Schleswig-Holsteinischer Wirtfchastsdîsņst
Radrs-AlLgerate
im AmLsrrsch
Einzelheiten von der neuen Regelnng. —
15 Proz. Rabatt für Netzgerät, 18 Proz.
Die amtliche Mitteilung über den Umtausch alter
Rundfunkgeräte in neue enthielt die grundsätzlichen
Gedanken, aus denen heraus man diese Maßnahme
versucht hat,' die Einzelheiten sind jetzt aus dem
gestern erschienenen Maiheft des Archivs für Funk
recht zu entnehmen. Danach sieht das Umtauschab
kommen etwa so aus: In der Zeit vom 1. Mai bis
zum 30. Juni 1936 können gebrauchte Rundfunk
geräte von solchen Typen, die bis spätestens 31. Juli
1931 auf den Markt gekommen sind, beim Verkauf
fabrikneuer Geräte durch den Einzelhandel auf den
Kaufpreis in Anrechnung gebracht werden. Diese
Regelung erstreckt sich aber nicht 1. auf Volksemp
fänger. 2. auf Arbettsfrontempfänger und 3. auf
fabrikneue Geräte, deren Preis bisher schon her
abgesetzt wurde. Der Käufer muß sein gebrauchtes
Gerät frachtfrei an die Zentralstelle in Berlin ein
senden. Nach Prüfung des Gerätes erhält er un
verzüglich einen Gutschein auf 10 Proz. Rabatt für
ein Batteriegerät und auf IS Proz. für ein Netz
gerät. Der Kauf des neuen Netzgeräts kann auch
auf Teilzahlung erfolgen,' der Gutschein gilt jedoch
nicht als Anzahlung. D. h. also, der Käufer eines
neuen Gerätes erhält unabhängig von dem Wert
des alten, das er an die Zentralstelle eingesandt
hat, 13 Proz. Rabatt auf den Bruttolistenpreis
eines fabrikneuen Geräts. Diese Rabattechnik hat
man vorgezogen, um die Preistreue des Handels
zu erhalten. Es ist ja bekanntlich für die Händler
verboten, gebrauchte Apparate in Zahlung zu neh
men, weil auf diesem Wege, wie wir ganz beson
ders gut aus der Autobranche wissen, Preisunter
bietungen nicht zu verhindern sind. Bor dieser
neuen Regelung konnte ein Radiohänölcr einen
alten Apparat nur in Kommission nehmen, ihn an
einen anderen Kunden verkaufen und nach Abzug
einer gewissen Provision für den Verkauf den er
zielten Betrag als Anzahlung für ein neues Gerät
verrechnen. Da Apparate, die vor dem 31. Juli 1931
auf den Markt gekommen sind, heute kaum noch
emen Preis erzielen, konnte man diesen Weg nicht
wählen, und hat, um die Händler nicht in Versu
chung zu führen, in ihrer PreiStreue wankend zu
werden, diese sehr gute Technik gefunden.
Dieser Weg unterscheidet sich auch von dem bis
herigen Sommerrabatt dadurch, daß er erstens frü
her einsetzt — im letzten Jahr und den Jahren da
vor begann man mit dem Sonderrabatt erst am
1. Juli, vier Wochen vor der Ausstellung — und
zweitens, daß man nunmehr endgültig den Vete
ranen der Apparate zu Leibe geht, die ja dann un
ter Aufsicht der WDRJ. verschrottet werden sollen.
Praktisch heißt das aber sowohl für die Händler wie
für die Fabriken, daß der übliche Sommerrabatt in
diesem Jahre nicht gegeben wird. Man zwingt also
damit die Industrie zu einer bcfferen Produktions-
bisposition. Wir haben .schon oft auf die erhebliche
Ueberproduktion und den hohen Lagerbestand an
Apparaten hingewiesen. Die Funkindustrie glaubte,
daß sie den Rest der neu gebauten Apparate aus
demzu Ende gehenden Funkjahr eben immer noch
im Juli mit dem Sonderrabatt los würde. In die
sem Jahr kann sie also die trotz gedrosselter Pro
duktion immer noch viel zu hohe Erzeugung nicht
mit einem normalen Sommerrabatt absetzen. Der
Druck, der damit bewußt auf Industrie und Han
del gelegt wird, wird hoffentlich die gesunde Wir
kung haben, daß mau in der Disposition noch sorg
fältiger wird.
Die Verrechnung des Rabatts ist so geregelt, daß
der Einzelhändler, wenn er von seinem Lager ein
neues Gerät verkauft, den ganzen Nachlaß allein
tragen muß. Bezieht er dagegen vom Großhandel
oder von der Industrie, dann trägt der Einzelhänd
ler nur ein Drittel des Nachlasses. Auch diese Re
gelung liegt in der gleichen Richtung wie die oben
besprochene. Man will den Einzelhändler zu ver
nünftiger Lagerdisposition bringen und ihm aber
gleichzeitig die Möglichkeit geben, unter Verzicht
auf einen Teil seiner sonstigen Provision sein La
ger zu räumen, sich liquide zu machen bzw. seine
Schulden beim Großhandel und der Industrie abzu
decken.
Im ganzen kann man diese Aktion nur begrüßen,
meint die DAZ. Eine Reihe von Volksgenossen
werden dadurch „relativ" billig zu einem neuen
Apparat und damit zu einem höheren Genuß im
Rundfunkempfang kommen. Es wird sich zeigen
müssen, ob die Aktion die gewünschte Wirkung hat.
Die hohen Preise der Rundfunk-Apparate scheinen
uns trotz dieses Nachlasses immer noch hindernd
im Wege zu stehen.
Die Ausbasmöglichkeiten des Krastwageņbestaņdes
Einer Untersuchung des Instituts für Konjunk
turforschung über die Struktur und die Entwick-
lungsmöglichkeiten des Kraftwagenmarktes ist zu
entnehmen: Das für die gesamte Krastfahrzeugkon-
junktur wichtigste Marktgebiet ist das der Personen
kraftwagen. Die Bewegung dieses Marktes wird
grundsätzlich durch den Ersatzbedarf und den Neu
bedarf bestimmt. Dieser allein ist der Träger der
strukturellen Entwicklung, der Motorisierung. Bei
einer Untersuchung der Möglichkeiten muß man
von der Tatsache ausgehen, daß der Personenkraft
wagen mindestens ebenso sehr Erwerbsinstrument
ist, wie er den persönlichen und privaten Bedürf
nissen dient. Eine Marktanalyse, die allein von
der Einkommensteuerstatistik ausgeht, übersieht
dies und kann daher kaum zu aufschlußreichen Er
gebnissen führen. Unter zusätzlicher Heranziehung
der Berufs- und Betriebszählung kommt man nun
zu 1,6 Millionen möglichen Kraftfahrzeughaltern,
ö. h. Personen, die selbst bei gleichbleibenden Kra't-
fahrzeugpreisen und Haltungskosten schon als Käu
fer in Frage kommen. Zu berücksichtigen ist bei die
sen Strukturuntersuchungen natürlich, daß gegen
über der letzten, Mitte 1933 durchgeführten Beruss
und Betriebszählung mit der aufsteigenden Kon
junktur starke wirtschaftliche, soziale und soziolo
gische Umschichtungen vor sich gegangen sind, die sich
statistisch im einzelnen noch nicht nachweisen las
sen. aber für die Kraftfahrzeugentwicklung von
größter Bedeutung sind.
Wie weit ist nun der mögliche Markt heute schon
gesättigt? Den 1,6 Millionen möglichen Kraftfahr
zeughaltern steht ein Bestand von 800 000 bis eine
halbe Million Personenkraftwagen gegenüber. Das
bedeutet, daß selbst bei unveränderten Preisen und
Kosten heute noch Aufbau- und Ausbaumöglichkei
ten vorhanden sind, die in Verbindung mit dem
noch zu befriedigenden starken Ersatzbedarf die
Kraftfahrzeugkonjunktur mindestens in der dies
jährigen Saison, wahrscheinlich aber noch viel län
ger, weitertragen können. Auf die Dauer allerdings
scheint eine starke Erhöhung der Kraftwagenbe
stände nur durch Senkung der Haltungskosten und
der Kraftfahrzeugpreise möglich zu sein.
Wehrmacht gegen Borgunmefen
Wie die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel erfährt,
hat das Kommando der Marinestation der Nordsee
in einem Erlaß zur Frage der Kundenkreditgewäh
rung an Angehörige der Wehrmacht Stellung ge
nommen. Danach ist es den Wehrmachtsangehörigen
in diesem Wehrbezirk nur mit Genehmigung der
vorgesetzten Dienststelle gestattet, Waren auf Kredit
zu kaufen. Auch der Einzelhandelskaufmann, der
Waren an Wehrmachtsangehörige auf Kredit ver
kauft, ohne zuvor zu prüfen, ob die erforderliche
Genehmigung der vorgesetzten Dienststelle vorliegt,
kann sich strafbar machen.
Schadenersatzpflicht des Unternehmers
bei Nichtbeachtung der Vorschriften
Der Präsident der Neichsanstalt für Arbeitsver
mittlung hat den LandcsarbeitSämtern und Ar
beitsämtern von einem Urteil des LandeSarbeits-
gerichts Essen Kenntnis gegeben, das zur Frage der
Schadenersatzpflicht des Unternehmers gegenüber
einer Angestellten unter 28 Jahren, die ohne er
forderliche Zustimmung des Arbeitsamtes eingestellt
worden war, Stellung nimmt. Das Urteil spricht
den Grundsatz aus, daß der Unternehmer, der eine
Angestelltee unter 25 Jahren ohne die nach der An
ordnung über die Verteilung von Arbeitskräften
vom 28. August 1984 erforderliche Zustimmung des
Arbeitsamts einstellt, sich gegenüber der Angestell
ten schadenersatzpflichtig macht, wenn diese das Feh
len der Zustimmung es Arbeitsamts bei der Ein
stellung nicht kannte.
Auslese
Flaschenpfand
Die Fachgruppe Mineralwaflerindustrie der
Wirtschaftsgruppe Lebensmittelindustrie teilt mit:
Am 1. April d. I. ist in Deutschland das gesetzliche
Flaschenpfand eingeführt ivorden. Hiermit ist einem
Wunsche der einschlägigen Industrie Rechnung ge
tragen. Sowohl die Brauereien als auch die Mine
ralbrunnen und Mineralwasserfabrikanten hatten
schwer darunter zu leiden, daß alljährlich beträcht
liche Mengen von Flaschen weit über den normalen
Verschleiß hinaus durch achtloses Wegwerfen in
Verlust gerieten oder durch unberechtigtes Einfül
len von verunreinigenden Flüssigkeiten, ja sogar
Giften, unbrauchbar gemacht wurden.
Durch bas neu eingeführte Flaschenpfand, welches
im allgemeinen 10 Psg. je Flasche beträgt, soll der
Verbraucher dazu angehalten werden, das ihm an
vertraute Gut möglichst sofort nach Entleerung dem
Verleiher wieder zuzustellen. Durch die Höhe des
Flaschenpfandes wird im allgemeinen der Aufwand
für eine neue Flasche nicht gedeckt, da der Wert
einer neuen Flasche mindestens 10 Psg., zum Teil
aber auch 40 Psg. beträgt. Durch Zahlung des
Flaschenpfandes wird ein Eigentumsrecht an der
Flasche nicht erworben. Das Flaschenpfand dient
vielmehr lediglich zur Sicherung des Anspruches?
auf Rückgabe.
Der Verwaltungsrat der Reichsbahn
beriet am 12. und 13. Mai 1936 in Berlin den
Abschluß des Geschäftsjahres 1936, er genehmigte
den Geschäftsbericht und die Bilanz für 1933 und
beschloß die Ausschüttung einer 7prozenttgen Divi
dende auf die Vorzugsaktien Serie 1 bis 5. Die
finanzielle Entwicklung der ersten vier Monate 1936
zeigt einen Einnahmezuwachs von 9,3 vH. gegen
1933. Von den Mehreinnahmen entfallen 6,8 vH.
auf Personen- und Gepäck- und 11,9 vH. auf den
Güterverkehr. Der Berwaltungsrat nahm Kennt
nis von einer Neuregelung des Bahnarztwesens.
Diese Regelung bringt im Einvernehmen mit dem
Reichsärzteführer eine Vereinheitlichung für das
gesamte Reichsgebiet und sichert dem Reichsbahn-
beamten die freie Aerztcwahl.
Der Mitropa, Mitteleuropäische Schlaswagen-
nnd Speisewagen AG., Berlin, hat das Geschäfts
jahr 1934-33 einen weiteren Aufschwung gebracht,
der in einer Umsahsteigerung von etwa 8 vH. sei
nen Ausdruck findet. Die Betriebseinnahmen be
liefen sich auf 29,7 (Vorjahr 27,7) Mill. JiM. Der
Reingewinn wird mit 0,62 (0,44) Mill. JiM ausge
wiesen. Juli 1933 befanden sich täglich 190 Schlaf-
wagen (1934: 180), 228 Speisewagen (217) und 41
Küchcnpackwagen (41) tm Umlauf. Neu kam dazu
die Wirtschaftsführung in den von der Reichsbahn
in Dienst gestellten Schnelltrieb. Die Zahl der ge
fahrenen Nutzwagenkilometer stieg von 87,1 auf 93,1
Mill. Die 1934 aufgenommene Bewirtschaftung von
Sonderzügen hat sich erfreulich weiter entwickelt.
Hamburger Börse
Amtliche Notierung ln JiM für 100 JIM Nennwert
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Lanļķ,
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14.5.
184 25
93 00
9250
117 00
121.00
79.00
92 25
36 50
15 00
29.00
16.87
36 50
13.5.
184 00
92.00
92.00
116.00
121 00
74.00
92 25
36 50
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14. 5
38.00
161.50
153.50
108 50
109.00
128.00
142 25
185.75
139.75
121 00
173 00
20 75
110 25
13 5
37 87
161 50
153.00
108 00
108 50
128.00
141 75
185.75
139.25
119.50
170.25
20.75
110.25
Hands! «nd Wandel
Amtliche Wädrungskurfe.
l Piund Sterling ....... 12.37
1 Dollar . 2.486
100 dän. Kr. ... . ... 55.23
100 iranz. Frank. ....... 16.37
Peseta , . , . . . . . . . 33 90
Lira ........... 19.55
14 5. 13 5.
12.345
2.455
55 12
16.385
33 94
19.55
lObne Gewähr!) Geldkurs
Metall. Elektrolytkupser per 100 Kg. 14 5 13 5.
prompt cif Hbg. ob. Brem. Rotterd. 52 75 52.75
Deutsche Schlachtviehmärkte
Kammernotierung Berlin am Markttage. Preise
für 1 Pfd. Lebendgewicht in 5?// (Ohne Gewähn
14 Mai 1936
Frankliirt/X
leipziü
Smttpri
Dresden
1. Kälber ..
2
1. Schafe....
2.
I Schweine .
2.
3.
1. Sauen ...
Au ftrie
Kälber ....
Schafe ...
Schweine
Kalbe. .
Schate
Schweine...
71—78
63—70
57
55—56
53
44-55
b und Ha
940
36
1279
ruhig
ruhig
zugeteilt
65-10
55-63
/6—80
70—75
56 »/2
54—55
5202
52-55
den Märkten
63-68
50-62
schlecht
schlecht
zugeteilt
171
994
mäß. bei.
zugeteilt
753
249
1010
langsam
belanglos
langsam
Husumer Magervieh- und Schafmarkt vom 14. Mai
Auftrieb: 1018 Rinder, 531 Schafe und Lämmer.
Preise: 2)4—3jähr. Ochsen 1. —, 2. 380—400 JIM,
1^—2}. Quien 1. 370—400, 2. 310—350 JiM, Fehr-
kühe, jüngere, 1. 400—430, 2. 840—380 JiM, Fehr-
kühe, ältere, 1. 370—400 JIM, 2. 240—820 JiM,
Ijähriges Jungvieh 120—180 JIM, Kalbkühe 1.
450—510 -JIM, 2. 880—440 JiM, Kalbquien 1. 370 bis
400 MM, 2. 330—360 JiM, Schafe mit 1 Lamm 75
bis 85 JiM, Schafe mit 2 Lämmern 95—110 JIM,
Graslämmer, 22—24 JiM, jährige Schafe 44—48
JiM. Verlaus: Rinder träge, Schafe flott. Beste
Grastiere waren gefragt, vor allen Dingen gute
Kühe. Im übrigen Handel in allen Gattungen sehr
ruhig. Kalbquien etwas vernachlässigt.
Wandsbeker Ferkelmarkt vom 14. Mai
170 Ferkel und einige Futterschweine aufgetric-
ben. Handel nur mäßig, kaum geräumt. Preise:
4—6 W. 16—18 JiM, 6—8 W. 18—22 JIM, 8—10 W.
22—26 JiM, 10—12 W. 26—30 JiM .Futterschweine
45—50 JiM. Wegen des Himmelfahrtstages wird
der Kleinviehmarkt in der Woche auf Mittwoch,
den 20. Mai 1936, vorverlegt.
Hamburger Rinder- und Schafmarkt vom 14. Mai
820 Rinder plus 99 Beobachtungstiere, 600 Tiere
weniger als auf dem Bormarkt. Es waren nicht
nur weniger Spitzentiere, sondern auch prozentual
weniger Tiere der Klassen a und b als in den
letzten Wochen .zugeführt. Tiere anteilmäßig an
jeden einzelnen Schlachter zugeteilt, c- und d-Kühe,
die in der 2. Märzhälfte zum freien Verkauf stan
den, sehr schnell vergriffen. 686 Schafe plus 2 Be
obachtungstiere. Markt sehr ruhig. Preise gaben
wiederum auf der ganzen Linie etwas nach. Wenn
auch langsam, so wurde doch der Markt geräumt.
Butter-Wochenbericht
Produktion überall stärker steigend. Die öies-
wöchigen Lieferungen bestanden vielfach schon aus
Uebergangsware, fielen aber qualitativ annehmbar
aus, da die Temperaturen günstig sind. Man rech
net für die kommende Woche vielfach schon mit
reiner Grasivare und erheblich stärkeren Zufuh
ren. Geschäftsgang weiterhin flott, so daß sich bisher
nirgends Bestände ansammeln konnten. Es dürf
ten Wochen kommen, wo die Möglichkeit zur Be
schaffung gröberer Reserven besteht. — Dänemark
verzeichnet eine Zunahme der Produktion. Eng
land kauft rege und bewilligte zum Teil einige
Schilling mehr. Auf der anderen Seite werden
auch von Deutschland immer noch annehmbare
Quantitäten aufgenommen. Es dürfte das vorjäh
rige Preis-Niveau kaum erreicht werden, da man
die heutige Notierung eigentlich gegen jede Erwar
tung um 6 Kr. auf 170 Kr. erhöhte. Die staatliche
Abgabe ging entsprechend 5 Kr. zurück.
Der MarkLbeobachter
Auch in dieser Woche sind die Zufuhren an Brot
getreide zum Hamburger Getrcidcmarkt vergleichs
weise noch nicht umfangreicher geworden, so daß
sich die Geschäftstätigkeit im großen und ganzen im
engsten Rahmen abwickelte. In Mahlweizen wur
den verschiedentlich kleinere Umsätze getätigt. Für
Mahlroggen zeigen sich die Mühlen wiederum stark
aufnahmefähig. — Am Futtcrgetrcidemarkt war
Futterweizen und Futterroggen knapp angeliefert.
Dagegen waren die Zufuhren von Futterhafer be
darfsgemäß, wenn auch vergleichsweise das anfal
lende Material nicht so groß war wie in der Vor
woche. An Futtergerste waren in erster Linie nur
schwere Qualitäten vertreten, die jedoch infolge der
hohen Forderungen nicht begehrt ivaren. Leichte
Ware wurde ohne Schwierigkeiten ausgenommen.—
Der ,zuttermittclmarkt zeigte sich wieder begrenzt
aufnahmefähig, zumal seitens der Landwirtsd)aft
größere Anregungen fehlten, da das Vieh nunmehr
in allen Teilen der Provinz auf der Weide ist. In
den nächsten Tagen wird zur freien Verteilung ein
Posten von 936 To. Fischmehl für die Provinz
Schleswig-Holstein zur Verfügung gestellt werden.
Am Kleie- und Kartosfelflockenmarkt wurden grö
ßere Umsätze nicht getätigt. — Der Käsemarkt ver
lief unverändert ruhig. Die Zufuhren an ausge-
reiften vollfetten Tilsiter Käsen, rheinischer und
holsteinischer Ware nach Holländer Art und baye
rische Schweizerkäse entsprachen nickst der Aufnah
mefähigkeit des Marktes. Dagegen waren minder
fette Sorten wieder über den Bedarf hinausgehend
angeliefert, welche zu weiter rückläufigen Preisen
nur langsam vom Handel aufgenommen wurden.
Die Versorgung des hiesigen Platzes mit den be
gehrten vollfetten Sorten wurde jedoch stark erleich
tert durch einen größeren Anfall vollsetter Ware
aus den skandinavischen Ländern. Auch aus Kolland
sind größere Ankünfte zu erwarten, da das Kontin
gent etwas erhöht ist (3,16 vH.). — An den Ham
burger Eiermarkt wurden in dieser Woche infolge
des eingetretenen warmen Wetters seitens der Käu
ferschaft größere Anforderungen gestellt. Anderer
leits sind die Zufuhren aus den niedersächsischen
Erzeugergebieten, welche nunmehr mit stärkerer Be
lieferung des deutschen Westens begonnen haben,
nickst unerheblich zurückgeganqen, so daß die An
sprüche des Großhandels nicht in vollem Maße be
friedigt werden konnten. Ausländische Eier, fast
ausschließlich aus Dänemark, wurden in gleicher
Menge dem Markte zugeführt wie in der Vorwoche.
Die günstige Versorgungslage ist durch die gegen
wärtig stärkere Marktbeanspruchung in keiner Weise
fühlbar beeinträchtigt worden.
Zenlml-Zerkelmaekt
der Provinz Schleswig-Holstein
am Donnerstag, dem 14. Mai 1936.
tn der städtischen Vlehmarkthalle zu RendSdnrg
Die Zufuhr zum heutigen Markt betrug 671 Stück
gegen 384 Stück in der Vorwoche, mithin eine
Mehrzufuhr von 187 Stück. Es wurden gezahlt für
schwere Ware (20—26 Kg.) 0,64—0,68 Ji,M
mittelschwere Ware (15—20 Kg.) 0,67—0,70 JiM
leichte Ware (1214—15 Kg.) 0,70—0,75 JiM
für % Kg. Lebendgewicht. Für allerbeste Ferkel
wurde auch über Notiz, für abfallende Ware auch
unter Notiz bezahlt. Jungschweine (über 25 Kg.)
waren mir wenige am Markt.
Zum heutigen Zentralferkelmarkt war die Zu
fuhr bedeutend höher als in der Vorwoche. Der
Handel war mittelmäßig, der Markt wurde nicht
ganz geräumt. Die Preise mußten erheblich nach
geben.
Ausgeführt wurden, soweit wir feststellen konn
ten, größere und kleinere Partien nach Ekeberg-
krug, Schülldorf, Haale, Haöemarschen, Neumünster,
Kiel, Preetz, Bad Segeberg, Bad Bramstedt, Horst,
Elmshorn, Plön, Oldenburg i. H.
Die Zufuhr an fetten Schweinen betrug 40 Stück
gegen 0 Stück in der Vorwoche. Die fetten Schweine
wurden nach Hamburg verschickt. Für gelieferte
fette Schweine werben 43—51 Pfg. für ^ Kg.
Lebendgewicht gezahlt.
Die Zahl der dem Kälbermarkt zugeführten
Tiere betrug 8 Stück gegen 7 Stück in der Vor
woche. Es wurden gezahlt für nüchterne Kälber 25
bis 30 Pfg., für Fresser 80—36 Pfg., für ältere
Kälber bis 50 Pfg. das % Kg. Lebendgewicht.
Des Himmelfahrtsfestes wegen findet der Ferkel-
markt in der nächste» Woche bereits am Mittwoch,
dem 29. Ma,, statt.
Berliner Schlachtviehmarkt
Berlin. 15 Mai <Vorberi»t> lOhne Eewäbri
Mitgeteilt non der Reichsviebwertungsaelellichaft.
ES wurde gezahlt für 50 Kg. Lebendgewicht:
Preise: Auftrieb: Verlauf:
Rinder 20-44
Kälber 28-80
Schate 23-48
Schweine
Schweine Klasse A hi? E 48*4
1860 ruhig
1859 ruhig
3925 ruhig
12493 ziemlich glatt
541/2 Sauen 506»—53 11 '*
Hamburger Schweinemarkt
Altona, den 15 Mai 1938
Preise: a 55. b 1 54. 6 2 53. c51. d 49 s 1 53-54. g 2 49-51
■'O ke Lbdaew Auftrieb 4914 P1007 Beobachtungstiere
(Ohne Gewahr) Handel: zugeteilt