Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

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BîystêrMg in Rendsburg 
Die diesjährige Musterung im Aushe- 
Mngsbezirk Rendsburg ist gegenwärtig im 
Ģange. Heute und morgen (18. und 19. 5.) so- 
^ie am 22. und 23. stellen sich im Germania- 
Hotel die Dienstpflichtigen der Stadt Rends 
burg nach vier Alphabetgruppen. Am 28., 28., 
28 v 29. und 30. Mai wird das Musterungs- 
8eschäft für die restlichen Ortschaften des Be 
zirkes Rendsburg, das in den letzten Tagen 
April angefangen, zu Ende geführt, und 
äwar an gleicher Stelle, morgens um 7 Uhr 
beginnend. 
Erwartungsvoll wird jeder junge deutsche 
Ņêann im verpflichtenden Zeichen des Reichs- 
Arbeitsdienstes und der allgemeinen Wehr- 
Plicht zur „Ziehung" gehen. Es ist ein Tag 
°es Stolzes und der Freude. 
Kaņeradschastsàņd 
der städtischen Berwaltnng 
-2- Man sollte es kaum glauben, daß die 
Ņkänner unserer städtischen Verwaltung, die 
îag für Tag mit ernster Miene die Ausgaben 
àer Stadt prüfen, ob sie mit dem Voranschlag 
Äereinstimmen und die Einnahmen, ob sie 
îhn nicht überschreiten, daß diese Herren so 
vergnügt sein können, wie sie es waren auf 
oem Kameradschaftsabend am Sonnabend 
abend im Schützenhof. Es war eine wirkliche 
üöhliche Kameradschaft mit dem Bürgermei 
ster an der Spitze, den Leitern der einzelnen 
Abteilungen, den Beamten der Polizei, der 
Gefolgschaft des Städtischen Krankenhauses 
Vertretern der Stadträte und der Ratsherren, 
un einer kurzen Ansprache wies Bürgermei 
ster K r a b b e s auf den Sinn des Kamerad- 
chaftsabends hin, der sie alle, die am gemein 
samen Werk arbeiten, vereinen soll, um sich 
boch besser kennen zu lernen und so das ge 
meinsame Arbeiten noch persönlicher zu ge 
stalten. Mit ganz kleinen Unterbrechungen 
stchrde dann bis in die frühen Morgenstunden 
hinein getanzt nach den fröhlichen Klängen 
öer Kapelle Kruse, die unermüdlich auf 
svielte. Und wenn so ein „ehrwürdiger" Büro 
chef glaubte Fachsimpeln zu können, dann kam 
bas kleine Fräulein von der Schreibmaschine, 
bas in den Bürostunden so manchesmal aus 
herrlichen Urlaubsträumen geweckt wurde 
vfit den Worten: „Schreiben Sie mal . . .", 
sting auf den Allgewaltigen zu, und das 
^ort „Tanzen Sie mal" und die einladende 
Armbewegung ließ ihn vielleicht mehr erzit 
tern als umgekehrt das andere. Aber nach 
ben ersten Tänzen wurden auch diese älteren 
Semester leidenschaftliche Anhänger der Tanz 
kunst, und es sollen Versuche unternommen 
worden sein, mit allen Damen im Saal 
--Pflichttänze" zu machen, Versuche, wie ge 
sagt, die nicht zu Ende geführt werden konn 
ten. Dann gab es noch Ueberraschungsangriffe 
ber gesamten Polizei unter Anführung ihres 
energischen Obermeisters auf das Kranken 
haus, wie es kurz hieß, und Gegenangriffe 
von dieser Seite aus, die ebenso erfolgreich 
waren, und die mit lauten Trillerpfiffen des 
"Chefs" eingeleitet wurden. Wie gesagt — es 
war ein fröhlicher Abend, ein Kameradschafts 
abend so wie er sein soll. 
besuch von auswärts 
NrudsbuTger 
SehsKSMÄrÄigkeiten 
Der Vezirksverein Schleswig-Holstein des 
Vereins deutscher Ingenieure (VDJ.) unter 
nahm am Sonnabend in einem Autoomnibus 
vud einer Reihe Autos einen Ausflug nach 
Rendsburg. Vor allem aus Kiel waren zahl 
reiche Mitglieder mit Frauen gekommen. Auch 
Mitglieder des Vereins deutscher Elektrotech 
niker aus Kiel nahmen an der Fahrt teil, fer 
ner Handelskammerpräsident Dr. Rudolph. 
Aach der Ankunft in Rendsburg wurden un- 
; e ï Führung von Regierungsbaumeister 
Wermser, Rendsburg, zunächst die Hoch 
drücke und die Schwebefähre besichtigt. 
Hie gewaltige Hochbrücke, Rendsburgs Wahr 
wichen, findet immer wieder reges Interesse 
and Bewunderung. Gegen 4 Uhr trafen die 
^ahrtteilnehmer zusammen mit den Renös- 
bnrger Mitgliedern im Conventgarten ein, 
N/o gemeinsame Kaffeetafel alle vereinte. Re- 
stierungsbaurat Wermser hielt einen Vortrag 
vber die Hochbrücke. Es folgte die Besichtigung 
ber Hollerschen Carlshütte in Bü 
belsdorf. Direktor Wenke begrüßte die Gäste. 
Cs wurden die gerade in Betrieb befindlichen 
àchbearbeitungswerkstätten, das Badewan- 
wen-Emaillierwerk und der Badcwannen- 
Persandraum besichtigt. Man bekam einen 
Anblick in das große Werk der Carlshütte, 
beven Erzeugnisse im In- und Ausland hohen 
Auf genießen. Einen guten Eindruck hinter 
gehen auch die neugeschaffenen Aufcnthalts- 
Nnd Waschräume mit neuartigen, im Werk 
wkbst hergestellten Waschbrunnen. 
fuhr nach Rendsburg zurück zur Be- 
tm SftSiìaitìpÌÊ® Kraņsrr- 
Rendsburg, den 18. Mai 10M. 
schule. In Vertretung des ortsabweseàņ 
Direktors begrüßte Frl. Günther, Lehveriu 
an der Schule, die Gäste und gab einige Er 
läuterungen über die Einrichtungen der 
Schule. Anschließend wurde unter kundiger 
Führung von Schülerinnen eine Besichtigung 
der Schule mit ihren mannigfachen Einrich 
tungen und Werkstätten vorgenommen. 56 
Schülerinnen sind dort zur Zeit und erfahren 
eine sehr vielseitige Schulung. Wenn sie nach 
einem Jahr die Schule verlassen und, größten 
teils nach ein- bis zweijähriger praktischer Ar 
beit in deutschen Grenzgebieten, zu den Deut 
schen in Uebersee gehen bzw. zurückkehren, 
dann sind sie auf allen in Frage kommenden 
Gebieten gründlich geschult. 
Im großen Saal des Conventgartens gab 
es nach der Rückkehr gemeinsames Abend 
essen, wobei der stellvertr. Bezirksvorsitzende, 
Stabsingenieur Gerhards, Kiel, Grüße des 
durch Krankheit verhinderten Bezirksvorsitzen 
den, Oberregierungsrat Bauermeister, Kiel, 
ausrichtete. Dem Regierungsbaurat Wermser, 
der Carlshütte und der Kolonialen Frauen 
schule dankte er für die Besichtigungen. Bei 
Tanz und froher Unterhaltung blieb man noch 
einige vergnügte Stunden gesellig beisammen. 
Sehr befriedigt von dem Aufenthalt in Rends 
burg kehrten die Gäste heim 
* * * ' 
* Einführung von Kircheuvertretern. Die 
neu gewählten Kirchenvertreter der Neuwerker 
Christkirchengemeinde, Kaufmann Reese, 
Rendsburg, und Landmann Sievers, Rickert, 
wurden am Sonntagvormittag im Gottesdienst 
von Propst Abraham feierlich in ihr Amt ein 
geführt. 
* Kühle Abende hatten wir in den letzten 
Tagen. Zu Nachtfrost ist es aber nicht gekom 
men,' es wäre jammerschade um die Blüte. 
Der Himmelfahrtstag naht heran. Da zittert 
die Männerwelt in Erwartung, soundso viele 
Vereine, Klubs und Zirkel. Hoffentlich hat 
man allseits Gelegenheit, den strahlenden son 
nigen Mai zu preisen. Große Aufmerksamkeit 
wird in den nächsten Tagen den Wetterberich 
ten zuteil. 
* Ein Malerlehrling fuhr auf dem Fahr 
rad den Jungfernstieg entlang in Richtung 
Paradeplatz. Hinterdrein kam ein Personen 
auto, das den Lehrling in Höhe der Bahnhof 
straße von hinten anfuhr. Dabei fiel der junge 
Mann vom Rad, kam aber unverletzt davon. 
Zwei Töpfe mit Trockenfarbe, die in einem 
Eimer standen, den der Lehrling in der Hand 
hielt, wurden auf die Straße geschüttet. 
* Wegen Trunkenheit mußte am Sonn 
abendnachmittag ein hiesiger Einwohner in 
Polizeigewahrsam genommen werden. 
* Kegelsport. Eine Führerbesprechung des 
bisherigen Kreises 1 im Gau Nordmark des 
Deutschen Keglerbunöes, zu dem die Vereine 
Flensburg, Schleswig, Rendsburg und Husum 
gehören, fand am Sonntag im „Bereinshaus 
Saatsee" unter dem Vorsitz von Kegler-Kreis- 
führer Hübbe-Rendsburg statt. Da die bishe 
rigen Bezirke auf Anordnung des DKB. Kreise 
wurden, so sind die alten Kreise aufgelöst. Ein 
stimmig beschlossen wurde, daß der bisherige 
Kreis i als Unterkreis weiterbestehen und alle 
Rechte und Pflichten des alten Kreises auf den 
Unterkreis 1 übergehen sollen. Allseitig war 
man der Ansicht, daß gerade für die kleinen 
Vereine zur Pflege des Kegelsports das Be 
stehen des Unterkreises unbedingt notwendig 
sei. Die bisherige Umlage für den Kreis soll 
in gleicher Höhe für den Unterkreis erhoben 
werden. Die diesjährigen Unterkreiswett 
kümpfe wurden dem Verein Flensburg über 
tragen. Diesem Verein, der den Gaumeister 
für die Bundeskämpfe in Berlin entsendet und 
außerdem eine Sechsermannschaft stellt, wurde 
aus der Kasse eine Beihilfe bewilligt. Verbun 
den mit der Kreistagung war ein Vorstands 
kegelwettkampf der Vereine Flensburg, 
Schleswig und Rendsburg (5er Mannschaften). 
Husum schied aus, da keine vollzählige Mann 
schaft zur Stelle war. Außerdem fand ein 
Frauenkampf (4er Abt.) statt. Jeder Kegler 
und jede Keglerin hatte 50 Kugeln zu werfen. 
Der siegende Verein Flensburg erhielt einen 
Ehrenpreis, außerdem die besten Keglerinncn 
von Flensburg, Schleswig und Rendsburg. 
Das Ergebnis ist im einzelnen folgendes: 
Vorstandskegelkampf: 1. Flensburg mit 1791 
Holz, 2. Schleswig 1780 Holz, 3. Rendsburg 
1775 Holz. — Frauenkampf: 1. Schleswig mit 
1406 Holz, 2. Flensburg 1397 Holz, 3. Rends 
burg 1311 Holz (beste Keglerin Frau Wich- 
mann mit 358 Holz). 
* Ehem. Res.-Feld-Art. Regt. 55. Am 30., 
31. Mai und 1. Juni ü. I. (Pfingsten) findet 
in Steinbach bei Bühl (Baden) der 1. Regi 
mentstag statt. Es sind alle Kameraden des 
Regts., der LMK. 826 (Luyken) schw. Feldh. K. 
75/76 zu diesen Ehrentagen herzlich eingeladen 
in Erinnerung an Masuren, Grodno, Narocz- 
See, Galizien und die Kämpfe im Westen. An 
fragen sowie Anmeldungen sind zu richten an 
die Reichsvereinigung ehem. Angehöriger des 
Res.-Feld-Art.-Regts. 55, Sitz Mannheim, La- 
metzfiuĢ 8»
	        
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