Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Ņuch eine englische Journalistik fliegt mit. 
?ln der ersten Nordamerikafahrt des Luftschif- 
,,Hindenburg" nimmt auch die bekannte 
-ņglische Journalistin Ladn Drummond Hay 
M.. Wie sie vor dem Mikrophon erklärte, er- 
^fft sie von dieser Reise außerordentlich viel 
neue und interessante Eindrücke. 
(Pressephoto, K.) 
Zum Lpfcrtag für die Jugendherbergen, 
^as Abzeichen für den 16. und 17. Mai, dem 
Opfcrtag für die Jugendherbergen. 
(Weltbild. K.) 
Der deutschen Mutter. 
Zum Muttertag am Itt. Mai. 
(Presse-Photo, K.) 
Allerlei sms aller Welt 
Ein Fisch auf Bäume». 
In Siam findet man sehr häufig eine Art 
Kletterfisch, den sogenannten Anabas, der zur 
Familie der Labyrinthfische gehört. Diese 
Fische sind durch eine besondere Anlage der 
Kiemen in der Lage, auch außerhalb des 
Wassers atmosphärische Luft aufzunehmen 
der Anabas verläßt das Wasser und kann sich 
auf dem Lande fortbewegen. Er vermag sogar 
mit Hilfe der Dornen am Kiemendeckel Bäume 
zu erklettern. Eine weitere Eigentümlichkeit 
dieses Fisches ist, daß er bei eintretender 
Dürr sich zu längerem Sommerschlaf in den 
Schlamm einwühlt, ohne der Gefahr des Er 
stickens ausgesetzt zu sein. 
Milben fresse» Schlangen. 
Im Zoo von San Diego hat man beobachtet, 
daß eine gewisse Milbenart Schlangen heim 
sucht und innerhalb weniger Tage tötet. Alle 
Schlangenarten bis zur gefährlichsten Klapper 
schlange werden betroffen. 
Tie Haarsträhne als Tranring. 
In China wechselt man bei Verlobungen 
nicht Ringe, sondern Haarsträhnen. Aus dieser 
Sitte heraus führt die erste Frau des Chine 
sen, die Hauptfrau, den Namen Haarfrau. 
Zentralheizung aus dem 11. Jahrhundert. 
Mit vieler Mühe hat man der Tiefe und der 
Vergessenheit die Geheimnisse der alten Stadt 
Suvar im Tartaren-Gebiet entrissen. Die 
größte Ueberraschung bot der alte Palast der 
Khans. Er stammt aus dem 11. Jahrhundert, 
enthielt nicht nur prachtvolle Badezimmer, 
sondern auch eine Zentralheizung, die nach 
dem System der Warmwasserheizung nach ganz 
modernen Prinzipien konstruiert ivar. 
' Man muß annehmen, daß römische oder 
griechische Zentralheizungs-Spezialisten da 
mals die ganze Welt bereisten und gegen ent 
sprechende Bezahlung diese Bauwunder in den 
Palästen konstruierten. 
Der 1. Mai in ï)îto de Janeiro. 
Die deutsche Kolonie in Rio de Janeiro feierte 
zum dritten Male auf dem Platz dcö Deutschen 
Turn- und Sportvereins den Nationalen Fei 
ertag des deutschen Volkes. Ein besonderes 
Erlebnis war den Festteilnehmern das über 
raschende Erscheinen des LZ. 127 „Graf Zep 
pelin", der mit große,» Jubel begrüßt wurde. 
(Scherl Bilderdienst, K.) 
§rauke Stiefel-Hohn (Wenn Du in Hamdorf 
Lohntest, würde ich bei Gelegenheit Dir mal 
M Hand geben. Aber in Hohn bin ich seit Iah- 
şch nicht mehr gewesen.);Hans Schroder-llm- 
^itungsdeich (Ich kann mir denken, wie Ihr 
^rgnügt seid, daß die Ueberschwemmungen so 
M wie ganz aufgehört haben. Der Weise des 
^lltertums hat an sich wohl recht, wenn er sagt: 
»Das Beste ist Wasser." Aber „Dat Gode 
'"nn ak toveel warrn." see de Buur. do full 
ssņ'n Fader Mist op'n Liev.); Helene Bornhöft- 
vvhenwestedt (Sieh Dir mal das Schild der 
Straße an, in der Du wohnst. Helene, und 
^erke Dir die Schreibweise. Mich hast Du auch 
^getauft in Kiekuk. Fehlt also nicht viel am 
Kuckuck.): Else Kühl-Büdelsdorf (Nett, daß 
^eîne Eltern Dir „Kinderland" nach Schles 
wig nachschickten. Else. So brauchtest Du nicht 
Auszusetzen. Hat Dir gewiß fein gefallen in 
Schleswig.); Irmgard Thöming-Hohn (Wie 
Mßte das kleine Küken sich bloß mit dem gro- 
Osterei abtasen! Hoffentlich hat es Dir hin 
fahren.); Anneliese Walter» Bergenhusen 
iJa. es ist eine reine Freude, jetzt im Garten 
^ arbeiten und die junge Vegetation zu beob 
achten. Ihr in Stapelholm sagt ja auch„Schink 
^ Schinken, und so wird aus Möschen (Wald 
meister) bei Euch eben auch „Mösch". „Mösch" 
^deutet bei uns in Holstein sonst Tante.); 
öerta Runge-Keitum a. Sylt (Ich nehme Dei- 
M guten Willen für die Tat und wünsche 
şiir. daß Dir die Ostereier sein geschmeckt 
laben. Ich bin auch zu meinem Recht gekom 
men. Wir Städter leiden keine Not mehr; alles 
.ş jvieder zu haben, auch Butter und Schweine- 
üMch. Zu Deinem seinen Osterzeugnis kannst 
J-u Dich wirklich freuen.); Annemarie Iakobs- 
j^antrum (Soll ich mal raten, wieviel Eier 
jssU zu Ostern verdrückt hast? Na. sagen wir 
M'al — drei.); Paula Kaddatz-Hohn (Das war 
r Uhr kurz ab. Ich habe mich aber doch gefreut. 
M Du wieder mitmachtest.); Kathrine Bruhn- 
şiftenberg (Wenn Du gar keine Geschwister 
Mt. bestelle Dir nur einen kleinen Bruder 
Ļ>M Klapperstorch, der ja wieder da ist. Wer 
àrst bestellt, wird zuerst bedient.); Else Sie- 
ers-Elsdorf (Es ist bestimmt nicht so gemeint. 
M) Ihr Euch selber Geschichten ausdenken 
Aber ich sehe gerne, daß Ihr Selbst- 
Flebtes, was allgemein interessieren kann. 
Ichlichk und klar zu Papier bringt und es dann 
M^ņdet.); Anneliese Danullis-Schachterbusch 
(un wird der Schachterbusch auch wohl endlich 
grün.); Rita Tschierschke-Büdelsdorf 
können Du und Else die Nüsse ja schön ge- 
M)"sam knacken.); Marianne Reimer-Schüll- 
(Hast wohl keine Zeit gchabt vor lauter 
Ostereier suchen. Nicht mal einen Ostergruß 
hast Du mitgeschickt.); 
auch ehrlich verdient. Versetzt? Natürlich — 
brauche wohl wirklich nicht danach zu fragen. 
Helene Pahl-Hanerau (Ja. der Appetit kommt 
beim Essen. Helene. Die Wörter Eros und Ossa 
sind unseren kleinen Kinderlandlesern nicht ge- 
läufig. Also Papierkorb.); jemand aus Hohn 
(der Schrift nach ein Mädchen), der erzählt, 
daß sie elf Geschwister gewesen sind u. im Gar 
ten bereits Kartoffeln gelegt u. Kleinsaat ge 
sät haben.); Hanna Delfs Steenfeld-Troßen- 
bürg (Eine kleine Deern von 10 Jahren, die 
sich so nett vorstellt wie du, ist in unserem Krei 
se herzlich willkommen.); Klaus und Hans Rök- 
kendorf-Hohenheide b.Elsdorf(Jch dachte, Ihr 
schicktetwohleine kleine Geschichte, und nun war 
es die nette Nachzeichnung von Hans. Auch b i 
den Lösungen habt Ihr Euch rechtMühe gege 
ben. das mag ich leiden.) 
Manche von Euch haben mir die Einzelnoten 
Ihres Osterzeugnisses mitgeteilt. Daß es nur 
die taten, die gut gefahren sind, halte ich für 
natürlich. Bei verhältnismäßig vielen findet 
sich in der stattlichen Reihe der Einsen und 
Zweien eine Drei oder gar eine Vier im Sin 
gen. Das müßt Ihr nicht so tragisch nehmen, 
denn Singen ist ursprünglich Begabung, und 
wer's von Haus aus nicht kann, lernt's eben 
auch nicht. Nett natürlich, wer's kann. Bei mir 
ist's damit leider auch nicht weit her. aber es 
reichte gerade für den Hausgebrauch, das 
heißt, ich konnte meine Kinder in den Schlaf 
singen, als sie klein waren. Und das war auch 
man gut. Denn meine Frau kann überhanpt 
nicht singen, sie kann nur summen. Ich foppte 
sie oft und sagte:„Christine. Du hast nur einen 
Ton. und der ist auch noch falsch." Das mochte 
sie natürlich nicht hören, aber ich habe sie dann 
damit getröstet, sie wisse den rechten Ton. wenn 
auch nichtbeim Singen, so doch sonst im Leben 
zu treffen und habe da auch das rechte Gefühl 
für den richtigen Takt, und das sei die Haupt 
sache. Und wenn man das mit Recht auch von 
Euch sagen kann, dann dürft Ihr wohl zufrie 
den sein, und wenn Ihr gar eine dicke Fünffür 
Singen im Zeugnis habt. 
Für Eure lieben Wünsche zum Osterfeste 
sage ich Euch insgesamt herzlichen Dank. 
Euer getreuer 
Onkel Jakob. 
Nr. 8 
1986 
12. Jahrgang 
Rendsburg, 9. Mai 
12. Jahrgang 
Wortdeutung. 
Lehrerin: „Anonym heißt: ohne Name. 
Saget nun irgendeinen Satz, woraus ich 
ersehe, daß ihr begriffen habt." 
Kleiner Schüler: „Unser neues Kind ist 
MUMM," 
Mutter 
„Mutter", schallt es immer fort 
und fast ohne Pause, 
„Mutter" hier und „Mutter" dort 
in dem ganzen Hause. 
Ueberall zugleich zu sein, 
ist ihr nicht gegeben, 
sonst wohl hätte sie, ich mein', 
ein bequemer Leben. 
Jedes ruft, und auf der Stell 
will sein Recht es kriegen, 
und sie kann doch nicht so schnell 
wie die Schwalben fliegen. 
Ich fürwahr bewundre sie, 
daß sie noch kann lachen, 
was allein hat sie für Müh', 
alle satt zu machen. 
Kann nicht einen Augenblick 
sich zu ruhn erlauben; 
und das hält sie gar für Glück! 
Sollte man es glauben? 
Johannes Trojan. 
■fr 
Me Geburt eines Trauer 
mantels 
Sommer war's. Ueber den Feldern lag 
das Lied vom seligen Reisen; auf den Wie 
sen Handen Wucherblumen in weiten Flä 
chen und Disteln dazwischen mit roter 
Köpfen. 
Tiefglücklich schaute die jungschlanke Birke 
an der Grenzscheide in den Sommermorgen, 
nickte dem Grase zu und freute sich über die 
Tautröpfchen, die schimmernd an den Sten 
geln schaukelten. 
„Es ist doch wunderbar, all die vieler 
Farben der Blumen im Spiegel der som 
merfestlichen Stunde", und Erle und Weide 
gaben der Birke recht. — Da kam es leise 
herangeflattert. Ein Trauermantel war es. 
Setzte sich still an einen kleinen Zweig und 
tat so, als wäre er gar nicht da. 
„Die Birke hat es vielleicht nicht gern, 
wenn ich sie unangemeldet besuche." Und 
während er das dachte, leimte er kleine 
Schmetterlingseier an den Zweig, wohl 50 
bis 100 an der Zahl, sah noch einmal nach 
seiner Arbeit und flog befriedigt zur Wiese 
hinab. 
Wieder wurde es Morgen und noch ein 
mal, da entstand Leben in dem Gipfel der 
Birke, da krochen aus dem Häuflein Eiei 
viele schwarze Raupen aus, klein und un 
scheinbar, aber doch flinke und muntere 
Dingerchen. Weil es ihnen so gut in der 
Welt gefiel, kletterten sie behende an das 
, nächKe Won-, setzten sich cm den Rand des 
selben und iiugerr zu fressen an. Fräßen vom 
frühen Morgen bis zum späten Abend und 
machten sich sonst weiter keine Gedanken.
	        
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