Vie Vorgänge in Vien.
Wien, 12. Mai. Das christlich-soziale
„^ceuigkeitsweltblatt" veröffentlicht an leiten
der stelle eine Darstellung der Vorfälle beim
Aufmarsch des Freiheitsbunües am Sonntag
die als „von besonderer Seite" bezeichnet und
als offiziös zu bewerten ist. Die Darlegungen
bestätigen die Richtigkeit der Meldungen vom
Sonntag.
Das Blatt schreibt, daß sich in dem Abschnitt
der Ringstraße von der Babenberger Straße
bis zur Opexngasse eine vorbereitende Demon
stration mehrerer hundert Personen gegen den
şşiheltsbund, zum Teil aber auch sehr deut
sch gegen den Kanzler entwickelt habe. Die
-Teilnehmer seien offenbar mit Vorbedacht
dorthin geleitet worden. Die Weisungen für
die Störung seien sicherem Vernehmen nach
von einem Bezirksmilizkvmmando ausgegeben
worden. (Es ist der Heimatschutzhauptmann
Fltzner, dessen Verhaftung und spätere Frei
lassung bereits berichtet wurde.) Die Demon
stration. so fährt das Blatt fort, habe ihren be
sonderen Charakter durch das Erscheinen des
ehemaligen Vizekanzlers Fey erhalten. Die
örtliche Lage seines Standortes und die Dauer
seines Verbleibens hätten den Eindruck eines
Verweilens auf einer Kommandobrücke er
weckt. Allerdings habe Fey an Zuständiger
stelle erklärt, daß er in keiner Weise mit den
Vorfallen in Zusammenhang stehe, und daß es
sich um ein rein zufälliges Zusammentreffen
handele. Ohne an die Richtigkeit dieser Dar
stellung zweifeln zu wollen, so meint das Blatt
schließlich, bleibe die Tatsache bestehen, daß ein
höchst unerfreulicher Eindruck geschaffen wor
den sei, der leicht hätte vermieden werden kön
ncn.
Ob daran gedacht wird, Major Fey zur Ver
antwortung zu ziehen, ist nicht bekannt, ebenso
nicht, ob im Augenblick überhaupt eine polizei
liche Untersuchung über die gestrigen Vorfälle
läuft.
Aloifi verläßt unter Protest
hie RàsitzUWg
Italien gegen die Anwesenheit eines aSeMnifchsn Vertreters in Genf
DNB. Genf, 11. Mai.
Wien. Beim Bundeskanzler Dr. Schuschnigg
fand eine Besprechung zwischen Heimatsch:.'tz-
untersilhrexn und Führern des Frciheitsbun-
des statt. Lchilschiligg soll beide Parteien er
mahnt haben, unter Zurückstellung aller per
sönlichen Interessen für das Wohl des Vater
landes zu arbeiten.
Der Papst gegen die kommunistische
Gefahr.
DRV. Rom, 11. Mai. Papst Pîus XI. wandte
sich am Montag bei einem Empfang ungari
scher Pilger mit sehr scharfen Worten gegen die
kommunistische Gefahr. Er führte u. a. aus:
Es ist leider wahr, daß es einen gemeinsame»
Fernd gibt, der alle und alles bedroht, der
selbst das heiligste Familienleben nicht ver
schont. Der Kommunismus sucht überall ein
zudringen, sei es mit Gewalt, sei es mit Hin
terlist. Viele lassen sich täuschen oder wollen
den Feind nicht sehen. Viele unterstützen ihn
durch Gleichgültigkeit oder durch stillschwei
gendes Einverständnis. Manche gehen sogar so
weit, ihn offen zu begünstigen, und fühlen da
bei gar nicht die Bedrohung durch diejenigen,
die den Ruin der menschlichen Gesellschaft auf
ihr Programm geschrieben haben. Wenn wir
in der Welt sopiel Blindheit gegenüber dieser
großen Gefahx sehen, müssen wir uns in der
Verständigung nicht nur in der Religion, son
dern auch in der menschlichen Gesellschaft zu
sammenfinden.
Alarmierende Verichle über die
JtühjchrZbestellung in der öWjelumgn.
ud. Ueber den Stand der diesjährigen Früh
jahrsbestellung der Felder in der Sowjetunion
erscheinen in der bolschewistischen Presse alar
mierende Meldungen. Die „Jswestija" vom 6.
6. 1986 fNr. 105) schreibt u. a.:
„Die Ursachen dieser Erscheinung (starkes
Zurückbleiben der Frühjahrsbestellungen ge
genüber dem Vorjahre) liegen in der schlechte«
Vorbereitung der Frühjahrsaussaat, beson
ders in den nachlässig ausgeführten Reparatu
ren der Traktoren. Hunderte von Traktoren
liegen herum und erfordern eine nochmalige
Reparatur. In der Maschinen- und Trakto
renstation Nowonikolajewskaja stehen infolge
der miserablen Reparaturarbeiten buchstäblich
bei jeder Brigade zwei, drei Traktoren außer
Betrieb. In der Kollektivwirtschaft „Kirow"
im Dombarowskij Rayon kann von vier Trak
toren nur einer gebraucht werden. Aehnliche
Beispiele kann man fast in jedem Bezirk und
jeder Maschinen- und Traktorenstation fin
den." Die „Prawöa" vom 9. 8. 1986 (Nr. 126)
beklagt sich darüber, daß „die landwirtschaftli
chen Maschinen in vielen Bezirken sehr schlecht
ausgenützt" werden, Das Blqtt schreibt u. a.r
„Die unproduktive Liegezeit der Traktoren und
aller landwirtschaftlichen Maschinen ist die
Geißel der Frühjahrsaussaat. So ist beispiels
weise ein bedeutender Teil des Traktorenparks
der Maschinen- und Traktorenstation Grigor-
jewskaja so schlecht instandgesetzt worden, daß
eine nochmalige Reparatur der Traktoren er
forderlich wurde. Infolge der nicht geordneten
Kräfteverteilung blieben viele Gruppen der
Maschinen- und Traktorenstatipuen ohne qua
lifizierte technische Führung. Dasselbe Bild
sieht man anch in den übrigen Bezirke«.
....... Der Völkerbundsrat
ist Montag nachmittag um 3 Uhr zu einer nicht
öffentlichen Sitzung zusammengetreten. Etwa
zehn Minuten nach Beginn der Sitzung verließ
Baron Aloisi den Saal, nachdem er gegen die
Anwesenheit des abcssinischcn Vertreters
Wolde Mariam am Ratstisch protestiert hatte.
Die Protesterklärung Aloisis lautete folgen
dermaßen:
„Italien kann die Anwesenheit eines soge
nannten Vertreters Abessiniens nicht zulassen,
denn tatsächlich ist nichts vorhanden, was einer
staatlichen Organisation Abessinien ähnlich
steht. Die einzige dort vorhandene Souveräni
tät ist diejenige Italiens. Deshalb wäre jede
Erörterung über einen italienisch-abesstnischen
Konflikt gegenstandslos. Ich sehe mich daher
gezwungen, auf die Teilnahme daran zu ver
zichten."
Wolde Mariam erklärte, daß Abessinien als
Völkerüunösmitglied nicht der Angreifer, son
dern das Opfer eines Angriffes sei. Es habe
keine internationalen Gesetze verletzt und
beibc dem Völkerbund treu.
Eden wies darauf hin, daß es sich nur um
die Feststellung der Tagesordnung handle. Der
Rat habe nur seine Entscheidung zu treffen,
ob der Punkt auf der Tagesordnung bleiben
solle. Er als Ratspräsident sei der Meinung,
daß die Frage auf der Tagesordnung zu blei
ben habe. Dieser Auffassung schlossen sich der
«panische Vertreter und der dänische Außen
minister an. Der Rat beschloß dementsprechend,
dieser förmliche Beschluß ändert jedoch nichts
an dem Willen aller Beteiligten, die Ausspra
che zur Sache von der jetzigen auf die nächste
Ratstagung zu vertagen. Zu dieser Vertagung
wrrd wahrscheinlich Frankreich dir Initiative
ergreifen.
Die öffentliche Ratssitzung.
Fn der öffentlichen Ratssitzung, die, wie vor
gesehen, von dem englischen Außenminister ge
leitet wurde, wurden nur einige kleinere Fra
gen der Tagesordnung behandelt. Eine neue
Sitzung ist noch nicht anberaumt, doch wird da
von gesprochen, daß der Rat Dienstag nachmit
tag wieder zusammentreten wird, nachdem am
Vormittag die Neutralen wiederum getagt
haben,
Zer Negus an fmi Völkerbund.
Mr Negus hat unter dem 10.. Mai cms Je
rusalem ein Telegramm an den Generalsekre
tär des Völkerbundes gerichtet:
„Wir haben beschlossen, den erschöpfendsten,
ungerechtesten und unmenschlichsten Krieg der
modernen Zeit zu beenden, indem wir den
Weg ins Ausland gingen, um die Ausrottung
des abcssinischcn Volkes zu vermeiden und uns
frei und friedlich der Erhaltung der tausend
jährigen Unabhängigkeit Abessiniens und den
Grundsätzen der kollektiven Sicherheit und der
Heiligkeit der internationalen Verträge, die
alle von Italien bedroht sind, widmen zu kön-
nen. Wir haben unseren Boden ehrlich vertei
digt bis zu dem Augenblick, wo es durch den
Gasregen, den Italien ausschüttete, offenbar
wurde, daß ein Widerstand keine anderen Er
gebnisse als die Ausrottung des abesstnischen
Volkes haben könnte. Wir verlangen jetzt, daß
der Völkerbund seine Anstrengungen fortsetzt,
um die Achtung der Völkerbundssatzung sicher
zustellen, und daß er beschließt, keine Gebiets-
ansöehnnno »der Ausübung einer angeblichen
Souveränität, die sich aus einer widerrecht
lichen Anwendung von Waffengewalt und aus
zahlreichen Verletzungen internationaler Ver
pflicht ergibt, zuzulassen."
durch starke Polizeiketten abgesperrt, um De
monstrationen oder gar Ausschreitungen der
den Sieg feiernden Menschenmassen zu ver
hindern. Die Absperrung habe auch den ganzen
Sonntag über angehalten. In Rom waren die
Botschaften beider Mächte seit Sonnabend früh
durch starke Abteilungen Polizei gleichfalls
gegen alle Zufälle geschützt und gesichert.
Italien hat Abessinien annektiert. Italien
geht nicht zurück. Aber niemand weiß, welche
neue Front sich jetzt anfbaut. Sie kan» gegen
Italien gehen, sie kann auch anders dirigiert
werden.
Vorläufig aber liegt die Politik des Völker
bundes in Trümmern.
* jj. *
^ Anker dem MlàM Azanas.
Selbst wenn man dem Bolschewismus so
weitgehende Avancen gemacht hat wie der neu
gewählte Staatspräsident Azana mit seiner be
kannten Erklärung über die Kounnunistcn,
bleibt es ein tolles Stück, wenn die Präsiden
tenwahl mit Kampfliedern des internationalen
Aufruhrs anstatt mit der spanischen National
hymne beschlossen wurde. Freilich muß man sich
dabei der Bilanz von nur drei Monaten in
Spanien erinnern: 74 Tote, 345 Verwundete,
über 200 Plünderungen und Ueberfälle, 56
Kirchcnzerstörungen, ungezählte Brandstiftun
gen. Es ist unerfindlich, wie das neue Staats
oberhaupt in Spanien unter solchen Vorzeichen
und nach jenen politischen Shake-hands mit
den Kommunisten noch seine Ankündigung
wahrmachen will, ex werde den Bolschewismus
in Spanien „bekämpfen". Herr Azana weiß
nicht nur, daß ihm der Posten des Staatsprä
sidenten dazu viel weniger Möglichkeit gibt als
sein bisheriger. Er weiß vielmehr auch, daß
man im linksradikalen Spanien mit uner
wünscht aktiven Staatspräsidenten kurzen
Prozeß macht und sie ohne vorherige Ankündi
gung zu mitternächtlicher Stunde einfach ab
setzt.
à * -
M bolschewistischen MWrlgM
m her slswükLi.
Schon vor einigen Wochen hat der Präsident
des Slvivakischen Rates auf die Durchsetzung
der Slowakei und des tschechoslowakischen
Staatswesens mit offiziellen bolschewistischen
Einflüssen hingewiesen. Tie genannte Orga
nisation hat jetzt dem Völkerbundsrat eine
ziveite Denkschrift eingereicht, in der geradezu
erschreckende Einzelheiten angeführt werden,
die die immer stärker werdenden Auswirkun
gen des tschechisch-bolschewistischen Militär
paktes vom 16. Mai 1035 aufzeigen.
Wie erinnerlich, wurden die ersten Enthül
lungen über sowjetrussische Militärflieger in
der östlichen Slowakei, die von ungarischen
Blättern veröffentlicht wurden, von ' tschechi
scher Seite ans dementiert. Diese Enthüllnn-
gen werden durch die Darstellnngen des slo
wakischen Rates noch in den Schatten gestellt.
Danach sind schon seit April vergangenen
Jahres bolschewistische Fliegeroffiziere in der
tschechischen Flugzeugindustrie tätig. Beide
Staaten haben Militärmissionen größten Um
ganges ausgetauscht. Die Festungsanlagen in
der Slowakei wurden von bolschewistischen Ge
neralstäblern auf ihre Verwendbarkeit ge
nau geprüft. Bolschewistische Offiziers- und
Jngenieurskommiffionen sind maßgeblich an
der Errichtung von Flugplätzen in der Slo
wakei beteiligt. Nicht nur dort, sondern auch
in Böhmen sind bolschewistische Truppenteile
in Barackenlagern untergebracht, nächtliche
Uebungen wurden veranstaltet usw.
Besonders bemerkenswert an dieser Denk
schrift, deren Einzelheiten selbst die weitest
gehenden Befürchtungen aus dem französischen
Einkreisungssystem bestätigen, ist die Tatsache,
daß sie durch Gutachten von Militärsachver-
stündigen aus mehreren Ländern gestützt wird.'
V »I* V
Schulungslager kt Seuffcheu Asichspssl
DNB. Berlin, 12. Mai. Die Deutsche Reichs
post hat die für die Bearbeitung von Arbeiter
fragen bei den Reichspostdirekttonen eingesetz
ten Beamten und die Sprecher der Vertrauens
männer zu einem Lagerlehrgang im Post
erholungsheim Templin zusammengezogen.
Der Kursus wurde am Montag durch den
Staatssekretär des Reichspostministexiums,
Pg. Dr. Ohnesorge, eröffnet. Nach öex feier
lichen Flaggenhissung begrüßte der Staats
sekretär die Teilnehmer und ermahnte sie, sich
der großen Verantwortung, die in ihre Hände
gelegt sei, bewußt zu sein und stets im Geiste
des Führers zu handeln.
Zn Wenigen Zeilen
Der frühere englische Kriegsminister und
jetzige Lordkanzler Lord Hailsham, richtete in
einer Rede einen neuen Appell an die Jugend
Großbritanniens, sich freiwillig der Territo
rialarmee zu stellen.
*
Asmara. In einer Unterredung, die dex
italienische Propagandammister Graf Cia>:o
dem Sonderberichterstatter des Deutschen Nach
richtenbüros gewährte, sagte Graf Ciano n. g>,
daß nach dem gewonnenen Kriege 30 Jahre
Aufbauarbeit des italienischen Volkes harrten,
Graf Ciano sagte weiter, daß die politischen
Fragen, die jetzt zu behandeln seien, vom Duce
mit der gleichen Meisterschaft gelöst werden,
die er bei der Einleitung und der glücklichen
Beendigung des Feldzuges bewiesen habe.
Asmara. Nach Angaben eines italienischen.
Journalisten soll seit den Unruhe» in Addis
Abeba ein deutscher Journalist vermißt wer
den. Es ist alles in die Wege geleitet, um das
Schicksal des Vermißten zu klären,
Zr. Zahm GesgMer in Zsla.
DNB. Berlin, 11. Mai, Der Führer ur»d
Reichskanzlcr hat den Oberbürgermeister der
Stadt Berlin, Dr. Sahm, zum Gesandten tv
Oslo ernannt.
Fiikchl «sc SemsiHkàen.
Polizeischutz für englische und französische
Konsulate.
Während Rom und ganz Italien trium
phierte, geschah in den italienischen Städten
etwas, das wenig außerhalb Italiens beachtet
ist und daß die „Zur. Nachr." als bedeutsames
Symptom hervorheben zu müssen glaubt. Es
wurden nämlich auf Weisung von Rom aus in
allen italienischen Städten die Generalkonsu
late und Konsulate Englands und Frankreichs
Hier irrten große MLnner
Ein großer Mann braucht durchaus kein
guter Menschenkenner zu sein, so erwünscht
das für einen Staatslenker ist. Dafür einige
Beispiele. Bei Friedrich dem Großen erschien
eines Tages ein blasser und häßlicher Herr,
dem man den Offizier kaum ansah, mit der
Bitte, als Hauptmann im preußischen Heere
dienen zu dürfen. Der alte Fritz sah den Bitt
steller scharf an und winkte ab. Der Mann ge
fiel ihm nicht. Der Abgewiesene ging darauf
nach Wien und wurde in schneller Folge, dank
sehr außergewöhnlichen militärischen Leistun
gen im siebenjährigen Krieg, Feldmarschall. Es
war Ernst von Landen, der dem König von
Ward Pries über Herr Führer
S; UĢleM' 11. Mai Dgx bekannte senden halbstündigen Autofahrt, bei der
englische Journalist Ward Price äußerte sich
gegenüber dem Vertreter des DRV. in Jeru
salem über seine Eindrücke, die er bei seinen
häufigen Besuchen in Deutschland gewonnen
hat. Am meisten ins Auge gefallen sei ihm, so
betonte Ward Price, der stahlharte Führer
und die bewundernswerte Jugendbewegung.
Er habe mehrfach Hitler im Flugzeug, in der
Eisenbahn und im Kraftwagen begleiten kön
nen. zuletzt anläßlich der großen Wahlrede
Hitlers in Breslau. Hitler habe ihm die im
Ausland oft angezweifelte echte Begeisterung
des deutschen Volkes unter Beweis gestellt, die
tatsächlich für englische Begriffe unvorstellbar
sei. Rach einem zweistündigen Flug von Ber
lin nach Breslau habe Hitler damals auf dem
Flugplatz die Front abgeschritten, bei der fol-
nur schrittweise vorwärts gegangen sei, stehend
ununterbrochen gegrüßt, dann ohne jede Aus
setzung eineinhalb Stunden vor Zehntausen
den gesprochen, dann wieder auf der halbstün
digen Autofahrt zurück zum Flugplatz stehend
gegrüßt und sei dann abermals in zweistün
digem Flug in ermüdendem Lärm bis Berlin
zurückgeflogen. Sogleich nach seiner Ankunft
ui der Nacht sei Hitler bann direkt zu einer
Minlsterbesprechllng gefahren. Solche Kraft-
und Nervenleistungen erscheinen Ward Price
einzigartig. Er sieht in Hitlers Kraftnatur und
stahlharlem Willen die absolute Gewähr für
die Erreichung seiner und des deutschen Volkes
Ziele, qn deren Friedfertigkeit kein Kenner der
Persönlichkeit Hitlers zweifeln könne.
Preußen im Kriege so viel zu schaffen machte,
bei Kolin, bei Hochkirch, bei Kunersdorf, bei
Landeshut und hei Glatz. Um wie viel leichter
hätte Friedrich der Große mit einem solchen
Feldmarschall sich seiner zahlreichen Feinde
erwehren können.
Ludwig XIV., der Sonnenkönig, empfing ei
nes Tages einen jungen Adligen, der eher nach
einem Geistlichen als nach einem Offizier aus
sah. Er war der Prinz Eugen von Savoyen,
der in einer französischen Armee Heeresdienste
tu» wollte. Aber Ludwig schlug ihm hohn
lachend seine Bitte ab. Darauf schwur der Prinz
zornentbrannt, er werde mit dem Schwerte in
der Hand zurückkehren, und er hielt seinen
Schwur. Auch Prinz Eilgen wandte sich nach
Wien und wurde dort die Seele des Wider
standes gegen die Herrschgelüste Frankreichs.
Er erwies sich nicht nur als ausgezeichneter
Feldherr, auch als gewandter Diplomat stellte
6V şeînen ŞWcìîÏpt
Als sich Friedrich Wilhelm III., König von
Preußen, und Napoleon 1806 in Tilsit trafen,
um dort Frieden zu schließen und Hardenberg
dem König zur Seite stand, erklärte Napoleon,
er wolle lieber 40 Jahre Krieg führen, als mit
diesem Staatsmann verhandeln. „Nehmen Sie
den Baron von Stein," erklärte der Korse, „das
ist ein Mann von Geist." Der König von
Preußen fügte sich schweren Herzens, denn er
schätzte den Freiherrn von Stein wegen seiner
Offenheit sehr wenig. Aber Napoleons Rat
wurde Preußen zum Segen und der Kaiser der
Franzosen hat es später bitter bereut, seinem
gefährlichsten Widersacher durch seine Empfeh
lung den Weg frei gemacht zu tzaüeu.