als einen Schädling des reellen Krankenkassen
wesens.
Von drei nachmittags geladenen Zeugen
aus Altona, Berlin und Hamburg — Vertre
ter!: auswärtiger Krankenkassen, für die B.
vorübergehend tätig gewesen — war nur der
erste erschienen. Der Hamburger hatte sich
durch ärztliche Bescheinigung entschuldigt, dem
Berliner hat man die Ladung nach München
nachgesandt. Lamberz aus Altona, Bezirks-
öirektor der Allgemeinen Krankenversiche-
rungs-A.-G. Köln, erklärt, daß er anfänglich
B. als fleißige:: und erfolgreichen Werber sehr-
geschätzt habe. Wegen Eigenmächtigkeiten
Bornholöts in der Znrückbehaltnng von Mo-
natsprämien kam es immer wieder zn Diffe
renzen. B. habe wohl gute Vorsätze bekundet,
doch nicht ausgeführt. L. persönlich ist um einen
gewissen Betrag geschädigt. Als Versicherungs-
sachverstänüiger befragt, nennt Lamberz die
Bornholdtsche Krankenkasse ein totgeborenes
Kind. Ein solches Unternehmen hätte das
Neichsaufsichtsamt für Privatversicherung nie
mals genehmigt. Kapital müsse vorhanden
sein, man könne nicht mit Nichts anfangen.
Aus Vorschlägen, die B. vor Gründung sei
ner Kasse der Kreisbauernschaft bzw. dem
Kreisbauernführer im Januar 1934 unter
breitet hat zwecks Schaffung einer bäuerlichen
Krankenkasse, deren Geschäftsführer er werden
wollte, geht hervor, daß er das notwendige
Rückgrat für eine Kasse suchte. Der Vor
sitzende bezeichnet demgemäß die Aufmachung
einer Kasse auf eigene Faust durch den Ange
klagten um so verwerflicher. Der Zeuge Kri
minalsekretär Christiansen sagt aus, daß Ver
sicherungsnehmer, die sich benachteiligt fühlten,
Anzeige gegen B. erstattet hatten. Bei seiner
Festnahme habe B. erklärt, seine Kasse trage
er in der Tasche.
Die Zeugenvernehmung wird heute fortge
setzt, die Beweisaufnahme morgen beendet.
#
Zeichenerkläruna zur Wetterk^rto
Kalter Wind
Warmer Wind
'“►W Stärke1.^4NW2,
U.SMI
Q wolkenlos Q wolkig
(3 heiter Ş bedeckt
CI halbbedeck»
n â front vordringender Kaltluft
Front vordringender Warmluft
Front mit Warmluft in der Höhe
IliilllUll 1 Regengebiet. ^ļļļļļļļj Schneefallgebiet
pDg Schauertätigkeit, E: Nebel.TC Gewitter |
Wetterbericht für Donnerstag, 14. Mai.
Schwache, vorwiegend nördliche Winde, meist
bedeckt, keine oder nur geringe Niederschlüge,
nur mäßig warm.
$dde$wity-Uöl$teui
Hem ßenckkieg.
fa. Bredenbek, 11. Mai. lOjähriges Stif
tungsfest des Sport- und Spielvereins Bre
denbek von 1926. Am 9. Mai hielt der Sport-
uud Spielverein in Krays Gasthof sein zehn
jähriges Stiftungsfest ab. Nach kurzer Begrü
ßung wurde gezeigt, daß der Verein fleißig
und unermüdlich in den Wintermonaten
unter Leitung des Vorsitzenden, Heier Krau-
zusch, geturnt und geübt hat. Zunächst mar
schierten die Knaben auf und man staunte,
über welchen Nachwuchs der Verein verfügt.
Von 25 Knaben wurden mitunter recht gute
Uebungen an Reck, Barren und Pferd gezeigt.
Viel Fleiß und Zeit haben die Freiübungen
gekostet. Daß aber auch nach der Schulentlas
sung fleißig von den älteren Mitgliedern ge
turnt wird, beweist die Stürkezahl der Riegen.
Von 16 Damen und 16 Männern wurden
ebenfalls gute Uebungen an Reck, Barren und
Pferd gezeigt, welche reichen Beifall ernteten.
Daß alle Uebungen sowie die gemeinsamen
Volkstänze der Damen und Herren so gut ge
langen, ist dem Vorsitzenden zu verdanken, der
alle Abteilungen leitete und sich stets aktiv am
Turnen und Spielen beteiligt hat. Alles, was
sich für den Abend hatte freimachen können,
war erschienen nnd der Saal war überfüllt.
Im Laufe des Abends wurde 2 Mitgründern
des Sport- und Spielvereins, -welche sich in
letzter Zeit verheiratet hatten, je ein kleines
Hochzeitsgeschenk durch den Vorsitzenden über
reicht.
R. Nortorf, 12. Mai. Staffelappell. Am
kommenden Sonntag, morgens 8 Uhr, treten
sämtliche Stürme der Motorstaffel II/M. 15
zum Appell auf dem Städtischen Sportplatz in
Nortorf an. Da dies der letzte Appell vor dem
großen Nordmarktreffen in Kiel ist, müssen
alle NSKK.-Angehörigen der Staffel restlos
pünktlich zur Stelle sein.
Hem tciiemßede
Bauernhof in Steinfieken abgebrannt.
kx. Lwschlag, 13. Mai. (Eig. Drahtbericht.j
Gestern abend gegen 9 Uhr brach in dem um
fangreichen Wohn- und Wirtschaftsgebäude
des Bauern Hans Schlichting in Steinfieken
ein Feuer aus, durch das das gesamte, etwas
abseits vom Ort liegend Gewese völlig vernich
tet wurde. Der schwerkriegsbeschäöigte Bauer
saß in der Küche und Frau und Tochter waren
im Garten beschäftigt, als das Feuer aus un
bekannter Ursache ausbrach. Die Wehren von
Owschlag, Ahlefeld und Alt-Duvenstedt konn
ten nichts mehr retten. Sämtliches Mobiliar-
ist mitverbrannt und auch von dem landwirt
schaftlichen Inventar konnte nichts mehr geret
tet werden. Einige Schweine und Kälber er
litten Brandwunden.
Händen von Schwester Elisabeth aus Schles
wig. 30 Frauen und junge Mädchen nehmen
an diesem Kursus teil. — Neuer Ortsgruppen
leiter. Zum Ortsgruppenleiter der NSDAP,
ist von der Kreisleitung der Dentist Johannes
Viohl bestellt.
Aue SiüpdUoim
ms. Drage, 13. Mai. Letzter Erdenweg.
Unter großer Beteiligung wurde heute der
81 Jahre alte Rentner Peter Bohn-Drage zu
seiner letzten Ruhestätte, dem Friedhof in
Süderstapel, geleitet. Der Kriegerverein
(Kyffhäuserbund) begleitete ihn geschlossen mit
Fahne und Trauermusik auf seinem letzten
Weg. Mit diesem alten biederen und lauteren
Landmann ist ein Mann zur letzten Ruhe ge
bracht, der nur Arbeit bis an sein Ende
kannte. Er diente seinerzeit im Jnf.-Reg. 86
Flensburg.
Ringreiter-Feste. Der Ringreiterverein für
Verheiratete in Seeth beschloß am letzten Sonn
tag, ihr Sommervergnügen am 16. Mai abzu
halten mit dem Ball im Lokale von Hans
Peters daselbst. In Drage findet dieses Fest
für junge Leute am 14. Juni statt mit dem
Ball im Lokale von Heinrich Wöbber. (ms.)
Aue Hendeln
Schwedischer Kriegsschiffbesuch in deutschen
Häfen.
Kiel, 12. Mai. Wie von zuständiger Stelle
verlautet, werden das schwedische Schulschiff
Panzerschif „Oskar II." vom 16. bis 20. Juli
Bremen und die beiden schwedischen Segel
schulschiffe „Najaden" und „Jarramas" vom
12. bis 19. August, also in der Zeit der Olym
piade und der Kieler Woche, Kiel besuchen.
Fischerboot gerammt und gesunken.
Kiel, 12. Mai. In der Nacht zum Montag
wurde das Fischerboot „Laboe 28" des Fischers
Paulsen von dem Förde-Dampfer „Heinrich"
gerammt und so schwer beschädigt, daß es so
fort sank. Die aus zwei Mann bestehende Be
satzung konnte im letzten Augenblick gerettet
werden. Der Zusammenstoß erfolgte ungefähr
300 Meter von der Laboer Nordmole entfernt.
Die Einweihung des Marine-Ehrenmals
in Laboe.
Ueber das Programm der Flottenschau wird
uns berichtet:
Am Donnerstag, dem 28. Mai, wird unter
der Führung des Oberbefehlshabers der
Kriegsmarine die gesamte Flotte zu Uebungen
in See stechen. Am Freitag, dem 29. Mai, um
15.30 Uhr, wird bei Kiel-Feuerschiff eine
Parade der Flotte statfinöen, zu der auch Zu
schauer zugelassen sind.
Nach der Parade läuft die Flotte geschlossen
ein. Das Hauptfahrwasser wird hierfür von
Tonne A bis Kitzeberg von jeglichem Verkehr
freigehalten. Die Flotte wird etwa 17.30 Uhr
Laboe passieren. Für die Bevölkerung bietet
sich die beste Aussicht von den Höhen bei
Falkenstein oder am Ostufer von Stein bis
Möltenort.
Am Abend des 29. Mai veranstalten die
Kriegsmarine und Luftwaffe vor Bellevue
einen großen Zapfenstreich, der durch Laut
sprecher über das ganze Hindeuburgufer über
tragen wird. Die Schiffe der Flotte werden
während des Zapfenstreiches illuminieren.
Das Hindeuburgufer wird nur für den Auto-
ŞchsdêĶêrhUtNWg vermehrt
h« BslkSVsrMZgKZr
Ihre goldene Hochzeit feiern am kommen
den Montag, dem 18. Mai, die Eheleute Hans
Kruse in Damendorf. Der Ehemann ist 78, die
Ehefrau 70 Jahre alt. Beide sind noch sehr
rüstig.
Hem ScMeswicj,
jp. Kropp, 11. Mai. Mütterschulungskursus,
eit einigen Tagen wird in der Ortschaft ein
Mütterschuluugskursus vom Reichsmutter
dienst durchgeführt. Die Schulung liegt in
Milliardenwerte gehen dem deutschen Volke
jährlich durch allerlei Schäden, die zum großen
Teil vermieden werden können, verloren.
Verkehrs- und Betriebsunfälle fordern Men
schenleben und verursachen materielle Schäden
Brände vernichten Hab und Gut, Insekten
verursachen große Verluste au Nahrungs- und
Futtermitteln, durch Rost werden große Men
gen von Eisen zerstört, und so könnte man
noch viele weitere Schäden aufzählen. Alle
diese Dinge zusammengenommen bedeuten
jährlich einen Verlust von einigen Milliarden
Mark, der schließlich von der Allgemeinheit
getragen werden muß.
Als nach den' Jahren des Niederganges
wieder viele Menschen nach jahrelanger er
zwungener Untätigkeit in berufliche Betäti
gung kamen, da schwoll auch die Zahl der Be
triebsunfälle erheblich an. Das war der An
laß, einmal den verschiedenen Schäden ent
gegenzuwirken. Es wurde eine Abteilung
Schadensverhütung bei der NS.-Volkswohl-
fahrt gegründet, die sich für die Verhütung
von Schäden auf allen Gebieten einsetzte. Um
diese Arbeit in strafferer Form durchführen
zu können, wurde ab 1. März in Ueberein
stimmung mit der NS.-Volkswohlfahrt die
Reichsarbeitsgemeinschaft für Schaüenverhü-
tung gegründet als Vollzngsstelle des Reichs
ministeriums für Volksaufklärung und
Propaganda.
Gestern fand in Kiel im Haus der Arbeit
unter Leitung des Pressereferenten der
Landesstelle Schleswig-Holstein des Ministe
riums für Volksaufklärung und Propaganda,
Meyer-Wehlack, eine Zusammenkunft aller an
diesen Fragen beteiligten und interessierten
SmL ns Fierahend
Woso Hein Pusback utknepen i§. — Twü-
schen Ostern nn Pingsten ward eerstmaal
bat Huus up'n Kopp stellt. — Eenmaal
in t Jaar, meer avers nich!
Letzthen hett mi Hein Pusback maal wedder
besocht. He harr sich bannig lang nich bi mi
seen lassen un möök ok, as he dör' Gaarden up
de Huusdör tokeem, so'n beknepen Gesicht, dat
ik al an'e Dör weer, man even dat he kloppt
harr.
„Kumm rin, Hein, kumm rin! Ward ok bi-
lütten mal Tied för di, bi mi intokieken, beste
Mann!" He harr avers woll soveel mit sik sül-
ven to door:, dat he bloot kort sien „Go'n Dach!"
brummel, sien Mütz nn’n Haken hung nn denn
mit mi in'e Stnuv güng. Hier sect he sik eerst-
mal in':: Stool fälln un sä gaarnicks. Dat weer
ja nn nicks för mi — sik bi mi hentoplanten un
den Swiegstill to holen. Ik wull weten, wat
mit em loos weer. „Hein!" ik klopp em up de
Schullern, dat sien Antoch stöven de, „nn laat
dien Pipen maal ut'n Sack un verteil!" Ver-
tellen schull he, wat em passeert weer.
Na, dat weer ja nn een verbiestert Sank —
utknepen weer mien Hein! Rutlopen ut't
Huus. „Peter, Peter! Bi Nieke is dat ja nich
meer utholn. Disse Fummeldeern, disse Pütt-
jerlies' — rein dat Enn van wech!" — „Nu
geev di doch, Hein, un maak dien Rieke nich
slechter as se is. So'n gode un sinnige Fru!
Hest du dat nich jümmers sülven secht?" Ja,
dat harr Hein — dat wull he gaarnich afstri-
den. Mit sien Rieke weer ok sünst ganz good
uttokamen, mit keen een wull he tuschen.
Avers in'e letzte Week harr se wedder ehr
Grappen kregen as jeed Jaar um disse Tied.
Nu güng se in'e Wanung to Keer, dat de
Wulken flogen. Mit Bessen un Schüssel und
Feudel un Ammer trock se nn al sied fief
Daag van een Stnuv in'e anner, van'n Kel
ler rup na' Böön, un dar weer keen Roh mer
in't Huus, keen Ordnung un keen Freden.
In dree verscheden Stuven harr Hein al sla-
peu. Wenn he sik avends henpacken de, wüß
he reinweg nich, wo he woll annern Morgen
upwaken woer. Miödags wat Anstenniges to
eten harr he nn ok sied trace Daag nich meer
kregen. Un as hüüd namiddag Rieke nn ok
noch de lütte Achterstuv utrümen de, wo he
de letzte Nacht up't Sofa legen harr, dar harr
Hein dat Gresen kregen, dat he vannacht wo-
:nööglik in'e Köök up't Plettbrett slapen schull
— he weer utritzt, Denn wat toveel is, is toveel
— ok bi't Grootreinmaken!
Ik heff Hein bloot de Hannen drückt, wi sünd
ja Frünnen. Ik kunn sien Besweer verstaan.
Ik wüß, wat Grootreinmaken to bedüden harr
— för uns Mannslüüd. Ik kenn ja överdem
ok sien Rieke good: een leve Fru — avers een
Püttjer dör un dör. As ik eenmaal bi Hein
Pusback vörkeek, buten weer dat al daaglang
bannig smeriges Weder wesen, un güng mit
em in'e goode Stnuv, dar keem sie gliek achter
mi ut de Köök rutböst. Mit ehr Gluupschogen
bekeek se sick mien Steveln, un denn müß ik up
de Steed wedder mit ehr rut un mi de Fööt
van frischen afpedden. Dree Maal! Eenmal
vör de Dör, denn in'n Floor un toletzt vör de
Stuuvdör. Denn kunn ik eerst mit Hein in
Roh snacken. Dat is Rieke Pusback!
Un nn noch Grootreinmaken bi Rieke Pus
back! Dar blifft keen Steen up den annern.
Dar ward spöölt un putzt un schrubbt un
schüürt, dat de Wannen wackeln un — de
Mann afhaut. Se lett dat nich sachten angaan,
ne, dat mntt allns in'n Nnff! Hein is den to't
Avenöbrood eerstmaal bi uns bleuen. Ban
Middag her harrn wi noch Braadkartüffeln.
Een paar Eier darto in'e Pan::', un so harr he
ok maal wedder wat Warms in'n Lief. Nadem
hebbt wi uns een paar Grogs rinswenkt un
Klock tein harr ik em so Wied, dat he sik up'n
Wech na Huus möök. Dat gisst doch jümmers
wedder Mood, wenn man sik so'n lütten köfft
hett. Dat mit de Reinmakeri kunn nn ja nich
meer lang duren,- denn harr he dat ok achter
sik un wedder Roh un Freden bet neegstes
Jaar. Dat is ja överhaupt de Troost för uns
all — dat wi dat bloot eenmaal in't Jaar öör-
maken mööt. Wokeen meet, up wat för'u Aart
un Wies de Mannslüüd sik als hulpen harrn?
Peter Petter.
Stellen, Formationen und Gliederungen statt,
vor denen der Reichsschulungsleiter der
Reichsarbeitsgemeinschaft für Schadensver
hütung sprach. Er legte zunächst den Organi
sationsplan dar. In jedem Gau, jedem Kreis
und jedem Ort wird eine Arbeitsgemeinschaft
für Schadensverhütung gegründet. Das soll
aber nicht bedeuten, daß die neue Organisation
den anderen bisher bestehenden Stellen die
Arbeitsgebiete wegnehmen will. Sie will mit
ihnen zusammenarbeiten, will von ihnen das
Material haben, um aufklärend in der Bevöl
kerung wirken zu können, um jedem einzelnen
Volksgenossen vor Augen führen zu können,
welche großen Schäden vermieden werden
können, die letzten Endes zu Lasten des ganzen
Volkes, der ganzen Volksgemeinschaft, gehen.
Die neue Organisation will also nicht die
technische Schadenverhütung durchführen, son
dern vielmehr die ideelle, weltanschauliche.
Denn das ist die Voraussetzung für eine er
folgreiche Arbeit, daß jeder einzelne bestrebt
ist, Schäden zu verhüten.
Der Redner gab ein anschauliches Bild von
der Fülle der Schäden, die Tag für Tag ein
treten, sei es im Verkehr, in den Betrieben,
in den Haushalten usw. 70 bis 80 Prozent
aller Unfälle werden durch Unvorsichtigkeit
veranlaßt und sind daher vermeidbar. Man
mutz sich vor Augen führen, was es für die
Volksgemeinschaft bedeutet, wenn ein Mann
im Betrieb tödlich verunglückt. Seine
Arbeitskraft ist für die Gesamtheit verloren,
sein Verdienst fällt aus, seine Familie erhält
eine Rente, die schließlich von der Allgemein
heit wieder aufgebracht werden muß, oder
wird aus öffentlichen Mitteln unterstützt, die
ebenfalls wieder von uns allen aufgebracht
werden müssen. Oder wenn durch eine Un
vorsichtigkeit ein Haus abbrennt, dann ist es
nicht genug damit, daß die Versicherung den
Schaden bezahlt. Denn er muß schließlich von
den Versicherungsbeiträgen der übrigen Ver
sicherten, also wieder von der Allgemeinheit
aufgebracht werden und bedeutet' so einen
Verlust an Volksvermögen. Jeder muß also
wissen, daß alle Schäden, die irgendwo ent
stehen, nicht den einzelnen angehen, sondern
immer zu Lasten der Allgemeinheit, der ge
samten Volksgemeinschaft, gehen. Das muß
jeder wissen, und muß sich stets seiner Ver
antwortung der Gesamtheit gegenüber bewußt
sein. Das zu erreichen ist das Ziel der Reichs
arbeitsgemeinschaft für Schadensverhütung.
Die eindringlichen Ausführungen des Red
ners wurden mit starkem Beifall aufgenom
men.
Anschließend sprach der Geschäftsführer für
Schleswig-Holstein über die in nächster Zeit
in unserer Provinz geplanten Maßnahmem
Zunächst soll auf Erhöhung der Verkehrssicher
heit, Verhinderung von Betriebsunfällen und
Verhütung von Waldbränden hingewirkt wer
den. Ein Vertreter der Arbeitsfront sprach
darüber, wie das in der Praxis der Baustellen
zu erreichen ist, und wies hin ans die vom
11. Mai bis 16. Juni stattfindende Aufklärung
über Unfallverhütung.
Der Vortrag des Reichsschulungsleiters
wird heute abend vor einem größeren Kreis
wiederholt werden. *£