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Sļmd-rļ der deutschen ļusîschisse.
DNB. Hamburgs 12. Mai. Nach den letzten
dei der Deutschen Seewarte vorliegenden Mel
dungen stand das nach Südamerika fahrende
Şftschiff „Graf Zeppelin" um 18 Uhr
^rEZ. etwa 180 Kilometer südwestlich von
Eap San Vincent in Südwestportugal.
Gleichzeitig befand sich das von Nordamerika
heimkehrende Luftschiff „Hindenburg"
tlO Km. querab von Cap Race ans Neufund
land.
2er Wetterdienst für LZ. „Hindenburg".
DNB. Berlin, 12. Mai. Für die Rückfahrt
°es Luftschiffes „Hindenburg" führt die Deut
sche Seewarte die Wetterberatung in der
gleichen Weise wie auf der Fahrt nach New
ark durch. Viermal täglich werden dem
Luftschiff über die Flugfernmeldestelle Ham-
l>urg-Quickborn Wetterübersichten u. Strecken
vorhersagen übermittelt. Als Grundlage
Dienen der Seewarte vor allem die drahtlosen
Schiffswettermeldungen deutscher und aus
ländischer Schiffe. Infolge der Bedeutung der
Dzeanfahrt des „Hindenburg" melden die
deutschen Schiffe besonders zahlreich. Sie be
zeugen auch hierdurch die kameradschaftliche
Zusammenarbeit von Seeschiffahrt und Ozean
luftfahrt. Von den Fahrgastschiffen „Deutsch
land" und „Caribia" sind Höhemvinömessun-
8en mit Pilot-Ballonen vom Nordatlantik
übermittelt worden. Das Luftschiff nimmt
vuch selbst Wettermeldungen deutscher und
ausländischer Schiffe wie auch die Wetter
beratung das Wetterdienstes der Vereinigten
Staaten auf.
Stark zur 2. ttsrdamerikafahrk.
DNB. Frankfurt a. M., 12. Mai. Das Luft
schiff „Hindenburg" wird nach seiner
atückkehr am Mittwochabend oder Donners
tagfrüh zum ersten Mal auf dem neuen
Aug- und Luftschtffhafen „Rhein-Main"
l>ei Frankfurt a. M. landen.
Wie die Deutsche Zeppelinreederei Frank
furt a. M. mitteilt, wird das Luftschiff „Hin-
oenburg" am Sonnabend, dem 16. Mai, von
Frankfurt aus zu seiner zweiten Nordamerika-
fahrt starten, für die bereits fast alle Plätze
besetzt sind.
" jj. ^
Ein Auto rast in den Hafen
Mord und Selbstmord des Gatten
^ DNB. Kopenhagen, 13. Mai. (Eig. Fun km.)
um Kopenhagener Hafengebiet ereignete sich
chm Dienstagabend ein aufregender Vorfall.
Fußgänger beobachteten eine mit großer Ge
schwindigkeit fahrende Kraftdroschke, ans der
Hilferufe einer Frau drangen. Plötzlich änderte
ver Wagen den Kurs und raste über ein Boll
werk in das Hafenbecken. Die außer dem
tzahrer in der Droschke befindliche Frau ver
suchte unter ständigen Hilferufen, eine Scheibe
"es Wagenfensters einzuschlagen. Ehe ihr das
wüoch gelang, versank der Wagen. In der
Kraftdroschke, die nach einiger Zeit geborgen
werden konnte, fand man nur die Leiche des
nahrers. Die Leiche der Frau konnte erst spä-
wr tm Hafenbecken gefunden werden. Die
polizeiliche Untersuchung ergab, daß es sich um
e Ot Ehepaar handelte, das seit einiger Zeit ge
pennt voneinander gelebt hatte. Der Mann,
°vr sehr eifersüchtig gewesen sein soll, hatte be
reits zweimal Selbstmordversuche unternom
men und wiederholt Drohungen gegenüber
seiner Frau geäußert.
* * *
14 Flößer erlrunken.
y DNB. Stockholm, 12. Mai. 14 Flößer im
Ater von 28 bis 30 Jahren, die von ihrer
Arbeit zurückkehrten, ertranken am frühen
Norgen des Dienstag in einem See in Nord-
Als das mit 23 Holzarbeitern be
setzte Fährschiff vom Ufer abstieß, kenterte es.
Vermutlich ist das Unglück auf das Vorhan
densein starken Treibeises zurückzuführen.
Nur neun Insassen konnten sich retten.
* * *
Dr. Goebbels verbietet die Nachtkriļiķ.
DNB. Berlin, 12. Mai. Reichsminister Dr.
Goebbels hat durch eine Verfügung an die
deutsche Presse ab sofort die sogenannte „Nacht
kritik" untersagt.
Danach dürfen Kritiken über am Abend
aufgeführte Werke der darstellenden Kunst und
der Musik nicht mehr in den in der Nacht zum
Abschluß gelangenden Morgenblättern der
Zeitungen erscheinen, sondern frühestens am
Mittag des nächsten Tages.
In der Zeit des Liberalismus war in der
deutschen Presse eine immer stärker werdende
Verwilderung der Kunstkritik eingcrissen, die
mit einer wirklich aufbauenden, fördernden
und verantwortungsbewußten Kritik schließ
lich nichts mehr gemein hatte. Reichsminister
Dr. Goebebls hat im Dezember v. I. auf der
Kritikertagung in seiner Rede während des
Festaktes der Reichskulturkammer am 1. Mai
und erneut während der Reichstheaterfest
woche in München zum Thema der Kritik
Stellung genommen und zum Ausdruck ge
bracht, daß die Kunstkritik nicht nm ihrer selbst
willen erfolge und daß man nicht um eines
geistreichen Bonmots willen eine gutgemeinte
oder gar ansehnliche künstlerische Leistung her
abwürdigen dürfe.
Mozart-Festoorstellņņg
in München
DNB. München, 13. Mai. Die dritte Fest
vorstellung der Neichstheaterfestwoche in
München führte am Dienstagabend ins Resi
denz-Theater, in den prächtigen Rokokobau,
in dem Mozart eine einzigartige Pflege- und
Festspielstütte bereitet ist. In einer Inszenie
rung, die eine völlige szenische und musikalische
Erneuerung der Münchener Mozartauffüh
rungen bedeutete, ging „Don Giovanni" über
die Bühne. Die Inszenierung hatte General
intendant Oskar Walleck geleitet, die Bühnen
bilder und Kostüme Professor Emil Preetorius
geschaffen, der Leiter des Ausstattungswescns
in Bayreuth. Die musikalische Leitung lag in
den Händen von Meinhard von Zallinger. Die
Zerlina sang Erna Berger von der Ber
liner Staatsoper. Die Münchener Staatsopcr
hatte ebenfalls berühmteste Kräfte eingesetzt,
wie die Herren Rehkempcr in der Titelrolle,
ferner Patzak, Weber, Hann und Reuter.
Der glanzvollen Aufführung wohnten der
Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, mit
Die Ankunft des Negus in Haifa.
Das erste Originalbild von der Ankunft des Negus (zweiter von vorn) in Haifa,
wohin er mit dem englischen Kreuzer „Enterprise" von Dschibuti gebracht wurde.
(Weltbild, K.)
Das BaņgrņbemmģlLck in der Hermaņn-GSrinģ-Stratze
Ausschüttung mit Sand statt Kies.
DNB. Berlin, 12. Mai. Zu Beginn der
Verhandlung im Bauunglücksprozeß am
Dienstag richteten die Sachverständigen eine
Reihe von Fragen an den am Freitag vernom
menen Zeugen Zimmerpolier D a w i d , den
Leiter der Aussteifungskolonne. Der Zeuge
gab zu, daß innerhalb der Einsturzstelle an der
westlichen Mittelwand teilweise die Steifen
nicht rechtwinklig auf die v-Eisen aufsetzten.
Um ein Abrutschen von U-Eisen zu verhin
dern, sind Spannrtegel angebracht worden.
In der weiteren Verhandlung brachte die
Verteidigung des Bauleiters Sloth einen Be
weisantrag ein, der allgemein größte Ueber-
raschung auslöste und nach dem Antragsteller
möglicherweise von erheblicher Bedeutung für
die Schuldfrage sein kann. Danach soll ein
Fuhrunternehmer aus Neukölln in der Lage
sein, wichtige Bekundungen über unerlaubte
Kiesgeschäfte des beim Einsturz ums Leben
gekommenen Schachtmeisters Dümcke zu ma
chen. Dümcke soll zunächst fünf Reichsmark
und später bis zehn Reichsmark für den Ku-
Plündernde Abessinier.
Ein bezeichnendes Bild aus Abessinien, wie es sich nach der Flucht des Negus in
vielen Städten bot: Bewaffnete Abessinier durchwühlen die Ruinen niedergebrann-
ter Käufer nach brauchbaren Gegenständen. Mssoeiated Preß.)
bikmcter Kies verlangt und diese verbotenen
Geschäfte auch mit anderen Fuhrleuten wochen
lang fortgesetzt haben, so daß mehrere Tausend
Kubikmeter Kies heimlich aus der Baugrube
entfernt worden seien. Die Stelle, an der der
Kies herausgeholt worden sein soll, soll nach
dem Beweisantrag mit losem Sand ausge
schüttet worden sein.
Das Gericht beschloß, diesem Beweisantrag
stattzugeben, behielt sich aber den Zeitpunkt
der Vorladung des Zeugen vor.
Als nächster Zeuge wurde der Bauarbeiter
N i e r e n z vernommen, der zur Ausschach-
tungskoloune gehörte und zur Zeit des Ein
sturzes 30 Meter vom Baggerloch entfernt
stand. Auch er hat beobachtet, daß die Träger
süße zu kurz waren.
Im weiteren Verlauf der Nachmittagssitzung
entbrannte ein vom Verteidiger Hoffmanns
entfesselter Kampf um die Glaubwürdigkeit
des Hauptbelastungszeugen Pauers. Der Ver
teidiger erklärte, die Arbeitskameraden dieses
Zeugen machten sich lustig darüber, daß er an
einem Stock in den Gerichtssaal gehumpelt
komme, während er zur Baustelle immer mit
dem Rade fahre. Der Zeuge mußte zugeben,
daß er vor kurzem noch Rad gefahren sei. Auch
sonst suchte man ihm Widersprüche nachzu
weisen.
Die Frage der Verteidigung, ob er von
Schachtmeister Dümcke zu Kiesverkäufen Geld
bezogen habe, verneinte Pauers entschieden.
Von den im Beweisantrag der Verteidigung
erwähnten illegalen Kiesgeschäften erfahre er
erst jetzt.
Dazu erklärte Noth, daß der Fuhrunter
nehmer G. den Auftrag hatte, den Schacht
aushub zur freien Verwendung abzufahren.
Es könne unter diesen Umständen den Zeugen
Pauers nicht im mindesten belasten, wenn er
sich vom Fuhrunternehmer G. eine Fuhre Kies
für sein Siedlungshaus habe anfahren lassen.
Pauers verwahrte sich ganz entschieden gegen
die Versuche der Verteidigung, die Glaubwür
digkeit seiner Aussage in Zweifel zu ziehen.
Zum Schluß wurde noch ein Rohrmeister der
Städtischen Wasserwerke vernommen, der be
kundete, daß das beim Einsturz gebrochene
Rohr nicht unter Druck gestanden habe und
nur ganz wenig gefüllt gewesen sei.
Die Verhandlung wurde sodann auf Mitt
woch vormittag vertagt.
den Reichsleitern Schwarz und Buch und Mi
nisterpräsident Siebert bei.
Spontaner Beifall bei öen Verwandlungen
und Aktschlüssen und ganz besonders unge
zählte Hervorrufe am Schluß der Aufführung
zeigten den Künstlern die begeisterte Anerken
nung ihrer Höchstleistungen.
--- , *
Vergifteter Kucher»
38 Tote in Hamatsu
DNB. Tokio, 13. Mai. (Eig. Funkm.) Die
Zahl der Todesopfer unter den nach dem
Genuß von vergifteten Kuchen erkrankten
Personen in Hamamatsu ist auf 38 ge
stiegen. Man befürchtet ein weiteres An
steigen der Zahl der Opfer. Die Untersuchung
hat noch keine Aufklärung ergeben. Die
Polizei nimmt an, daß es sich um einen ver
brecherischen Anschlag handelt.
* * *
Die größte tterzenWrik HMands
eingeäschert.
DNB. Amsterdam, 12. Mai. In der Nacht
zum Dienstag wurde die Kerzenfabrik in
Gouda von einem Großfeuer eingeäschert. Am
Montag gegen 22 Uhr brach, anscheinend durch
Selbstentzündung, in den Oellägern ein
Brand aus, der sehr rasch so großen Umfang
annahm, daß die Feuerwehren aus Rotterdam,
Den Haag, Schiedam und anderen benach
barten Städten zu Hilfe eilen mußten. Zu
nächst standen die Wehren dem Feuer völlig
machtlos gegenüber, weil es an Wasser fehlte
und weil die fortwährenden Explosionen der
eingelagerten Oelfässer die Annäherung sehr
erschwerten. Erst in den Morgenstunden ge
lang es, des Feuers Herr zu werden. Der
größte Teil des Fabrikgelänöes ist vernichtet.
Die Folgen des Brandes sind deshalb be
sonders schwer, weil d-ße »Fabrik ihre Er
zeugung einstellen mußte, wodurch etwa 500
Arbeiter brotlos werden. Bei der Höhe der
Arbeitslosigkeit in Gouda ist das ein neuer
schwerer Schlag für die Stadt. Die Fabrik
gehörte zu den größten Werken der Gegend
und ihrer Art in Holland.
* * ?
Am Gebiß erWk.
DNB. Kopenhagen, 12. Mai. In Slagclse
ist gestern ein Arbeiter aus merkwürdige Weise
ums Leben gekommen. Der Arbeiter war seit
einiger Zeit zuckerkrank und mußte daher eine
Insulinbehandlung durchmachen. Am Sonntag
hatte er noch ein Kricketspiel geleitet, und ehe
er am Montag zur Arbeit ging, hat er anschei
nend eine zu große Dosis Insulin bekommen.
Während der Arbeit erlitt er einen sogenann
ten Insulin-Schock und wurde in bewußtlosem
Zustande nach dem Krankenhaus überführt,
wo er bald darauf starb. Die Aerzte glauben,
daß er an seinem Gebiß erstickt ist.
* * *
Ler Wissender in Hamburg.
_ Schon seit Jahren hat der Reichssender
Hamburg durch seine Abteilung „Heimat
und Volkstum" wertvolle Vorarbeit geleistet.
Draußen im Lande fand er Kräfte des Volks
tums, die er zur Mitarbeit chrachte, da „ent
deckte" er manches, was schon völlig vergessen
schien, und erweckte es zu neuem Leben. Erin
nert sei nur an die Sendereihe „Nedderdütsch
Volk singt", bei der in drei Jahren kein ein
ziges Lied wiederholt zu werden brauchte, —
so unerschöpflich ist das niederdeutsche Volks
tum! Aber auch die echten Ausführenden muß
ten häufig erst „entdeckt" werden. Wer kannte
bis vor Jahresfrist die „Achimer Blaslüd",
jene alte Blaskapelle, die alles „aus dem Hut"
(d. h. ohne Noten, nur nach der Ueberliefe
rung) spielt, oder die „Holmer Fischer", die so
herrliche Arbeitslieder bei ihrer schweren Tä
tigkeit auf dem Wasser und auf dem Eise sin
gen, oder die Kieler „Knurrhähne", jene Alten
der Lotsenbrüderschaft, die jetzt durch ihre
„Shanties" berühmt geworden sind. Sie alle
und noch viel mehr wurden erst durch die Such
arbeit des Rundfunks bekannt.
Um nun aber diese Sucharbeit noch ergiebi
ger zu machen, um alle diese Kräfte, die im
Volke schlummern, zu wecken oder zu bilden,
soll für die nächsten Monate eine systematische
Zusammenarbeit zwischen dem
Reichssender und der Deutschen
Arbeitsfront
in Angriff genommen werden. Zweck dieser
Zusammenarbeit ist es, den Wert der Feier-
abendveranstaltungen der NS.-Gcmeinschaft
„Kraft durch Freude" bis an die
Grenze des Möglichen zu steigern und aus
jedem Gau die beste Gruppe und Einzelkräfte
aus Werken oder Betrieben und — in Zusam
menarbeit mit dem Reichsnähr st and —,
aus den ländlichen Betrieben oder Dörfern
herauszuholen. Aus den besten Gruppen soll
das „Amt für Feierabend ge st al-
tung" einen Abend zusammenstellen, der
dann vom Reichssender Hamburg in den Mo
naten Juni und Juli zur Sendung gebracht
wird. Die Veranstaltungen selbst stehen unter
dem Leichen