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WchZlàr Rosenberg spricht
in Hannover.
DNV. Hannover, 10. Mai. Die NS.-Kultur-
gememöe hatte am Freitag und Sonnabend
a-re Obmänner der Ortsgruppen und Kreise
des Gaues Süöhannvver zu einer Arbeitsta
gung einberufen, deren Höhepunkt am Sonn
abendabend eine öffentliche Kundgebung war,
auf der Alfred Rosenberg in einer groß
angelegten Rede über das geistige Ringen un
serer Zeit und über die Aufgaben und Ziele
der NS.-Kulturgemeinöe sprach.
Gegen 20 Uhr war der gewaltige Kuppelsaal
der Stadthalle und der Beethovensaal, auf den
die Versammlung durch Lautsprecher übertra
gen wurde, bis auf den letzten Platz gefüllt.
Alfred Rosenberg schilderte anfangs die gei
stige Lage unserer Revolution dahin, daß,
wenn man in einer großen Zeit zu einer ent
scheidenden Schicksalsfrage „Ja" gesagt habe,
das Leben einen zwänge, zu tausend anderen
prägen „Nein" zu sagen. In dieser Festigung
eines Gedankens zeige sich das wahre Wesen
einer geistigen Umwandlung nicht nur in den
ersten Tagen der politischen Machteroberung,
sondern im Verlauf langer Zeitspannen.
Reichsleiter Rosenberg behandelte dann das
Problem zwischen Tradition und Revolution
und erklärte die einzigartige Schöpfung des
Führers aus den Notwendigkeiten unseres
Jahrhunderts heraus. Rosenberg wies auf die
Versuche hin, nun, da politisch nichts zu än
dern sei, aus dem Umwege der Kunstpolitik die
nationalsozialistische Gedankenwelt zerreden
zu wollen. Er wandte sich gegen die im letzten
Jahr mehrfach aufgetretenen Versuche, den
Begriff „Kunstbolschewismus" aus der Welt
zu schaffen. Diese Versuche zeigten offenbar
ein schlechtes Gewissen. Sie wollten jene Ele
mente, die sich getroffen fühlen müßten, nun
mehr von einer Kennzeichnung entlasten, um
sie dann auf diesem Umwege wieder als
Gleichberechtigte in das deutsche Kunstleben
einzuführen.
Reichsleiter Rosenberg unterstrich den Aus
gangspunkt der NS.-Kulturgemeinde: Genau
wie die NSDAP, durch eine politische Parole
die Menschen als Freiwillige an sich herange
zogen habe, so müßte auch eine klare kunstpoli
tische Gedaukenhaltnng die einzelnen zu einer
geschlossenen Gemeinde zusammenfassen. Die
ses Erlebnis könne dann jene Spannung mit
erzeugen helfen, die die Voraussetzung der
Geburt jeder großen Volkskunst darstellt.
Die NS.-Kulturgemeinöe solle niemandem
etwas nehmen, sondern selbstlos alles fördern,
was an schöpferischen Kräften in Deutschland
vorhanden sei und wenn bei ihren nahezu IM
Millionen Mitgliedern diese in einem Jahr
je nach Möglichkeit 10 bis 15 Veranstaltungen
fest abnehmen, so ergäbe sich schon daraus eine
Riesenzahl von Besuchern, die, freiwillig zu
sammengetreten, heute schon einen Unterbau
für kommende Aufgaben darstellten. Das För
dern sei immer das Schönste, was sich die NS.-
Kulturgemeinöe vorstellen könnte. Sie werde
deshalb auch die Gefahren abzuwenden wissen,
wenn inmitten des nationalsozialistischen Aus
leseprozesses auch Fehler unterlaufen. Vor
allem müßte sie aber im Sinne des Aufbau
willens des Führers wissen, daß bei aller Ab
wehr der Zersetzungskrüfte eine Kritik an
künstlerischen Versuchen und Künstlern selbst
nicht Kräfte schwächen, sondern Kräfte zu stär
ken berufen sei. Kritik müßte nicht ermatten,
sondern anfeuern. Der große Kritiker sei nicht
der, der das Schlechte ausmale, sondern den
gute» Kräften weitere Wege weise. Das sei
eine Erziehungsaufgabe für uns. Diesen Weg
müßten alle, die ernst um die Fragen unserer
Zeit ringen, gehen und die NS.-Kultur
gemeinöe könne stolz sein, diesen Weg einge
schlagen zu haben. „Innere Härte gegenüber
dem Faulen und Verkrampften und freudige
Unterstützung alles ehrlich Strebenden, dann
sind die Grundlagen gelegt für die Verwirk
lichung einer alten Sehnsucht und die Herbei
führung einer echten deutschen Volkskultur."
Die ArrsrrrfrrrrZ des Kaiserreichs
Der italienische Regierungschef hat Sonn-
Nach englischem Vorbild
abend abend vom Palazzo Venezia ans dem
italienischen Volk verkündet, daß der König
von Italien den Titel eines Kaisers von Abes
sinien annimmt, und daß sämtliche Gebiete
und Volksstämme des abessinischen Kaiser
reichs unter die volle und uneingeschränkte
Souveränität Italiens kommen.
Der Oberfehlshaber der italienischen Trup
pen in Ostafrika, Marschall Vadoglio, ist znm
Generalgouverneur von Abessinien mit dem
Titel eines Vizekönigs ernannt worden.
Absage Zlsunings an die Ksrnmumsten.
Das kommunistische Angebot einer Einheits
front mit den Sozialdemokraten bei der bevor
stehenden Landstingswahl wurde vom Staats
minister und sozialdemokratischen Parteifüh
rer Stauning in einer Rede, die er in Aarhus
hielt, glatt abgewiesen: „Wir glauben kommu
nistisch-demokratischen Phrasen nicht. Wir ken
nen ihr Verhalten aus langjähriger Erfah
rung, und wir wissen, daß dort, wo der Kom
munismus die Macht hat, die Demokratie ge
fesselt ist. Wir gehen zur Wahl ohne den
Wunsch, von unseren langjährigen Angreifern
unterstützt zu werden!"
* . *
Die Rede Mussolinis.
Rom hat seinen Kaiser und sein Imperium.
Als iu dem hell erleuchteten Palazzo Venezia
um 22 Uhr der Großrat zusammentrat, war
der weite Platz davor, der in den letzten Tagen
nicht weniger als drei riesige Siegesfeiern ge
sehen hat, von einer erwartungsvoll begeister
ten Menge gefüllt. Auf den Treppen des Na-
tionaldenkmals hatten die gesamten Truppen
der Garnison Rom in Stärke von 2» 0ü0 Mann
in feldmarschmäßiger Ausrüstung Aufstellung
genommen. Große Scheinwerfer mit Taglicht-
lampen huschten über die bleiche Marmorfläche
des Denkmals. Auf den Galerien des gegen
überliegenden Palastes hatten einige Mitglie
der des königlichen Hauses Platz genommen.
^ Nach einer nur zehn Minuten währenden
Sitzung des Faschistischen Grotzrats, dem außer
den in Ostafrika weilenden Ciano, Farinacci,
Vottai und Starace alle Mitglieder beiwohn
ten und der sich eine nur drei Minuten dau
ernde Sitzung des Ministerrats anschloß, be
gab sich der Duce im Auto zum Quirinal, um
vom König sich die heutigen Dekrete unter
zeichnen zu lassen. Um 22 Uhr 36 trat
Das Land Abessinien und die Stämme
Abessiniens stehen von heute an unter der
unumschränkten Herrschaft des italieni
schen Reiches. Der Titel Kaiser von Abes
sinien wird vom König von Italien ange
nommen.
Königliche Offiziere und Unteroffiziere in
Asrrka und Italien, Schwarzhemdcn, Italie
ner und Italienerinnen! Das italienische Volk
hat sich in seinem Kampf sein Kaiserreich selbst
geschaffen. Es wird es in seiner Arbeit erhal
ten und es wird es gegen jedweden Feind mit
den Waffen verteidigen. In dieser hebren Ge
wißheit erhebt, Legionäre, Eure Abzeichen,
Eure Dolche und Eure Herzen, um nach 15
Jahrhunderten das Wiedererscheincn des Kai
serreiches auf den schicksalhaften Hügeln Roms
zu grüßen. Werdet Ihr seiner wert sein? (Die
Menge bricht in ein gewaltiges „Ja" aus.)
Dieser Ruf ist wie ein heiliger Schwur, der
Euch vor Gott und vor den Menschen auf Le
ben und Tod verpflichtet. Schwarzhemdcn, Le
gionäre! Grüßt den König!"
Mussolini, dessen Rede an den wichtigen
Kellen wiederholt von fanatischem Beifall un
terbrochen worden war, hatte das letzte Wort
noch nicht gesprochen, da brach das römische
Volk in unbeschreiblicheBegeisterung aus.
Mussolini, der Begründer des Imperiums,
mußte sich immer wieder dem Volke zeigen.
Gegen Mitternacht zog die Menge zum Quiri
nal, um Victor Emanuel, dem neuen Kaiser
zu huldigen.
amtlichen Gesetzes- und Dekreterlasse des ita
lienischen Königreiches aufgenommen wird,
und verlangen von jedem, es zu beachten und
beachten zu lassen.
Auch General Graziani Marschall von
Italien.
Auf Vorschlag des italienischen Regierungs
chefs als Kriegsminister hat der König von
Italien den Oberbefehlshaber an der Somali
front, General Graziani, zum Marschall er
nannt. Jetzt führen alle drei an der Durchfüh
rung des ostafrikanischen Feldzuges hauptsäch
lich beteiligten Generäle Badoglio, de Bono
und Graziani, den Rang eines Marschalls von
Italien.
Mussolini
von rasendem Beifall der Menge überschüttet,
auf den von Jupiterlampen bestrahlten Bal
kon des Palazzo Venezia, wo er mit klarer,
leöoch von innerer Erregung bewegter Stimme
begann:
„Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten aller
bewaffneten Streitkräfte iu Afrika und Itali
en, Schwarzhcmden der Revolution, Italiener
und Italienerinnen des Vaterlandes in der
Welt, hört mich an!
Mit den Entschlüssen, die wir in wenigen
Minuten kennen werden und die vom Faschi
stischen Großrat gebilligt wurden, vollendet sich
ein großes Ereignis.
Das Schicksal Abessiniens wird heute, am 9.
Mai, im 14. Jahre der faschistische» Aera, be
siegelt. Alle Knoten wurden von unserem
Schwert zerhauen. Der faschistische Sieg bleibt
in der Geschichte des Vaterlandes erhalten.
Italien hat endlich sein Imperium! Und zwar
das faschistische Imperium, denn es trägt die
untrüglichen Zeichen des Willens des römi
schen Liktorenbündcls. Dies war das Ziel, aus
das durch vierzehn Jahre alle Kräfte der ita
lienischen Nation hindrängten und das zu er
reichen sic strebten, ein Kaiserreich des Frie
dens. Denn Italien will den Frieden für sich
und für die anderen, und greift znm Kriege
nur, wenn es von feindlichen Mächten dazu
gezwungen wird. Ein Kaiserreich der Zivili
sation und der Humanität für alle Stämme
Abessiniens, weil das die Mission Roms ist
und weil das der Wille Noms ist, der die Völ
ker seinem Schicksal entgegensührt. So gebietet
es das Gesetz unserer Geschichte. j
Vor uns öffnet sich jetzt eine breite Bresche
in die Zukunft. Ich rufe es Euch zu: !
Die Dekrete.
Der Faschistische Großrat und der italienische
Ministerrat haben folgende Dekrete gebilligt,
die noch im Laufe der Nacht vom König von
Italien unterzeichnet worden sind. Die Dekre
te haben folgenden Wortlaut:
„Wir, Viktor Emanuel II!., durch die Gnade
Gottes und den Willen der Nation König von
Italien, haben angesichts der Dringlichkeit und
absoluten Notwendigkeit, diese Maßnahmen zu
treffen, nach Anhören des Faschistischen Groß
rats und des Ministerrats ans Vorschlag des
Regierungschefs folgendes dekretiert:
Artikel 1: Die Gebiete und die Volksstämme,
die dem abessinischen Kaiserreich angehörten,
werden unter die vollständige Souveränität
!>es italienischen Königreiches gestellt. Der Ti
tel „Kaiser von Abessinien" wird von dem
König von Italien und seinen Nachfolgern an
genommen.
Artikel 2: Abessinien wird durch einen Gc-
neralgouvcrneur regiert und vertreten, der
den Titel Vizekönig führt und von dem auch
die Gouverneure von Eritrea und Jtalienisch-
Somaliland abhängig sind. Vom Generalgou-
verneur und Vizekönig von Abessinien hängen
alle militärischen und zivilen Autoritäten der
einer Rechtsprechung unterstellten Gebiete ab.
Der Generalgouverneur und Vizekönig von
Abessinien wird durch königliches Dekret auf
Vorschlag des Regierungschefs ernannt.
Artikel 3: Mit königlichem Negierungsdekret
wird auf Vorschlag des Regierungschefs die
Verwaltung Abessiniens festgelegt.
Artikel 4: Das vorliegende Dekret, das vom
age seiner Verkündung in Kraft tritt, wird
dem Parlament zur Umwandlung in ein Ge
setz vorgelegt werden. Der Regierungschef wird
zur Vorlage dieses Gesetzentwurfes ermächtigt
werden.
Wir ordnen an, daß das vorliegende Dekret,
das mit den Staatssiegeln versehen ist, in die
Mschmg her Şankîisnen?
DNB. London, 11. Mai. (Eig. Funkmelög.)
Der Daily Telegraph hat den Eindruck, daß
die vorläufigen Besprechungen, die übers
Wochenende in Genf stattfanden, eine merk
liche Versteifung zugunsten der Fortsetzung
der Sanktionen gegen Italien gezeigt hätten.
Der Genfer Berichterstatter des Daily Tele
graph meldet, daß bereits 11 Staaten sich zu
gunsten der Fortsetzung der Sanktionen aus
gesprochen hätten. Dazu gehören die Staaten
der Kleinen Entente und der Balkanentente
sowie die sogenannten neutralen Staaten Nor
wegen, Schweden, Dänemark, Holland, Spani
en und die Schweiz. Man halte es für wahr
scheinlich, daß Baron Aloisi gegen die An
wesenheit eines abessinischen Vertreters am
Ratstisch Einspruch erheben werde, weil Abes
sinien nicht länger als unabhängiges Land be
stehe. Es werde angenommen, daß der Vertre
ter von Dänemark, Munch, darauf die Er
klärung abgeben werde, daß nach Ansicht der
nordischen Staaten Abessinien als ein Mitglie
des Völkerbundes betrachtet werde, das seine
eigenen Rechte habe.
Verschiedene englische Morgenblätter, dar
unter der Daily Telegraph, melden aus Paris,
daß Frankreich sich ebenfalls für die vorläufige
Fortsetzung der Sanktionen aussprechcn und
Großbritannien in dieser Hinsicht jede Unter
stützung gewähren werde.
Die GêMàtzZN
Me«r MLlagev bilden
Leon Vlum möchte die Verantwortung teilen
LieSesVerbeu NM die ftsnzösischen KomMMiste«
Außenminister Nunch über den
Völkerbund.
DNB. Kopenhagen, 11. Mai. Am Sonn
abendabend sprach Außenminister Munch
von Genf aus im Rundfunk zum dänischen
Volk. In seiner Rede erklärte Dr. Munch, daß
die sieben Länder die Lage des Völkerbundes
im gegenwärtigen Augenblick als besonders
ernst und die allgemeine Lage für schwieriger
als sonst hielten. Es sei klar geworden, daß bei
dem bestehenden Machtsystem die Sicherheit für
die kleinen Staaten nur gering und der Völ
kerbund auf seiner augenblicklichen Entwick
lungsstufe nicht stark genug sei, um die schwa
chen Staaten gegen militärische Großmächte
zv schützen.
Der Landesrat der sozialistischen Partei, die
nach dem Ausgang der französischen Wahlen
als die Trägerin der Negierung in Frage
kommt, hielt am Sonntag in Paris eine
Tagung ab, auf der Generalsekretär Faure
die Mitteilung machte, daß man entschlossen
sei, die Verantwortung zu übernehmen.
ozialistenführer Leon Blum erklärte, es
liege nun an den anderen Parteien der Volks
front, ebenfalls die Verantwortung zu über
nehmen. Die kommunistische Partei habe sich
der sozialistischen Partei aus Gründen der
„organischen Einheit" angeschlossen. Warum
könne nicht dieselbe Begründung ebenfalls in
nerhalb der Regierung zu einer Zusammen
arbeit führen? Nur die reaktionären Gegner
würden ans einem Fehlschlag der Sozialisten
Nutzen ziehen. Die Aufgabe sei, Frankreich
vor dem Faschismus und jeglicher Reaktion zu
bewahren. An der Spitze des ausgezeichneten
Beamtenkörpers müßten endlich Persönlich
keiten stehen, die ihrer Aufgabe würdig seien.
(Beifall.) Außenpolitisch werde es die Auf
gabe der neuen Regierung sein, das Vertrauen
in Europa wieder herzustellen.
Angesichts der finanziellen und monetären
Schwierigkeiten werde die neue Regierung
eine regorose Stellung einnehmen. Die Fragen
der Finanzpolitik seien wohl schwerwiegend,
doch lange nicht so schwerwiegend wie die
Probleme von rKieg und rFieden, von Elend
und Arbeitslosigkeit oder geringen Löhnen, die
das Leben des Volkes direkt angingen. Zur
Beruhigung der öffentlichen Meinung habe
fick, die Partei entschlossen, mit Sarraut zu- i
sammenznarbeitcn, um den Uebergang zwi
schen den zwei Regierungen sicherzustellen.
Zum Schluß erklärte Blum, in der bevor
stehenden Schlacht brauche die Partei einen
Führer. Bis zu diesem Tage habe er nie
mals um eine derartige Autorität gebeten.
Angesichts der neuen Umstände jedoch sei es
nötig, daß sich im Volk ein neuer Mann er
hebe.
Schachzüge der Kommunisten.
Die kommunistische Partei Frankreichs hat
an den Lanöesrat der Sozialistischen Partei
ein Schreiben gerichtet, in dem sie den Vor
schlag zur Bildung einer „Einheitspartei der
arbeitenden Klasse" macht und die sofortige
Aufnahme von Besprechungen zwischen beiden
Parteien fordert.
Darüber hinaus erklärt das Schreiben noch
mals, daß die Kommunisten nicht an der neuen
Regierung teilnehmen, sie aber unterstützen
werden.
Leon Blum äußerte sich zu diesem über
raschenden Vorschlag:
„Unsere kommunistischen Kameraden teilen
uns mit, daß sie entschlossen bleiben, nicht mit
uns in die Regierung einzutreten,' zugleich
aber dringen sie auf eine möglichst große orga
nische Einheit. Aber wird denn nicht die orga
nische Einheit besser verwirklicht, als in der
gemeinsamen Regierung? Und kann denn
etwa eine Meinungsverschiedenheit gegenüber
dem Problem der Machtausübung der Ver
wirklichung einer organischen Einheit die
nen?"
DNB. Berlin, 9. Mai. Die Deutsche Ge.
merndeordnung hat die Fragen der Gemeinde-
wirtschaft nur in ihren Grunözügen geregelt.
Sie sieht jedoch in Paragraph 105 eine Aus
füllung dieser Grundzüge im Wege der Durch
führungsverordnungen vor.
Als erste dieser Durchführungsverordnun
gen ist vom Reichsminister des Innern Dr.
Frick unter dem 5. Mai 1936 eine Rücklagen-
verordnung erlassen worden, die sich in ihren
einzelnen Abschnitten mit der Ansammlung,
der Anlegung, der Verwendung und den Nach
weis der Rücklagen in den Gemeinden befaßt.
Die Verordnung geht von einer Reihe von
Einzelvorschriften der Deutschen Gemeinde-
ordnung aus, in denen die Bildung der Rück
lagen bereits vorgeschrieben ist. In Aus
füllung dieser Vorschriften trifft sie nähere
Bestimmungen über die Bildung einer Be-
triebsmittel-Nücklagc, einer allgemeinen Aus-
gleichs-Rücklage, einer Tilgungs-Rücklage,
einer Bürgschastssicherungs-Rücklage, von
Erneuerungs- und Erweiterungs-Rücklagen
und von Rücklagen für bestimmte Sonder
zwecke und legt zugleich die Mindest- und
Höchstsätze dieser Rücklagen fest.
Das Ziel der Rücklagenverorönung ist die
nachhaltige Sicherung der Finanzlage der Ge-
mernden. Es ist in den letzten Jahren dank
der durchgreifenden Maßnahmen der Reichs-
regicrung gelungen, die bei der Machtüber
nahme in weitem Umfange zerrütteten Ge
meindesinanzen unter anerkennenswerter
Mitarbeit aller beteiligten Stellen der Geneh
migung näher zu bringen. Wenn auch dieser
Gesundungsprozeß noch nicht überall ab
geschlossen ist, so müssen doch schon jetzt die
Maßnahmen eingeleitet werden, die geeignet
sind, die Finanzlage der zahlreichen Gemein
den, die ihren Haushalt wieder ausgleichen
können, durch eine maßvolle Rücklagenpolitik
dauernd zu sichern. Daneben soll die Verord
nung die Gemeinden instandsetzen, ihrer Auf
gabe als bedeutsame Auftraggeber von In
dustrie und Handwerk nachhaltig gerecht zu
werde», ohne den Weltmarkt in Anspruch neh
men zu müssen. Dabei ist selbstverständlich
nicht beabsichtigt, die Rücklagenbildung etwa
durch neue Belastungen der Bürgerschaft z«
fördern.
Verantwortlicher Hauptschriftleiter und Herausgeber: tftf
dinand Möller.
Stellvertreter des Hauptschriftleitors: Herbert Puhlman«,
Verantwortlich für Politik: Herbert Puhlmann; für den Sr»
lichen und allgemeinen Teil: Adolf Dregori; für den wir«
fchaftlichen Teil: Dr. El. Bielfcldt: für den provin-
ziellen Teil: Karl Müller, alle tu Rendsburg.
Bilüverantwortliche: Ressortleiter.
Verantwortlicher Anzetgenleiter: Karl Jacobsen. Rendsburg,
Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhne, Rendsburg.
D-A. Schleswig.Holsteinische Landeszeitimg (Rendsburg«»
Tageblatt - Hohenwestedter Zeitung / Die Landpotz
Paar rau-Hade maischen — Eüderbraruver Tageblatts
D.--A. 88 IS 764 *T. *t. 7. ,
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