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^Volquardsen, Stollberg bei Breöstedt, erhielt
-oer Sturmmann Friedrich Nissen, West-Bar-
auln (Spielmannszug der Standarte 11/84) eine
Urkunde vom Stabschef der SA., Viktor Lutze,
unter gleichzeitiger Beförderung zum Rotten-
suhrer verliehen. Rottenführer Nissen hat un-
er Einsatz des eigenen Lebens im Vorjahr
Zwei Personen im Bargumer Kanal das Leben
Äerettet. Die Rettungsmedaille hat er bereits
erhalten.
Führertagung des Heimatbundes
Nordfriesland in Niebüll.
Niebüll, 14. Mai. Der Führerrat des Hei-
watbundes Nordfriesland hielt hier eine
«ltzung ab, in der er sich mit der Ausgestaltung
einer Heimattage befaßte. Es wurde beschlos
sen, die Heimatforschertagungen getrennt von
vem in jedem Herbst stattfindenden Friesen-
Rng abzuhalten. Unter dem Leitwort „Ver
gehen und Wiedererstehen Nordfrieslands"
lrndet die nächste Heimatforschertagung am 27.
und 28. Juni in Husum und auf der Insel
cordstrand statt. Der diesjährige Friesenthing
i>t für Ende September in der Wiedingharde
geplant. — Weiter hat der Führerrat bcschlos-
ien, alles zu tun, um bedrohte Baudenkmäler
--ordsrieslands möglichst unversehrt zu erhal
ln, so das Friedrich-Paulsen-Haus in Langen
horn, das Hans-Momsen-Haus in Fahretoft,
"le Bockmühle m Ockhvlm und andere mehr.
Goldene Hochzeit in Wester-Schnatebüll. Am
-Donnerstag feierten die Eheleute Johann Chr.
Petersen und Frau in Wester-Schnatebüll das
seltene Fest der goldenen Hochzeit. Die Jubi
lare stehen im 76. und 74. Lebensjahre und er-
lreuen sich noch beide der besten Gesundheit,
ckls ihr Besitz 1908 in Broweg durch Feuer
Zerstört wurde, verzogen die Eheleute nach
Wester-Schnatebüll. Petersen ist in Gräserkrei-
>en eine bekannte Persönlichkeit, (kr.)
84. Geburtstag. Am Montag, dem 18. Mai,
kann der Arbeiter Anör. Jensen-Mühlendeich
(Nietstill) den 84. Geburtstag feiern. Das Ehe
paar feierte am 11. Mai 1934 das seltene Fest
der goldenen Hochzeit. Das Geburtstagskind
entstammt einer alten friesischen Familie und
hat ein arbeitsreiches von schweren Schicksals
ichlügen heimgesuchtes Leben hinter sich, (kr.)
dm DilktnocscUen
Feuer in Dörpling.
Np. Dörpling, 15. Mai. Am Mittwochmorgen
6,30 Uhr brannte das weichgedeckte Gebäude
des Landmanns Paulsen auf dem Buddelberg
bis auf die Grundmauern nieder, lieber die
Entstehung des Feuers ist bis jetzt nichts be
kannt. Die Mobilien wurden zum größten
Teil gerettet. 2 Schweine fielen den Flammen
Sum Opfer.
* * '
Tielenhcmme, 14. Mai. Ein rüstiger Alter.
Daß jemand in seinem 85. Lebensjahr noch
Torf grübt, jene schwere Arbeit, der mancher
junge Mann gerne aus dem Wege geht, ist
gewiß eine Seltenheit. Fritz Trinsch von hier,
der am 23. September sein 85. Lebensjahr
Vollender, der noch frisch und rüstig ist und aus
sieht wie ein Siebziger, gräbt noch immer den
Torf für seinen eigenen Bedarf selbst. Wenn
das andere für ihn tun, dann machen sie ihm
die Arbeit nicht gut genug.
Am Uddeit*
Grotzfemr in einer Tuchfabrik
in Slenmiinfter
x Neumünster, 16. Mai. (Eig. Drahtbericht.)
Gestern abend gegen 10 Uhr brach in den La
gergebäuden für Rohmaterialien der Tuch
fabrik Ludwig Simon ein Feuer aus, das in
kurzer Zeit einen riesigen Umfang annahm.
Als die sofort alarmierten Feuerwehren aus
Neumünster und Umgegend sowie die Be
triebswehren zur Stelle waren, loderten aus
den hohen Lagergebäuden bereits riesige Flam
men. Das Feuer griff derart schnell um sich,
daß sofort die Wehrmacht, der Arbeitsdienst,
die sämtlichen Formationen und die Technische
Nothilfe, sowie die Sanitätskolonneu der
Stadt alarmiert werden mutzten. Rühmend
ist hervorzuheben die Leistung der Arbcits-
dienstmänner, die bereits in ca. 10 Minuten
an der Brandstelle eintrafen, um unter schwie
rigsten Verhältnissen die kostbaren Ballen von
Wolle und Kunstwollc, die noch zu retten wa
ren, aus den Lagergebänden herauszuschaffen.
Gegen 10.30 Uhr abends erhöhte sich die Ge
fahr dadurch, daß das Feuer aus das riesige
Fabrikgebäude der Firma Möller überzugrei
fen drohte. Die Kieler Feuerwehr wurde des
halb sofort alarmiert und war auch schnellstens
zur Stelle, so daß dies Gebäude gerettet wer
den konnte.
Die Rcttungsarbeiten waren außerordent
lich schwierig. Die schweren Eisenträger knick
ten in der Glut wie Streichhölzer um. Die so
fort angestellten Ermittelungen haben eine
Brandursache nicht feststellen können.
An der Brandstelle hatten sich Tausende von
Einwohnern aus Neumünster eingefundcn.
Ueber 30 Kilometer weit war der gewaltige
Feuerschein zu sehen. Erst gegen 2 Uhr nachts
gelang es, das Feuer auf seinen Herd zu be
schränken. Noch heute morgen aber schwelte es
stark am Brandherd.
Wer ZŞĢNt FZamz KZRRsZ?
Die Bevölkerung wird um Mithilfe bei Aufkliirung seiner Straftaten aufge,ordert
Die Landeskriminalpolizeistelle Kiel teilt zu
der kürzlich erfolgten Festnahme des Franz
Krause und zu dem Ueberfall auf die Ehefrau
Böge in Neumünster u. a. folgendes mit:
Wie bereits mitgeteilt, wurde am 30. April
der 34jährige berufslose Franz Krause aus
Neumünster, der schon jahrelang nicht gear
beitet und sich auch nicht um Arbeit bemüht
hat, unter dem dringenden Verdacht, eine An
zahl Einbrüche ausgeführt zu haben, festge
nommen. Wie die Ermittelungen ergeben ha
ben
dürste Krause für mindestens 25 Einbrüche
in Wiktors, Gadeland, Brachenfeld, Born-
höved und Neumünster in Frage kommen.
Seine Diebesfahrten gehen mindestens bis
August 1936 zurück.
Krause, der bereits einschlägig vorbestraft
ist, ging bei den Einbrüchen außerordentlich
gerissen vor, seine Beute war teilweise recht
lohnend. Einige gestohlene Sachen und die bei
der Tatausführung getragene Kleidung, ein
grüner Trainingsanzug, wurden in der Um
gebung des Braudplatzes des neuen Friedhofes
gefunden. Dort will Krause die Sachen „ge
funden" und teilweise an sich genommen ha
ben.
„Hindenburg" wieder daheim.
Nach glücklicher Rückkehr von seiner Nordamerikafahrt wird das
Luftschiff in die riesige Halle des neuen Weltflughafens Frankfurt
am Main gefahren. (Scherl-Bilderdienst, K.)
Auch für den Ueberfall auf die Ehefrau
Böge in Neumünster wird Krause sicher
lich in Frage kommen.
Er gibt an, sich in der Tatnacht von etwa
20.30 bis gegen 3 Uhr am 28. April in der
nächsten Umgebung des Tatortes aufgehalten
und auch die Schreie der Frau B. gehört zu
haben. Als Begründung für diesen Aufent
halt macht er ungeheuerliche und in jeder
Weise unglaubwürdige Angaben. Er will schon
seit langer Zeit einen Mann beobachtet haben,
von dem er angenommen hatte, daß er etwas
Böses im Schilde führte. Sechsmal hat er an
geblich den Mann an der Tatstelle gesehen.
Nach der Tat will er auf die Hilferufe der
Frau Böge hin zum Tatort geeilt sein und
dort nach Spreu gesucht zu haben. Auch an dem
Tatabcnd soll der Ausgangspunkt seines
Nachtspazierganges der neue Friedhof in Neu
münster gewesen sein, auf dem er erst eine
zweckdienliche Verkleidung angelegt haben
dürfte.
Im Interesse der weiteren Ermittlung
ergeht nochmals an die Bevölkerung die
Aufforderung und Bitte um Mithilfe
zur weiteren Aufklärung der Straftaten
des Krause.
Wo sind ein Fernglas, eine Baskenmütze und
grüner Hut gestohlen worden? Wer kann An
gaben über irgendwelche Einkäufe, insbeson
dere Schuhkäufe, des Krause machen? Krause
hat nach eigenem Geständnis schon in diesem
Jahre größere Geldsummen verbraucht. An
wen hat Krause Kleidungsstücke, Schuhe, Fahr
rad, Ferkel und Lebensmittel verkauft? Die
Käufer werden dringend aufgefordert, sich zu
melden, damit sie nicht in den Verdacht der
Hehlerei kommen.
Wer kennt Personen, die mit Kruse näher
verkehrt haben? Jede auch anscheinend gering
fügige Mitteilung kann für die Untersuchung
von Bedeutung sein. Vertraulichkeit wird zu
gesichert. Gleichzeitig wird nochmals auf die
ausgesetzte Belohnung von 500 Mark hinge
wiesen. Die Untcrsuchungskommission ist noch
in Neumünster bei der Kriminalpolizei. Es
können aber auch bei jeder anderen Polizei
dienststelle mündliche oder schriftliche Angaben
gemacht werden.
Die Wetteraussichten für Sonnabend, den 16. Mai
1936, in Nordniestdeutschland: Schwache Winde um
Ost, heiter bis wolkig, vorwiegend trocken, warm.
zwei Zeàern durch de« Weltkrieg
Erinnerungen eines Optimisten.
Von Karl Borrvmäus Gröber.
Copyright t93ö by Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart.
(24. Fortsetzung.)
Italien.
Es war wieder höchste Zeit, daß wir den
Kriegsschauplatz wechselten. Wir waren schon
Wehr als drei Monate in der gleichen Stel-
Usng, und dann wurden unsere Leute, die das
Zigeunern gewohnt waren, unruhig. Nach dem
Westen zog es uns allerdings nicht sehr hin.
Eines Tages wurden wir nun wieder in
-Harsch gesetzt und zogen durch das schöne Gn-
uzien mit den herrlichen Städten Kolomea und
Ştanislau nach Westen. Damals hörten wir
^Wh zum ersten Male den hier landesüblichen
Eruß der jüdischen Bevölkerung: „Grüß <Ş5oft,
i-Prr Sieger!" In Stanislau, wo wir etwa
'Uns Tag in einem sauberen, wenn auch ver-
lallsten Quartier lagen, wurden wir verladen.
Es war eine herrliche Fahrt durch das herbsk-
Eche Ungarn, durch den nördlichen Teil von
Kroatien bis in den Krain. Ich war damals
Transportführer. Auf jedem Bahnhof, auf dem
Wan anhielt, mußte man mit dem Bahnhofs-
cvrnmanöanten verhandeln, denn es klappte
aberall gleich schlecht. Das eine Mal war das
spärliche, dafür aber schlechte Essen nicht bei
Zeit gerichtet, das andere Mal wurde man in
Wae falsche Richtung befördert und dann wie
der zurückgeholt, oder es entgleisten ein paar
Wagen, was auch wieder eiucn langen Aufent
halt gab, kurz, diese Reise war voll von Erleb-
atzsen militärischer und unmilitärischer Art.
Transportführer hatte sein eigenes Ab-
WI. Mein Wagen war so in den Zug einge-
ŗbnet, daß ein offener Güterwagen sozusagen
ls Veranda au ihn stieß. Hier waren ein paar
gemütliche Stühle um einen großen runden
.. ha» herum angeschraubt, damit man in den
Urven, die meist nicht sehr sanft genommen
Mrden, nicht im Wagen herumkugelte. Ebenso
elide war ein Füßchen Tokaier angebracht,
fr? şişies Geländer an der Außenwand er-
Whte noch das Gefühl der Sicherheit. Das Ab
teil war durch ein Tischchen mit anfangs blü
tenweißen Vorhängen, durch bunte Teppiche
und durch die im Felde beliebten Jugenddrucke
zu einer angenehmen Wohnklause umgestaltet.
Es war eine fröhliche und bekömmliche und,
wie mir heute vorkommt, leicht angeheiterte
Fahrt vom alten zum neuen Kriegsschauplatz.
Die Früchte des Landes, prachtvolle Trauben
und kräftige Schnäpse, waren in Menge zu be
kommen. Für acht Tage war der Gedanke an
Krieg und neue Strapazen wie weggeblasen.
In Laibach nahm das Idyll ein Ende. Es war
ein guter Tagmarsch, der uns in die neuen
Quartiere nördlich dieser Stadt führte. Die
Gegend war reich und wohlhabend, und die
Dörfer sahen wie Südtiroler Dörfer aus. Blu
men blühten vor den Fenstern, und man hätte
glauben können, in deutschen Landen zu sein,
wenn die Bauern unsere Sprache verstanden
hätten. Es waren Slawen, und sie waren nicht
deutschfreundlich.
Was man an höchster Stelle mit uns vor
hatte, wußten wir nicht. Wir lagen anschei
nend als Reserve weitab der Front und hatten
weiter nichts zu tun als uns. zu erholen. Mili
tärische Uebungen in den Steiner Alpen un
terbrachen, nicht einmal unangenehm, das Ei
nerlei. Bei einem solchen militärischen Spa
ziergang wurden wir sogar von einem richti
gen General besichtigt. Der hohe Herr wünschte
dabei näheren Aufschluß über unsere Gebirgs-
kanonen und frug nach allen möglichen inti
men Details der Zusammensetzung unseres
Geschützes. Er wollte wissen, in wie viele Teile
es auf die Tragtiere verlostet werden könne,
er verlangte Aufschlüsse über das Gewicht der
Granaten und ähnliches mehr. Der Arme hat
te das Unglück, sich an mich zu wenden, aus
gerechnet an mich, der ich noch nie praktisch am
Geschütz gearbeitet hatte. Ich konnte wohl vom
Beobachtungsstand aus das Feuer der Ge
schütze so leiten, daß der böse Feind es nicht
unbedingt als Herausforderung betrachtete,
aber über das, was der Herr General wissen
wollte, war ich nicht ganz im Bilde. Er ver
folgte meine Erklärungen mit erstaunten
Kinderaugen, schüttelte ein paarmal mißbil
ligend den Kopf und verschwand dann nicht
gerade befriedigt. Ich aber schlief in dieser
Nacht trotzdem ohne böse Traumgesichte.
Solange wir in den Steiner Alpen im Quar
tier lagen, war das Wetter herrlich. Es war
nicht zu heiß und kein Tropfen Regen fiel.
Wir hätten es noch lange ausgehalten und wa
ren sehr erstaunt, als nach den ersten trüben
Regentagen, an welchen die Nebel jede Aus
sicht versperrten, plötzlich der Befehl kam, nach
Westen vorzurücken. Ein deutschsprechender
Forstmann aus der Gegend, mit dem ich mich
angefreundet, hatte mir aus dem Schatz seiner
langjährigen Erfahrung die wenig erfreuliche
Mitteilung gemacht, daß es jetzt mindestens
drei Wochen in Schnüren so wciterregnen
würde. Ein anderes, nicht allzuviel Gutes
prophezeiendes Erlebnis machte mir den
Vormarsch nicht gerade erquicklich. Einer utt-
serer schwersten Gäule war mir gleich beim
Abmarsch mit dem Vorderfuß auf die große
Zehe getreten und, wie es mich deuchte, einen
halben Tag darauf stehengeblieben. Der Na
gel, den mir der Herr Doktor ohne Narkose
liebreich entfernte, war erst nach einem halben
Jahr wieder nachgewachsen.
Unser Vormarsch glich, bildlich genommen,
dem bekannten Zug der Aegypter durch das
Rote Meer, nur daß diese das Glück gehabt
hatten, bald zu. ersaufen. Nur wer den Vor
marsch an die italienische Front mitgemacht
hat, weiß, was es heißt, vierzehn Tage in tropf-
nasser Uniform, in fürchterlichem Dreck und
ohne Feuer und warmes Essen und ohne
nachts ein Dach über dem Kopf zu haben, da
hinzuziehen. Die Brieftaschen mit den Photo
graphien der Bräute und dem nützlichen Pa
piergeld, dem Soldbuch usw. waren zu einem
einzigen Pappdeckelürei in Ledereinband zu
sammengeschrumpft. Man mußte die Brief
tasche später in die Heimat schicken, um sie
dort ivieüer kunstvoll auseinauüerlösen zu
lassen. Was ein jeder an Geldbesitz angegeben
hatte, bekam er ersetzt, und wohl dem Schlauen
und Vorausahnenden, der mehr angegeben
hatte als er besaß, denn er bekam auch mehr,
woraus zu ersehen ist, daß damals in der Hei
mat solche Dinge peinlich und genau behandelt
wurden. Man brauchte sich nicht zu wundern,
daß die Stimmung der Truppe, als wir end
lich in immer dichter werdenden Zügen am
Jsouzo bei Santa Lucia angelangt waren,
noch einige Grade unter dem Nullpunkt stand.
In einem großen, weiten Talkessel bezog die
Batterie ihr erstes Biwak. Man machte es sick-
unter den nassen Zeltbahnen auf dem mollig
durchweichten Boden so bequem, als es irgend
wie ging. Ein abendlicher Spaziergang zeigte,
daß jeder geeignete Platz, so weit man sehen
konnte, mit schwerster Artillerie besetzt war.
Trotzdem wir wußten, daß der Feind nur we
nige Kilometer Luftlinie von uns entfernt in,
wie es schien, nicht einnehmbaren Stellungen
verschanzt war, fiel kein Schuß. Da, gegen
Abend, hellte sich plötzlich der Himmel etwas
auf. Höchste Alarmbereitschaft wurde empfoh
len. Bei der schweren Artillerie mar Leben
wie in einem Bienenkorb. Man merkte, Gro
ßes bereitete sich vor. Die Nacht sank herab,
die Sterne erschienen am Himmel, es ging auf
Mitternacht zu. Plötzlich und unerwartet stieg
drüben aus dem Tale bei unserer Infanterie
eine riesige Leuchtkugel empor, ein Zeichen,
daß der Angriff auf die bis dahin unüber
wundene italienische Felsenfront beginne. Was
dann folgte, läßt sich nicht beschreiben. Aus
tausend und abertausend Schlünden krachte
das Feuer und brach sich an den Felsenwänden.
Das Ende der Welt schien gekommen. Wenn
auch von drüben manche Granate in unserer
nächsten Nähe einschlug, man achtete es nicht.
Alle Müdigkeit war vergessen. Man spürte
nichts mehr von dem bohrenden Hunger und
brennenden Durst. Man starrte nur entgeistert
auf die Felsen am anderen User des Jsonzo,
die unter dem Aufschlagen der platzenden
schweren Granaten zu bersten schienen. Die
Erinnerung an die nächtlichen Feuerwalzen
bei Verdun war ausgelöscht. Es schien, als
wenn hundert Vulkanausbrüche das Innere
des Berges zerreißen wollten. Der Feind ant
wortete immer schwächer, und bald verstummte
drüben jede Gegenwehr.
(Fortsetzung folgt.)