Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Schleswig-Holsteinischer Wirtfchastsdîsņst 
Radrs-AlLgerate 
im AmLsrrsch 
Einzelheiten von der neuen Regelnng. — 
15 Proz. Rabatt für Netzgerät, 18 Proz. 
Die amtliche Mitteilung über den Umtausch alter 
Rundfunkgeräte in neue enthielt die grundsätzlichen 
Gedanken, aus denen heraus man diese Maßnahme 
versucht hat,' die Einzelheiten sind jetzt aus dem 
gestern erschienenen Maiheft des Archivs für Funk 
recht zu entnehmen. Danach sieht das Umtauschab 
kommen etwa so aus: In der Zeit vom 1. Mai bis 
zum 30. Juni 1936 können gebrauchte Rundfunk 
geräte von solchen Typen, die bis spätestens 31. Juli 
1931 auf den Markt gekommen sind, beim Verkauf 
fabrikneuer Geräte durch den Einzelhandel auf den 
Kaufpreis in Anrechnung gebracht werden. Diese 
Regelung erstreckt sich aber nicht 1. auf Volksemp 
fänger. 2. auf Arbettsfrontempfänger und 3. auf 
fabrikneue Geräte, deren Preis bisher schon her 
abgesetzt wurde. Der Käufer muß sein gebrauchtes 
Gerät frachtfrei an die Zentralstelle in Berlin ein 
senden. Nach Prüfung des Gerätes erhält er un 
verzüglich einen Gutschein auf 10 Proz. Rabatt für 
ein Batteriegerät und auf IS Proz. für ein Netz 
gerät. Der Kauf des neuen Netzgeräts kann auch 
auf Teilzahlung erfolgen,' der Gutschein gilt jedoch 
nicht als Anzahlung. D. h. also, der Käufer eines 
neuen Gerätes erhält unabhängig von dem Wert 
des alten, das er an die Zentralstelle eingesandt 
hat, 13 Proz. Rabatt auf den Bruttolistenpreis 
eines fabrikneuen Geräts. Diese Rabattechnik hat 
man vorgezogen, um die Preistreue des Handels 
zu erhalten. Es ist ja bekanntlich für die Händler 
verboten, gebrauchte Apparate in Zahlung zu neh 
men, weil auf diesem Wege, wie wir ganz beson 
ders gut aus der Autobranche wissen, Preisunter 
bietungen nicht zu verhindern sind. Bor dieser 
neuen Regelung konnte ein Radiohänölcr einen 
alten Apparat nur in Kommission nehmen, ihn an 
einen anderen Kunden verkaufen und nach Abzug 
einer gewissen Provision für den Verkauf den er 
zielten Betrag als Anzahlung für ein neues Gerät 
verrechnen. Da Apparate, die vor dem 31. Juli 1931 
auf den Markt gekommen sind, heute kaum noch 
emen Preis erzielen, konnte man diesen Weg nicht 
wählen, und hat, um die Händler nicht in Versu 
chung zu führen, in ihrer PreiStreue wankend zu 
werden, diese sehr gute Technik gefunden. 
Dieser Weg unterscheidet sich auch von dem bis 
herigen Sommerrabatt dadurch, daß er erstens frü 
her einsetzt — im letzten Jahr und den Jahren da 
vor begann man mit dem Sonderrabatt erst am 
1. Juli, vier Wochen vor der Ausstellung — und 
zweitens, daß man nunmehr endgültig den Vete 
ranen der Apparate zu Leibe geht, die ja dann un 
ter Aufsicht der WDRJ. verschrottet werden sollen. 
Praktisch heißt das aber sowohl für die Händler wie 
für die Fabriken, daß der übliche Sommerrabatt in 
diesem Jahre nicht gegeben wird. Man zwingt also 
damit die Industrie zu einer bcfferen Produktions- 
bisposition. Wir haben .schon oft auf die erhebliche 
Ueberproduktion und den hohen Lagerbestand an 
Apparaten hingewiesen. Die Funkindustrie glaubte, 
daß sie den Rest der neu gebauten Apparate aus 
demzu Ende gehenden Funkjahr eben immer noch 
im Juli mit dem Sonderrabatt los würde. In die 
sem Jahr kann sie also die trotz gedrosselter Pro 
duktion immer noch viel zu hohe Erzeugung nicht 
mit einem normalen Sommerrabatt absetzen. Der 
Druck, der damit bewußt auf Industrie und Han 
del gelegt wird, wird hoffentlich die gesunde Wir 
kung haben, daß mau in der Disposition noch sorg 
fältiger wird. 
Die Verrechnung des Rabatts ist so geregelt, daß 
der Einzelhändler, wenn er von seinem Lager ein 
neues Gerät verkauft, den ganzen Nachlaß allein 
tragen muß. Bezieht er dagegen vom Großhandel 
oder von der Industrie, dann trägt der Einzelhänd 
ler nur ein Drittel des Nachlasses. Auch diese Re 
gelung liegt in der gleichen Richtung wie die oben 
besprochene. Man will den Einzelhändler zu ver 
nünftiger Lagerdisposition bringen und ihm aber 
gleichzeitig die Möglichkeit geben, unter Verzicht 
auf einen Teil seiner sonstigen Provision sein La 
ger zu räumen, sich liquide zu machen bzw. seine 
Schulden beim Großhandel und der Industrie abzu 
decken. 
Im ganzen kann man diese Aktion nur begrüßen, 
meint die DAZ. Eine Reihe von Volksgenossen 
werden dadurch „relativ" billig zu einem neuen 
Apparat und damit zu einem höheren Genuß im 
Rundfunkempfang kommen. Es wird sich zeigen 
müssen, ob die Aktion die gewünschte Wirkung hat. 
Die hohen Preise der Rundfunk-Apparate scheinen 
uns trotz dieses Nachlasses immer noch hindernd 
im Wege zu stehen. 
Die Ausbasmöglichkeiten des Krastwageņbestaņdes 
Einer Untersuchung des Instituts für Konjunk 
turforschung über die Struktur und die Entwick- 
lungsmöglichkeiten des Kraftwagenmarktes ist zu 
entnehmen: Das für die gesamte Krastfahrzeugkon- 
junktur wichtigste Marktgebiet ist das der Personen 
kraftwagen. Die Bewegung dieses Marktes wird 
grundsätzlich durch den Ersatzbedarf und den Neu 
bedarf bestimmt. Dieser allein ist der Träger der 
strukturellen Entwicklung, der Motorisierung. Bei 
einer Untersuchung der Möglichkeiten muß man 
von der Tatsache ausgehen, daß der Personenkraft 
wagen mindestens ebenso sehr Erwerbsinstrument 
ist, wie er den persönlichen und privaten Bedürf 
nissen dient. Eine Marktanalyse, die allein von 
der Einkommensteuerstatistik ausgeht, übersieht 
dies und kann daher kaum zu aufschlußreichen Er 
gebnissen führen. Unter zusätzlicher Heranziehung 
der Berufs- und Betriebszählung kommt man nun 
zu 1,6 Millionen möglichen Kraftfahrzeughaltern, 
ö. h. Personen, die selbst bei gleichbleibenden Kra't- 
fahrzeugpreisen und Haltungskosten schon als Käu 
fer in Frage kommen. Zu berücksichtigen ist bei die 
sen Strukturuntersuchungen natürlich, daß gegen 
über der letzten, Mitte 1933 durchgeführten Beruss 
und Betriebszählung mit der aufsteigenden Kon 
junktur starke wirtschaftliche, soziale und soziolo 
gische Umschichtungen vor sich gegangen sind, die sich 
statistisch im einzelnen noch nicht nachweisen las 
sen. aber für die Kraftfahrzeugentwicklung von 
größter Bedeutung sind. 
Wie weit ist nun der mögliche Markt heute schon 
gesättigt? Den 1,6 Millionen möglichen Kraftfahr 
zeughaltern steht ein Bestand von 800 000 bis eine 
halbe Million Personenkraftwagen gegenüber. Das 
bedeutet, daß selbst bei unveränderten Preisen und 
Kosten heute noch Aufbau- und Ausbaumöglichkei 
ten vorhanden sind, die in Verbindung mit dem 
noch zu befriedigenden starken Ersatzbedarf die 
Kraftfahrzeugkonjunktur mindestens in der dies 
jährigen Saison, wahrscheinlich aber noch viel län 
ger, weitertragen können. Auf die Dauer allerdings 
scheint eine starke Erhöhung der Kraftwagenbe 
stände nur durch Senkung der Haltungskosten und 
der Kraftfahrzeugpreise möglich zu sein. 
Wehrmacht gegen Borgunmefen 
Wie die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel erfährt, 
hat das Kommando der Marinestation der Nordsee 
in einem Erlaß zur Frage der Kundenkreditgewäh 
rung an Angehörige der Wehrmacht Stellung ge 
nommen. Danach ist es den Wehrmachtsangehörigen 
in diesem Wehrbezirk nur mit Genehmigung der 
vorgesetzten Dienststelle gestattet, Waren auf Kredit 
zu kaufen. Auch der Einzelhandelskaufmann, der 
Waren an Wehrmachtsangehörige auf Kredit ver 
kauft, ohne zuvor zu prüfen, ob die erforderliche 
Genehmigung der vorgesetzten Dienststelle vorliegt, 
kann sich strafbar machen. 
Schadenersatzpflicht des Unternehmers 
bei Nichtbeachtung der Vorschriften 
Der Präsident der Neichsanstalt für Arbeitsver 
mittlung hat den LandcsarbeitSämtern und Ar 
beitsämtern von einem Urteil des LandeSarbeits- 
gerichts Essen Kenntnis gegeben, das zur Frage der 
Schadenersatzpflicht des Unternehmers gegenüber 
einer Angestellten unter 28 Jahren, die ohne er 
forderliche Zustimmung des Arbeitsamtes eingestellt 
worden war, Stellung nimmt. Das Urteil spricht 
den Grundsatz aus, daß der Unternehmer, der eine 
Angestelltee unter 25 Jahren ohne die nach der An 
ordnung über die Verteilung von Arbeitskräften 
vom 28. August 1984 erforderliche Zustimmung des 
Arbeitsamts einstellt, sich gegenüber der Angestell 
ten schadenersatzpflichtig macht, wenn diese das Feh 
len der Zustimmung es Arbeitsamts bei der Ein 
stellung nicht kannte. 
Auslese 
Flaschenpfand 
Die Fachgruppe Mineralwaflerindustrie der 
Wirtschaftsgruppe Lebensmittelindustrie teilt mit: 
Am 1. April d. I. ist in Deutschland das gesetzliche 
Flaschenpfand eingeführt ivorden. Hiermit ist einem 
Wunsche der einschlägigen Industrie Rechnung ge 
tragen. Sowohl die Brauereien als auch die Mine 
ralbrunnen und Mineralwasserfabrikanten hatten 
schwer darunter zu leiden, daß alljährlich beträcht 
liche Mengen von Flaschen weit über den normalen 
Verschleiß hinaus durch achtloses Wegwerfen in 
Verlust gerieten oder durch unberechtigtes Einfül 
len von verunreinigenden Flüssigkeiten, ja sogar 
Giften, unbrauchbar gemacht wurden. 
Durch bas neu eingeführte Flaschenpfand, welches 
im allgemeinen 10 Psg. je Flasche beträgt, soll der 
Verbraucher dazu angehalten werden, das ihm an 
vertraute Gut möglichst sofort nach Entleerung dem 
Verleiher wieder zuzustellen. Durch die Höhe des 
Flaschenpfandes wird im allgemeinen der Aufwand 
für eine neue Flasche nicht gedeckt, da der Wert 
einer neuen Flasche mindestens 10 Psg., zum Teil 
aber auch 40 Psg. beträgt. Durch Zahlung des 
Flaschenpfandes wird ein Eigentumsrecht an der 
Flasche nicht erworben. Das Flaschenpfand dient 
vielmehr lediglich zur Sicherung des Anspruches? 
auf Rückgabe. 
Der Verwaltungsrat der Reichsbahn 
beriet am 12. und 13. Mai 1936 in Berlin den 
Abschluß des Geschäftsjahres 1936, er genehmigte 
den Geschäftsbericht und die Bilanz für 1933 und 
beschloß die Ausschüttung einer 7prozenttgen Divi 
dende auf die Vorzugsaktien Serie 1 bis 5. Die 
finanzielle Entwicklung der ersten vier Monate 1936 
zeigt einen Einnahmezuwachs von 9,3 vH. gegen 
1933. Von den Mehreinnahmen entfallen 6,8 vH. 
auf Personen- und Gepäck- und 11,9 vH. auf den 
Güterverkehr. Der Berwaltungsrat nahm Kennt 
nis von einer Neuregelung des Bahnarztwesens. 
Diese Regelung bringt im Einvernehmen mit dem 
Reichsärzteführer eine Vereinheitlichung für das 
gesamte Reichsgebiet und sichert dem Reichsbahn- 
beamten die freie Aerztcwahl. 
Der Mitropa, Mitteleuropäische Schlaswagen- 
nnd Speisewagen AG., Berlin, hat das Geschäfts 
jahr 1934-33 einen weiteren Aufschwung gebracht, 
der in einer Umsahsteigerung von etwa 8 vH. sei 
nen Ausdruck findet. Die Betriebseinnahmen be 
liefen sich auf 29,7 (Vorjahr 27,7) Mill. JiM. Der 
Reingewinn wird mit 0,62 (0,44) Mill. JiM ausge 
wiesen. Juli 1933 befanden sich täglich 190 Schlaf- 
wagen (1934: 180), 228 Speisewagen (217) und 41 
Küchcnpackwagen (41) tm Umlauf. Neu kam dazu 
die Wirtschaftsführung in den von der Reichsbahn 
in Dienst gestellten Schnelltrieb. Die Zahl der ge 
fahrenen Nutzwagenkilometer stieg von 87,1 auf 93,1 
Mill. Die 1934 aufgenommene Bewirtschaftung von 
Sonderzügen hat sich erfreulich weiter entwickelt. 
Hamburger Börse 
Amtliche Notierung ln JiM für 100 JIM Nennwert 
'Obne Ģrwdär 
Lanļķ, 
itetd)8t>anl 
DT..«an1 
Stesfin «ant 
ISemnsbant 
Westh. ^cml 
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Leileyrs-Äkt. 
ï>Og. Pochdahn 
Dtsch.-Oswirtka 
tapag 
Hdg.-Slldnmer 
Äordv Lloyd 
Woerm-.Lmie 
14.5. 
184 25 
93 00 
9250 
117 00 
121.00 
79.00 
92 25 
36 50 
15 00 
29.00 
16.87 
36 50 
13.5. 
184 00 
92.00 
92.00 
116.00 
121 00 
74.00 
92 25 
36 50 
15.25 
29.50 
1712 
36 50 
Zndustr.-Akt. 
VUlg. dt.-®. 
Breitend, gem 
riblchl.-B.. 
Polsten-Bk. 
Porp. Bgd.-® 
Schuckerl-El. 
ÄIIen-Cem. 
Siemen» 
VckÄ. 
Deutsche Erdöl 
IG.-ffarVen 
jleudesttz 
Ältbeşitz 
14. 5 
38.00 
161.50 
153.50 
108 50 
109.00 
128.00 
142 25 
185.75 
139.75 
121 00 
173 00 
20 75 
110 25 
13 5 
37 87 
161 50 
153.00 
108 00 
108 50 
128.00 
141 75 
185.75 
139.25 
119.50 
170.25 
20.75 
110.25 
Hands! «nd Wandel 
Amtliche Wädrungskurfe. 
l Piund Sterling ....... 12.37 
1 Dollar . 2.486 
100 dän. Kr. ... . ... 55.23 
100 iranz. Frank. ....... 16.37 
Peseta , . , . . . . . . . 33 90 
Lira ........... 19.55 
14 5. 13 5. 
12.345 
2.455 
55 12 
16.385 
33 94 
19.55 
lObne Gewähr!) Geldkurs 
Metall. Elektrolytkupser per 100 Kg. 14 5 13 5. 
prompt cif Hbg. ob. Brem. Rotterd. 52 75 52.75 
Deutsche Schlachtviehmärkte 
Kammernotierung Berlin am Markttage. Preise 
für 1 Pfd. Lebendgewicht in 5?// (Ohne Gewähn 
14 Mai 1936 
Frankliirt/X 
leipziü 
Smttpri 
Dresden 
1. Kälber .. 
2 
1. Schafe.... 
2. 
I Schweine . 
2. 
3. 
1. Sauen ... 
Au ftrie 
Kälber .... 
Schafe ... 
Schweine 
Kalbe. . 
Schate 
Schweine... 
71—78 
63—70 
57 
55—56 
53 
44-55 
b und Ha 
940 
36 
1279 
ruhig 
ruhig 
zugeteilt 
65-10 
55-63 
/6—80 
70—75 
56 »/2 
54—55 
5202 
52-55 
den Märkten 
63-68 
50-62 
schlecht 
schlecht 
zugeteilt 
171 
994 
mäß. bei. 
zugeteilt 
753 
249 
1010 
langsam 
belanglos 
langsam 
Husumer Magervieh- und Schafmarkt vom 14. Mai 
Auftrieb: 1018 Rinder, 531 Schafe und Lämmer. 
Preise: 2)4—3jähr. Ochsen 1. —, 2. 380—400 JIM, 
1^—2}. Quien 1. 370—400, 2. 310—350 JiM, Fehr- 
kühe, jüngere, 1. 400—430, 2. 840—380 JiM, Fehr- 
kühe, ältere, 1. 370—400 JIM, 2. 240—820 JiM, 
Ijähriges Jungvieh 120—180 JIM, Kalbkühe 1. 
450—510 -JIM, 2. 880—440 JiM, Kalbquien 1. 370 bis 
400 MM, 2. 330—360 JiM, Schafe mit 1 Lamm 75 
bis 85 JiM, Schafe mit 2 Lämmern 95—110 JIM, 
Graslämmer, 22—24 JiM, jährige Schafe 44—48 
JiM. Verlaus: Rinder träge, Schafe flott. Beste 
Grastiere waren gefragt, vor allen Dingen gute 
Kühe. Im übrigen Handel in allen Gattungen sehr 
ruhig. Kalbquien etwas vernachlässigt. 
Wandsbeker Ferkelmarkt vom 14. Mai 
170 Ferkel und einige Futterschweine aufgetric- 
ben. Handel nur mäßig, kaum geräumt. Preise: 
4—6 W. 16—18 JiM, 6—8 W. 18—22 JIM, 8—10 W. 
22—26 JiM, 10—12 W. 26—30 JiM .Futterschweine 
45—50 JiM. Wegen des Himmelfahrtstages wird 
der Kleinviehmarkt in der Woche auf Mittwoch, 
den 20. Mai 1936, vorverlegt. 
Hamburger Rinder- und Schafmarkt vom 14. Mai 
820 Rinder plus 99 Beobachtungstiere, 600 Tiere 
weniger als auf dem Bormarkt. Es waren nicht 
nur weniger Spitzentiere, sondern auch prozentual 
weniger Tiere der Klassen a und b als in den 
letzten Wochen .zugeführt. Tiere anteilmäßig an 
jeden einzelnen Schlachter zugeteilt, c- und d-Kühe, 
die in der 2. Märzhälfte zum freien Verkauf stan 
den, sehr schnell vergriffen. 686 Schafe plus 2 Be 
obachtungstiere. Markt sehr ruhig. Preise gaben 
wiederum auf der ganzen Linie etwas nach. Wenn 
auch langsam, so wurde doch der Markt geräumt. 
Butter-Wochenbericht 
Produktion überall stärker steigend. Die öies- 
wöchigen Lieferungen bestanden vielfach schon aus 
Uebergangsware, fielen aber qualitativ annehmbar 
aus, da die Temperaturen günstig sind. Man rech 
net für die kommende Woche vielfach schon mit 
reiner Grasivare und erheblich stärkeren Zufuh 
ren. Geschäftsgang weiterhin flott, so daß sich bisher 
nirgends Bestände ansammeln konnten. Es dürf 
ten Wochen kommen, wo die Möglichkeit zur Be 
schaffung gröberer Reserven besteht. — Dänemark 
verzeichnet eine Zunahme der Produktion. Eng 
land kauft rege und bewilligte zum Teil einige 
Schilling mehr. Auf der anderen Seite werden 
auch von Deutschland immer noch annehmbare 
Quantitäten aufgenommen. Es dürfte das vorjäh 
rige Preis-Niveau kaum erreicht werden, da man 
die heutige Notierung eigentlich gegen jede Erwar 
tung um 6 Kr. auf 170 Kr. erhöhte. Die staatliche 
Abgabe ging entsprechend 5 Kr. zurück. 
Der MarkLbeobachter 
Auch in dieser Woche sind die Zufuhren an Brot 
getreide zum Hamburger Getrcidcmarkt vergleichs 
weise noch nicht umfangreicher geworden, so daß 
sich die Geschäftstätigkeit im großen und ganzen im 
engsten Rahmen abwickelte. In Mahlweizen wur 
den verschiedentlich kleinere Umsätze getätigt. Für 
Mahlroggen zeigen sich die Mühlen wiederum stark 
aufnahmefähig. — Am Futtcrgetrcidemarkt war 
Futterweizen und Futterroggen knapp angeliefert. 
Dagegen waren die Zufuhren von Futterhafer be 
darfsgemäß, wenn auch vergleichsweise das anfal 
lende Material nicht so groß war wie in der Vor 
woche. An Futtergerste waren in erster Linie nur 
schwere Qualitäten vertreten, die jedoch infolge der 
hohen Forderungen nicht begehrt ivaren. Leichte 
Ware wurde ohne Schwierigkeiten ausgenommen.— 
Der ,zuttermittclmarkt zeigte sich wieder begrenzt 
aufnahmefähig, zumal seitens der Landwirtsd)aft 
größere Anregungen fehlten, da das Vieh nunmehr 
in allen Teilen der Provinz auf der Weide ist. In 
den nächsten Tagen wird zur freien Verteilung ein 
Posten von 936 To. Fischmehl für die Provinz 
Schleswig-Holstein zur Verfügung gestellt werden. 
Am Kleie- und Kartosfelflockenmarkt wurden grö 
ßere Umsätze nicht getätigt. — Der Käsemarkt ver 
lief unverändert ruhig. Die Zufuhren an ausge- 
reiften vollfetten Tilsiter Käsen, rheinischer und 
holsteinischer Ware nach Holländer Art und baye 
rische Schweizerkäse entsprachen nickst der Aufnah 
mefähigkeit des Marktes. Dagegen waren minder 
fette Sorten wieder über den Bedarf hinausgehend 
angeliefert, welche zu weiter rückläufigen Preisen 
nur langsam vom Handel aufgenommen wurden. 
Die Versorgung des hiesigen Platzes mit den be 
gehrten vollfetten Sorten wurde jedoch stark erleich 
tert durch einen größeren Anfall vollsetter Ware 
aus den skandinavischen Ländern. Auch aus Kolland 
sind größere Ankünfte zu erwarten, da das Kontin 
gent etwas erhöht ist (3,16 vH.). — An den Ham 
burger Eiermarkt wurden in dieser Woche infolge 
des eingetretenen warmen Wetters seitens der Käu 
ferschaft größere Anforderungen gestellt. Anderer 
leits sind die Zufuhren aus den niedersächsischen 
Erzeugergebieten, welche nunmehr mit stärkerer Be 
lieferung des deutschen Westens begonnen haben, 
nickst unerheblich zurückgeganqen, so daß die An 
sprüche des Großhandels nicht in vollem Maße be 
friedigt werden konnten. Ausländische Eier, fast 
ausschließlich aus Dänemark, wurden in gleicher 
Menge dem Markte zugeführt wie in der Vorwoche. 
Die günstige Versorgungslage ist durch die gegen 
wärtig stärkere Marktbeanspruchung in keiner Weise 
fühlbar beeinträchtigt worden. 
Zenlml-Zerkelmaekt 
der Provinz Schleswig-Holstein 
am Donnerstag, dem 14. Mai 1936. 
tn der städtischen Vlehmarkthalle zu RendSdnrg 
Die Zufuhr zum heutigen Markt betrug 671 Stück 
gegen 384 Stück in der Vorwoche, mithin eine 
Mehrzufuhr von 187 Stück. Es wurden gezahlt für 
schwere Ware (20—26 Kg.) 0,64—0,68 Ji,M 
mittelschwere Ware (15—20 Kg.) 0,67—0,70 JiM 
leichte Ware (1214—15 Kg.) 0,70—0,75 JiM 
für % Kg. Lebendgewicht. Für allerbeste Ferkel 
wurde auch über Notiz, für abfallende Ware auch 
unter Notiz bezahlt. Jungschweine (über 25 Kg.) 
waren mir wenige am Markt. 
Zum heutigen Zentralferkelmarkt war die Zu 
fuhr bedeutend höher als in der Vorwoche. Der 
Handel war mittelmäßig, der Markt wurde nicht 
ganz geräumt. Die Preise mußten erheblich nach 
geben. 
Ausgeführt wurden, soweit wir feststellen konn 
ten, größere und kleinere Partien nach Ekeberg- 
krug, Schülldorf, Haale, Haöemarschen, Neumünster, 
Kiel, Preetz, Bad Segeberg, Bad Bramstedt, Horst, 
Elmshorn, Plön, Oldenburg i. H. 
Die Zufuhr an fetten Schweinen betrug 40 Stück 
gegen 0 Stück in der Vorwoche. Die fetten Schweine 
wurden nach Hamburg verschickt. Für gelieferte 
fette Schweine werben 43—51 Pfg. für ^ Kg. 
Lebendgewicht gezahlt. 
Die Zahl der dem Kälbermarkt zugeführten 
Tiere betrug 8 Stück gegen 7 Stück in der Vor 
woche. Es wurden gezahlt für nüchterne Kälber 25 
bis 30 Pfg., für Fresser 80—36 Pfg., für ältere 
Kälber bis 50 Pfg. das % Kg. Lebendgewicht. 
Des Himmelfahrtsfestes wegen findet der Ferkel- 
markt in der nächste» Woche bereits am Mittwoch, 
dem 29. Ma,, statt. 
Berliner Schlachtviehmarkt 
Berlin. 15 Mai <Vorberi»t> lOhne Eewäbri 
Mitgeteilt non der Reichsviebwertungsaelellichaft. 
ES wurde gezahlt für 50 Kg. Lebendgewicht: 
Preise: Auftrieb: Verlauf: 
Rinder 20-44 
Kälber 28-80 
Schate 23-48 
Schweine 
Schweine Klasse A hi? E 48*4 
1860 ruhig 
1859 ruhig 
3925 ruhig 
12493 ziemlich glatt 
541/2 Sauen 506»—53 11 '* 
Hamburger Schweinemarkt 
Altona, den 15 Mai 1938 
Preise: a 55. b 1 54. 6 2 53. c51. d 49 s 1 53-54. g 2 49-51 
■'O ke Lbdaew Auftrieb 4914 P1007 Beobachtungstiere 
(Ohne Gewahr) Handel: zugeteilt
	        
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