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Jahrgang / Nr. 109 / Zweites Blatt.
LandesWîung
Montag, den 11. Mai 1936,
Rendsburg, den 11. Mai 1936.
Dankopfer der Natrosr
Die Strfümg der Ştadt Rendsburg
Sonnabend vormittag empfing Standarten-
mhrer Christ im Amtszimmer des Bürger
meisters die Urkunde für die Stiftung der
^taöt Rendsburg zum Dankopfer der Nation.
Ķ einer kurzen Ansprache wies Bürgermei
ster K r a b b e s auf die enge Verbundenheit
Mit der SA. hin, die in dieser Stiftung eben
es zum Ausdruck kommen soll. Standarten
führer Christ nahm die Urkunde im Namen
oer SA. an sich, um sie sofort weiterzureichen
die entsprechende Dienststelle des Stabschefs
M München.
Die Schenkungsurkunde hat folgenden
Wortlaut:
Schenkungsurkunde.
Am Tage des 47. Geburtstages des Führers
Und Reichskanzlers Adolf Hitler hat die SA.
chrem Obersten Führer das Kampfbuch der
«A. geweiht. In ihm sollen alle die Volks
genossen Aufnahme finden, die durch ein
Dankopfer dem Führer ihre Verbundenheit
Mit der Nationalsozialistischen Weltanschauung
bezeugen wollen.
Bei diesem Treuegelöbnis will auch die
Stadt Rendsburg nicht fehlen und ihrer Dank
barkeit und Ehrerbietung für den Führer sicht
baren Ausdruck verleihen.
In der Voraussetzung, daß die aufkommen
den Mittel Verwendung finden zur Errich
tung von Stadtrand-Siedlungen, stellt die
Stadt Rendsburg im Rahmen der von ihr
planmäßig betriebenen Siedlungsmaßnahmen
6 Bauplätze unentgeltlich zur Verfügung.
Sie spricht dabei den Wunsch aus, den Wert
dieser Bauplätze von den künftigen Siedlern
angemessen verzinsen und tilgen zu lassen, die
aufkommenden Beträge aber wieder dem
Grundstock der Stiftung zuzuführen, um da
mit Mittel für die Beschaffung weiterer Bau
plätze in späteren Jahren zu gewinnen.
Rendsburg, den 3. Mai 1936.
Namens der Stadtgemeinde Rendsburg:
Der Bürgermeister,
gez. K r a b b e s.
*
Wir erinnern bei dieser Gelegenheit noch
einmal an das Standkonzert der beiden SA.-
Musikzüge heute abend von 7.36—9 Uhr vor
I dem Adolf-Hitler-Haus.
* Besichtigung des SS.-Sturmbanns 11/53.
Mne Besichtigung des SS.-Sturmbanns II der
£3. SS.-Standarte fand am Sonntagmittag auf
oem Kamp in Rendsburg durch Brigaöeführer
«porrenberg, Kiel, Führer des Abschnittes, in
Anwesenheit von Standartenführer Herwig,
Wesselburen, statt. Nach der Besichtigung er
folgte die Uebergabe des Sturmbanns an den
Neuen Sturmbannführer Pauli, Marne.
* Festgenommener Landstreicher. Festgenom
men wurde der Landstreicher ohne festen
Wohnsitz Georg Z. wegen Bettelns. Er wurde
am Sonnabend dem Amtsgerichtsgefängnis
zugeführt.
* Zwei Fahrräder gefunden. In der Nacht
Sum Sonnabend gegen 1 Uhr wurde am Kreis
hafen ein Damenfahrrad, Marke „Hamburg",
Und in der gleichen Nacht um 4 Uhr Ecke Ka-
Ualuser und Gartenstraße ein Herrenfahrrad,
-Rarke „Naumann", gefunden. An dem Her
renfahrrad befindet sich ein Gepäckhalter, an
bem eine blaue Mütze mit den Buchstaben W.
£ befestigt ist. Die Eigentümer der beiden
Fahrräder konnten bisher nicht ermittelt wer
den.
* Ningreiterfest des Vereins „Brüderschaft"
m Rendsburg. Der Verein „Brüderschaft" in
Rendsburg hielt am Sonntag sein diesjähri
ges Ningreiterfest ab. Um ^2 Uhr wurde auf
dem Schiffbrückenplatz angetreten und dann
glug es unter Vorantritt der Kruseschen Ka
stelle hoch zu Roß zum Schützenhof hinaus, wo
das Ringreiten stattfand. Sieger wurde mit 13
Ringen H. Dramsch-Rendsburg, 2. mit 8 Rin
gen W. Klink-Büdelsöorf und 3. mit 7 Rin
gen W. Hoffmann-Büdelsdorf.
* Beginn des Vornholdt-Prozesscs. Der in
Rendsburg wohnhafte Ferdinand Bornholöt
Mird sich am 11. Mai vor der Strafkammer II
des Landgerichts Kiel wegen Betruges und
Rntreue in mehreren Fällen zu verantworten
haben. Die Hauptverhandlung, die heute
storm. 16 Uhr im Gerichtsgebäude in Rends
burg begann, wird wegen des Umfangs der
Sache — es sind 122 Zeugen geladen — meh
rere Tage in Anspruch nehmen.
* Nnmme Nnmsen, von dem wir vor weni
gen Tagen einen Aufsatz über den Dichter
Luserke brachten, hält über den gleichen
Dichter im Rahmen eines Buchfunks am
12. Mai, 17 Uhr, eizien Vortrag.
* Preußisch-Süddeutsche Klasseulvttcrie. Die
Ziehung der 2. Klasse (47. Lotterie) findet am
19. und 26. Mai statt. Schluß der Erneuerung:
12. Mai.
* Die Musikzüge der SA.-Standarte 163 und
der Marine-Standarte 33 lassen bekanntgeben,
daß der beim russischen Konzert im Schützen
hof tätig gewesene Pianist nicht den oben
genannten Musikzügen angehört.
* Erleichterungen bei der Berguügungs
steuer. Der Reichsfinanzminister hat einen um
fangreichen Runderlaß zur Vergnügungssteuer
herausgegeben. Er verweist darin auf das Ziel,
die Besteuerung der Vergnügungen den geän
derten politischen, sozialen und kulturelle!.
Verhältnissen anzupassen, soweit dies ohne er
hebliche Beeinträchtigung des Aufkommens
möglich ist. Zu Anträgen aus letzter Zeit über
Neuerungen und Erweiterungen in dieser
Hinsicht gibt der Minister Grundsätze bekannt,
nach denen auch die Gemeinden verfahren sol
len. Die schon bisher für das Winterhilfswerk
bestandene Regelung sah in bestimmten Füllen
für Veranstaltungen mit Tanzbelustigung
Steuerfreiheit vor. Diese Ausdehnung will der
Minister auch für das Winterhilfswerk 1935-36
zugestehen. Er beschränkt sie auf Veranstaltun
gen, die vom Reichsbeauftragten für das
Winterhilfswerk selber oder den von ihm da
für bestimmten Stellen, von der NSDAP, und
ihren Gliederungen sowie der NSV., ferner
von den Dienststellen der Wehrmacht^im Rah
men des Winterhilfswerks durchgeführt wer
den, und deren Ertrag ausschließlich und un
mittelbar dem Winterhilfswerk zugute kommt.
Endgültig wird die Steuerstelle die Steuer
befreiung erst aussprechen, wenn der Veran
stalter eine Geldspendenquittung des zuständi
gen Beauftragten des Winterhilfswerks vor
legt und wenn feststeht, daß der abgeführte Be
trag den gesamten Reinertrag darstellt und
mindestens das doppelte an sich geschuldeter
Steuer ausmacht. Es müsse angestrebt werden,
die Besteuerung der Rundfunkempfangs-
anlagen in Gast- und Schankwirtschaften so zu
gestalten, daß sie dem propagandistischen Wert
des Rundfunks Rechnung trägt, wie dies z. B.
in Berlin durch Zugrundelegung der Größe
der benutzten Räume geschehen sei. Für Tage,
an denen Gemeinschaftsempfang großer poli
tischer Kundgebungen stattfindet, soll die
Steuer nicht erhoben werden. Schließlich will
der Minister den Gemeinschaftsempfang in den
Betrieben dadurch fördern, daß nicht nur keine
Vergnügungssteuer für Empfangsgeräte in
Werkräumen erhoben wird, sondern daß auck
der Empfang in Kantinen, die auf die Werks
angehörigen beschränkt sind, frei sein soll. Den
Angehörigen des ambulanten Gewerbes will
er dadurch entgegenkommen, daß bei Karusseln,
Schaukeln und Spielbuöen bei Berechnung der
Pauschsteuer der Durchschnittseintrittspreis
zu Grunde gelegt wird.
TagrmgherKrrrzwellen Amateure <-.-1.)
Der Deutsche Amateur-Sende- u. Empfangs-
dieust, Landesgruppe V, Schleswig-Holstein,
hielt am gestrigen Sonntag eine Tagung im
Germania-Hotel ab, zu der u. a. der Stellver
tretende Präsident von Bülow-Berlin, Lan
desgruppenleiter Röhling-Kiel, Korvetten
kapitän Schüler und die Beauftragten für
FT.-Ausbilöung der HI. im Rundfunkamt
der Reichsjugendführung, Franzok und
Saunat, erschienen waren.
Ortsgruppenleiter Liefland-Büdels-
dorf begrüßte die Anwesenden, die aus der
ganzen Provinz, einige sogar aus Dänemark,
herbeigekommen waren. Begrüßungstele
gramme sind vom Reichssenüeleiter Hada-
movsky, von Obergebietsführer Cerff, Amts
leiter des Rundfunkamtes der Reichsjugend
führung, und den gleichfalls zur Tagung ver
sammelten Funkwarten des Gebietes Würt
temberg eingegangen. Pg. Haöamovsky tele
graphierte zur Tagung der Jungamateure des
Gebietes 6 der Hitler-Jugend: „Den jungen
Pionieren der deutschen Kurzwellentechnik
sende ich meine herzlichen und kameradschaft
lichen Grüße und verbinde damit den Wunsch,
daß die Ergebnisse dieser Tagung dazu bei
tragen mögen, unsere Runöfunkarbeit technisch
zu unterbauen. Es ist weiter mein Wunsch
und Wille, daß Ihr jungen Rundfunktechniker
Euch stets als Diener der Idee fühlen möget
und darüber hinaus Eure Arbeit ein kleiner
Beitrag auf dem Wege der Verständigung der
Völker sein möge."
Stellvertr. Präsident von B ü l o w über
brachte die Grüße des Präsidenten, Konter
admiral a. D. Gebhardt, und sprach dann über
die Entwicklung der Amateur-Funkerei. Die
Männer des Deutschen Amateur-Sendedien-
stes, der vor 10 Jahren in Jena gegründet
wurde, hatten trotz aller Einsatzbereitschaft
schwer zu leiden unter dem mangelnden Ver
ständnis der Mitwelt. Die Verhältnisse bes
serten sich Zug um Zug nach der nat.-soz.
Revolution. Die gesinnungsmäßige Um
stellung brachte den Ausschluß einer Reihe
weltanschaulich nicht geeigneter Elemente und
den Zustrom zahlreicher, junger, begeisterter
Kräfte. In organisatorischer Hinsicht erfolgte
die Eintragung in das Vereinsregister und
die Eingliederung in die Reichsrunöfunkkam-
mer. Es wurde die früher fehlende Berbin-
dung zum Staat hergestellt, und damit die
Grundlage zu wirklich bedeutsamen Leistun
gen gelegt. Die individualistische Privatlieb
haberei trat hinter die Verpflichtung des ein
zelnen gegenüber Volk und Staat zurück. Das
eingeführte Führerprinzip schloß die Ver
pflichtung des Gehorsams gegen alle Amts
träger ein. In freiwilliger Einsatzbereitschaft
wurden Opfer an Zeit und Arbeit gebracht, um
einer guten und großen Sache zu dienen. Die
Anerkennung liegt nicht in äußeren Ehrun
gen, sondern in der Leistung.
Die Arbeit teilt sich in die Gebiete: 1. Sport
licher, planmäßiger Amateurbetrieb, 2. Wehr-
haftmachung, 3. Technische Entwicklung, 4. För
derung der Wissenschaft. Die Mitglieöerzahl
des Verbandes hat sich innerhalb eines Jahres
um 1006 erhöht. Es kommt jedoch nicht auf
die Masse, sondern auf die Leistungen an.
Jedes Mitläufertum wird ausgemerzt. In
allem Tun ist die Liebe zu Volk und Vater
land und die Treue zum Führer das oberste
Gesetz. Der Redner schloß mit einem Siegheil
auf den Führer. Das gemeinsam gesungene
Lied der HI. „Unsere Fahne flattert uns
voran" unterstrich das Gelöbnis.
Landesgruppenleiter Lorenz Röhling
behandelte darauf in längerer Rede interne
Fragen der Landesgruppe. Er gedachte in
herzlichen Worten der hervorragenden Auf
bauarbeit, die der Landesjugendgruppenleiter
Drasdo-Büdelsdorf in Rendsburg wie in der
Provinz für die Jugendgruppen des DASD.
geleistet hat. In Schleswig-Holstein bestehen
in 40 Ortschaften Zweiggruppen,' Kurzwellen-
sendclizenzen sind erteilt für Kiel 9, für
Flensburg, Wesselburen, Itzehoe, Marne und
Rendsburg je eine. Nähere Auskünfte erteilt
der Landesgruppenleiter unter der Anschrift:
Kiel, Wörthstraße 13.
Es folgten Ausführungen des Om Fran
zok (Om bedeutet in der mit Sigeln ver
schwenderisch ausgestatteten Sprache der
Amateure old man, gleich Kamerad) über
„Aufbau und Ziele der Jugendgruppe des
DASD. e. V." Das individualistische Bastler-
tum sei zur Wirkungslosigkeit verdammt. Die
Spitzenleistung trete hinter der geschlossenen
Gemeinschaftsarbeit zurück. Als Erziehungs
ziel gelte nicht der volksfremöe Wissenschaft
ler, sondern der politisch aktivierte, national
sozialistische Nachrichtenfunker. Das Kurz
wellenwesen werde zur Waffe des Führers im
Kampfe um unsere politische Zukunft. Was
den in der liberalistischen Zeit ausgewachse
nen Generationen nicht mehr gelingen könne,
müsse die heutige Jugend zur Vollendung
führen. Die Ausbildung der Jugendfunker
des DASD. erfolgt in HJ.-Einheiten. Ein
wesentliches Hilfsmittel hierbei ist ein Besuch
der vou der Reichsjugendführung geschaffenen
Reichsfunkschule.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen wurde
ein Ausschnitt aus der Tagung für den Rund
funk aufgenommen. Die Schallplattenauf
nahme läuft im Rahmen des HJ.-Funks un
ter dem Titel „Jungamateure der HI. im
Dienst" am Donnerstag von 19.45 bis 20 Uhr.
Der Nachmittag war einer Reihe von fach
lichen Vorträgen vorbehalten. Es sprachen
Om Rode über „Die wichtigsten Probleme
der Kurzwellentechnik", Om Dewitz über
„Antennen und Energieleitungen". Weiter
wurde ein Film „Die Rundfunktechnik" vor
geführt. Den Abschluß bildeten die Ver
teilung der Preise für den Schleswig-Holstein-
Test und ein kameradschaftliches Beisammen
sein.
Die arbeitsreiche Tagung gab Einblick in
ein der Oeffentlichkeit wenig bekanntes Ge
biet. Sie zeigte, daß mit Begeisterung von
Männern und Jungens Hand in Hand unter
Hintansetzung mancher persönlicher, privater
Neigungen ein Ziel erarbeitet wird, das im
Frieden wie im Kriegsfalle von gewichtiger
Bedeutung für das Volksganze ist. Es ist eine
Freude, daß Rendsburgs Amateure in dieser
Arbeit einen so anerkannten Platz errungen
haben und daraus die Verpflichtung wie den
Auftrieb zu erneutem Vorwärtsschreiten ab
leiten können. O
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