Die Verhandlung der Strafkammer II Kiel in Rendsburg
Der Prozeß der viele» Zeugs»
Gestern vormittag begann im Amtsgerichts-
gcbüude unter dem Vorsitz des Landgerichts
direktors Dr. Römer der Prozeß gegen den
41jährigen, aus Flensburg stammenden Fer
dinand Bornholdt. Die Anklage lautet
auf fortgesetzten Betrug,' u. a. kommen die
Paragraphen 263 und 266 des StGB, in Be
tracht, sodann auch § 267 (versuchte Urkunden
fälschung). Auf dem Richtertisch liegt eine Rei
he Aktenbündel. Die Anklageschrift umfaßt gut
40 Seiten,' es handelt sich um eine Leporelloliste
von Einzelfällen. Auf dem Terminzettel sind
122 Namen, hauptsächlich von Zeugen, sodann
auch von Sachverständigen aufgeführt. Ob auf
den einen oder andern Zeugen verzichtet wer
den kann, steht noch dahin. Dem Prozeß woh
nen außer zwei weiteren Richtern zwei Schöf
fen aus Kiel bei. Der erste Verhandlungstag
ergab einen Aufriß der umfangreichen Anklage
durch Verlesung der Anklageschrift bzw. die
Vernehmung des Angeklagten. Auch wurde der
Sachverständige, Bücherrevisor Sibbert aus
Rendsburg, gehört. Die ersten Zeugen sind auf
heute geladen.
Der seit dem 27. Januar d. I. in Kiel in
Untersuchungshaft befindliche Angeklagte
nimmt zunächst in der Anklagebank Platz. Der
Erscheinung nach ist er vielleicht das, was man
im Volksmund in bezug airs Auftreten und
Intelligenz ein „patentes Kerlchen" heißt. B.
ist ohne Verteidiger, er verteidigt sich selbst
mit einer Gewandtheit, die allerdings nicht je
der kritischen Probe standhält. Er darf sich ans
Stehpult stellen, um ein Doppel der Anklage
schrift entfalten zu können. Aus seinen Per
sonalien geht hervor, daß er die Realschule in
Sonderburg bis Obersekunda besucht hat, ge
lernter Kaufmann ist und gute Zeugnisse be
sitzt. Im Kriege brachte er es bei der Inten
dantur bis zum Feldinspektor. Als solcher
wurde er 1920 mit dem Rang eines Oberleut
nants verabschiedet. Eine seinerzeit über ihn
wegen Pfanöbruchs verhängte Gefängnisstrafe
von 5 Wochen wurde infolge Amnestie nieder
geschlagen. Dann wäre noch aus 1926 eine ge
ringe Geldstrafe wegen Betrugs zu erwähnen.
Durch gerichtliche Strafen ist also das Vor
leben des Angeklagten nicht besonders belastet.
Der Vorsitzende bringt aber aus seiner Ver
gangenheit noch einiges zur Sprache, ivas in
sofern bezeichnend für B. ist, als es ihn als
einen Menschen zeigt, der allzu geneigt ist,
große Versprechungen zu machen, ohne diese
halten zu können, namentlich soweit die Rtick-
zahlrmg von Darlehen in Betracht kommt.
Der Scheidüng seiner 1923 eingegangenen Ehe
im vorigen Jahr und einer dadurch verursach
ten Verwirrung gibt B. die Schuld für eine
Vermehrung seiner Schulden. Nachdem er in
den Jnflationsjahren eine mit einem Kom
pagnon betriebene Weinhandlung liquidiert
und es bei Lockstedter Lager mit einer Gast
wirtschaftspachtung probiert hatte, wandte er
sich dem Versicherungsgewerbe zu, und zwar
der Krankenversicherung.
In großen Zügen geht der Vorsitzende die 5
Gruppen der Anklage durch. Die erste betrifft
die Tätigkeit Bvrnholdts bei der Allgemeinen
Krankenversicherungs-A.-G. in Köln, für die
ihn der Bezirksvertreter in Altona nach Be
werbung auf eine Zeitungsanzeige hin enga
giert hatte. Von Reinbek aus, wo er wohnte,
betrieb er die Mitgliederwerbung für die
Kasse. Von April bis September 1932 war er
in Rendsburg für das Kölner Unternehmen
tätig. Ueber der Entschädigungsfrage — es
handelt sich um die Einbehaltung von Monats
prämien — kam es zu Differenzen und zur
Entzweiung mit der Kölner Gesellschaft. Er
soll ihr heute noch 180 RM. schulden, behaup
tet jedoch, er sei durch die Versprechungen der
Gesellschaft benachteiligt. Zwangsläufig kommt
wieder die P u m p w i r t s ch a f t des B. zur
Rede. Zur Entschuldigung gibt er an, die
Schulden aus der ehemaligen Weinhandlung
hätten ihn bis heute verfolgt. Die Anklage
gruppe 2 knüpft an die Tätigkeit für die Bür
gerliche Versicherungs-A.-G. in Berlin an.
B. wurde Bezirksdirektor in Rendsburg. Er
sollte werben uild mit Hilfe von Untervertre
tern in Stadt und Land organisieren. Von neu
em kam es in der Entschädiguugs- und Spesen
frage zu Unstimmigkeiten. Auch spielt die An
schaffung eines Motorrades für Reisezwecke
eine Rolle. B. soll dem Berliner Unternehmen
noch 1500 Mark schuldig sein. Nach seiner Ge-
genrechnung sind es nur 600. Der Vorsitzende
hält ihm vor, daß er 1933 unterschriftlich der
Gesellschaft gegenüber betrügerische Manipu
lationen zugegeben habe. Im April 1934 wur
de B. erneut entlassen, nachdem er vorher
schon einmal entlassen worden war,' der Schul
densaldo hatte sich abermals erhöht.
Nachdem eine selbst aufgemachte Kranken
versicherung gescheitert, war B. wieder für eine
fremde Kasse tätig, diesmal für die Deutsche
Krankenkasse von 1869 in Hamburg, von
April bis August 1935. Die Anklage wirst ihm
vor, daß er nur 2 Monatsprämien (die ersten
Beiträge der Versicherten) habe behalten dür
fen, doch 3 kassiert habe. Der Angeklagte ver
tritt den Standpunkt, eigentlich hätte man ihm
drei geben müssen, weil mit zweien der Un
kosten wegen nicht auszukommen gewesen
wäre.
Der Richter macht ihn aufmerksam auf die
Abwegigkeit eines solchen „Individualismus".
Die Forderung des Unternehmens beläuft sich
auf 471 MJl. Auf einem Ausweis hat B. bei
Angabe der Zahl der bei Aufnahme fälligen
Monatsprämien aus einer 2 eine 3 gemacht.
Er will die 3 versehentlich im Gespräch hin
gekritzelt haben. Das klinge romanhaft, be
merkt der Vorsitzende. B. bestreitet eine be
trügerische Absicht. Jedenfalls wird ihm ver
suchte Urkundenfälschung vorgeworfen. Die
vierte Gruppe der Anklagepunkte bezieht sich
auf die Tätigkeit des Angeklagten für die Ver
einigte Krankenversichernngs-A.G. Berlin,
von welcher er im August 1935 als Vertreter
angestellt wurde. Angeblich hat er 100 Mark
mehr behalten, als ihm zustand. Er behauptet,
die Gesellschaft sei nicht geschädigt. Einzelnen
Leuten gegenüber, die er als Mitglieder zu
werben suchte, soll er unwahre Angaben ge
macht haben. U. a. hat er erklärt, es handle
sich um eine bäuerliche, vom Reichs n ü hr -
stand empfohlene Krankenkasse. Ferner soll
er hinsichtlich der Kassenleistungen irre
führende Vorstellungen erweckt haben. Fünf
tens wird B. beschuldigt, sich dadurch in vielen
Fällen des Betrugs schuldig gemacht zu haben,
daß er geliehene Betrüge von 5 bis 70 MJl, die
er sofort zurückzuzahlen versprach, schuldig
blieb. 1600 Mark Schulden will er laut einer
Aufstellung im letzten Jahr zurückgezahlt
haben.
Der letzte und Hauptsall der Anklage befaßt
sich mit der eigenen Krankenkasse Bornholöts,
die er stolz „Gemeinnützige Krankeuhilfe, e.
V., für Bauern und selbständige Berufe" be
titelte. Vorsitzender: „Sie dachten wohl, wenn
andere Gesellschaften etwas verdienen, warum
soll i ch mich da nicht selbständig machen kön
nen?" Als B. seine Firma aufmachte, hatte er
keine Barmittel, sondern Schulden, etwa 3000
Mark. Auch war seine Kasse nicht, wie gesetz
lich vorgeschrieben, dem Reichsaufsichtsamt für
Privatversicherungen angemeldet. Er sucht sich
dieserhalb mit Unkenntnis bzw. irrtümlicher
Auffassung einer amtlichen Bekanntmachung
herauszureden. Jenes „e. V.", das man ohne
weiteres als „eingetragener Verein" auslegt,
will er harmlos als „ein Verein" aufgefaßt
wiffen. Vorsitzender: „Machen Sie sich doch
nicht lächerlich! Der Verein waren Sie." B.
fing seine März 1934 gegründete Kasse mit
30 Mitgliedern an, die er von der Bürger
lichen Versicherungs-A.-G. mitgebracht hatte.
Zum Schluß hatte er etwa 160 Mitglieder. Das
Unternehmen strandete nach 1 Jahr, mußte
stranden wegen seiner ungenügenden Grund
lage. B. behauptet, er hätte noch alles zurecht
bekommen, kein Mensch hätte einen Pfennig
verloren, wenn die „Konkurrenz" (eine an
gesehene Krankenkasse), bzw. deren Vertreter
der ursprünglichen Abmachung gemäß den
Versichertenbestand übernommen haben wür
de. Ihm seien für jedes Mitglied 10 MJl
zugesagt worden, er habe aber nur 290 MJl
empfangen, und mitten in der Abwicklung
habe man ihn kaltgestellt,' seine Bücher seien
beschlagnahmt, er selbst verhaftet worden.
Im allgemeinen betrug die Wartezeit in
seiner Kasse drei Monate. Die dafür gezahl
ten Beiträge behielt B. als seine Provision,
dazu 10 Prozent Inkasso. Nach Erhebung der
Staatsanwaltschaft hat er 90 Prozent aller
Einkünfte für sich verbraucht, nur 10 Prozent
für die Kassenmitglieder, mit anderen Wor
ten: von 6700 Mark Einnahmen rd. 6000 Mark
für sich behalten. Rechnungen wurden größ
tenteils nicht bezahlt. Heute siud noch 2000
Mark unbeglichen. Die Hauptkundschaft be
fand sich in Dithmarschen. Der Prospekt der
Kasse wird dadurch illustriert, daß bei Angabe
der Kostenerstattung in Krankheitsfällen „100
Prozent" großgedruckt dastand, dahinter aber
das einschränkende Wörtchen „höchstens" usw.
kleiu. Ueber irreführende Behauptungen bei
Mitgliederaufnahme sollen sich Zeugen äußern.
Der Angeklagte bemerkt, es seien „so ziemlich
100 Prozent" gewesen, und man lobe natür
lich seine Sache. Er verneint, die Kasse von
vornherein auf Betrug aufgebaut zu haben.
Der Richter verweist ihn mehrmals darauf,
daß er doch unmöglich von einer Garanrie
seines Unternehmens habe überzeugt sein
können. Daß er zuweilen recht leichtfertig
Versprechungen gemacht, räumt V. ein. For
derungen wurden nach Feststellung des Ver
treters der Anklage, Staatsanwaltschaftsrats
Dr. Topf, von B. seit November nicht mehr
geregelt.
Der nachmittags vernommene Sachverstän
dige Bücherrevisor Sibbert hat die Gesamt
einnahme mit 6781 MJl errechnet, wovon 5900
in die Tasche des Angeklagten geflossen seien.
Für 795 MJl Schäden seien geregelt worden,
dagegen 2055 MJl nicht, von welcher Summe
nicht alles erstattungspflichtig sei.
Die Weiterverhandlung findet heute in den
Räumen des Gesundheitsamtes in der Niem
stadtstraße statt. Das Urteil erwartet man
Donnerstag oder Freitag. #
Sdduwi^-Udddu
«Südliche Reitervereine unter
stehen dem Reichsnährstand
Um in der Oeffentlichkeit entstandenen Miß
verständnissen entgegen zu treten, gibt der
Reichs- und preußische Minister für Ernäh
rung und Landwirtschaft folgendes bekannt:
Die ländlichen Reitervereine dienen neben
der Förderung der Reiterei und dem Fahr
wesen in erster Linie der ländlichen Pferde
zucht und. unterstehen daher ausschließlich
dem Reichsnährstand. Die reiterliche Ausbil
dung und die Fahrausbildung innerhalb der
ländlichen Reitervereine erfolgen nach den
jenigen Richtlinien, die der Reichsbauern-
sührer im Einvernehmen mit dem für diese
Fragen vom Führer und Reichskanzler beauf
tragten Generalinspekteur, SA.-Obergruppen-
führer Litzmann, erläßt.
ìteeis JUndc&ucg.
Die Lindenallee am Friedhof in Hohn
unter Naturschutz gestellt,
xt. Hohn, 11. Mai. Auf Grund des Reichs
naturschutzgesetzes hat der Landrat die Linden
allee am Friedhof in Hohn wegen ihrer Selten
heit und Schönheit und weil ihre Erhaltung
wegen heimatlicher Bedeutung im allgemeinen
Interesse liegt, unter Naturschutz stellen lassen.
Goldene Hochzeit. Am 6. Mai konnten die
Eheleute Schuhmacher Jürgen Gosch und Frau
Maria Catharina, geb. Jasper, in Friedrichs
holm, ihre Goldene Hochzeit feiern. Beide Ehe
leute, welche im Alter von 72 resp. 73 Jahren
stehen .erfreuen sich noch der besten Gesund
heit. Vom Kirchenvorstand Hohn wurde ihnen
eine Bibel und 20 Mark überreicht, (xt.)
Goldenes Ehejubiläum. Das Ehepaar Tei
les Haß und Luise, geb. Doose, in Brnx bei
Westensee, feiert am 14. Mai das Fest der
goldenen Hochzeit. Beide Eheleute sind 72
Jahre alt und erfreuen sich körperlicher Ge
sundheit und ungeschwächter Geistesfrische.
Ihre 12 Kinder und 28 Enkelkinder bilden
ihren höchsten und berechtigten Stolz. „Vadder
Haß" ist über 40 Jahre als landwirtschaftlicher
Arbeiter auf dem Gute Bossee tätig gewesen
und wurde dieser Tage durch die Ueber-
reichung einer Ehrenurkunde für geleistete
treue Arbeit erfreut, (sw.)
Beim Ringreiten.in Osterrönseld, an wel
chem sich 16 Retter beteiligten, wurde Walter
Meier (bei Bauer Struck-Sievers, hier) König.
Beim Ballwerfen für Damen wurde Frl. Han
na Harder Königin, (ar.) °
Ringreiterfest. Am Sonntagnachmittag fand
in Prinzenmoor in althergebrachter Weise das
traditionelle Ringreiterfest statt. Mit ge
schmückten Pferden bewegte sich eine stattliche
Reiterschar zum Ringbaum. Am Abend fand
beim Gastwirt Paulsen ein gutbesuchter Ring
reiterball statt, an dem sich jung und alt er
freute. (mm.)
Die Königswürde bei dem am Sonntag in
Schmalstedt stattgefundenen Ringreiterfest er
rang der Reiter Fritz Rohde, (es)
H&eis SdiecH^Gcäe
he. Gettorf, 10. Mai. Ein schwerer Auto-
nnfall ereignete sich am Sonntagmorgen auf
der Kiel-Eckernförder Landstraße bei Neudorst
Erst am Freitag mar dort ein Personenwagen
gegen einen Baum gefahren, so daß er abge
schleppt werden mußte, die Insassen sind an
scheinend unverletzt geblieben. Am heutigen
Sonntagmorgen gegeir 6 Uhr nun versuchte an
genau derselben Stelle ein aus Richtung Kiel
kommender Personenwagen einen Lastwagen
zu überholen. Der Personenwagen wurde da
bei abgedrängt und kam auf dem Gehsteig ins
Schleudern. Er fuhr dabei gegen den Lastwa
gen, überschlug sich und stürzte in den
Graben, wo er mit den Rädern nach oben
liegen blieb. Beim Anfahren an den Lastwa-
— Haltet aus, deutsche Genossen, bald
befreien wir euch aus den Klauen des
Hitlerismus! —
— Laßt euch nur Zeit, Kinder, es eilt
nicht! —
DAK 95
Zeichnung: Waldü
gen wurde die rechte Tür des Personenwagens
aufgerissen und ein Mitfahrer auf die Straße
geschleudert, wo er mit einem Schädelbruch
und schwerer Schulterverletzung liegen blieb.
Der Fahrer des Wagens konnte sich mit seiner
Frau und einem kleinen Kind aus dem im
Graben liegenden Wagen befreien. Mann und
Frau kamen mit leichten Verletzungen davon,
das Kind war unverletzt. Der Wagen mußte
abgeschleppt werden.
Sddumf
Kindesleiche aufgefunden.
cs. Schleswig, 12. Mai. Beim Reinigen
eines nach dem Burggraben im Stadtteil
Lollfuß führenden Wasserlaufes wurde am
Montagnachmittag eine Kindesleiche auf
gefunden. Die Leiche, die in eine Schürze
eingewickelt war, hatte bereits einige Tage
im Wasser gelegen. Die Schleswiger Krimi
nalpolizei bittet um zweckdienliche Angaben,
die zur Ermittlung der Kinöesmutter führen
können.
* * *
Schleswig, 12. Mai. 70 Jahre Regiment
Manstein. Ende September sind 70 Jahre ver
gangen, seitdem das Regiment v. Manstein
(84) gebildet wurde. Das Jubiläum wird in
Schleswig durch einen zweitägigen Regiments-
appell gefeiert werden. Während das 1. und
3. Bataillon die ganze Zeit in Schleswig gele
gen haben, lag das 2. Bataillon zuerst in Apen
rade. 1888 wurde es nach Hadersleben ver
legt.' ^ ^ '
gv. Bollingstedt, 11. Mai. Die Generalver
sammlung der Spar- und Darlehnskasse fand
hier in der Wirtschaft von Johannsen statt.
Der Vorsitzende begrüßte als Gast den Ver
treter der Landesgenossenschaftsbank, Rohard.
Letzterer verlas alsdann den Geschäftsbericht,
dem wir folgendes entnehmen. Es wurden iin
Geschäftsjahr umgesetzt 791608,08 MJl gegen
610 387,21 MJl im Vorjahre. Die Sparein
lagen betragen zur Zeit 47199 MJl. Die
Schulsparkasse weist einen Bestand von 132,19
MJl auf. Der Warenbezug, der in letzter Zeit
geruht hatte und wieder aufgenommen ist,
hatte einen Bezug von 300 Zentner zu ver
zeichnen. Die ausscheidenden Vorstands- und
Aufsichtsratsmitglieder Georg Koch und Fritz
Wendrich wurden wiedergewählt. Es wurden
dann noch Kreditangelegenheiten besprochen
und deren Höhe festgesetzt. Rohard hielt dann
noch einen Bortrag über das Abholesparver-
fahren, das bei der Kasse eingeführt werden
soll.
gv. Jübck, 11. Mai.. Spitzbuben am Werk.
In einer der letzten Nächte wurde unser Ort
von Spitzbuben heimgesucht. Bei dem Land-
mann Th. Ratje stahlen sie aus dem ver
schlossenen Schuppen ein Herren- und Damen
fahrrad. Von hier ging es zu dem Baumeister
Lassen. Aus dem unverschlossenen Stall
stahlen sie hier ein Damenfahrrad und ließen
das gestohlene Damenfahrrad von Ratje zu
rück. Ferner wurden bei Lassen von weiteren
zwei Fahrrädern die Dynamos mit Lampen
gestohlen. Bei weiteren zwei Stellen wurden
Einbruchsversuche gemacht.
Am StüpdUotsn
50jähriges Bestehen der Meiereigenossenschast k
iu Ersde.
hr. Ersde, 10. Mat. Die Meiereigenossen
schaft 1 konnte am Sonntag ihr 50jährigt's
Bestehen feiern, nachdem vor kurzem die Ort
schaften Bergenhusen und Norderstapel das
gleiche Fest abhielten. Die Meierei 1 wurde iin
Jahre 1886 gebaut und am 7. Juli in Betrieb
genommen. Freilich war zu Anfang noch keine
rechte Stimmung für ein solches Unternehmen
vorhanden, da es mit großen Unkosten ver-
LemMģch mMüch gestobt
wird schmackhafter durch
Zysats einiger Tropfen
MA@@r WÜRZE
Hi
Rezept für in Milch gesiobte Gemüse. Für 4 Personen.
(Wurzeln, Kohlrabi, grüne Lohnen, Llumenkohl, Rosenkohl,
Spargel, Porree, Steckrüben sowie Dosengemüse)
I Eßl. (30 g) Mehl 1 Taffe Gemüsewosser
I 'I2 Eßl. (30 g) Fett oder Lutter l Tasse Milch
'/2 Teelöffel Salz 1 Teelöffel Maggi's Würze
Das Gemüse putzen, waschen, kleinschneiden und in leichtem Salz-
wasser garkochen. Das Mehl im heißgemachten Fett leicht an-
schwitzen, unter Umrühren Gemüsewaffer und Milch zugießen und
durchkochen. Rach Salz abschmecken und Maggi's Würze gut
jSBKSSii darunterrühren. Las Gemüse dazugeben und nochmals aufkochen.