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Eà offenes englisches EiUgestàdNis über die WîedLrhsNKeLNKģ des Gleichgewichts und
die volle EegebAislosigLeit der große« Offenfivs im Westen.
Zur Kriegslage: Erbitterte russische Vorstöße in Galizien, dis Lei SLaRislaN znm Stehen gebracht werden konnten. — Ergêbņislose Angriffe în den Karpathen
und ln Wsltzyàu. — Erbitterre KaMpfs Mi Lhiaumout. — Angriffs im SomMeabschnitL gescheitert. - ZLànìşchs Angriffe auf die Görzer Höh?» abgewiesen. —
Venedig wirkungsvoll Mit FliegerboMheK Lägt. -— Größere U-Bsöt-Erfolge in der Nordsee.
Zum Besuch des Reichskanzlers in Wien. — RnMàîen schließt MM Verkauf dêr Eà einen Vertrag mit Leu Mittel«achten ah. — EnglKsLs wachsende
SLaatZschAlden. - BsvorstchMder RückLriLL des eNglifchsn Ministers LaNdsdown. Drohender Sturz des GesaMtkübinetis. (Sieh? Neueste Nachrichten.)
Rußland urrd England in Persien
Die Aufteilung Persiens zwischen Rußland und
England geht ihren Weg weiter wie ein unabwend
bares Schicksal. Der wichtigste Wendepunkt im Schick
sal Persiens ist der K. S3, zufolge der Vertrag vom
31. August 1907 zwischen England und Rußland, wel
cher u. a. Persien in zwei „Interessensphären" einteilte,
eine nördliche für Rußland, und eine südliche für Eng
land. Seitdem sind beide Teile dabei, ihre „Interes
sensphäre" möglichst rasch und möglichst gründlich „fried
lich zu durchdringen", wobei jeder der beiden Teile
eifersüchtig auf den andern sieht, selbst aber versucht,
die Grenze der eigenen Interessensphäre nach Kräften
weiter hinauszuschieben.
Doch sind bei der „friedlichen Durchdringung" ihrer
„Interessensphäre" die Russen den Engländern gegen
über durch die Gunst der tatsächlichen Verhältnisse
stark im Vorteil. Ihre Hauptmittel sind wie immer
Vau von Eisenbahnen, militärische Besetzung aller
Punkte, wo „Unruhen" stattgefunden haben und die
persische Regierung sich ohnmächtig erweist, diesen von
fremdem Gelde hervorgerufenen Störungen des Frie
dens zu steuern, und endlich Ansiedelungen von russi
schen Bauern in dem besetzten Gebiet. So schreitet man
Schritt für Schritt vorwärts und kommt dem Endziel,
der Erreichung des persischen Meerbusens, unaufhalt-
sanl näher.
Der englisch-russische Vertrag von 1907, welcher
alle asiatischen, zwischen beiden Mächten strittigen Fra
gen regelte, war bereits gedacht als Vorbereitung auf
den gegenwärtigen Weltkrieg. Er sollte alle asiatischen
Schwierigkeiten ausräumen, um beiden Mächten es
zu ermöglichen, in Europa bei der großen Aufgabe der
Erwürgung Deutschlands einträchtig Hand in Hand
zu gehen. So ist es zu verstehen, daß beide Vertrags
mächte in Ausführung des Vertrages zunächst möglichst
behutsam aufzutreten btmüht waren.
England, welches unverwandt das große Ziel der
Einkreisung Deutschlands im Auge hatte, konnte schließ
lich nicht anders, als Ende Mai 1912 den Bau dieser
transpersischen Bahn durch Rußland zuzugeben gegen
das Zugeständnis, daß diese Bahn nicht von Rußland
allein, sondern von Rußland, England und Frankreich
gemeinschaftlich gebaut werde. Das konnte Rußland
umso leichter nachgeben, als es allein doch nicht Geld
genug hätte aufbringen können, um in Bälde die Bahn
zu erstellen, und die Bahn ja durch seine Interessen
sphäre lief, welche es von Kaukasten aus leicht beherr
schen konnte. In England aber fand diese Zustimmung
des englischen Kabinetts schärfsten Widerspruch. Der
Manchester Guardian schrieb wütend: „Die Zustimmung
zu diesem Plan ist ein Teil des Räubersoldes, welchen
Rußland uns abpreßt." Als dann Ende Oktober des
selben Jahres Safonow in Balmoral erschien, wußte
man sich nicht anders zu helfen, als daß Safonow mit
Sir Edward Erey die Erklärung vereinbarte, daß beide
Mächte sobald als möglich Persien räumen sollten.
„Sobald als möglich!" Keinem der beiden Teile war
es Ernst mit dieser Erklärung, am wenigsten den Rus
sen. Im Jahre 1914 begannen die Russen sogar mit
dem Bau fester Kasernen in Kaswin und Täbris, der
Hauptstadt von Aserbeidschan und größten Handels
stadt Nordpersiens.
Das erregte in England große Verstimmung. Aber
die Engländer machten es nicht anders, wo nur immer
sie konnten. Im April 1914 errichteten sie auf der
persischen Insel Heudjam in der Straße von Ormus,
welche bekanntlich den Eingang zum Persischen Meer
busen bildet, eine „Kohlenstation", und postierte zu
deren Schutz dort einen Kreuzer und zwei Kanonen
boote, so daß sie jetzt den Eingang zum Persischen Golf
ebenso beherrschen wie durch Aden den Eingang zum
Roten Meer.
Es ist kein Wunder, daß unter diesen Umständen
selbst in dem armen, zerrissenen Persien der Gedanke
zündete, ein letztes für die Freiheit des Landes zu
wagen, als der Weltkrieg ausürach, und England wie
Rußland zunächst anderswo reichliche Beschäftigung
fanden. Als der Sultan und Kalif von Konstantino
pel, das Haupt der sunnitischen Mohammedaner, den
heiligen Krieg gegen die Russen erklärte und die grüne
Fahne des Propheten entfalten ließ, erklärten die Ule
mas von Kerbela am Grabe Alis, des Schwiegersohnes
Mohammeds, vor einer großen Menschenmenge, daß
auch die schiitischen Mohammedaner dem Aufruf zum
heiligen Krieg folgen müßten. Aber der Schah fand
nicht den Mut zu einer kühnen Tat und erklärte viel
mehr, daß Persien Neutralität beobachten werde.
Doch hat ihm das wenig genutzt. Ohne und wider
seinen Willen wurde Persien in den Weltbrand hinein
gezogen. Rußland hatte zunächst seine meisten Truppen
aus Nordpersien zurückgezogen, um sie am Kampf gegen
die Türkei teilnehmen zu lassen. In dem Maße jedoch
wie die Aufstellung neuer Truppenkörper weiter vor
anschritt, verstärkte es auch seine Truppen in Persien
wieder. Die Engländer aber, welche ja jetzt die Straße
von Ormus beherrschten, benutzten die Gelegenheit, um
Koweit und Basra zu besetzen und beunruhigten von
dort aus Südpersien. Inzwischen ist die Expedition der
Engländer nach Bagdad, wo sie den Russen den Rang
ablaufen wollten, in Kut-el-Amara schmählich gestran
det. Aber Basra und Koweit sind noch in den Händen
der Engländer, welche damit den ganzen Persischen
Golf in Händen haben und stets in Südpersien einzu
greifen in der Lage sind.
Auch den Russen ist der Vorstoß nach Bagdad miß
lungen, wo sie ihrerseits früher gewesen wären, als
die Engländer, weil auch Bagdad ja auf dem Wege
zum Persischen Golf liegt. Ebenso wie ihnen einst
weilen auch der Vorstoß gegen Alexandrette am Mit
telländischen Meere mißlungen ist. Aber in Nordper
sien sind sie augenscheinlich Meister, und im übrigen
Persien herrscht Anarchie. Daß die Türken inzwischen
Kermanschan in Westpersien erobert haben, ist gewiß
ein vortrefflicher Erfolg für sie, bringt aber zunächst
noch keine Entscheidung.
Nunmehr kommt die Nachricht, daß am 6. August
in Teheran die Gesandten Rußlands und Englands
mit der dortigen persischen Regierung — einer der
vielen — Noten ausgetauscht hätten, wonach zwischen
den drei Ländern ein „Einvernehmen" erzielt worden
sei, welches „die freundschaftlichen Beziehungen zwischen
England, Rußland und Persien endgültig befestigt und
verschiedene Fragen der finanziellen und militärischen
Organisation Persiens für alle Teile günstig löst". Mit
anderen Worten: Rußland und England sind einig
geworden über die völlige Austeilung Persiens, > und
Persien macht nolens volens gute Miene zum bösen
Spiele dieser „für alle Teile günstigen" Lösung. Zum
lleberfluß wird ja von der halboffiziellen St. Peters
burger Telegrapheuagentur, welche diese Mitteilung
verbreitet, noch hinzugefügt, daß die neue „günstige
Lösung" in Nordpersien „durch Entwicklung einer per
sischen Brigade mit Hilfe russischer Instruktoren" und
in Südpersien „durch Bildung genügend starker Kontin
gente mit Hilfe englischer Instruktoren" verwirklicht
werden soll.
Ueber den näheren > Inhalt des Vertrages wird
einstweilen noch nichts mitgeteilt. Das ist aber auch
kaum nötig. Es ist klar, daß dieser Vertrag das
Schicksal Persiens besiegelt, wenn nicht noch im letzten
Augenblick Vaterlandsliebe und politische Einsicht ganz
Persien einigen, um das schmähliche Joch abzuschütteln,
welches jetzt Rußland und England dem Lande auf
erlegen wollen. Ob und welche Aussichten dazu vor
handen sind, entzieht sich zurzeit, bei der scharfen Nach
richtensperre durch Russen und Engländer, der Kennt
nis und Beurteilung.
an der Somme ein entscheidendes
L e ü e r g e w r ch t z u gewinnen. Wir müssen
dcshälb, sowohl was Infanterie wie Artillerie
anbelangt, noch stärker werdeik, mrd diese Aufgabe
wird hauptsächlich England zu übernehmen haben,
da die Auffüllung der französischen
Reserven von Monat zu Monat
s ch w i e r i g e r w i r d.
Zrrm Besuch des Rerchskauzlers
in Wien.
Die Reife des deutschen Nrichskanglers in
Begleitung des Ministers von Jagow nach Wien
und die cssizieUe Meldung, das; Besprechungen
Wer Regelung in den von den Mittelmächten
besetzten GebietLN stattfinden, erregen die Auf
merksamkeit der Presse. Man vermutet im All
gemeinen, da tz Polen den Gegen st and
dieser Besprechungen bilde.
WTB. Wien, 11. Aug. Der Reichskanzler v.
Bethmann-Hollwsg und der Staatssekretär v. Ja-
gow begaben sich um 10 Uhr vormittags in das
Ministerium des Aeußern, wo sie mit dem Mini
ster des Aeußern, Baron von Burian, eine zwei
stündige Unterredung hatten. Um VA Uhr nach
mittags nahmen der Reichskanzler und der
Staatssekretär als Gäste Burians ein Frühstück
im Schönbrunner Stöckelgebäude.
WTB. Wien, 11. Aug. Der Reichskanzler
von Bethmann-Hollweg wurde vom Kaiser in Au
dienz empfangen. Kurz darauf empfing Se. Ma
jestät den Staatssekretär von Jagow.
Der geötzte Leil -er rumänischen
Ernte für -re Mittelmächte.
T-U. Budapest, 12. Aug. Aus Bukarest wird
gemeldet: Die rumänische Zentral-Aussuhr-Kom-
mission schloß mit der deutschen und österreichisch-
ungarischen Einkaufskommijsion einen neuen Ver
trag über den Ankauf des größten Teiles der neue»
rumänischen Ernte ab. Diesem Vertrag wird eine
große Bedeutung beigemessen.
Ein offenes Eingeständnis -er
ergebnislosen Offensive im
Westen.
Zn einer Besprechung der allgemeinen Kriegs
lage sagt der „Manchester Guardiatr": Augen
blicklich gelingt es nur noch den verzweifelten An
strengungen der Russen und Italiener, einige
BeröNderungsn an ihrer Front herbeizuführen.
Zn Frankreich, sowohl bei Verdun wie an der
Somme, wird mit abwechselndem Erfolge gekämpft.
Hier ist abermals ein Gleichgewicht der
Kräfte f e ist z u st e l l e n. Bemerkenswert ist
jedenfalls, daß trotz heldenhafter Aufspferung der
Franzosen die Deutschen bei Verdun nicht
schwächer werden. Die teilweise Wieder-
erobevung des Dorfes Fleury und des Werkes
Thiaumont ist zwar sehr erfreulich, doch sind diese
Erfolge angesichts der außerordentlichen
Opfer, die sie gefordert haben, und
in Anbetracht des Umstandes, daß, wie die fort
gesetzten Gegenatkgriffe der Deutschen beweisen, die
feindliche Stoßkraft k e i u c s w e g s g e b r o ch c n
i ft, nur lokaler Natur. Am Dienstag in der
vergangenen Woche wechselte Thiaumont wieder
holt seinen Besitzer, und auch heute noch wird ver
zweifelt um diesen Punkt gekämpft. Alles beweist,
daß es den vereinigte n A n st t e n g w ii g e n
der Franzosen und Engländer nicht
gelungen ist, w ed er bei Verdun noch
Die Lage im ZnļîerN RutzLanös.
WTB. Berlin, 12. Aug. Nach einer Meldung
des 2.-A. äußert sich ein amerikanischer Groß-Zn-
dustrieller, der ganz Rußland bereist hat, über die
Zustände in Rußland folgendermaßen: Es herrscht
die allgemeine Ueberzeugung vor, daß Rußland
die Belastungsprobe eines neuen
W i n t e r s e l d z u g e s nicht m e h t aus
halten kann. Die Not/fei infolge der unzu-
reichenden Organisation und des schrankenlosen
Wuchers entsetzlich. Die Kindersterblichkeit ist in
folge des Milchmangels sehr groß. Die Hoffnung
auf eine militärische Niederzwingung Deutschlands
sei erloschen.
Uttterseebootsrfolge.
WTB. London, 12. Aug. Reuter. Der briti
sche Segler „Annette Marie", der französische
Dampfer „Henry Elisa", der Dampfer „Ràrt"
und der Dampfer „San Bernardo" aus Glasgow
wurden versenkt. Die Besatzung des „San Ber
nardo" wurde gerettet.
WTB. London, 12. Aug. „Daily Chronicle"
meldet, daß die beiden Schiffe „Agenda" und „Pre
ference" von dem Feind in Brand gdschosien wur
den und gesunken sind. Ferner wurde der Schoner
„Demaris" versenkt.
WTB. Bern, 12. Aug. Der „Temps" meldet
aus Tunis, daß der spanische Dampfer „Gansko-
gorta Mendi", 3061 Tonnen groß, von der Gesell
schaft SÄN y Amar in Bilbao, am 9. August von
einem österreichischen Unterseeboot versenkt wor
den ist.
T-U. Verik, 12. Aug. Schweizerische Blätter
berichten aus Christiania: Hier eingelaufene
Dampfer melden, daß der ganze Südwestteil der
Nordsee von brennenden Schiffen voll sei. Ein
Dampfer bemerkte ans der Reise von England nach
Amsterdam nicht weniger als 14 in Brand ge
steckte Dampfer oder Segelschiffe, die mit Holz be
laden, durch Tauchboote in Brand geschossen wur
den.
WTB. Christianssaud, 12. Aug. Der zwischen
Christianssand und Höganös verkehrende fchwedi-