Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Jugoslawiens Kampf gegen den Kommunismus 
Dieser ^age sprach in Berlin auf einem von 
der Anti-Komintern veranstalteten Abend Se 
nator Milan L. Popovic über „Die politische 
Gärung in Jugoslawien und das Werden ei 
ner einheitlichen Nation." Die Rede des jugo 
slawischen Senators war vor allem dadurch 
außerordentlich aufschlußreich, daß sie die ver 
hängnisvolle Rolle, die der Kommunismus in 
seinem grundsätzlichen erbitterten Widerstand 
gegen die Schaffung und Festigung einer je 
den völkischen Einheit spielt, klar kennzeichnete. 
Der junge jugoslawische Staat hatte in den 
ersten Jahren seines Bestehens mit sehr bedeu 
tenden Widerstünden zu kämpfen, die auch jetzt 
noch keineswegs überwunden sind. Die in 
langer Tradition erstarkten regionalen Son 
derkräfte, die verschiedenen konfessionellen Be 
lange, die sozialen Gegensätze konnten natur- 
gemäß nicht von heute auf morgen in die neue 
einheitliche Form umgegossen werden. Sepa- 
ratistische Bestrebungen machten sich bemerk 
bar. soziale Spannungen, die in Jugoslawien 
nicht weniger vorhanden waren als in ande 
ren Ländern, beeinträchtigten die gesunde Fort 
entwicklung des jungen Staatslebens. Alle 
diese Schwierigkeiten waren keineswegs unge 
wöhnlich- sie lagen durchaus im Rahmen des 
in einer solchen Situation zu Erwartenden. 
Ihre Ueberwindung mußte bei dem in der 
breiten Masse des Volkes vorhandenen Wil 
len zum Zusammenschluß als einheitliche Na 
tion schließlich gelingen. 
An diesem Punkte setzte bezeichnenderweise 
der Kommunismus ein. Sein Vorgehen in 
Jugoslawien ist charakteristisch für die Taktik 
Moskaus überhaupt. Sein Hauptziel ist gegen 
wärtig, die Festigung und Stärkung großer 
nationaler Einheiten um jeden Preis zu ver 
hindern, denn in starken Nationen, in gesun 
den einigen Volksgemeinschaften, sieht Moskau 
mit Recht die gefährlichsten Gegner des Welt 
bolschewismus. Zur Verhinderung der Stär 
kung und Sammlung nationaler Kräfte ist 
ihm daher jedes Mittel recht. Im Prinzip 
völlig grundsatzlos, nur von dem einen Ge 
danken beherrscht, den Fortschritt der gesunden 
Elemente zu stören, wendet sich der Kommu 
nismus in Jugoslawien an alle aus irgend 
einem Grunde unzufriedenen Kreise. Während 
er in der Sowjetunion zum Beispiel die Be 
mühungen der Nationalitäten, z. B. der von 
den Großrussen völkisch und rassisch völlig 
verschiedenen Georgier, Aserbeidschaner, Tur- 
kestaner usw., um nationale Selbständigkeit 
rücksichtslos in Blut erstickt hat, fördert er in 
Jugoslawien, wo die enge völkische und rassi 
sche Verwandtschaft der einzelnen regionalen 
Gruppen Tatsache ist, nachdrücklichst alle sepa 
ratistische Bewegungen. Während er in der 
Sowjetunion auch den letzten Rest demokrati 
scher Freiheit ausgerottet hat, unterstützt er 
in Jugoslawien alle diejenigen Elemente, die 
sich zur „Verteidigung" des demokratischen 
Parlamentarismus auswerfen. In keinem 
Falle geht es ihm um positive Ziele, sondern 
immer nur um die Sabotierung des nationa 
len Aufbauwerkes. 
Der Kommunismus ist für Jugoslawien 
eine völlig volksfremde Erscheinung. Er orga 
nisiert seine Umtriebe vom Auslande her. 
Das Zentralkomitee der Kommunistischen Par 
tei Jugoslawiens befindet sich teils in Prag, 
teils in Marseille. Der jugoslawische Innen 
minister Koroschetz hat diesen volksfremden 
und darum rein negativen und zersetzenden 
Charakter des Kommunismus vor kurzem im 
jugoslawischen Parlament scharf gekennzeich 
net. Er wies nachdrücklich darauf hin, daß die 
Direktriven und Instruktionen der kommu 
nistischen Aktion aus dem Ausland kommen, 
daß der Kommunismus darum als der „ge 
fährlichste Feind des jugoslawischen Vater 
landes angesehen werden müßte und daß die 
Regierung entschlossen sei, nachdem sie wäh 
rend des Jahres 1933 eine ständig zunehmende 
kommunistische Aktivität habe feststellen müs 
sen, nunmehr mit allen Mitteln gegen den 
roten Feind vorzugehen." 
Dieser Ankündigung ist die Tat gefolgt. 
Jugoslawien marschiert heute in der vorder 
sten Reihe derjenigen Nationen, die den Kom 
munismus kompromißlos bekämpfen. Die Re 
gierung setzt innenpolitisch entschlossen alle 
staatlichen Machtmittel gegen die illegale kom 
munistische Bewegung ein. Dieses Vorgehen 
wird erleichtert durch ein folgerichtiges außen 
politisches Verhalte» dem staatlich organisier 
ten Machtapparat des Weltbolschewismus, der 
Sowjetunion, gegenüber: Jugoslawien denkt 
nicht daran, diplomatische Beziehungen zu 
Sowjetrußland aufzunehmen: es ist sich voll 
kommen im klaren darüber, daß damit der 
Vor dem Zelt. 
Die neue deutsche Jugend. 
(Scherl-Bilderdienst, K.) 
Feind hinter die Front gebracht und der Bol- 
schcwisierung des Landes Vorschub geleistet 
würde. 
Weiterhin aber hat man erkannt, daß ein 
Enderfolg nur erzielt werden kann, wenn das 
Uebel an der Wurzel gepackt, wenn der kom 
munistischen Propaganda durch eine unermüd 
liche, gründliche antikommunistische Aufklä 
rungsarbeit, die alle Schichten der Bevölke 
rung, alle Berufe, alle Altersklassen erfaßt, 
begegnet wird. So ist in diesem Jahre ein 
Jugoslawisches Antimarxistisches Komitee 
unter der Leitung des Senators Popovic ins 
Leben gerufen worden. Das Komitee organi 
siert die Aufklärungsarbeit über den Bolsche 
wismus. Es will, nach der Forderung des ju 
goslawischen Innenministers, „Ideen gegen 
Ideen" mobilisieren und dafür Sorge tragen, 
daß der Bolschewismus in den Augen aller 
Irregeführten endgültig entlarvt wird, daß 
die volle Wahrheit über seine verbrecherischen 
Ziele, über sein skrupelloses, weltimperialisti 
sches Machtstreben, das von keiner Rücksicht 
auf das Wohlergehen der Völker bestimmt 
wird, über die brutale Volksausbeutung und 
den grausamen Terror, den die Bolschewisten 
im Besitz der Macht in der Sowjetunion aus 
üben, jedem Angehörigen des jugoslawischen 
Volkes eingehämmert wird, so daß der bewuß 
ten Lüge und Irreführung, dem wichtigsten 
Propagandamittel des Kommunismus, end 
gültig der Boden entzogen wird. 
Das Jugoslawische Antimarxistische Komi 
tee ist sich, wie Senator Popovic zum Aus 
druck brachte, im klaren darüber, daß ein ent 
scheidender Erfolg nur erzielt werden kann, 
wenn der Kampf gegen den Bolschewismus, 
über die lokalen Teilaktionen der Patrioten 
der einzelnen Länder hinaus, auf eine Welt 
basis gestellt wird. Dem Weltbolschewismus 
kann nur durch eine antibolschewistische 
Weltsront Einhalt geboten werden. 
Diese Erkenntnis wird in Deutschland auf 
das lebhafteste begrüßt werden. Die Anti- 
Komintern, der Gesamtverband deutscher anti 
kommunistischer Vereinigungen, vertritt be 
reits seit längerer Zeit den Gedanken eines 
internationalen Zusammenschlusses aller kul 
turerhaltenden, aufbauwilligen Kräfte der 
Nationen, die entschlossen sind, den bolsche 
wistischen Weltfeind zu bekämpfen. Die Orga 
nisationen mit gleichem Ziel in anderen Län 
dern, so vor allem in Süd- und Nordamerika, 
in Schweden, Norwegen, Finnland, Holland, 
Belgien, der Schweiz, Italien usw., stehen die 
sem Gedanken heute nicht mehr fern. Die 
Weltsront gegen den Bolschewismus ist im 
Entstehen begriffe«. In ihr wird neben 
Deutschland, das in diesem Kampf von Ansang 
an führend gewesen ist, Jugoslawien, wie 
nunmehr zu hoffen steht, einen bedeutsamen 
Platz einnehmen. 
Mit zwei Zentner« durch den Weltkrieg 
Erinnerungen eines Optimisten. 
Von Karl Borromäus Gröber. 
Copyright 1985 by Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart. 
(23. Fortsetzung.) 
Karpaten und B u k o w i n a. 
Die Batterie saß unterdessen schon wieder 
tief in den Karpaten. Wir waren einer neuen 
Abteilung zugewiesen worden, und unser neu 
er Kommandeur galt als ein gar strenger 
Herr. Er hatte von meiner Batterie einen 
älteren, erfahrenen Mann als Ordonnanzoffi 
zier angefordert, der besonders auch viel von 
Pferden verstehen sollte. Da ich nun ausge 
rechnet der jüngste Leutnant war und von 
Pferden gar nichts verstand, wurde ich ihm 
selbstverständlich sofort zugewiesen. Mit vielen 
guten Ratschlägen versorgt, zog ich ins Stabs 
quartier. Der Herr Major wies mir ein be 
scheidenes) aber hübsches Zimmerchen im Be- 
obachtungsstanö neben seinem Schlafgemach 
an und belehrte mich eindringlich über meine 
Pflichten und Aufgaben. Beim ersten Nacht 
essen, an dem auch der fidele Adjutant teil 
nahm, merkte ich sofort, wie der Hase lief, und 
ich nahm mir vor, mir die Schneid nicht ab 
kaufen zu lassen. Als sich nun um neun Uhr 
der Herr Kommandeur zur frühen Ruhe be 
gab, folgte ich ihm nicht, sondern feierte mit 
dem neuen Kameraden einen fröhlichen Ein 
stand, der sich bis um sechs Uhr morgens hin 
zog. Den Aufstieg zu meinem Quartier an 
dem strahlend schönen Morgen begleitete ich 
mit fröhlichem Gesang, den ich auch in meinem 
Zimmer noch fortsetzte. Bald schlief ich wie ein 
Sack. Aber schon um sieben Uhr klopfte es an 
meine Bettwand, und nach kurzer Waschung 
erschien ich vor meinem Vorgesetzten, der mir 
ein nicht gerade angenehmes Programm für 
die nächsten drei Tage vortrug. Ich sollte der 
Reihe nach alle Beobachtungsstellen besichtigen, 
mich über den bösen Feind orientieren und 
dem Herrn Major Meldung machen. Es wur 
de ein schwerer Tag, und manchmal hätte ich 
mich mit meinem „Sofa" am liebsten ins Gras 
geworfen, denn ich war mehr als müde. 
Abends beim Nachtessen machte ich dem Herrn 
Major Meldung über die Stellung. „Gut", 
sagte er, „gehen Sie am nächsten Tage auf den 
Namenlosen Berg". Er schaute baß erstaunt, 
als er erfuhr, daß ich da schon gewesen sei, und 
als er dann noch hörte, daß ich auch schon auf 
dem Staiki gewesen war, wohin er mich zuletzt 
noch schicken wollte, ließ er mich fernerhin in 
Ruhe, und ich konnte nachts sitzenbleiben, so 
lange ich wollte, ohne daß er mich morgens 
herausquülte. 
Zum Ordonnanzoffizier habe ich mich nie 
so recht geeignet. Man braucht dazu eine höhere 
militärische Begabung, die ich nicht besaß. Da 
mals kam bei den Russen das verfluchte Gas 
schießen auf, und ich sollte nun in dieser Bran 
che, das heißt in der Gasabwehr, besonders 
ausgebildet werden. Ich wurde daher zu einem 
Gaskurs nach Berlin geschickt. Daß Berlin im 
August 1917 eine angenehme Stadt gewesen 
sei, läßt sich nicht behaupten. Die Kaninchen 
wurst und die Dotschen hatten alle übrigen gu 
ten Sachen von der Speisekarte verdrängt. Wie 
froh war ich, im Heeresbericht zu lesen, daß 
unsere Front Richtung Bukowina im Vor 
rücken war. Ich ließ nun meinen Gaskurs 
Gaskurs sein und suchte in aller Eile meine 
Truppe zu erreichen, um auch noch etwas von 
dem immer nahrhaften Vormarsch mit abzu 
bekommen. In Leoröina, einem Karpaten 
dörfchen diesseits der Berge, verließ ich den 
Zug. Mein erster Gang war in das mir von 
früher her bekannte österreichische Offiziers 
kasino, um mir dort für die Nacht Quartier 
und Atzung zu besorgen. Ich hatte aber die 
Rechnung ohne den Wirt gemacht. Das schöne 
Kasino war unterdessen Synagoge geworden, 
und wo mein Truppenteil war, wußte mir 
keiner der übrigens sehr freundlichen Hebräer 
zu sagen. Es blieb mir gar nichts anderes 
übrig, als mich zu Fuß auf den Weg zu ma 
chen und die Meinen zu suchen. Als fröhlicher 
Wandersmann, mit dem Rucksack auf dem 
Rücken und dem Stab in der Hand, zog ich 
los, nur die schwere Mauserpistole im Gürtel 
verriet meine militärische Beschäftigung. Acht 
Tage bin ich so quer durch die Berge gewan 
delt. Ich wohnte bei freundlichen Pfarrern 
und Förstern und besichtigte manche unserer 
alten — wie mir schien, schon seit Jahren ver 
lassenen — Stellungen, ohne einen Deutschen 
zu treffen. Der Marsch war gar nicht gemütlich, 
und ich war heilfroh, als ich endlich auf die 
Hauptstraße kam, die nach Czernowitz führt. 
Hier wurde ich nach kurzer Zeit von einem 
Fuhrwerk eingeholt, das Post für meine alte 
Batterie abgeholt hatte. Am Abend saß ich 
dann schon im Kreise der Kameraden in einem 
blitzblanken deutschen Bauernhause, und alle 
Not hatte ein Ende. 
Die Front war an der russischen Grenze zum 
Stehen gekommen und verhältnismäßig recht 
ruhig. In der Bukowina gab es noch genug 
zu essen und zu trinken, und so begann ein 
recht gemütliches Leben. Man ging zum Baden 
in den oberen Sereth, und hier erlebte ich et 
was, was ich nie mehr vergessen werde. Am 
sandigen Ufer des Flusses befanden sich son 
derbare Hügel, von denen ein besonders ho 
her mich verlockte, ihn als Schemel zu benüt- 
ten und hier meine Strümpfe anzuziehen. Die 
Badehose war, nebenbei gesagt, in diesem Krieg 
kein gangbares Kleidungsstück. Ich setzte mich 
also auf mein Thrönchen, welches aber sofort 
unter der Last meines Körpers zusammen 
brach. Und nun geschah etwas Entsetzliches! 
Zwischen meinen Beinen, hinter meinem Rük- 
ken wimmelte eine Unzahl gar nicht sehr klei 
ner Schlangen hervor, die schleunigst das 
Weite suchten, soweit sie nicht durch das Ge 
wicht meines Körpers daran gehindert waren. 
Ein fürchterlicher Schrei rief die Kameraden 
herbei, die sich, als sie mich sahen, den Bauch 
hielten vor Lachen. Die paar Sekunden, die 
ich in der Schlangenbrut saß, schienen mir 
Stunden. Es war mir aber nichts passiert, 
und auch die genaueste Untersuchung unseres 
Doktors, der dabei war, konnte an keiner 
Stelle einen Biß feststellen. Zuerst wußten 
wir gar nicht, was es für Viecher gewesen 
waren, bis uns dann ein deutscher Bauer da 
hin belehrte, daß es gar keine Schlangen, son 
dern Neunaugen gewesen seien. Solange wir 
am Sereth waren, war es nun ein beliebter 
Scherz, die Dummen, die von der Sache noch 
nichts wußten, auf solche Hügel zu locken. Der 
Unfug hörte erst auf, als ein besonders zartbe 
saiteten Kameraden beinahe der Schlag getrof 
fen hätte. 
Meine Herrlichkeit als Ordonnanzoffizier 
sollte nicht mehr allzulange dauern. Ich hatte 
meinen hohen Herrn Vorgesetzten doch zu viel 
geärgert. Der gute Herr Major war gewohnt, 
abends zu den österreichischen Kameraden zu 
einem Dämmerschoppen zu gehen. Da bei un 
serem gemeinsamen Nachtessen das Gespräch 
immer sehr angenehm und heiter war und 
durch die Verschiedenartigkeit der Zivilstellung 
der einzelnen Herren die interessantesten Ge 
biete menschlichen Wissens angeschnitten wur 
den, so hatte unser Führer fast immer Gelegen 
heit, drüben bei den Oesterreichern ganz Neues 
und Eigenartiges zu erzählen. Bei einem Spa 
ziergang durch unser bukowinisches Dors war 
mir ein Schaf aufgefallen, daß einen besonders 
stark entwickelten Schweif hatte. Ich erzähle 
diese merkwürdige Beobachtung abends mei 
nen Kameraden- dabei fiel mir ein, daß ich in 
meiner Jugend irgendwo — wahrscheinlich bei 
Karl May — gelesen hatte, daß im Kaukasus 
eine besondere Rasse von Schafen gezüchtet 
werde, deren Schwanz so groß und so dick sei, 
daß man dem Tier ein leichtes zweirädriges 
Wägelchen an den Leib binde. Auf diesem 
führe es seinen Fettschweif mit sich, ohne das 
er Schaden leide. Genau habe ich allerdings 
nicht mehr gewußt, ob die Sache stimme, aber 
weil sie mir gefiel, habe ich sie trotzdem als 
ganz sicher hingestellt. Geglaubt hat es mir in 
dessen niemand. Das stehe ja in jedem Kon 
versationslexikon unter „Schaf", wandte ich 
zuletzt ein. Da der Herr Lehrer einen großen 
Brockhaus besaß, ging ich weg, um mir den 
Band zu holen. Ich war enttäuscht, als wohl 
von einem Fettschwanzschaf, aber nicht von 
einem Schwanzwagen die Rede war. Aber dem 
konnte abgeholfen werden. Der freundlichen 
Frau Lehrer diktierte ich den Artikel über 
das Schaf in die Schreibmaschine — welche die 
Russen übersehen hatten — und fügte an pas 
sender Stelle die Geschichte mit dem Wagen 
ein. Sehr befriedigt kehrte ich nach einer hal 
ben Stunde wieder zurück und hatte nun den 
Beweis für meine Behauptungen schwarz auf 
weiß in Händen. Und nun glaubten es mir 
alle. Es war mir schon nicht mehr ganz wohl 
zumute, als der Herr Major zu den Oester 
reichern ging, denn ich wußte, daß er dort so 
fort geschickt das Gespräch auf die Fettschwanz 
schafe bringen würde. Und so war es auch. Die 
Herren Bundesbrüder aber glaubten es noch 
weniger, und als unser hoher Herr behauptete, 
es stehe sogar im Konversationslexikon des 
Herrn Lehrers, ließen sie den Band rasch ho 
len. Triumphierend las der Herr Major den 
Bericht vor und war selbst recht erstaunt, als 
dort von dem zweirädrigen Anhänger nichts 
zu lesen war. Sehr übel hat er mir den Scherz 
allerdings nicht genommen, aber nach zwei 
Tagen wurde ich wieder zu meinem Truppen 
teil zurückversetzt. Später habe ich dann doch 
gelesen, daß ich recht hatte, und heute besitze 
ich einen schönen alten deutschen Bilderbogen, 
auf dem das „kaukasische Schaf" mit Schwanz 
wagen abgebildet ist. 
(Fortsetzung folgt.)
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.