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Reue Steuervorschristen fsir de« Hausbesitz
-lb 1. April Gemeindegrundstencr für den gesamten ältere» Neuhausbesitz. — Frist für Steuerbefreiung
bezugsfertiger Kleintvohnutigcn verlängert.
Das Reichsfinanzministerium teilt mit: Nach den
'vherigen Vorschriften über die Steuerbefreiung
ueuerrichteter Kleinwohnungen waren nur solche
Kleinwohnungen befreit, die bis zum 31. 3. 1936,
^uler Umständen bis zum 31. 5. 1936, bezugsfertig
werden. Durch das neue Gesetz vom 2. April 1936
6t die Frist für das Bezugsfertigwerden um ein
^ahr verlängert worden. Es sind also nunmehr
^uch solche Kleinwohnungen steuerbefreit, die bis
»um 31. 3. 1937 bezugsfertig werden. Die Frist ver
engert sich bis zum 81. Mai 1037 für solche Klein
wohnungen, die bis zum 31. 12. 1936 im Rohbau
vollendet werden. In der Begründung zum Gesetz
vom 2. April 1936 ist ausdrücklich hervorgehoben,
^>8 eine weitere Verlängerung der Frist für das
soezugsfertigwerden nicht in Aussicht genommen
îch — Zur Vermeidung von Mißverständnissen
wird darauf hingewiesen, daß die Dauer der
Steuerbefreiung für die Kleinwohnungen nicht ver
engert worden ist. Die Steuerbefreiung endet auch
lur die Kleinwohnungen, die bis zum 31. 3. lMai
l037) bezugsfertig werden, bei der Vermögens
steuer und der Grundsteuer am 31. 3. 1939 und bei
er Einkommensteuer am 31. 12. 1938 (oder am
Schluß des Wirtschaftsjahres 1937-38). Das neue
esetz vom 2. April 1936 beschäftigt sich weiterhin
mit dem „älteren Neuhausbesitz".
Es versteht darunter die Wohngebäude, die in der
Zest vom 1. April 1918 bis zum 31. März 1931 be
zugsfertig geworden sind. Die Steuerbefreiung des
olleren Neuhausbesitzes von der Grundsteuer rich
te sich bisher im wesentlichen nach Sandesrecht,
infolgedessen ergaben sich innerhalb des Reiches
le größten Verschiedenheiten. Das Gesetz vom 2. 4.
ü3ö dient dem Zweck, die Befretungsvorschriften
wöglichst zu vereinheitlichen. Es bestimmt, daß bei
"r Befreiung der Sandesgrundsteuer, die Befrei
ungen, die am 81. 8. 1986 galten, noch ein weiteres
iahr, d. h. bis zum 31. 3. 1937, bestehen bleiben.
Während bei der Sandesgrundsteuer eine völlige
Vereinheitlichung hiernach noch nicht erreicht wird,
st der Gedanke der Vereinheitlichung bei der Ge-
weindegrundsteuer streng durchgeführt. Nach dem
neuen Gesetz ist der gesamte ältere Neuhausbesitz
ob 1. April 1936 zur
Gemeindegrnndstener
heranzuziehen. Für das Rechnungsjahr 1036 wer
den jedoch weitgehende Erleichterungen gewährt.
So sieht das Gesetz vor, daß der Betrag, um den
sich die Gemeindegrundsteuer gegenüber dem bis
herigen Zustand erhöht, keinesfalls den Sandes
durchschnitt der Gemeindegrundsteuer übersteigen
darf. Darüber hinaus hat der Reichsminister der
Finanzen in einem Schreiben an die Regierungen
^ r Sünder Maßnahmen getroffen, durch die einer-
iZts Mietserhöhungen ansgefchlosien und anderer
seits unbillige Härten für die Hausbesitzer vermie
den werden. Die Maßnahmen bestehen darin, daß
in den Fällen, in denen die Mehrbelastung durch
die Gemeindegrunbsteuer im Rahmen der bisherigen
Miete nicht tragbar ist, Entgegenkommen bei der
Verzinsung der Wohnungsbaudarlehen, die aus
der Gebäuöeentschädigungssteuer gegeben worden
sind, gewährt wird. Wo diese Maßnahme nicht aus
reicht oder deshalb nicht möglich ist, weil keine sol
chen Wohnungsbaudarlehen bestehen, ist der Betrag,
um den sich die Gemeinöegrundsteuer erhöht, unter
Umständen zu erlassen.
Prämiierte Dunggruben
Im Dezember 1938 hat die Sandesbauernschaft zu
einem feierlichen Wettbewerb über die beste Be
handlung der wirtschaftseigenen Düngemittel auf
gerufen. Die Meldungen waren in der einen Kreis-
bauernschaft zahlreicher als in der anderen. Viel
leicht haben sich nicht immer die besten Betriebe ge
meldet. Folgenden Betriebsführern wurde auf An
trag des jeweiligen Kreisbanernführers eine An
erkennung in Form einer künstlerischen Urkunde
durch den Sanöesbauernführer zugesprochen. (Die
in Sperrdruck Hervorgehobenen erhalten außerdem
einen wertvollen Ehrenpreis.)
Kreisbauernschaft Oldenburg: 1. F e h r s -Lan
genhagen: 2. Frischer-Sangenhagen: 3. Böckmann-
Kaffeedorf. — Hufnm: 1. I e n s e n - Herstum: 2.
Ingwer Jürgensen-West-Bargum. — Stormarn:
1. Hermann I k e n - Hansfelde: 2. Jakobsen-Pöhls;
Jnntermann-Babenöorf. — Nordcrdithmarschen:
1. Gustav H o l m - Dellstebt: 2. Peter Hinrich Hinz-
Schelrade: 3. August Möhring-Chretjenkoog. —
Rendsburg: 1. Eggert Mohr- Ahrenstedt: 2. Hin
rich R o h w e r - Jahrsdorf: 3. Gustav Struve-
Thienbüttel: 4. Otto Schlothfelöt-Blumenthal: 8.
Claus Hebbeln-Holstentor. — Süderdithmarfchen:
1. Heinrich Tödter-Osterrade. — Eiderstedt: Johs.
Bo yens, Garöing-Nordmarsch: 2. Claus Jarrs,
St. Peter-Rosenhof: 8. Peter Römer Jens, St. Pe
ter. — Pinncberg: 1. Wilh. Schinkel - Sangelohe:
2. Amandus Mecklenburg-Friedrichsgabe: 3. Theo
dor Pohlmann-Bilsen. — Südtoudern: 1. Hans
Pöppelmann, Hof Berg. — Scgcvcrg: Gottlieb
Hölscher-Alveslohe: 2. F. D e s e n i ß - Marga
rethenhof: 3. August Steenbock-Wakenöorf 2. —
Eckernförde: 1. von Spreckelsen-Bösby. —
Flensburg: Hans W r e e - Grünberg: W. Thom-
sen-Sankelmark: Brogmus-Dollerup. — Hamburg:
1. Bauer Adolf Menke-Moorburg: 2. Bauer Rud.
Bardowiks-Neuengamme. — Plön: 1. Hermann
Hartz, Groß-Harriefeld: 2. Johs. Sieck-Karpe: 3.
Milch-Pflichttontroke in SWerMlMMschM
für Betriebe mit mehr als 1—4 Kühen. — Monatsbeitrag je Kuh 3V Pfg. — Für 24—28 Betriebe
ein Kontrollbeamter.
In Meldorf fand eine Versammlung sämtlicher
Bezirks- und Ortsbauernführer des Kreises Süder-
diļhmarşchen statt. Kreisbauernführcr Hans Beeck-
Speersdiek eröffnete die Zusammenkunft. Der
Leiter der Hauptabteilung II, Petersen, sprach über
die Bedeutung der pflichtmäßigen Leistungskontrolle.
Dr. Boysen-Kiel behandelte die Entwicklung des
Milchkontrollvereinswcsens. Am 1. 11. 1935 bestan
den im Verbandsbezirk Schleswig-Holstein 854
Kontrollvereine, denen rund 7406 Bauern mit über
138 000 Milchkühen angeschlossen ivaren. Mit die
sem Ergebnis steht die Provinz Schleswig-Holstein
an der Spitze aller Sandesteile Deutschlands, mit
Ausnahme der Provinz Hannover, in der schon vor
zwei Jahren mit der Pflichtkontrolle begonnen
wurde. Durch die Leistungskontrolle steigt nicht nur
die Milchmenge; es wird durch die Seistungsfütte-
rung, ohne höheren Futteraufwand, auch eine
Steigerung des Fettgehaltes der Milch erzielt. Eine
weitere bessere Wirtschaftlichkeit ergibt sich aus der
Erkennung und Nutzbarmachung der Bererbungs-
anlagen m züchterischer Hinsicht. Das Gebiet der
Prüfungskontrolle ist das Gebiet der einzelnen
Meiereien. In besonderen Fällen können mehrere
Merereigcbiete zusammengelegt werden. Die Ar
beit wird genau wie bisher fortgeführt, nur ge
gebenenfalls mit anderer Einteilung. Besitzer von
fünf und mehr Kühen werden zwangsläufig er
faßt. Besitzer mit 1—4 Kühen können sich freiwillig
anschließen. Je Kuh und Monat werden 30 Psg.
Kosten erhoben: Kuhhalter, die keiner Meierei an
geschlossen sind, zahlen die Hälfte mehr. Auf die
Auswahl der Kontrollbeamteu ist besondere Sorg
falt zu verwenden. Erwünscht ist, die Kontroll
beamten aus dem betreffenden Bezirk zu wählen.
Geeignet sind in erster Linie zweite und dritte
Bauernsöhne, die neben einer guten Allgemein
bildung sicher im Rechnen sind und eine leserliche
Handschrift besitzen. Die Ausbildung erfolgt in den
bäuerlichen Werkschulen der Kreise und verursacht
nur geringe Kosten. Die Besoldung richtet sich von
Fall zu Fall. Im allgemeinen ist damit zu rechnen,
daß für 24—28 Betriebe ein Kontrollbcamtcr
nötig ist.
Nach einer regen Aussprache gab Dr. Boyen den
Organisationsplan für die bereits am 2. April
einsetzende Arbeit zur Durchführung bekannt. An
den vorbereitenden vorgesehenen Besprechungen
nehmen jeweils der Bezirks- und Ortsbauernführer
sowie die Meiereivorstände und die Vorstände be
reits bestehender Kontrollvereine teil. In Meldorf
wird vorläufig keine Aenderung eintreten, weil
dort die Pflichtleistungsprüfung schon besteht und
das Versnchsjahr erst am 1. Juli zu Ende geht.
Dmr hmHs Mittelmeer /
(2. Fortsetzung.)
Ģanz Libyen befindet sich so ziemlich im
Kriegszustand. Der bestehende Konflikt mit
Abessinien und England führt naturgemäß zu
Spannungen an der ägyptischen Grenze. Um
stun auf keinen Fall die immer aufruhrlnsti-
stry Berber- und Araberstämme im Innern
durch Fremde beunruhigen zu lassen, sind diese
lcharfen Bestimmungen herausgegeben wor
den.
Selten hat wohl eine afrikanische Kolonie
wviel verschiedene Herren gehabt, wie das heu-
mle unter italienischer Herrschaft stehende
Libyen.
Zuerst waren es phönizische Seefahrer, die
dort der Küste Besitz ergriffen und hier drei
bsdeutendc Niederlassungen gründeten. Bon
diesen Städten erhielt das Land den Namen
»Tripolis", d. h. „drei Städte". Etiva 600 vor
Shr. drangen die Karthager bis nach Cyre-
bstlca, das den Griechen gehörte, vor. Schon
bald nach der Zerstörung Karthagos jedoch
wußten die Karthager den numinischen Köni-
weichen. Diese knechteten die Bevölkerung
^doch so stark, daß Lcptis, eine der drei Städte,
bivin um Hilfe bat. So landeten zum ersten
Aale römische Legionen in Afrika. Die Herr-
ststaft Roms dauerte länger als drei Jahr
hunderte. In Oäa, dem heutigen Tripolis,
bsttstand unter anderem ein prachtvoller
stWßer Triumphbogen, der noch heute in der
^ahe der alten Zitadelle guterhalten steht,
^achdem am Ende des vierten Jahrhunderts
, r Zerfall der römischen Herrschaft durch
^Uen Einfall der Austurianer begann, folgt
. ! c Herrschaft der Vandalen unter Geiserich,
etwa ein Jahrhundert dauerte. Jetzt kom-
die Byzantiner unter Belisar. Bis 565
Lunten diese die Ordnung im Laude aufrecht-
bkhalten, als durch die Aufstandslust der Ber
ber blutige Wirren einsetzten, die ihren Höhe-
puyxt erreichten, als arabische Stämme, von
Ägypten kommend, das ganze Land ver
pusteten. Dies geschah in der ersten Hälfte
sechsten Jahrhunderts zur Zeit des großen
Kalifen Omar.
Infolge der vielen Jahrhunderte dauernden
Kampfe zwischen Araber und Berber verarmte
Land vollkommen. Die arabische Herrschaft
Inerte bis zum Jahre 1146, als die Norman-
An von Sizilien, das sie den Arabern eutris-
hatten, bis zur afrikanischen Küste vor
hängten. Jedoch schon nach etwa 50 Jahren
Von Theodor Oberg
gelang es den Arabern, das Land zurückzuer
obern. Trotz aller Unruhen gelang es den Ara
bern, das Land bis zum 15. Jahrhundert zu
halten. Infolge der schlechten Verwaltung des
Landes verwahrloste es vollkommen. Das Pi-
ratentum blühte in Tripolis auf und wurde
zur großen Gefahr der Schiffahrt. Aus diesem
Grunde nahmen die Spanier im Jahre 1610
die Stadt in Besitz. Schon 20 Jahre später
übergibt Karl V. Tripolis mit Malta zusam
men den Johannitern, die von den Türken
von Rhodus vertrieben worden waren. Wie
derum 20 Jahre später erobert eine vom Sul
tan in Konstantinopel entsandte Flotte unter
der Führung Sinan Paschas die Stadt. So setzt
die Türkenherrschaft ein. Oft schickten nun in
der folgenden Zeit europäische Staaten Straf
expeditionen aus, — jedoch nur vereinzelt mit
Erfolg —, weil Tripolis immer ein Mittel
punkt des Piratenwesens blieb und sich weit
gehend unabhängig von der Türkei machte.
Bei Ausbruch des italienisch-türkischen Kon
flikts wurde dann Libyen von italienischen
Truppen im Oktober 1011 besetzt. Im Novem
ber darauf wurde dann die unumschränkte
Herrschaft Italiens proklamiert, die bis heute
noch andauert.
Das heutige Tripolis, die Hauptstadt der
Kolonie, zählt etwa 50 000 Einwohner und be
steht aus drei zu unterscheidenden Stadtteilen.
Zunächst das eigentliche, am Hafen gelegene
Alt-Tripolis, beherbergt etwa 20 000 Araber.
Dieses Stadtviertel, das die Form eines Fünf
ecks aufweist, ist mit einer Mauer umgeben,
die von den Spaniern errichtet worden ist. Am
Hafen entlang nach Osten erstreckt sich das neue
Stadtteil, das Geschäftsviertel und die Wohn
sitze der Europäer. Endlich mehr im Innern
liegt das Hebräerviertel, das von etwa 20 000
Juden bewohnt wird. Auch dies ist mit einer
hohen Mauer von der Außenwelt abgeschlossen.
Das weitaus interessanteste war für mich die
alte Stadt. Dieses Viertel bietet alle charak
teristischen Züge einer orientalischen Siedlung.
Um von meinem Hotel hierher zu gelangen,
führte mich der Weg durch den Suk el Turk,
eine Gasse, die fast güitzlich durch Holzplanken
überdacht ist. Hier reiht sich Bazar an Bazar,
im lebhaften Durcheinander der Golöarbeiter
neben dem Töpfer, der Schuhmacher neben dem
Teppichweber und der Bäcker neben dem so
sehr beliebten arabischen Gasthaus. Außerdem
befindet sich in dieser Gasse ein noch heute im
Gebrauch stehendes altes türkisches Bad. Ziem
lich am Ende der Straße liegt ein niedriges
mit Kuppeln überdachtes Haus. Es ist die Mo
schee des Mohammed Pascha, die von allen
Moslems als Heiligtum verehrt wird. Vom
Suk cl Turk zweigen nun nach allen Richtun
gen kleine enge Gassen ab. Hohe weiße fenster
lose Mauern, dunkle Bögen, runde Kuppeln
irgend einer Moschee, spitze Minaretts, lautlos
dahinhuschende mit weiten Gewändern beklei
dete verhüllte Gestalten, dies alles sind die
Züge des Orients und machen einen geheim
nisvollen und anziehenden Eindruck. Natür
lich war mir als Ungläubigem das Betreten
einer Moschee verboten. Trotzdem gelang es
mir einmal an einetn Freitag, einem Feiertag
der Moslems, einen Blick in die große Kara-
manli Moschee zu werfen. Zuerst wollte mich
der alte Wächter nicht hineinlassen und rief
sicherheitshalber ein paar herumlungernde
„Gläubige" zusammen, um mich nötigenfalls
mit Gewalt zu entfernen. Nach einer längeren
Unterredung jedoch, in der ich ihm klar machte,
daß ich ein „Alemanno" sei, willigte er ein.
Die Deutschen stehen bei den Arabern im höch
sten Ansehen. Dem Araber geht die Freiheit
über alles und er weiß, daß Deutschland vor
20 Jahren einen Krieg gegen die ganze Welt
geführt hat und daß unter den Gegnern
Deutschlands sich auch Italien befand . . .
Der Alte führte mich zunächst in einen Vor
raum der Moschee. Hier befand sich eine groß
zügig angelegte Waschvorrichtung. Jeder Mos
lem muß, bevor er eine Moschee betritt, sich
seiner Schuhe entledigen und die Füße waschen.
Am Boden standen Pantoffeln in allen Grö
ßen und Längen, ein Beweis, daß die Gläu
bigen nach ihren Geboten gehandelt hatten.
Hinter einem bunten Teppichvvrhang konnte
ich nun durch einen Spalt einen Teil der Mo
schee überblicken. Die ziemlich hohe aus klei
nen Kuppeln bestehende Decke wurde durch
hohe Pfeiler gestützt. Der Boden war mit kost
baren Teppichen belegt; ebenso ein Teil der
Wände. An der Ostwanö des Raumes befand
sich eine Art Kanzel, zu der eine mit Schnitz-
werk reich verzierte Treppe hinaufführte. Rund
um diese Erhöhung knieten nun die Gläubi
gen und verrichteten murmelnd ihre Gebete.
Einige hatten einen Tonkrug mit Wasser vor
sich stehen und benetzten damit Arme und
Hände. Wieder andere berührten bestimmte
Gegenstände, die vor ihnen lagen, mit der
Stirn. Alle knieten nicht direkt auf dem gro
ßen Teppich, sondern hatten eigene kleine, oft
sehr schmutzige Teppiche, die sie immer bei sich
führen. Dies alles im Rahmen der ungewöhn
lichen orientalischen Umgebung machte einen
Hans Einfelöt-Warnau. — Lanbesteil Lübeck: L
W. Freyer- Spechserholz; 2. Gutsverwaltung
Heuerstubben; 3. W. Ehlers-Hassendorf. — Stein
burg: 1. Heinrich W i 11 e - Christinental: 2. Albert
Huusmann-Wilster: 3. Heinr. Ploog, Kl.-Kampen.
— Schleswig: 1. H. S i e m s e n - Drage; 2. Joh.
Koch, Kattenhund-Berend; 3. Bauer Dr. Peter
Lassen-Baustrup.
Förderung des Sojaanbaucs durch den
Reichsnährstand
Um den Anbau der Sojabohne für eine be
grenzte Fläche sicherzustellen und den Bauer und
Landwirt mit der Anbautechnik bekannt zu machen,
garantiert der Reichsnährstand, da bisher dem An
bau der Sojabohne in Deutschland der billige Aus
landspreis von über 16 MJl je Dz. bes. hindernd
im Wege stand, für die diesjährige deutsche Soja
bohnenernte über die Saatgutstelle, Berlin W. 35,
Lützowstr. 109, den doppelten Preis, und zwar
32 MM je Dz. ab Station des Anbauers.
Außerdem erhält jeder Anbauer etwa 85 vH.
reines Sojaschrot der von ihm abgelieferten deut
schen Sojabohnen zum Marktpreise zurück. — An
bauwürdig ist das Klima und der Boden, wo noch
Zuckerrüben, Viktoriaerbsen, Braugerste und Mais
gedeihen.
Eine Hengstkörnng in Elmshorn
fand am 25. 3. 1936 statt. Es wurde der „Meiler"-
Sohn, Kat.-Nr. 111, von Johs. Klüver, Grevenkop,
vorgestellt und von der Körkommission angenom
men. Der Hengst zeichnet sich durch starkes Funda
ment und große Linie aus. Auch seine vornehme
Farbe, dunkelbraun mit weißen Abzeichen, trägt
dazu bei, daß dieser Hengst bei den Züchtern gro
ßen Anklang findet.
Hamburger Ostermarkt
Anläßlich des Osterfestes beginnt am 7. 4. der
Schweinemarkt um 7 Uhr, der Kälbermarkt um
8.30 Uhr. Die Fütterung der Schweine ist am 6. 4.
um 19 Uhr, die der Kälber um 20.30 Uhr beendet.
Die Zufuhrzeiten bleiben unverändert.
Die Reisekostenvergütnng der Beamten ist durch
Verordnung vom 17. März 1986 neu geregelt wor
den. Miteinbegriffen sind die planmäßigen Führer
beS Reichsarbeitsdienstes. — Ebenso ist die Um-
zugskostenvergütung neu geregelt.
Die Internationale Güterzngfahrplankonferenz,
eine Vereinigung von 33 Eisenbahnverwaltungen
iast aller europäischen Länder, tagt z. Zt. in Stutt
gart. Die Konferenz tagt in der Regel zweimal im
Jahre, im Herbst findet eine Vorbereitung zur
Regelung allgemeiner Fragen und zur generellen
Festlegung von internationalen Güterzugverbin
dungen statt, im Frühjahr eine Tagung zur Ab
stimmung der Fahrpläne im einzelnen und zur
Ausarbeitung der Manuskripte für das Inter
nationale Güterkursbuch, das in jedem Frühjahr
zum Fahrplanwcchsel erscheint. Mit der Redaktion
dieses Kursbuches ist die Reichsbahn betraut.
tiefen Eindruck. Einige Zeit sah ich gebannt
diesem seltsamen Gottesdienst zu, da zupft mich
mein Begleiter am Arm und drängt zum Ver
lassen des Raumes. Er war immer dicht neben
mir geblieben, um acht zu geben, daß ich ja
nicht den geheiligten Raum betrete. Als ich
ihm beim Verlassen der Moschee dankte und
ein reichliches Trinkgeld gab, hatte ich ihn in
Verdacht, daß ich nicht der erste Ungläubige
war, dem er Zutritt gewährt hatte.
Direkt am Hafen, als Grenze zwischen Alt-
und Neu-Tripvlis liegt die alte Zitadelle, das
Wahrzeichen der Stadt. Ihr Bestehen geht bis
zur Zeit der Römerherrschaft zurück. Im Lau
fe von zwei Jahrtausenden ist dieses alte Ka
stell oft zerstört und in immer anderer Form
wieder aufgebaut worden. Je nach Wechsel der
herrschenden Reiche war sie Residenz der römi
schen Konsule, der Piratenhäuptlinge, türkischer
Walts, arabischer Beys, spanischer und italie
nischer Gouverneure. Ihre größten noch heute
bestehenden Festungswerke erhielt die Zitadelle
voll den Spaniern. Heute befindet sich in ihr
ein bedeutendes archäologisches Museum, das
vor allem natürlich Ueberreste aus der Zeit der
römischen Herrschaft aufweist. An der höchsten
Stelle der Brustwehr, dem Meere zu, wird
jeden Morgen bei Sonnenaufgang die italieni
sche Flagge gehißt, um abends bei Sonnen-
untergang in feierlichem Akt wieder einge
holt zu werden.
Auf dem großen Platz vor der Zitadelle, we
nige Minuten vor Sonnenuntergang, zieht mit
Musik eine aus Kolonialsolöaten und Zuaven
bestehende Truppe auf. Die Wache in und vor
der Zitadelle wird abgelöst. Da löst sich von der
Brustwehr ein Kanonenschuß, das Zeichen zum
Einholen der Flagge. Die Truppe präsentiert
und sämtliche Bewohner von Tripolis, ob Eu
ropäer, Hebräer, Türken oder Araber, wo sie
auch gerade sich befinden, nehmen Front zur
Zitadelle und grüßen mit erhobener rechter
Hand. Das macht einen tadellosen disziplinier
ten Eindruck. Doch mitunter spiegelt sich im
Gesicht des einen oder anderen Arabers töd
licher Haß gegen die Eindringlinge. Oberfläch
lich betrachtet scheinen sie sich ganz gut mit
ihren Herren zu vertragen.
(Schluß folgt.)