Fast im Pariser SM
hat sich Hie Regierungsumbildung in Wien
vollzogen, nämlich in später Nachtstunde. Von
einem Kabinettswechsel kann man insofern
nicht sprechen, als fünf Männer des neuen Ka
binetts Schuschnigg schon bisher der Regierung
teils als Minister, teils als Staatssekretäre
angehört haben. Der Sinn der Regierungs
umbildung liegt neben der vorläufigen Kalt
stellung des bisherigen Vizekanzlers Fürsten
Starhemberg vor allem in einer erheblichen
Stärkung des Einflusses der Christlich-Sozi
alen. Hinsichtlich der Machtaufteilung inner
halb der maßgeblichen politischen Kreise Wiens
ist insofern eine bedeutsame Aenderung vor
sich gegangen, als Fürst Starhemberg auch als
Führer der „Vaterländischen Front" zurücktre
ten mußte und Bundeskanzler Schuschnigg an
seine Stelle getreten ist.
Wir haben schon vor drei Wochen informa
torisch darauf hingewiesen, daß eine Regie
rungsumbildung in Wien infolge der zuneh
menden Meinungsverschiedenheiten zwischen
dem Bundeskanzler und Starhemberg unver
meidlich geworden war. Besonders in den
letzten Tagen hatte sich der Vizekanzler in so
offenkundigen Gegensatz zum Kabinettschef ge
stellt und hatte auch so auffallende Eigenmäch
tigkeiten angenommen, daß seines Bleibens im
Kabinett nicht mehr sein konnte. Den letzten
Anstoß gaben dann die bekannten Vorgänge
am vergangenen Sonntag in Wien, als Heim
wehrtrupps gegen einen Aufmarsch katholischer
Organisationen demonstrierten und Fürst
Starhemberg die Entlassung der verhafteten
Heimwehrleute aus dem Polizeigewahrsam
durch persönliches Einschreiten durchsetzte. Fast
unmittelbar darauf erfolgte dann außerdem
die Absendung einer Glückwunschdepesche durch
Starhemberg an Mussolini zu dem Erfolg in
Abessinien, die nach Wiener Auffassungen die
faschistische Seite allzu stark unterstrich. Der
bisherige Außenminister, von Berger-Walden-
egg, soll ohnehin die Absicht gehabt haben, diese
Depesche zum Anlaß einer Rücktrittserklürung
zu nehmen.
Am Mittwoch hat es dann die entscheidende
Aussprache zwischen Schuschnigg und Starhem
berg beim Bundeskanzler gegeben, die recht
erregt verlaufen sein soll. Der Bundeskanzler
hat schließlich den Vizekanzler einfach zum
Rücktritt gezwungen dadurch, daß er die Ge
samtdemission des Kabinetts gab.
Ernst Rüdiger Fürst von Starhemberg,
schon mit 27 Jahren infolge des frühen Todes
seines Vaters Chef des gleichnamigen Hauses,
und vor wenigen Tagen 37 Jahre alt gewor
den, trat am 1. September 1930 an die Spitze
der österreichischen Heimwehren. In der Re
gierung Vaugoin übernahm er das Ressort des
Innern. Bei den Wahlen vom November 1930
erhielt er einen Sitz im Nationalrat, den er
jedoch nur kurze Zeit behielt. Nach der Nieder
schlagung des bekannten Pfrimer-Putsches in
der Heimwehr vom 13. September 1931 über
nahm er die Bundesführung der Heimwehren,
die er vorher schon einmal kurze Zeit inne
gehabt hatte. Starhemberg war Vizekanzler
schon seit dem 1. Mai 1934 im Kabinett Dollfuß
und gehörte dann in der gleichen Eigenschaft
auch der Regierung Schuschnigg an. In der
Regierung Dollfuß wurde ihm damals im
Juni 1934 auch die Führung der einige Zeit
vorher gegründeten Vaterländischen Front
übertragen, deren Leitung er jetzt an den Bun
deskanzler abgeben mußte. Starhembergs von
Schuschnigg erzwungener Rücktritt wird allge
mein als ein Sieg der Klerikalen über die
faschistische Richtung angesehen.
Starhemberg refft nach Nom.
DNB. Wien, 14. Mai. Nach einer amtlichen
Mitteilung begibt sich Starhemberg trotz seines
Ausscheidens aus dem Kabinett, wie es heißt,
in seiner Eigenschaft als oberster Führer der
Turn- und Sportfront am Donnerstag nach
Rom, um dort an dem Fußball-Länderkampf
Oesterreich—Italien teilzunehmen.
Auf besonderes Ersuchen des Bundeskanz
lers hat nach der gleichen amtlichen Mitteilung
sich Starhemberg bereit erklärt, die oberste
Führung der Turn- und Sportfront beizube
halten.
In einer halbamtlichen Verlautbarung zur
Umbildung der österreichischen Regierung wird
erklärt, daß damit der bisher bestandene Dua
lismus zwischen der Regierung und der Ober
sten Führung der Vaterländischen Front be
hoben worden sei. Durch diese Konzentration
werde die Weiterführung des Dollfuß-Kurses
gesichert.
Bundeskanzler Dr. Schuschnigg hat an
Mussolini folgendes Telegramm gerichtet:
„Im Augenblick der Uebernahme der Ge
schäfte durch meine neu gebildete Regierung
liegt es mir besonders am Herzen, Ew. Ex
zellenz im eigenen und im Namen der Regie
rung die Gefühle unwandelbarer Freundschaft
zum Ausdruck zu bringen. Ich verbinde da
mit die Versicherung, daß ich fest entschlossen
bin, an der bewährten, auf den Römische«
Protokollen begründeten Politik festzuhalten.
Weitere Umbesetzung.
Der Generalsekretär der Vaterländische«
Front, Oberst Adam, hat dieses Amt nie
dergelegt. Er bleibt jedoch weiterhin Bundes
kommissar für Heimatdienst. Sein Nachfolger
wird der ncuernannte Staatssekretär im
Bundeskanzleramt Zernatta. Die Frage der
obersten Leitung der Miliz, die durch das
Ausscheiden Starhembergs aus dem Kabinett
gleichfalls spruchreif geworden ist, soll erst in
einigen Tagen entschieden werden.
Bundeskanzler Schuschnigg II
(Selle-Eysler 3, K.)
Der neue Vizekanzl. v. Baar-
Bahrensels.
Der Ausgebootete.
Fürst Starhemberg.
Dr. Goebbels empfing am Donnerstagmit
tag eine Anzahl Offiziere der Wehrmachtsaka-
öemie.
Ihre Verlobung geben bekannt
Heute abend 5 Uhr entschlief sanft und ruhig nach
einem arbeits- und opferreichen Leben mein lieber
herzensguter Mann, Bruder, Schwager und Onkel
Karl Kötter
im Alter von 63 Jahren.
In stiller Trauer
Bertha Kötter, geb. Sommer,
und Familie.
Rendsburg, den 14. Mai 1936.
Helga Jessen
Hans Gloy
Westerrönfeld
z. Z. Innren.
Böken
Die Beerdigung findet am Montag, dem 18. ö. M.,
um 3 Uhr vom Parteilokal Königstraße 8 aus nach
dem Neuwerker Friedhof statt. — Trauerfeier
Stunde vorher.
14
Mai 1936
Ihre am 12. Mai vollzogene Vermählung geben bekannt
Heinrich Weyershausen und Frau Elfriede
geb. Ohm
Gleichzeitig danken wir herzlich für erwiesene Aufmerksamkeiten
Am Mittwoch, dem 13. Mai. entschlief plötzlich und
unerwartet nach langer Krankheit meine liebe
Frau, unsere trensorgende Mutter und Großmutter
Johanna Friede
geb. Schultz
im 60. Lebensjahr.
In tiefer Trauer
Heinrich Friede
nebst Kindern und Enkelkindern.
Friedrichsholm, den 14. Mai 1636.
Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 17. Mai,
vorm. 11.30 Uhr, in Hohn statt.
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Gestern abend 6 Uhr entschlief nach kurzer Krank
heit in ihrem vollendeten 82. Lebensjahre nach
einem arbeitsreichen Leben unsere liebe Tante, die
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Hüli@nwesfeci$
Aerztlidier Sonntagsdienst:
Dr. med. Burgdorf
Fernruf 260
Neuwerker Christkirche.
Sonntag, den 17. Mai 1936
(Rogate), vorm. 9.30 Uhr:
Gottesdienst. Predigt Propst
Abraham. Einsührung von 3
Kirchenvertretern.
Vorm. 11 Uhr: Kindergottes
dienst.
Margaretha Thode
geb. Lühs.
In stiller Trauer
Detlef Pahl und Frau
nebst Kindern nnd Verwandte».
Elsdorf, den 14. Mai 1936.
Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 17. Mai
1636, nachmittags 3 Uhr, von der Kirche in Hamöorf
aus statt.
; ‘ .V ■;
Heute nachmittag entschlief sanft und ruhig nach
kurzer, schwerer Krankheit unsere liebe Mutter,
Großmutter und Urgroßmutter
Fr. Margarethe Heeschev
geb. G ö t t s ch e
im 76. Lebensjahre.
In stiller Trauer
Claudius Heeschen und Frau nebst Tochter
Fran O. Ratjen, geb. Heeschen, u. Kinder.
Homfeld, 13. Mai 1936.
Beerdigung am 16. Mai, nachm. 2.30 Uhr, von der
Kirche zu Jnnien aus.
Jßeiciienurtifcel
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Gemeindehaus in Büdelsdors.
Sonntag, den 17. Mai 1936
lRogate), vorm. 9.30 Uhr:
Gottesdienst. Predigt. Pastor
Schreimel.
Vorm. 11 Uhr: Kindergottes
dienst.
Schule in Alt-Duvenstedt.
Sonntag, den 17. Mai 1936
lRogate), vorm. 9.80 Uhr:
Gottesdienst. Predigt. Pastor
Bruns.
Hohn. 17. Mai 1936:
9.00 Uhr: Beichte
9.30 Uhr: Gottesdienst und
Abendmahl
Kirche zu Eeheitedt
Sonntag, den 17. Mai. lRogate).
vorm. 91/2 Uhr: Leiegottesdienit
Pallor Kahl
St.-Marien-Kirche.
Sonntag, den 17. Mai 1936
lRogate), vorm. 6.30 Uhr:
Gottesdienst. Predigt. Pastor
Lübber».
Vorm. 11 Uhr: Kindergottes
dienst.
Hademarschen. 17. 5., 9.00: Got
tesdienst. Beichte u. Heiliges
Abendmahl. 1.30: Kinöergot-
tesdienst. Bibelstunde in Ol
denbüttel 3.00. Past. Treplin.
Hohenwestedt. 17. 6., 9.30: Got
tesdienst. Anschl. Abendmahl.
Beg. d. Beichte 9 Uhr. Pastor
Krohn.
Oeffeutliche Steuermahmmg.
Die am 15. Mai 1936 fällig gewesenen Grundvermögens- und Hauszins-
lleuern und Schulgelder für den Monat Mai 1936. sowie die Abfuhrge-
bubren.. Hundesteuern, Bürgerlleuern und Gewerbesteuern für das 1.
Vrerteliabr 1936 werden hiermit zur Zahlung innerhalb 3 Tagen öffent
lich angemahnt.
Rendsburg, den 15. Mai 1936.
Die Stadlkalle.
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und alle sonstigen Brennmaterialien liefert
Johann Suhr
Kreishafen, Telefon 2313
T* * $
Dr. ŞM vor dem AußenpolUchen Amt
DNB. Berlin, 14. Mai. Auf dem letzten
der Empfänge, die das Außenpolitische Amt
der NSDAP, in diesem Winter fast allmonat
lich für die auswärtige Diplomatie und Presse
im Hotel „Adlon" veranstaltete, sprach am
Donnerstagabend der Leiter der Abteilung
Volksgesnndheit im Reichs- und Preußischen
Ministerium des Innern, Ministerialdirektor
Dr. Gütt, über „Die Gesundheits- und Ehe
gesetzgebung im Dritten Reich". Nach einer
Darlegung der einzelnen Gesetze wies Dr.
Gütt auf die furchtbaren Folgen hin, die ein
neuer Krieg.zur Folge haben würde.
„Ein neuer Krieg würde", so sagte er, „zu
mal durch Vernichtung der massiert wohnen
den Völker Europas eine völlige Vernichtung
wertvollsten Blutes, nicht nur an der Front,
sondern auch zu Hause, in der Heimat bedeu
ten. Möge sich das Ausland, mögen sich die
anderen Staatsmänner der Welt in das Den
ken und Fühlen, in die Lage Deutschlands
versetzen, dann würden sie besser als bisher
verstehen, warum Adolf Hitler den Frieden
wünscht! Wir brauchen den Frieden, nicht um
unserer selbst willen, sondern der Führer er
strebt ihn, weil er weiß, daß ein Krieg i«
Europa den Untergang der weißen Raffe be
deuten würde. Mögen die Völker Europas
begreifen, daß nur mit Deutschland zusammen
die Erhaltung der europäischen Kultur und
Zivilisation, die Zukunft des Erdteiles Europa
gesichert erscheint."