Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Fast im Pariser SM 
hat sich Hie Regierungsumbildung in Wien 
vollzogen, nämlich in später Nachtstunde. Von 
einem Kabinettswechsel kann man insofern 
nicht sprechen, als fünf Männer des neuen Ka 
binetts Schuschnigg schon bisher der Regierung 
teils als Minister, teils als Staatssekretäre 
angehört haben. Der Sinn der Regierungs 
umbildung liegt neben der vorläufigen Kalt 
stellung des bisherigen Vizekanzlers Fürsten 
Starhemberg vor allem in einer erheblichen 
Stärkung des Einflusses der Christlich-Sozi 
alen. Hinsichtlich der Machtaufteilung inner 
halb der maßgeblichen politischen Kreise Wiens 
ist insofern eine bedeutsame Aenderung vor 
sich gegangen, als Fürst Starhemberg auch als 
Führer der „Vaterländischen Front" zurücktre 
ten mußte und Bundeskanzler Schuschnigg an 
seine Stelle getreten ist. 
Wir haben schon vor drei Wochen informa 
torisch darauf hingewiesen, daß eine Regie 
rungsumbildung in Wien infolge der zuneh 
menden Meinungsverschiedenheiten zwischen 
dem Bundeskanzler und Starhemberg unver 
meidlich geworden war. Besonders in den 
letzten Tagen hatte sich der Vizekanzler in so 
offenkundigen Gegensatz zum Kabinettschef ge 
stellt und hatte auch so auffallende Eigenmäch 
tigkeiten angenommen, daß seines Bleibens im 
Kabinett nicht mehr sein konnte. Den letzten 
Anstoß gaben dann die bekannten Vorgänge 
am vergangenen Sonntag in Wien, als Heim 
wehrtrupps gegen einen Aufmarsch katholischer 
Organisationen demonstrierten und Fürst 
Starhemberg die Entlassung der verhafteten 
Heimwehrleute aus dem Polizeigewahrsam 
durch persönliches Einschreiten durchsetzte. Fast 
unmittelbar darauf erfolgte dann außerdem 
die Absendung einer Glückwunschdepesche durch 
Starhemberg an Mussolini zu dem Erfolg in 
Abessinien, die nach Wiener Auffassungen die 
faschistische Seite allzu stark unterstrich. Der 
bisherige Außenminister, von Berger-Walden- 
egg, soll ohnehin die Absicht gehabt haben, diese 
Depesche zum Anlaß einer Rücktrittserklürung 
zu nehmen. 
Am Mittwoch hat es dann die entscheidende 
Aussprache zwischen Schuschnigg und Starhem 
berg beim Bundeskanzler gegeben, die recht 
erregt verlaufen sein soll. Der Bundeskanzler 
hat schließlich den Vizekanzler einfach zum 
Rücktritt gezwungen dadurch, daß er die Ge 
samtdemission des Kabinetts gab. 
Ernst Rüdiger Fürst von Starhemberg, 
schon mit 27 Jahren infolge des frühen Todes 
seines Vaters Chef des gleichnamigen Hauses, 
und vor wenigen Tagen 37 Jahre alt gewor 
den, trat am 1. September 1930 an die Spitze 
der österreichischen Heimwehren. In der Re 
gierung Vaugoin übernahm er das Ressort des 
Innern. Bei den Wahlen vom November 1930 
erhielt er einen Sitz im Nationalrat, den er 
jedoch nur kurze Zeit behielt. Nach der Nieder 
schlagung des bekannten Pfrimer-Putsches in 
der Heimwehr vom 13. September 1931 über 
nahm er die Bundesführung der Heimwehren, 
die er vorher schon einmal kurze Zeit inne 
gehabt hatte. Starhemberg war Vizekanzler 
schon seit dem 1. Mai 1934 im Kabinett Dollfuß 
und gehörte dann in der gleichen Eigenschaft 
auch der Regierung Schuschnigg an. In der 
Regierung Dollfuß wurde ihm damals im 
Juni 1934 auch die Führung der einige Zeit 
vorher gegründeten Vaterländischen Front 
übertragen, deren Leitung er jetzt an den Bun 
deskanzler abgeben mußte. Starhembergs von 
Schuschnigg erzwungener Rücktritt wird allge 
mein als ein Sieg der Klerikalen über die 
faschistische Richtung angesehen. 
Starhemberg refft nach Nom. 
DNB. Wien, 14. Mai. Nach einer amtlichen 
Mitteilung begibt sich Starhemberg trotz seines 
Ausscheidens aus dem Kabinett, wie es heißt, 
in seiner Eigenschaft als oberster Führer der 
Turn- und Sportfront am Donnerstag nach 
Rom, um dort an dem Fußball-Länderkampf 
Oesterreich—Italien teilzunehmen. 
Auf besonderes Ersuchen des Bundeskanz 
lers hat nach der gleichen amtlichen Mitteilung 
sich Starhemberg bereit erklärt, die oberste 
Führung der Turn- und Sportfront beizube 
halten. 
In einer halbamtlichen Verlautbarung zur 
Umbildung der österreichischen Regierung wird 
erklärt, daß damit der bisher bestandene Dua 
lismus zwischen der Regierung und der Ober 
sten Führung der Vaterländischen Front be 
hoben worden sei. Durch diese Konzentration 
werde die Weiterführung des Dollfuß-Kurses 
gesichert. 
Bundeskanzler Dr. Schuschnigg hat an 
Mussolini folgendes Telegramm gerichtet: 
„Im Augenblick der Uebernahme der Ge 
schäfte durch meine neu gebildete Regierung 
liegt es mir besonders am Herzen, Ew. Ex 
zellenz im eigenen und im Namen der Regie 
rung die Gefühle unwandelbarer Freundschaft 
zum Ausdruck zu bringen. Ich verbinde da 
mit die Versicherung, daß ich fest entschlossen 
bin, an der bewährten, auf den Römische« 
Protokollen begründeten Politik festzuhalten. 
Weitere Umbesetzung. 
Der Generalsekretär der Vaterländische« 
Front, Oberst Adam, hat dieses Amt nie 
dergelegt. Er bleibt jedoch weiterhin Bundes 
kommissar für Heimatdienst. Sein Nachfolger 
wird der ncuernannte Staatssekretär im 
Bundeskanzleramt Zernatta. Die Frage der 
obersten Leitung der Miliz, die durch das 
Ausscheiden Starhembergs aus dem Kabinett 
gleichfalls spruchreif geworden ist, soll erst in 
einigen Tagen entschieden werden. 
Bundeskanzler Schuschnigg II 
(Selle-Eysler 3, K.) 
Der neue Vizekanzl. v. Baar- 
Bahrensels. 
Der Ausgebootete. 
Fürst Starhemberg. 
Dr. Goebbels empfing am Donnerstagmit 
tag eine Anzahl Offiziere der Wehrmachtsaka- 
öemie. 
Ihre Verlobung geben bekannt 
Heute abend 5 Uhr entschlief sanft und ruhig nach 
einem arbeits- und opferreichen Leben mein lieber 
herzensguter Mann, Bruder, Schwager und Onkel 
Karl Kötter 
im Alter von 63 Jahren. 
In stiller Trauer 
Bertha Kötter, geb. Sommer, 
und Familie. 
Rendsburg, den 14. Mai 1936. 
Helga Jessen 
Hans Gloy 
Westerrönfeld 
z. Z. Innren. 
Böken 
Die Beerdigung findet am Montag, dem 18. ö. M., 
um 3 Uhr vom Parteilokal Königstraße 8 aus nach 
dem Neuwerker Friedhof statt. — Trauerfeier 
Stunde vorher. 
14 
Mai 1936 
Ihre am 12. Mai vollzogene Vermählung geben bekannt 
Heinrich Weyershausen und Frau Elfriede 
geb. Ohm 
Gleichzeitig danken wir herzlich für erwiesene Aufmerksamkeiten 
Am Mittwoch, dem 13. Mai. entschlief plötzlich und 
unerwartet nach langer Krankheit meine liebe 
Frau, unsere trensorgende Mutter und Großmutter 
Johanna Friede 
geb. Schultz 
im 60. Lebensjahr. 
In tiefer Trauer 
Heinrich Friede 
nebst Kindern und Enkelkindern. 
Friedrichsholm, den 14. Mai 1636. 
Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 17. Mai, 
vorm. 11.30 Uhr, in Hohn statt. 
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TOûäuteUèe 
Mâ 
den 
Shaķcâ&jt 
Gestern abend 6 Uhr entschlief nach kurzer Krank 
heit in ihrem vollendeten 82. Lebensjahre nach 
einem arbeitsreichen Leben unsere liebe Tante, die 
Altenteilerin 
Hüli@nwesfeci$ 
Aerztlidier Sonntagsdienst: 
Dr. med. Burgdorf 
Fernruf 260 
Neuwerker Christkirche. 
Sonntag, den 17. Mai 1936 
(Rogate), vorm. 9.30 Uhr: 
Gottesdienst. Predigt Propst 
Abraham. Einsührung von 3 
Kirchenvertretern. 
Vorm. 11 Uhr: Kindergottes 
dienst. 
Margaretha Thode 
geb. Lühs. 
In stiller Trauer 
Detlef Pahl und Frau 
nebst Kindern nnd Verwandte». 
Elsdorf, den 14. Mai 1936. 
Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 17. Mai 
1636, nachmittags 3 Uhr, von der Kirche in Hamöorf 
aus statt. 
; ‘ .V ■; 
Heute nachmittag entschlief sanft und ruhig nach 
kurzer, schwerer Krankheit unsere liebe Mutter, 
Großmutter und Urgroßmutter 
Fr. Margarethe Heeschev 
geb. G ö t t s ch e 
im 76. Lebensjahre. 
In stiller Trauer 
Claudius Heeschen und Frau nebst Tochter 
Fran O. Ratjen, geb. Heeschen, u. Kinder. 
Homfeld, 13. Mai 1936. 
Beerdigung am 16. Mai, nachm. 2.30 Uhr, von der 
Kirche zu Jnnien aus. 
Jßeiciienurtifcel 
Kernt spaces Grimme 
Gemeindehaus in Büdelsdors. 
Sonntag, den 17. Mai 1936 
lRogate), vorm. 9.30 Uhr: 
Gottesdienst. Predigt. Pastor 
Schreimel. 
Vorm. 11 Uhr: Kindergottes 
dienst. 
Schule in Alt-Duvenstedt. 
Sonntag, den 17. Mai 1936 
lRogate), vorm. 9.80 Uhr: 
Gottesdienst. Predigt. Pastor 
Bruns. 
Hohn. 17. Mai 1936: 
9.00 Uhr: Beichte 
9.30 Uhr: Gottesdienst und 
Abendmahl 
Kirche zu Eeheitedt 
Sonntag, den 17. Mai. lRogate). 
vorm. 91/2 Uhr: Leiegottesdienit 
Pallor Kahl 
St.-Marien-Kirche. 
Sonntag, den 17. Mai 1936 
lRogate), vorm. 6.30 Uhr: 
Gottesdienst. Predigt. Pastor 
Lübber». 
Vorm. 11 Uhr: Kindergottes 
dienst. 
Hademarschen. 17. 5., 9.00: Got 
tesdienst. Beichte u. Heiliges 
Abendmahl. 1.30: Kinöergot- 
tesdienst. Bibelstunde in Ol 
denbüttel 3.00. Past. Treplin. 
Hohenwestedt. 17. 6., 9.30: Got 
tesdienst. Anschl. Abendmahl. 
Beg. d. Beichte 9 Uhr. Pastor 
Krohn. 
Oeffeutliche Steuermahmmg. 
Die am 15. Mai 1936 fällig gewesenen Grundvermögens- und Hauszins- 
lleuern und Schulgelder für den Monat Mai 1936. sowie die Abfuhrge- 
bubren.. Hundesteuern, Bürgerlleuern und Gewerbesteuern für das 1. 
Vrerteliabr 1936 werden hiermit zur Zahlung innerhalb 3 Tagen öffent 
lich angemahnt. 
Rendsburg, den 15. Mai 1936. 
Die Stadlkalle. 
Nachterstedter Grudekoks 
und alle sonstigen Brennmaterialien liefert 
Johann Suhr 
Kreishafen, Telefon 2313 
T* * $ 
Dr. ŞM vor dem AußenpolUchen Amt 
DNB. Berlin, 14. Mai. Auf dem letzten 
der Empfänge, die das Außenpolitische Amt 
der NSDAP, in diesem Winter fast allmonat 
lich für die auswärtige Diplomatie und Presse 
im Hotel „Adlon" veranstaltete, sprach am 
Donnerstagabend der Leiter der Abteilung 
Volksgesnndheit im Reichs- und Preußischen 
Ministerium des Innern, Ministerialdirektor 
Dr. Gütt, über „Die Gesundheits- und Ehe 
gesetzgebung im Dritten Reich". Nach einer 
Darlegung der einzelnen Gesetze wies Dr. 
Gütt auf die furchtbaren Folgen hin, die ein 
neuer Krieg.zur Folge haben würde. 
„Ein neuer Krieg würde", so sagte er, „zu 
mal durch Vernichtung der massiert wohnen 
den Völker Europas eine völlige Vernichtung 
wertvollsten Blutes, nicht nur an der Front, 
sondern auch zu Hause, in der Heimat bedeu 
ten. Möge sich das Ausland, mögen sich die 
anderen Staatsmänner der Welt in das Den 
ken und Fühlen, in die Lage Deutschlands 
versetzen, dann würden sie besser als bisher 
verstehen, warum Adolf Hitler den Frieden 
wünscht! Wir brauchen den Frieden, nicht um 
unserer selbst willen, sondern der Führer er 
strebt ihn, weil er weiß, daß ein Krieg i« 
Europa den Untergang der weißen Raffe be 
deuten würde. Mögen die Völker Europas 
begreifen, daß nur mit Deutschland zusammen 
die Erhaltung der europäischen Kultur und 
Zivilisation, die Zukunft des Erdteiles Europa 
gesichert erscheint."
	        
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