Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Die Verhandlung der Strafkammer II Kiel in Rendsburg 
Der Prozeß der viele» Zeugs» 
Gestern vormittag begann im Amtsgerichts- 
gcbüude unter dem Vorsitz des Landgerichts 
direktors Dr. Römer der Prozeß gegen den 
41jährigen, aus Flensburg stammenden Fer 
dinand Bornholdt. Die Anklage lautet 
auf fortgesetzten Betrug,' u. a. kommen die 
Paragraphen 263 und 266 des StGB, in Be 
tracht, sodann auch § 267 (versuchte Urkunden 
fälschung). Auf dem Richtertisch liegt eine Rei 
he Aktenbündel. Die Anklageschrift umfaßt gut 
40 Seiten,' es handelt sich um eine Leporelloliste 
von Einzelfällen. Auf dem Terminzettel sind 
122 Namen, hauptsächlich von Zeugen, sodann 
auch von Sachverständigen aufgeführt. Ob auf 
den einen oder andern Zeugen verzichtet wer 
den kann, steht noch dahin. Dem Prozeß woh 
nen außer zwei weiteren Richtern zwei Schöf 
fen aus Kiel bei. Der erste Verhandlungstag 
ergab einen Aufriß der umfangreichen Anklage 
durch Verlesung der Anklageschrift bzw. die 
Vernehmung des Angeklagten. Auch wurde der 
Sachverständige, Bücherrevisor Sibbert aus 
Rendsburg, gehört. Die ersten Zeugen sind auf 
heute geladen. 
Der seit dem 27. Januar d. I. in Kiel in 
Untersuchungshaft befindliche Angeklagte 
nimmt zunächst in der Anklagebank Platz. Der 
Erscheinung nach ist er vielleicht das, was man 
im Volksmund in bezug airs Auftreten und 
Intelligenz ein „patentes Kerlchen" heißt. B. 
ist ohne Verteidiger, er verteidigt sich selbst 
mit einer Gewandtheit, die allerdings nicht je 
der kritischen Probe standhält. Er darf sich ans 
Stehpult stellen, um ein Doppel der Anklage 
schrift entfalten zu können. Aus seinen Per 
sonalien geht hervor, daß er die Realschule in 
Sonderburg bis Obersekunda besucht hat, ge 
lernter Kaufmann ist und gute Zeugnisse be 
sitzt. Im Kriege brachte er es bei der Inten 
dantur bis zum Feldinspektor. Als solcher 
wurde er 1920 mit dem Rang eines Oberleut 
nants verabschiedet. Eine seinerzeit über ihn 
wegen Pfanöbruchs verhängte Gefängnisstrafe 
von 5 Wochen wurde infolge Amnestie nieder 
geschlagen. Dann wäre noch aus 1926 eine ge 
ringe Geldstrafe wegen Betrugs zu erwähnen. 
Durch gerichtliche Strafen ist also das Vor 
leben des Angeklagten nicht besonders belastet. 
Der Vorsitzende bringt aber aus seiner Ver 
gangenheit noch einiges zur Sprache, ivas in 
sofern bezeichnend für B. ist, als es ihn als 
einen Menschen zeigt, der allzu geneigt ist, 
große Versprechungen zu machen, ohne diese 
halten zu können, namentlich soweit die Rtick- 
zahlrmg von Darlehen in Betracht kommt. 
Der Scheidüng seiner 1923 eingegangenen Ehe 
im vorigen Jahr und einer dadurch verursach 
ten Verwirrung gibt B. die Schuld für eine 
Vermehrung seiner Schulden. Nachdem er in 
den Jnflationsjahren eine mit einem Kom 
pagnon betriebene Weinhandlung liquidiert 
und es bei Lockstedter Lager mit einer Gast 
wirtschaftspachtung probiert hatte, wandte er 
sich dem Versicherungsgewerbe zu, und zwar 
der Krankenversicherung. 
In großen Zügen geht der Vorsitzende die 5 
Gruppen der Anklage durch. Die erste betrifft 
die Tätigkeit Bvrnholdts bei der Allgemeinen 
Krankenversicherungs-A.-G. in Köln, für die 
ihn der Bezirksvertreter in Altona nach Be 
werbung auf eine Zeitungsanzeige hin enga 
giert hatte. Von Reinbek aus, wo er wohnte, 
betrieb er die Mitgliederwerbung für die 
Kasse. Von April bis September 1932 war er 
in Rendsburg für das Kölner Unternehmen 
tätig. Ueber der Entschädigungsfrage — es 
handelt sich um die Einbehaltung von Monats 
prämien — kam es zu Differenzen und zur 
Entzweiung mit der Kölner Gesellschaft. Er 
soll ihr heute noch 180 RM. schulden, behaup 
tet jedoch, er sei durch die Versprechungen der 
Gesellschaft benachteiligt. Zwangsläufig kommt 
wieder die P u m p w i r t s ch a f t des B. zur 
Rede. Zur Entschuldigung gibt er an, die 
Schulden aus der ehemaligen Weinhandlung 
hätten ihn bis heute verfolgt. Die Anklage 
gruppe 2 knüpft an die Tätigkeit für die Bür 
gerliche Versicherungs-A.-G. in Berlin an. 
B. wurde Bezirksdirektor in Rendsburg. Er 
sollte werben uild mit Hilfe von Untervertre 
tern in Stadt und Land organisieren. Von neu 
em kam es in der Entschädiguugs- und Spesen 
frage zu Unstimmigkeiten. Auch spielt die An 
schaffung eines Motorrades für Reisezwecke 
eine Rolle. B. soll dem Berliner Unternehmen 
noch 1500 Mark schuldig sein. Nach seiner Ge- 
genrechnung sind es nur 600. Der Vorsitzende 
hält ihm vor, daß er 1933 unterschriftlich der 
Gesellschaft gegenüber betrügerische Manipu 
lationen zugegeben habe. Im April 1934 wur 
de B. erneut entlassen, nachdem er vorher 
schon einmal entlassen worden war,' der Schul 
densaldo hatte sich abermals erhöht. 
Nachdem eine selbst aufgemachte Kranken 
versicherung gescheitert, war B. wieder für eine 
fremde Kasse tätig, diesmal für die Deutsche 
Krankenkasse von 1869 in Hamburg, von 
April bis August 1935. Die Anklage wirst ihm 
vor, daß er nur 2 Monatsprämien (die ersten 
Beiträge der Versicherten) habe behalten dür 
fen, doch 3 kassiert habe. Der Angeklagte ver 
tritt den Standpunkt, eigentlich hätte man ihm 
drei geben müssen, weil mit zweien der Un 
kosten wegen nicht auszukommen gewesen 
wäre. 
Der Richter macht ihn aufmerksam auf die 
Abwegigkeit eines solchen „Individualismus". 
Die Forderung des Unternehmens beläuft sich 
auf 471 MJl. Auf einem Ausweis hat B. bei 
Angabe der Zahl der bei Aufnahme fälligen 
Monatsprämien aus einer 2 eine 3 gemacht. 
Er will die 3 versehentlich im Gespräch hin 
gekritzelt haben. Das klinge romanhaft, be 
merkt der Vorsitzende. B. bestreitet eine be 
trügerische Absicht. Jedenfalls wird ihm ver 
suchte Urkundenfälschung vorgeworfen. Die 
vierte Gruppe der Anklagepunkte bezieht sich 
auf die Tätigkeit des Angeklagten für die Ver 
einigte Krankenversichernngs-A.G. Berlin, 
von welcher er im August 1935 als Vertreter 
angestellt wurde. Angeblich hat er 100 Mark 
mehr behalten, als ihm zustand. Er behauptet, 
die Gesellschaft sei nicht geschädigt. Einzelnen 
Leuten gegenüber, die er als Mitglieder zu 
werben suchte, soll er unwahre Angaben ge 
macht haben. U. a. hat er erklärt, es handle 
sich um eine bäuerliche, vom Reichs n ü hr - 
stand empfohlene Krankenkasse. Ferner soll 
er hinsichtlich der Kassenleistungen irre 
führende Vorstellungen erweckt haben. Fünf 
tens wird B. beschuldigt, sich dadurch in vielen 
Fällen des Betrugs schuldig gemacht zu haben, 
daß er geliehene Betrüge von 5 bis 70 MJl, die 
er sofort zurückzuzahlen versprach, schuldig 
blieb. 1600 Mark Schulden will er laut einer 
Aufstellung im letzten Jahr zurückgezahlt 
haben. 
Der letzte und Hauptsall der Anklage befaßt 
sich mit der eigenen Krankenkasse Bornholöts, 
die er stolz „Gemeinnützige Krankeuhilfe, e. 
V., für Bauern und selbständige Berufe" be 
titelte. Vorsitzender: „Sie dachten wohl, wenn 
andere Gesellschaften etwas verdienen, warum 
soll i ch mich da nicht selbständig machen kön 
nen?" Als B. seine Firma aufmachte, hatte er 
keine Barmittel, sondern Schulden, etwa 3000 
Mark. Auch war seine Kasse nicht, wie gesetz 
lich vorgeschrieben, dem Reichsaufsichtsamt für 
Privatversicherungen angemeldet. Er sucht sich 
dieserhalb mit Unkenntnis bzw. irrtümlicher 
Auffassung einer amtlichen Bekanntmachung 
herauszureden. Jenes „e. V.", das man ohne 
weiteres als „eingetragener Verein" auslegt, 
will er harmlos als „ein Verein" aufgefaßt 
wiffen. Vorsitzender: „Machen Sie sich doch 
nicht lächerlich! Der Verein waren Sie." B. 
fing seine März 1934 gegründete Kasse mit 
30 Mitgliedern an, die er von der Bürger 
lichen Versicherungs-A.-G. mitgebracht hatte. 
Zum Schluß hatte er etwa 160 Mitglieder. Das 
Unternehmen strandete nach 1 Jahr, mußte 
stranden wegen seiner ungenügenden Grund 
lage. B. behauptet, er hätte noch alles zurecht 
bekommen, kein Mensch hätte einen Pfennig 
verloren, wenn die „Konkurrenz" (eine an 
gesehene Krankenkasse), bzw. deren Vertreter 
der ursprünglichen Abmachung gemäß den 
Versichertenbestand übernommen haben wür 
de. Ihm seien für jedes Mitglied 10 MJl 
zugesagt worden, er habe aber nur 290 MJl 
empfangen, und mitten in der Abwicklung 
habe man ihn kaltgestellt,' seine Bücher seien 
beschlagnahmt, er selbst verhaftet worden. 
Im allgemeinen betrug die Wartezeit in 
seiner Kasse drei Monate. Die dafür gezahl 
ten Beiträge behielt B. als seine Provision, 
dazu 10 Prozent Inkasso. Nach Erhebung der 
Staatsanwaltschaft hat er 90 Prozent aller 
Einkünfte für sich verbraucht, nur 10 Prozent 
für die Kassenmitglieder, mit anderen Wor 
ten: von 6700 Mark Einnahmen rd. 6000 Mark 
für sich behalten. Rechnungen wurden größ 
tenteils nicht bezahlt. Heute siud noch 2000 
Mark unbeglichen. Die Hauptkundschaft be 
fand sich in Dithmarschen. Der Prospekt der 
Kasse wird dadurch illustriert, daß bei Angabe 
der Kostenerstattung in Krankheitsfällen „100 
Prozent" großgedruckt dastand, dahinter aber 
das einschränkende Wörtchen „höchstens" usw. 
kleiu. Ueber irreführende Behauptungen bei 
Mitgliederaufnahme sollen sich Zeugen äußern. 
Der Angeklagte bemerkt, es seien „so ziemlich 
100 Prozent" gewesen, und man lobe natür 
lich seine Sache. Er verneint, die Kasse von 
vornherein auf Betrug aufgebaut zu haben. 
Der Richter verweist ihn mehrmals darauf, 
daß er doch unmöglich von einer Garanrie 
seines Unternehmens habe überzeugt sein 
können. Daß er zuweilen recht leichtfertig 
Versprechungen gemacht, räumt V. ein. For 
derungen wurden nach Feststellung des Ver 
treters der Anklage, Staatsanwaltschaftsrats 
Dr. Topf, von B. seit November nicht mehr 
geregelt. 
Der nachmittags vernommene Sachverstän 
dige Bücherrevisor Sibbert hat die Gesamt 
einnahme mit 6781 MJl errechnet, wovon 5900 
in die Tasche des Angeklagten geflossen seien. 
Für 795 MJl Schäden seien geregelt worden, 
dagegen 2055 MJl nicht, von welcher Summe 
nicht alles erstattungspflichtig sei. 
Die Weiterverhandlung findet heute in den 
Räumen des Gesundheitsamtes in der Niem 
stadtstraße statt. Das Urteil erwartet man 
Donnerstag oder Freitag. # 
Sdduwi^-Udddu 
«Südliche Reitervereine unter 
stehen dem Reichsnährstand 
Um in der Oeffentlichkeit entstandenen Miß 
verständnissen entgegen zu treten, gibt der 
Reichs- und preußische Minister für Ernäh 
rung und Landwirtschaft folgendes bekannt: 
Die ländlichen Reitervereine dienen neben 
der Förderung der Reiterei und dem Fahr 
wesen in erster Linie der ländlichen Pferde 
zucht und. unterstehen daher ausschließlich 
dem Reichsnährstand. Die reiterliche Ausbil 
dung und die Fahrausbildung innerhalb der 
ländlichen Reitervereine erfolgen nach den 
jenigen Richtlinien, die der Reichsbauern- 
sührer im Einvernehmen mit dem für diese 
Fragen vom Führer und Reichskanzler beauf 
tragten Generalinspekteur, SA.-Obergruppen- 
führer Litzmann, erläßt. 
ìteeis JUndc&ucg. 
Die Lindenallee am Friedhof in Hohn 
unter Naturschutz gestellt, 
xt. Hohn, 11. Mai. Auf Grund des Reichs 
naturschutzgesetzes hat der Landrat die Linden 
allee am Friedhof in Hohn wegen ihrer Selten 
heit und Schönheit und weil ihre Erhaltung 
wegen heimatlicher Bedeutung im allgemeinen 
Interesse liegt, unter Naturschutz stellen lassen. 
Goldene Hochzeit. Am 6. Mai konnten die 
Eheleute Schuhmacher Jürgen Gosch und Frau 
Maria Catharina, geb. Jasper, in Friedrichs 
holm, ihre Goldene Hochzeit feiern. Beide Ehe 
leute, welche im Alter von 72 resp. 73 Jahren 
stehen .erfreuen sich noch der besten Gesund 
heit. Vom Kirchenvorstand Hohn wurde ihnen 
eine Bibel und 20 Mark überreicht, (xt.) 
Goldenes Ehejubiläum. Das Ehepaar Tei 
les Haß und Luise, geb. Doose, in Brnx bei 
Westensee, feiert am 14. Mai das Fest der 
goldenen Hochzeit. Beide Eheleute sind 72 
Jahre alt und erfreuen sich körperlicher Ge 
sundheit und ungeschwächter Geistesfrische. 
Ihre 12 Kinder und 28 Enkelkinder bilden 
ihren höchsten und berechtigten Stolz. „Vadder 
Haß" ist über 40 Jahre als landwirtschaftlicher 
Arbeiter auf dem Gute Bossee tätig gewesen 
und wurde dieser Tage durch die Ueber- 
reichung einer Ehrenurkunde für geleistete 
treue Arbeit erfreut, (sw.) 
Beim Ringreiten.in Osterrönseld, an wel 
chem sich 16 Retter beteiligten, wurde Walter 
Meier (bei Bauer Struck-Sievers, hier) König. 
Beim Ballwerfen für Damen wurde Frl. Han 
na Harder Königin, (ar.) ° 
Ringreiterfest. Am Sonntagnachmittag fand 
in Prinzenmoor in althergebrachter Weise das 
traditionelle Ringreiterfest statt. Mit ge 
schmückten Pferden bewegte sich eine stattliche 
Reiterschar zum Ringbaum. Am Abend fand 
beim Gastwirt Paulsen ein gutbesuchter Ring 
reiterball statt, an dem sich jung und alt er 
freute. (mm.) 
Die Königswürde bei dem am Sonntag in 
Schmalstedt stattgefundenen Ringreiterfest er 
rang der Reiter Fritz Rohde, (es) 
H&eis SdiecH^Gcäe 
he. Gettorf, 10. Mai. Ein schwerer Auto- 
nnfall ereignete sich am Sonntagmorgen auf 
der Kiel-Eckernförder Landstraße bei Neudorst 
Erst am Freitag mar dort ein Personenwagen 
gegen einen Baum gefahren, so daß er abge 
schleppt werden mußte, die Insassen sind an 
scheinend unverletzt geblieben. Am heutigen 
Sonntagmorgen gegeir 6 Uhr nun versuchte an 
genau derselben Stelle ein aus Richtung Kiel 
kommender Personenwagen einen Lastwagen 
zu überholen. Der Personenwagen wurde da 
bei abgedrängt und kam auf dem Gehsteig ins 
Schleudern. Er fuhr dabei gegen den Lastwa 
gen, überschlug sich und stürzte in den 
Graben, wo er mit den Rädern nach oben 
liegen blieb. Beim Anfahren an den Lastwa- 
— Haltet aus, deutsche Genossen, bald 
befreien wir euch aus den Klauen des 
Hitlerismus! — 
— Laßt euch nur Zeit, Kinder, es eilt 
nicht! — 
DAK 95 
Zeichnung: Waldü 
gen wurde die rechte Tür des Personenwagens 
aufgerissen und ein Mitfahrer auf die Straße 
geschleudert, wo er mit einem Schädelbruch 
und schwerer Schulterverletzung liegen blieb. 
Der Fahrer des Wagens konnte sich mit seiner 
Frau und einem kleinen Kind aus dem im 
Graben liegenden Wagen befreien. Mann und 
Frau kamen mit leichten Verletzungen davon, 
das Kind war unverletzt. Der Wagen mußte 
abgeschleppt werden. 
Sddumf 
Kindesleiche aufgefunden. 
cs. Schleswig, 12. Mai. Beim Reinigen 
eines nach dem Burggraben im Stadtteil 
Lollfuß führenden Wasserlaufes wurde am 
Montagnachmittag eine Kindesleiche auf 
gefunden. Die Leiche, die in eine Schürze 
eingewickelt war, hatte bereits einige Tage 
im Wasser gelegen. Die Schleswiger Krimi 
nalpolizei bittet um zweckdienliche Angaben, 
die zur Ermittlung der Kinöesmutter führen 
können. 
* * * 
Schleswig, 12. Mai. 70 Jahre Regiment 
Manstein. Ende September sind 70 Jahre ver 
gangen, seitdem das Regiment v. Manstein 
(84) gebildet wurde. Das Jubiläum wird in 
Schleswig durch einen zweitägigen Regiments- 
appell gefeiert werden. Während das 1. und 
3. Bataillon die ganze Zeit in Schleswig gele 
gen haben, lag das 2. Bataillon zuerst in Apen 
rade. 1888 wurde es nach Hadersleben ver 
legt.' ^ ^ ' 
gv. Bollingstedt, 11. Mai. Die Generalver 
sammlung der Spar- und Darlehnskasse fand 
hier in der Wirtschaft von Johannsen statt. 
Der Vorsitzende begrüßte als Gast den Ver 
treter der Landesgenossenschaftsbank, Rohard. 
Letzterer verlas alsdann den Geschäftsbericht, 
dem wir folgendes entnehmen. Es wurden iin 
Geschäftsjahr umgesetzt 791608,08 MJl gegen 
610 387,21 MJl im Vorjahre. Die Sparein 
lagen betragen zur Zeit 47199 MJl. Die 
Schulsparkasse weist einen Bestand von 132,19 
MJl auf. Der Warenbezug, der in letzter Zeit 
geruht hatte und wieder aufgenommen ist, 
hatte einen Bezug von 300 Zentner zu ver 
zeichnen. Die ausscheidenden Vorstands- und 
Aufsichtsratsmitglieder Georg Koch und Fritz 
Wendrich wurden wiedergewählt. Es wurden 
dann noch Kreditangelegenheiten besprochen 
und deren Höhe festgesetzt. Rohard hielt dann 
noch einen Bortrag über das Abholesparver- 
fahren, das bei der Kasse eingeführt werden 
soll. 
gv. Jübck, 11. Mai.. Spitzbuben am Werk. 
In einer der letzten Nächte wurde unser Ort 
von Spitzbuben heimgesucht. Bei dem Land- 
mann Th. Ratje stahlen sie aus dem ver 
schlossenen Schuppen ein Herren- und Damen 
fahrrad. Von hier ging es zu dem Baumeister 
Lassen. Aus dem unverschlossenen Stall 
stahlen sie hier ein Damenfahrrad und ließen 
das gestohlene Damenfahrrad von Ratje zu 
rück. Ferner wurden bei Lassen von weiteren 
zwei Fahrrädern die Dynamos mit Lampen 
gestohlen. Bei weiteren zwei Stellen wurden 
Einbruchsversuche gemacht. 
Am StüpdUotsn 
50jähriges Bestehen der Meiereigenossenschast k 
iu Ersde. 
hr. Ersde, 10. Mat. Die Meiereigenossen 
schaft 1 konnte am Sonntag ihr 50jährigt's 
Bestehen feiern, nachdem vor kurzem die Ort 
schaften Bergenhusen und Norderstapel das 
gleiche Fest abhielten. Die Meierei 1 wurde iin 
Jahre 1886 gebaut und am 7. Juli in Betrieb 
genommen. Freilich war zu Anfang noch keine 
rechte Stimmung für ein solches Unternehmen 
vorhanden, da es mit großen Unkosten ver- 
LemMģch mMüch gestobt 
wird schmackhafter durch 
Zysats einiger Tropfen 
MA@@r WÜRZE 
Hi 
Rezept für in Milch gesiobte Gemüse. Für 4 Personen. 
(Wurzeln, Kohlrabi, grüne Lohnen, Llumenkohl, Rosenkohl, 
Spargel, Porree, Steckrüben sowie Dosengemüse) 
I Eßl. (30 g) Mehl 1 Taffe Gemüsewosser 
I 'I2 Eßl. (30 g) Fett oder Lutter l Tasse Milch 
'/2 Teelöffel Salz 1 Teelöffel Maggi's Würze 
Das Gemüse putzen, waschen, kleinschneiden und in leichtem Salz- 
wasser garkochen. Das Mehl im heißgemachten Fett leicht an- 
schwitzen, unter Umrühren Gemüsewaffer und Milch zugießen und 
durchkochen. Rach Salz abschmecken und Maggi's Würze gut 
jSBKSSii darunterrühren. Las Gemüse dazugeben und nochmals aufkochen.
	        
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