Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Der Grabhügel am Thorsbergmoor bei SWerbmrW 
1Î1Î Altfs\ S. rt ìş Clus ? - sM . - . •T. ft *. 1 . . . _ 
Wenn auch Süöerbrarup in den letzten fünf- 
sîg Jahren durch den Bau von Eisenbahnen 
^înen ungewöhnlichen Aufschwung nahm, so 
beweisen doch geschichtliche Tatsachen, daß hier 
ereits in frühesten Zeiten der Mittelpunkt der 
Landschaft Angeln war,' wie auch die hier und 
ņ der nächsten Umgebung aufgedeckten großen 
urnenfriedhöfe, zahlreiche Grabhügel und die 
nn Thorsbergmoor gemachten Funde darauf 
Mnweisen, daß hier uralte Ansiedlungen schon 
waņ ü ° r Einführung des Christentums 
Zeugen aus ältester Zeit sind die vielen ge 
wölbten Grabhügel, die an den Straßen, die 
aus allen Himmelsrichtungen kommen, in un- 
erm Ort sich kreuzen, in nächster Umgebung 
wgen. So waren auch das Gelände der jetzigen 
^ahnhofstraße und die Hügel am Thorsberg 
wlt Hünengräbern bedeckt, die aber der Be 
bauung des Orts und der besseren Feldbestel 
lung wegen weichen mußten. 
Wohl nicht mit Unrecht vermutet der be 
kannte Forscher Dr. Herbert Jankuhn im 
^yorsberg eine alte „Thingstätte", auf der 
welleicht die Angeln den wichtigen Beschluß 
wr Uebersiedlung nach England gefaßt haben. 
Darüber werden wir ja anläßlich der großen 
Heimattagung in Süderbrarup, Anfang Juni, 
k'on ihm mehr hören. 
Erhalten ist nur noch der größte der Grab 
hügel am Nordausgange des Orts, gegenüber 
wm Thorsbergmoor. Dieser Grabhügel wurde 
k°6l zum ersten Male freigelegt durch den da- 
waligen Leiter des Flensburger Altertums- 
wuseums, Engelhardt, der darüber folgendes 
berichtet: 
Der Hügel ist ganz rund und von auffallen 
der Größe. Sein Umfang beträgt etwa 170 Fuß 
U Fuß — 30,5 Zentimeter); der höchste Punkt 
ha der Mitte ist neun Fuß über der umliegen 
den Erdoberfläche. Nachdem der Hügel so weit 
wie möglich geschleift war, sah man in der 
Mitte der Grundfläche eine kleine, einfache 
Steinkannner, umgeben von zwei Steinkreisen. 
Die Steinkammer mutz die eigentliche Grab 
kammer sein und die Gebeine dessen bewahren, 
bem zu Ehren der Hügel aufgeworfen wurde. 
?ie war ein Viereck von 18 Zoll Höhe und 
w Zoll Breite, erbaut aus zwei großen Stei 
gen, von denen der eine Grundstein und der 
Andere Deckstein war. Die Seitenwände wür 
ben gebildet von 14 kleinen Steinen, welche 
alle nach der Innenseite glatt waren. In der 
so geschaffenen Kammer lagen eine Menge 
stark verbrannter Menschengebeine und zwi 
schen diesen das einzige Kunstprodukt, welches 
we Grabstätte enthielt, eine kleine, dünne 
^ronzenadel, die in einige Ueberreste von 
Wollzeug und Schnur eingewickelt war. Unter 
her Kammer war eine Art Pflaster aus ganz 
steinen Steinen. In der Grabstätte war keine 
Şpur von irgend einem Tongefätz oder irgend 
wner andern Umhüllung für die stark ver 
brannten Gebeine. 
Rings um die Grabstätte waren zwei Stein 
kreise gesetzt, der innere in einem Abstand von 
neun Fuß vom Mittelpunkt entfernt, sein Um 
fang etwa 54 Fuß. Er bestand aus 41 gleich 
großen Steinen von ly bis 2 Fuß Durchmes 
ser und 1 Fuß Höhe, sämtliche Steine unbe 
hauen. Der äußere Kreis dagegen hat einen 
Durchmesser von 66 Fuß und hat also am 
Rande des Hügels gestanden. Jetzt ist von 
diesem äußeren Kreis nur ein kleines Stück 
übrig. Welche Bedeutung diese Kreise gehabt 
haben, wissen wir nicht. 
Bis soweit bietet das Innere des Hügels 
nichts Besonderes. Aber wir kommen nun zu 
einigen Umständen, welche diesem Grabhügel 
eigentümlich sind und — soweit bekannt — 
bisher anderswo noch nicht beobachtet wurden. 
Im Innern der Steinkreise befand sich näm 
lich ein menschliches Skelett, dessen Kopf auf 
dem einzigen Stein, welcher gespalten zu sein 
scheint, ruhte. Das Gesicht war gegen Osten, 
die Füße gegen die Steinkammer in der Mitte 
gerichtet. Die Knochen waren so mürbe, daß 
nur Bruchstiicke aufgenommen und bewahrt 
werden konnten. Aber die Richtung der Lage 
und die Länge, die 6 Fuß betrug, waren deut 
lich in der Erde zu erkennen. Es ist unzwei 
felhaft, daß die Leiche gleichzeitig mit der Er 
bauung der Steinkammer in die Erde nieder 
gelegt worden ist. 
Die zweite Merkwürdigkeit ist bei dieser 
Grabstätte, daß in der Richtung WNW., und 
eben außerhalb des inneren Steinkreises, ein 
mächtiger unbehauener Granitstei» von 8 Fuß 
Höhe aufrecht stehend gefunden wurde. Mit 
dem spitzen Ende stak er zwei Fuß tief in der 
Erde, deren Oberfläche durch eine Pflasterung 
von feuerfeste« Steinen markiert wurde. 
Der Mensch, dessen Skelett außerhalb der 
Grabstätte ruht, und dieser Stein dürfen zu 
einander in Beziehung gestanden haben. In 
der eben beschriebenen Grabstätte scheinen 
doch alle Umstände darauf hinzudeuten, daß 
ein Menschenopfer stattgefunden hat. Beim 
Fundament des großen Steinblocks fanden sich 
nämlich Spuren von Holzkohle, und dort, oder 
doch in der Nähe des Steines, ist vermutlich 
die eigentliche Brandstätte gewesen. 
Man muß annehmen, daß das Skelett einem 
andern Volksstamm angehört hat, als das 
jenige, zu dessen Ehren der Hügel aufgewor 
fen wurde. Es scheint, daß es ein Sklave aus 
einem unterjochten Volksstamm war, der ge 
opfert wurde, während der Leichenbrand statt 
fand, und dessen Leiche darauf in den Hügel 
gelegt wurde, aber außerhalb der Grabkam 
mer des Herrn oder der Herrin. Der große 
aufrecht stehende Stein muß dann angesehen 
werden als ein Opferstein, bei dem der Knecht 
getötet wurde. 
Das Innere des Hügels ist so ebenmäßig 
und sorgfältig eingerichtet, daß bei der Anord 
nung der einzelnen Teile kaum etwas will 
kürlich sein dürfte. Darum verdienen auch 
noch die zwei großen Steine Aufmerksamkeit, 
die zwischen den beiden Steinkreisen, 6 Fuß 
gegen Westen von dem großen Stein, aufge 
richtet sind. Es sind unbehauene Granitsteine 
von 3 bis 4 Fuß Höhe. Oben sind sie etwas ab 
geflacht. Ihr Zweck ist unbekannt. Alles, was 
sonst noch in den Seiten des Hügels über der 
Grabstätte gefunden ist, ist später eingesetzt. 
Auf der Kuppe des Thorsberges. 
Lichtbild: Paulsen, Süderbrarup. 
An der westlichen Seite, ungefähr zwei Fuß 
unter der Oberfläche, fand man ein einfaches 
Tongeschirr von grobkörniger Masse, ange 
füllt mit stark verbrannten Knochen und Kno 
chenbrocken. Die Urne war umgestürzt und 
die Knochen herausgefallen. 
In der Nähe fand man zerstreute Bruch 
stücke von tönernen Gefäßen und ungefähr 
mitten im Hügel, 2 Fuß unter der Oberfläche, 
mehrere Streifen Kohle, welche wohl die 
Brandstätte andeuten. 
In südöstlicher Richtung fand man Bruch 
stücke von einem schwarzen Tongeschirr und 
dazwischen verbrannte Gebeine. Gegen Osten 
stand ein großes rötliches Tongefäß, angefüllt 
mit verkohlten Menschenknochen. Dicht dabei 
lag ein Bruchstück von einem kleineren Ge 
fäß aus gebranntem Ton. 
Als der Hügel ausgegraben war, gewährte 
das Ganze einen so eigentümlichen und inter 
essanten Anblick, daß es ein natürlicher Wunsch 
war, das Monument in seinem aufgedeckten 
Zustand als allgemein zugängliches Eigentum 
zu bewahren. Das Kngl. Schleswigsche Mini 
sterium mit seiner gewohnten Bereitwilligkeit 
suchte das auch zu bewerkstelligen, aber der 
Eigentümer stellte für die Abtretung des klei 
nen Stück Landes so übertriebene Forderun 
gen, daß man darauf nicht eingehen konnte. So 
wurde der Hügel wieder zugeworfen. — So 
weit der Bericht Engelhardts. 
Im Jahre 1927 wurde der Hügel wieder 
freigelegt und in der beschriebenen Weise her 
gestellt. Er ist seitdem das Ziel vieler Besu 
cher, und da ist es leider ein bedauerlicher 
Irrtum, wenn kürzlich eine auswärtige Zei 
tung in einem Bildbericht den Opferstein auf 
dem Thorsberg als „Gedenkstein für die Ge 
fallenen des Weltkrieges" bezeichnete. 
Theodor Paulsen-Brarup. 
Ergänzungen zu dem Aufsatz 
„Die WasfermShle» im 
frühere» Amt Rendsburg" 
von G. Reimer in Nr. 97. 
Zu der ausgezeichneten Arbeit von G. Rei 
mer über die Wassermühlen im früheren Amte 
Rendsburg möchte ich einige Ergänzungen 
bringen. 
Es wird darin erwähnt, daß man vermuten 
könne, neben andern Dörfern habe auch Em- 
bühren früher eine Wassermühle gehabt. Das 
ist ein Irrtum. Wohl gibt es dort einen Müh 
lenbek, aber dieser hat erst nach seinem Aus 
tritt aus dem Noröwestzipfel des Haaler Ge 
heges in der Gemeinde Haale eine Mühle ge 
trieben. Der jetzige Wiesenhof des Bauern 
Heinrich Peters war durch Aufstau in einen 
Mühlenteich verwandelt. Mit der Bauernstelle 
Peters war in der Zeit der Kontinentalsperre 
und einige Jahrzehnte danach eine Zichorien 
fabrik verbunden. Es ist nicht unwahrscheinlich, 
»CQ DX—CQ DX— CQ DX... 
D 4 J K V in Büdelsdorf sendet 
«CQ DX — CQ DX — CQ DX ..." so häm 
mert es einige Male im schnellen Rhythmus 
"es Morsealphabets. Und dann folgt DL — 
"st — DE und darauf D 4 J K V und schließ 
lich PSEK. Was sollen diese geheimnisvollen 
Zeichen eigentlich bedeuten, wird mancher Le 
ier öeilken. 
Nun, wenn er erfährt, daß wir vor dem 40 
Z>att starken Amateur-Kurzwellensender der 
Ortsgruppe Rendsburg-Vüöelsöorf des Deut- 
,cheu Amateur-Sende- und Empfangsdienstes 
bhen, dann wird er verstehen, daß es sich um 
Morsezeichen handelt, die eben dieser Sender 
'ņ den Aether schickte. Wir haben nämlich seit 
^irzer Zeit hier einen Amateur-Kurzwellen 
sender, der im Hause der Büdelsdorfer Apo- 
cheke, in der Wohnung von Apotheker Liefland. 
ein Ortsgruppenleiter dieser Organisation, 
Mfgebaut ist. Und Apotheker Liefland, der sich 
ichon seit einer Reihe von Jahren mit den 
Geheimnissen der Kurzwellentechnik beschäf- 
W, gibt uns nähere Erklärungen darüber, 
Ģas hier eigentlich vor sich geht. 
^Wir sehen uns den in einem besonderen 
schrank eingebauten Kurzwellensender näher 
r-ì Für den Laien ist sein Aufbau ziem- 
?ch rätselhaft. Man sieht wohl einen Laut 
sprecher und darunter einen Rundfunkempfän- 
§5*, auch einen Apparat zur Wiedergabe von 
..challplatten, aber das ist ja nicht das Wesent- 
Das kann man auch sonst finden. Das 
^ksentliche sind die übrigen Dinge — von 
e «eit man eben nichts versteht. Da stehen 
.asten mit Skalen und Dreh- und Schaltknöp- 
L"» ^ st şiŞ man Batterien und Spulen aus 
ckem Kupferdraht und Kupferrohr. Und wenn 
aan mit einer Glimmerröhre in die Nähe die- 
1 Spulen kommt, dann leuchtet die Glim- 
> erröhre auf — von Hochfrequenzströmen, wie 
Pvthcker Liefland erläutert. Und dann sieht 
an? "och ein paar Röhren, wie wir sie ähnlich 
unseren Rundfunkempfängern kennen, 
r "o alle diese Dinge sind durch allerlei Drähte 
ans ûņrber und ordentlich irgendwie mitein- 
öer verbunden. So ungefähr sieht man als 
^ einen solchen Kurzwellensender. Der 
Kurzwellenamateur aber versteht durch ein sol 
ches Instrument in Verbindung zu treten mit 
allen Ländern, wo gleiche Amateure an ähn 
lichen Geräten sitzen und auf die Stimmen aus 
dem Aether lauschen, die aus irgend einem 
stillen Zimmer irgendwo in der Welt über 
Kontinente und Ozeane hinweg zu ihnen drin 
gen. 
Die Verständigung erfolgt nach einem in 
ternationalen Code, sozusagen einer Geheim 
sprache, die bedeutend kürzer ist als der Klar 
text. Jedes Land hat darin sein bestimmtes 
Rufzeichen. Z. B. Deutschland: D: Groß-Bri- 
tannien: G, Frankreich: F usw. Diese verschie 
denen Zeichen und Abkürzungen werden von 
allen Funkamateuren der Erde verstanden, 
ohne daß hierzu einer des anderen Landes 
sprache beherrschen muß. So kann sich also je 
derzeit etwa ein Chinese mit einem Portugie 
sen oder ein Deutscher mit einem Mexikaner 
verständigen. Das alles ist ermöglicht durch 
das Wunder der Kurzwellen und die Leistun 
gen der Kurzwellen-Amateure. 
Und so war auch das, was wir eben hörten, 
ein Ruf für Amateure jenseits des Ozeans 
bestimmt. Und diesem Ruf, diesem allgemeinen 
Anruf, folgte die nähere Bezeichnung unserer 
Station und die Aufforderung, sich ebenfalls 
zu melden. Und nun hören wir aus dem Laut 
sprecher klar und deutlich das rhythmische 
Ticken der Morsezeichen. Ein Amateur von 
jenseits des großen Wassers, der irgendwo in 
der Gegend von Newyork wohnt, meldet sich 
und gib: Antwort. Die Verbindung über Län 
der und Meere ist hergestellt, und die gewal 
tige Entfernung jwischen den beiden Statio 
nen ist durch das Wunder der Kurzwellen mit 
einer ganz geringen Energie überbrückt. 
Dieses Wunder der Kurzwellen hat überall 
in der Welt eine erstaunlich schnell anwach 
sende Funkamateur-Bewegung entstehen las 
sen. In den Vereinigten Staaten von Amerika 
gibt es rund 70 000 Kurzwellenamateursender, 
in England etwa 1600. Dagegen ist Deutschland 
seh,: zurückgeblieben. Hier haben wir heute 
etwa 600 Aendestativnen und 2500 Kurzwellen- 
Empfangs stationer,. Deutschlands Stellung 
entspricht also bisher weder seinen technischen 
Möglichkeiten noch dem Wollen und Können 
seiner Kurzwellen-Amateure. 
Unsere Ortsgruppe in Rendsburg-Büdels- 
dorf, die durch die 30 Mann starke Jugend 
gruppe aus der HI. die stärkste Ortsgruppe 
der Provinz Schleswig-Holstein geworden ist. 
hat nun auch eine Sendemöglichkeit. Ihr Leiter 
hat die Sendelizenz erhalten, einen 40Watt- 
sender gebaut — Kurzwellensender bauen 
grundsätzlich ihre Apparate selbst — und mit 
dem Sendebetrieb begonnen. 
Um die Wirkungsweise eines solchen Sen 
ders zu verstehen, müßte man wohl Mitglied 
des DASD., des Deutschen Amateur-Sende- 
und Empfangsdienstes werden, wenn nicht ak 
tiv, so doch mindestens als förderndes Mit 
glied. Denn diese Organisation, die dem 
Reichsministerium für Volksaufklärung und 
Propaganda untersteht, hat sich zum Ziel ge 
setzt, wertvolle Spezialfunker heranzubilden, 
die nicht nur in der einschlägigen Industrie, 
sondern auch an vielen anderen Stellen der 
deutschen Volkswirtschaft nützliche Dienste lei 
sten. Kriegs- und Handelsmarine, Militür- 
und Zivilluftfahrt bedienen sich der Männer 
des DASD. in ständig steigendem Maße als 
Land- und Bordfunker und als Funklehrer. 
Die^naturwissenschaftliche Forschungsstelle des 
DASD. liefert der deutschen Wissenschaft und 
den deutschen Forschungsinstituten dank der 
weit verzweigten Organisation wichtiges Be 
obachtungsmaterial über das Verhalten der 
kurzen Wellen im Aether. 
Die Funkanwürter werden in eigenen Kur 
sen im Morsen und allgemeiner Elektrotechnik, 
sowie dem speziellen Kurzwellenverkehr un 
terrichtet. In Büdelsdorf läuft zur Zeit ein 
Kursus für Erwachsene und einer für die Jun 
gen aus der HI. Erst nach Ablegung mehrerer 
schwieriger Prüfungen wird der Funkanwär 
ter zur Beobachtung des internationalen Nach- 
richtenverkehrs und später auch zur persön- 
lichcu Teilnahme hieran zugelassen. Nach Er 
langung der erforderlichen Kenntnisse und 
nachdem der Nachweis für unbedingte DASD.- 
Disziplin erbracht ist, wird der Amateur-Fun 
ker von seiner Organisation nach einer Prü 
fung bei der Reichspost für die Erlaubnis zum 
Bau und Betrieb einer eigenen Kurzwellen- 
Sendestation vorgeschlagen, und ihm die ent 
sprechende Lizenz erteilt. 
Zuverlässigkeit, Arbeitsfreude, Pflichtbe 
wußtsein und Verantwortungsgefühl sind die 
Eigenschaften, die der DASD. von seinen Mit 
gliedern fordert, und es ist selbstverständlich, - 
daß in dieser Organisation nur Raum für 
solche Mitglieder ist, die im Sinne des Natio 
nalsozialismus und der Volksgemeinschaft aus 
eigenstem^ Antrieb und reinster Begeisterung 
für die Sache ohne eigennützige Nebenzwecke 
positive Aufbauarbeit auf dem Kurzwellen 
gebiet leisten wollen. 
Die Tätigkeit der Kurzwellenamateure be 
ginn, zumeist in den späten Abend- und Nacht 
stunden Einmal deshalb, weil die meisten 
Amateure tagsüber beruflich in Anspruch ge 
nommen sind, zum anderen, weil die Ver 
kehrsbedingungen in der Nacht durchweg gün 
stiger sind wie am Tage. Ja, es gibt sogar be 
geisterte Kurzwellen-Amateure, die abends um 
8 Uhr ins Bett gehen und um 1 Uhr nachts 
wieder aufstehen, um sich an ihr Kurzwellen 
gerät zu setzen. Der Büdelsdorfer Sender ar 
beitet hauptsächlich auf dem 80-Meter-Band, 
doch steht den Amateuren auch das 10- und 
20-Meter-Band zur Verfügung. 
Ueber alle ein- und ausgehenden Meldun 
gen wird sorgfältig und genau ein Stations 
tagebuch geführt. In diesem Buch finden 
sich lauter solche geheimnisvolle Buchstaben 
verbindungen, wie wir sie als Beispiele an 
geführt haben. Der Stolz eines jeden Kurz- 
wellen-Amateurs sind jedoch die „QSL-Kar- 
ten", sozusagen die Visitenkarten der Amateur- 
stationen, die sie sich nach gehabter Verbindung 
vielfach gegenseitig zuschicken. Da findet man 
die interessantesten Karten aus aller Welt, und 
auch Apotheker Liefland besitzt einen großen ' 
Kasten davon. Da sind Karten aus Uebersee — 
z. V. eine aus Newyork mit einer Abbildung 
der Wolkenkratzer — dann aber auch Karten 
aus allen europäischen Ländern. Ja sogar die 
ägyptischen Pyramiden sind vertreten. Diese 
Karten sind alle verschieden ausgeführt, je nach 
dem persönlichen Geschmack des Absenders. Sie 
enthalten in den Verkehrsabkürzungen vor 
allem technische Angaben über Empfang, Laut 
stärke usw., und sind der Beweis für die er 
folgreiche Arbeit eines Amateurs. Ķ. M.
	        
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