Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

liebt 
die Tiere. 
Seine Kaninchen ver 
sorgt er immer gut. 
„Zunger Löwenzahn", 
sagt er, „ist für ste genau 
so ein Leckerbissen, wie für 
mich ein Or. Getker-Puööing 
oder ein Stück „Backin"» 
Kuchen". 
^yjîditung- on<K 
/dļncîôcn 1 prelsaufgab«I 
Hochlandsromaņ von Hans Ernst 
Pfanne mit dem Schmarrn schon am Tisch. 
Einträchtig und schweigend löffeln die beiden 
die kräftige Kost. Eine Stunde später macht sich 
Graf Bruggstein auf den Heimweg. 
Vater und Sohn. 
Es dunkelt bereits, als er im Dorf ankommt,' 
im Schloß sind die Fenster erleuchtet. 
„Ist Herbert schon da?" fragt er den Diener, 
der ihm im Flur das Jagdzeug abnimmt. 
„Jawohl! Graf Herbert und Komteß Juta 
sind oben im Musikzimmer." 
Zwei Stufen auf einmal nehmend, springt 
der Graf die Treppe hinauf, verhält vor der 
Tür des Musikzimmers lauschend den Schritt. 
Es ist immer ein Genuß, Juta spielen zu 
hören. Als Graf Bruggstein eintritt, erhebt 
sich Herbert aus einem Korbstuhl und kommt 
auf den Vater zu. 
„Guten Abend, Papa. Wir haben uns lange 
nicht gesehen." 
„Bcdanre, daß du so wenig Zeit findest. 
Aber du siehst gut aus. Wahrscheinlich schläfst 
du jetzt etwas mehr." 
„Gewiß, Papa. Ich gehe sehr wenig aus." 
„Na, na? Das hört sich ja an, als sei man 
solid geworden? Wie lange bleibst du? Kommst 
du mit zur Jagd diese Woche?" 
„Nein, Papa. Ich muß morgen abend wieder 
zurück." 
Juta beendet das Spiel und tritt zwischen 
Vater und Bruder. 
„Wollt ihr schon wieder zu streiten anfan 
gen? Nein, gelt, Papa?" 
„Ich hätte gar keine Ursache. Heute schon 
überhaupt nicht. Kinder, heute hab ich Glück 
gehabt auf der Jagd wie noch nie. Einen 
Hirsch, sag ich dir, Herbert, so was hast du noch 
nicht gesehen." 
„Dazu gratuliere ich dir von Herzen, Vater." 
„Danke, Junge." Er blickt ihn prüfend an. 
„Wirklich, du hast dich sehr zu deinem Vorteil 
verändert. Was machst du denn gegenwärtig?" 
„Ich arbeite, Vater." 
„Wirklich? Du arbeitest?" 
„Siehst du, Papa. Ich hab dir ja immer ge 
sagt, aus Herbert wird noch etwas", mischt sich 
Juta drein. 
„Natürlich, du kleiner Naseweis. Du hast ja 
immer recht. Aber kommt, Kinder. Jetzt wol 
len wir den Hirschen feiern." 
Sie sitzen im Eßzimmer beisammen bei kal 
ter Platte und rotem Tirolerwein. Der Graf 
erzählt lustige Jagdanekdoten, streift auch 
einige Erlebnisse vom Krieg und läßt dazwi 
schen hinein immer wieder seinen Hirschen 
leben. , 
„Prost, Kinder, auf den Sechzehnender!" 
Juta, des schweren Weines ungewohnt, 
zieht sich bald zurück. Bevor sie das Zimmer 
verläßt, nickt sie dem Bruder lächelnd zu. 
Graf Bruggstein hat den Blick aufgefangen 
und pfeift durch die Zähne. 
„Aha! Ich hab mir's ja gedacht. Also, rück 
nur heraus, Herbert. Wieviel brauchst du 
denn? Daß du es aber weißt, nur meinem 
guten Sechzehnender hast du es zu verdanken, 
daß ich dir helfe. Also, wieviel ist es denn?" 
„Du täuschst dich, Vater. Ich habe keine 
Schulden." 
„Waaas? Du hast keine Schulden? Ja, 
warum bist du dann gekommen?" 
„Weil ich dich und Juta wieder einmal sehen 
wollte, bevor —" 
„Na, diese Erkenntnis kommt reichlich spät. 
Aber es freut mich, Herbert." 
Graf Bruggstein steht auf und öffnet das 
Fenster, um den Rauch hinauszulassen. Am 
Fenstersims lehnend, fragt er zum Sohn her 
über: 
„Sag mir mal, Herbert, was arbeitest du 
denn eigentlich?" 
„Ich bin Diplomingenieur im Maschinenbau 
und gehe nun auf fünf Jahre nach Amerika in 
eine Fabrik als zweiter Direktor." 
„Ach sooo!" Der Graf bläst den Rauch seiner 
Zigarre zum Fenster hinaus. „Dann ist also 
das heute dein offizieller Abschiedsbesuch?" 
„Nein, ich komme schon nochmal vor meiner 
Abreise im Herbst, das heißt — wenn cs dir an 
genehm ist." 
„Natürlich! Welch alberne Frage! Du bist 
mir immer willkommen, vorausgesetzt, daß du 
keine Spielschulden hast." 
„Da kannst du ohne Sorge sein, Papa. Den 
Teufel hab ich gottlob los. Ich hoffe, dir bald 
zeigen zu können, daß ich meinen Platz aus 
fülle im Leben." 
„Dazu hättest du allerdings auf Gut Stein 
hagen am Bodensee reichlich Gelegenheit. Aber 
du willst nun mal nach Amerika. Also, gut. 
Es schadet nichts, wenn du die Welt etwas ken 
nen lernst. Aber sag mir einmal, ist dir diese 
Erkenntnis zur Besserung selbst gekommen, 
oder —?" 
Herbert klopft umständlich die Asche seiner 
Zigarette in den Becher, holt ein paarmal tief 
Atem und sagt: 
„Nein Vater. Allein hätte ich es kaum fertig 
gebracht. Es hat mir jemand dazu geholfen — 
ein Mädel — eine Dame, die ich liebe." 
lFortfetzung folgt.) 
Der Goldschatz des Ncgus. 
Der Ncgus hat, wie nach seiner Landung in Palästina festgestellt 
werden konnte, nicht weniger als 117 Kisten Gold und Silber mit 
gebracht, von denen unser Bild einige unter schwerer Bewachung 
zeigt. (Atlantic, KI 
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Zur Durchführung der Pflicht-Kontrolle 
?lus dem Jahresbericht des Verbandes schleswig-holsteinischer Kontrollvercine. 
Dienstag nachmittag veranstaltete der Verband 
ichleswig-holsteinischer Kontrollvereine seine dies- 
lahrige Hauptversammlung, die vom stellv. Ver- 
'andsleiter Coselau eröffnet wurde. Dr. Boysen 
verlas den Geschäftsbericht, der in bekannter Aus 
führlichkeit auf die Entwicklung im Verband ein 
geht. 
Än einem Geleitwort iverden die Hauptvorteile 
regelmäßiger Leistungsprüfung hervorgehoben: die 
rkennung und Ausmerzung der unter dem Lei- 
Itungsdurchschnitt stehenden unwirtschaftlichen Kühe, 
verbesserte Fütterungsmaßnahmen, Erkennung der 
àrerbungsanlagen und Nutzbarmachung der Lei- 
vungsergebnisse für die Zucht. 
Am 1. 11. 35 waren seinschl. Lübeck) 354 Kontroll- 
^reine sgegcn 1934: -si 90) mit 7398 Mitgliedern 
1995) und 138 488 (+ 26148) Kühen vorhanden, 
ptt 32 Proz. Kontrollktthen steht die Provinz hin- 
« Hannover an zweiter Stelle. 
^ Die Angler haben 69 Proz. ihres Gesamtbestan- 
ves, die Schwarzbunten 61 Proz., die Rotbunten 
^ Proz. und die Shorthorns 5 Proz. unter Kon- 
volle. An dem obigen Zuwachs von 26148 Kühen 
find die Schwarzbunten mit 16 732 Kühen sauf einem 
Ģesamtkontrollbcstand von 74 400), die Rotbunten 
wit 6019 sauf 730 070), die Angler mit 1872 sauf 
-ä200), die Shorthorns mit 414 Kühen sauf 3225) 
beteiligt. 
Mit 63,9 Proz. Kontrollkühen am Gesamtkuhbe- 
Itanö steht Kreis Oldenburg an 1. Stelle, es folgen 
Eutin-Lübeck mit 55,3 Proz., Plön: 64,0 Eckern- 
wrde: 42,8, Flensburg: 42,5, Schleswig: 89,8 Proz., 
^egeberg: 34,7, Steinburg: 28,0, Rendsburg: 24,0, 
^üder-Dithmarschen: 13,8, Pinneberg: 11,8, Norder- 
Dithmarschen: 8,2 Eiöerstedt: 5,6, Südtondern: 5,2 
und an letzter Stelle Husum mit 4,7 Proz. 
Den höchsten Anteil am Kontrollbestand hat 
Ņlon mit rd. 17 000, während Rendsburg mit 41600 
Zützen den größten kreisweisen Gesamtbestand hat, 
u» Vereinen Schleswig mit 46, an kontrollierten 
betrieben Flensburg mit 948. 
Hinsichtlich der Verteilung der Kontrollkühe auf 
bie Kreise ist bemerkenswert, daß die Angler mehr 
"is <V 10 ihres Bestandes in Flensburg (12199 
Ķiihe) und Schleswig (11 633) haben, die Rotbunten 
'"st % in Steinburg (8124), Rendsburg (4916), Se- 
i+berg (4494), Süder-Dithmarschen (2530) und Plön 
(-349), die Schwarzbunten nahezu in Plön 
113 687), Oldenburg (12 628), Eutin-Lübeck (10 360), 
Degeberg (7826), Eckernförde (7123), Stormarn 
1^098) und Lauenburg (5875), die Shorthorns %. in 
Schleswig (743), Flensburg (691), Südtondern (615) 
und Flensburg (592). 
Die Durchschnittsleistung 
der 89 902 abgeschlossenen Jahreskühe beträgt 8751 
Kg. Milch, 3,29 Proz. Fett, 123,22 Kg. Fett je Kuh 
und Jahr. In der Milchmenge ist gegenüber dem 
Vorjahre ein geringer Rückgang von 16 Kg. je Kuh 
und Jahr zu verzeichnen. Berücksichtigt man aber, 
daß annähernd 16 000 Kühe mehr abgeschlossen sind 
und die neuerfaßten Betriebe erfahrungsgemäß den 
Gesamtdurchschnitt immer etwas Herabdrücken, so 
kann von einem Rückgang in der mengenmäßigen 
Milcherzeugung nicht gesprochen werden. Dagegen 
ist der Fettgehalt von 3,35 Proz. aus 3,29 Proz. zu 
rückgegangen. Die Ursache dieses Rückganges liegt 
in der Winterfütterung begründet und ist darauf 
zurückzuführen, daß die wirtschaftseigenen Futter 
mittel, besonders Heu und Rüben, in der Menge 
und Qualität geringer waren. Ebenso machte sich 
zeitweilig die schlechtere Qualität der zur Verfü 
gung stehenden Kraftsuttermittel bemerkbar. Wäh 
rend die gesamtverfütterte Kraftfuttermenge nur 
um 12 Kg. je Kuh und Winterhalbjahr zurückgegan 
gen ist, läßt sich dagegen aber feststellen, daß der 
Anteil des verfütterten wirtschaftseigenen Kraft 
futters gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist. Von 
der im Winterhalbjahr je Kuh verfütterten Kraft 
futtermenge von 407 Kg. waren 105 Kg. wirtschafts 
eigenes Kraftfutter und 302 Kg. Oelkuchen. Die ver 
fütterte Rübenmenge liegt 885 Kg. und die Heu 
menge 151 Kg. niedriger als im Vorjahr. Infolge 
dessen hat das Winterhalbjahr einen Rückgang in 
den Leistungen gebracht, der aber im Sommerhalb 
jahr zum größten Teil wieder aufgeholt wurde. Die 
Leistungen der Herdbuchtiere liegen im Durchschnitt 
des Verbandes um 372 Kg. Milch, 0,07 Proz. Fett 
und 14,69 Kg. Fett höher als die Leistungen der 
Nichtherdbuchtiere. 
Die Rotbunten erzielten 8704 Kg. Milch (1934: 
3693) mit 3,38 Proz. Fett (3,42) und 126,1 Fett-Kg. 
(126,4), die Angler 3656 Kg. Milch (3578) mit 3,51 
Proz. Fett (3,56) und 124,7 Kg. Fett (127,5). die 
Schwarzbunten 8899 Kg. Milch (8921) mit 8,17 Proz. 
Fett (3,23) und 123,5 Kg. Fett (126,8), die Short 
horns 3052 Kg. Milch (3123) mit 3,39 Proz. Fett 
(3,36) und 103,5 Kg. Fett (105 Kg.). 
Zwischen 2—3000 Kg. Bestandsdurchschnittslei 
stung liegen bei den Shorthorns 45,7 Proz. der 
Kontrollbestände, bei den Anglern 8,4 Proz., bei den 
Rotbunten 7,2 Proz., bei den Schivarzbunten 3,8 
Proz., zwischen 4—5000 Kg. bei den Schwarzbunten 
42,8 Proz., bei den Rotbunten 29,7 Proz., bei den 
Anglern 14,8 Proz., bei den Shorthorns 2,6 Proz. 
Die Angler stützen zu 77 Proz., die Rotbunten zu 
61 Proz. auf den Mittelerträgen zwischen 3—4000 
Kilogramm. 
Die beste Fettleistungskuh ist die Laurette von 
Rummel-Sprangsrade mit 359 Kg. Fett. Nach wei 
teren 3 Schwarzbunten (349 Kg., 847 Kg., 346 Kg.) 
folgt die Anglerin „Lore" von H. Peters-Arup mit 
840 Kg., sodann die Rotbunte „Kunigunde" von 
Hein-Rehberg mit 324 Kg. Unter den Shorthorns 
führt die „Rosmarie" von Kaack-Hamdorf mit 245 
Kg.: die „Blümchen" aus demselben Stall steht un 
ter den Shorthorns mit 215 Kg. an vierter Stelle. 
Unter den Bestbeständen von 6—25 abgeschlosse 
nen Kühen finden wir den Angler Peters-Arup an 
1. Stelle (205 Kg.), den Schwarzbunten Hausen-Oha 
(208 Kg.) und Rummel-Sprangsrade (202 Kg.) an 
2. und 3. Stelle: es folgt der Rotbunte Kleinmort- 
Moorhusen (199 Kg.). Unter den 5 Bestbestünden 
von 26—50 abgeschlossenen Kühen stehen 3 Schwarz 
bunte und 2 Angler Herden, führend. Weilandt- 
Presen mit 209 Kg.: bei den Bestbeständen über 50 
Kühen erzielte Rosenfeld-Sturenhagen 164 Kg. Die 
Angler Herde von Paulsen-Lehmberg steht hier an 
3. Stelle mit 155 Fett-Kg. 
Hinsichtlich der Einführung der Fett-Proz. ist be 
merkenswert, daß die Schwarzbunten unter 2,8 Pro 
zent Fettleistung 10,2 vH. ihres Kontrollbestandes 
liegen haben, die Rotbunten 1,6 vH.: die Short 
horns 1,3 vH., die Angler 0,7 vH. Ueber 4 Proz. 
Fett lagen bei den Anglern 7,8 Proz., bei den 
Shorthorns 2,1 Proz., bet den Rotbunten 2,0 Pro 
zent, bei den Schivarzbunten 0,7 Proz. 
Die Durchführung der Pflichtkontrolle. 
Zum Schluß seines Geschäftsberichts befaßte sich 
Dr. Boysen mit der durch die Pflichtkontrolle not 
wendig werdenden Neuorganisation. Da wir aus 
technischen Gründen an der Versammlung nicht teil 
nehmen konnten, stützen mir uns hier auf die Aus 
führungen der „Flensburger Nachrichten". Das 
Blatt schreibt: Dr. Boysen führte aus, „daß der 
Pflichtkontrolle alle Betriebe mit fünf und mehr 
Kühen unterivorfen sein würden. Dadurch werden 
annähernd 75 Proz. des gesamten Milchviehbestan- 
oes in der Provinz ersaßt. Selbstverständlich können 
die Betriebe, die weniger als fünf Kühe enthalten, 
sich freiwillig der Kontrolle anschließen. Es ist in 
diesem Zusammenhang nicht uninteressant, zu wis 
sen, daß die Zahl dieser Freiwilligen in den beiden 
Dithmarscher Kreisen nicht unwesentlich ist. Als 
äußerer Rahmen für die neu zu errichtenden Kvn- 
trollvereine wird im allgemeinen das Meiereiein 
zugsgebiet zu Grunde gelegt. Selbstverständlich sind 
Ausnahmen zulässig, z. B. für das Frischmilchgebiet 
um Hamburg herum, für die Lieseranten der Milch 
werke Kappeln und andere. Grundsätzlich wird auch 
in Zukunft die Arbeit auf der bisherigen Gruud- 
, läge fortgeführt, denn nur so lassen sich die reichen 
Erfahrungen der vergangenen 30 Jahre hinreichend 
ausnutzen. Irgendeine Lockerung in der Durchfüh 
rung ist nicht vorgesehen. Praktisch sieht die Durch 
führung der neuen Organisation so aus, daß sämt 
liche Lieseranten einer Meierei, je nach der Zahl, 
zu einem oder auch mehreren Kontrvllvereinen zu 
sammengefaßt werden. Die Leitung dieser Vereine 
übernimmt ehrenamtlich ein Bauer, dessen Aufgabe 
es ist, zwischen den Bauern und den Kontrollver 
einen die lebendige Verbindung zu schaffen, die not 
wendige Voraussetzung für eine gedeihliche Arbeit 
ist. Die Kosten sind einheitlich geregelt. Sie belau 
fen sich aus 30 Pfg. je Kuh und Monat. Die dadurch 
aufkommenden Gelder fließen restlos den Kontroll 
vereinen zu, die mit diesen den oder die Kontroll 
beamten zu besolden haben. Irgendwelche Abgaben 
an den Verband sind von diesen Geldern nicht vor 
gesehen. Die bisher gesammelten Erfahrungen be 
rechtigen zu der Auffassung, daß auf diese Weise 
den Kontrollvereinen hinreichende Mittel zur Ver 
fügung gestellt werden. Die Untersuchung erfolgt 
wie bisher. Eine Abgabe dafür wird nicht erhoben. 
Dafür haben die Meiereien 0,06 Pfg. von jedem Kg. 
der angelieferten Milch ohne Rücksicht darauf, ob 
es sich dabei um die Milch von kontrollierten oder 
nicht kontrollierten Kühen handelt, an die zu schaf 
fende Zentrale abzuliefern, die mit diesen Geldern 
ihre gesamten Ausgaben finanziert. In den Fällen, 
wo ein Bauer einer Meierei nicht angeschlossen ist, 
sondern die Milch selbst bearbeitet, har er einen 
höheren Beitrag zu bezahlen und zwar 45 Pfg. je 
Kuh und Monat. Die Ausbildung der notwendigen 
Kontrollbeamten dürste nach Dr. Boyens Auffas 
sung kaum Schwierigkeiten bereiten. Ihre Ausbil 
dung wird in Zukunft an den Bäuerlichen Werk 
schulen erfolgen. Zusammenfassend und abschließend 
stellte Dr. Boysen fest, daß man nicht daran denke, 
die Neuorganisation schematisch durchzuführen, son 
dern sie werde überall geschaffen in Anpassung an 
die gegebenen Verhältnisse. 
Die Rechnungsablage des Verbandes sand die 
Billigung der Anwesenden. In der Erfolgsrechnung 
ergab sich ein Unterschuß von 11000 JtJt, der dar 
auf zurückzuführen ist, daß in das abgelaufene Ge 
schäftsjahr schon ein Teil der Vorbereitung für die 
Pflichtkontrolle fiel. Der Voranschlag, der mit 
196 000 finanziert wird, wurde von Dr. Boysen 
im Hinblick auf die noch nicht restlos zu übersehen 
den finanziellen Auswirkungen der Pslichtkontrolle 
als recht problematisch bezeichnet und dementspre 
chend auch nicht weiter erörtert. 
Sodann gab der anwesende Hauptabteilungsleiter 
Petersen bekannt, daß der bisherige Vcrbandsvor- 
sitzende Schmidt, Bahrenhof, aus gesundheitlichen 
Gründen sein Amt niedergelegt habe. Als seinen 
Nachfolger schlug er den Landessachwart f. Rind- 
viehzucht, Dr. Lassen, Baustruphof, vor. Zum stell 
vertretenden Verbandsvorsitzenden wurde für 
Matzen, Koselau, im Interesse einer reibungslosen 
Zusammenarbeit zwischen dem Kontrollverband und 
dem Milchwirtschaftsverband Bauer Osmers ge 
wühlt. 
Tom Zaggler / 
Krheberrechtsschutz durch Verlagsanstalt Manz, 
München. 
8 ) Nachdruck verboten. 
Mittlerweile sind sie bei der Luisenhütte an 
klangt. 
Es ist ein rohgezirnmertes Blockhaus mit 
kleinen Fenstern. Die Tür führte in einen 
kleinen Raum, der als Küche dient. In der hin 
deren Ecke ist eine schmale Treppe zum Heu 
boden, unter der Treppe eine zweite Tür, die 
^ das „Herrenstübchen" führt,' ein bescheidener 
-uaum, mit Brettern verschalt. Eine durch 
gehende Bank, ein Tisch mit geschnitzten Bau 
ernstühlen, ein Gewehrschrank und ein kleiner 
Kachelofen ist die Einrichtung. In der Ecke, 
ì'ber dem Tisch ist ein Kruzifix und eine kleine 
Şpel. Man sieht den Herrgottswinkel kaum, 
überreich geschmückt ist er mit Latschen- 
büscheln und Almrosen. Rechts in der Ecke 
Ģ ein freier Platz. Da ist das Matratzenlager 
^Uner gestanden, das gegenwärtig unten im 
+orf ist beim Aufrichten. 
Graf Bruggstein zerrt einen Schlüssel aus 
üer Hosentasche und gibt ihn dem Jäger. 
„Koch schnell einen Schmarrn, Weindl. Ich 
hab ordentlich Hunger kriegt." 
Während der Jäger einen Arm voll Holz 
von der Scheiterbeige nimmt und in die Hütte 
verschwindet, setzt sich Bruggstein auf die Bank 
îûi Freien und streckt behaglich die Beine. 
„ Wind kommt aus der Tiefe des Tales, die 
-«ft ist voll vom Geruch des frischen Heues. 
Tie Gegend um die Luisenhütte ist das reinste 
Paradies. Unten in der Mulde ist ein kleiner 
^ee, Kiefernsee genannt, denn am jenseitigen 
Eser stehen, einsam und windzerzaust, drei ur 
alte Kiefern. Still und durchsichtig wie Glas 
das Wasser. Man sieht jeden Gegenstand 
deutlich im Wasserspiegel, die drei Kiefern, ein 
paar verstreute Felsblöcke am Ufer und die 
+af^l- die zur Brandlalm weist. 
Weiß und schwarz gefleckte Kühe mit leise 
wtmelnden Glocken wandern den Hang auf 
Pud ab. Der Leitstier kommt gelassenen Schrit- 
^ zum See herunter. Ganz deutlich hört man 
herüber, wie er in tiefen Zügen das Wasser 
ühlürft. Ein Bild ungebärdiger Kraft, steht 
os Tier drüben, mit den Vorderfüßen halb 
ersinkend im weichen Ufergrund. Dann wen- 
«5* es langsam den Kopf den Berg hinauf. 
droben ruft die Sennerin, die hohlen 
Danüe vor den Mund haltend: 
"Ķnusä geh — geh, Kuusä — geh!" 
, Es ist Zeit zum Melken und die Kühe trot- 
en langsam zur Hütte hinauf. 
»Herr Graf, der Schmarrn ist fertig." 
Bruggstein in die Hütte tritt, steht die
	        
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