Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Deŗ Tag in Wort und Vil- 
15 Millionen Schmetterlinge suchen Besitzer 
Die NŞB. veranstaltet, woran auch wieöer 
auf der lokalen Seite erinnert wird, am 4. und 
5. April die erste Reichssammlung. 
Der Hauptamtsleiter des Hauptamtes für 
Bolkswohlfahrt, Erich Hilgenfelöt, hat 
zu der Sammlung einen Aufruf erlassen, in 
dem er auf die Leistungen in den sechs Mona 
ten Winterkampf gegen Not und Sorge hin 
weist. Diese Leistungen seien im Jahre 1936 
gewaltig gesteigert worden. Dadurch seien hun- 
derttausenden Kindern Gesundheit an Leib 
und Seele, zehntausenöen Müttern Erholung 
von schweren Familiensorgen und ungezählten 
Tausenden von alten Kämpfern und Volksge 
nossen frohe Urlaubstage geschenkt worden. 
Das Jahr 1936 werde die Mitglieder der 
NS.-Volkswohlfahrt bereitfinöen, mit dem 
selben Geist der Kameradschaft und mit der 
selben Treue zu Führer und Volk an ihre Ar 
beit zu gehen. 
Den Mitgliedern der NSV. übertrage ich, 
so heißt es in dem Aufruf, nun die ehrenvolle 
Ausgabe, die erste Neichssammlung der NSV. 
durchzuführen. Beweist, daß Ihr bereit seid, 
den ehrenamtlichen Helfern des WHW. nach 
zueifern! 
Mit der Herstellung der 15 Millionen 
Schmetterlingsabzeichen, die zu Gunsten der 
NSV. im ganzen Reich verkauft werden, 
wurde öer „Verband deutscher Fabriken für 
Gebrauchs-, Tier-, Kunst-, Porzellan und Ke 
ramik, Sitz Weimar, beauftragt. Etwa 60 Fa 
briken, die über das ganze Reich verstreut lie 
gen, konnten dadurch mit Aufträgen bedacht 
werden. Die Abzeichen werden in verschiede 
nen Modellen hergestellt: Zitronenfalter, 
Bläulinge, Dukatenfalter, Kohlweißlinge, 
Schwalbenschwänze, Admirale, Pfauenauge. 
Ezseàhàļàb über den Nûgeànim 
üb 5. Màr. 
DNB. Stettin, 2. April. Die Reichsbahn 
direktion Stettin teilt mit: Die Hoffnung, daß 
die Züge der Reichsbahn bereits in den Som 
merferien über den Rügendamm fahren wür 
den, läßt sich leider nicht erfüllen. Der lang- 
anhaltende Nachwinter und die wider Erwar 
ten langwierige Erprobung neuer Arbeits 
weisen bei dem einzig dastehenden Bauwerk, 
insbesondere bei dem Bau öer Brücken, haben 
es notwendig gemacht, mit dem Zeitpunkt für 
die Aufnahme des Eisenbahnbetriebes den 
6. Oktober 1936 das Inkrafttreten des neuen 
Winterfahrplans vorzusehen. 
* * * 
ĢĢbestà bei Neustrelitz erschossen. 
Der Mörder floh vor Autofahrern. 
Neustrelitz, 1. April. Auf seinem Dienstweg 
vom Stadtteil Strelitz nach Fürstensee-Wokuhl 
wurde am Mittwochvormittag um 10 Uhr der 
40 Jahre alte Hilfsbriefträger Paul Lemme 
erschossen. Die Chaussee wird an der Stelle, wo 
sich die Mordtat ereignete, rechts von einer 
Tannenschonung und links von Hochwald be 
grenzt. Der Mörder hatte anscheinend in öer 
Schonung Deckung gesucht. Als Lemme die 
Chaussee auf seinem Rad entlang fuhr, erhielt 
er einen Schuß, der ihn auf der rechten Seite 
in die Halsschlagader traf und links heraus 
kam. Er taumelte, immer noch auf dem Rade, 
zur linken Straßenseite hinüber und stürzte 
auf dem Sommerweg leblos zusammen. 
Tatzeugen sind zwei Insassen eines Ver 
kaufswagens, öer dicht hinter dem Opfer auf 
der Chaussee fuhr. Als sie Lemme taumeln sa 
hen, sprang einer von ihnen vom Wagen, um 
ihm zu helfen. Der Postbeamte fiel blutüber 
strömt vor ihm nieder. Seltsamerweise habe» 
beide keinen Schutz gehört. Lemme hatte eine 
Posthelfertasche mit über 700 JlJt bei sich, so 
daß man annimmt, daß der Täter, der durch 
die Zeugen gestört wurde, es auf diese Summe 
abgesehen hatte. Er floh sofort nach der Tat 
und konnte bisher nicht gefaßt werden. Der 
Ermordete war früher Bäcker und wanderte 
1927 nach den Vereinigten Staaten aus, kehrte 
aber von dort zurück. Vor einiger Zeit trat er 
in den Postöienst und wurde dort als Aushel 
fer beschäftigt. 
Vollstreckung eines Todesurteils. 
In Lanöshut ist am 2. April der vom 
Schwurgericht im November wegen Mordes 
und versuchter Notzucht zum Tode verurteilte 
Georg Kraus hingerichtet worden. Kraus, ein 
mehrfach vorbestrafter Straßenräuber und 
Sittlichkeitsverbrecher, hat am 14. September 
1934 im Kröninger Forst die 30jährige Mau 
rersfrau Rosa Hornsteiner zu vergewaltigen 
versucht und ermordet. 
Das neue dänische Meeresforschnngsschiff. 
Der Bauauftrag für das neue dänische 
Meeresforschungsschiff, das an die Stelle des 
in öer Nordsee untergegangenen Dampfers 
„Dana" treten soll, ist nun der Werst in 
Frederikshavn erteilt worden. Die Diesel 
motoren wird Frichs in Aarhus liefern. Das 
Schiff soll zum Frühjahr 1937 betriebsfertig 
sein. 
* . * 
Gleichartige Wegweiser und Ortsschilder 
in Dänemark. 
Das dänische Ober-Wegeinspektorat hat an 
geordnet, daß jetzt in ganz Dänemark gleich 
artige Wegweiser und Ortsschilder angebracht 
werden sollen. Diese entsprechen Entwürfen, 
die vom dänischen Autobesitzerverein empfoh 
len worden sind. 
Im Hauptquartier der deutschen Delegation. 
Die deutsche Delegation in London, die am 1. April den umfassenden und wirklich 
konstruktiven Friedensplan des Führers überreichte, bei einer Besprechung im Lon 
doner Carlton-Hotel. Von links nach rechts: Dr. Kordt, Dr. Schmidt, Woermann, 
Dr. Boettiger, Graf Dürckheim, Botschafter von Ribbentrop, Ministerialdirektor 
Dr. Dieckhoff,' stehend links: Dr. von Raumer u. Thorner. (Scherl-Bilderdienst, K.) 
Die Ozearzfahrt des „L.Z. HinLsrzburg" 
Heute frSh WM MqmtsrtLlrfe « BsrL 
DRV. Hamburg, 2. April. Nach Mitteilung 
der Deutschen Seewarte befand sich das Luft 
schiff „Hindenburg" Donnerstag abend um 
19 Uhr MEZ mitten über dem Ozean, etwa 
900 Klm. südwestlich von den Kapverdischen 
Inseln. 
Der Sonderberichterstatter des DNB. an 
Bord des „Hindenburg" meldet: Praia, die 
letzte der Kapverdischen Inseln, haben wir in 
200 Meter Höhe passiert, um dann mit Süd 
westkurs die Küste hinter uns zu lassen. Mit 
150 Stundenkilometer fliegen wir über den 
bleigrauen Atlantik dahin. Um 16 Uhr Berli 
ner Zeit ist unsere Position 10,5 Grad Nord 
und 25,0 Grad West. 
Die tropische Temperatur hat allenthalben 
weiße Anzüge oder Musselinkleider hervorge 
zaubert. Der Verschleiß von Selterwasser und 
anderen Getränken nimmt riesenhafte Formen 
an. Man liegt etwas matt in den Stahlsesseln 
und bewundert die Skatbrüder, die unentwegt 
und mit klebenden Karten zusammenhocken. 
Wir halten Ausschau nach fliegenden Fischen 
und Haien. Im übrigen hat die Photoseuche 
etwas nachgelassen, da Mangel an neuen Mo 
tiven eingetreten ist. 
Die Schiffsleitung beabsichtigt, erst am 
<& Die Heimkehr des alte» Revolutionärs. 
Das erste Bild von den Beisetzungsfeiern für den früheren griechischen Minister 
präsidenten Venizelos auf seiner Heimatinsel Kreta: Der Sarg mit der Leiche Veni- 
zelo's wird in Kandia an Land gebracht, jMegalvkonvmou, KJ 
Sonnabenömorgen in Rio zu landen, da sie 
eine Nachtlandung als unzweckmäßig ansieht. 
DNB. An Bord des „L. Z. Hindenburg", 
3. April. (Funkspruch des Sonderberichterstat 
ters des DNB.) Am Donnerstag um 20 Uhr 
hatten wir insgesamt 3786 Seemeilen zurück 
gelegt. Der Nordnordostwind, der in Stärke 
9—10 wehte, begünstigte die Fahrt. Am Freitag 
früh 2,43 Uhr MEZ. wurde der Aequator pas 
siert. Der Luftgott Aeolus erschien persönlich 
und taufte die Fahrgäste, die sämtlich mit dem 
Luftschiff „Hindenburg" zum ersten Male die 
Mittellinie öer Erde überflogen. Die dienst 
freien Offiziere, die dem luftigen Gott als 
Ehrengefolge dienten, verteilten kunstvolle, 
auf den Namen ausgestellte Taufscheine und 
silberne Zeppnadeln. Backbord voraus leuch 
tete auf etwa 20 Himmelsgrad das Kreuz des 
Südens in unwahrscheinlicher Pracht. Nie 
mand konnte sich der Stimmung dieser herr 
lichen Tropeunacht entziehen. Hell erleuchtet 
zog der Zepp ruhig und majestätisch seine 
Bahn, während die Gestirne auf dem dunkel 
blauen Ozean funkelten. 
Das Fest der Aequatorweihe wurde am 
Abend durch ein „Aequatoressen" eingeleitet, 
bei dem alles, einschließlich der Gerichte, in 
jeder Weise „stilecht" war. Es gab „Aeolus"- 
Borspeisen, Lendenschnitten „Aequator", „Li 
nies-Gemüse, „Monsun"-Kartoffeln und 
„Zepp"-Auflauf. Kommandant Lehmann 
hielt eine launige Ansprache, für die Mini 
sterialrat Thomas vom Verkehrsministerium 
im Namen der Fahrgäste dankte. Im übrigen 
herrschte Freude bis in die tiefe Nacht hinein, 
da es zum Schlafen ohnehin zu heiß war. 
Ueber Fernando Noronha. 
DNB. Stuttgart, 3. April. (Eig. Funkmeld.) 
Luftschiff „Hindenburg" teilte der Bodenfunk 
stelle des Luftschiffbaues mit, daß es um 6,18 
Uhr die Insel Fernando Noronha überflogen 
hat. 
Am 9. April zurückerwartet. 
Luftschiff „Hindenburg" wird am 9. April 
im neuen Zeppelin-Weltflughafen Frankfurt 
am Main von seiner Reise nach Rio de Ja 
neiro zurückerwartet. 
„Graf Zeppelin" von Werkstätteufahrt zurück. 
DNB. Friedrichshafeu, 2. April. Das Luft 
schiff „Graf Zeppelin" ist nach seiner Werk 
stättenfahrt um 17,20 Uhr auf dem Werft- 
gelände des Luftschiffbaues Zeppelin unter 
Führung von Kapitän von Schiller glatt ge 
landet. Bei herrlichem Frühlingswetter ver 
lief die Fahrt zur Zufriedenheit öer Teil 
nehmer. Die Versuche mit dem Peilwagen sind 
gut gelungen. Trotz ziemlich starken West 
windes (Stärke 4) konnte das Luftschiff ohne 
Schwierigkeit in die Halle gebracht werden. 
* . * 
Gewitter mb Volkenbrnch in Berlin. 
Ueber der Reichshauptstadt ging am Don 
nerstagnachmittag ein kurzes, aber heftiges 
Gewitter nieder, das von wolkenbruchartigem 
Regen begleitet war. Kurz vor 16 Uhr 30 zog 
plötzlich von Westen her dunkles Gewölk auf, 
und bald darauf erfolgten unter Donnerschlä 
gen mehrere elektrische Entladungen. Gewit 
terschwüle lag in den Straßen, und nun setzte 
auch ein von Minute zu Minute heftiger wer 
dender Regen ein, der schließlich wolkenbruch 
artigen Charakter annahm. Doch kaum eine 
Viertelstunde dauerte es, da hellte es wieder 
langsam auf, und der Regen ließ zusehends 
nach. 
Das Gewitter ist auf den Einbruch kälterer 
Luftmasse» aus dem Westen zurückzuführen. 
Eine wesentliche Abkühlung haben die höheren 
Luftschichten erfahren, während die Boden 
temperatur nur um etwa 2 bis 3 Grad sank. 
Nennenswerte Schäden sind in Berlin durch 
das Gewitter nicht verursacht worden. 
* » * 
Sïîirm vernmstel ammknmsche SlM. 
DNB. Newyork, 2. April. Die kleine Stadt 
Cordele im Staate Georgia ist von einew 
Sturm verwüstet worden. Der Sturm, der zeit 
weilig mit einer Stärke von 96 Stundenmeilen 
daherbrauste, zerstörte mehr als 50 Wohn 
häuser. Auch die Hochschule und die Gemeinde 
schule stürzten zusammen. Die einstürzenden 
Gebäude haben eine Reihe Menschen unter sich 
begraben. Bisher sind 10 Leichen geborgen. 
Man befürchtet, daß noch viele Todesopfer fest 
gestellt werden müssen. Bisher hat man 60 
Verletzte gezählt. 
Die Straßen der Stadt sind mit den Trüm 
mern der Gebäude angefüllt, was das Ret 
tungswerk ungemein erschwert. 
38 Tote, 700 Verletzte. 
DNB. Newyork, 3. April. (Eig. Funkur.)! 
Der Wirbelsturm, öer die Stadt Cordele iM 
Staate Georgia verwüstet hat, forderte nach 
den bisherigen Feststellungen 38 Todesopfer. 
700 Personen wurden mehr oder weniger er 
heblich verletzt. 
Der Sachschaden in den 5 Staaten öer ame 
rikanischen Südostküste, durch die öer Wirbel 
sturm seinen Weg genommen hat, wird auf 
3 Millionen Dollar geschützt. 
Krrrze Post 
Vor dem Röntgenhause des Krankenhauses 
St. Georg in Hamburg wird ein Gedenkstein 
für die Röntgenopfer aller Nationen einge 
weiht, d. h. die Aerzte, Physiker, Chemiker 
usw., die im Kampfe gegen tückische menschliche 
Leiden ihr Leben opferten. Es handelt sich uw 
160 solcher stiller Helden. 
Der Verbrecher, der in Wgllenhorst bei 
Osnabrück die 38jährige Haushälterin Marga 
reta Straßberger nachts ermordete, hat 5000 
Mark aus dem Geldschrank der Spar- uns 
Darlehnskasse mitgenommen. Die Ermordete 
stammte aus Bremen. 
Im Kreise Labiau in Ostpreußen fuhr ein 
Tourendampfer mit einem Motorboot zusam 
men, wobei das Boot sank und 5 junge Men 
schen ertranken. 
Bei Adlershof bei Berlin stieß ein Auto mit 
einer Straßenbahn zusammen. Die zwei In 
sassen des Autos wurden schwer verletzt. Det 
eine starb auf dem Wege ins Krankenhaus. 
In Wietze vergiftete sich ein Ortsfremdet 
wegen verschmähter Liebe. Das von ihm ge 
liebte Mädchen wohnt in dem Ort der Tat. 
AMselschlag 
Zur Rüste geht der laue Tag. 
Hoch droben von öer Fichte, 
Da schmettert einer Amsel Schlag 
Im letzten Abendlichte: 
„Willkommen, Lenz! Der Winter flieht- 
Was in mir jubelt, in mir glüht, 
Laß ich verströmen in mein Lied. 
Dem Frühling gilt mein Singen." 
Hab' Dank, du kleine Sängerin! 
Gott gab, sein Werk zu preisen, 
Nur dir so holde Weisen. 
Doch, was so freudig darin klingt. 
War leicht für uns zu deuten,' 
Denn auch in unserm Herzen schwingt 
Des Frühlings Glockenläuten. 
H. H. 
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M öc 
Ist 
sordl 
gebil 
Ums 
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2. r 
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zum 
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satzn 
jähr 
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