Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Dev sag in Wort im- Vilö 
Es ist geschafft! 
Hindeàrg" in ASA. gelandet 
99* 
DNB. Lakehurst, 9. Mai. (Eig. Funkmelög.) 
Das Luftschiff „Hindenburg" ist um 11.08 Uhr 
MEZ. iu Lakehurst glatt gelandet. 
* 
DNB. Newyork, 9. Mai'. (Eig. Funkmelög.) 
Das Luftschiff „Hindeuburg" wurde nach 1V 
Uhr MEZ. über dem Newyorker Hafen ge 
sichtet. 
Die Fahrt des Luftschiffes ist unmittelbar 
vor der amerikanischen Küste durch Gegen 
winde verzögert worden. Um 8 Uhr MEZ. 
funkte „Hindenburg", daß er sich auf dem 
Dampferkurs längs der Insel Long Island 
bewege und voraussichtlich etwa um 10.30 Uhr. 
MEZ. Newyork überfliege. 4 Flugzeuge der 
amerikanischen Küstenwache liegen auf dem 
Newyorker Flugplatz bereit, um dem „Hin- 
denburg" etwa 10 Klm. entgegenzufliegen und 
das Luftschiff bis Lakehurst zu begleiten. Der 
Leiter des Flugplatzes erklärte, daß sich kein 
anderes Flugzeug dem „Hindenburg" nähern 
dürfe. 
* 
Beim Nantucket-Feuerschiff. 
DNB. Lakehurst, 9. Mai. (Eig. Funkmeld.) 
Die Marinefunkstation Lakehurst nahm gegen 
7 Uhr MEZ. die direkte Funkverbindung mit 
dem „Hindenburg" auf, der sich um diese Zeit 
auf 40,41 Grad nördlicher Breite und 68,49 
Grad westlicher Länge, querab vom Nantucket- 
Feuerschiff und etwa 200 Kilometer von Lake 
hurst entfernt, befand. 
Stürmische Nacht. 
DNB. Newyork, 8. Mai. In der Nacht auf 
Freitag durchquerte das Luftschiff den von den 
Wetterwarten angekündigten Sturm, der von 
schweren Regenböen begleitet war, derart glatt 
und ruhig, daß nicht einmal eine Blumenvase 
oder eine Wasserflasche umfiel. Von den Pas 
sagieren wurde der Sturm kaum bemerkt. Die 
Schiffsleitung war über das elementare Er 
eignis erfreut, da es einen Regenballast von 
etwa 5 Tonnen einbrachte, mit dem der Ge 
wichtsverlust durch den Treibstoffverbrauch 
wettgemacht werden konnte. 
Eisberge gesichtet. 
DNB. Newyork, 9. Mai. (Eig. Funkmeld.) 
Der amerikanische Journalist Arthur Bris 
bane schreibt in den Hearst-Blättern, das große 
Ereignis des heutigen Tages sei die Ankunft 
des „LZ. Hindenburg", der den wirklichen 
Luftverkehr über den Atlantik einleite. Die 
erste Ueberfahrt des Luftschiffes „Hindenburg" 
werde noch eine große Nachricht sein, wenn der 
diesjährige Präsidentschaftswahlkampf und der 
Krieg in Abessinien in den Hintergrund der 
Geschichte gedrängt worden seien,' denn der 
erste wirkliche Passagierluftverkehr über den 
Atlantik sei ein großer Schritt aus dem Wege 
des menschlichen Fortschrittes, etwas, das un 
vergeßlich sei. 
Das Luftschiff sichtete am Freitagmorgen 
etwa 430 Kilometer südöstlich von Cap Race 
zwei Eisberge, von denen der eine schätzungs 
weise eine Höhe von fast 50 Metern hatte. Ka 
pitän Lehmann führte das Luftschiff so, daß 
alle Fahrgäste die in der Sonne glänzenden 
Eisberge gut sehen konnten. 
„Friedensbote 
des Wissens und Annens 
DNB. Newyork, 8. Mai. Die Blätter heben 
in ihren Artikeln über „LZ. Hindenburg" die 
ruhige, nüchterne Art hervor, mit der Deutsch 
land diese historische Leistung durchführe. Die 
Fahrt wird als Fortschritt der Zivilisation 
und als Friedensbote des Wissens und Kön 
nens bezeichnet. Das Deutsche Reich habe keine 
freundlichere Propaganda treiben können. Be 
sonders groß ist die Freude in den Kreisen der 
Anhänger der Luftschiffidee, die trotz aller 
Fehlschlüge und Enttäuschungen der amerika 
nischen Luftschiffahrt hartnäckig die Ueberle- 
genheit der Luftschiffe über die Flugzeuge bei 
Ozeanüberquerungen verteidigt haben. In den 
Erfolgen des „Graf Zeppelin" und des „Hin 
denburg" sehen sie ihre Theorie bestätigt. 
Wie stark auch in amtlichen Kreisen das In 
teresse im Hinblick einer Wiederaufnahme des 
Luftschiffbaues ist, geht aus der bisher noch 
nicht bestätigten Mitteilung von Offizieren 
der Marinestation Lakehurst hervor, daß zur 
Begrüßung des Luftschiffes eine Abordnung 
aus Washington kommen werde, zu der höhere 
Offiziere des Admiralstabes gehören, unter 
ihnen der Chef der Marineleitung William H. 
Stanley, der Chef der Luftfahrtsbehörde, Kon 
teradmiral Ernest I. King und der Kom 
mandant des vierten Marinedistrikts, Konter 
admiral William C. Watts. 
„Gras Zeppelins" Rückkehr. 
Kampf mit Böen — Fahrt durchs Rhonetal. 
DNB. Berlin, 8. Mai. Das Luftschiff „Graf 
Zeppelin" ist, wie bereits gemeldet, am Frei- 
»u 
tag 7.41 Uhr mit 22 Fahrgästen von seiner 
zweiten diesjährigen Südamerikareise glatt 
in Frieörichshafen gelandet. Auf der Rückfahrt 
nahm das Luftschiff nach der vorgesehenen Zwi 
schenlandung in Sevilla den Weg über Mit 
telmeer und Südfrankreich. Bei der Landung 
in Rio am 2. Mai war eine leichte Beschädi 
gung am Gerippe des Schiffes eingetreten, die 
behelfsmäßig an Ort und Stelle ausgebessert 
wurde. Nach dem Start in Sevilla hatte das 
Luftschiff mit schweren Böen zu kämpfen,' an 
der portugiesischen Küste wurde Westwind von 
70 Kilometerstunden festgestellt. 
Bestärkt durch die Nachricht der Deutschen 
Seewarte, daß in der Biscaya heftige Nord 
ostwinde angetroffen würden, entschloß sich 
Kapitän von Schiller, abzudrehen und über 
das Mittelmeer zurückzufahren. Mit Rück 
sicht auf die Sicherheit des Schiffes erteilte die 
französische Regierung ausnahmsweise die Ge 
nehmigung, den Kurs durch das Rhonetal ein 
zuschlagen. Die vollständige Ausbesserung des 
Schadens wird am Sonntag beendet sein, so 
daß „Graf Zeppelin" am Montagvormittag 
nach Frankfurt a. M. überführt werden kann, 
von wo aus Montag abend die dritte dies 
jährige Reise nach Südamerika angetreten 
ivirö. 
* # * 
Vom Mühlengetriebe gerädert. 
DNB. Paderborn, 8. Mai. (Eig. Funkm.). 
Ein gräßlicher Unfall ereignete sich in einer 
Getreidemühle im benachbarten Brenken. Der 
Müllergeselle, der allein im Mühlenraum war, 
wurde von dem Maschinengetriebe erfaßt und 
mehrere Male mit herumgeschlendert. Durch 
den Lärm aufmerksam geworden, eilte der 
Mühlenbesitzer herbei und stellte den Motor 
ab. Seine Hilfe kam zu spät. Der Bedauerns 
werte, der noch schwache Lebenszeichen von sich 
gab, mußte aus dem Räderwerk herausge 
schnitten werden. Der junge Müllergeselle 
hatte erst vor kurzem seine Stelle angetreten. 
I - I ■T « 
kord des britischen Fliegerleutnants Tommy 
Rose, der elf Stunden mehr benötigte. 
Die dritte Tagung des Reichsarbeitsdienstes wurde in Eisenach mit einem Festakt 
auf der Wartburg eröffnet. Das Bild zeigt, von links nach rechts: Reichsarbeits 
führer Hierl, Oberbürgermeister Dr. Janson und Burghauptmann Dr. von der Ga- 
belentz bei einem Rundgang durch die Burg. 
(Gewitz, K.)' 
Eine Maikäfers-olke im Lechtal 
Die Bäume kahlgefressen — 
DNB. Landsberg am Lech, 9. Mai. 
(Eig. Funkmeld.) Die Gemeinden des östlichen 
Lechraines, in der Nähe des Flugplatzes Lech 
feld, sind von einer ungewöhnlich starken 
Maikäferplage heimgesucht worden. Ganz be 
sonders schlimm wurde die Ortschaft Winkl 
betroffen, wo am Abend des 6. Mai eine dichte 
Wolke mit Hnnderttausenden von Maikäfern, 
in einer Tiefe von 8 Km. und einer Breite 
von 500 Meter etwa 10 Meter über dem Bo 
den fliegend, über den Lech kam und sich als 
schwarze Wolke auf den Bäumen der Ortschaft 
niederließ. Kahlgefressene Zweige und das 
Gerippe der Aeste geben den befalleneu Stri 
chen das Gepräge einer hoffnungslosen Ver 
wüstung. 20 Zentner Maikäfer wurden allein 
an einem Tage vernichtet. Trotzdem bot sich 
am Morgen des nächsten Tages wieder das 
selbe Bild. In den Gärten lagen die Käfer 
bis zu 10 cm. hoch am Boden, weil sie auf 
den Bäumen keinen Platz mehr hatten. 
Hitze und Schnee in NA. 
DNB. Neuyork, 9. Mai. (Eig. Funkm.) In 
einzelnen Teilen der Oststaaten sind die Tem 
peraturen zu einer für diese Jahreszeit unge 
wöhnlichen Höhe angestiegen. In Neuyork stieg 
das Thermometer auf 30,50 Grad Celsius, in 
Philadelphia auf 33,33 Grad und in Gaston in 
Pennsylvanien auf 33,38 Grad Celsius. 
Andererseits wurden Teile von Colorado 
von heftigen Schneestürmen heimgesucht, die 
jeden Verkehr unterbrachen. Im Gebiet von 
Hannah in Oklahoma richteten Wirbelstürme 
große Verheerungen an. Zahlreiche Gebäude 
wurden vernichtet. Eine Person wurde getö 
tet, 25 wurden verletzt, mehrere davon schwer. 
Schnee in Rordafà 
DNB. Paris, 9. Mai. (Eig. Funkmeldung.) 
Im Hochland von Oran ist Schnee gefallen. 
Er herrscht große Kälte, und man befürchtet 
ein Erfrieren der Saaten. 
* * * 
Amy machļ's besser als Tommy. 
Die bekannte englische Fliegerin Amy Mol- 
lisvn ist Donnerstag nachmittag 4 Uhr 40 nach 
Schlacht mit dem Ungeziefer 
einem Rekordflug von England auf dem 
Flugplatz in Kapstadt wohlbehalten gelandet. 
Sie benötigte für die 6300 Meilen lange Strek- 
ke England—Kapstadt drei Tage, sechs Stun 
den und 25 Minuten und verbesserte mit die 
ser glänzenden fliegerischen Leistung den Re- 
Das neue römische Imperium. 
Am Sonnabend wird, wie allgemein erwartet, der italienische Re 
gierungschef die Annexion Abessinien verkünden. Durch Abessinien 
erfährt das italienische Kolonialgebiet eine Vergrößerung um 
1 120 000 Quadratkilometer. Zusamen mit den beiden bisherigen 
ostafrikanischen Kolonien Somaliland und Eritrea ergibt sich ein 
zusammenhängender Block, der fast sechsmal so groß ist wie das 
italienische Mutterland. Außerdem besitzt bekanntlich Italien noch 
die Kolonie Libyen. — Unsere Ucbersichtskarte zeigt die gegenwärti 
ge Aufteilung des Schwarzen Erdteils. 
IDr. Selle-Eysler, KI 
Jugendherberge» 
In diesen Wochen des Frühlings beginnt 
das große Wandern, Ausdruck einer uralten 
deutschen Sehnsucht. Besonders die Jugend 
folgt der Stimme des Blutes, packt den Ruck 
sack und zieht auf Fahrt in die frühlingsschö 
nen Gaue unseres deutschen Vaterlandes. Das 
Jugenöwandern in dem heutigen Umfange 
wird erst durch das Jugendherbergswerk er 
möglicht. Dieses wahrhaft sozialistische Werk 
war und ist bemüht, das ganze Deutsche Reich 
mit einem Netz von Jugendherbergen zu über 
ziehen. Große Erfolge waren diesem Werk bis 
her schon beschieden, vieles bleibt noch zu tun. 
1530 Jugendherbergen gab es in 1822 Ju 
gendherbergsorten zu Beginn des Jahres 1936 
nach einer amtlichen Erhebung,' 125 892 Ueber- 
nachtungsgelegenheiten standen in diesen Ju 
gendherbergen zur Verfügung. Ein Jugend 
herbergsort ist auch Rendsburg. Unsere Stadt 
besitzt ihre Jugendherberge im Rotenhof am 
Rotenhöfer Weg. Trägerin ist die Ortsgruppe 
des Landesverbandes für deutsche Jugendher- 
bergeu. In der Rendsburger Jugendherberge 
können 120 Wanderer übernachten, und zwar 
stehen dafür 17 Lager, 103 Betten mit Decken 
zur Verfügung. Im Jahre 1934 waren es auf 
Rotenhof 3000 Uebernachtungen, 1935 schon 
über 5000, wie in einem früheren Bericht mit 
geteilt. 
Im Bezirk des Landesverbandes N o r d - 
mark des Reichsverbandes für deutsche Ju 
gendherbergen gibt es nach der Erhebung von 
Anfang 1936 74 Jugendherbergen, darunter 62 
mit voller Verpflegungsmöglichkeit. Diese Ju 
gendherbergen bieten 7777 Uebernachtungsge- 
legenheiten. Außerordentlich bemerkenswert 
ist die Feststellung, daß im Jahre 1935 die Ju 
gendherbergen des Landesverbandsbezirks 
483 900 Uebernachtungen zu verzeichnen hatten, 
darunter 270 900 von männlichen und 213 000 
von weiblichen Personen, sowie 7500 von Aus 
ländern. Im Deutschen Reich betrug 1935 die 
Zahl der Uebernachtungen in den Jugendher 
bergen 6,54 Millionen gegenüber 5,88 Millio 
nen im Jahre 1934. Die verstärkte Wander 
freudigkeit der deutschen, insbesondere der 
weiblichen Jugend findet darin ihren Aus 
druck. Die Jugendherbergen dienen der Pflege 
der Volksgemeinschaft. Das Jugendherbergs 
werk ist ein wichtiger Faktor für die Erholung 
und Erziehung der deutschen Jugend. 
Was ist „alte Jungfer"? 
In Rzeszow in Polen nannte eine Frau die 
andere im Streit „alte Jungfer". Die so Be 
titelte lief zum Kadi und der verurteilte die 
Beklagte wegen Beschimpfung. Die Klägerin 
legte aber Berufung ein mit der Behauptung: 
„Alte Jungfer sei keine Beschimpfung, son 
dern eine Beleidigung". Die höhere Instanz 
stellte sich ebenfalls auf diesen Standpunkt 
und verurteilte die Beklagte wegen Beleidi 
gung. 
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