttertag 
Ein altes, liebes Kinderlied 
Mir traumhaft durch die Seele zieht, 
Und oft steht in der Dämmerstunde 
Ein Märchen auf aus deinem Munde. 
Noch fühl ich deine zarte Hand, 
Wenn kleine Schmerzen sie gebannt. 
Wie fröhlich nahmst du teil an Spielen, 
An unsern Freuden, unsern Zielen! 
Wie warm erklang dein Abschiedswort, 
Als jung ich zog von Hause fort! 
Es folgte mir mit seinem Segen 
Als Talisman auf allen Wegen. 
Schon längst, mein liebes Mütterlein, 
Gingst du zum ew'gen Frieden ein,- 
Doch schwingt sich eine golöne Brücke 
Von mir zu dir im Leid und Glücke. 
H. H. 
sigen Amtsgerichts die Große Strafkammer >i 
aus Kiel zusammen zum Prozeß gegen Ferdi 
nand Bornholdt. Die Anklage lautet vornehm 
lich auf Versicherungsbetrug. Der Angeklagte 
war zuletzt in Rendsburg wohnhaft und be 
findet sich in Kiel in Untersuchungshaft. Es 
sind nicht weniger als 122 Zeugen geladen, 
und es ist eine Verhandlungsöauer von vier 
Tagen, bis Donnerstag einschließlich, vorge 
sehen. Die Zeugen stammen großenteils aus 
Stadt und Kreis Rendsburg, aber auch aus 
dem benachbarten Dithmarschen usw. Seiner 
zeit wurden von der Staatsanwaltschaft Kiel 
Geschädigte öffentlich aufgefordert, sich zu 
melden. 
* * * 
* Kreuzer „Nürnberg", der auf seiner Aus 
landsreise Anfang dieser Woche Lissabon ver 
lassen hatte, passierte gestern nachmittag gegen 
6 Uhr, aus der Nordsee kommend, auf der 
Kanalfahrt unsere Stadt. 
* Das SA.-Standkonzert gestern abend vor 
dem Adolf-Hitler-Haus mußte wegen der star 
ken Regenfälle abgebrochen werden. Es wird, 
wie wir hören, am Montagabend wiederholt 
und zwar in der Zeit von 19.30—21 Uhr auf 
dem Bahnhofsvorplatz vor dem Adolf-Hitler- 
Haus. Zur selben Zeit liegen auch wieder die 
Ehrenlisten im Sturmbannbüro aus, in die 
gestern trotz des schlechten Wetters zahlreiche 
Einzeichnungen vorgenommen wurden. 
* Eine Tagung der Landesgruppe V des 
Amateur-Sende- und Empfangsdienstes findet 
am morgigen Sonntag in Rendsburg im Ger 
mania-Hotel statt. 
* Die Niederdeutsche Bühne Rendsburg, die 
an der diesjährigen Maifeiergestaltung im 
KdF.-Schleikreis tätigen Anteil genommen, 
gab im Nachklang der KdF.-Kulturveranstal- 
tungen ein Gastspiel im Nordmark-Landes 
theater zu Schleswig. Die Aufführung dürfte, 
so heißt es in den „Schlesw. Nachr.", aufs neue 
den guten Ruf befestigt haben, der der Nieder 
deutschen Bühne Rendsburg bereits voraus 
ging. „De rode Uennerrvck", eine amüsante An 
gelegenheit, tat seine Pflicht und Schuldigkeit 
und löste im vollbesetzten Haus Schmunzeln 
und Heiterkeit aus, sich oft bis zu wahren 
Lachsalven steigernd. Mit Beifall wurde nicht 
gekargt, so daß die Gäste scheiden konnten in 
dem Bewußtsein, in Schleswig viele Freunde 
ihrer Kunst gefunden und sich ein freundliches 
Erinnern gesichert zu haben. 
* Tennis. Am morgigen Sonntag beginnt 
die Tennisabteilung des RMTB. ihre Spiel 
zeit mit großem Anspiel. Alle Spieler treffen 
sich um 10 Uhr auf den Plätzen an der Alten 
Kieler Landstraße. 
* Merkwürdiger Obdachloser. Festgenommen 
wurde der 38jährige Bäcker Karl K. aus Gera, 
der sich am Donnerstagabend bei der Rends 
burger Polizei als obdachlos meldete. Bei nä 
herer Untersuchung seiner Person und seiner 
Sachen wurden in seinem Besitz reichlich 80 JUl 
gefunden. Er gab an, das Geld von Bäcker- 
innungen und Bäckermeistern, bei denen er 
um Arbeit vorgesprochen habe, erhalten zu ha 
ben. Seinen Lebensunterhalt habe er durch 
Betteln bestritten, um „sein Geld" zu sparen. 
Der wegen Bettelns Festgenommene wurde 
dem Gerichtsgefängnis zugeführt. 
* Wiederholung einer Rundfunksendung. 
Zu den eindrucksvollsten Rundfunk-Sendun 
gen am Nationalen Feiertag des deutschen 
Volkes gehört die von der Reichssendeleitung 
durchgeführte Uebertragung vom Empfang der 
Arbeiterdelegierten und der Sieger und Sie- 
*29. Jahrgang / Nr. 108 ] Zweites Blatt. 
Lanöeszertung 
Rendsburg« Dļgedlatt 
Sonnabend, den 9. Mai 193k
	        
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