Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

mehr gesagt. Laß die heranwachsende Jugend 
nicht Borrechte, sondern Vorpflichten hat. Da 
her war es Lie erste Pflicht der Jugendführer, 
oie Kameraden für diese Pflicht zu begeistern. 
Sv sieht die praktische Jugendarbeit im Dienste 
des Sozialismus nicht eine unbedingte soziale 
Fürsorge als erste Forderung der Jugend, 
sondern die Idee der Leistung und die Idee 
der Pflichterfüllung. Durch die zusätzliche Be- 
rufsschulung will man jedem einzelnen die 
Möglichkeit geben, in der Uebungswirtschaft 
alle Zweige seines Berufes zu durchlaufen, um 
einmal eine neue Arbeitsform zu finden, zum 
anderen ihm aber die Möglichkeit zu geben, 
die Grundfertigkeiten seines Berufes zu be 
herrschen und immer wieder neu zu lernen. 
400 000 Jugendliche werden hier in Zusam 
menarbeit mit dem Jugendamt der Deutschen 
Arbeitsfront bereits erfaßt. 
Ansporn zu besonderer Leistung soll der 
Bernsswettkampf geben. Diesem Wettkampf 
lregt die rein sportliche Idee zu Grunde und 
damit die Freiwilligkeit der Beteiligung. In 
dem neugeschaffenen Reichsjugendwettkampf 
vereinen sich nicht nur allein die Lehrlinge, 
sondern auch die uu- und angelernten Jung 
arbeiter aus dem Gedanken heraus, daß die 
gesamte schaffende Jugend Deutschlands in 
ihrer Leistung aktiviert werden muß. Das 
Ideal dabei bleibt, daß jeder Jugendliche eine 
ordentliche Berufsausbildung nach der prakti 
schen, theoretischen und weltanschaulichen 
Seite hin haben muß. So wird es möglich 
sein, jedes Jahr einen Querschnitt zu erhal 
ten durch die weltanschauliche Haltung der 
schaffenden Jugend, denn neben der beruf 
lichen Ausbildung steht die Erziehung zur 
Volksgemeinschaft. Von dei \ J- Reichssiegern 
haben 35 die Ehre, dem Führer am 1. Mai 
vorgestellt zu werden. Damit haben wir hier 
in Deutschland jedem jugendlichen Arbeiter 
die Möglichkeit geschaffen, auf Grund seiner 
Leistung dem Führer gegenübertreten zu dür 
fe». Und es sind, das zeigen die Erfahrungen, 
fast immer die Aermsten der Armen, die diese 
besondere Leistung aufweisen. Bei diesem 
Reichsberufswettkampf kommt weiter zum 
Ausdruck, daß jede Leistung nur dann wert 
voll ist, wenn sie gemcinschaftsgebunden ist. 
So wird jetzt das neue Arbcitethos verwirk 
licht. Jeder Junge ist ein Teil im großen 
Arbeitsleben der Nation, er lebt, um seine 
Pflicht zu erfüllen und faßt Arbeit niemals 
als Fluch auf. Und aus dieser Einstellung her 
aus entsteht die rechte Grundlage für die 
große Gemeinschaft innerhalb der Betriebe. 
Zum erstenmal wurde in diesem Jahr das 
Ergebnis des Leistungswettkampfes ausge 
wertet, so daß jetzt jedes Jahr Vergleiche in 
nerhalb der Berufe und innerhalb der Gaue 
möglich sind über Leistungssteigerung und Fe 
stigung' der Weltanschauung. Der Reichsbe 
rufswettkampf wird so zur Ebene, aus der es 
gelingen wird, öte Pflichterfüllung und Lei 
stungsfähigkeit zu steigern. Dann aber hat die 
Jugend noch das moralische Recht, Forderun 
gen an den Staat zu stellen, das moralische 
Recht, jene Forderungen aufzustellen, die er 
neut Leistungssteigerungen mit sich bringen. 
Wir denken hierbei an die Rahmenbestimmun 
gen über die Regelung der Arbeitszeit der 
Jugend. Diese Neuregelungen sind bereits im 
Werden. Eine andere Forderung gilt der ge 
ordneten Berufsausbildung, der Freizeit und 
der Urlaubsregelung für Jugendliche. Hier 
hat Schleswig-Holstein dank der vorbildlichen 
Arbeit des Treuhänders der Arbeit bereits 
große Erfolge aufzuzeigen. 1933 hatten 45 v. H. 
der Jugendlichen keinen Urlaub, 1934 23 v. H. 
und 1935 nur noch 12 v. H. Die große Aktion 
der Hitlerjugend für Freizeit und Urlaubs 
regelung der Jugendlichen wird im Zusam 
menhang mit der Arbeit des Treuhänders der 
Arbeit auch dafür sorgen, daß ebenfalls diese 
letzten 12 v. H. in den kommenden Jahren 
ihren Urlaub erhalten werden. Obergeüiets- 
führer Axmann ging sodann noch auf die 
Arbeit der Jugendwalter in den Betrieben 
ein, die gründlich geschult würden für ihre 
Aufgaben, auf den Landdienst der HI., auf 
die Umschulungslager des BDM, auf die Ju 
genderholungspflege in Zusammenarbeit mit 
der NSB. und stellte die Forderung auf, daß 
überall dort, wo Jugend betreut wird, einmal 
HJ.-Führer tätig sein müssen, weil nur sie in 
dem Geist und in der Haltung groß geworden 
sind, die das Leben unserer Nation neugestal 
ten sollen. Er schloß seine dankbar aufgenom 
menen Ausführungen mit den Worten: Der 
deutsche Sozialismus wird siegen, wenn wir 
an diesen deutschen Sozialismus unentwegt 
glauben. ' 
Stolze Worte Muffoàîs 
DNB. Paris, 16. Mai. (Eig. Funkmeld.) 
Mussolini gewährte einem Sonderberichter 
statter des Matin eine Unterredung, in der 
mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck kommt, 
daß die Entscheidung über Abessinien unwi 
derruflich sei. Niemals habe man in der Welt 
rückständigen Völkern seinen Willen anders 
aufzwingen können, als mit Gewalt. Nur auf 
diese Weise sei das größte Imperium dieser 
Welt erobert worden. Man wende ein, da 
mals habe es noch keinen Völkerbund gege 
ben. Er frage zurück, ob es denn nicht trotz 
dem ein Recht gegeben habe. Sei das Recht 
nicht älter als der Völkerbund und dieser 
menschlichen Einrichtung übergeordnet? 
An Italien habe man nur eine Erfahrung 
mit Sanktionen machen wollen. Gleichzeitig 
mit Italien habe man den Faschismus erwür 
gen wollen. Frohen Herzens habe man einen 
schnellen Zusammenbruch vorausgesagt. Es 
sei dadurch aber nur gelungen, das italienische 
Volk erfindungsreich zu machen, aus seinem 
Boden unerwartete Reichtümer herauszuho 
len. Mit Absicht habe man alle Möglichkeiten 
zur Wiederherstellung des Friedens scheitern 
lassen. Mussolini erklärte weiter, er wolle 
sich jedoch darüber heute nicht beklagen, denn 
das habe einen totalen Sieg und ein Reich 
eingebracht. 
Heute sei ganz Abessinien unwiderruflich, 
völlig und endgültig allein italienisch. 
Von dem Berichterstatter daran erinnert, 
daß Mussolini in einer Untererdung im Sep 
tember erklärt habe, „militärische Sanktionen 
würden die Gefahr einer Umgestaltung der 
europäischen Landkarte bedeuten", erwiderte 
Mussolini: 
„Was ich Ihnen damals über die militäri 
schen Sanktionen gesagt habe, wiederhole ich 
heute für den Fall einer Verschärfung der 
wirtschaftlichen Sanktionen. — Unwiderruf 
lich! Geben Sie das wieder. 
Es ist nötig, daß Europa dieses Wort hört, 
diesem Schrei eines Volkes, das sein Impe 
rium gewollt und das es durch ein gewaltiges 
Opfer erreicht hat. Wenn es nötig sein sollte, 
wird es dieses Imperium mit seinem ganzen 
Mut, mit allen seinen Kräften zu verteidigen 
wissen." 
Em muffedöfst KaĢerîŗag 
als Material gegen Großbritannien? 
DNB. London, 18. Mai. (Eig. Funkm.j Der 
Daily Herald berichtet eine sensationelle Ge 
schichte über einen Kaufvertrag von 3 Milli 
onen Dumdum-Geschossen für Abessinien, der 
öffenbar unter Ausnutzung der Unkenntnis 
des abessinischen Gesandten in London ein 
geleitet wurde, um der italienischen Regierung 
ein Dokument in die Hand zu spielen, das als 
Material zur Propaganda gegen Großbritan 
nien benutzt werden könnte. 
Ein gewisser Oberst Gustav Mezler, so 
schreibt der Daily Herald, überredete den 
abessinischen Gesandten, einen Auftrag zum 
Ankauf von 3 Millionen Stück Patronen mit 
Weichspitzgeschossen in Birmingham zu unter 
zeichnen. Die Patronen wurden tatsächlich nie 
mals geliefert, dagegen sind Photographien 
des Unterzeichneten Kaufvertrages von der 
italienischen Negierung dem Völkerbund „als 
Beweismaterial" zugegangen. Der abessinische 
Gesandte habe, wie die italienische Regierung 
weiter meldet, offen zugegeben, daß er das Do 
kument unterzeichnete, da er nicht geahnt habe, 
daß es sich in Wirklichkeit dabei um Dumdum- 
Geschosse handelte. Er habe nichts mehr in der 
Angelegenheit gehört und der mysteriöse Oberst 
Mezler sei danach verschwunden. 
Nachforschungen ergaben, daß die Firma, die 
Proben der Munition an die Botschaft schickte, 
tatsächlich keine Munitionsfabrik, sondern ein 
offenes Geschäft für Jagdmunition in Bir 
mingham ist. Aber nicht nur der Kaufvertrag, 
sondern auch die Korrespondenz, die irgend 
einen Zusammenhang damit hat, sowie Bilder 
der angebotenen Dumdum-Geschosse sind auf 
photographischem Wege reproduziert worden. 
Zer Tüngsee als FlugWWimtt. 
DNB. London, 15. Mai. (Eig. Funkmeld.) 
Wie der diplomatische Berichterstatter des 
Daily Telegraph aus Genf berichtet, beabsich 
tigen die Italiener, den Tanasee zum Stütz 
punkt für eine gewaltige Flotte von Flugzeu 
gen mit großer Reichweite zu machen. Die 
Italiener seien ferner geneigt, zukünftige Ge 
spräche über die Wasserzufuhr aus dein Ta- 
nasce nach Aegypten lieber mit Kairo als mit 
London zu führen. 
Der Berichterstatter der Morningpost in 
Rom drückt die ernste Warnung aus, daß 
England, falls es direkt oder durch den Völ 
kerbund eine Politik weiter verfolge, die die 
gegenwärtige Lage in Abessinien zu verän 
dern trachte, dies nur durch einen Krieg mit 
Italien erreichen könne. Die militärischen 
Eroberungen gegen England zu verteidige«. 
Es sei dringend notwendig, daß England sich 
über seine Lage klar werde. Weiterhin die 
Tatsachen nicht anzuerkennen, bedeute die 
fortgesetzte Gefahr eines Zusammenstoßes. 
* t . * 
französischen koMmumsien 
lehnen enWêļig ab. 
Die kommunistische Partei hat es jetzt 
vfiziell abgelehnt, sich an der Regierungsbil 
dung zu beteiligen. Die Absage ist jedoch in 
den höflichsten Wendungen abgefaßt und 
bringt erneut zum Ausdruck, daß die kommu 
nistische Partei eine Regierung unter soziali 
stischer Führung ohne Vorbehalt unterstützen 
werde. 
Der Sozialistenführer Leon Blum nimmt 
im Populair bereits zu der ablehnenden Ant 
wort der Kommunisten Stellung. Diese wer 
de, so schreibt er, in der sozialistischen Partei 
und in den Massen, die hinter der Volksfront 
ständen, lebhafte Enttäuschung auslösen. Ab 
schließend erklärte Leon Blum jedoch, daß die 
Sozialisten so vollständig loyal und freund 
schaftlich mit den Kommunisten zusammen 
arbeiten würden, als wenn diese sich tatsäch 
lich an der Regierung beteiligten. 
Starke Goldverlnste der Bank von Frankreich- 
Nach dem Wochenausweis der Bank von 
Frankreich betrug der Goldabzug in der Woche 
bis zum 8. Mai 2,738 Milliarden Franken. Die 
Golddeckung ist damit von 64,85 vH. auf 62,33 
vH. zurückgegangen. Die „Information" weist 
darauf hin, daß der Goldabzug bei der Bank 
von Frankreich noch nie eine derartige 
erreicht habe. 
Frontkämpfertreffen. In Sandon Hall in 
der Grafschaft Staffordshire findet zur Zeit 
ein internationales Frontkämpfertreffen statt. 
Zu diesem sind, wie Preß Association meldet, 
50 Kriegsteilnehmer aus 13 verschiedenen 
Ländern, darunter auch aus Deutschland, als 
• - - Gäste des englischen Frontkämpferverbandes 
Machtmittel Italiens ständen bereit, um die British Legion erschienen. 
DortMAKh iM Zeiche« der ŞA. 
SA.-GruppsnführertagrrKK anläßlich Lee Dndienststellnng 
des Geschwaders „Horst Wessel" 
DNB. Dortmund, 15. Mai. Die Stadt Dort 
mund stand bereits am Donnerstag ganz im 
Zeichen der am Freitag erfolgenden Indienst 
stellung des Fliegergeschwaders „Horst Wes 
sel", das die SA. dem Führer im vergangenen 
Jahr zu seinem Geburtstag schenkte. Den Auf 
takt bildete ein großer SA.-Appcll. Stabschef 
Lutze traf um 15 Uhr in Dortmund ein und 
begab sich sofort nach dem Dienstgebäude der 
SA.-Gruppe Westfalen, vor dem die Formatio 
nen der SA. Aufstellung genommen hatten. 
Nach dem Abschreiten der Front hielt der 
Stabschef in dem großen Ehrenraum einen 
Appell ab, an dem sämtliche 22 SA.-Gruppen- 
sührer des Reiches mit dem Amtschef der ober- 
Vernehmung von Kolonîalmîuister Thomas 
keine studierenden parļeigenosien 
m Sļudenļenoerbindungen. 
Eine Anordnung von Rudolf Heß. 
DNB. Berlin, 15. Mai. (Eig. Funkmeldg.) 
Der Stellvertreter des Führers hat, wie der 
Völkische Beobachter meldet, die folgende An 
ordnung erlassen: „Im Interesse einer ein 
heitlichen Ausrichtung des deutschen Studcn- 
tentums verbiete ich hiermit Parteigenossen 
und Angehörigen von Gliederungen der Par 
tei, die noch auf deutschen Hoch- und Fachschu 
len studieren, die Mitgliedschaft bei einer noch 
bestehenden studentischen Verbindung oder 
Vereinigung." 
DNB, London. 14. Mai. Unter besonders 
großem Andrang der Oesfeutlichkeit wurde am 
Donnerstagvormittaa Kolonialminister Tho 
mas vor dem richterlichen Ausschuß zur Unter 
suchung des Versicherungsskandals als Zeuge 
vernommen. 
Nach der Feststellung der Personalien bejah 
te der Minister die Frage, ob er an der am 9. 
April abgehaltenen Kaüinettssitzung teilge 
nommen habe. Bis zu diesem Augenblick habe 
er keine Kenntnis von den Vorschlägen des 
Schatzkanzlers gehabt. Nach der Kabinetts- 
sitzung habe er sich nach Südenglanö begeben, 
wo er mit Familienangehörigen, darunter sei 
nem Sohn Leslie Thomas, einen Teil des 
Osterurlaubs verbrachte. Bei dieser Gelegen 
heit sei er mit seinem langjährigen Freund, 
dem Finanzmaun Alfred Bates zusammenge 
kommen, mit dem er mehrere Golfpartien ge 
spielt habe. Auf Befragen erklärte der Mini 
ster, daß er niemals irgend einer Person etwas 
über den Inhalt des Staatshaushaltes mitge 
teilt habe. 
Das Verhör wandte sich darauf den geschäft 
lichen Beziehungen zwischen Thomas und Ba 
tes zu. Der Minister erklärte dabei, seit einer 
Reihe von Jahren seien ihm sehr große Sum 
men für die Abfassung seiner Selbstbiographie 
angeboten worden, besonders gegen Ende ver 
gangenen Jahres. Thomas bestätigte dann, 
daß er die Rechte seiner Selbstbiographie an 
Bates verkauft habe. Thomas schilderte hierauf 
seine Aufregung, als ihm ein Freund erstmalig 
mitgeteilt habe, daß der Name seines Sohnes 
in die Angelegenheit verwickelt sei. Als er sei 
nen Sohn am folgenden Tage zur Rede stellte, 
sei ihm zunächst das Recht, hiernach zu fragen, 
bestritten worden. Später habe ihm sein Sohn 
mitgeteilt, daß Bates ein sehr guter Kunde sei, 
mit dem er Geschäfte getätigt habe, die in die 
Hunüerttausenöe von Pfunden gingen. Zwei 
Tage darauf seien in der Presse'deutliche Hin 
weise auf seine Person erschienen. Als die 
anonymen Briefe eingetroffen seien, habe er 
Ministerpräsident Baldwin den Sachverhalt 
mitgeteilt. Dabei habe er darauf hingewiesen, 
daß er nicht wisse, was das Kabinett tun wer 
de, daß er aber, was auch immer geschehen 
möge, auf eine Untersuchung der Geschäfte sei 
nes Sohnes bestehen werde. Der Ministerprä: 
sident habe ihn darauf aufmerksam gemacht, 
daß es sich um eine Angelegenheit handele, die 
nicht ihn, sondern den Schatzkanzler angehe. 
Auf Vorschlag des Vorsitzenden erklärte sich 
Minister Thomas hierauf bereit, dem Unter 
suchungsausschuß sein Bankkonto nnd die Liste 
seiner Wertpapiere vorzulegen. Im Kreuzver 
hör bestritt Thomas mit allem Nachdruck er 
neut, irgend jemanden etwas über den Haus 
halt mitgeteilt zu haben. 
sten SA.-Führung teilnahmen. Der Stabschef 
leitete die Tagung ein, in der verschiedene in 
terne Fragen zur Sprache gebracht wurden. 
Im Anschluß an die Tagung zeichneten sich die 
SA.-Führer in die Liste zum „Dankopfer der 
Nation" ein. 
Um 20 Uhr begann im Festsaal des Alten 
Rathauses ein Empfangsabend. Stabschef 
Lutze frischte alte Erinnerungen an Dort 
mund auf und bekannte, daß es am Anfang der 
nationalsozialistischen Bewegung kein Vergnü 
gen gewesen fei, in Dortmund für die Ideale 
Adolf Hitlers zu kämpfen, weil diese Stadt 
immer ein besonders heißer Boden gewesen 
sei. Der Stabschef gedachte weiter vor allem 
der SA.-Männer, die in den vergangenen 
Jahren Tag und Nacht an nichts anderes als 
an die Erfüllung ihrer Pflicht gedacht hätten. 
„Wenn wir morgen in Dortmund ein Flieger 
geschwader erhalten, das den Namen „Horst 
Wessel" trügt, so nimmt die SA. dieses Ver 
dienst nicht allein für sich in Anspruch. Dem 
Führer verdanken wir es, daß Deutschland 
wieder eine Armee zur Verteidigung seiner 
Landesgrenzen und damit seiner Ehre u. des 
Friedens besitzt." Die Kameradschaft zwischen 
SA. nnd Wehrmacht soll die Grundbedingung 
sein für die große deutsche Volksgemeinschaft. 
Mit dem Wunsche, daß dieser Geist wachbleiben 
möge immerdar, schloß Stabschef, Lutze. 
Baldwin über die Reform» des Völkerbundes 
England glanbt noch imMer an Gen? 
In einer großen Rede vor der konservativen 
Frauenschaft in London erklärte Baldwin, daß 
die Ideale der Völkerbundssatzung noch im 
mer das Ziel der englischen Außenpolitik dar 
stellten. Aber die kürzlichen Erfahrungen 
hätten klar gezeigt, daß England hinsichtlich 
dieser Ziele völlig unfähig sein würde, solange 
es nicht Schritte getan habe, die Sicherheit 
seines Landes, seines Volkes und des Reiches 
zu gewährleisten. Deshalb habe die Regie 
rung beschlossen, die Mängel in der Verteidi 
gung abzustellen. 
In der Herbstsitzung des Völkerbundes 
würden die Völkerbundsmitglieöer zu er 
wägen haben, was für Aenderungen im Völ 
kerbund getroffen werden müßten, falls sich 
herausstelle, daß Aenderungen wirklich not 
wendig seien. 
Er sei niemals der Ansicht gewesen, daß ein 
Fehlschlag des Sanktions-Experimentes das 
Ende des Völkerbundsystems bedeute. Mili 
tärische Sanktionen seien ein wesentlicher Be 
standteil der kollektiven Sicherheit: sie könn 
ten auf die Dauer nicht vermieden werden. 
Die Aufgabe, vor der England nunmehr 
stehe, sei die, auf Grund dessen, was sich er 
eignet habe, die gesamte Frage der Sanktionen 
und der kollektiven Sicherheit von neuem zu 
überprüfen. Er wisse nicht, ob es noch Leute 
gebe, die an den Erfolg einer „Politik der 
Vereinsamung" glauben. Glaube wirklich 
irgend ein Verantwortlicher, daß England 
gleichgültiger als Frankreich oder Deutsch 
land in der Frage des Schicksals irgend eines 
seiner Nachbarn bleiben könne? 
Die Schlußfolgerungen, zu denen England 
gelangen werde, würden von größter Bedeu 
tung für ganz Europa sein. Im Rahmen der 
kollektiven Sicherheit könne es keinen stillen 
Teilhaber haben. Kollektive Sicherheit dürfe 
nicht heißen, daß alle Arbeit von der britischen 
Marine getan werde. England werde die kol 
lektive Sicherheit, soweit es das könne, mit 
allen zusammen ausprobieren. 
Verantwortlicher Hauptschristleiter unv Herausgeber: Fer 
dinand Möller. 
Stellvertreter des Hauptschristleiters: Herbert Puhlmanm 
Verantwortlich für Politik: Herbert Puhlmann; für den ört 
lichen und allgemeinen Teil: Adolf Eregvri; für den wirt 
schaftlichen Teil: Dr. CI. Bielfeldt: für den provin 
ziellen Teil: Karl Müller, alle in Rendsburg. 
Bildverantwortliche: Ressortleiter. 
-Verantwortlicher Anzeigenleiter: Karl Jacobsen, Rendsdur». 
Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhne. Rendsburg. 
D--A. Schleswig.Holsteinische Landeszeitung <Rendsburge> 
Tageblatt — Hohenwestedter Zeitung / Die Landpo? 
Hanerau.Hademarschen — Süderbraruper Tageblatt). 
D.-A. IV 36 13 764 PI. Nr. 7. 
Zeilagenhinweis. 
„Frühjahrsauslese 1936" nennt sich ein Werbe 
blatt, das heute der Stadtauflage und einem Teil 
der Lanöauflage der „Landeszeitung" im Auftrag 
der Firma Schuhhaus Kray, Rendsburg, Parade- 
platz S, beigefügt wird.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.