Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Äw Tag in Uloti und Bild 
Der Ansklang des Sängertages i« Hamburg 
Preis des herrtschsN Liedes 
Der in öen Tagen vom 15. bis 17. Mai in 
Hamburg abgehaltene 31. ordentliche Sänger 
tag des Deutschen Sängerbundes fand seinen 
Abschluß mit einer eindrucksvollen Sänger- 
knndgebnug auf dem Adolf-Hitler-Platz. Eine 
gewaltige Menschenmenge umsäumte den 
Platz, als die unzähligen Abordnungen der 
einzelnen Sängergaue unter fröhlichem Ge 
sang anrückten. Vor dem Portal des Rathau 
ses hatten sich zahlreiche Ehrengäste eingefun 
den, unter ihnen Gauleiter und Reichsstatt- 
halter Kaufmann. Den Auftakt der Kundge 
bung bildete der Aufmarsch der annähernd 
200 farbenprächtigen Vereinsfahnen, die unter 
Vorantritt eines Musikzuges mit der Front 
zum Rathaus Aufstellung nahmen. 
Nach Eröffnung der Kundgebung durch den 
Sängergauführer der Nordmark, Klüßmann, 
und dem gemeinsam gesungenen Lied „Kame 
raden, wir marschieren" unter Stabführung 
von Kreischormeister Wenk sprach Regieren 
der Bürgermeister K r o g m a n n zu öen tau 
senden angetretenen Sangesbrüöern des Jn- 
und Auslandes. Das Lied, so betonte er, er 
schließe des Menschen Herz. Von der Wiege 
bis zum Grabe sei das Lied in Freud und 
Schmerz der treue Begleiter des Menschen. 
Die schöpferische Kraft deutschen Gesanges, die 
die Menschen in Kameradschaft zueinander 
führe, finde im heutigen nationalsozialistischen 
Staat wieder volle Würdigung. Der Bürger 
meister schloß seine Ansprache mit dem Wun 
sche, daß die Hamburger Tagung bleibenden 
Eindruck hinterlassen möge. 
Sodann nahm Reichskultursenator, Präsi 
dialrat I h l e r t, Berlin, das Wort. Eingangs 
seiner Rede sprach er über Sinn und Zweck 
der Sängertage. Es gibt kein schöneres Er- 
ziehungs- und seelisches Ausdrucksmittel, so 
führte er weiter aus, als den Gesang. Mit 
ihm erhebt sich der Mensch über öen Alltag, 
die sittliche Macht eines Liedes findet Eingang 
in jedes Gemüt. 
Die Wirkung musikalisch geschulter sin 
gender Massen ist mit keiner andere« 
künstlerischen Ausdrucksform zu ver 
gleichen. 
Deshalb konnte und durfte die Reichsmusik 
kammer als Betreuerin der deutschen Verufs- 
musiker nicht darauf verzichten, gleichzeitig das 
Gesamtgebiet des Chorwesens und der Volks 
musik in ihre Obhut zu nehmen, wenn sie 
mit der Neugestaltung des deutschen Musik 
lebens Ernst machen wollte. Der Weg zum 
wahren Volkstum führt über das deutsche 
Lied. Aus dieser Erkenntnis heraus hat die 
Reichsmusikkammer mit der planmäßigen 
Förderung des Singschulwesens und der 
Gründung des ersten deutschen Singschulley- 
rerseminars einen neuen entscheidenden 
Schritt zur stimmlichen und musikalischen Er 
ziehung unserer Jugend getan. In diesen 
Singschulen und in den Chören wird der 
Grund gelegt für eine singende Volksgemein 
schaft und für eine wahre Erneuerung unseres 
Volkstums. Deutschland, das Land der Musik 
und des Gesanges, hat nicht nur ein hohes 
Vermächtnis der Vergangenheit zu verwalten, 
sondern muß, seinem Wesen entsprechend, dies 
kulturelle Erbgut immer aufs neue vermeh 
ren und für die Zukunft festigen. Immer schon 
ist Deutschland in dieser Hinsicht den anderen 
europäischen Völkern Beispiel und Wegweiser 
gewesen. Heute muß es mehr denn je darauf 
bedacht sein, sich den Vorrang zu wahren. 
Kämpfen und singen! Als singendes Volk 
bauen wir in unseren Liedern, so schloß Jhlert 
seine Ansprache, dem ewigen Deutschland un 
sichtbare Dome. 
Als der gemeinsame Gesang „Weit laßt die 
Fahnen wehen" über öen weiten Platz ver 
klungen war, hielt der Bundesführer, Ober 
bürgermeister Meister, Herne, eine Schluß 
ansprache. Mit der nationalsozialistischen Re 
volution, so sagte er, ist nicht nur eine wirt 
schaftliche Umwälzung über Deutschland her 
eingebrochen, sondern die nationale Erhebung 
griff auch aus das deutsche Kulturleben über. 
Im verwilderten Garten der deutschen Kultur 
wurde das Unkraut gejätet und der Boden 
bereitet für das neue Wachstum. Der kultur 
schöpferische Mensch hat in Deutschland wieder 
seine Heimstätte gefunden. Auch dem Deut 
schen Sängerbund, der auf eine 70jährige Ver 
gangenheit zurückblicken kann, und der von 
jeher von der Liebe zum Vaterland durch 
drungen war, ist jetzt wieder die Grundlage 
gegeben für eine tatkräftige Mitarbeit am 
kulturellen Wiederaufbau. Das deutsche Lied 
zu pflegen und ins Volk hineinzutragen und 
auch die heranwachsende Jugend für das Lied 
zu begeistern, das sind die Aufgaben, die dem 
Deutschen Sängerbund gestellt sind. Glaube 
und Opfermut müssen, ebenso wie bei der 
nationalsozialistischen Bewegung, die erst die 
Voraussetzungen für diese Aufwärtsentwick 
lung geschaffen hat, auch das Fundament des 
Deutschen Sängerbundes sein. Mit einem 
Sicgheil auf öen Führer und Reichskanzler 
schloß der Bunöesführer feine Ansprache. 
Mit dem Gesang der Lieder der Nation und 
einem Vorbeimarsch der Sängerabordnungen 
fand die Kundgebung und damit auch der 
DSB.-Sängertag seinen Abschluß. 
* 
Vom Sängertag richtete der Bundesführer 
an den Führer und Reichskanzler folgendes 
Telegramm: 
„Mein Führer! Die in Hamburg zu einer 
Arbeitstagung versammelten deutschen Sän 
ger des In- und Auslandes grüßen in Dank 
barkeit und Treue den Retter und Wahrer 
deutscher Kultur." 
Reichskanzler Adolf Hitler erwiderte die 
Grüße des Sängerbundes mit nachstehendem 
Glückwunschtelegramm: 
„Den zur Arbeitstagung versammelten 
deutschen Sängern des In- und Auslandes 
danke ich für die mir telegraphisch übermittel 
ten Grüße, die ich herzlich erwidere." 
Eauļ-gunz der ààŞger. 
Anläßlich des Deutschen Sängerbunöesfestes 
in Hamburg trat der Gau V, Nordmark, am 
Sonntag in Altona zu seinem 11. Gausän 
gertag zusammen, zu dem sich außer 238 Ver 
tretern aus allen Kreisen des Gaues und 
Sangesbrüdern aus dem abgetrennten Ge 
biet in Noröschleswig, aus Breslau und an 
deren Gauen auch der Bunöesführer Meister 
John Julia Schefsler und der Lanöesleiter in 
der Reichsmusikkammer, Schmalmack, einge 
funden hatten. Nach internen Mitteilungen 
des Sängergauführers Klüßmann richtete 
Bundesführer Meister eine Ansprache an die 
Nordmarksänger, in der er die bedeutungs 
vollen Aufgaben umriß, die der deutsche Sän 
ger in weltanschaulicher und kultureller Hin 
sicht im Dritten Reiche zu erfüllen habe. Es 
wurde beschlossen, den nächsten Gausängertag 
im Kreise Schleswig abzuhalten. Feierlich 
verlieh Klüßmann dem Männergesangverein 
„Orpheus", Wismar, und dem Gesangverein 
„Frohgemut", Bergeöorf, anläßlich ihrer 60- 
jährigen Zugehörigkeit zum Fahnen- 
trägermeöaillen, während dem Fackenburg- 
Stockelsöorfer Quartettverein von 1857, der 
Prieser Liedertafel, Kiel-Pries, dem Doppel 
quartett „Lyra" Flensburg, dem Gesangklub 
„Phönix", Flensburg, dem Gesangverein 
„Liederkranz", Garding, und dem Quartett 
„Eintracht" von 1873, Hamburg-Barmbeck, 
die dem Bunde seit 25 Jahren die Treue ge 
halten haben, Fahnenbänder überreicht wur 
den. Nach einer werbenden Ansprache des 
stellvertretenden Gauführers Mohr, Beslau, 
über öen nächsten Sängerbundestag in seiner 
Heimatstadt, fand die Gautagung mit Chorge 
sang ihren Abschluß. 
Zum Gausängertag Niedersachseus, 
der in Harburg-Wilhelmsburg stattfand, hat 
ten sich die Mitglieder in großer Zahl von nah 
und fern eingefunden. Nach Begrüßung wurde 
der vom Sängergauführer Dr. Langemann er 
stattete Geschäftsbericht verlesen. Dieser 
schließt mit der Feststellung, daß die Sänger 
schaft Niedersachsens an innerer Festigkeit we 
sentlich gewonnen habe. Langemann wurde 
zum Gauführer wiedergewählt. Er blickt auf 
eine zehnjährige Tätigkeit als Führer im 
Sängerbund Niedersachsen zurück. Im Mittel 
punkt der Verhandlungen des Gausängertages 
stand ein Vortrag des Gauchorleiters, Stu- 
öienrat Heinrichs, Hannover, über Sinn und 
Zweck des Wertungssingens. 
Deutschs Mrrtosisge in Mordsfrika 
Der Preis von Tunis für Saraeeiola 
DRV. Tunis, 17. Mai. Bei mörderischer 
Hitze wurde am Sonntag auf der berühmten 
Karthago-Rundstrecke der 7. Große Preis von 
Tunis ausgetragen. Wie schon acht Tage zn 
vor in Tripolis, errang die deutsche Industrie 
und der deutsche Autosport einen ganz großen 
Sieg. Europameister Rudolf Caracciola ge 
wann das über 318 Km. führende Rennen auf 
Mercedes Benz in 2:22:44,6 Stunden mit einem 
Durchschnitt von 166,324 Km. ganz überlegen. 
Erst mit einem Abstand von zwei Runden 
(25 Km.) kam der Italiener Pintacuda auf 
Alfa Romeo als Zweiter durchs Ziel, gefolgt 
von dem Franzosen W i m i l l e (Bugatti) 
und Sommer (Alfa Romeo). Nur diese vier 
von elf gestarteten Wagen standen das uner 
hört scharfe Rennen durch. Bemerkenswert ist, 
daß Caracciola im ganzen Verlauf nicht ein 
einziges Mal seinen deutschen Reifen wechseln 
mußte. Unter dem Beifall einer riesigen Zu 
schauermenge nahm der siegreiche Fahrer öen 
Kranz aus öen Händen des Generalresidenten 
von Tunis entgegen. 
In einem 
àslà 
Hause der Schellingstraße in 
München wurden die 42jährige Wilhelmine 
Ueberreiter mit ihren drei Kindern im Alter 
von ein bis fünf Jahren sowie ihre 40jährige 
Der große Tag der Fliegergarnison Dortmund. 
In der jungen Garnisonstadt Dortmund fand die feierliche Indienststellung des 
Fliegergeschwaders „Horst Wessel" statt, das bekanntlich im vorigen Jahr die SA. 
dem Führer zum Geburtstag geschenkt hatte. Die Indienststellung gestaltete sich zu 
einer eindrucksvollen Kundgebung der engen Verbundenheit zwischen der SA. und 
unserer jungen Wehrmacht. 
General der Flieger, Milch, übergibt dem Geschwader die neue Fahne. Hinter dem 
General (mit erhobener Hand) der Chef des Stabes, Lutze. 
(Pressephoto, K.) 
Schwester durch Gas vergiftet tot aufgefunden. 
Aus einem Brief geht hervor, daß Selbsttötung 
vorliegt. 
Ein am Markt in Bremen wohnendes 
jüngeres Ehepaar wurde im stark vergasten 
Schlafzimmer tot aufgefunden. Es liegt ein 
Unglücksfall vor. Das Ausströmen des Gases 
wurde während der Nacht durch Selbstlösung 
des Gummischlauches vom Gasherd, der neben 
dem Schlafzimmer stand, hervorgerufen. Der 
Schlauch war ohne Muffen und hat sich wahr 
scheinlich infolge erhöhten Gasdruckes während 
der Nacht von dem Herd getrennt. 
* * ' ~ 
Schnellzug Paris—Rom verunglückt. 
Làmàsiitzrer mh Heizer lot. 
DNB. Paris, 17. Mai. Der Schnellzug Pa 
ris—Nom, der gegen 2 Uhr nachts in Dijon 
einläuft, ist in der Nacht zum Sonntag un 
weit des Bahnhofs La Roche entgleist. Die Lo 
komotive ist umgestürzt. Der Lokomotivführer 
und der Heizer sind ums Leben gekommen. 
Reisende des Zuges kamen nicht zu Schaden. 
* * * 
AumAr im Nemelgebiet. 
Aus dem memelländischen Kreise Pogegen 
wird gemeldet, daß dort ein schweres Unwetter 
niedergegangen ist. Besonders große Verwü 
stungen hat das Unwetter in der Gegend von 
Willkischken angerichtet. Ein wolkenbrucharti- 
ger Regen mit Hagelschauern hielt stundenlang 
an. Die herabsausenden Eisstücke haben Fen 
ster zertrümmert. Durch Blitzschläge ist Vieh 
auf der Weide erschlagen worden. Die Saat ist 
an vielen Stellen weggespült. Auf manchen 
Feldern sind metertiefe Löcher aufgerissen. Be 
trächtlich ist der Schaden in einer Gärtnerei. 
Die Glasüberöachung der Gewächshäuser wur 
de in etwa 200 Quadratmeter Ausdehnung 
durch die Eisstücke zerschlagen, in den Anlagen 
wurden die Blumen und Gewächspflanzen, ver 
nichtet. 
* . * 
„Hmdenbmg" und „Graf Zeppelin" 
über dem Izenn. 
Luftschiff „Hinöenburg" befindet sich auf sei 
ner zweiten Noröamerikafahrt über dem 
Atlantischen Ozean. Es ist Sonntag früh 5,42 
Uhr aufgestiegen. 40 Passagiere sind an Bord. 
Heute vormittag war das Luftschiff etwa 500 
Klm. nordwestlich der Azoreninsel Flores. Es 
hat damit die Hälfte der Strecke Frankfurt- 
Lakehurst zurückgelegt. 
Das Luftschiff „Graf Zeppelin", das 10 Mi 
nuten vor Mitternacht von Pernambuco zur 
Heimfahrt nach Deutschland gestartet ist, stand 
heute morgen um 8 Uhr 115 Klm. südlich vorn 
Aequator. 
Die Ehrengäste. 
-er militärischen Feier wohnten auch die Mutter und die Schwe 
ster Horst Wessels bei. 
(Pressephoto, K.) 
àLZS Post 
Die dritte Reichstheaterfestwoche in der 
Hauptstadt der Bewegung, München, ist nach 
eindrucksvollem Verlauf am Sonntag zu Ende 
gegangen. Sie war vor allem dem dramati 
schen Schaffen nationalsozialistischer Bühnen 
dichter gewidmet. Beendet wurde die Fest 
woche mit Richard Wagners „Meistersingern". 
Der Aufführung wohnte Reichsminister Dr- 
Goebbels, Präsident der Reichskulturkammer, 
bei. Zugegen waren auch rd. 160 deutsche 
Bühnenleiter. 
In Köln wurde das erste Kameradschasts- 
heim des Arbeitsdanks in Westdeutschland, 
eingerichtet zur Umschulung von Kameraden, 
die aus dem Arbeitsdienst ausscheiden, seiner 
Bestimmung übergeben. Es führt den Namen 
Schlageters. 
In Würzburg streifte der Anhänger einer 
Zugmaschine einen entgegenkommenden Om 
nibus. Der Omnibus wurde aufgerissen und 
die Insassen stürzten auf die Straße. Zwei 
wurden getötet, zwei schwer verletzt. 
In Gdingen wurde am Sonntag das in 
Italien gebaute polnische Motorschiff „St- 
Batory" eingeweiht. Mit starkem Nachdruck 
erhob Finanzminister Kwiatkowski öen An« 
sprnch Polens auf Seegeltung,
	        
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