Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

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LaàrSeiļ zu erleichtern. Deshalb muß Ne 
Landmaschinenindustrie mehr Maschinen her 
stellen, die dem Bedürfnis der großen Praxis 
gerecht werden. 
Die III^Reichsnährstandsausstellung ist wie 
der ein Schritt weiter zum erstrebten Ziel. 
<-ie will der weltanschaulichen und wirtschafts 
politischen Aufklärung dienen, damit das 
Landvolk lernt, welche Aufgaben ihm gestellt 
sind und wie es diese zu meistern hat. Wir 
wollen auf diesem Wege weiterarbeiten, stets 
eingedenk des Grundsatzes, der für unsere 
Reichsnährstandsausstellung bereits historisch 
geworden ist: Das Bessere ist des Guten Feind. 
SegkHungsabevd der Stobt Zrmksmļ. 
l’luf dem Begrüßungsabcnd der Stadt 
Frankfurt a. M. anläßlich der III. Rcichsnähr- 
standsausstellung sprach Reichsbauernführer R. 
"^alther Darre. Er ging aus von dem Gegen 
satz zwischen dem Welthandel und dem Be 
streben des Landwirtes, die inländische Er- 
nahruugsgrundlage unseres Volkes zu erhal 
ten. Der Nationalsozialismus Hütte bewiesen, 
daß diese scheinbar unvermeidlichen Gegen 
sätze in Wirklichkeit nichts anderes gewesen 
seien als die Folgen einer falschen Betrach 
tungsweise. Der Welthandel sei in Wahrheit 
nichts anderes als der Leistnngsaustausch ge- 
jchlossencr Volkswirtschaften. Jede von ihnen 
dürfe nur als Gesamtheit betrachtet werden. 
Nur ihre Gesamtinteressen gehen über die Ge 
staltung des gegenseitigen Leistungsaustau 
sches. Dies seien die Grundgedanken der Neu 
gestaltung unserer Wirtschaftspolitik gewesen. 
So gesehen ergebe sich ohne weiteres, daß von 
einer notwendigen Gegensätzlichkeit zwischen 
Außenwirtschaft und Binnenwirtschaft, zwi 
lchen Welthandel und Landvolk, nicht die Rede 
sein könne. Beide seien vielmehr durch die 
Marktordnung zu einer organischen Einheit 
verbunden. 
Wir haben das Ziel, Form und Inhalt unse 
res Lebens wieder miteinander in Einklang 
zu bringen. Die Lösung dieser Aufgaben haben 
wir in die Hand genommen. Getragen von dem 
durch Adolf Hitler wieder erstandenen Gemein 
schaftsgedanken, finden sich wieder das Land 
volk und das Handwerk zusammen, in deren 
Reihen schon auf Grund der wirtschaftlichen 
Entwicklung der Gemeinschaftsgcdanke in erster 
Linie lebendig war. 
Im Landvolk und im Handwerk gab es noch 
den Unternehmer, der für eigene Rechnung 
wirtschaftete. Er weiß, daß über der Verant 
wortung für den eigenen Betrieb, für die eige 
ne Gefolgschaft, die Verantwortung für unser 
gesamtes Volk steht. Deshalb trat neben die 
ständische Ordnung die Ordnung der Märkte. 
Daß diese Folgerung von der Marktordnung 
des Nationalsozialismus gezogen wurde, be 
deutet die endgültige Wiederherstellung der 
Gemeinschaft des deutschen Landvolkes mit dem 
Handwerk." 
Nachdem das Sieghcil aus den Führer be 
geisterten Widerhall gefunden hatte, beschloß 
das Deutschland- und das Horst-Wessel-Licd die 
Feierstunde. Die Gäste machten dann mit dem 
Reichsbauernführer einen Rundgang durch das 
inzwischen von Zehntausenden von Bauern 
belebte Ausstellungsgelände. 
Blatiger Zwischenfall 
in einem Jerusalemer Kino. 
Drei Juden erschossen. 
DNB. Jerusalem, 17. Mai. In den späten 
Abendstunden des Sonnabend kam es in dem 
vollbesetzten Kino „Eaison", das im Juden 
viertel der Jerusalemer Neustadt liegt, zu 
einem blutigen Zwischenfall. Gegen Schluß der 
Vorstellung ertönten plötzlich Revolverschüsse, 
die von unbekannter Seite in das Publikum 
abgegeben wurden. Es entstand eine furchtbare 
Panik, die die Täter benutzten, um in Kraft- 
wagen unerkannt zu entkommen.« 
Drei Juden wurden durch die Schüsse getö 
tet, drei wettere leicht verletzt. 
Kritische Lage in Palästina. 
Die Erregung über den Feuerüberfall in 
dem jüdischen Kino in Jerusalem hält die 
ganze Stadt in ihren Bann. Die Straßen Je 
rusalems sind mit aufgeregten Menschenmassen 
überfüllt. 
In den jüdischen Blättern wird in besorg 
ten Aufsätzen auf die allgemeine Unsicherheit 
hingewiesen, von der nicht nur die jüdische 
Bevölkerung, sondern auch die Europäer ein 
schließlich der Engländer betroffen seien. Die 
Zeitungen erklären, daß das Vertrauen der 
Juden zur Mandatsregierung schwer erschüt 
tert sei, da diese ihre Zusagen für den Schutz 
von Leben und Eigentum angeblich nicht ein 
gehalten habe. 
Am Sonnabend fand eine Besprechung füh 
render arabischer Persönlichkeiten statt, über 
deren Ergebnis jedoch nichts bekannt wurde. 
Von maßgebender arabischer Seite wurde 
lediglich der Presse eine Erklärung zur Ver 
fügung gestellt, in der es heißt, daß man ohne 
vorhergehende Unterbindung der jüdischen 
Einwanderung nach Palästina keinerlei Vor 
schläge der britischen Mandatsregierung an. 
nehmen werde. 
Deutscher Juristentag in Leipzig 
20000 Rechtswahrer marschieren auf — Großkundgebung auf dem Reichs- 
gsrichtsplatz — Das Telegramm des Führers 
DNB. Leipzig, 16. Mai. In der mit den 
Symbolen des Reiches und der Deutschen 
Nechtsfront würdig geschmückten größten 
Messehalle Leipzigs eröffnete der Reichsjuri 
stenführer Reichsminister Dr. Frank Sonn 
abend vormittag den Deutschen Juristentag 
1936, der mit der fünften Reichstagung des 
Bundes Nationalsozialistischer Deutscher Ju 
risten verbunden ist. Feierliche Stimmung la 
gerte beim Fahneneinmarsch über dem Riesen 
raum, in dem sich mittlerweile der Stellvertre 
ter des Führers, Reichsminister Rudolf 
Heß, Reichsjustizminister Dr. Gürtner 
und Reichsstatthalter Gauleiter Mutsch 
mann mit dem Landesstellenleiter Salz 
mann eingefunden hatten. 
Reichsminister Rudolf Heß übermittelte 
die Grüße des Führers und wies in seiner 
Rede darauf hin, daß „je mehr der Geist des 
Volkes in der neuen deutschen Rechtspflege 
seinen Ausdruck findet, desto mehr fühlt sich 
das Volk nicht nur mit seinem Recht, sondern 
gerade auch mit dem Staate selbst verbunden". 
Dann sprach, vom Reichsjuristenführer Dr. 
Frank herzlich begrüßt, Reichsjustizminister 
Dr. Gürtner. 
Im Anschluß an seine Ausführungen er 
klärte Reichsjuristenführer Dr. Frank, die 
kameradschaftliche Zusammenarbeit der Reichs 
justizverwaltung und des Bundes National 
sozialistischer Deutscher Juristen habe in den 
Jahren der Durchsetzung der nationalsoziali 
stischen Rechtsideale so erfreuliche Formen an 
genommen, daß sie als ideale Verwirklichung 
der Einheit von Partei und Staat auf dem Ge 
biete des Rechts bezeichnet werden können. 
Am Sonntagvormittag stand die Stadt Leip- 
zeig im Zeichen der Großkundgebung der deut 
schen Rechtswahrer auf dem Reichsgerichtsplatz. 
Die Rechtswahrer zogen in geschlossenem Zuge 
zum Kundgebungsplatz. Den Fahnen folgten 
die Ehrenformationen der Parteigliederungen. 
Die 600 Referendare aus dem Gemeinschafts 
lager Jüterbog schlossen sich an. Etwa 20 000 
Rechtswahrer füllten den festlich geschmückten 
Platz. Gegen 11 Uhr traf der Reichsrcchtsfüh- 
rer, Reichsminister Dr. Frank, ein. Am 
Portal des Reichsgerichts wurde er von dem 
Fachschaftsleiter der Gruppe Reichsgericht, 
Reichsgerichtsrat Dr. S ch u l tz e, empfangen 
und in die große Wandelhalle geleitet. 
Reichsgerichtsprüsident Dr. Bumke wies 
auf die ungeheure Wandlung hin, die sich seit 
der Machtergreifung im deutschen Rechtsleben 
vollzogen habe. Der Führer habe die Grund 
lage' geschaffen, auf der allein ein arteigenes 
wirkliches' Volksrecht erwachsen könne. Der 
Redner dankte Reichsminister Dr. Frank dafür, 
daß er zu jeder Stunde die Heiligkeit des 
Rechts verkündet und behütet habe. 
Anschließend begab sich der Reichsrechtsfüh 
rer mit den Mitglieder des Reichsgerichtes auf 
die Freitreppe. Er eröffnete die Kundgebung, 
indem er auf die Verbundenheit des Reichs 
gerichtes mit dem Reich hinwies. Ein starkes 
Reichsgericht, so führte er aus, sei nur durch 
die Stärke des Reiches gewährleistet. Daraus 
ergebe sich ganz allgemein, daß die Voraus 
setzung für die Stärke eines deutschen Gerichts 
wesens überhaupt die Schaffung eines starken 
Reiches sei. Der Reichsrechtsführer gedachte 
dann derer, die für die Stärke des Reiches ge 
fallen sind. 
Nachdem das Lied vom Guten Kameraden 
verklungen war, fuhr der Reichsrechtsführer 
u. a. fort: Einen Rechtsglaubcn von der Stärke 
wie der Nationalsozialismus ihn gab, hat das 
deutsche Volk noch nie erlebt. Eine Zuversicht, 
daß über unserem nationalsozialistischen Wol 
len die Gnade des Himmels liegt, haben wir 
in der deutschen Geschichte in dieser Stärke 
noch nicht erlebt. Es ist eine Mission an sich, 
als Deutscher geboren zu werden, aber es ist 
ein noch größeres Glück, Volksgenosse Adolf 
Hitlers sein zu dürfen. Wir haben gestern den 
deutschen Rechtswahrer proklamiert und wir 
wollen in diesem Rechtswahrer den Wahrer des 
wahren Rechtes Deutschlands, des deutschen 
Volkes und der deutschen Volksgenossen sehen. 
Es war im Jahre 1930, als der Führer hier 
inmitten dieses Gebäudes den Eid darauf ab 
legte, daß er getreu den Gesetzen des Lebens 
und des Reiches in unserem Volke die Macht 
erlangen wolle. Dieser Eid des Führers vor 
dem Reichsgericht ist heute bereits eine ge- 
sthichtliche Tat. Wir haben aus den Tiefen und 
Höhen des Erlebens in diesem Gebäude nun 
für alle Zukunft eines zu erkennen: Man kann 
das Rechtsleben eines Volkes nicht loslösen 
von dem geschichtlichen Werden und Schicksal 
dieser völkischen Gemeinschaft. 
Wir kämpfen um die Seele des Rechts und 
um seine Verbindung mit der Seele des Vol 
kes, auf daß aus diesem Einklang ersteht das 
Reich des Nationalsozialismus, das Reich der 
Einheit, der Freiheit und des Rechtes. Unser 
Führer, der Bekenner des Rechtes des deut 
schen Volkes, ist für uns die Zusammenfassung 
all derer, die in den Jahrhunderten vor uns 
den Gedanken des deutschen Rechts zu ver 
wirklichen trachteten. In ihm grüßen wir den 
Erneuerer des Deutschen Reiches, den Erneu 
erer des deutschen Rechts, den Garanten des 
Kulturwillens einer Welt, die nicht unter das 
Joch des Bolschewismus geraten will. 
Vom Deutschen Juristentag in Leipzig ist 
folgendes Telegramm beim Führer und 
Reichskanzler eingegangen: 
„Die deiktschen Rechtswahrer aller Gaue und 
Berufe grüßen am Deutschen Juristentag 1936 
in Ergebenheit und Treue den Führer. Wir 
geloben, in unserer Arbeit unermüdlich den 
Gedanken des Deutschen Rechts, des National 
sozialismus und damit Ihrem gewaltigen Auf 
bauwerk Deutschlands zu dienen." 
Der Führer und Reichskanzler hat telegra 
phisch hierauf mit folgendem Telegramm er 
widert: 
„Tie Mitarbeit der deutschen Rechtswahrer 
am Aufbau des nationalsozialistischen Deutsch 
lands ist eine der wichtigsten Voraussetzungen 
sur das Gelingen unseres großen Werkes. Ich 
nehme daher Ihr Gelöbnis treuer Mithilfe an 
dieser großen Ausgabe gern entgegen und er> 
widere Ihre Grüße herzlich. 
Adolf Hitler." 
Auf dem Marktplatz fand am Sonntagnach- 
mittag eine Großkundgebung der jungen 
Rechtswahrer unter dem Motto „Jugend und 
Recht"'statt. Nahezu 3300 junge Rechtswahrer 
waren ausmarschiert. 
Journaliskenausmeisung 
ms Addis Ahebü. 
DNB. London, 18. Mai. (Eig. Funkmeldg.). 
Mehrere Morgenblätter beschäftigen sich mit 
der Lage in Abessinien. Sie melden in erster 
Linie die Ausweisung von 4 Journalisten 
durch die italienischen Behörden. Zu der Aus 
weisung des „Times"-Kvrrcspondenten Steer 
wird erklärt, die italienische Beschuldigung, 
«teer habe sich an italienfeindliche Propa 
ganda und Spionage beteiligt, werde in Lon 
don nicht ernst genommen. Man könne an 
nehmen, daß die Ausweisung lediglich eine 
„Zweckmäßigkeitsmaßnahme" der Besatzungs- 
behörden sei. Nach dem Einzug des Marschalls 
Badoglio in Addis Abeba sei bekanntgegeben 
worden, daß nur denjenigen Pressevertretern, 
die beim italienischen Oberbefehlshaber akkre 
ditiert seien, die Fortsetzung ihrer Tätigkeit 
erlaubt sei. 
Das englische Kabinett tritt am Montag 
vormittag zu einer Sondersitzung zusammen. 
Deutsche Frontkämpfer autmorten de» 
französischen Kameraden 
Irland. In den letzten Tagen wurden in 
Dublin insgesamt 23 junge Leute unter dem 
Verdacht staatsfeindlicher Betätigung verhaftet. 
Starhemberg hat als Bundesführer des 
österreichischen Heimatschutzes folgenden Be 
fehl erlassen: „Durchhalten in eherner Diszi 
plin, einig und treu bleiben! Es lebe der Hei 
matschutz und sein Oesterreich!" 
DNB. Berlin, 14. Mai. Im Hause der 
deutsch-französischen Gesellschaft gab der 
Reichskricgsopfersührer und Vizepräsident der 
deutsch-französischen Gesellschaft Oberlindober 
den Vertretern der deutschen Frontkämpfer 
organisationen und der deutschen und franzö 
sischen Presse Kenntnis von der Antwort, die 
die deutschen Frontsoldaten ihren französischen 
Kameraden auf deren Aufruf vom 12. Mai 
übermittelt haben. 
Die Antwort hat folgenden Wortlaut: 
Französische Kameraden! 
Die deutschen Frontkämpfer und mit ihnen 
das ganze deutsche Volk begrüßen den an sie 
gerichteten Friedensappell der französischen 
Frontkämpfer auf das herzlichste. 
Wir Frontkämpfer auf beiden Seiten haben 
in vierjährigem hartem Ringen gelernt, das 
Gleichgewicht nicht zu verlieren und in jeder 
Lage kühle Köpfe zu bewahren. Diese selbst 
verständliche Einsatzbereitschaft der besten 
Männer unserer Völker gibt uns Front 
kämpfern auch heute das Recht, unsere Stim 
me zu erheben für eine endgültige Verständi 
gung zwischen unseren beiden Ländern und 
für die Neugestaltung eines aufrichtigen Frie 
dens in Europa. 
Wir haben uns verstehen gelernt und haben 
aus diesem Verstehen heraus die Verpflich 
tung, dieses gegenseitige Sichkennenlernen und 
Sichverstehen auch unseren Völkern und vor 
allem der Jugend zu vermitteln. Wir wenden 
uns mit Abscheu ab von jenen anonymen 
Kreisen, die aus durchsichtigen Gründen un 
sere beiden Kulturnationen gegeneinander zu 
führen trachten, um in einem erneuten Rin 
gen ihre schmutzigen Geschäfte machen zu kön 
nen. Und wir rufen dabei auch die Frauen und 
Mütter der 10 Millionen Toten des Weltkrie 
ges auf, in unseren Völkern immer wieder 
an die 10 Millionen Holzkreuze zu erinnern, 
unter denen ihre Männer und Söhne den 
letzten Schlaf schlafen, gefallen in dem Glau 
ben, daß dieses Ringen, in dem sie selbst ihr 
höchstes Opfer gebracht hatten, das letzte sei 
und daß aus den Schrecke» des Krieges der 
wahre Friede geboren werden könnte. 
Die Antwort der deutschen Frontsoldaten 
wurde mit lebhafter Zustimmung aufgenom 
men. Der Reichskriegsopferführer gab noch der 
Hoffnung Ausdruck, daß die französische Presse 
diesen Aufruf mit der gleichen Bereitwilligkeit 
aufnehmen möge, wie es die deutsche mit dem 
der französischen Frontkämpfer getan habe. 
DerRekruterrmaņgel 
in England 
Bemerkenswerte Rede 
des britischen Verteidigungsministers. 
DNB. London, 17. Mai. Der britische Ver- 
teidigungsminister Sir Thomas Jnskip sprach 
am Sonnabendabend vor der Britischen Legion 
über „Englands Pflichten". Er erklärte, das 
Gefühl zu haben, er sei für sein Amt nicht aus 
reichend ausgerüstet, genau so, wie das bei 
der englischen Armee vor 22 Jahren der Fa» 
gewesen sei. Er glaube jedoch, daß das britische 
Volk niemand im Stich lassen werde, der die 
Wahrheit sage. Sobald es seine Verpflichtun 
gen erkannt habe, werde es nicht lange zögern, 
so aufzurüsten, daß es in der Lage sei, seinen 
Verpflichtungen nachzukommen. In der letzten 
Zeit sei viel von der Rekrutenfrage gespro 
chen worden. Es liege den Engländern nicht, 
eine große stehende Armee zu unterhalten. 
Baldwin habe auch versprochen, daß es wäh 
rend seiner Ministerschaft keine allgemeine 
Wehrpflicht gebe, die der Nation die Streit- 
kräfte zur Verteidigung liefert, dann müsst 
man irgend ein anderes Mittel finde«, um 
die erforderlichen Streitkräfte zu beschaffe«. 
Es wäre wünschenswert, wenn man über diese 
Frage in aller Ruhe etwas nachdenke. Et 
wolle sich nicht mit den Pazifisten in eine» 
Streit einlassen. Man solle sich aber einmal 
die weitausgedehnten Handelswege des briti 
schen Reiches ansehen, die schutzbcdürftig seien, 
und solle an die Verpflichtungen des Landes 
denken, die von Jahr zu Jahr wüchsen. Au 
ßerdem habe England gewisse Verpflichtungen 
gegenüber anderen Völkern und gegenüber 
dem Völkerbund. Wie wolle man diesen Ver 
pflichtungen nachkommen? Die Verpflichtun 
gen der Gegenwart seien jedenfalls sehr viel 
größer als zu der Zeit der Politik der Isolie 
rung. Er glaube, daß ihm jeder zustimmen 
werde, wenn er sage, daß jeder Engländer 
genau so wie wie 1914 bereit sein müsse, Ver 
antwortlichkeiten ans sich zu nehmen. Er sei 
in keiner Weise pessimistisch und er glaube an 
einen endgültigen Erfolg Großbritanniens, 
aber das Beste, was England für die Welt 
tun könne, sei, dafür zu sorgen, daß der Eng 
länder von 1936 denselben Geist beweise, wie 
den von 1914 bis 1918. 
Die Rede des Verteidigungsministers hat 
ivegen ihres Hinweises auf die allgemeine 
Wehrpflicht beträchtliches Aufsehen erregt und 
wird von den Sonntagsblättern in großer 
Aufmachung gebracht. Bekanntlich findet am 
Donnerstag dieser Woche eine wichtige Aus 
sprache über die Frage der Reichsverteiöigung 
im Unterhaus statt. Außerdem hat der Mini 
ster andeuten wollen, daß eine beträchtliche 
Verstärkung der Werbung für die Wehrmacht 
notwendig sei, nachdem der Rekrutierungs 
feldzug der letzten Monate einen Fehlschlag 
gebracht habe. 
wenigen Zeîlerr 
Warschau. In Stanislau wurde der dor 
tige Vorsitzende des Reserveoffiziersverban 
des und des Verbandes der Mitglieder der 
ehemaligen Pilsuöskischen Geheimen Militär 
organisation von einem unerkannt entkom 
menen Täter erstochen. 
Aus La Paz wird gemeldet, daß in Boli 
vien ein Militärputsch durchgeführt worden 
sei. 
Athen. Der griechische Staatsmann und 
Führer der Volkspartei, Tsaldaris, ist aM 
Sonntag einem Herzschlage erlegen. 
Letzte Prooi«znachrichte« 
Reichsführer der SS., Himmler, kommt zum 
Nordmarktreffen nach Kiel. 
Kiel, 17. Mai. Der Aufmarschstab teilt mit: 
Nachdem der Stabschef der SA. Lutze und der 
Korpsführer des NSKK. Hühnlein ihre Teil 
nahme am Zweiten Norömarktreffen 1936, aM 
23. und 24. Mai, zugesagt haben, steht nun 
mehr fest, daß auch der Reichsführer der SS-- 
Himmler, an der großen Kundgebung des po 
litischen Soldatentums der Norömark teilneh 
men wird. 
Ein Toter an der Bahnstrecke gefunden. 
Itzehoe, 18. Mai. An der Eisenbahnstrecke 
zwischen Kremperheiöe und der Blockstelle 
Schwarzer Dorn sah am SonnabenömorgeN 
der Zugführer des gegen 7 Uhr von Altona 
hier eintreffenden Zuges neben dem Gleis 
einen toten Mann liegen. Ein Arzt stellte 
fest, Latz der Tote eine schwere Kopf- und 
Rückenverletzung erlitten hatte, wodurch der 
Tod eingetreten war. Die Identität des Tö 
ten ist bisher nicht festzustellen gewesen. Es 
ist nicht ausgeschlossen, daß es sich um einen 
Selbstmord handelt. Es scheint, als wenn der 
Mann durch einen Stoß der Lokomotive ne 
ben das Gleis geworfen wurde, wo er dann 
seinen schweren Verletzungen erlegen ist. Pa 
piere oder eine Fahrkarte führte er nicht vel 
sich. Der Tote scheint etwa 20—25 Jahre alt 
zu sein, er ist 1,80 Meter groß, von starkevr 
Körperbau und hat graue Augen und blonde 
hochstehende Haare. Er trägt graues Sport-' 
jackett, grünliche Wollweste und Knickerbocker-^ 
hosen, Sportstrümpfe und Halbschuhe. Dis 
Wäsche und ein Taschentuch sind mit den Buch 
staben A, L. gezeichnet.
	        
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