Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

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Reue Steuervorschristen fsir de« Hausbesitz 
-lb 1. April Gemeindegrundstencr für den gesamten ältere» Neuhausbesitz. — Frist für Steuerbefreiung 
bezugsfertiger Kleintvohnutigcn verlängert. 
Das Reichsfinanzministerium teilt mit: Nach den 
'vherigen Vorschriften über die Steuerbefreiung 
ueuerrichteter Kleinwohnungen waren nur solche 
Kleinwohnungen befreit, die bis zum 31. 3. 1936, 
^uler Umständen bis zum 31. 5. 1936, bezugsfertig 
werden. Durch das neue Gesetz vom 2. April 1936 
6t die Frist für das Bezugsfertigwerden um ein 
^ahr verlängert worden. Es sind also nunmehr 
^uch solche Kleinwohnungen steuerbefreit, die bis 
»um 31. 3. 1937 bezugsfertig werden. Die Frist ver 
engert sich bis zum 81. Mai 1037 für solche Klein 
wohnungen, die bis zum 31. 12. 1936 im Rohbau 
vollendet werden. In der Begründung zum Gesetz 
vom 2. April 1936 ist ausdrücklich hervorgehoben, 
^>8 eine weitere Verlängerung der Frist für das 
soezugsfertigwerden nicht in Aussicht genommen 
îch — Zur Vermeidung von Mißverständnissen 
wird darauf hingewiesen, daß die Dauer der 
Steuerbefreiung für die Kleinwohnungen nicht ver 
engert worden ist. Die Steuerbefreiung endet auch 
lur die Kleinwohnungen, die bis zum 31. 3. lMai 
l037) bezugsfertig werden, bei der Vermögens 
steuer und der Grundsteuer am 31. 3. 1939 und bei 
er Einkommensteuer am 31. 12. 1938 (oder am 
Schluß des Wirtschaftsjahres 1937-38). Das neue 
esetz vom 2. April 1936 beschäftigt sich weiterhin 
mit dem „älteren Neuhausbesitz". 
Es versteht darunter die Wohngebäude, die in der 
Zest vom 1. April 1918 bis zum 31. März 1931 be 
zugsfertig geworden sind. Die Steuerbefreiung des 
olleren Neuhausbesitzes von der Grundsteuer rich 
te sich bisher im wesentlichen nach Sandesrecht, 
infolgedessen ergaben sich innerhalb des Reiches 
le größten Verschiedenheiten. Das Gesetz vom 2. 4. 
ü3ö dient dem Zweck, die Befretungsvorschriften 
wöglichst zu vereinheitlichen. Es bestimmt, daß bei 
"r Befreiung der Sandesgrundsteuer, die Befrei 
ungen, die am 81. 8. 1986 galten, noch ein weiteres 
iahr, d. h. bis zum 31. 3. 1937, bestehen bleiben. 
Während bei der Sandesgrundsteuer eine völlige 
Vereinheitlichung hiernach noch nicht erreicht wird, 
st der Gedanke der Vereinheitlichung bei der Ge- 
weindegrundsteuer streng durchgeführt. Nach dem 
neuen Gesetz ist der gesamte ältere Neuhausbesitz 
ob 1. April 1936 zur 
Gemeindegrnndstener 
heranzuziehen. Für das Rechnungsjahr 1036 wer 
den jedoch weitgehende Erleichterungen gewährt. 
So sieht das Gesetz vor, daß der Betrag, um den 
sich die Gemeindegrundsteuer gegenüber dem bis 
herigen Zustand erhöht, keinesfalls den Sandes 
durchschnitt der Gemeindegrundsteuer übersteigen 
darf. Darüber hinaus hat der Reichsminister der 
Finanzen in einem Schreiben an die Regierungen 
^ r Sünder Maßnahmen getroffen, durch die einer- 
iZts Mietserhöhungen ansgefchlosien und anderer 
seits unbillige Härten für die Hausbesitzer vermie 
den werden. Die Maßnahmen bestehen darin, daß 
in den Fällen, in denen die Mehrbelastung durch 
die Gemeindegrunbsteuer im Rahmen der bisherigen 
Miete nicht tragbar ist, Entgegenkommen bei der 
Verzinsung der Wohnungsbaudarlehen, die aus 
der Gebäuöeentschädigungssteuer gegeben worden 
sind, gewährt wird. Wo diese Maßnahme nicht aus 
reicht oder deshalb nicht möglich ist, weil keine sol 
chen Wohnungsbaudarlehen bestehen, ist der Betrag, 
um den sich die Gemeinöegrundsteuer erhöht, unter 
Umständen zu erlassen. 
Prämiierte Dunggruben 
Im Dezember 1938 hat die Sandesbauernschaft zu 
einem feierlichen Wettbewerb über die beste Be 
handlung der wirtschaftseigenen Düngemittel auf 
gerufen. Die Meldungen waren in der einen Kreis- 
bauernschaft zahlreicher als in der anderen. Viel 
leicht haben sich nicht immer die besten Betriebe ge 
meldet. Folgenden Betriebsführern wurde auf An 
trag des jeweiligen Kreisbanernführers eine An 
erkennung in Form einer künstlerischen Urkunde 
durch den Sanöesbauernführer zugesprochen. (Die 
in Sperrdruck Hervorgehobenen erhalten außerdem 
einen wertvollen Ehrenpreis.) 
Kreisbauernschaft Oldenburg: 1. F e h r s -Lan 
genhagen: 2. Frischer-Sangenhagen: 3. Böckmann- 
Kaffeedorf. — Hufnm: 1. I e n s e n - Herstum: 2. 
Ingwer Jürgensen-West-Bargum. — Stormarn: 
1. Hermann I k e n - Hansfelde: 2. Jakobsen-Pöhls; 
Jnntermann-Babenöorf. — Nordcrdithmarschen: 
1. Gustav H o l m - Dellstebt: 2. Peter Hinrich Hinz- 
Schelrade: 3. August Möhring-Chretjenkoog. — 
Rendsburg: 1. Eggert Mohr- Ahrenstedt: 2. Hin 
rich R o h w e r - Jahrsdorf: 3. Gustav Struve- 
Thienbüttel: 4. Otto Schlothfelöt-Blumenthal: 8. 
Claus Hebbeln-Holstentor. — Süderdithmarfchen: 
1. Heinrich Tödter-Osterrade. — Eiderstedt: Johs. 
Bo yens, Garöing-Nordmarsch: 2. Claus Jarrs, 
St. Peter-Rosenhof: 8. Peter Römer Jens, St. Pe 
ter. — Pinncberg: 1. Wilh. Schinkel - Sangelohe: 
2. Amandus Mecklenburg-Friedrichsgabe: 3. Theo 
dor Pohlmann-Bilsen. — Südtoudern: 1. Hans 
Pöppelmann, Hof Berg. — Scgcvcrg: Gottlieb 
Hölscher-Alveslohe: 2. F. D e s e n i ß - Marga 
rethenhof: 3. August Steenbock-Wakenöorf 2. — 
Eckernförde: 1. von Spreckelsen-Bösby. — 
Flensburg: Hans W r e e - Grünberg: W. Thom- 
sen-Sankelmark: Brogmus-Dollerup. — Hamburg: 
1. Bauer Adolf Menke-Moorburg: 2. Bauer Rud. 
Bardowiks-Neuengamme. — Plön: 1. Hermann 
Hartz, Groß-Harriefeld: 2. Johs. Sieck-Karpe: 3. 
Milch-Pflichttontroke in SWerMlMMschM 
für Betriebe mit mehr als 1—4 Kühen. — Monatsbeitrag je Kuh 3V Pfg. — Für 24—28 Betriebe 
ein Kontrollbeamter. 
In Meldorf fand eine Versammlung sämtlicher 
Bezirks- und Ortsbauernführer des Kreises Süder- 
diļhmarşchen statt. Kreisbauernführcr Hans Beeck- 
Speersdiek eröffnete die Zusammenkunft. Der 
Leiter der Hauptabteilung II, Petersen, sprach über 
die Bedeutung der pflichtmäßigen Leistungskontrolle. 
Dr. Boysen-Kiel behandelte die Entwicklung des 
Milchkontrollvereinswcsens. Am 1. 11. 1935 bestan 
den im Verbandsbezirk Schleswig-Holstein 854 
Kontrollvereine, denen rund 7406 Bauern mit über 
138 000 Milchkühen angeschlossen ivaren. Mit die 
sem Ergebnis steht die Provinz Schleswig-Holstein 
an der Spitze aller Sandesteile Deutschlands, mit 
Ausnahme der Provinz Hannover, in der schon vor 
zwei Jahren mit der Pflichtkontrolle begonnen 
wurde. Durch die Leistungskontrolle steigt nicht nur 
die Milchmenge; es wird durch die Seistungsfütte- 
rung, ohne höheren Futteraufwand, auch eine 
Steigerung des Fettgehaltes der Milch erzielt. Eine 
weitere bessere Wirtschaftlichkeit ergibt sich aus der 
Erkennung und Nutzbarmachung der Bererbungs- 
anlagen m züchterischer Hinsicht. Das Gebiet der 
Prüfungskontrolle ist das Gebiet der einzelnen 
Meiereien. In besonderen Fällen können mehrere 
Merereigcbiete zusammengelegt werden. Die Ar 
beit wird genau wie bisher fortgeführt, nur ge 
gebenenfalls mit anderer Einteilung. Besitzer von 
fünf und mehr Kühen werden zwangsläufig er 
faßt. Besitzer mit 1—4 Kühen können sich freiwillig 
anschließen. Je Kuh und Monat werden 30 Psg. 
Kosten erhoben: Kuhhalter, die keiner Meierei an 
geschlossen sind, zahlen die Hälfte mehr. Auf die 
Auswahl der Kontrollbeamteu ist besondere Sorg 
falt zu verwenden. Erwünscht ist, die Kontroll 
beamten aus dem betreffenden Bezirk zu wählen. 
Geeignet sind in erster Linie zweite und dritte 
Bauernsöhne, die neben einer guten Allgemein 
bildung sicher im Rechnen sind und eine leserliche 
Handschrift besitzen. Die Ausbildung erfolgt in den 
bäuerlichen Werkschulen der Kreise und verursacht 
nur geringe Kosten. Die Besoldung richtet sich von 
Fall zu Fall. Im allgemeinen ist damit zu rechnen, 
daß für 24—28 Betriebe ein Kontrollbcamtcr 
nötig ist. 
Nach einer regen Aussprache gab Dr. Boyen den 
Organisationsplan für die bereits am 2. April 
einsetzende Arbeit zur Durchführung bekannt. An 
den vorbereitenden vorgesehenen Besprechungen 
nehmen jeweils der Bezirks- und Ortsbauernführer 
sowie die Meiereivorstände und die Vorstände be 
reits bestehender Kontrollvereine teil. In Meldorf 
wird vorläufig keine Aenderung eintreten, weil 
dort die Pflichtleistungsprüfung schon besteht und 
das Versnchsjahr erst am 1. Juli zu Ende geht. 
Dmr hmHs Mittelmeer / 
(2. Fortsetzung.) 
Ģanz Libyen befindet sich so ziemlich im 
Kriegszustand. Der bestehende Konflikt mit 
Abessinien und England führt naturgemäß zu 
Spannungen an der ägyptischen Grenze. Um 
stun auf keinen Fall die immer aufruhrlnsti- 
stry Berber- und Araberstämme im Innern 
durch Fremde beunruhigen zu lassen, sind diese 
lcharfen Bestimmungen herausgegeben wor 
den. 
Selten hat wohl eine afrikanische Kolonie 
wviel verschiedene Herren gehabt, wie das heu- 
mle unter italienischer Herrschaft stehende 
Libyen. 
Zuerst waren es phönizische Seefahrer, die 
dort der Küste Besitz ergriffen und hier drei 
bsdeutendc Niederlassungen gründeten. Bon 
diesen Städten erhielt das Land den Namen 
»Tripolis", d. h. „drei Städte". Etiva 600 vor 
Shr. drangen die Karthager bis nach Cyre- 
bstlca, das den Griechen gehörte, vor. Schon 
bald nach der Zerstörung Karthagos jedoch 
wußten die Karthager den numinischen Köni- 
weichen. Diese knechteten die Bevölkerung 
^doch so stark, daß Lcptis, eine der drei Städte, 
bivin um Hilfe bat. So landeten zum ersten 
Aale römische Legionen in Afrika. Die Herr- 
ststaft Roms dauerte länger als drei Jahr 
hunderte. In Oäa, dem heutigen Tripolis, 
bsttstand unter anderem ein prachtvoller 
stWßer Triumphbogen, der noch heute in der 
^ahe der alten Zitadelle guterhalten steht, 
^achdem am Ende des vierten Jahrhunderts 
, r Zerfall der römischen Herrschaft durch 
^Uen Einfall der Austurianer begann, folgt 
. ! c Herrschaft der Vandalen unter Geiserich, 
etwa ein Jahrhundert dauerte. Jetzt kom- 
die Byzantiner unter Belisar. Bis 565 
Lunten diese die Ordnung im Laude aufrecht- 
bkhalten, als durch die Aufstandslust der Ber 
ber blutige Wirren einsetzten, die ihren Höhe- 
puyxt erreichten, als arabische Stämme, von 
Ägypten kommend, das ganze Land ver 
pusteten. Dies geschah in der ersten Hälfte 
sechsten Jahrhunderts zur Zeit des großen 
Kalifen Omar. 
Infolge der vielen Jahrhunderte dauernden 
Kampfe zwischen Araber und Berber verarmte 
Land vollkommen. Die arabische Herrschaft 
Inerte bis zum Jahre 1146, als die Norman- 
An von Sizilien, das sie den Arabern eutris- 
hatten, bis zur afrikanischen Küste vor 
hängten. Jedoch schon nach etwa 50 Jahren 
Von Theodor Oberg 
gelang es den Arabern, das Land zurückzuer 
obern. Trotz aller Unruhen gelang es den Ara 
bern, das Land bis zum 15. Jahrhundert zu 
halten. Infolge der schlechten Verwaltung des 
Landes verwahrloste es vollkommen. Das Pi- 
ratentum blühte in Tripolis auf und wurde 
zur großen Gefahr der Schiffahrt. Aus diesem 
Grunde nahmen die Spanier im Jahre 1610 
die Stadt in Besitz. Schon 20 Jahre später 
übergibt Karl V. Tripolis mit Malta zusam 
men den Johannitern, die von den Türken 
von Rhodus vertrieben worden waren. Wie 
derum 20 Jahre später erobert eine vom Sul 
tan in Konstantinopel entsandte Flotte unter 
der Führung Sinan Paschas die Stadt. So setzt 
die Türkenherrschaft ein. Oft schickten nun in 
der folgenden Zeit europäische Staaten Straf 
expeditionen aus, — jedoch nur vereinzelt mit 
Erfolg —, weil Tripolis immer ein Mittel 
punkt des Piratenwesens blieb und sich weit 
gehend unabhängig von der Türkei machte. 
Bei Ausbruch des italienisch-türkischen Kon 
flikts wurde dann Libyen von italienischen 
Truppen im Oktober 1011 besetzt. Im Novem 
ber darauf wurde dann die unumschränkte 
Herrschaft Italiens proklamiert, die bis heute 
noch andauert. 
Das heutige Tripolis, die Hauptstadt der 
Kolonie, zählt etwa 50 000 Einwohner und be 
steht aus drei zu unterscheidenden Stadtteilen. 
Zunächst das eigentliche, am Hafen gelegene 
Alt-Tripolis, beherbergt etwa 20 000 Araber. 
Dieses Stadtviertel, das die Form eines Fünf 
ecks aufweist, ist mit einer Mauer umgeben, 
die von den Spaniern errichtet worden ist. Am 
Hafen entlang nach Osten erstreckt sich das neue 
Stadtteil, das Geschäftsviertel und die Wohn 
sitze der Europäer. Endlich mehr im Innern 
liegt das Hebräerviertel, das von etwa 20 000 
Juden bewohnt wird. Auch dies ist mit einer 
hohen Mauer von der Außenwelt abgeschlossen. 
Das weitaus interessanteste war für mich die 
alte Stadt. Dieses Viertel bietet alle charak 
teristischen Züge einer orientalischen Siedlung. 
Um von meinem Hotel hierher zu gelangen, 
führte mich der Weg durch den Suk el Turk, 
eine Gasse, die fast güitzlich durch Holzplanken 
überdacht ist. Hier reiht sich Bazar an Bazar, 
im lebhaften Durcheinander der Golöarbeiter 
neben dem Töpfer, der Schuhmacher neben dem 
Teppichweber und der Bäcker neben dem so 
sehr beliebten arabischen Gasthaus. Außerdem 
befindet sich in dieser Gasse ein noch heute im 
Gebrauch stehendes altes türkisches Bad. Ziem 
lich am Ende der Straße liegt ein niedriges 
mit Kuppeln überdachtes Haus. Es ist die Mo 
schee des Mohammed Pascha, die von allen 
Moslems als Heiligtum verehrt wird. Vom 
Suk cl Turk zweigen nun nach allen Richtun 
gen kleine enge Gassen ab. Hohe weiße fenster 
lose Mauern, dunkle Bögen, runde Kuppeln 
irgend einer Moschee, spitze Minaretts, lautlos 
dahinhuschende mit weiten Gewändern beklei 
dete verhüllte Gestalten, dies alles sind die 
Züge des Orients und machen einen geheim 
nisvollen und anziehenden Eindruck. Natür 
lich war mir als Ungläubigem das Betreten 
einer Moschee verboten. Trotzdem gelang es 
mir einmal an einetn Freitag, einem Feiertag 
der Moslems, einen Blick in die große Kara- 
manli Moschee zu werfen. Zuerst wollte mich 
der alte Wächter nicht hineinlassen und rief 
sicherheitshalber ein paar herumlungernde 
„Gläubige" zusammen, um mich nötigenfalls 
mit Gewalt zu entfernen. Nach einer längeren 
Unterredung jedoch, in der ich ihm klar machte, 
daß ich ein „Alemanno" sei, willigte er ein. 
Die Deutschen stehen bei den Arabern im höch 
sten Ansehen. Dem Araber geht die Freiheit 
über alles und er weiß, daß Deutschland vor 
20 Jahren einen Krieg gegen die ganze Welt 
geführt hat und daß unter den Gegnern 
Deutschlands sich auch Italien befand . . . 
Der Alte führte mich zunächst in einen Vor 
raum der Moschee. Hier befand sich eine groß 
zügig angelegte Waschvorrichtung. Jeder Mos 
lem muß, bevor er eine Moschee betritt, sich 
seiner Schuhe entledigen und die Füße waschen. 
Am Boden standen Pantoffeln in allen Grö 
ßen und Längen, ein Beweis, daß die Gläu 
bigen nach ihren Geboten gehandelt hatten. 
Hinter einem bunten Teppichvvrhang konnte 
ich nun durch einen Spalt einen Teil der Mo 
schee überblicken. Die ziemlich hohe aus klei 
nen Kuppeln bestehende Decke wurde durch 
hohe Pfeiler gestützt. Der Boden war mit kost 
baren Teppichen belegt; ebenso ein Teil der 
Wände. An der Ostwanö des Raumes befand 
sich eine Art Kanzel, zu der eine mit Schnitz- 
werk reich verzierte Treppe hinaufführte. Rund 
um diese Erhöhung knieten nun die Gläubi 
gen und verrichteten murmelnd ihre Gebete. 
Einige hatten einen Tonkrug mit Wasser vor 
sich stehen und benetzten damit Arme und 
Hände. Wieder andere berührten bestimmte 
Gegenstände, die vor ihnen lagen, mit der 
Stirn. Alle knieten nicht direkt auf dem gro 
ßen Teppich, sondern hatten eigene kleine, oft 
sehr schmutzige Teppiche, die sie immer bei sich 
führen. Dies alles im Rahmen der ungewöhn 
lichen orientalischen Umgebung machte einen 
Hans Einfelöt-Warnau. — Lanbesteil Lübeck: L 
W. Freyer- Spechserholz; 2. Gutsverwaltung 
Heuerstubben; 3. W. Ehlers-Hassendorf. — Stein 
burg: 1. Heinrich W i 11 e - Christinental: 2. Albert 
Huusmann-Wilster: 3. Heinr. Ploog, Kl.-Kampen. 
— Schleswig: 1. H. S i e m s e n - Drage; 2. Joh. 
Koch, Kattenhund-Berend; 3. Bauer Dr. Peter 
Lassen-Baustrup. 
Förderung des Sojaanbaucs durch den 
Reichsnährstand 
Um den Anbau der Sojabohne für eine be 
grenzte Fläche sicherzustellen und den Bauer und 
Landwirt mit der Anbautechnik bekannt zu machen, 
garantiert der Reichsnährstand, da bisher dem An 
bau der Sojabohne in Deutschland der billige Aus 
landspreis von über 16 MJl je Dz. bes. hindernd 
im Wege stand, für die diesjährige deutsche Soja 
bohnenernte über die Saatgutstelle, Berlin W. 35, 
Lützowstr. 109, den doppelten Preis, und zwar 
32 MM je Dz. ab Station des Anbauers. 
Außerdem erhält jeder Anbauer etwa 85 vH. 
reines Sojaschrot der von ihm abgelieferten deut 
schen Sojabohnen zum Marktpreise zurück. — An 
bauwürdig ist das Klima und der Boden, wo noch 
Zuckerrüben, Viktoriaerbsen, Braugerste und Mais 
gedeihen. 
Eine Hengstkörnng in Elmshorn 
fand am 25. 3. 1936 statt. Es wurde der „Meiler"- 
Sohn, Kat.-Nr. 111, von Johs. Klüver, Grevenkop, 
vorgestellt und von der Körkommission angenom 
men. Der Hengst zeichnet sich durch starkes Funda 
ment und große Linie aus. Auch seine vornehme 
Farbe, dunkelbraun mit weißen Abzeichen, trägt 
dazu bei, daß dieser Hengst bei den Züchtern gro 
ßen Anklang findet. 
Hamburger Ostermarkt 
Anläßlich des Osterfestes beginnt am 7. 4. der 
Schweinemarkt um 7 Uhr, der Kälbermarkt um 
8.30 Uhr. Die Fütterung der Schweine ist am 6. 4. 
um 19 Uhr, die der Kälber um 20.30 Uhr beendet. 
Die Zufuhrzeiten bleiben unverändert. 
Die Reisekostenvergütnng der Beamten ist durch 
Verordnung vom 17. März 1986 neu geregelt wor 
den. Miteinbegriffen sind die planmäßigen Führer 
beS Reichsarbeitsdienstes. — Ebenso ist die Um- 
zugskostenvergütung neu geregelt. 
Die Internationale Güterzngfahrplankonferenz, 
eine Vereinigung von 33 Eisenbahnverwaltungen 
iast aller europäischen Länder, tagt z. Zt. in Stutt 
gart. Die Konferenz tagt in der Regel zweimal im 
Jahre, im Herbst findet eine Vorbereitung zur 
Regelung allgemeiner Fragen und zur generellen 
Festlegung von internationalen Güterzugverbin 
dungen statt, im Frühjahr eine Tagung zur Ab 
stimmung der Fahrpläne im einzelnen und zur 
Ausarbeitung der Manuskripte für das Inter 
nationale Güterkursbuch, das in jedem Frühjahr 
zum Fahrplanwcchsel erscheint. Mit der Redaktion 
dieses Kursbuches ist die Reichsbahn betraut. 
tiefen Eindruck. Einige Zeit sah ich gebannt 
diesem seltsamen Gottesdienst zu, da zupft mich 
mein Begleiter am Arm und drängt zum Ver 
lassen des Raumes. Er war immer dicht neben 
mir geblieben, um acht zu geben, daß ich ja 
nicht den geheiligten Raum betrete. Als ich 
ihm beim Verlassen der Moschee dankte und 
ein reichliches Trinkgeld gab, hatte ich ihn in 
Verdacht, daß ich nicht der erste Ungläubige 
war, dem er Zutritt gewährt hatte. 
Direkt am Hafen, als Grenze zwischen Alt- 
und Neu-Tripvlis liegt die alte Zitadelle, das 
Wahrzeichen der Stadt. Ihr Bestehen geht bis 
zur Zeit der Römerherrschaft zurück. Im Lau 
fe von zwei Jahrtausenden ist dieses alte Ka 
stell oft zerstört und in immer anderer Form 
wieder aufgebaut worden. Je nach Wechsel der 
herrschenden Reiche war sie Residenz der römi 
schen Konsule, der Piratenhäuptlinge, türkischer 
Walts, arabischer Beys, spanischer und italie 
nischer Gouverneure. Ihre größten noch heute 
bestehenden Festungswerke erhielt die Zitadelle 
voll den Spaniern. Heute befindet sich in ihr 
ein bedeutendes archäologisches Museum, das 
vor allem natürlich Ueberreste aus der Zeit der 
römischen Herrschaft aufweist. An der höchsten 
Stelle der Brustwehr, dem Meere zu, wird 
jeden Morgen bei Sonnenaufgang die italieni 
sche Flagge gehißt, um abends bei Sonnen- 
untergang in feierlichem Akt wieder einge 
holt zu werden. 
Auf dem großen Platz vor der Zitadelle, we 
nige Minuten vor Sonnenuntergang, zieht mit 
Musik eine aus Kolonialsolöaten und Zuaven 
bestehende Truppe auf. Die Wache in und vor 
der Zitadelle wird abgelöst. Da löst sich von der 
Brustwehr ein Kanonenschuß, das Zeichen zum 
Einholen der Flagge. Die Truppe präsentiert 
und sämtliche Bewohner von Tripolis, ob Eu 
ropäer, Hebräer, Türken oder Araber, wo sie 
auch gerade sich befinden, nehmen Front zur 
Zitadelle und grüßen mit erhobener rechter 
Hand. Das macht einen tadellosen disziplinier 
ten Eindruck. Doch mitunter spiegelt sich im 
Gesicht des einen oder anderen Arabers töd 
licher Haß gegen die Eindringlinge. Oberfläch 
lich betrachtet scheinen sie sich ganz gut mit 
ihren Herren zu vertragen. 
(Schluß folgt.)
	        
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