Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

LàLÄà 
t’-m. 
' i A; ;o ' 
: SLRMANÎCft. f V 
ÌANNIA ’ 
t? oaciâ f 
Mşş a-si/ 
f rR ES' *it:hiÀ 'ķ.EHîA 
'K : -■• t' 
A5!ÀMiKGRE 
■ ' . . '■ 
'HflcmC ■ 
W'- ■ 
ş LIBIA - < 
3 PAG H A 
H AU RETANi A 
NUM!DIA 
t'INPEftO 
U.T:TD. 
RAiAMG 
Mp. 9;--T/rC 
Schluß der ZchrestMNg des Reichs- 
6rhMZH!§Nstes. 
DNB. Eisenachs 9. Mai. Die interne Tagung 
Reichsarbeitsöienstes auf der Wartburg 
?urde am Sonnabend in einer Feierstunde 
'Ul Burgsaal mit einer Rede des Reichs- 
^rbeitsfuhrers Hier! geschlossen. Nach einem 
Rückblick über den Aufbau des Arbeitsdienstes 
Und seine bisherigen Leistungen, seinen Kampf 
und seinen Erfolg führte der Reichsarbetts- 
lUhrer u. a. aus: 
Unser im Freiwilligen Arbeitsdienst geschaf- 
^uer Nahmen hat die reibungslose Durchfüh 
rung der Arbeitsdienstpflicht für die männliche 
üugend möglich gemacht. Der erste Jahrgang 
er deutschen Jugend dient unter dem Spa 
ren. Wir haben für unser Führerkorps des 
^eichsarbeitsdienstes im Arbeitsdienstgesetz 
und Besoldungsgesetz eine gesunde, auf weite 
Acht gestellte staatsrechtliche und wirtschaftliche 
Grundlage geschaffen. Wir haben die unein 
geschränkte Anerkennung des Führers und die 
Achtung und das Vertrauen der Partei und 
°es deutschen Volkes errungen. Wir haben uns 
Unsere Stellung durch Leistungen errungen. 
Wir müssen uns als Nationalsozialisten an 
gewöhnen, nicht in Tagen und Jahren, son 
dern in Jahrzehnten und Jahrhunderten zu 
enkem Wir haschen daher auch nicht nach dem 
^asch verrauschenden Beifall des Tages, son 
dern wollen uns bemühen, vor dem Urteil der 
Geschichte noch nach Jahrhunderten zu bestehen, 
^ir wollen Kameraden sein nicht nur unter 
Gleichgesinnten, sondern auch von oben und 
Unten und ebenso von unten nach oben. 
Wir haben heute zum ersten Male die Füh- 
serinnen der weiblichen Jugend im Arbeits 
dienst unter uns. So wie im Leben der Nation 
Aann und Frau zusammenarbeiten müssen, 
Ģobei jedem Geschlecht das Seine an Aufgaben 
Zufällt, so wollen wir es im Reichsarbeitsdienst 
galten und versuchen, auch auf diesem Gebiet 
ser harmonischen Zusammenarbeit der Ge 
schlechter Vorbildliches zu leisten. 
Der Reichsarbeitsführer schloß nach weiteren 
Ausführungen über die den Führern des 
Arbeitsdienstes obliegenden Aufgaben: Wir 
voller: nicht viel Worte machen. Wir wollen 
Uns bemühen, im Sinn ndn Geist des Führers 
u« seinem Werke mitzuarbeiten nnd suchen, 
hm dadurch Freude zu machen. 
Angehörige der dänischen Minderheit 
und der Reichsarbcitsdicnst. 
KNS. Wie „Flensborg Avis" mitteilt, ist 
auf die Vorstellungen von seiten des dänischen 
Generalsekretariates bezüglich des Verbots, 
die dänischen Versammlungsstätten „Flens- 
borghus" und „Bürgerverein" in Flensburg 
zu besuchen, vom Oberstarbeitssührer die 
Antwort erteilt worden, daß 1. das Verbot des 
Besuchs der beiden dänischen Lokale ohne Ein 
schränkung für alle Angehörigen des Reichs- 
arbeitsdicnstes aufgehoben wird, und daß 2. 
die Zeitung „Flensborg Avis" von den An 
gehörigen der dänischen Minderheit im Reichs 
arbeitsdienst persönlich abonniert und gelesen 
werden darf. An letztere Genehmigung wird 
die Voraussetzung geknüpft, daß eine weitere 
Auswertung der Zeitung innerhalb des 
Rcichsarbeitsdienstcs unterbleibt. 
Das dänische Blatt bemerkt hierzu, daß diese 
Entscheidung nicht verfehlen wird, Genug 
tuung und Befriedigung innerhalb der däni 
schen Minderheit hervorzurufen. 
Die Reichspropagandaleitttng gibt bekannt: 
NSK. München, 6. Mai. Zum Führer nnd 
Kommandanten des Reichsautoznges Deutsch 
land der Reichspropagandaleitung der 
NSDAP, ernenne ich mit Wirkung vom 
1. Mai 1936 den Hauptstellenleiter in der 
Neichspropagandaleitung, Pg. Oberführer 
Hermann Schäfer. 
Reichspropaganöaleiter der NSDAP, 
gez.: Dr. Goebbels, 
WchsschàgMgWg 
btt M.'Fmuenschsft. 
NSK. Die Insel Norderney wird in der Zeit 
vom 14. bis 19. Juni Mittelpunkt der natio 
nalsozialistischen Frauenschulung sein. Zum 
zweitenmal findet dort eine Reichsschulungs 
tagung für Amtswalterinnen der NS.- 
Frauenschaft statt, an der, wie im vorigen 
Jahr, etwa 3009 Frauen aus allen Gauen 
Deutschlands teilnehmen werden. Die Reichs 
frauenführerin und viele namhafte Vertreter 
der Bewegung werden in den Schulungsvor 
trägen sprechen und den Teilnehmern neue 
Uud so sah das alte Imperium ans. 
Bei der Verkündung des neuen römischen Imperiums durch Mussolini ist ein 
Rückblick angebracht auf das alte römische Weltreich, das unter Trojan in den Jah 
ren 98—117 n. Chr. seine größte Ausdehnung hatte. Unser Bild ist die Wiedergabe 
jener gewaltigen Steintafel, die Mussolini an der Via del Jmpero in Rom hat an 
bringen lassen, um jedem Italiener die einstige Größe Roms vor Augen zu führen. 
Kraft geben für die Arbeit, der sich jeder ein 
zelne verschrieben hat. 
Am weiten Meer, am weiten Strand in der 
herben Seeluft wird Gelegenheit sein, den in 
der Arbeit des Winters stark beanspruchten 
Amtswalterinnen wohltuende Entspannung 
und Erholung zu geben. 
Die ZeZiehMgen des Mm Silberfeld. 
DNB. Paris, 9. Mai. Am Freitag erhielt 
der Geschäftsführer einer Verkaufsgesellschaft 
für Edelmetalle, der Jude Samuel Silberfelö, 
den Ausweisungsbefehl aus Frankreich. Nun 
mehr hat Silberfeld Schritte unternommen, 
um diese Ausweisung rückgängig zu machen. 
Zu seiner Rechtfertigung behauptet Silber 
feld, daß er seit Jahren in engster Verbindung 
mit dem französischen Schatzamt und der Bank 
von Frankreich gearbeitet habe. Demgegen 
über wird von amtlicher Seite versichert, daß 
die Ausweisung auf Grund einer gewissenhaf 
ten Untersuchung erfolgt sei. Man habe zwar 
keine ungesetzlichen Handlungen Silberfelds 
feststellen können, doch sei seine Tätigkeit unter 
den gegenwärtigen Umständen für den franzö 
sischen Kredit nnd für die Währungsstabilität 
abträglich gewesen. 
Jüdischer Arzt wegen versuchter Rassen 
schande verurteilt. 
DNB. Hamburg, 9. Mai. Vor der Großen 
Strafkammer des Landgerichts Hamburg hatte 
sich der jüdische Arzt Dr. med. Jelinewski we- 
gen versuchter Rassenschande zu verantwortem 
Gegen Dr. I. hatte bereits vor zehn Jahren 
ein Verfahren wegen Notzucht an einer Pa 
tientin geschwebt, das allerdings in zweiter 
Instanz mangels letzten Beweises mit einem 
Freispruch endete. In dem neuen Verfahren 
wurde dem Angeklagten zur Last gelegt, daß 
er während der Behandlung einer 18jährigcn 
arischen Patientin versucht hatte, diese zu küs 
sen und mit ihr geschlechtlich zu verkehren. 
Gegenüber dem Bestreiten des Angeklagten sah 
das Gericht auf Grund der bestimmten Aus- 
sage der Zeugin den Tatbestand der versuch 
ten Rassenschande als erfüllt an und verur 
teilte Dr. Jelinewski zu zwei Jahren sechs 
Monaten Zuchthaus und zwei Jahren Ehrver 
lust. 
* * * 
Drillinge in Pommern. 
In Schwirsen (Kreis Kammin) ist der Fall 
einer Drillingsgeburt zu verzeichnen. Die Ehe 
frau des Arbeiters Theodor Knoll, die bereits 
Mutter von sechs Kindern, vier Mädchen und 
zwei Knaben, ist, gebar Drillinge, zwei Mäd 
chen und einen Jungen. 
Toni Zaggler / 
Hochlandsrswan von Hans Ernst 
Urheberrechtsschutz durch Verlagsanstalt Manz, 
München. 
Nachdruck verboten. 
Juta blickte ihm dabei in seine leuchtenden 
Äugen. Aber nur einen kurzen Moment, dann 
senkt sie den Blick auf die Spitzen ihrer Reit 
stiefel, wendet sich dann plötzlich dem Pferd zu 
Und drückt ihr Gesicht in die Mähne. 
Mittlerweile ist der Graf herangekommen. 
Gr trägt heute die Uniform eines Majors, nur 
Ane Mütze, so daß sein weißes Haar frei im 
Wind flattert. 
„Reiten kann das Mädel wie ein junger 
Dragoner", sagt er, während er vor Toni sein 
.Uferd pariert. 
„Also, Toni", beginnt er — „meine Tochter 
Mt mir erzählt, daß du gern Jäger werden 
rnöchtest —" 
„Ja, Herr Graf, das heißt —" 
„'s Maul halten, wenn ich sprech'! Du willst 
Aso Jäger werden. Die Sache ist schon geregelt, 
^ch werde jetzt gleich beim Vorbereiten mit 
Am Förster Hellwegcr reden. Der kann dich 
Ul die Schule nehmen. Ich hoffe, daß du deiner 
Fürsprecherin keine Schande machst. Behüt' 
"ich Gott, Toni! Komm, Mädl!" 
Mit scharfem Ruck wendet der Graf das 
èrd und trabt den Hang hinunter. 
„Juta .. ." stammelt Toni fassungslos. 
"Wann soll ich denn da schon anfangen?" 
„Wenn du willst, heute schon, oder morgen." 
„Nein, erst muß das Heu noch heim, dann 
Uleld' ich mich gleich beim Förster." 
Noch ehe Toni dazu kommt, ihr den Steig 
bügel zu halten, sitzt Juta schon im Sattel und 
öibt dem Pferd die Sporen. 
Toni schickt ihr einen klingenden Juchzer 
Uach, dann nimmt er die Sense wieder. Gegen 
Mittag ist die Wiese abgemüht und frohgemut 
wandert Toni heim. Im Ueberschwang seiner 
Freude nimmt er die Mutter um die Mitte 
und wirbelt sie im Kreis herum. 
„Mutter, jetzt geht ein anderes Leben an. 
Fetzt werd' ich Jäger. Herrgott, wie ich mich 
treue!" 
Während des Essens schmieden die beiden 
Zukunftspläne. Selbst an die zukünftige Frau 
Fürsterin denkt die Mutter schon. Die Stiegler 
Margarethe wäre gerade die Richtige, meint 
ste, weil die das Nähen lernt und das set im 
mer ein Vorteil in einer Familie, besonders 
wenn einmal Kinder da sind. 
Nun, vorderhand ist der Toni noch nicht so 
weit und bis er einmal Förster wird, hat es 
noch lange Zeit. Dann aber wird er nicht die 
Stiegler Margarethe nehmen, sondern die 
Brandl Monika. Das verschweigt er aber der 
Mutter noch. 
Um die Mittagszeit rüstet sich Graf Brugg 
stein zu einem Jagügang. 
„Willst du mich heute schon wieder allein 
lassen?" fragt Juta enttäuscht. 
„Es mutz sein. Ich will einmal alle Jagdbe 
zirke aufsuchen und den Jägern ins Gewissen 
reden. Die Wilderer werden immer frecher 
und schießen mir das Wild vor der Nase weg. 
Da zahlt man jährlich über zwanzigtausend 
Mark Pacht und hat nichts davon. Das wird 
mir allmählich zu bunt. Du kannst ja mit 
kommen, wenn du Lust hast." 
Damit verschwindet der Graf in sein Zim 
mer. Als er dann eine Weile später bei Tisch 
erscheint, fragt er: 
„Also, Juta? Kommst du mit? Keine Lust? 
Dann mußt du halt zuseh'n, wie du dir die 
Zeit vertreibst bis zum Abend. Ich denke, daß 
ich vor dem Dunkelwerden zurückkomme." 
Es klopft und der Diener bringt ein Tele 
gramm. 
Als Graf Bruggstein es gelesen hat, sagt er 
mit grimmigem Lachen: 
„Hast gleich Unterhaltung heute. Dein 
Herr Bruder kündet seinen Besuch an." 
„Herbert kommt?" N 
„Ja, telegraphiert hat er es wenigstens. 
Diesmal muß er schön in der Suppe sitzen, 
weil er sich höchstselbst herausbemüht. Aber 
diesmal hat er sich verrechnet. Keinen Pfen 
nig geb' ich raus." 
„Du darfst Herbert nicht unrecht tun, Papa. 
Er zeigt doch in letzter Zeit wirklich allen 
Willen, sich zu bessern." 
„Ist auch allerhöchste Zeit. Bisher hat er so 
wieso nur von meinem Geld gelebt. Gedacht 
hat er an mich nur, wenn er Spielschulden hat 
te. Dann hab' ich blechen dürfen wie ein 
Schmied. Uebrigens habe ich ihm schon bei sei 
nem letzten Hiersein ausdrücklich erklärt, daß 
er über seinen Monatswechsel hinaus um 
Geld nicht mehr zu kommen braucht." 
„Vielleicht braucht Herbert kein Geld. Du 
tust ihm manchmal doch unrecht, Papa." 
„Du meinst, daß er nur kommt, weil er 
vielleicht das Bedürfnis hat, mich und dich 
einmal wieder zu sehen. Nein, Spatz. Da 
kenne ich meinen Herbert! zu gut. Allerdings, 
in dem Augenblick, wo ich erkenne, daß ich ihm 
unrecht tue, ändere ich meine Ansicht. Aber nun 
Gott befohlen, Kleine. Halt' dich munter bis 
zum Abend." 
Draußen im Flur nimmt der Graf das Ge 
wehr vom Zapfbrett und drückt sein verwit 
tertes Filzhütl ins weiße Haar. 
Juta sieht ihm nach, wie er rüstig durch den 
Park geht und dann um die Mauer verschwin 
det. Ein unsagbares Gefühl der Leere über 
fällt sie mit einem Male. Wie gut haben es da 
gegen die Töchter der Bauern. Die haben Ar 
beit und füllen ihre Tage damit aus. Aber sie 
hat ja gar nichts zu tun. Für jeden Handstreich 
ist eine bezahlte Kraft da. Bisher hat sic das 
alles nicht so gefühlt, weil Toni manche Leere 
ausgefüllt hat. Aber nun kann auch das nicht 
mehr sein. Ein Wort ist gefallen, gestern 
abend aus seinem Mund. Ein Wort, das wie 
ein Schwert zwischen ihnen niedergefallen war. 
Er liebt eine andere. 
„Wenn doch der Winter schon da wäre", 
denkt sie verzweifelt. Im nächsten Moment 
graut ihr aber schon wieder davor. Was ist der 
Winter? Da geht man in Gesellschaften, be 
sucht Bälle, geht auf ein paar Wochen an den 
Bodensee uud wenn man Lust hat, kann man 
auch mit dem Vater nach Ungarn reisen. Und 
da ist es dasselbe wie hier. Der Vater ist den 
ganzen Tag auf der Jagd und sie ist allein. 
Immer allein. Wenn doch die Mutter noch 
lebte! 
Ganz still sitzt sie, hat die Hände im Schoß 
verschlungen und blickt zum Fenster hinaus. 
Da sind die Berge. Frieden und unendliche 
Einsamkeit ist da oben. Und einsam ist auch 
ihr eigenes Leben. Das war eigentlich immer 
so, seit ihre Mutter gestorben ist. Einsam war 
ihre Kindheit, freudlos ihre Jugend, bis auf 
einmal ein kleines Licht auf ihren Weg fiel: 
das Erwachen der ersten Liebe. Und nun ist 
alles zu Ende. Dunkel und grau liegt der 
Weg vor ihr. Und plötzlich rinnen zwei Trä 
nen über ihre Wangen. 
Erschreckt springt sie auf, steht mitten im 
Zimmer und reckt sich. 
Wegen dem Toni weinen? Da ist es schon 
besser, man zeigt ihm, wie wenig einem an ihm 
liegt. Sie will ihm, wenn sie ihm begegnet, die 
Worte recht trocken und kurz hinwerfen. Etwa 
so: „Glaubst du vielleicht, Toni, ich wäre aus 
die Monika eifersüchtig? O, nicht im gering 
sten. Weißt du, einmal habe ich geglaubt, ich 
hätte dich lieb. Aber das war ein Irrtum. Ja 
wohl, mein Herr Toni, ein ganz gewaltiger 
Irrtum." 
Juta wischt sich mit einer energischen Bewe 
gung über die Augen, läuft hastig aus dem 
Zimmer, über den Hof und ruft zum Stall 
fenster hinein: 
„Heh, Bichlcr! Sie müssen zum Dreiuhrzng 
auf die Bahn fahren. Mein Bruder kommt 
heute." 
Wenige Minuten später geht sie selber aus 
dem Hof. Sie will zum Toni auf die Wiese und 
ihm sagen, was sie sich vorgenommen. Alles 
will sie ihm sagen, was in ihr tobt und brennt. 
Aber da sieht sie den Toni in seiner ganzen 
Harmlosigkeit auf dem Auger stehen, mitten im 
Heu. Und als sie zu ihm hinkommt, weiß sie 
von allem kein Wort mehr. Sie sagt nur ganz 
leise und demütig: 
„Darf ich dir helfen, Tonele?" 
Von Jägern und Wildschütze». 
Graf Bruggstein geht durch den Wald. Er 
achtet nicht des Weges, sondern geht einfach 
zwischen den Stämmen durch und erreicht nach 
zweistündiger Wanderung die Lerchenalm. 
Dort kehrt er zu, trinkt ein Glas Milch und 
fragt die Sennerin so nebenbei: 
„Und was machen die Herren Wildschützen? 
Kehr'n sie noch immer fleißig bei dir ein?" 
Die Sennerin, ein schwarzhaariges, fesches 
Ding aus dem Isartal, antwortet schnippisch: 
„Meint vielleicht der Herr Gras, ich seh' dös 
einem schon am G'sicht an, ob er ein Wildschütz' 
ist?" 
„Nein, soviel Menschenkenntnis trau ich dir 
gar nicht zu. Aber den Stcinmüller Bartl 
kennst?" 
„Der wildert net! Ich hab ihn noch nie mit 
der Büchen g'seh'n." 
„Der braucht keine, weil er's Wild mit der 
Schlinge fangt, der Haderlump. Aber eines 
Tages geht er uns schon ein und du damit, 
weil du ihm das Wild allweil versteckst." 
(Fortsetzung folgt.) 
f’iyiRPP , .... 
" ifc ?' . 
* à' ■ - 
fet-./■ ï’J' 
JĶĶf'- 
- 3 mA-y t r - - • •. f- j" ■ . 
.. - 
. • > • ■ 
m *v ■ 
r* " ' >?',ļ > 
3ft '!. t ’w : / 
■ 
AP',; 
1 ' •, * 
I ! ' /■ 7. }‘- \ 
teW V,* 
t ' ■ 
[ m . 
■ 25 j » * * 
- 
Js'l. -‘-'V ' \ 
. 
«sä.-' 
2 >. -M'
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.