Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

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?EMupngeii für de» Eintritt in eine 
Heeres-lluieriWersschule 
Rendsburg, den 14. Mai 1936. 
-HUnge Leute, die Lust und Liebe zum Unter- 
Şziersberuf (Infanterie) haben und sich hier 
zu freiwillig melden, können auf einer Heeres- 
Unteroffizier-Schule hierfür in zweijähriger 
Dienstzeit vorbereitet werden. Sie erhalten ne- 
^en der militärischen Erziehung und Ausbil- 
°hng allgemeinbildenden Unterricht. Die Aus 
bildung beginnt am 20. 10. 1936. Unterbrin 
gung erfolgt in der bisherigen Polizeischule 
Potsdam-Eiche. Gebührenabfindung regelt sich 
wie bei der Truppe. 
Die Unteroffizierschüler sind Soldaten im 
Sinne des Wehrgesetzes und allen militärischen 
Bestimmungen und Gesetzen unterworfen. 
Für die Aufnahme in die Heeres-Unteroffi- 
êier-Schule gelten folgende Bestimmungen: 
1. Bewerber müssen vor der Einstellung ins 
Heer ihrer Arbeitsöienstpflicht genügt haben. 
Für die Einstellung 1936 kommen mithin nur 
Bewerber in Betracht, die den Arbeitsdienst 
bereits abgeleistet haben oder zur Zeit ablei 
sten. 
,2. Für die Einstellung kommen nur Wehr 
pflichtige in Frage, die am 20. 10. 1936 das 17. 
Lebensjahr vollendet und das 20. Lebensjahr 
picht überschritten haben. 
3. Ferner gilt für die Einstellung als Un- 
^roffizier-Schüler als Voraussetzung, daß der 
Bewerber: 
a) die deutsche Staatsangehörigkeit (Reichs 
angehörigkeit) besitzt, b) wehrwürdig, c) öeut- 
fchen oder artverwandten Blutes ist, d) unbe 
scholten, f) tauglich 1 oder 2 für den Wehrdienst 
ist. Mindestgröße nicht unter 1,62 Meter. Not 
wendige Zahnbehandlung ist vor der Einstel 
lung durchzuführen. 
4. Den Anträgen auf Aufnahme ist beizufü 
gen: 
a) der Freiwilligenschein, dessen Ausstellung 
beim Heer bei der für den Wohnsitz des Anwär 
ters zuständigen polizeil. Meldebehörde persön 
lich zu beantragen ist (für im Neichsarbeits- 
dienst stehende Anwärter wird der Freiwilli 
genschein von dem zuständigen Meldeamt des 
Reichsarbeitsöienstes ausgestellt). Bei der An 
meldung bei der polizeilichen Mcldebehörde 
ist eine schriftliche, amtlich beglaubigte Ein- 
willigungserklärung des gesetzlichen Vertre 
ters zum freiwilligen Eintritt in den aktiven 
Wehrdienst vorzulegen,' 
b) ein selbstgeschriebener Lebenslauf. Dieser 
muß mindestens enthalten: Vor- und Zuname, 
Geburtstag und Ort, Angaben über Schul 
besuch, Beruf und Beschäftigung oder Ar 
beitslosigkeit nach der Schulentlassung, über 
etwa abgeleisteten Arbeitsdienst, ob Frei 
schwimmer, genaue und deutliche Handschrift,' 
c) eine Verpflichtungserklürung zu 12jähri- 
ger Dienstzeit in der Wehrmacht einschließlich 
ber Dienstzeit auf der Heeresunteroffizier- 
Schule, mit schriftlicher, amtlich beglaubigter 
Einwilligungserklärung des gesetzlichen Ver 
treters,' 
d) zwei Paßbilder. 
8. Die endgültige Entscheidung über die Auf 
nahme trifft das Oberkommando des Heeres 
(Allgemeines Heeresamt, Inspektion der In 
fanterie) als Annahmetruppenteil, nachdem 
ber Anwärter sich einer besonderen Eignungs 
prüfung unterzogen hat, die bei einem in der 
Nähe des Wohnortes des Bewerbers gelege 
nen Truppenteil abzuleisten ist. 
Aufforderung hierzu ergeht durch die Wehr 
bezirkskommandos. 
6. Anträge auf Einstellung als Unteroffizier- 
Schüler sind spätestens bis 21. 6. 36 an die In 
spektion der Infanterie, Berlin W. 35, Benö- 
lerstraße 13, zu richten. 
Benachrichtigung non Nachlaßsachen 
Die Erfahrung hat gezeigt, daß eine verhältnis 
mäßig große Zahl der in amtliche Verwahrung ge 
kommenen Testamente unausgeführt bleibt, weil 
die verwahrende Stelle von dem Tode des Erblas 
sers nicht oder nicht rechtzeitig benachrichtigt wird. 
Dieser Mangel soll in Zukunft durch einen gegen 
seitigen Austausch von Nachrichten zwischen den 
Ģerichten und Standesbeamten nach Möglichkeit 
Abgestellt werden. 
Die Straße gehört uns allen! 
Unter diesem Motto ist in der letzten Num 
mer der Monatshefte „Kampf der Gefahr" ein 
Preisausschreiben erschienen. AlleVerkehrsteil- 
Nehmer, ob Fußgänger, Radfahrer oder Kraft 
wagenbesitzer müssen sich daran beteiligen, die 
Sicherheit des Straßenverkehrs zu heben. Die 
Zahl der täglichen Unfälle, von denen viele 
tödlich verlaufen, kann nur durch die Mitarbeit 
nller Volksgenossen gesenkt werden. Wieviel 
Not und Elend wird dann in tausenden Fa 
milien erspart! 
Bestehen irgendwo verkehrstechnische Män 
gel und Schwierigkeiten auf Straßen, Plätzen 
Usw., so sind diese der zuständigen Polizeibe 
hörde oder der Reichsarbeitsgemeinschaft Scha 
benverhütung, Kiel, Holtenauer Straße 9, zu 
welöen. Die Einsendungen werden geprüft 
und so weit es angeht, werden entsprechende 
Aenderungen getroffen. Besonders wirkungs 
volle Vorschläge, denen man auch Zeichnungen 
oder Fotos beifügen kann, werden in den en 
geren Wettbewerb einbezogen. Näheres über 
den Wettbewerb und die ausstehenden Preise 
ist aus den Monatsheften „Kampf der Gefahr" 
(April-Nummer) ersichtlich. 
* Hühnerdiebstähle. In der Nacht zum Mitt 
woch sind aus einem Stall eines Grundstücks 
an der Schleswiger Chaussee durch Aufbrechen 
der Stalltür 4 Hühner gestohlen worden und 
zwar 3 schwarze Landhühner und ein blau 
graues Huhn. — Aus einem Stall auf dem 
Spülfeld wurde in der Mittagszeit eine graue 
Henne, die auf dem Nest saß und gluckte, ent 
wendet. Der Täter ist vom Dach eines Neben 
schuppens über den Einfrieöigungsdraht in 
den Hühnerstall gelangt. Aus dem Stall sind 
in letzter Zeit wiederholt Hühner gestohlen 
worden. 
* Vcrufsjubiläum. Auf eine 25jährige, er 
folgreiche Arbeit als Geschäftsführer der Fir 
ma Kaufhaus Grimme kann am 16. Mai Hans 
Dechow zurückblicken. Seine Tätigkeit in dem 
Hause wurde lediglich durch die Kriegszeit un 
terbrochen. — Am Sonnabend, 16. Mai, jährt 
sich zum 26. Male bei dem Vertreter Hinrich 
Hansen-Büdelsdorf der Tag seines Eintritts 
bei der Renösburger Verkaufsstelle der Sin 
ger-Nähmaschinen A.-G. in der Hohen Straße. 
* Schulungskursus der RVG. „Banken und 
Sparkassen". Die DAF., Reichsbetriebs 
gemeinschaft 12 „Banken und Sparkassen" ver 
anstaltet zur Zeit im Rahmen einer Arbeits 
gemeinschaft einen Schulungskursus, auf dem 
von Kreissparkassendirektor Voigt-Rendsburg 
das Reichsgesetz über das Kreditwesen und 
seine Bedeutung für das deutsche Kreditwesen 
behandelt wird. Am Eröffnungsabend wies 
der Redner einleitend auf die Gründe hin, die 
die Neichsregierung veranlaßten, ein der 
artig weitgehendes Gesetz wie das genannte 
Gesetz zu erlassen. Er stellte Betrachtungen 
über die bis zum Erlaß des Gesetzes Ende 1934 
vorhanden gewesenen Mängel im Kreditwesen 
an und wies auf die Auswirkungen der im 
Jahre 1931 eingetretenen Bankenkrise hin, die 
insbesondere durch unsere derzeitig 7 Milli 
arden Jl^il betragende Auslandsverschuldung, 
ohne Reichsbank und Golddiskontbank, ent 
standen ist. Bis zur nationalsozialistischen 
Machtübernahme, so führte der Redner weiter 
aus, wurde versucht, die Schwierigkeiten durch 
Erlaß von Notverordnungen zu beheben. Erst 
die nationalsozialistische Regierung packte 
diese Fragen mit aller Gründlichkeit an und 
berief im Sommer 1933 einen Untersuchungs 
ausschuß für das Baukwesen ein. Der um 
fangreiche Bericht dieses Ausschusses wurde 
Ende November 1934 der Oeffentlichkeit über 
geben. Alsdann folgte einige Tage danach 
das Reichsgesetz über das Kreditwesen. In 
der außerordentlich gut besuchten Schulungs 
veranstaltung wurden der 1. und 2. Abschnitt 
des genannten Gesetzes eingehend besprochen. 
Auf der nächsten Zusammenkunft der Arbeits 
gemeinschaft im Adolf-Hitler-Haus werden die 
nächsten Abschnitte des Reichsgesetzes über 
das Kreditwesen behandelt. 
* Zu einem Besuch der Rendsburger Paten- 
schastsschnle in Vroacker veranstaltet der 
VDA. am 24. Mai eine Omnibusfahrt nach 
Nordschleswig. Zahlreiche deutsche Eltern und 
Kinder aus Broacker sind im vorigen Jahre 
in Rendsburg gewesen und haben nun ihrer 
seits zu einem Besuch eingeladen. Sie wollen 
gerne recht viele Rendsburger bei sich sehen 
und wollen ihnen in mancherlei Darbietungen 
etwas von ihrer Arbeit zeigen. Die Besucher 
sind mittags Gäste in den verschiedenen deut 
schen Familien. Die Fahrt beginnt morgens 
7 Uhr bei der Stadthalle, geht über Flensburg, 
Sonderbnrg und den Düppeler Schanzen wird 
ein kurzer Besuch abgestattet, und etwa um 
11.30 Uhr wird man in Broacker sein. Nach 
dem Mittagessen in den verschiedenen Fami 
lien treffen sich Gastgeber und Gäste um 3 Uhr 
in einem Lokal, und es wird dann allerlei 
Buntes und Unterhaltsames, Ernstes und Hei 
teres geboten. Die Rückfahrt erfolgt etwa ge 
gen 8 Uhr. 
* Sein 1. theologisches Staatsexamen be 
stand in Kiel Willi Rühsen, Sohn der Witwe 
M. Rühsen, Röhlingsweg 14. Vikar Rühsen ist 
ehemaliger Schüler der hiesigen Aufbauschnle 
und bestand dort 1932 sein Abiturientenexa 
men als Angehöriger des ersten Abiturienten 
jahrganges dieser Anstalt. 
* Sportfischertagung in Kassel. Zum erster? 
Male seit ihrem dreijährigen Bestehen tritt 
zu Pfingsten in Kassel die Organisation der 
deutschen Angler, der Reichsverband Deutscher 
Sportfischer e. V., mit einem „Anglertreffen" 
an die breiteste Oeffentlichkeit. Aus einer gro 
ßen Zahl von Landesverbänden entstanden, ist 
der dem Reichsnährstand angegliederte RDSV. 
inzwischen auf rund 100 000 Mitglieder ange 
wachsen und sucht jeden zu erfassen, der am 
sportlichen Angeln Interesse hat. 
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