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LaàrSeiļ zu erleichtern. Deshalb muß Ne
Landmaschinenindustrie mehr Maschinen her
stellen, die dem Bedürfnis der großen Praxis
gerecht werden.
Die III^Reichsnährstandsausstellung ist wie
der ein Schritt weiter zum erstrebten Ziel.
<-ie will der weltanschaulichen und wirtschafts
politischen Aufklärung dienen, damit das
Landvolk lernt, welche Aufgaben ihm gestellt
sind und wie es diese zu meistern hat. Wir
wollen auf diesem Wege weiterarbeiten, stets
eingedenk des Grundsatzes, der für unsere
Reichsnährstandsausstellung bereits historisch
geworden ist: Das Bessere ist des Guten Feind.
SegkHungsabevd der Stobt Zrmksmļ.
l’luf dem Begrüßungsabcnd der Stadt
Frankfurt a. M. anläßlich der III. Rcichsnähr-
standsausstellung sprach Reichsbauernführer R.
"^alther Darre. Er ging aus von dem Gegen
satz zwischen dem Welthandel und dem Be
streben des Landwirtes, die inländische Er-
nahruugsgrundlage unseres Volkes zu erhal
ten. Der Nationalsozialismus Hütte bewiesen,
daß diese scheinbar unvermeidlichen Gegen
sätze in Wirklichkeit nichts anderes gewesen
seien als die Folgen einer falschen Betrach
tungsweise. Der Welthandel sei in Wahrheit
nichts anderes als der Leistnngsaustausch ge-
jchlossencr Volkswirtschaften. Jede von ihnen
dürfe nur als Gesamtheit betrachtet werden.
Nur ihre Gesamtinteressen gehen über die Ge
staltung des gegenseitigen Leistungsaustau
sches. Dies seien die Grundgedanken der Neu
gestaltung unserer Wirtschaftspolitik gewesen.
So gesehen ergebe sich ohne weiteres, daß von
einer notwendigen Gegensätzlichkeit zwischen
Außenwirtschaft und Binnenwirtschaft, zwi
lchen Welthandel und Landvolk, nicht die Rede
sein könne. Beide seien vielmehr durch die
Marktordnung zu einer organischen Einheit
verbunden.
Wir haben das Ziel, Form und Inhalt unse
res Lebens wieder miteinander in Einklang
zu bringen. Die Lösung dieser Aufgaben haben
wir in die Hand genommen. Getragen von dem
durch Adolf Hitler wieder erstandenen Gemein
schaftsgedanken, finden sich wieder das Land
volk und das Handwerk zusammen, in deren
Reihen schon auf Grund der wirtschaftlichen
Entwicklung der Gemeinschaftsgcdanke in erster
Linie lebendig war.
Im Landvolk und im Handwerk gab es noch
den Unternehmer, der für eigene Rechnung
wirtschaftete. Er weiß, daß über der Verant
wortung für den eigenen Betrieb, für die eige
ne Gefolgschaft, die Verantwortung für unser
gesamtes Volk steht. Deshalb trat neben die
ständische Ordnung die Ordnung der Märkte.
Daß diese Folgerung von der Marktordnung
des Nationalsozialismus gezogen wurde, be
deutet die endgültige Wiederherstellung der
Gemeinschaft des deutschen Landvolkes mit dem
Handwerk."
Nachdem das Sieghcil aus den Führer be
geisterten Widerhall gefunden hatte, beschloß
das Deutschland- und das Horst-Wessel-Licd die
Feierstunde. Die Gäste machten dann mit dem
Reichsbauernführer einen Rundgang durch das
inzwischen von Zehntausenden von Bauern
belebte Ausstellungsgelände.
Blatiger Zwischenfall
in einem Jerusalemer Kino.
Drei Juden erschossen.
DNB. Jerusalem, 17. Mai. In den späten
Abendstunden des Sonnabend kam es in dem
vollbesetzten Kino „Eaison", das im Juden
viertel der Jerusalemer Neustadt liegt, zu
einem blutigen Zwischenfall. Gegen Schluß der
Vorstellung ertönten plötzlich Revolverschüsse,
die von unbekannter Seite in das Publikum
abgegeben wurden. Es entstand eine furchtbare
Panik, die die Täter benutzten, um in Kraft-
wagen unerkannt zu entkommen.«
Drei Juden wurden durch die Schüsse getö
tet, drei wettere leicht verletzt.
Kritische Lage in Palästina.
Die Erregung über den Feuerüberfall in
dem jüdischen Kino in Jerusalem hält die
ganze Stadt in ihren Bann. Die Straßen Je
rusalems sind mit aufgeregten Menschenmassen
überfüllt.
In den jüdischen Blättern wird in besorg
ten Aufsätzen auf die allgemeine Unsicherheit
hingewiesen, von der nicht nur die jüdische
Bevölkerung, sondern auch die Europäer ein
schließlich der Engländer betroffen seien. Die
Zeitungen erklären, daß das Vertrauen der
Juden zur Mandatsregierung schwer erschüt
tert sei, da diese ihre Zusagen für den Schutz
von Leben und Eigentum angeblich nicht ein
gehalten habe.
Am Sonnabend fand eine Besprechung füh
render arabischer Persönlichkeiten statt, über
deren Ergebnis jedoch nichts bekannt wurde.
Von maßgebender arabischer Seite wurde
lediglich der Presse eine Erklärung zur Ver
fügung gestellt, in der es heißt, daß man ohne
vorhergehende Unterbindung der jüdischen
Einwanderung nach Palästina keinerlei Vor
schläge der britischen Mandatsregierung an.
nehmen werde.
Deutscher Juristentag in Leipzig
20000 Rechtswahrer marschieren auf — Großkundgebung auf dem Reichs-
gsrichtsplatz — Das Telegramm des Führers
DNB. Leipzig, 16. Mai. In der mit den
Symbolen des Reiches und der Deutschen
Nechtsfront würdig geschmückten größten
Messehalle Leipzigs eröffnete der Reichsjuri
stenführer Reichsminister Dr. Frank Sonn
abend vormittag den Deutschen Juristentag
1936, der mit der fünften Reichstagung des
Bundes Nationalsozialistischer Deutscher Ju
risten verbunden ist. Feierliche Stimmung la
gerte beim Fahneneinmarsch über dem Riesen
raum, in dem sich mittlerweile der Stellvertre
ter des Führers, Reichsminister Rudolf
Heß, Reichsjustizminister Dr. Gürtner
und Reichsstatthalter Gauleiter Mutsch
mann mit dem Landesstellenleiter Salz
mann eingefunden hatten.
Reichsminister Rudolf Heß übermittelte
die Grüße des Führers und wies in seiner
Rede darauf hin, daß „je mehr der Geist des
Volkes in der neuen deutschen Rechtspflege
seinen Ausdruck findet, desto mehr fühlt sich
das Volk nicht nur mit seinem Recht, sondern
gerade auch mit dem Staate selbst verbunden".
Dann sprach, vom Reichsjuristenführer Dr.
Frank herzlich begrüßt, Reichsjustizminister
Dr. Gürtner.
Im Anschluß an seine Ausführungen er
klärte Reichsjuristenführer Dr. Frank, die
kameradschaftliche Zusammenarbeit der Reichs
justizverwaltung und des Bundes National
sozialistischer Deutscher Juristen habe in den
Jahren der Durchsetzung der nationalsoziali
stischen Rechtsideale so erfreuliche Formen an
genommen, daß sie als ideale Verwirklichung
der Einheit von Partei und Staat auf dem Ge
biete des Rechts bezeichnet werden können.
Am Sonntagvormittag stand die Stadt Leip-
zeig im Zeichen der Großkundgebung der deut
schen Rechtswahrer auf dem Reichsgerichtsplatz.
Die Rechtswahrer zogen in geschlossenem Zuge
zum Kundgebungsplatz. Den Fahnen folgten
die Ehrenformationen der Parteigliederungen.
Die 600 Referendare aus dem Gemeinschafts
lager Jüterbog schlossen sich an. Etwa 20 000
Rechtswahrer füllten den festlich geschmückten
Platz. Gegen 11 Uhr traf der Reichsrcchtsfüh-
rer, Reichsminister Dr. Frank, ein. Am
Portal des Reichsgerichts wurde er von dem
Fachschaftsleiter der Gruppe Reichsgericht,
Reichsgerichtsrat Dr. S ch u l tz e, empfangen
und in die große Wandelhalle geleitet.
Reichsgerichtsprüsident Dr. Bumke wies
auf die ungeheure Wandlung hin, die sich seit
der Machtergreifung im deutschen Rechtsleben
vollzogen habe. Der Führer habe die Grund
lage' geschaffen, auf der allein ein arteigenes
wirkliches' Volksrecht erwachsen könne. Der
Redner dankte Reichsminister Dr. Frank dafür,
daß er zu jeder Stunde die Heiligkeit des
Rechts verkündet und behütet habe.
Anschließend begab sich der Reichsrechtsfüh
rer mit den Mitglieder des Reichsgerichtes auf
die Freitreppe. Er eröffnete die Kundgebung,
indem er auf die Verbundenheit des Reichs
gerichtes mit dem Reich hinwies. Ein starkes
Reichsgericht, so führte er aus, sei nur durch
die Stärke des Reiches gewährleistet. Daraus
ergebe sich ganz allgemein, daß die Voraus
setzung für die Stärke eines deutschen Gerichts
wesens überhaupt die Schaffung eines starken
Reiches sei. Der Reichsrechtsführer gedachte
dann derer, die für die Stärke des Reiches ge
fallen sind.
Nachdem das Lied vom Guten Kameraden
verklungen war, fuhr der Reichsrechtsführer
u. a. fort: Einen Rechtsglaubcn von der Stärke
wie der Nationalsozialismus ihn gab, hat das
deutsche Volk noch nie erlebt. Eine Zuversicht,
daß über unserem nationalsozialistischen Wol
len die Gnade des Himmels liegt, haben wir
in der deutschen Geschichte in dieser Stärke
noch nicht erlebt. Es ist eine Mission an sich,
als Deutscher geboren zu werden, aber es ist
ein noch größeres Glück, Volksgenosse Adolf
Hitlers sein zu dürfen. Wir haben gestern den
deutschen Rechtswahrer proklamiert und wir
wollen in diesem Rechtswahrer den Wahrer des
wahren Rechtes Deutschlands, des deutschen
Volkes und der deutschen Volksgenossen sehen.
Es war im Jahre 1930, als der Führer hier
inmitten dieses Gebäudes den Eid darauf ab
legte, daß er getreu den Gesetzen des Lebens
und des Reiches in unserem Volke die Macht
erlangen wolle. Dieser Eid des Führers vor
dem Reichsgericht ist heute bereits eine ge-
sthichtliche Tat. Wir haben aus den Tiefen und
Höhen des Erlebens in diesem Gebäude nun
für alle Zukunft eines zu erkennen: Man kann
das Rechtsleben eines Volkes nicht loslösen
von dem geschichtlichen Werden und Schicksal
dieser völkischen Gemeinschaft.
Wir kämpfen um die Seele des Rechts und
um seine Verbindung mit der Seele des Vol
kes, auf daß aus diesem Einklang ersteht das
Reich des Nationalsozialismus, das Reich der
Einheit, der Freiheit und des Rechtes. Unser
Führer, der Bekenner des Rechtes des deut
schen Volkes, ist für uns die Zusammenfassung
all derer, die in den Jahrhunderten vor uns
den Gedanken des deutschen Rechts zu ver
wirklichen trachteten. In ihm grüßen wir den
Erneuerer des Deutschen Reiches, den Erneu
erer des deutschen Rechts, den Garanten des
Kulturwillens einer Welt, die nicht unter das
Joch des Bolschewismus geraten will.
Vom Deutschen Juristentag in Leipzig ist
folgendes Telegramm beim Führer und
Reichskanzler eingegangen:
„Die deiktschen Rechtswahrer aller Gaue und
Berufe grüßen am Deutschen Juristentag 1936
in Ergebenheit und Treue den Führer. Wir
geloben, in unserer Arbeit unermüdlich den
Gedanken des Deutschen Rechts, des National
sozialismus und damit Ihrem gewaltigen Auf
bauwerk Deutschlands zu dienen."
Der Führer und Reichskanzler hat telegra
phisch hierauf mit folgendem Telegramm er
widert:
„Tie Mitarbeit der deutschen Rechtswahrer
am Aufbau des nationalsozialistischen Deutsch
lands ist eine der wichtigsten Voraussetzungen
sur das Gelingen unseres großen Werkes. Ich
nehme daher Ihr Gelöbnis treuer Mithilfe an
dieser großen Ausgabe gern entgegen und er>
widere Ihre Grüße herzlich.
Adolf Hitler."
Auf dem Marktplatz fand am Sonntagnach-
mittag eine Großkundgebung der jungen
Rechtswahrer unter dem Motto „Jugend und
Recht"'statt. Nahezu 3300 junge Rechtswahrer
waren ausmarschiert.
Journaliskenausmeisung
ms Addis Ahebü.
DNB. London, 18. Mai. (Eig. Funkmeldg.).
Mehrere Morgenblätter beschäftigen sich mit
der Lage in Abessinien. Sie melden in erster
Linie die Ausweisung von 4 Journalisten
durch die italienischen Behörden. Zu der Aus
weisung des „Times"-Kvrrcspondenten Steer
wird erklärt, die italienische Beschuldigung,
«teer habe sich an italienfeindliche Propa
ganda und Spionage beteiligt, werde in Lon
don nicht ernst genommen. Man könne an
nehmen, daß die Ausweisung lediglich eine
„Zweckmäßigkeitsmaßnahme" der Besatzungs-
behörden sei. Nach dem Einzug des Marschalls
Badoglio in Addis Abeba sei bekanntgegeben
worden, daß nur denjenigen Pressevertretern,
die beim italienischen Oberbefehlshaber akkre
ditiert seien, die Fortsetzung ihrer Tätigkeit
erlaubt sei.
Das englische Kabinett tritt am Montag
vormittag zu einer Sondersitzung zusammen.
Deutsche Frontkämpfer autmorten de»
französischen Kameraden
Irland. In den letzten Tagen wurden in
Dublin insgesamt 23 junge Leute unter dem
Verdacht staatsfeindlicher Betätigung verhaftet.
Starhemberg hat als Bundesführer des
österreichischen Heimatschutzes folgenden Be
fehl erlassen: „Durchhalten in eherner Diszi
plin, einig und treu bleiben! Es lebe der Hei
matschutz und sein Oesterreich!"
DNB. Berlin, 14. Mai. Im Hause der
deutsch-französischen Gesellschaft gab der
Reichskricgsopfersührer und Vizepräsident der
deutsch-französischen Gesellschaft Oberlindober
den Vertretern der deutschen Frontkämpfer
organisationen und der deutschen und franzö
sischen Presse Kenntnis von der Antwort, die
die deutschen Frontsoldaten ihren französischen
Kameraden auf deren Aufruf vom 12. Mai
übermittelt haben.
Die Antwort hat folgenden Wortlaut:
Französische Kameraden!
Die deutschen Frontkämpfer und mit ihnen
das ganze deutsche Volk begrüßen den an sie
gerichteten Friedensappell der französischen
Frontkämpfer auf das herzlichste.
Wir Frontkämpfer auf beiden Seiten haben
in vierjährigem hartem Ringen gelernt, das
Gleichgewicht nicht zu verlieren und in jeder
Lage kühle Köpfe zu bewahren. Diese selbst
verständliche Einsatzbereitschaft der besten
Männer unserer Völker gibt uns Front
kämpfern auch heute das Recht, unsere Stim
me zu erheben für eine endgültige Verständi
gung zwischen unseren beiden Ländern und
für die Neugestaltung eines aufrichtigen Frie
dens in Europa.
Wir haben uns verstehen gelernt und haben
aus diesem Verstehen heraus die Verpflich
tung, dieses gegenseitige Sichkennenlernen und
Sichverstehen auch unseren Völkern und vor
allem der Jugend zu vermitteln. Wir wenden
uns mit Abscheu ab von jenen anonymen
Kreisen, die aus durchsichtigen Gründen un
sere beiden Kulturnationen gegeneinander zu
führen trachten, um in einem erneuten Rin
gen ihre schmutzigen Geschäfte machen zu kön
nen. Und wir rufen dabei auch die Frauen und
Mütter der 10 Millionen Toten des Weltkrie
ges auf, in unseren Völkern immer wieder
an die 10 Millionen Holzkreuze zu erinnern,
unter denen ihre Männer und Söhne den
letzten Schlaf schlafen, gefallen in dem Glau
ben, daß dieses Ringen, in dem sie selbst ihr
höchstes Opfer gebracht hatten, das letzte sei
und daß aus den Schrecke» des Krieges der
wahre Friede geboren werden könnte.
Die Antwort der deutschen Frontsoldaten
wurde mit lebhafter Zustimmung aufgenom
men. Der Reichskriegsopferführer gab noch der
Hoffnung Ausdruck, daß die französische Presse
diesen Aufruf mit der gleichen Bereitwilligkeit
aufnehmen möge, wie es die deutsche mit dem
der französischen Frontkämpfer getan habe.
DerRekruterrmaņgel
in England
Bemerkenswerte Rede
des britischen Verteidigungsministers.
DNB. London, 17. Mai. Der britische Ver-
teidigungsminister Sir Thomas Jnskip sprach
am Sonnabendabend vor der Britischen Legion
über „Englands Pflichten". Er erklärte, das
Gefühl zu haben, er sei für sein Amt nicht aus
reichend ausgerüstet, genau so, wie das bei
der englischen Armee vor 22 Jahren der Fa»
gewesen sei. Er glaube jedoch, daß das britische
Volk niemand im Stich lassen werde, der die
Wahrheit sage. Sobald es seine Verpflichtun
gen erkannt habe, werde es nicht lange zögern,
so aufzurüsten, daß es in der Lage sei, seinen
Verpflichtungen nachzukommen. In der letzten
Zeit sei viel von der Rekrutenfrage gespro
chen worden. Es liege den Engländern nicht,
eine große stehende Armee zu unterhalten.
Baldwin habe auch versprochen, daß es wäh
rend seiner Ministerschaft keine allgemeine
Wehrpflicht gebe, die der Nation die Streit-
kräfte zur Verteidigung liefert, dann müsst
man irgend ein anderes Mittel finde«, um
die erforderlichen Streitkräfte zu beschaffe«.
Es wäre wünschenswert, wenn man über diese
Frage in aller Ruhe etwas nachdenke. Et
wolle sich nicht mit den Pazifisten in eine»
Streit einlassen. Man solle sich aber einmal
die weitausgedehnten Handelswege des briti
schen Reiches ansehen, die schutzbcdürftig seien,
und solle an die Verpflichtungen des Landes
denken, die von Jahr zu Jahr wüchsen. Au
ßerdem habe England gewisse Verpflichtungen
gegenüber anderen Völkern und gegenüber
dem Völkerbund. Wie wolle man diesen Ver
pflichtungen nachkommen? Die Verpflichtun
gen der Gegenwart seien jedenfalls sehr viel
größer als zu der Zeit der Politik der Isolie
rung. Er glaube, daß ihm jeder zustimmen
werde, wenn er sage, daß jeder Engländer
genau so wie wie 1914 bereit sein müsse, Ver
antwortlichkeiten ans sich zu nehmen. Er sei
in keiner Weise pessimistisch und er glaube an
einen endgültigen Erfolg Großbritanniens,
aber das Beste, was England für die Welt
tun könne, sei, dafür zu sorgen, daß der Eng
länder von 1936 denselben Geist beweise, wie
den von 1914 bis 1918.
Die Rede des Verteidigungsministers hat
ivegen ihres Hinweises auf die allgemeine
Wehrpflicht beträchtliches Aufsehen erregt und
wird von den Sonntagsblättern in großer
Aufmachung gebracht. Bekanntlich findet am
Donnerstag dieser Woche eine wichtige Aus
sprache über die Frage der Reichsverteiöigung
im Unterhaus statt. Außerdem hat der Mini
ster andeuten wollen, daß eine beträchtliche
Verstärkung der Werbung für die Wehrmacht
notwendig sei, nachdem der Rekrutierungs
feldzug der letzten Monate einen Fehlschlag
gebracht habe.
wenigen Zeîlerr
Warschau. In Stanislau wurde der dor
tige Vorsitzende des Reserveoffiziersverban
des und des Verbandes der Mitglieder der
ehemaligen Pilsuöskischen Geheimen Militär
organisation von einem unerkannt entkom
menen Täter erstochen.
Aus La Paz wird gemeldet, daß in Boli
vien ein Militärputsch durchgeführt worden
sei.
Athen. Der griechische Staatsmann und
Führer der Volkspartei, Tsaldaris, ist aM
Sonntag einem Herzschlage erlegen.
Letzte Prooi«znachrichte«
Reichsführer der SS., Himmler, kommt zum
Nordmarktreffen nach Kiel.
Kiel, 17. Mai. Der Aufmarschstab teilt mit:
Nachdem der Stabschef der SA. Lutze und der
Korpsführer des NSKK. Hühnlein ihre Teil
nahme am Zweiten Norömarktreffen 1936, aM
23. und 24. Mai, zugesagt haben, steht nun
mehr fest, daß auch der Reichsführer der SS--
Himmler, an der großen Kundgebung des po
litischen Soldatentums der Norömark teilneh
men wird.
Ein Toter an der Bahnstrecke gefunden.
Itzehoe, 18. Mai. An der Eisenbahnstrecke
zwischen Kremperheiöe und der Blockstelle
Schwarzer Dorn sah am SonnabenömorgeN
der Zugführer des gegen 7 Uhr von Altona
hier eintreffenden Zuges neben dem Gleis
einen toten Mann liegen. Ein Arzt stellte
fest, Latz der Tote eine schwere Kopf- und
Rückenverletzung erlitten hatte, wodurch der
Tod eingetreten war. Die Identität des Tö
ten ist bisher nicht festzustellen gewesen. Es
ist nicht ausgeschlossen, daß es sich um einen
Selbstmord handelt. Es scheint, als wenn der
Mann durch einen Stoß der Lokomotive ne
ben das Gleis geworfen wurde, wo er dann
seinen schweren Verletzungen erlegen ist. Pa
piere oder eine Fahrkarte führte er nicht vel
sich. Der Tote scheint etwa 20—25 Jahre alt
zu sein, er ist 1,80 Meter groß, von starkevr
Körperbau und hat graue Augen und blonde
hochstehende Haare. Er trägt graues Sport-'
jackett, grünliche Wollweste und Knickerbocker-^
hosen, Sportstrümpfe und Halbschuhe. Dis
Wäsche und ein Taschentuch sind mit den Buch
staben A, L. gezeichnet.