Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

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Rendsburg, den 4. April 1936. 
Der nationalsozialistische Raffengedanke 
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Das Sommersemester 1936 der Verwaltungs- 
ürabemie der Nordmark wurde am Donners 
tag in der Aula der Mittelschule durch Amts- 
gerichtsrat Lehment in Vertretung des orts- 
aowesenden Geschäftsführers eröffnet. Es sei, 
mgte er, der Zweck der Vorträge, immer mehr 
ņ das nationalsozialistische Gedankengut ein 
zudringen und dem Beamten die Gelegenheit 
äu geben, an sich selber zu arbeiten. 
Der Redner des Eröffnungsabends, Gau- 
redner Dr. Walther B r e w i tz, Berlin, führte 
unter dem Thema „Der nationalsozialistische 
ässengedanke" u. a. aus: Das Altertum kann- 
^ keine Rassenlehre, wohl aber trugen die 
Molker ein ausgeprägtes Rassebewußtsein in 
Uch. Lange hat es gedauert, bis wir den Kampf 
Plebejer gegen die Patrizier in Rom als 
şşssenkampf und nicht als Klassenkampf wer 
ten gelernt haben. Wo immer das Rassebe- 
u^ußtsein schwand, vermischte sich das Herren- 
u°lk mit der nieöerrassischen Urbevölkerung. 
Ergebnis war die Bastardierung Süd- 
europas. Das Rassebewußtsein der nordeuro- 
Uaischen Völker begann stärker zu schwinden 
'eît den Tagen Rousseaus, der amerikanischen 
Unabhängigkeitserklärung und der französi 
schen Revolution, die die Gleichheit aller Men- 
ichen feststellen zu können glaubte. In diese 
Lehren der Lüge, Heuchelei und Humanitäts- 
"uselei schlug der nationalsozialistische Rassen- 
üedanke ein wie eine Bombe, trotzdem er 
Eigentlich, da er überall in der Natur zum 
Ausdruck kommt, selbstverständlich war. In 
neu letzten 200 Jahren haben u. a. Linnê, Kant 
und Ernst Haeckel ihn herausgearbeitet und 
oabei festgestellt, daß Menschen von Natur im- 
U^er ungleich sind. Sie haben nur im Rahmen 
"fr Rassen, innerhalb gewisser Schwankungen, 
dieselben körperlichen Merkmale und seelischen 
Eigenschaften, Rasse grenzt sich gegen Rasse ab, 
wie jede wieder nur ihresgleichen hervor 
bringt. Die in der weiblichen und männlichen 
Samenzelle enthaltene Erbmasse bringt neues, 
^ber auch vorherbestimmtes Leben hervor, 
dennoch werden nur Anlagen und nicht Eigen 
schaften vererbt. Der Mensch hat die Pflicht, 
die Eigenschaften zu pflegen und vor dem Ver 
kommen zu bewahren. 
Der Marxist sieht die Ursachen des Verfalls 
der Völker auf wirtschaftlichem Gebiet, der 
Liberalist auf geistigem, Spengler in naturge 
setzlichen Vorgängen. Der Nationalsozialist be 
kennt sich zu Burgdörfers Satz „Völker können 
ewig leben, wenn sie nur wollen". Die Natur 
ist weder gütig noch grausam, kein Beten und 
Flehen kann ihren Ablauf ändern, sie ist nur 
gerecht. Wenn die tragende rassische Substanz 
eines Volkes erhalten bleibt, so ist das Leben 
des Volkes gesichert. 
Der Redner ging ein auf die Gefahren, die 
unserem Volke auf diesem Gebiete drohen: Ge 
burtenrückgang, Vergreisung, Entartung, so 
dann auf die Maßnahmen, die getroffen wur 
den, insbesondere auch in der Judenfrage, um 
sie zu bannen. Es sind Probleme, deren Be 
deutung uns von der Ausstellung „Volk und 
Rasse" noch in Erinnerung ist. 
Aus dem nationalsozialistischen Rassenge 
danken ergeben sich abschließend folgende For 
derungen: 1. Jnnerpolitisch ein auf den Lei 
stungsgrundsatz aufgebautes Führertum. 2. 
Außenpolitisch eine Absage an alle Mensch 
heitsideen und überstaatlichen Mächte. Rassen 
bewußtsein, aber nicht Rassenhaß. 3. Die Wirt 
schaft muß das Primat der Politik anerken 
nen, sie dient dem Volke. 4. Die Kultur ist ras 
sisch bestimmt. 3. Die Glaubensinhalte sind 
rassisch bedingt. Die Religion des Blutes und 
der Seele muß eins sein. 6. Die Erziehung hat 
zum Ziel den harmonischen, charaktervollen 
Menschen. 
Es ist heute die Aufgabe gestellt, dem Rasse- 
gedanken vom Begriff zum inneren Leben zu 
verhelfen. Es macht uns demütig, bescheiden 
und stolz, die lebendige Brücke aus grauer 
Vergangenheit zu Kindern und Kindeskindern 
zu sein. 
Reicher Beifall dankte dem Redner. Ein 
Siegheil auf den Führer schloß den Abend. O 
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EiueBejichtigMgberDruüerei 
der Laadeszeitņņg 
. Anläßlich einer in Kiel tagenden Konferenz 
Direktoren und Reklamechefs der Pro- 
wNzlal-Bersicherungsanstalten von Deutsch- 
^hd (DOB) war von dieser Donnerstag eine 
. Esichtignng der Druckerei der Landeszeituug 
îu Rendsburg (Heinrich Möller Söhne) ange 
hst worden. Die Direktoren der Anstalten 
^afen nachmittags unter Führung von Di- 
^ektor Haupt von der Provinzial-Lebensver- 
ßcherungsanstalt der Provinz Schleswig-Hol- 
uein von Kiel hier ein. Es galt den in der 
Renüsburger Druckerei besonders gepflegten 
^ualitätsüruck, die neuzeitliche Gestaltung 
von Werbedrucksachen und die Anwendung des 
ļwchentwickelten Mehrfarbendrucks praktisch 
kennen zu lernen. An Hand einer großen An- 
?klhl von den in der Druckerei hergestellten 
urteressanten Arbeiten konnte eine gute Ueber 
sicht über Wert und Wesen der Werbedruck 
sachen mit ihren erhöhten Ansprüchen an die 
Qualität gegeben werden. Gleichzeitig wurde 
den Herren durch Erklärung der Konstruktion 
vnd Arbeitsweise der einzelnen Setz- und 
Druckmaschinen die Leistungsfähigkeit der 
Druckerei vorgeführt. Am Schluß der Besichti 
gung wurde der Dank für den aufschlußreichen 
Einblick in den modernen Druckereibetrieb 
von Direktor Haupt zum Ausdruck gebracht. 
Zwei Prorņsnadenkoņzerte 
şinden aus Anlaß der NSB.-Sammlung statt, 
vud zwar heute nachmittag von 8 bis 6 Uhr 
ourch hen Musikzug der SA.-Standarte 163 
vor der Stadthalle und morgen (Sonntag) von 
^ bis 12 Uhr vormittags an derselben Stelle 
ourch -as Trompeterkorps der Artillerie. 
Bei der Gelegenheit sei erwähnt, daß heute 
Und morgen von den schönen, unter Glasur 
sozusagen naturfarben leuchtenden Schmetter- 
"Ngen eine halbe Million in Schleswig- 
Ho l stein verkauft werden soll. Es handelt 
sich um folgende Schmetterlinge: Zitronen 
falter, Bläulinge, Dukatenfalter, Kohlweiß 
linge, Schwalbenschwänze, Trauermäntel, 
Admirale und Pfauenaugen. Die kleinen 
Kunstwerke sind handbemalt. 
* * * 
* Ein holzbeladencr Dreimastschoner aus 
Hamburg, der gestern im Rendsburger Kreis- 
hafen Oel und Wasser tankte, neigte sich wäh 
rend des Tankens infolge starker Verlagerung 
des Gleichgewichts ziemlich stark nach der 
Steuerbordseite. Das Schiff wurde wieder 
hochgerichtet und damit flott. Nachmittags um 
3 Uhr fuhr es in Richtung Brunsbüttelkoog 
weiter. 
* Durch Messerstiche verletzt. Bei einer 
Schlägerei in der Alten Kieler Landstraße am 
Freitagnachmittag erhielt der Wanderbursche 
Fritz F. einen Messerstich in den Rücken und 
eine Schnittwunde über dem linken Auge. Er 
erlitt starken Blutverlust. Im städtischen 
Krankenhaus wurde der Verletzte behandelt. 
Lebensgefahr besteht nicht. 
* Goldene Hochzeit feiern heute die Eheleute 
Johannes Albrecht, Neuwerker Gärten, 
2. Gang, Nr. 27. Beide erfreuen sich noch guter 
Gesundheit und geistiger Regsamkeit. Der Ju 
bilar ist ein Sohn des Gärtners Johann Al 
brecht, Neuwerker Gärten, der 93 Jahre alt 
wurde. Seit mehr als 60 Jahren lesen die 
Jubilare die „Landeszeitung". 
* VDM. Heute nachmittag 3 Uhr treten alle 
Mädel vor der Ortsgruppe der NSV., Am 
Kirchhof 25, an, zur geschlossenen Beteiligung 
an der großen Sammelaktion. 
* Einen schmucken neuen Autobus sah man 
in den letzten Tagen durch die Straßen un 
serer Stadt fahren. Das grün-weiße Fahr 
zeug ist eine Neuanschaffung des hiesigen 
Stadtverkehrs. Wenn die Abnahme durch die 
Behörde erfolgt ist, wird der Autobus in Be 
trieb genommen. Das Fahrgestell wurde 
wieder von den Opelwerken bezogen, während 
der Aufbau von einer neuen Karosseriebau 
firma in Flensburg (Kirbis und Jürgensen) 
angefertigt ist. Bei der Neubeschasfung ist 
Vorsorge getroffen, daß, falls die Verhältnisse 
es bedingen sollten, die Motoranlage ohne 
wesentliche Schwierigkeiten auf die Verwen 
dung heimischer Treibstoffe umgestellt werden 
kann. Die Innenausstattung ist sauber, ge 
diegen und zweckmäßig. Wenn die Anschaffung 
in allen Teilen den Anforderungen entspricht, 
wird ein zweiter Omnibus der gleichen Aus 
führung im August dieses Jahres in Dienst 
gestellt. 
* 23 Jahre Lehrer. Am 1. April blickte der 
Lehrer Eberhard Krüger von der Moltkeschule 
auf 25jährige Berufstätigkeit zurück. Er er 
freut sich nicht nur bei seinen Kollegen und 
Schülern, sondern auch in Vereinskreisen 
eines guten Ansehens. Krüger ist Leiter des 
Taubenzuchtvereins und Dietwart des Rends 
burger Bicycle-Clubs von 1894. 
* Wandertage für Schulen. Die gemäß der 
Verfügung des Ministers der Kirchen und 
Schulen vom 10. August 1934 vorgesehenen 
Wandertage wurden für das Schuljahr 1936/37 
wie folgt festgesetzt: Für Knabenanstalten 
16. Mai 1936, 5. September 1936, 7. November 
1936, 13. Februar 1937/ für Mädchenanstalten 
9. Mai 1936, 12. September 1936,14. November 
1936, 20. Februar 1937) für Schulen mit Kna 
ben und Mädchen 9. Mai 1936, 12. September 
1936, 14. November 1936, 13. Februar 1937. 
* Schußwaffen und Munition sind anzumel 
den. Neu hinzuziehende Einwohner seien daran 
erinnert, daß Schußwaffen und Munition, die 
sie im Besitz haben, im Polizeibüro im neuen 
Rathaus gemäß Anordnung im Amtsblatt 
1931, Seite 385, anzumelden sind. 
* Gebühr für Postwurfsendungen. Auf 
Grund einer Verordnung des Reichspostmini 
sters vom 14. März 1936 zur Aenderung der 
Postordnung erhöht sich die Gebühr für 
Postwurfsendungen bis 20 Gramm vom 1. Juli 
1936 an von 1 auf IV2 Rpfg. Maßgebend für die 
Anwendung des neuen Gebührensatzes ist der 
Einlieferungstag der Sendungen. 
* Schisfsbewegungen der Reederei Zerflen 
& Co., Rendsburg-Kiel. D. „Arnis" am 
2. April von Jmmingham nach Stralsund ab 
gegangen. 
* 25 Jahre wohnt jetzt der Mieter Karl 
Rau bei Gastwirt Arriens in der Schleus 
kuhle. 
* * * 
* Büdelsdorf, 4. April. Ei« Fahrraddieb 
treibt hier sein schändliches Gewerbe. Kürzlich 
wurde abends gegen 8 Uhr einem Landwirt 
am Rickerter Weg ein fast neues Rad (Marke 
Miele) entwendet, als er damit beschäftigt 
war, ein von der Koppel geholtes Fohlen an 
zubinden. Ende Januar wurde unter beinahe 
gleichen Umständen in der Hollerstraße ein 
Fahrrad (Marke Bismarck) gestohlen. Ver 
mutlich handelt es sich um denselben Täter. 
Beide Räder waren zu Weihnachten gekauft. 
* j*. ^ 
SportVsrschsN 
Sportvorfchan des RMTB. 
Handball. 
Sonntag, 5. 4. 36, auf dem RMTV.-Platz, 
14—15 Uhr: RMTV. 2 gegen RMTV. 2b. — 
In Schleswig: Schleswig 06 geg. RMTV. 1. 
Abfahrt 13.30 Uhr, Bahnhof. 
Turnen. 
Die siegenden Mannschaften der Runden 
kämpfe des Unterkreises Rendsburg fahren am 
5. 4. nach Kiel zum Kreisausscheidungskampf. 
RMTV. Jugend: Büööig, Brisbois, Roh- 
wer, Trupat, Knoop. 
RMTV. Männer: Usw. Köhn, Greve, Uter- 
möhlen, Beetz, Kraft. 
Abfahrt: 13.45 Uhr, Bahnhof. 
Aus cUh JUndsbucgsc JUddsļUettUudecH. 
Schauburg: 
,Friesennot." 
Zwei Weltanschauungen stehen sich im Gei 
steskampf der Gegenwart in Todfeindschaft 
gegenüber: der Nationalsozialismus und der 
Bolschewismus. Hier die Wertung des Blu 
tes, der Rasse und der in der Gemeinschaft ge 
bundenen Persönlichkeit als einer Ordnung 
des Schöpfers, deren Grenzen und Gebote 
kein Volk ungestraft überschreitet — dort der 
hemmungslose Glaube an die Einzelpersön 
lichkeit, an die Freiheit und Gleichheit aller 
Menschen, der sich zum Herrn des Lebens aus 
wirft, und in der Gottlosenbewegung auch 
über Gott zu triumphieren glaubt.. Als der 
souveräne Mensch daran ging, das erträumte 
Reich der Menscheitsverbrüderung zu errich- 
Frühlingsboten. 
Wer möchte nicht wenig 
stens einen dieser zier 
lichen, buntbemalten Por 
zellanschmetterlinge haben, 
die heute von HI. und 
VDM. zum Besten des 
schönen und nötigen Hilfs 
werkes der NSV. ange 
boten werden? 
ten, und es aus dem Laboratorium der Ge 
danken in die von Gesetzen bestimmte Welt zu 
übertragen, zeigte es eine höllische Fratze. Die 
weltbeglückende Demokratie gebrauchte als 
Mittel zum Zweck die Herrschaft des Proleta 
riats, und da in einem Staate der sich nicht 
an ewige Gebote gebunden weiß, jeder Zweck 
durch jedes Mittel geheiligt wird, wandelt sich 
in Sowjet-Rußland die Diktatur einer Klasse 
weiter zu Schreckensherrschaft einiger Tyran 
nen, in deren Wirken immer mehr das Sata 
nische über die ursprünglichen, weltbeglücken- 
öen Ziele triumphiert. Solange es diese beiden 
Weltanschauungen geben wird, wird die eine 
die andere auslöschen wollen, und solange der 
Natonalsozialismus in diesem Kampf die bes 
sere Würde und die höhere Mission der 
Menschheit vertritt, wird er seine Stimme 
der Anklage erhebem 
Stimme der Anklage — das ist der Film 
„Friesennot", der das Schicksal deutscher Men 
schen unter der sozialen Schreckensherrschaft 
und seelischen Knechtschaft des Bolschewismus 
in leidenschaftlichen Bildern und Worten dem 
Zuhörer mitteilen will. Die Friesen sind aus 
Glaubensgründen vor Jahrhunderten aus 
Deutschland in ferner Wälder Südrußlands 
ausgewandert. In ihr Dorf ist, kaum ge 
glaubt, erst kürzlich Kunde vom Weltkrieg 
und vom Kommunismus gedrungen. Sie le 
ben getreu dem Väterglauüen, in fester Ord 
nung unter dem Vorsteher der Gemeinde, der 
zugleich Pastor und Lehrer ist. Russische Flug 
zeuge entdecken das Dorf, Rotarmisten wer 
den entsandt, um Vieh und Getreide einzu 
treiben. Gebunden an das Gebot christlicher 
Nächstenliebe wollen sie den bedrängten 
Volksgenossen, die in Hungersnot leiden sol 
len, helfen. Aber allmählich erkennen sie das 
teuflische Spiel, das die unersättlichen Solda 
ten mit ihnen treiben, werden entsetzt der 
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*29. Jahrgang. / Nr. 81. 7 Zweites Blatt. 
Sck^swļy-tzoMeļnffkhe 
ArnLsdlwgrr ļkssebiatî 
« 
Sonnabend, den 4. April 1836,
	        
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