Der Grabhügel am Thorsbergmoor bei SWerbmrW
1Î1Î Altfs\ S. rt ìş Clus ? - sM . - . •T. ft *. 1 . . . _
Wenn auch Süöerbrarup in den letzten fünf-
sîg Jahren durch den Bau von Eisenbahnen
^înen ungewöhnlichen Aufschwung nahm, so
beweisen doch geschichtliche Tatsachen, daß hier
ereits in frühesten Zeiten der Mittelpunkt der
Landschaft Angeln war,' wie auch die hier und
ņ der nächsten Umgebung aufgedeckten großen
urnenfriedhöfe, zahlreiche Grabhügel und die
nn Thorsbergmoor gemachten Funde darauf
Mnweisen, daß hier uralte Ansiedlungen schon
waņ ü ° r Einführung des Christentums
Zeugen aus ältester Zeit sind die vielen ge
wölbten Grabhügel, die an den Straßen, die
aus allen Himmelsrichtungen kommen, in un-
erm Ort sich kreuzen, in nächster Umgebung
wgen. So waren auch das Gelände der jetzigen
^ahnhofstraße und die Hügel am Thorsberg
wlt Hünengräbern bedeckt, die aber der Be
bauung des Orts und der besseren Feldbestel
lung wegen weichen mußten.
Wohl nicht mit Unrecht vermutet der be
kannte Forscher Dr. Herbert Jankuhn im
^yorsberg eine alte „Thingstätte", auf der
welleicht die Angeln den wichtigen Beschluß
wr Uebersiedlung nach England gefaßt haben.
Darüber werden wir ja anläßlich der großen
Heimattagung in Süderbrarup, Anfang Juni,
k'on ihm mehr hören.
Erhalten ist nur noch der größte der Grab
hügel am Nordausgange des Orts, gegenüber
wm Thorsbergmoor. Dieser Grabhügel wurde
k°6l zum ersten Male freigelegt durch den da-
waligen Leiter des Flensburger Altertums-
wuseums, Engelhardt, der darüber folgendes
berichtet:
Der Hügel ist ganz rund und von auffallen
der Größe. Sein Umfang beträgt etwa 170 Fuß
U Fuß — 30,5 Zentimeter); der höchste Punkt
ha der Mitte ist neun Fuß über der umliegen
den Erdoberfläche. Nachdem der Hügel so weit
wie möglich geschleift war, sah man in der
Mitte der Grundfläche eine kleine, einfache
Steinkannner, umgeben von zwei Steinkreisen.
Die Steinkammer mutz die eigentliche Grab
kammer sein und die Gebeine dessen bewahren,
bem zu Ehren der Hügel aufgeworfen wurde.
?ie war ein Viereck von 18 Zoll Höhe und
w Zoll Breite, erbaut aus zwei großen Stei
gen, von denen der eine Grundstein und der
Andere Deckstein war. Die Seitenwände wür
ben gebildet von 14 kleinen Steinen, welche
alle nach der Innenseite glatt waren. In der
so geschaffenen Kammer lagen eine Menge
stark verbrannter Menschengebeine und zwi
schen diesen das einzige Kunstprodukt, welches
we Grabstätte enthielt, eine kleine, dünne
^ronzenadel, die in einige Ueberreste von
Wollzeug und Schnur eingewickelt war. Unter
her Kammer war eine Art Pflaster aus ganz
steinen Steinen. In der Grabstätte war keine
Şpur von irgend einem Tongefätz oder irgend
wner andern Umhüllung für die stark ver
brannten Gebeine.
Rings um die Grabstätte waren zwei Stein
kreise gesetzt, der innere in einem Abstand von
neun Fuß vom Mittelpunkt entfernt, sein Um
fang etwa 54 Fuß. Er bestand aus 41 gleich
großen Steinen von ly bis 2 Fuß Durchmes
ser und 1 Fuß Höhe, sämtliche Steine unbe
hauen. Der äußere Kreis dagegen hat einen
Durchmesser von 66 Fuß und hat also am
Rande des Hügels gestanden. Jetzt ist von
diesem äußeren Kreis nur ein kleines Stück
übrig. Welche Bedeutung diese Kreise gehabt
haben, wissen wir nicht.
Bis soweit bietet das Innere des Hügels
nichts Besonderes. Aber wir kommen nun zu
einigen Umständen, welche diesem Grabhügel
eigentümlich sind und — soweit bekannt —
bisher anderswo noch nicht beobachtet wurden.
Im Innern der Steinkreise befand sich näm
lich ein menschliches Skelett, dessen Kopf auf
dem einzigen Stein, welcher gespalten zu sein
scheint, ruhte. Das Gesicht war gegen Osten,
die Füße gegen die Steinkammer in der Mitte
gerichtet. Die Knochen waren so mürbe, daß
nur Bruchstiicke aufgenommen und bewahrt
werden konnten. Aber die Richtung der Lage
und die Länge, die 6 Fuß betrug, waren deut
lich in der Erde zu erkennen. Es ist unzwei
felhaft, daß die Leiche gleichzeitig mit der Er
bauung der Steinkammer in die Erde nieder
gelegt worden ist.
Die zweite Merkwürdigkeit ist bei dieser
Grabstätte, daß in der Richtung WNW., und
eben außerhalb des inneren Steinkreises, ein
mächtiger unbehauener Granitstei» von 8 Fuß
Höhe aufrecht stehend gefunden wurde. Mit
dem spitzen Ende stak er zwei Fuß tief in der
Erde, deren Oberfläche durch eine Pflasterung
von feuerfeste« Steinen markiert wurde.
Der Mensch, dessen Skelett außerhalb der
Grabstätte ruht, und dieser Stein dürfen zu
einander in Beziehung gestanden haben. In
der eben beschriebenen Grabstätte scheinen
doch alle Umstände darauf hinzudeuten, daß
ein Menschenopfer stattgefunden hat. Beim
Fundament des großen Steinblocks fanden sich
nämlich Spuren von Holzkohle, und dort, oder
doch in der Nähe des Steines, ist vermutlich
die eigentliche Brandstätte gewesen.
Man muß annehmen, daß das Skelett einem
andern Volksstamm angehört hat, als das
jenige, zu dessen Ehren der Hügel aufgewor
fen wurde. Es scheint, daß es ein Sklave aus
einem unterjochten Volksstamm war, der ge
opfert wurde, während der Leichenbrand statt
fand, und dessen Leiche darauf in den Hügel
gelegt wurde, aber außerhalb der Grabkam
mer des Herrn oder der Herrin. Der große
aufrecht stehende Stein muß dann angesehen
werden als ein Opferstein, bei dem der Knecht
getötet wurde.
Das Innere des Hügels ist so ebenmäßig
und sorgfältig eingerichtet, daß bei der Anord
nung der einzelnen Teile kaum etwas will
kürlich sein dürfte. Darum verdienen auch
noch die zwei großen Steine Aufmerksamkeit,
die zwischen den beiden Steinkreisen, 6 Fuß
gegen Westen von dem großen Stein, aufge
richtet sind. Es sind unbehauene Granitsteine
von 3 bis 4 Fuß Höhe. Oben sind sie etwas ab
geflacht. Ihr Zweck ist unbekannt. Alles, was
sonst noch in den Seiten des Hügels über der
Grabstätte gefunden ist, ist später eingesetzt.
Auf der Kuppe des Thorsberges.
Lichtbild: Paulsen, Süderbrarup.
An der westlichen Seite, ungefähr zwei Fuß
unter der Oberfläche, fand man ein einfaches
Tongeschirr von grobkörniger Masse, ange
füllt mit stark verbrannten Knochen und Kno
chenbrocken. Die Urne war umgestürzt und
die Knochen herausgefallen.
In der Nähe fand man zerstreute Bruch
stücke von tönernen Gefäßen und ungefähr
mitten im Hügel, 2 Fuß unter der Oberfläche,
mehrere Streifen Kohle, welche wohl die
Brandstätte andeuten.
In südöstlicher Richtung fand man Bruch
stücke von einem schwarzen Tongeschirr und
dazwischen verbrannte Gebeine. Gegen Osten
stand ein großes rötliches Tongefäß, angefüllt
mit verkohlten Menschenknochen. Dicht dabei
lag ein Bruchstück von einem kleineren Ge
fäß aus gebranntem Ton.
Als der Hügel ausgegraben war, gewährte
das Ganze einen so eigentümlichen und inter
essanten Anblick, daß es ein natürlicher Wunsch
war, das Monument in seinem aufgedeckten
Zustand als allgemein zugängliches Eigentum
zu bewahren. Das Kngl. Schleswigsche Mini
sterium mit seiner gewohnten Bereitwilligkeit
suchte das auch zu bewerkstelligen, aber der
Eigentümer stellte für die Abtretung des klei
nen Stück Landes so übertriebene Forderun
gen, daß man darauf nicht eingehen konnte. So
wurde der Hügel wieder zugeworfen. — So
weit der Bericht Engelhardts.
Im Jahre 1927 wurde der Hügel wieder
freigelegt und in der beschriebenen Weise her
gestellt. Er ist seitdem das Ziel vieler Besu
cher, und da ist es leider ein bedauerlicher
Irrtum, wenn kürzlich eine auswärtige Zei
tung in einem Bildbericht den Opferstein auf
dem Thorsberg als „Gedenkstein für die Ge
fallenen des Weltkrieges" bezeichnete.
Theodor Paulsen-Brarup.
Ergänzungen zu dem Aufsatz
„Die WasfermShle» im
frühere» Amt Rendsburg"
von G. Reimer in Nr. 97.
Zu der ausgezeichneten Arbeit von G. Rei
mer über die Wassermühlen im früheren Amte
Rendsburg möchte ich einige Ergänzungen
bringen.
Es wird darin erwähnt, daß man vermuten
könne, neben andern Dörfern habe auch Em-
bühren früher eine Wassermühle gehabt. Das
ist ein Irrtum. Wohl gibt es dort einen Müh
lenbek, aber dieser hat erst nach seinem Aus
tritt aus dem Noröwestzipfel des Haaler Ge
heges in der Gemeinde Haale eine Mühle ge
trieben. Der jetzige Wiesenhof des Bauern
Heinrich Peters war durch Aufstau in einen
Mühlenteich verwandelt. Mit der Bauernstelle
Peters war in der Zeit der Kontinentalsperre
und einige Jahrzehnte danach eine Zichorien
fabrik verbunden. Es ist nicht unwahrscheinlich,
»CQ DX—CQ DX— CQ DX...
D 4 J K V in Büdelsdorf sendet
«CQ DX — CQ DX — CQ DX ..." so häm
mert es einige Male im schnellen Rhythmus
"es Morsealphabets. Und dann folgt DL —
"st — DE und darauf D 4 J K V und schließ
lich PSEK. Was sollen diese geheimnisvollen
Zeichen eigentlich bedeuten, wird mancher Le
ier öeilken.
Nun, wenn er erfährt, daß wir vor dem 40
Z>att starken Amateur-Kurzwellensender der
Ortsgruppe Rendsburg-Vüöelsöorf des Deut-
,cheu Amateur-Sende- und Empfangsdienstes
bhen, dann wird er verstehen, daß es sich um
Morsezeichen handelt, die eben dieser Sender
'ņ den Aether schickte. Wir haben nämlich seit
^irzer Zeit hier einen Amateur-Kurzwellen
sender, der im Hause der Büdelsdorfer Apo-
cheke, in der Wohnung von Apotheker Liefland.
ein Ortsgruppenleiter dieser Organisation,
Mfgebaut ist. Und Apotheker Liefland, der sich
ichon seit einer Reihe von Jahren mit den
Geheimnissen der Kurzwellentechnik beschäf-
W, gibt uns nähere Erklärungen darüber,
Ģas hier eigentlich vor sich geht.
^Wir sehen uns den in einem besonderen
schrank eingebauten Kurzwellensender näher
r-ì Für den Laien ist sein Aufbau ziem-
?ch rätselhaft. Man sieht wohl einen Laut
sprecher und darunter einen Rundfunkempfän-
§5*, auch einen Apparat zur Wiedergabe von
..challplatten, aber das ist ja nicht das Wesent-
Das kann man auch sonst finden. Das
^ksentliche sind die übrigen Dinge — von
e «eit man eben nichts versteht. Da stehen
.asten mit Skalen und Dreh- und Schaltknöp-
L"» ^ st şiŞ man Batterien und Spulen aus
ckem Kupferdraht und Kupferrohr. Und wenn
aan mit einer Glimmerröhre in die Nähe die-
1 Spulen kommt, dann leuchtet die Glim-
> erröhre auf — von Hochfrequenzströmen, wie
Pvthcker Liefland erläutert. Und dann sieht
an? "och ein paar Röhren, wie wir sie ähnlich
unseren Rundfunkempfängern kennen,
r "o alle diese Dinge sind durch allerlei Drähte
ans ûņrber und ordentlich irgendwie mitein-
öer verbunden. So ungefähr sieht man als
^ einen solchen Kurzwellensender. Der
Kurzwellenamateur aber versteht durch ein sol
ches Instrument in Verbindung zu treten mit
allen Ländern, wo gleiche Amateure an ähn
lichen Geräten sitzen und auf die Stimmen aus
dem Aether lauschen, die aus irgend einem
stillen Zimmer irgendwo in der Welt über
Kontinente und Ozeane hinweg zu ihnen drin
gen.
Die Verständigung erfolgt nach einem in
ternationalen Code, sozusagen einer Geheim
sprache, die bedeutend kürzer ist als der Klar
text. Jedes Land hat darin sein bestimmtes
Rufzeichen. Z. B. Deutschland: D: Groß-Bri-
tannien: G, Frankreich: F usw. Diese verschie
denen Zeichen und Abkürzungen werden von
allen Funkamateuren der Erde verstanden,
ohne daß hierzu einer des anderen Landes
sprache beherrschen muß. So kann sich also je
derzeit etwa ein Chinese mit einem Portugie
sen oder ein Deutscher mit einem Mexikaner
verständigen. Das alles ist ermöglicht durch
das Wunder der Kurzwellen und die Leistun
gen der Kurzwellen-Amateure.
Und so war auch das, was wir eben hörten,
ein Ruf für Amateure jenseits des Ozeans
bestimmt. Und diesem Ruf, diesem allgemeinen
Anruf, folgte die nähere Bezeichnung unserer
Station und die Aufforderung, sich ebenfalls
zu melden. Und nun hören wir aus dem Laut
sprecher klar und deutlich das rhythmische
Ticken der Morsezeichen. Ein Amateur von
jenseits des großen Wassers, der irgendwo in
der Gegend von Newyork wohnt, meldet sich
und gib: Antwort. Die Verbindung über Län
der und Meere ist hergestellt, und die gewal
tige Entfernung jwischen den beiden Statio
nen ist durch das Wunder der Kurzwellen mit
einer ganz geringen Energie überbrückt.
Dieses Wunder der Kurzwellen hat überall
in der Welt eine erstaunlich schnell anwach
sende Funkamateur-Bewegung entstehen las
sen. In den Vereinigten Staaten von Amerika
gibt es rund 70 000 Kurzwellenamateursender,
in England etwa 1600. Dagegen ist Deutschland
seh,: zurückgeblieben. Hier haben wir heute
etwa 600 Aendestativnen und 2500 Kurzwellen-
Empfangs stationer,. Deutschlands Stellung
entspricht also bisher weder seinen technischen
Möglichkeiten noch dem Wollen und Können
seiner Kurzwellen-Amateure.
Unsere Ortsgruppe in Rendsburg-Büdels-
dorf, die durch die 30 Mann starke Jugend
gruppe aus der HI. die stärkste Ortsgruppe
der Provinz Schleswig-Holstein geworden ist.
hat nun auch eine Sendemöglichkeit. Ihr Leiter
hat die Sendelizenz erhalten, einen 40Watt-
sender gebaut — Kurzwellensender bauen
grundsätzlich ihre Apparate selbst — und mit
dem Sendebetrieb begonnen.
Um die Wirkungsweise eines solchen Sen
ders zu verstehen, müßte man wohl Mitglied
des DASD., des Deutschen Amateur-Sende-
und Empfangsdienstes werden, wenn nicht ak
tiv, so doch mindestens als förderndes Mit
glied. Denn diese Organisation, die dem
Reichsministerium für Volksaufklärung und
Propaganda untersteht, hat sich zum Ziel ge
setzt, wertvolle Spezialfunker heranzubilden,
die nicht nur in der einschlägigen Industrie,
sondern auch an vielen anderen Stellen der
deutschen Volkswirtschaft nützliche Dienste lei
sten. Kriegs- und Handelsmarine, Militür-
und Zivilluftfahrt bedienen sich der Männer
des DASD. in ständig steigendem Maße als
Land- und Bordfunker und als Funklehrer.
Die^naturwissenschaftliche Forschungsstelle des
DASD. liefert der deutschen Wissenschaft und
den deutschen Forschungsinstituten dank der
weit verzweigten Organisation wichtiges Be
obachtungsmaterial über das Verhalten der
kurzen Wellen im Aether.
Die Funkanwürter werden in eigenen Kur
sen im Morsen und allgemeiner Elektrotechnik,
sowie dem speziellen Kurzwellenverkehr un
terrichtet. In Büdelsdorf läuft zur Zeit ein
Kursus für Erwachsene und einer für die Jun
gen aus der HI. Erst nach Ablegung mehrerer
schwieriger Prüfungen wird der Funkanwär
ter zur Beobachtung des internationalen Nach-
richtenverkehrs und später auch zur persön-
lichcu Teilnahme hieran zugelassen. Nach Er
langung der erforderlichen Kenntnisse und
nachdem der Nachweis für unbedingte DASD.-
Disziplin erbracht ist, wird der Amateur-Fun
ker von seiner Organisation nach einer Prü
fung bei der Reichspost für die Erlaubnis zum
Bau und Betrieb einer eigenen Kurzwellen-
Sendestation vorgeschlagen, und ihm die ent
sprechende Lizenz erteilt.
Zuverlässigkeit, Arbeitsfreude, Pflichtbe
wußtsein und Verantwortungsgefühl sind die
Eigenschaften, die der DASD. von seinen Mit
gliedern fordert, und es ist selbstverständlich, -
daß in dieser Organisation nur Raum für
solche Mitglieder ist, die im Sinne des Natio
nalsozialismus und der Volksgemeinschaft aus
eigenstem^ Antrieb und reinster Begeisterung
für die Sache ohne eigennützige Nebenzwecke
positive Aufbauarbeit auf dem Kurzwellen
gebiet leisten wollen.
Die Tätigkeit der Kurzwellenamateure be
ginn, zumeist in den späten Abend- und Nacht
stunden Einmal deshalb, weil die meisten
Amateure tagsüber beruflich in Anspruch ge
nommen sind, zum anderen, weil die Ver
kehrsbedingungen in der Nacht durchweg gün
stiger sind wie am Tage. Ja, es gibt sogar be
geisterte Kurzwellen-Amateure, die abends um
8 Uhr ins Bett gehen und um 1 Uhr nachts
wieder aufstehen, um sich an ihr Kurzwellen
gerät zu setzen. Der Büdelsdorfer Sender ar
beitet hauptsächlich auf dem 80-Meter-Band,
doch steht den Amateuren auch das 10- und
20-Meter-Band zur Verfügung.
Ueber alle ein- und ausgehenden Meldun
gen wird sorgfältig und genau ein Stations
tagebuch geführt. In diesem Buch finden
sich lauter solche geheimnisvolle Buchstaben
verbindungen, wie wir sie als Beispiele an
geführt haben. Der Stolz eines jeden Kurz-
wellen-Amateurs sind jedoch die „QSL-Kar-
ten", sozusagen die Visitenkarten der Amateur-
stationen, die sie sich nach gehabter Verbindung
vielfach gegenseitig zuschicken. Da findet man
die interessantesten Karten aus aller Welt, und
auch Apotheker Liefland besitzt einen großen '
Kasten davon. Da sind Karten aus Uebersee —
z. V. eine aus Newyork mit einer Abbildung
der Wolkenkratzer — dann aber auch Karten
aus allen europäischen Ländern. Ja sogar die
ägyptischen Pyramiden sind vertreten. Diese
Karten sind alle verschieden ausgeführt, je nach
dem persönlichen Geschmack des Absenders. Sie
enthalten in den Verkehrsabkürzungen vor
allem technische Angaben über Empfang, Laut
stärke usw., und sind der Beweis für die er
folgreiche Arbeit eines Amateurs. Ķ. M.