Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

mie bei der „69er". Der Schaden betrage hier 
mindestens 100 MJl, und es seien Täuschungen 
einzelner Versicherungsnehmer vorgekommen. 
Fälschlich habe sich B. als Oberleutnant der 
Reserve ausgegeben und auf den Reichsnähr 
stand bezogen. Seine Pflicht sei es gewesen, die 
Leute aufzuklären. Gott sei Dank gebe es an 
ständige Versicherungsagenten, die nicht wie 
der Angeklagte verfahren. 
In ganz grober Weise habe V. Mitmenschen 
angepumpt. Er sei Ze ch p r e l l c r im wahren 
Sinne des Wortes, er sei Betrüger, indem er 
kurzfristig Rückzahlung versprach und sich ver 
schiedener Kniffe bediente, z. B. einen faulen 
Wechsel gab, von einem Bankkonto sprach, das 
nicht vorhanden war, u. dgl. In 24 Pumpfällen 
sei Betrug festgestellt, wieder als fortgesetzte 
Handlung. 
Was das Strafmaß anlange, so habe das Ge 
richt dem Angeklagten gar keine rechten Mil 
derungsgründe zuteil werden lassen können. 
Er war vorbestraft und wußte demgemäß, daß 
er besonders vorsichtig sein müsse. Man habe 
sich darum ernstlich die Frage nach einem be 
sonders schweren Fall vorgelegt. Bei Bejahung 
der.Frage hätte auf Zuchthaus erkannt werden 
müssen. Eine besondere Erschwerung der Ver 
fehlungen könne darin gesehen werden, daß der 
Angeklagte durch sein überzeugendes Auftreten 
die Leute eingewickelt habe. Gerade bei kleinen 
Leuten, die nicht so geschäftsgewandt seien, habe 
er seine Fähigkeiten in einer Weise ausgenutzt, 
durch welche die V o l k s g c s a m t h e i t au 
ßerordentlich geschädigt wurde. Der Angeklag 
te H schuld daran, daß das Vertrauen zu den 
Versicherungsgesellschaften, in hiesiger Gegend 
jedenfalls, vielleicht auf Jahre hinaus gelitten 
liabe, obwohl das Versicherungswesen au sich 
außerordentlich gesunde Grundlagen habe. Von 
Zuchthaus habe man jedoch abgesehen, weil 
B. noch nicht so erheblich vorbestraft sei. Im 
merhin durfte die Strafe nicht gering sein. 
Für den Fall der „Kölner" habe er 3 Monate 
Gefängnis erhalten, für den Fall der „Bürger 
lichen" 6 Monate und 600 JUL Geldstrafe, für 
den Fall der eigenen Krankenkasse, der am 
schwersten bewertet wurde, 2 Jahre Gefängnis, 
bezüglich der „Hamburger" und der „Vereinig 
ten" („Bauernhilfe") je 4 Monate, als Gesamt 
strafe für die Darlehnsschwinüeleien 1 Jahr, 
für die unterlassene Anmeldung seiner Kran 
kenversicherung 1 Monat. Das wären insge 
samt 4 Jahre 6 Monate Gefängnis. Diese 
Strafe sei mit 3 Jahren Gefängnis erheblich 
gemildert,' man habe auch nicht über den 
Antrag des Staatsanwalts hinausgehen wol 
len. Die Untersuchungshaft sei angerechnet, 
teils auf die Geld- und teils auf die Freiheits 
strafe. Wegen der ehrlosen Gesinnung und des 
skrupellosen Vorgehens seien dem Angeklagten 
die bürgerlichen Ehrenrechte auf 3 Jahre ab 
erkannt. Was die unterlassene Anmeldung be 
trifft, heißt es in der Urteilsbegründung, so 
habe B. gewußt, daß seine Kasse anmeldepflich 
tig war. 
Der Vorsitzende stellte fest, daß B. jetzt noch 
etwa 2 Jahre 8 Monate Gefängnis zu ver 
büßen habe. Ueber die Annahme der Strafe 
gab der Verurteilte noch keine Erklärung ab. 
Die Gerichtsberatung hatte ungefähr l'A Stun 
de gedauert. 
Der Staatsanwalt 
war in seinem Plädoyer mit dem Angeklagten 
scharf ins Zeug gegangen. Er rechnete ihn nicht 
zu den kleinen, sondern den großen Volksbe 
trügern. Systematisch sei er auf Betrug und 
betrügerischen Borg ausgegangen, und zwar 
seit der Rückkehr aus dem Kriege. Immer habe 
es B. darauf angelegt, sich durch Unehrlichkeit 
Vorteile zu verschaffen. Die Bornholdtsche 
Kasse sei von Anfang an auf Schwindel aufge 
baut gewesen. Mildernde Umstünde verneinte 
der Staatsanwalt. Wenn man sage, die Leute 
hätten dem Angeklagten das Betrügen leicht 
gemacht, so sei darauf zu erwidern, daß der ein 
fache Mann sich auf den verlassen können 
müsse, der ihm geistig über sei. Auf Kosten 
redlicher Volksgenossen habe B. ein gutes Le 
ben geführt. 
In seinem Schlußwort wiederholte 
Bornholdt noch einmal die mehrmals vorge 
brachten Entschuldigungsgründe. Die ihm vor 
gerechneten Einnahmen seien Bruttoeinnah 
men gewesen. Aus den Schulden sei er nicht 
herausgekommen,' sei ein Loch zugemacht ge 
wesen, so habe ein größeres offengestanden. 
B. bat um Milde für seine strafbaren Hand 
lungen. Während des langen Prozesses ließ er 
immer wieder erkennen, wie erstaunlich gut er 
die sehr vielen Einzelfälle im Kopfe hatte. 
Ein Zeuge aus Süderstapel, der unentschul 
digt ausgeblieben war, erhielt eine Ordnungs 
strafe von 20 JUl, ev. 2 Tage Haft. # 
von 10—17 Uhr dauert, folgt ein Frauen 
kampf zwischen den Vereinen Flensburg, 
Schleswig und Rendsburg. 
* Die Kriminalpolizei warnt vor einer ge 
fährlichen Warenbetrügerin. Sie teilt hierzu 
mit, daß in den letzten Wochen die 23jährige 
Ehefrau Luise Theöe geb. Bielfeldt, wohnhaft 
in Rendsburg, Duvenstedter Weg, in verschie 
denen Geschäften Waren bezogen, diese auf 
verschiedene Namen hat anschreiben lassen und 
nie bezahlt hat. Sie tritt recht glaubwürdig 
auf und unterrichtet sich über die Verhältnisse 
der Personen, deren Namen sie angibt, vor 
her genau. Sie wiegt auch die Geschäftsleute 
dadurch in Sicherheit, daß sie vorerst An 
zahlungen, dann auch beim Kauf weiter Teil 
zahlungen leistet und nur die Restschulü 
stehen läßt. Die Frau ist ca. 1.68 Meter groß, 
schlank, hat ein schmales, längliches Gesicht, 
dunkelblondes Haar, in der oberen Zahnreihe 
hat sie eine größere Lücke, die beim Sprechen 
auffällt. In den meisten Fällen war sie be 
kleidet mit einem hellen, fast weißen Kleid, 
heller abgewaschener Kostümjacke, weißer 
Mütze. Zu ihren Fahrten hat sie in der letzten 
Zeit ein fast neues'Herren-Fahrrad benutzt. 
Die Betrügerin sieht ihrer Bestrafung ent 
gegen. Um aber die Geschäftsleute vor 
weiterer Schädigung zu bewahren, wird vor 
dieser Schwindlerin gewarnt. 
Ìlettds6uc$es £àld#ļUeSUi&ed&cH. 
In der Schauburg. 
Poleublut. 
Eine^ Filmoperette in guter Besetzung, an 
ihrer Spitze Anny Ondra, wie immer von 
großem Liebreiz in ihrem Spiel, mit einer 
herrlichen Stimme und großem Ausdrucksver 
mögen in der Gestaltung ihrer Rolle. Die un 
wirkliche Welt der Operette ist auch beim Ton 
film gewahrt. Ein verschuldeter Graf wird von 
einer Frau, die er heiraten soll, aber nicht ha 
ben will, saniert, d. h. sie rettet sein Gut unter 
dem Deckmantel einer Wirtschafterin mit dem 
Gelde ihres Vaters. Na, und dann kommt die 
Liebe doch und ein glückliches Ende. 
Das Beiprogramm bringt einen sehr schönen 
Film von Indien, einen lustigen Trickfilm und 
die Wochenschau mit Bildern von dem Ge 
burtstag des Führers. 
* 
Tonhallcn-Lichtspiele: 
„Lockspitzel Asew". 
Der Film „Lockspitzel Asew", so wird ver 
sichert, schildere „wahrheitsgetreu die interes 
santesten Szenen aus dem Leben einer der 
raffiniertesten Gestalten der neueren Ge 
schichte". Diese Vorankündigung sagt nicht zu 
viel, aber sie sagt auch alles: die künstlerische 
Formung des Stoffes, um über der Nachbil 
dung des äußeren Geschehens auch das innere 
Drama der Menschen sichtbar zu machen, ist 
wohl etwas zu kurz gekommen. Die geschicht 
lichen Hintergründe der Handlung sind gewit 
terschwül genug, um einen spannenden Spio 
nagefilm abzugeben: die unheilschwangere 
Atmosphäre des Vorkriegsrußlands, in der die 
jungen Intellektuellen des Volkes mit ihrer 
westlerisch geformten Weltanschauung gegen 
das absolute Zarentum Sturm laufen, nicht 
mit der Kraft ihrer Ideen, sondern durch die 
zerstörende Macht ihrer Bombenattentate. 
Die Schauspieler setzen sich ernsthaft ein. 
Im Vorprogramm u. a. Aufnahmen von 
der Geburtstagsparade vor dem Führer und 
ein Bildstreifen, der die gelöste, heitere Rokoko 
anmut Sanssoucis einsängt. 
* 
In der Elektra: 
Der Favorit der Kaiserin. 
Das sei gleich zu Aufang gesagt: Kritik ist 
dazu da, verantwortungsvolle Haltung dem 
Werk gegenüber zu wahren, und hinzugefügt 
sei, daß leider die Lichtspielhäuser vertraglich 
verpflichtet sind, eine Serie von Filmen zu 
übernehmen, ohne die treffende Auswahl vor 
nehmen zu können. Hinsichtlich dieses Jtala- 
films sei betont, daß gewisse Kostümillusionen, 
Schlafzimmeratmosphäre und unechte Traditi 
on keinen Anspruch auf Wertigkeit in der 
heutigen Filmproduktion erheischen können. 
Wir lassen uns durch solche Blender nicht 
mehr hinreißen. Der Besetzungszettel dieses 
Films ist ausgezeichnet — die Innenauf 
nahmen mit den für solchen Filmen üblichen 
Pcrspektivaufnahmen der Zimmerfluchten sind 
gut. 
Im Beiprogramm ein Film des deutschen 
Waldes und des Weidwerkes. Die technischen 
Ueberschncidungen wie auch die photographi 
schen Ausschnitte sind hervorragend. Daneben 
ein Kurzlustspiel und die Fox Tönende 
Wochenschau mit Bildern vom Geburtstag des 
Führers. 
ßrlkenne áie t Wèc§iii®§€&iê 
WDerde Wiêtgļtied dess ^eieHsiM.§tseHuixbastdes7 
* Ei« Promenadenkonzert ist heute abend 
von 6 bis 7 Uhr vor der Stadthalle. Es spielt 
unsere Jnfanteriekapelle. Gesammelt wird für 
die Jugendherbergen. 
* Kreisfrenndschaftskegelkämpfe. Ein Bor- 
stanüskegelkampf der Keglervereine des Krei 
ses 1 im Gau Nordmark des Deutschen Kegler 
bundes, zu dem Flensburg, Schleswig, Husum 
und Rendsburg gehören, findet anläßlich einer 
Kreistagung am Sonntag im Vereinshaus 
„Saatsee" statt. Ein spannender Kampf steht 
zu erwarten. Unter den Keglern befinden sich 
der diesjährige norddeutsche Meister, Tams- 
Flensburg, und viele Städtemannschaftskegler. 
Anschließend an den Kamps der Kegler« der 
ScÁdeàwi^-tiêhhÌM 
Ums Rendsfrucg, 
Dm IS* unS !?* fltaî 
fûhrļderUeîchsoerbandfûrUeuļscheIugend-ļ 
Herbergen im ganzen Ueich Ueichswerbe-und 
Opfertage durch, die unserer Jugend hjer- 
bergen und kjeime schaffen sollen. OaS 
ganze deutsche vo!k zeigt an diesen lagen 
seine Verbundenheit mit seiner Jugend und 
hilft durch seine Spenden Heimstätten bauen. 
durch einen Omuibusverkehr mit sechs Diescl- 
Omnibussen aufgenommen werden. Am 
Dienstagabend sind die für die Omnibusse be 
stimmten 12 Führer nach Gaggenau gefahren, 
um die Fahrzeuge abzuholen. Vier Omnibusse 
werden den fahrplanmäßigen Betrieb durch 
führen, die beiden anderen sind Reservewagen. 
Die Fahrzeuge, die je rund 30 Personen be 
fördern können, fahren mit Schaffner. Es 
wird eine Linie eingerichtet, die in der Schuby- 
straße — Ecke Hesterberg beginnt und durch 
folgende Straßen führt: Schubystraße, Bis 
marckstraße, Plessenstraße, Niemannstraße, 
Fischbrückstraße, Rathausmarkt, Marktstraße, 
Lange Straße, Mönchenbrückstraße, Stadtweg, 
Lollfuß, Damm, Gottorfstraße, Friedrichstraße, 
Bahnhofstraße zum Reichsbahnhof und von 
dort durch folgende Straßen: Mansteinstraße, 
Husumerbaum, Fricörichstraße, Gottorfstraße, 
Damm, Lollfuß, Stadtweg, Plessenstraße, Nie 
mannstraße, Fischbrückstraße, Rathausmarkt, 
Marktstraße, Lange Straße, Mönchenbrück 
straße, Michaelisstraße, Schubystraße bis Ecke 
Hesterberg zurück. 
Segensreiche Tätigkeit der NS.-Volkswohl- 
fahrt im Kreis Schleswig. 
Schleswig, 18. Mai. Schon im April setzten 
die Kindertransporte durch die NS.-Bolks- 
wohlfahrt im Kreise Schleswig ein. Am 21. 
April fuhren 14 Kinder zur Erholung in Fa- 
milicnpflegestellen in den Kreis Husum. Am 
8. Mai traten 30 Kinder ihre vierwöchige Fe 
rienreise in den Gau Kurmark an. Aus einem 
Kinderheim an der Westküste kehrten am 17. 
April zehn Kinder gut erholt zurück. Am 22. 
Mai werden fünfundzwanzig Kinder aus dem 
Kreis in einem Kinderheim bei Büsum unter 
gebracht werden. Zur selben Zeit geht ein 
Transport von 88 Kindern zum Landaufent 
halt in den Gau Hessen-Nassau. Im Kreis 
Schleswig wurden am 18. April zehn Kinder 
aus dem Gau Düsseldorf aufgenommen. Einen 
großen Transport von 200 Kindern erwartet 
der Kreis Schleswig am 15. Juni. 
Im Laufe dieses Jahres konnten von der 
NS.-Bolkswohlfahrt in den verschiedenen 
Mütterheimen des Gaues Schleswig-Holstein 
bereits 26 Mütter aus dem Kreis Schleswig 
untergebracht werden. Die Verschickung wird 
während des Sommers in erhöhtem Maße 
fortgesetzt werden. 
Vom Heuboden gestürzt. 
Jevenstedt, 16. Mai. Am Freitag stürzte der 
hier beschäftigte Landhelfer Heinrich A. vom 
Heuboden und zog sich einen Bruch der Len 
denwirbelsäule zu. 
* * * 
Osterrönfcld, 16. Mai. Der Radfahrer- 
Verein RBC. von 1894 hält heute abend in 
den Räumen des Gastwirts Mester ein Rad 
saalfest ab, mit welchem der Verein bezweckt, 
für den Radfahrsport Freunde zu gewinnen. 
Das reichhaltige Programm enthält ein Er 
öffnungsfahren mit Hochrad und Eincr- 
Niederrad, einen Vierer- und einen Sechser- 
Damenschulreigen, einen Sechser-Herrenschul- 
reigen, einen Vierer-Herren-Kunstreigen und 
zwei Radballspiele der Mannschaften Rends 
burg — Eckernföröe, und zum Schluß einen 
humoristischen Reigen. Eingeleitet wird die 
sportliche Veranstaltung durch einen Vortrag 
des Dietwarts des RBC. von 1894, Lehrer 
Eberhard Krüger aus Rendsburg über das 
Thema „Der Sport in heutiger Zeit". 
88. Geburtstag. Die Witwe Sophie Sievers 
in Jevenstedt begeht am 17. Mai ihren 88. Ge 
burtstag. Sie ist für ihr Alter noch rüstig. 
Ums Sdtcmßcck 
Beendigung der Wadenfischerei. 
Eckernförde, 15. Mai. Der Betrieb der Wa 
denfischerei ist mit beendeter Fangzeit einge 
stellt worden. Abgesehen von ganz vereinzel 
ten Fängen, die sich wirklich lohnten, war das 
Ergebnis wenig befriedigend. Lang anhalten 
der Ostwind hatte die Fischer des öfteren an 
der Fangtätigkeit gehindert. Etwas besser ge 
staltete sich das Ergebnis der Ringwaden- 
fischerei. 
Tagung der Arbeitsgemeinschaft 
Schmausen. 
Eckernförde, 15. Mai. Die Arbeitsgemein 
schaft Schwansen, Amt Hütten, Dänischwohld, 
hielt am Mittwoch in der hiesigen höheren 
Technischen Staatslehranstalt für Hoch- und 
Tiefbau, der einzigen Bauschule der Nordmark, 
eine von Stadt und Land stark besuchte Ta 
gung ab, auf der Dr. ing. Saeftel einen Licht 
bildervortrag über das Thema „Wie wohnt 
der deutsche Bauer?" hielt. Die Wohnweise des 
deutschen Bauern ist nicht nur vom architekto 
nischen Gesichtspunkt aus zu sehen, sie vereint 
Innenausstattung, Unterbringung des Viehs 
und der Erute, Schmuck und Bedachung — sie 
gibt Ausdruck seines Volkstums und seiner 
Bodenverbundenheit. Der Vortrag, der bis in 
die früheste germanische Zeit zurückführte, fand 
reichen Beifall. 
Ums Sdde.swify 
Vor der Aufnahme des Omuibusbetriebes 
in Schleswig. 
Schleswig, 15. Mai. Am Himmelfahrtstage, 
dem 21. Mai, wird der Straßenbahnverkehr 
Stand der Arbeiten bei der Eiderabdämmnng 
im Monat Mai. 
T. Wenn man jetzt der Baustelle bei der 
Eiöerabdämmung im Südfelöerkoog einen Be 
such abstattet, so wundert man sich über das 
abgerundete Bild, das sich dem Auge bietet. 
Hoch ragt der rote Backsteinbau des Schleusen- 
bedienuugshauses aus dem Grün der Fennen 
und Deiche heraus als Wahrzeichen der gan 
zen Baustelle. Die ebenfalls aus roten Back 
steinen gebauten Schleusenmeisterhäuser sind 
jetzt beide bewohnt, und die Bauleitung ist für 
den Rest der Bauzeit in die Baracke über 
gesiedelt. Fast leer mutet der Platz vor dem 
neuen Deich an, auf dem früher ca. 60 000 
Tonnen Steine lagerten, die heute aber den 
180 Meter langen Eiderdamm bilden. Rund 
10 000 Tonnen Steine, die neu angefahren 
sind, füllen nun den Platz und warten dar 
auf, bei etwaigen Schäden im Eiderdamm als 
Lückenbüßer benutzt zu werden. Leicht kön 
nen sie mit der Bahn, die durch eine Unter 
führung zur Baustelle fährt, transportiert 
werden. Der Platz um die Schiffahrtsschleuse 
Aus ihhcHwuUdt, UûHMMrļļ&dmsûzssk&i* 
und Umfyeņend 
ai. Hohenwestedt, 15. Mai. Die Ehrenliste 
der SA. für das Dankopfer an den Führer 
liegt nur noch bis zum 20. ü. M. aus und wird 
in empfehlende Erinnerung gebracht. Die 
Liste des SA.-Reserve-Sturmes 24/94. 85 liegt 
am 1. und 17. Mai in der Harmonie (kleine 
Gaststube) und vom 18. bis 20. Mai im Partei- 
lokal P. Hinrichsen zur Einzeichnung bereit. 
Die Liste des Sturmes 10/163 ist nach wie vor 
im Sturmlokal „Fernsicht" (W. Oder). In 
den Dörfern sind die einzelnen Trupp-, bzw. 
Scharführer zur Entgegennahme des Opfers 
bereit. Niemand, der sich dem Führer gegen 
über zu Dank verpflichtet fühlt, sollte die Ge 
legenheit versäumen, ihn abzustatten. Für 
das zusammengetragene Geld sollen nach des 
Führers Willen Arbeiterheime gebaut wer 
den. Erinnert sei daran, daß das eingezeich 
nete Opfer nötigenfalls in drei Raten ent 
richtet werden kann. 
rr. Reyer, 18. Mai. Standesamtliche Nach 
richten. Die Ehe wollen miteinander ein 
gehen: Bauer Hans Heinrich Greve, Wester- 
akeby, mit der Haustochter Anne Holling, 
Reher,' Bauer Hans Dibbern, Münsterüorf, 
mit der Haustochter Alwine Christine Ehlers, 
Reher,' Schlachter Jacob Oldsen, Reher, mit 
der Haustochter Marie Anne Schütt, Peißen,' 
Milchkontrolleur Hans Fölstcr, Reher, mit 
der Haustochter Anna Marg. Backen, Quarn 
stedt. 
ur. Jnnien, 16. Mai. Ehrung eines Kriegs 
pferdes. Am Ende des Kriegs wurde von dem 
Gast- und Landwirt W. Rathjen in Bargfeld 
ein Kriegspferd, welches bei dem 9. A.-K. sei 
nen Dienst getan hat, erworben. Das Pferd 
hat heute ein Alter von über 30 Jahren, befin 
det sich in wohlgenährtem Zustand und macht 
noch täglich seine Arbeiten. Bor kurzem wurde 
dem Besitzer eine große Freude zuteil,' ihm 
wurde von dem bekannten Tierfreund F. ein 
gestiftetes Ehrenschild überwiesen, das am Ge 
schirr befestigt ist und auf weißem Emaille 
grund das Eiserne Kreuz und das Wort 
„Kriegskamerad" zeigt.
	        
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