Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Deutscher Saugertag in Hamburg 
^ DNB. Hamburg, 15. Mai. Der diesjährige 
Sängertag des Deutschen Sängerbundes, der 
vom 15. bis 17. Mai viele Tausende deutscher 
Sänger in Hamburg vereint, nahm heute mit 
einem Empfang der führenden Persönlichkei 
ten des Bundes beim Senat seinen Anfang. 
Der deutsche Sängerbund wird im nächsten 
Jahre 75 Jahre bestehen und dieses Gedenkjahr 
mit einem großen Sängerbunöestag in Bres 
lau feierlich begehen. Der Vorbereitung dieses 
Ereignisses gelten insbesondere die mit dem 
Hamburger Süngertag verbundenen Bespre 
chungen und Beratungen. Bekanntlich umfaßt 
der Deutsche Sängerbund nicht weniger als 
25 000 Gesangvereine mit rund 800 000 singen 
den Mitgliedern, die auf über 16 000 Ortschaf 
ten verteilt sind. Kaum ein Ort in Deutschland 
ist demnach ohne Chorgesang. An dem Ham 
burger Tag nimmt für je 6000 Sänger 
Vertreter teil. 
ein 
Bei dem Empfang im Rathause, an dem 
zahlreiche Vertreter des Staates, der Partei, 
der Behörden und des kulturellen Lebens teil 
nahmen, hieß Senator von Allwörden die Gäste 
im Namen des Reichsstatthalters und des Se 
nats aufs herzlichste willkommen. Es sei für 
Hamburg eine besondere Freude, nach 61 Jah 
ren wieder Treffpunkt der deutschen Sänger 
zu sein, zumal gerade Hamburg ebenso wie die 
Nordmark der Pflege des Volksliedes und der 
Männerchöre immer besondere Aufmerksam 
keit gewidmet habe. Bereits Anfang der 80er 
Jahre des vorigen Jahrhunderts sei hier der 
erste Zusammenschluß norddeutscher Gesang 
vereine erfolgt, dem 80 Jahre später die Ver 
einigung aller norddeutschen Vereine folgte. 
In Anbetracht seiner hohen Verdienste um 
das deutsche Volkslied und den Männergesang 
überreichte Senator von Allwörden sodann 
dem früheren langjährigen Chormeister aller 
Hamburgischen Gesangvereine, John Julia 
Scheffler, die Brahms-Medaille. Scheffler 
dankte in bewegten Worten für die ihm zuteil 
gewordene Ehrung und gab einen Ueberblick 
über die Entwicklung des Männergesanges in 
Hamburg. Bon jeher hätte es die Sängerschaft 
als ihre Ehre betrachtet, zu Volkstum, Heimat, 
Vaterstadt und Vaterland zu stehen. 
Der Bundesführer des Deutschen Sänger 
bundes, Oberbürgermeister Meister - Herne, 
sprach den Dank der Gäste an Hamburg aus. 
Er unterstrich die gewaltige nationale und 
kulturelle Aufgabe, die von den deutschen 
Sängern im In- und Auslande erfüllt werde. 
Die jetzige Hamburger Arbeitstagung solle die 
Richtung weisen für die weitere fruchtbare 
Arbeit, und man dürfe schon jetzt hoffen, daß 
im nächsten Jahre auch zahlreiche deutsche 
Sänger aus dem überseeischen Ausland über 
Hamburg zum Bundestag herbeieilen würden. 
Reichskultursenator Jhlert überbrachte die 
Grüße und Wünsche des Präsidenten der 
Reichsmusikkammer. Musik und Gesang, so be 
tonte er u. a., seien eine Sprache der Seele, 
die von jedem Angehörigen eines Kulturvol 
kes verstanden werde. Aufgabe des Deutschen 
Sängerbundes sei es, für die deutsche Kultur, 
das deutsche Lied und für das Deutschtum 
überhaupt im In- und Auslande diese Sprache 
zu pflegen, die es nicht zuletzt ermögliche, allen 
Völkern unseren Geist der Friedensliebe, des 
Entgegenkommens, aber auch der Wehrhaftig 
keit zu vermitteln. 
Am Freitagabend begann die Reihe der mu 
sikalischen und sängerischen Veranstaltungen 
mit einem großen Festkonzert in der Musik 
halle. 
Das Konzert, das unter Leitung des Lübecker 
Städtischen Musikdirektors Gauchorleiters 
Hermann Fey stand, wurde ausgeführt von 250 
Männerstimmen der Sängergruppe Aliter und 
80 Jugendstimmen der Sängerschule im Lü 
becker Staatskonservatorium. Außerdem wirk 
ten Solisten sowie die Bläser des Hamburger 
Philharmonischen Staatsorchesters mit. Künst 
lerisch gesehen stellte das Konzert eine ein 
drucksvolle Kundgebung für die dem deutschen 
Chorgesang innewohnenden kulturellen Kräfte 
dar, wobei das Schaffen der Gegenwart beson 
dere Berücksichtigung fand. Der erste Teil des 
Konzerts galt dem Gedenken an Brahms und 
Reger. Der zweite und dritte Teil enthielten 
neue Chorwerke lebender Komponisten. Hier 
zeigte sich, wie befruchtend die politischen Kräfte 
der Gegenwart auf das künstlerische Schaffen 
der deutschen Tondichter gewirkt haben. Be 
sonders eindrucksvoll waren das „Bergarvei- 
terlied" von Armin Knab, der „Psalm der Ar 
beit" von Kurz Lizmann und die große Kan 
tate von Kurt Thomas: „Das Hohe Lied der 
Arbeit". Auch im dritten Teil hörte man starke, 
aus dem Geist der neuen Zeit entstandene 
Werke, wie Kurt Schuberts „Schlageter", ein 
Chor, der nach Worten des Reichsdramaturgcn 
Dr. Rainer Schlösser geschrieben wurde; ferner 
Hermann Grabners «Fackelträger" und John 
Julra Schefflers Männerchor „Kamerad Deut 
scher", der unter Leitung des Komponisten ge 
sungen wurde. 
Jubiläumsausstellung der 
Akademie der Künste. 
350 berühmte Mer. 
DNB. Berlin, 16. Mai. Die unter der 
Schirmherrschaft des Preuß. Ministerpräsiden 
ten stehende Jubiläumsausstellung, die die 
Preußische Akademie der Künste aus Anlaß 
des 150jährigen Bestehens ihrer Ausstellungen 
in ihren Räumen veranstaltet, wurde in An 
wesenheit einer großen Zahl offizieller Per- 
sönlrchkeiten feierlich eröffnet. Die Ausstellung 
umfaßt beinahe 350 Bilder, darunter Bilder 
von Pesne, Schaöow, Chowiecki, Hackert, Ko- 
bell, Dörner und Schinkel, weiter Menzel. 
Kaulbach, Böcklin, Feuerbach und Leibl. Len- 
bach zieht mit dem Bildnis des Eisernen Kanz 
lers, das sonst das Arbeitszimmer des Füh 
rers schmückt, in den Bann. Werke von Piloty, 
Bokelmann, Stuck und Uhde, Slevogt und 
Corinth, v. Werner, Defregger schließen sich 
an; kaum einer scheint zu fehlen, der einmal 
Mitglied der Akademie gewesen ist. 
Der Priesterchor aus der „Zauberflöte" von 
Mozart, vorgetragen vom Plaßschen Bläser 
chor, leitet über zur Rede des stellvertretenden 
Präsidenten der Akademie, Professors Dr. Ge 
org Schumann. Nach der Begrüßung der Ver 
treter fremder Nationen, der deutschen Länder, 
des Reiches, der Reichs- und Staatsbehörden 
und der Partei hob er die besondere Bedeutung 
dieser Jubiläumsausstellung hervor, in der 
sich das 150jährige Bestehen der Akademieaus 
stellungen und der Kunstausstellung in Berlin 
überhaupt verkörpere, und die auf dem Gebiet 
der Malerei und Graphik die Zeit vom Aus 
gang des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart 
umfasse. Auf dem Gebiet der bildenden Kunst 
sei Neues im Werden. In den Bauwerken des 
Dritten Reiches sehe man den Ausdruck des 
Strebens und Sehnens nach monumentaler 
Größe von innerstem, ewigem Leben. Die 
Kunstausstellungen bildeten insoweit eine Ge 
fahr, als sie den Künstler aus dem lebendigen 
Volkskörper loslösten. Die Kunstausstellungen 
könnten aber darum nicht abgebaut werden. 
Der Künstler solle hier neben die anderen 
schassenden Volksgenossen treten und sich be 
währen. Die NSDAP, gebe sich Mühe, das 
Volk an seine Kunstwerke wieder heranzu 
bringen in der Ueberzeugung, daß der große 
Künstler immer aus seinem Volke geschaffen 
habe, und daß er darum auch wieder von sei 
nem Volke verstanden werden müsse. 
hielt. Der Zettel liefert den Beweis dafür» 
daß auf Grund einer ausdrücklichen An 
weisung tiefer als zulässig ausgeschachtet 
worden ist. 
Noth behauptet, daß er die Angaben für den 
Schachtmeister auf Grund einer am 8. August 
erfolgten Besprechung mit Reichsbahnrat 
Weyher weitergegeben habe, während Weyher 
auch jetzt noch dabei bleibt, daß er Anweisung 
für eine unzulässige Tieferschachtung nicht er 
teilt habe. Er könne sich einer Besprechung am 
8. August oder einem anderen Tage der da 
maligen Zeit, bei der Anweisungen über eine 
Tieferschachtung gegeben worden seien, nicht 
entsinnen. 
Die nächste Verhandlung findet Mittwoch 
statt. 
im 
Mrerbiisie für te Zlympiastadion. 
NDZ. Berlin, 15. Mai. (Eig. Funkm.) Wie 
Führerorgan der nationalsozialistischen 
Jugend „Wille und Macht" mitgeteilt 
wird, ist der Bildhauer Joseph Thorak 
mit der Herstellung einer Führerbüste für das 
olympische Stadion in Berlin beauftragt wor 
den. Thorak ist im vergangenen Jahr bekannt 
geworden, als er in einem Preisausschreiben 
den Auftrag erhielt, in Ankara das National 
denkmal der Türkei zu errichten. Thorak nahm 
auch die Totenmaske des verstorbenen Reichs 
präsidenten Generalfeldmarschall von Hinden- 
burg ab und modellierte viele europäische 
Staatsmänner, u. a. Mussolini, Pilsudski und 
auch den Präsidenten der Türkei, Kemal 
Atatürk. 
Arbeiter und Soldaten ans der KdF.-Seereise. 
Zum ersten Male nahmen Wehrmachtsangehörige geschlossen an einer größeren 
KdF.-Fahrt teil. Auf dem KdF.-Schiff „Oceana" verließen sie den Hamburger Hafen 
mit dem Ziel Norwegen. (Scherl-Bilderdienst, K.) 
Die Jlis in Stockholm. 
Starke Beteiligung Ieutschlanös. 
DNB. Stockholm, 15. Mai. Die Internatio 
nale Luftfahrtausstellung in Stockholm, die 
Ivü Firme» aus 13 Nationen beschickt haben, 
wurde am Freitagnachmittag von König 
Gustaf V. eröffnet. Die Ausstellung, kurz 
„Jlis" genannt, ist die dritte und größte 
dieser Art, die bis jetzt hier veranstaltet wur 
de. Sie ist besonders infolge der großen Be 
teiligung Deutschlands bemerkenswert. Bon 
den drei großen Ausstellungshallen hat die 
größte ausschließlich die deutsche Abteilung 
belegt. Sie zeigt auf 23 Ständen acht Flug 
zeugtypen und verschiedene Modelle. All 
gemein findet der „Junkers-Flugexpreß" 
Ju 8 größte Beachtung und Bewunderung, 
desgleichen der leichte Viersitzer „Taifun" von 
den Bayerischen Flugzeugwerken sowie der 
neue Mercedes-Motor und Junkers-Rohöl- 
Motor für Flugmaschinenantrieb. Große An 
ziehungskraft übt der Dornier-Stand mit dem 
schönen neuen Modell Do. 20 aus. Außer den 
großen Werken der deutschen Flugzeugindu 
strie sind die wichtigsten Industriezweige ver 
treten, die mit dem Flugzeugbau in Verbin 
dung stehen, wie z. B. die Vereinigten Leicht 
metallwerke, I. G. Farben, Bosch, Zeiß und 
andere. 
HMebck'à m Nnemarî. 
Viel Wild umgekommen. 
DNB. Kopenhagen, 15. Mai. Aus Jütland 
werden die ersten Heiöebränöe des Jahres ge 
meldet. Donnerstag mittag brach bei Grenaa 
in Nordjütland ein Brand aus, der durch 
einen Funken aus einer Lötlampe verursacht 
wurde, die ein Telefonarbeiter zum Löten 
eines Kabels benutzte. Innerhalb kurzer 
Zeit standen etwa 100 Hektar Heide in Flam 
men. Das Feuer dehnte sich immer weiter 
aus und erfaßte schließlich ein Gebiet von etwa 
5 Quadratkilometer. Im Laufe des Nach 
mittags konnte dem Feuer durch Auswerfen 
von Gräben schließlich ein Ende gemacht wer 
den. In den Flammen ist ein größerer Wild- 
bestand, Hasen, Fasanen und Auerhühner, um 
gekommen. 
Ein zweiter Heidebrand wütete Donnerstag 
nachmittag unweit Tonderns, wo 7 Hektar 
Heide brannten. Auch hier kam viel Wild in 
den Flammen um. 
Mueller m fofsR, 
DD. Warschau, 15. Mai. Wolkenbrüchc, ver 
bunden mit orkanartigen Stürmen, richteten 
in verschiedenen Teilen Polens, insbesondere 
in den Kreisen Kempen, Skierniewicz, Kielcc 
und Lublin, schweren Schaden an. Durch 
Hagelschlag wurden vielfach die Felder schwer 
betroffen. Bei Kielce wurden durch eine 
Windhose einige Ställe und hölzerne Wohn 
häuser zerstört. In Kazimierz an der Weichsel 
entstand durch einen Wolkenbruch eine Ueber- 
schwemmung; das Wasser riß drei Wohnhäuser 
fort und drang in einigen Straßen in die 
Keller und Wohnungen ein. Durch Blitzschlag 
entstanden an mehreren Orten größere 
Schadenfeuer. 
Die Reichstheaterfestwoche. 
DNB. München, 1. Mai. (Eig. Funkm.) Die 
Reichstheaterfestwoche brachte am Freitag 
abend die dritte Festaufführung eines Werkes 
nationalsozialistischer Dramatiker mit dein 
Schauspiel „Thomas Paine" von Hans Johst, 
dem Präsidenten der Reichsschrifttumskammer. 
Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsstatthalter 
Ritter von Epp, Ministerpräsident Siebert 
und Staatsminister Adolf Wagner wohnten 
der Aufführung bei, für die Dichter und Dar 
steller Dankeskundgebungen ernteten. 
Bauunglücks-Prozeß. 
Zer Zettel in Iümckes Hand. 
Im Berliner Bauunglücks-Prozeß legte der 
Angeklagte Noth die Pyotokopie einer bei den 
Akten befindlichen Zeichnung vor, aus der er 
Berechnungen über die endgültige Schachttiefe 
der Tunnelsohle angestellt hat. Nach diesen 
Berechnungen ist auch der Zettel ausgeschrie 
ben worden, den der tot aus der Grube ge 
borgene Schachtmeister Dümcke in der Hand 
Nmscher Alm entgleist. 
Am gestrigen Tag des neuen Sommerfahr 
plans hat die Dänische Staatsbahn ein Unglück 
zu verzeichnen, das leicht hätte verhängnisvoll 
werden können. Der Eilzug von Fredericia 
nach Kopenhagen verunglückte vormittags uM 
11 Uhr 10 bei der Station Hedehnvene hinter 
Korsör. Sämtliche Wagen liefen aus de» 
Schienen und stellten sich quer. Der Zug hatte 
3VÜ—40V Reisende in seinen Wagen; wie durch 
ein Wunder haben nur vier Personen leichtere 
Verletzungen davongetragen. Es ist festgestellt, 
daß bei der genannten Station das Durchs 
sahrtssignal noch nicht gegeben war; die Schuld 
liegt daran, daß der Eilzug zu große Geschwin 
digkeit hatte. 
Bekanntmachung. 
Sämtliche Schlächterläden sind auch während der 
Sommermonate Sonntags geschlossen. 
SchLachteànnng Rendsburg. 
f 9 £(Büdelsdorler Strand) 
Jeden Sonntag nachmittag von 3 bis 7 Uhr: 
Mrauzchem 
färbt seit 130 Jahren, reinigt alle Garde 
roben, plissiert, (Hand- und Maschinen- 
piissee), imprägniert, dekatiert 
Rendsburg, Neue Straße S, Tel. 2838 
teuer 
Muß 
mm 
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Sclileswig, Stadtweg ZI
	        
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