Object: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

als einen Schädling des reellen Krankenkassen 
wesens. 
Von drei nachmittags geladenen Zeugen 
aus Altona, Berlin und Hamburg — Vertre 
ter!: auswärtiger Krankenkassen, für die B. 
vorübergehend tätig gewesen — war nur der 
erste erschienen. Der Hamburger hatte sich 
durch ärztliche Bescheinigung entschuldigt, dem 
Berliner hat man die Ladung nach München 
nachgesandt. Lamberz aus Altona, Bezirks- 
öirektor der Allgemeinen Krankenversiche- 
rungs-A.-G. Köln, erklärt, daß er anfänglich 
B. als fleißige:: und erfolgreichen Werber sehr- 
geschätzt habe. Wegen Eigenmächtigkeiten 
Bornholöts in der Znrückbehaltnng von Mo- 
natsprämien kam es immer wieder zn Diffe 
renzen. B. habe wohl gute Vorsätze bekundet, 
doch nicht ausgeführt. L. persönlich ist um einen 
gewissen Betrag geschädigt. Als Versicherungs- 
sachverstänüiger befragt, nennt Lamberz die 
Bornholdtsche Krankenkasse ein totgeborenes 
Kind. Ein solches Unternehmen hätte das 
Neichsaufsichtsamt für Privatversicherung nie 
mals genehmigt. Kapital müsse vorhanden 
sein, man könne nicht mit Nichts anfangen. 
Aus Vorschlägen, die B. vor Gründung sei 
ner Kasse der Kreisbauernschaft bzw. dem 
Kreisbauernführer im Januar 1934 unter 
breitet hat zwecks Schaffung einer bäuerlichen 
Krankenkasse, deren Geschäftsführer er werden 
wollte, geht hervor, daß er das notwendige 
Rückgrat für eine Kasse suchte. Der Vor 
sitzende bezeichnet demgemäß die Aufmachung 
einer Kasse auf eigene Faust durch den Ange 
klagten um so verwerflicher. Der Zeuge Kri 
minalsekretär Christiansen sagt aus, daß Ver 
sicherungsnehmer, die sich benachteiligt fühlten, 
Anzeige gegen B. erstattet hatten. Bei seiner 
Festnahme habe B. erklärt, seine Kasse trage 
er in der Tasche. 
Die Zeugenvernehmung wird heute fortge 
setzt, die Beweisaufnahme morgen beendet. 
# 
Zeichenerkläruna zur Wetterk^rto 
Kalter Wind 
Warmer Wind 
'“►W Stärke1.^4NW2, 
U.SMI 
Q wolkenlos Q wolkig 
(3 heiter Ş bedeckt 
CI halbbedeck» 
n â front vordringender Kaltluft 
Front vordringender Warmluft 
Front mit Warmluft in der Höhe 
IliilllUll 1 Regengebiet. ^ļļļļļļļj Schneefallgebiet 
pDg Schauertätigkeit, E: Nebel.TC Gewitter | 
Wetterbericht für Donnerstag, 14. Mai. 
Schwache, vorwiegend nördliche Winde, meist 
bedeckt, keine oder nur geringe Niederschlüge, 
nur mäßig warm. 
$dde$wity-Uöl$teui 
Hem ßenckkieg. 
fa. Bredenbek, 11. Mai. lOjähriges Stif 
tungsfest des Sport- und Spielvereins Bre 
denbek von 1926. Am 9. Mai hielt der Sport- 
uud Spielverein in Krays Gasthof sein zehn 
jähriges Stiftungsfest ab. Nach kurzer Begrü 
ßung wurde gezeigt, daß der Verein fleißig 
und unermüdlich in den Wintermonaten 
unter Leitung des Vorsitzenden, Heier Krau- 
zusch, geturnt und geübt hat. Zunächst mar 
schierten die Knaben auf und man staunte, 
über welchen Nachwuchs der Verein verfügt. 
Von 25 Knaben wurden mitunter recht gute 
Uebungen an Reck, Barren und Pferd gezeigt. 
Viel Fleiß und Zeit haben die Freiübungen 
gekostet. Daß aber auch nach der Schulentlas 
sung fleißig von den älteren Mitgliedern ge 
turnt wird, beweist die Stürkezahl der Riegen. 
Von 16 Damen und 16 Männern wurden 
ebenfalls gute Uebungen an Reck, Barren und 
Pferd gezeigt, welche reichen Beifall ernteten. 
Daß alle Uebungen sowie die gemeinsamen 
Volkstänze der Damen und Herren so gut ge 
langen, ist dem Vorsitzenden zu verdanken, der 
alle Abteilungen leitete und sich stets aktiv am 
Turnen und Spielen beteiligt hat. Alles, was 
sich für den Abend hatte freimachen können, 
war erschienen nnd der Saal war überfüllt. 
Im Laufe des Abends wurde 2 Mitgründern 
des Sport- und Spielvereins, -welche sich in 
letzter Zeit verheiratet hatten, je ein kleines 
Hochzeitsgeschenk durch den Vorsitzenden über 
reicht. 
R. Nortorf, 12. Mai. Staffelappell. Am 
kommenden Sonntag, morgens 8 Uhr, treten 
sämtliche Stürme der Motorstaffel II/M. 15 
zum Appell auf dem Städtischen Sportplatz in 
Nortorf an. Da dies der letzte Appell vor dem 
großen Nordmarktreffen in Kiel ist, müssen 
alle NSKK.-Angehörigen der Staffel restlos 
pünktlich zur Stelle sein. 
Hem tciiemßede 
Bauernhof in Steinfieken abgebrannt. 
kx. Lwschlag, 13. Mai. (Eig. Drahtbericht.j 
Gestern abend gegen 9 Uhr brach in dem um 
fangreichen Wohn- und Wirtschaftsgebäude 
des Bauern Hans Schlichting in Steinfieken 
ein Feuer aus, durch das das gesamte, etwas 
abseits vom Ort liegend Gewese völlig vernich 
tet wurde. Der schwerkriegsbeschäöigte Bauer 
saß in der Küche und Frau und Tochter waren 
im Garten beschäftigt, als das Feuer aus un 
bekannter Ursache ausbrach. Die Wehren von 
Owschlag, Ahlefeld und Alt-Duvenstedt konn 
ten nichts mehr retten. Sämtliches Mobiliar- 
ist mitverbrannt und auch von dem landwirt 
schaftlichen Inventar konnte nichts mehr geret 
tet werden. Einige Schweine und Kälber er 
litten Brandwunden. 
Händen von Schwester Elisabeth aus Schles 
wig. 30 Frauen und junge Mädchen nehmen 
an diesem Kursus teil. — Neuer Ortsgruppen 
leiter. Zum Ortsgruppenleiter der NSDAP, 
ist von der Kreisleitung der Dentist Johannes 
Viohl bestellt. 
Aue SiüpdUoim 
ms. Drage, 13. Mai. Letzter Erdenweg. 
Unter großer Beteiligung wurde heute der 
81 Jahre alte Rentner Peter Bohn-Drage zu 
seiner letzten Ruhestätte, dem Friedhof in 
Süderstapel, geleitet. Der Kriegerverein 
(Kyffhäuserbund) begleitete ihn geschlossen mit 
Fahne und Trauermusik auf seinem letzten 
Weg. Mit diesem alten biederen und lauteren 
Landmann ist ein Mann zur letzten Ruhe ge 
bracht, der nur Arbeit bis an sein Ende 
kannte. Er diente seinerzeit im Jnf.-Reg. 86 
Flensburg. 
Ringreiter-Feste. Der Ringreiterverein für 
Verheiratete in Seeth beschloß am letzten Sonn 
tag, ihr Sommervergnügen am 16. Mai abzu 
halten mit dem Ball im Lokale von Hans 
Peters daselbst. In Drage findet dieses Fest 
für junge Leute am 14. Juni statt mit dem 
Ball im Lokale von Heinrich Wöbber. (ms.) 
Aue Hendeln 
Schwedischer Kriegsschiffbesuch in deutschen 
Häfen. 
Kiel, 12. Mai. Wie von zuständiger Stelle 
verlautet, werden das schwedische Schulschiff 
Panzerschif „Oskar II." vom 16. bis 20. Juli 
Bremen und die beiden schwedischen Segel 
schulschiffe „Najaden" und „Jarramas" vom 
12. bis 19. August, also in der Zeit der Olym 
piade und der Kieler Woche, Kiel besuchen. 
Fischerboot gerammt und gesunken. 
Kiel, 12. Mai. In der Nacht zum Montag 
wurde das Fischerboot „Laboe 28" des Fischers 
Paulsen von dem Förde-Dampfer „Heinrich" 
gerammt und so schwer beschädigt, daß es so 
fort sank. Die aus zwei Mann bestehende Be 
satzung konnte im letzten Augenblick gerettet 
werden. Der Zusammenstoß erfolgte ungefähr 
300 Meter von der Laboer Nordmole entfernt. 
Die Einweihung des Marine-Ehrenmals 
in Laboe. 
Ueber das Programm der Flottenschau wird 
uns berichtet: 
Am Donnerstag, dem 28. Mai, wird unter 
der Führung des Oberbefehlshabers der 
Kriegsmarine die gesamte Flotte zu Uebungen 
in See stechen. Am Freitag, dem 29. Mai, um 
15.30 Uhr, wird bei Kiel-Feuerschiff eine 
Parade der Flotte statfinöen, zu der auch Zu 
schauer zugelassen sind. 
Nach der Parade läuft die Flotte geschlossen 
ein. Das Hauptfahrwasser wird hierfür von 
Tonne A bis Kitzeberg von jeglichem Verkehr 
freigehalten. Die Flotte wird etwa 17.30 Uhr 
Laboe passieren. Für die Bevölkerung bietet 
sich die beste Aussicht von den Höhen bei 
Falkenstein oder am Ostufer von Stein bis 
Möltenort. 
Am Abend des 29. Mai veranstalten die 
Kriegsmarine und Luftwaffe vor Bellevue 
einen großen Zapfenstreich, der durch Laut 
sprecher über das ganze Hindeuburgufer über 
tragen wird. Die Schiffe der Flotte werden 
während des Zapfenstreiches illuminieren. 
Das Hindeuburgufer wird nur für den Auto- 
ŞchsdêĶêrhUtNWg vermehrt 
h« BslkSVsrMZgKZr 
Ihre goldene Hochzeit feiern am kommen 
den Montag, dem 18. Mai, die Eheleute Hans 
Kruse in Damendorf. Der Ehemann ist 78, die 
Ehefrau 70 Jahre alt. Beide sind noch sehr 
rüstig. 
Hem ScMeswicj, 
jp. Kropp, 11. Mai. Mütterschulungskursus, 
eit einigen Tagen wird in der Ortschaft ein 
Mütterschuluugskursus vom Reichsmutter 
dienst durchgeführt. Die Schulung liegt in 
Milliardenwerte gehen dem deutschen Volke 
jährlich durch allerlei Schäden, die zum großen 
Teil vermieden werden können, verloren. 
Verkehrs- und Betriebsunfälle fordern Men 
schenleben und verursachen materielle Schäden 
Brände vernichten Hab und Gut, Insekten 
verursachen große Verluste au Nahrungs- und 
Futtermitteln, durch Rost werden große Men 
gen von Eisen zerstört, und so könnte man 
noch viele weitere Schäden aufzählen. Alle 
diese Dinge zusammengenommen bedeuten 
jährlich einen Verlust von einigen Milliarden 
Mark, der schließlich von der Allgemeinheit 
getragen werden muß. 
Als nach den' Jahren des Niederganges 
wieder viele Menschen nach jahrelanger er 
zwungener Untätigkeit in berufliche Betäti 
gung kamen, da schwoll auch die Zahl der Be 
triebsunfälle erheblich an. Das war der An 
laß, einmal den verschiedenen Schäden ent 
gegenzuwirken. Es wurde eine Abteilung 
Schadensverhütung bei der NS.-Volkswohl- 
fahrt gegründet, die sich für die Verhütung 
von Schäden auf allen Gebieten einsetzte. Um 
diese Arbeit in strafferer Form durchführen 
zu können, wurde ab 1. März in Ueberein 
stimmung mit der NS.-Volkswohlfahrt die 
Reichsarbeitsgemeinschaft für Schaüenverhü- 
tung gegründet als Vollzngsstelle des Reichs 
ministeriums für Volksaufklärung und 
Propaganda. 
Gestern fand in Kiel im Haus der Arbeit 
unter Leitung des Pressereferenten der 
Landesstelle Schleswig-Holstein des Ministe 
riums für Volksaufklärung und Propaganda, 
Meyer-Wehlack, eine Zusammenkunft aller an 
diesen Fragen beteiligten und interessierten 
SmL ns Fierahend 
Woso Hein Pusback utknepen i§. — Twü- 
schen Ostern nn Pingsten ward eerstmaal 
bat Huus up'n Kopp stellt. — Eenmaal 
in t Jaar, meer avers nich! 
Letzthen hett mi Hein Pusback maal wedder 
besocht. He harr sich bannig lang nich bi mi 
seen lassen un möök ok, as he dör' Gaarden up 
de Huusdör tokeem, so'n beknepen Gesicht, dat 
ik al an'e Dör weer, man even dat he kloppt 
harr. 
„Kumm rin, Hein, kumm rin! Ward ok bi- 
lütten mal Tied för di, bi mi intokieken, beste 
Mann!" He harr avers woll soveel mit sik sül- 
ven to door:, dat he bloot kort sien „Go'n Dach!" 
brummel, sien Mütz nn’n Haken hung nn denn 
mit mi in'e Stnuv güng. Hier sect he sik eerst- 
mal in':: Stool fälln un sä gaarnicks. Dat weer 
ja nn nicks för mi — sik bi mi hentoplanten un 
den Swiegstill to holen. Ik wull weten, wat 
mit em loos weer. „Hein!" ik klopp em up de 
Schullern, dat sien Antoch stöven de, „nn laat 
dien Pipen maal ut'n Sack un verteil!" Ver- 
tellen schull he, wat em passeert weer. 
Na, dat weer ja nn een verbiestert Sank — 
utknepen weer mien Hein! Rutlopen ut't 
Huus. „Peter, Peter! Bi Nieke is dat ja nich 
meer utholn. Disse Fummeldeern, disse Pütt- 
jerlies' — rein dat Enn van wech!" — „Nu 
geev di doch, Hein, un maak dien Rieke nich 
slechter as se is. So'n gode un sinnige Fru! 
Hest du dat nich jümmers sülven secht?" Ja, 
dat harr Hein — dat wull he gaarnich afstri- 
den. Mit sien Rieke weer ok sünst ganz good 
uttokamen, mit keen een wull he tuschen. 
Avers in'e letzte Week harr se wedder ehr 
Grappen kregen as jeed Jaar um disse Tied. 
Nu güng se in'e Wanung to Keer, dat de 
Wulken flogen. Mit Bessen un Schüssel und 
Feudel un Ammer trock se nn al sied fief 
Daag van een Stnuv in'e anner, van'n Kel 
ler rup na' Böön, un dar weer keen Roh mer 
in't Huus, keen Ordnung un keen Freden. 
In dree verscheden Stuven harr Hein al sla- 
peu. Wenn he sik avends henpacken de, wüß 
he reinweg nich, wo he woll annern Morgen 
upwaken woer. Miödags wat Anstenniges to 
eten harr he nn ok sied trace Daag nich meer 
kregen. Un as hüüd namiddag Rieke nn ok 
noch de lütte Achterstuv utrümen de, wo he 
de letzte Nacht up't Sofa legen harr, dar harr 
Hein dat Gresen kregen, dat he vannacht wo- 
:nööglik in'e Köök up't Plettbrett slapen schull 
— he weer utritzt, Denn wat toveel is, is toveel 
— ok bi't Grootreinmaken! 
Ik heff Hein bloot de Hannen drückt, wi sünd 
ja Frünnen. Ik kunn sien Besweer verstaan. 
Ik wüß, wat Grootreinmaken to bedüden harr 
— för uns Mannslüüd. Ik kenn ja överdem 
ok sien Rieke good: een leve Fru — avers een 
Püttjer dör un dör. As ik eenmaal bi Hein 
Pusback vörkeek, buten weer dat al daaglang 
bannig smeriges Weder wesen, un güng mit 
em in'e goode Stnuv, dar keem sie gliek achter 
mi ut de Köök rutböst. Mit ehr Gluupschogen 
bekeek se sick mien Steveln, un denn müß ik up 
de Steed wedder mit ehr rut un mi de Fööt 
van frischen afpedden. Dree Maal! Eenmal 
vör de Dör, denn in'n Floor un toletzt vör de 
Stuuvdör. Denn kunn ik eerst mit Hein in 
Roh snacken. Dat is Rieke Pusback! 
Un nn noch Grootreinmaken bi Rieke Pus 
back! Dar blifft keen Steen up den annern. 
Dar ward spöölt un putzt un schrubbt un 
schüürt, dat de Wannen wackeln un — de 
Mann afhaut. Se lett dat nich sachten angaan, 
ne, dat mntt allns in'n Nnff! Hein is den to't 
Avenöbrood eerstmaal bi uns bleuen. Ban 
Middag her harrn wi noch Braadkartüffeln. 
Een paar Eier darto in'e Pan::', un so harr he 
ok maal wedder wat Warms in'n Lief. Nadem 
hebbt wi uns een paar Grogs rinswenkt un 
Klock tein harr ik em so Wied, dat he sik up'n 
Wech na Huus möök. Dat gisst doch jümmers 
wedder Mood, wenn man sik so'n lütten köfft 
hett. Dat mit de Reinmakeri kunn nn ja nich 
meer lang duren,- denn harr he dat ok achter 
sik un wedder Roh un Freden bet neegstes 
Jaar. Dat is ja överhaupt de Troost för uns 
all — dat wi dat bloot eenmaal in't Jaar öör- 
maken mööt. Wokeen meet, up wat för'u Aart 
un Wies de Mannslüüd sik als hulpen harrn? 
Peter Petter. 
Stellen, Formationen und Gliederungen statt, 
vor denen der Reichsschulungsleiter der 
Reichsarbeitsgemeinschaft für Schadensver 
hütung sprach. Er legte zunächst den Organi 
sationsplan dar. In jedem Gau, jedem Kreis 
und jedem Ort wird eine Arbeitsgemeinschaft 
für Schadensverhütung gegründet. Das soll 
aber nicht bedeuten, daß die neue Organisation 
den anderen bisher bestehenden Stellen die 
Arbeitsgebiete wegnehmen will. Sie will mit 
ihnen zusammenarbeiten, will von ihnen das 
Material haben, um aufklärend in der Bevöl 
kerung wirken zu können, um jedem einzelnen 
Volksgenossen vor Augen führen zu können, 
welche großen Schäden vermieden werden 
können, die letzten Endes zu Lasten des ganzen 
Volkes, der ganzen Volksgemeinschaft, gehen. 
Die neue Organisation will also nicht die 
technische Schadenverhütung durchführen, son 
dern vielmehr die ideelle, weltanschauliche. 
Denn das ist die Voraussetzung für eine er 
folgreiche Arbeit, daß jeder einzelne bestrebt 
ist, Schäden zu verhüten. 
Der Redner gab ein anschauliches Bild von 
der Fülle der Schäden, die Tag für Tag ein 
treten, sei es im Verkehr, in den Betrieben, 
in den Haushalten usw. 70 bis 80 Prozent 
aller Unfälle werden durch Unvorsichtigkeit 
veranlaßt und sind daher vermeidbar. Man 
mutz sich vor Augen führen, was es für die 
Volksgemeinschaft bedeutet, wenn ein Mann 
im Betrieb tödlich verunglückt. Seine 
Arbeitskraft ist für die Gesamtheit verloren, 
sein Verdienst fällt aus, seine Familie erhält 
eine Rente, die schließlich von der Allgemein 
heit wieder aufgebracht werden muß, oder 
wird aus öffentlichen Mitteln unterstützt, die 
ebenfalls wieder von uns allen aufgebracht 
werden müssen. Oder wenn durch eine Un 
vorsichtigkeit ein Haus abbrennt, dann ist es 
nicht genug damit, daß die Versicherung den 
Schaden bezahlt. Denn er muß schließlich von 
den Versicherungsbeiträgen der übrigen Ver 
sicherten, also wieder von der Allgemeinheit 
aufgebracht werden und bedeutet' so einen 
Verlust an Volksvermögen. Jeder muß also 
wissen, daß alle Schäden, die irgendwo ent 
stehen, nicht den einzelnen angehen, sondern 
immer zu Lasten der Allgemeinheit, der ge 
samten Volksgemeinschaft, gehen. Das muß 
jeder wissen, und muß sich stets seiner Ver 
antwortung der Gesamtheit gegenüber bewußt 
sein. Das zu erreichen ist das Ziel der Reichs 
arbeitsgemeinschaft für Schadensverhütung. 
Die eindringlichen Ausführungen des Red 
ners wurden mit starkem Beifall aufgenom 
men. 
Anschließend sprach der Geschäftsführer für 
Schleswig-Holstein über die in nächster Zeit 
in unserer Provinz geplanten Maßnahmem 
Zunächst soll auf Erhöhung der Verkehrssicher 
heit, Verhinderung von Betriebsunfällen und 
Verhütung von Waldbränden hingewirkt wer 
den. Ein Vertreter der Arbeitsfront sprach 
darüber, wie das in der Praxis der Baustellen 
zu erreichen ist, und wies hin ans die vom 
11. Mai bis 16. Juni stattfindende Aufklärung 
über Unfallverhütung. 
Der Vortrag des Reichsschulungsleiters 
wird heute abend vor einem größeren Kreis 
wiederholt werden. *£
	        
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