liebt
die Tiere.
Seine Kaninchen ver
sorgt er immer gut.
„Zunger Löwenzahn",
sagt er, „ist für ste genau
so ein Leckerbissen, wie für
mich ein Or. Getker-Puööing
oder ein Stück „Backin"»
Kuchen".
^yjîditung- on<K
/dļncîôcn 1 prelsaufgab«I
Hochlandsromaņ von Hans Ernst
Pfanne mit dem Schmarrn schon am Tisch.
Einträchtig und schweigend löffeln die beiden
die kräftige Kost. Eine Stunde später macht sich
Graf Bruggstein auf den Heimweg.
Vater und Sohn.
Es dunkelt bereits, als er im Dorf ankommt,'
im Schloß sind die Fenster erleuchtet.
„Ist Herbert schon da?" fragt er den Diener,
der ihm im Flur das Jagdzeug abnimmt.
„Jawohl! Graf Herbert und Komteß Juta
sind oben im Musikzimmer."
Zwei Stufen auf einmal nehmend, springt
der Graf die Treppe hinauf, verhält vor der
Tür des Musikzimmers lauschend den Schritt.
Es ist immer ein Genuß, Juta spielen zu
hören. Als Graf Bruggstein eintritt, erhebt
sich Herbert aus einem Korbstuhl und kommt
auf den Vater zu.
„Guten Abend, Papa. Wir haben uns lange
nicht gesehen."
„Bcdanre, daß du so wenig Zeit findest.
Aber du siehst gut aus. Wahrscheinlich schläfst
du jetzt etwas mehr."
„Gewiß, Papa. Ich gehe sehr wenig aus."
„Na, na? Das hört sich ja an, als sei man
solid geworden? Wie lange bleibst du? Kommst
du mit zur Jagd diese Woche?"
„Nein, Papa. Ich muß morgen abend wieder
zurück."
Juta beendet das Spiel und tritt zwischen
Vater und Bruder.
„Wollt ihr schon wieder zu streiten anfan
gen? Nein, gelt, Papa?"
„Ich hätte gar keine Ursache. Heute schon
überhaupt nicht. Kinder, heute hab ich Glück
gehabt auf der Jagd wie noch nie. Einen
Hirsch, sag ich dir, Herbert, so was hast du noch
nicht gesehen."
„Dazu gratuliere ich dir von Herzen, Vater."
„Danke, Junge." Er blickt ihn prüfend an.
„Wirklich, du hast dich sehr zu deinem Vorteil
verändert. Was machst du denn gegenwärtig?"
„Ich arbeite, Vater."
„Wirklich? Du arbeitest?"
„Siehst du, Papa. Ich hab dir ja immer ge
sagt, aus Herbert wird noch etwas", mischt sich
Juta drein.
„Natürlich, du kleiner Naseweis. Du hast ja
immer recht. Aber kommt, Kinder. Jetzt wol
len wir den Hirschen feiern."
Sie sitzen im Eßzimmer beisammen bei kal
ter Platte und rotem Tirolerwein. Der Graf
erzählt lustige Jagdanekdoten, streift auch
einige Erlebnisse vom Krieg und läßt dazwi
schen hinein immer wieder seinen Hirschen
leben. ,
„Prost, Kinder, auf den Sechzehnender!"
Juta, des schweren Weines ungewohnt,
zieht sich bald zurück. Bevor sie das Zimmer
verläßt, nickt sie dem Bruder lächelnd zu.
Graf Bruggstein hat den Blick aufgefangen
und pfeift durch die Zähne.
„Aha! Ich hab mir's ja gedacht. Also, rück
nur heraus, Herbert. Wieviel brauchst du
denn? Daß du es aber weißt, nur meinem
guten Sechzehnender hast du es zu verdanken,
daß ich dir helfe. Also, wieviel ist es denn?"
„Du täuschst dich, Vater. Ich habe keine
Schulden."
„Waaas? Du hast keine Schulden? Ja,
warum bist du dann gekommen?"
„Weil ich dich und Juta wieder einmal sehen
wollte, bevor —"
„Na, diese Erkenntnis kommt reichlich spät.
Aber es freut mich, Herbert."
Graf Bruggstein steht auf und öffnet das
Fenster, um den Rauch hinauszulassen. Am
Fenstersims lehnend, fragt er zum Sohn her
über:
„Sag mir mal, Herbert, was arbeitest du
denn eigentlich?"
„Ich bin Diplomingenieur im Maschinenbau
und gehe nun auf fünf Jahre nach Amerika in
eine Fabrik als zweiter Direktor."
„Ach sooo!" Der Graf bläst den Rauch seiner
Zigarre zum Fenster hinaus. „Dann ist also
das heute dein offizieller Abschiedsbesuch?"
„Nein, ich komme schon nochmal vor meiner
Abreise im Herbst, das heißt — wenn cs dir an
genehm ist."
„Natürlich! Welch alberne Frage! Du bist
mir immer willkommen, vorausgesetzt, daß du
keine Spielschulden hast."
„Da kannst du ohne Sorge sein, Papa. Den
Teufel hab ich gottlob los. Ich hoffe, dir bald
zeigen zu können, daß ich meinen Platz aus
fülle im Leben."
„Dazu hättest du allerdings auf Gut Stein
hagen am Bodensee reichlich Gelegenheit. Aber
du willst nun mal nach Amerika. Also, gut.
Es schadet nichts, wenn du die Welt etwas ken
nen lernst. Aber sag mir einmal, ist dir diese
Erkenntnis zur Besserung selbst gekommen,
oder —?"
Herbert klopft umständlich die Asche seiner
Zigarette in den Becher, holt ein paarmal tief
Atem und sagt:
„Nein Vater. Allein hätte ich es kaum fertig
gebracht. Es hat mir jemand dazu geholfen —
ein Mädel — eine Dame, die ich liebe."
lFortfetzung folgt.)
Der Goldschatz des Ncgus.
Der Ncgus hat, wie nach seiner Landung in Palästina festgestellt
werden konnte, nicht weniger als 117 Kisten Gold und Silber mit
gebracht, von denen unser Bild einige unter schwerer Bewachung
zeigt. (Atlantic, KI
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Zur Durchführung der Pflicht-Kontrolle
?lus dem Jahresbericht des Verbandes schleswig-holsteinischer Kontrollvercine.
Dienstag nachmittag veranstaltete der Verband
ichleswig-holsteinischer Kontrollvereine seine dies-
lahrige Hauptversammlung, die vom stellv. Ver-
'andsleiter Coselau eröffnet wurde. Dr. Boysen
verlas den Geschäftsbericht, der in bekannter Aus
führlichkeit auf die Entwicklung im Verband ein
geht.
Än einem Geleitwort iverden die Hauptvorteile
regelmäßiger Leistungsprüfung hervorgehoben: die
rkennung und Ausmerzung der unter dem Lei-
Itungsdurchschnitt stehenden unwirtschaftlichen Kühe,
verbesserte Fütterungsmaßnahmen, Erkennung der
àrerbungsanlagen und Nutzbarmachung der Lei-
vungsergebnisse für die Zucht.
Am 1. 11. 35 waren seinschl. Lübeck) 354 Kontroll-
^reine sgegcn 1934: -si 90) mit 7398 Mitgliedern
1995) und 138 488 (+ 26148) Kühen vorhanden,
ptt 32 Proz. Kontrollktthen steht die Provinz hin-
« Hannover an zweiter Stelle.
^ Die Angler haben 69 Proz. ihres Gesamtbestan-
ves, die Schwarzbunten 61 Proz., die Rotbunten
^ Proz. und die Shorthorns 5 Proz. unter Kon-
volle. An dem obigen Zuwachs von 26148 Kühen
find die Schwarzbunten mit 16 732 Kühen sauf einem
Ģesamtkontrollbcstand von 74 400), die Rotbunten
wit 6019 sauf 730 070), die Angler mit 1872 sauf
-ä200), die Shorthorns mit 414 Kühen sauf 3225)
beteiligt.
Mit 63,9 Proz. Kontrollkühen am Gesamtkuhbe-
Itanö steht Kreis Oldenburg an 1. Stelle, es folgen
Eutin-Lübeck mit 55,3 Proz., Plön: 64,0 Eckern-
wrde: 42,8, Flensburg: 42,5, Schleswig: 89,8 Proz.,
^egeberg: 34,7, Steinburg: 28,0, Rendsburg: 24,0,
^üder-Dithmarschen: 13,8, Pinneberg: 11,8, Norder-
Dithmarschen: 8,2 Eiöerstedt: 5,6, Südtondern: 5,2
und an letzter Stelle Husum mit 4,7 Proz.
Den höchsten Anteil am Kontrollbestand hat
Ņlon mit rd. 17 000, während Rendsburg mit 41600
Zützen den größten kreisweisen Gesamtbestand hat,
u» Vereinen Schleswig mit 46, an kontrollierten
betrieben Flensburg mit 948.
Hinsichtlich der Verteilung der Kontrollkühe auf
bie Kreise ist bemerkenswert, daß die Angler mehr
"is <V 10 ihres Bestandes in Flensburg (12199
Ķiihe) und Schleswig (11 633) haben, die Rotbunten
'"st % in Steinburg (8124), Rendsburg (4916), Se-
i+berg (4494), Süder-Dithmarschen (2530) und Plön
(-349), die Schwarzbunten nahezu in Plön
113 687), Oldenburg (12 628), Eutin-Lübeck (10 360),
Degeberg (7826), Eckernförde (7123), Stormarn
1^098) und Lauenburg (5875), die Shorthorns %. in
Schleswig (743), Flensburg (691), Südtondern (615)
und Flensburg (592).
Die Durchschnittsleistung
der 89 902 abgeschlossenen Jahreskühe beträgt 8751
Kg. Milch, 3,29 Proz. Fett, 123,22 Kg. Fett je Kuh
und Jahr. In der Milchmenge ist gegenüber dem
Vorjahre ein geringer Rückgang von 16 Kg. je Kuh
und Jahr zu verzeichnen. Berücksichtigt man aber,
daß annähernd 16 000 Kühe mehr abgeschlossen sind
und die neuerfaßten Betriebe erfahrungsgemäß den
Gesamtdurchschnitt immer etwas Herabdrücken, so
kann von einem Rückgang in der mengenmäßigen
Milcherzeugung nicht gesprochen werden. Dagegen
ist der Fettgehalt von 3,35 Proz. aus 3,29 Proz. zu
rückgegangen. Die Ursache dieses Rückganges liegt
in der Winterfütterung begründet und ist darauf
zurückzuführen, daß die wirtschaftseigenen Futter
mittel, besonders Heu und Rüben, in der Menge
und Qualität geringer waren. Ebenso machte sich
zeitweilig die schlechtere Qualität der zur Verfü
gung stehenden Kraftsuttermittel bemerkbar. Wäh
rend die gesamtverfütterte Kraftfuttermenge nur
um 12 Kg. je Kuh und Winterhalbjahr zurückgegan
gen ist, läßt sich dagegen aber feststellen, daß der
Anteil des verfütterten wirtschaftseigenen Kraft
futters gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist. Von
der im Winterhalbjahr je Kuh verfütterten Kraft
futtermenge von 407 Kg. waren 105 Kg. wirtschafts
eigenes Kraftfutter und 302 Kg. Oelkuchen. Die ver
fütterte Rübenmenge liegt 885 Kg. und die Heu
menge 151 Kg. niedriger als im Vorjahr. Infolge
dessen hat das Winterhalbjahr einen Rückgang in
den Leistungen gebracht, der aber im Sommerhalb
jahr zum größten Teil wieder aufgeholt wurde. Die
Leistungen der Herdbuchtiere liegen im Durchschnitt
des Verbandes um 372 Kg. Milch, 0,07 Proz. Fett
und 14,69 Kg. Fett höher als die Leistungen der
Nichtherdbuchtiere.
Die Rotbunten erzielten 8704 Kg. Milch (1934:
3693) mit 3,38 Proz. Fett (3,42) und 126,1 Fett-Kg.
(126,4), die Angler 3656 Kg. Milch (3578) mit 3,51
Proz. Fett (3,56) und 124,7 Kg. Fett (127,5). die
Schwarzbunten 8899 Kg. Milch (8921) mit 8,17 Proz.
Fett (3,23) und 123,5 Kg. Fett (126,8), die Short
horns 3052 Kg. Milch (3123) mit 3,39 Proz. Fett
(3,36) und 103,5 Kg. Fett (105 Kg.).
Zwischen 2—3000 Kg. Bestandsdurchschnittslei
stung liegen bei den Shorthorns 45,7 Proz. der
Kontrollbestände, bei den Anglern 8,4 Proz., bei den
Rotbunten 7,2 Proz., bei den Schivarzbunten 3,8
Proz., zwischen 4—5000 Kg. bei den Schwarzbunten
42,8 Proz., bei den Rotbunten 29,7 Proz., bei den
Anglern 14,8 Proz., bei den Shorthorns 2,6 Proz.
Die Angler stützen zu 77 Proz., die Rotbunten zu
61 Proz. auf den Mittelerträgen zwischen 3—4000
Kilogramm.
Die beste Fettleistungskuh ist die Laurette von
Rummel-Sprangsrade mit 359 Kg. Fett. Nach wei
teren 3 Schwarzbunten (349 Kg., 847 Kg., 346 Kg.)
folgt die Anglerin „Lore" von H. Peters-Arup mit
840 Kg., sodann die Rotbunte „Kunigunde" von
Hein-Rehberg mit 324 Kg. Unter den Shorthorns
führt die „Rosmarie" von Kaack-Hamdorf mit 245
Kg.: die „Blümchen" aus demselben Stall steht un
ter den Shorthorns mit 215 Kg. an vierter Stelle.
Unter den Bestbeständen von 6—25 abgeschlosse
nen Kühen finden wir den Angler Peters-Arup an
1. Stelle (205 Kg.), den Schwarzbunten Hausen-Oha
(208 Kg.) und Rummel-Sprangsrade (202 Kg.) an
2. und 3. Stelle: es folgt der Rotbunte Kleinmort-
Moorhusen (199 Kg.). Unter den 5 Bestbestünden
von 26—50 abgeschlossenen Kühen stehen 3 Schwarz
bunte und 2 Angler Herden, führend. Weilandt-
Presen mit 209 Kg.: bei den Bestbeständen über 50
Kühen erzielte Rosenfeld-Sturenhagen 164 Kg. Die
Angler Herde von Paulsen-Lehmberg steht hier an
3. Stelle mit 155 Fett-Kg.
Hinsichtlich der Einführung der Fett-Proz. ist be
merkenswert, daß die Schwarzbunten unter 2,8 Pro
zent Fettleistung 10,2 vH. ihres Kontrollbestandes
liegen haben, die Rotbunten 1,6 vH.: die Short
horns 1,3 vH., die Angler 0,7 vH. Ueber 4 Proz.
Fett lagen bei den Anglern 7,8 Proz., bei den
Shorthorns 2,1 Proz., bet den Rotbunten 2,0 Pro
zent, bei den Schivarzbunten 0,7 Proz.
Die Durchführung der Pflichtkontrolle.
Zum Schluß seines Geschäftsberichts befaßte sich
Dr. Boysen mit der durch die Pflichtkontrolle not
wendig werdenden Neuorganisation. Da wir aus
technischen Gründen an der Versammlung nicht teil
nehmen konnten, stützen mir uns hier auf die Aus
führungen der „Flensburger Nachrichten". Das
Blatt schreibt: Dr. Boysen führte aus, „daß der
Pflichtkontrolle alle Betriebe mit fünf und mehr
Kühen unterivorfen sein würden. Dadurch werden
annähernd 75 Proz. des gesamten Milchviehbestan-
oes in der Provinz ersaßt. Selbstverständlich können
die Betriebe, die weniger als fünf Kühe enthalten,
sich freiwillig der Kontrolle anschließen. Es ist in
diesem Zusammenhang nicht uninteressant, zu wis
sen, daß die Zahl dieser Freiwilligen in den beiden
Dithmarscher Kreisen nicht unwesentlich ist. Als
äußerer Rahmen für die neu zu errichtenden Kvn-
trollvereine wird im allgemeinen das Meiereiein
zugsgebiet zu Grunde gelegt. Selbstverständlich sind
Ausnahmen zulässig, z. B. für das Frischmilchgebiet
um Hamburg herum, für die Lieseranten der Milch
werke Kappeln und andere. Grundsätzlich wird auch
in Zukunft die Arbeit auf der bisherigen Gruud-
, läge fortgeführt, denn nur so lassen sich die reichen
Erfahrungen der vergangenen 30 Jahre hinreichend
ausnutzen. Irgendeine Lockerung in der Durchfüh
rung ist nicht vorgesehen. Praktisch sieht die Durch
führung der neuen Organisation so aus, daß sämt
liche Lieseranten einer Meierei, je nach der Zahl,
zu einem oder auch mehreren Kontrvllvereinen zu
sammengefaßt werden. Die Leitung dieser Vereine
übernimmt ehrenamtlich ein Bauer, dessen Aufgabe
es ist, zwischen den Bauern und den Kontrollver
einen die lebendige Verbindung zu schaffen, die not
wendige Voraussetzung für eine gedeihliche Arbeit
ist. Die Kosten sind einheitlich geregelt. Sie belau
fen sich aus 30 Pfg. je Kuh und Monat. Die dadurch
aufkommenden Gelder fließen restlos den Kontroll
vereinen zu, die mit diesen den oder die Kontroll
beamten zu besolden haben. Irgendwelche Abgaben
an den Verband sind von diesen Geldern nicht vor
gesehen. Die bisher gesammelten Erfahrungen be
rechtigen zu der Auffassung, daß auf diese Weise
den Kontrollvereinen hinreichende Mittel zur Ver
fügung gestellt werden. Die Untersuchung erfolgt
wie bisher. Eine Abgabe dafür wird nicht erhoben.
Dafür haben die Meiereien 0,06 Pfg. von jedem Kg.
der angelieferten Milch ohne Rücksicht darauf, ob
es sich dabei um die Milch von kontrollierten oder
nicht kontrollierten Kühen handelt, an die zu schaf
fende Zentrale abzuliefern, die mit diesen Geldern
ihre gesamten Ausgaben finanziert. In den Fällen,
wo ein Bauer einer Meierei nicht angeschlossen ist,
sondern die Milch selbst bearbeitet, har er einen
höheren Beitrag zu bezahlen und zwar 45 Pfg. je
Kuh und Monat. Die Ausbildung der notwendigen
Kontrollbeamten dürste nach Dr. Boyens Auffas
sung kaum Schwierigkeiten bereiten. Ihre Ausbil
dung wird in Zukunft an den Bäuerlichen Werk
schulen erfolgen. Zusammenfassend und abschließend
stellte Dr. Boysen fest, daß man nicht daran denke,
die Neuorganisation schematisch durchzuführen, son
dern sie werde überall geschaffen in Anpassung an
die gegebenen Verhältnisse.
Die Rechnungsablage des Verbandes sand die
Billigung der Anwesenden. In der Erfolgsrechnung
ergab sich ein Unterschuß von 11000 JtJt, der dar
auf zurückzuführen ist, daß in das abgelaufene Ge
schäftsjahr schon ein Teil der Vorbereitung für die
Pflichtkontrolle fiel. Der Voranschlag, der mit
196 000 finanziert wird, wurde von Dr. Boysen
im Hinblick auf die noch nicht restlos zu übersehen
den finanziellen Auswirkungen der Pslichtkontrolle
als recht problematisch bezeichnet und dementspre
chend auch nicht weiter erörtert.
Sodann gab der anwesende Hauptabteilungsleiter
Petersen bekannt, daß der bisherige Vcrbandsvor-
sitzende Schmidt, Bahrenhof, aus gesundheitlichen
Gründen sein Amt niedergelegt habe. Als seinen
Nachfolger schlug er den Landessachwart f. Rind-
viehzucht, Dr. Lassen, Baustruphof, vor. Zum stell
vertretenden Verbandsvorsitzenden wurde für
Matzen, Koselau, im Interesse einer reibungslosen
Zusammenarbeit zwischen dem Kontrollverband und
dem Milchwirtschaftsverband Bauer Osmers ge
wühlt.
Tom Zaggler /
Krheberrechtsschutz durch Verlagsanstalt Manz,
München.
8 ) Nachdruck verboten.
Mittlerweile sind sie bei der Luisenhütte an
klangt.
Es ist ein rohgezirnmertes Blockhaus mit
kleinen Fenstern. Die Tür führte in einen
kleinen Raum, der als Küche dient. In der hin
deren Ecke ist eine schmale Treppe zum Heu
boden, unter der Treppe eine zweite Tür, die
^ das „Herrenstübchen" führt,' ein bescheidener
-uaum, mit Brettern verschalt. Eine durch
gehende Bank, ein Tisch mit geschnitzten Bau
ernstühlen, ein Gewehrschrank und ein kleiner
Kachelofen ist die Einrichtung. In der Ecke,
ì'ber dem Tisch ist ein Kruzifix und eine kleine
Şpel. Man sieht den Herrgottswinkel kaum,
überreich geschmückt ist er mit Latschen-
büscheln und Almrosen. Rechts in der Ecke
Ģ ein freier Platz. Da ist das Matratzenlager
^Uner gestanden, das gegenwärtig unten im
+orf ist beim Aufrichten.
Graf Bruggstein zerrt einen Schlüssel aus
üer Hosentasche und gibt ihn dem Jäger.
„Koch schnell einen Schmarrn, Weindl. Ich
hab ordentlich Hunger kriegt."
Während der Jäger einen Arm voll Holz
von der Scheiterbeige nimmt und in die Hütte
verschwindet, setzt sich Bruggstein auf die Bank
îûi Freien und streckt behaglich die Beine.
„ Wind kommt aus der Tiefe des Tales, die
-«ft ist voll vom Geruch des frischen Heues.
Tie Gegend um die Luisenhütte ist das reinste
Paradies. Unten in der Mulde ist ein kleiner
^ee, Kiefernsee genannt, denn am jenseitigen
Eser stehen, einsam und windzerzaust, drei ur
alte Kiefern. Still und durchsichtig wie Glas
das Wasser. Man sieht jeden Gegenstand
deutlich im Wasserspiegel, die drei Kiefern, ein
paar verstreute Felsblöcke am Ufer und die
+af^l- die zur Brandlalm weist.
Weiß und schwarz gefleckte Kühe mit leise
wtmelnden Glocken wandern den Hang auf
Pud ab. Der Leitstier kommt gelassenen Schrit-
^ zum See herunter. Ganz deutlich hört man
herüber, wie er in tiefen Zügen das Wasser
ühlürft. Ein Bild ungebärdiger Kraft, steht
os Tier drüben, mit den Vorderfüßen halb
ersinkend im weichen Ufergrund. Dann wen-
«5* es langsam den Kopf den Berg hinauf.
droben ruft die Sennerin, die hohlen
Danüe vor den Mund haltend:
"Ķnusä geh — geh, Kuusä — geh!"
, Es ist Zeit zum Melken und die Kühe trot-
en langsam zur Hütte hinauf.
»Herr Graf, der Schmarrn ist fertig."
Bruggstein in die Hütte tritt, steht die