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129. Jahrgang.
129. Iahrgangi
Renösburger DrgeblntL
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Hochspannung in Jerusalem.
Panzerwagen in den Şļratzen.
DRV. Jerusalem, 14. Mai. Die Flucht
-er jüdischen Bevölkerung aus der Altstadt
von Jerusalem hält an. Unter dem Schutz der
Polizei verlassen die Inden die mohammeda
nischen Stadtviertel, um sich in Sicherheit zu
bringen.
Am Donnerstagfrüh wurde in der Altstadt
die Leiche eines ermordeten Arabers aufge
funden. Dieses Ereignis hatte eine weitere
Verschärfung der Lage zur Folge. Die Erre
gung unter der mohammedanischen Bevölke
rung steigerte sich anläßlich der Ueberführung
des Ermordeten von Jerusalem in seine Hei
mat nach Hebron zur Siedehitze. Bei einer
Schlägerei wurde ein Jude schwer verletzt.
Zahlreiche jüdische Läden haben auch in den
neue» Stadtvierteln Jerusalems geschlossen.
Die Stadt wird durch ein starkes Truppen
aufgebot gesichert. Panzerwagen patrouillieren
durch die Straßen. Der von den Behörden über
Jaffa und die Altstadt von Jerusalem ver
hängte Ausnahmezustand dauert an. Obwohl
sich in den übrigen Teilen des Landes nur
kleinere Zwischenfälle ereigneten, wird viel
fach die Verhängung des Belagerungszustan
des über ganz Palästina erwartet.
*
Die Verhandlungen zwischen dem Oberkom
missar von Palästina und den arabischen Par
teiführern sind abgebrochen worden, da keine
Einigung herbeigeführt werden konnte. Die
Araber riefen daraufhin den Steuerstreik und
den Nngehorsamsfeldzug ans. Man rechnet
mit Unruhen.
Bon einem römischen Mitarbeiter
nach Afrika tendieren. Gegen Europa braucht
es Rückendeckung. Aus diese Rückendeckung
wird es jetzt unter möglichster Schonung der
europäischen Territorialstaaten hinarbeiten.
Es wird nur noch, soweit es Europa im enge
ren Sinne betrifft, über Albanien auf dem
Balkan aktiv werden, um auch vom Norden her
in das östliche Mittelmeer vorstoßen zu kün
den. Aber sonst glaubt es, jetzt die Vermittler
rolle zwischen den Großmächten Europas, die
man hier England nicht mehr zugesteht, spie
len zu können.
Man geht hier mit großen Friedensplänen
um. Der Rahmen dieser Pläne ist sehr weit
gesteckt. Aber er schließt England nicht ein.
Die Territorialmächte sollen sich verständigen.
Italien, als desinteressiert an akuten Macht
fragen im europäischen Raum, hält sich für ge
eignet, den loyalen Mittler zu spielen. Es hat
sich außerhalb Europas verankert und fürchtet
auch im Falle des Mißlingens sämtlicher Be
friedungspläne für seinen Bestand nicht mehr
so viel. Auf den Fall einer europäischen Kata
strophe hin gesehen natürlich. Aber es hat das
größte Interesse an einer Regelung und Be
reinigung des Verhältnisses der europäischen
Völker untereinander, wobei es Rußland in
seine Ausglcichsbestrebunge» einbezieht. Es
möchte der Welt eine „pax romana" bescheren.
Herrschaft und Hegemonie im gewöhnlichen
Noch sind die Siegesfeiern in Italien nicht
verrauscht. Die Welt hat sich mit der vollende
ten Tatsache nicht nur der Annektion Abessi
niens, sondern auch der Ausrufung eines neu
en Imperiums mit allen Ansprüchen, die dar
aus erwachsen, abzufinden. Denn „Italien hat
genügende politische internationale Hilfskräfte,
ökonomische und finanzielle nationale Möglich
keiten, um allen Eventualitäten die Stirn zu
bieten und sich nicht zurückführen zu lassen in
die blinde Gasse der unentwirrbaren Situati
onen". Das stellt nicht zum ersten Male, aber
mit dem besonderen Untertone der imperialen
Uebcrlegenheit der offiziöse Leitartikel des
»Giornale d'Jtalia" fest. Er meldet die entschei
dende Rolle an, die Italien nunmehr bei der
europäischen Generalbereinigung zu spielen
gedenkt.
In seiner Logik ist der Imperialismus uni
versal wie die Offenbarung selbst. Schon vor
der Verkündung des Imperiums wurden ge
schichtliche Vergleiche gezogen, die mit Scipio
Afrikanus begannen, der ebenfalls durch die
Eroberung Afrikas den Grundstock zu dem
römischen Imperium gelegt habe.
Es handelt sich also nicht nur um die
Erweiterung des italienischen kolonialen
Besitzes, sondern die Pläne sind höher ge
steckt, und man sieht die erste Verwirkli
chung dieser höher gesteckten Pläne in der
Eroberung Ethiopiens.
Darin wird auch klar, warum Mussolini nach
Abessinien ging, und warum er alle Kräfte der
Nation für dieses sein Ziel, das sich eben nicht
auf die Eroberung mehr oder weniger öder
Landstriche beschränkte, aufgeboten hat. Nicht
ohne Grund hat der Faschismus so weit aus
geholt und so viel aufs Spiel gesetzt. Er hat
das Spiel heute gewonnen. Und was wird
Morgen sein?
Italien wird dies zuerst einmal mit Eng
land auszumachen haben, das sich mit den „voll
endeten Tatsachen" abfinden oder neue schaffen
Muß. Viel Zeit wird dazu nicht bleiben. Denn
»von den Alpen bis zürn indischen Ozean
sichern die faschistischen Waffen die Macht
Italiens" ist an allen Mauern Roms ange
schlagen. Italien glaubt jetzt, ein entscheiden
des Machtübergewicht am Roten Meer gewon
nen zu haben. Es wird in Zukunft dort nicht
nur mitsprechen, sondern mitbestimmen wollen.
Sein Imperium macht sich bereit gegen das
englische Imperium dort, wo es am verwund
barsten ist, anzutreten. Die symbolische Geste
der Ausrufung des „Jmperio fascista" macht
das überdeutlich. Sie weist der in einem sieben-
Monatlichen Kolonialkrieg erprobten Militär
macht in Ethiopien, die bald noch durch Trup
pen, die in Ethiopien selbst ausgchoben wer
den, eine nicht zu unterschätzende Vermehrung
erfahren werden, ein neues Ziel, gibt ihr einen
Neuen Sinn.
Jetzt allerdings braucht man Zeit, um Ethi
schen zu „mobilisieren". Den Waffen folgt der
Pflug hinterher. Amerikanische Kapitalien sol
len zur Erschließung des Landes schon bereit
stehen, und die Halbinsel wird bald ein großes
Spekulationsfieber befallen, das sich schon an
kündigt. Goldene Berge und riesige Geschäfte
verspricht man sich. Aber eins steht heute schon
lest, daß man nämlich hier in politischen Krei
sen der Meinung ist, mau habe durch den
Diachtzuwachs in Ethiopien England noch mehr
<As bisher im östlichen Mittelmeer festgelegt,
üm es zu gegebener Zeit dort in der Zange zu
halten. Es ist, so meint man, wieder eine wich
se Etappe in der Frage der Herrschaft über
fas Mittelmeer erreicht. Das Mittelmeer aber
tst die Hauptzugangsstraße zu den Kraftquel
len des englischen Imperiums. Man träumt
von dem großen, geschlossenen Mittelmeerreich
von den Alpen bis zum indischen Ozean, das
leinen großen römischen Vorgänger hat.
Italien drängt damit zweifellos aus Euro
pa heraus. Sein Schwergewicht muß sich natur-
vvtwendig immer mehr nach dem Süden ver
lagern, seine Interessen werden immer mehr,
Sinne erstrebt Italien nicht, aber das Jmpe
rio fascista möchte der Welt ein neues Gesetz
geben, nicht erobernd, sondern schlichtend auf
Grund der Ueberlegenheit einer in sich gefestig
ten, außerhalb Europas fundierten Position.
Mussolinis Ziele sind weit gesteckt. Was sagt
der Corriere della Sera von ihm? „Die Welt
befindet sich einem Manne gegenüber, der dem
italienischen Volk die antike römische Kraft
svirtuj zurückgegeben hat, der aber diese Kraft
in eine moderne Form (concezione) des Le
bens, die fascistische Form, übersetzt hat".
Wieder sļeîgļ ein Pariser Versuchsballon
wenn man jetzt an der Seine mit sorgenvoll
gefalteten Stirnen ausstreut, der italienische
Botschafter habe in Berlin bei der offiziellen
Mitteilung der Annexion Abessiniens wissen
lassen, Italien werde bei einer günstigen Hal
tung Deutschlands in Zukunft dessen Inter
essen besonders berücksichtigen. Nichts bezeich
nender, als daß sich die Herren in Paris nicht
nur den Kopf Mussolinis zerbrechen, sondern
daß sie auch auf eine derart plumpe und un
geschickte Weise aufklären wollen. Zu gleicher
Zeit steckt man in Paris zweifellos die Köpfe
zusammen über der Frage, mit welchem zug
kräftigen Köder man Italien wieder in die
allein seligmachende Front von Stresa zurück
locken kann.
Pflichterfüllung und Leistungssteigerung
Obergebietsführer Axmanr» in der Aula der Universität Kiel - Ein Vortrag über praktische Zugendarbeit
im Dienste des Sozialismus
Die Jugend unseres Staates und ins
besondere die Jugend unserer Bewegung steht
ähnlich schiveren Aufgaben gegenüber, wie die
jungen Kriegsfreiwilligen, die 1914 an der
Front ihre Heimat verteidigten. Unsere Ju
gend heute muß zu einem sehr großen Teil die
Verantwortung vor der Geschichte überneh
men, das zu halten und das auszubauen,
was unser Führer dem Volke in schweren
Kampfjahren erkämpft und errungen hat. Ge
wiß hat sie, wie jede andere Jugend zuvor,
zumal in den jüngeren Jahren, das Recht
zum Spiel, zum fröhlichen Kampf unterein
ander. Sie hat aber schon in den jungen Jah
ren die P f l i ch t auf sich genommen im Jung
volk und in der HI., sich zu schulen nicht nur
im Wissen, sondern auch in den Dingen der
Weltanschauung, sie hat weiter die Pflicht der
eigenen Führung und der selbstgewählten
Verantwortung. Und diese Führung und Ver
antwortung wächst mit den Jahren und mit
oer Stellung.
Das Leben nach den Grundsätzen der natio
nalsozialistischen Weltanschauung fordert Op
fer von jedem einzelnen. Und es wäre der Ju
gend vielleicht schwerer, diesen Weg zu gehen,
wenn nicht der Führer als leuchtendes
Beispiel noch unter uns lebte. Sein Bei
spiel gibt Kraft, sein Glaube gibt neue
Zuversicht.
So geht die Jugend heute den Weg har
ter Pflichterfüllung, und dieser Weg
sei, daß es frühzeitig auch schon die Jugend
war, die sich mit als die erste um die damals
einsame Fahne des Führers scharte. Zum er
stenmal wurde durch die nationalsozialistische
Bewegung nach zweitausendjähriger Vergan
genheit die große Volkswerdung vorbereitet,
die sich in der Bewegung bereits vollzogen hat.
Aufgabe der Jugend wird es sein, die von
Adolf Hitler geschaffene Volksgemeinschaft in
der Jugend und im Volke zu verankern. Dazu
gehört die weltanschauliche Schulung, die jeden
Mittwoch abend unsere HI. in ihren Heimen
vor den Lautsprechern vereint. Diese weltan
schauliche Schulung ist umso notwendiger, weil
die politische Einheit eines Reiches nur sicher
gestellt ist, wenn sie weltanschaulich gesichert ist.
Die körperliche Ertüchtigung, die Kulturarbeit,
die Mitarbeit der Jugend am Rundfunk, das
Jugendherbergswerk und vieles andere mehr
lassen erkennen, wie überall die nationalsozia
listische Jugendbewegung Anteil nimmt am
Aufbau des Volkes. So erleben wir heute, wie
die Jugend des Kampfes die Jugend des Staa
tes zu werden versucht. Ein Beispiel ist die
praktische Sozialarbeit. Man ist nicht mit For
derungen an den Staat herangetreten, die ver
antwortlichen Jugendführer haben sich viel-
Dec englische Solschafler beim Führer.
DNB. Berlin, 14. Mai. Der Führer
und Reichskanzler empfing heute vormittag in
Anwesenheit des Reichsministers des Auswär
tigen Freiherrn von Neurath den britischen
Botschafter Sir Eric Phipps zu dem in der
vergangenen Woche zwecks Ueberreichung der
englischen Anfragen in Aussicht genommenen
Besuch.
lich englandfeindliche Kundgebungen der höch
sten deutschen Regierungsstelle gebracht hatte,
kommt jetzt die Genfer Meldung (die ein Ber
liner Morgenblatt wiedergibt), Minister
Paul-Boncour habe Herrn Eden über
angebliche deutsche Befestigungen in der ehe
mals entmilitarisierten Zone gewisse Andeu
tungen gemacht. — Diese Meldung wird hier
lediglich registriert, weil ihr Inhalt zeigt, daß
immer wieder starke Kräfte hinter den Kulis
sen am Werke sind, um anbahnende Verständi-
gungsmöglichkeiten zu erschweren oder ganz
unmöglich zu machen. Es ist zu konstatieren,
daß diese wiederholten Angriffe auf den deut
schen Friedenswillen in England kaum einen
Einfluß auf die öffentliche Meinung gewin
nen. Sie beeinträchtigen auch nicht die Arbeit
der deutschen Regierung, durch erschöpfende
Beantwortung der englischen Rückfragen den
Weg zu weiteren Aussprachen offen zu halten.
Die Beratung über die englischen Rückfra
gen geht weiter. Das Fernbleiben Deutsch
lands von Genf ist eine außenpolitische Stär
kung des Deutschen Reiches. Leider gehen wäh
renddessen die Angriffe auf Deutschland selbst
weiter. Nach dem üblen und bereits scharf zu
rückgewiesenen Vorstoß des Daily Telegraph,
dort eine günstige Entwicklung einsetzt, kreier der Deutschen Arbeitsfront, der Partei, der eine frei erfundene Meldung über angeb