Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

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Rachrufe für Schreck 
Des Führers Fahrer 
durch Kampf zum Sieg 
Ein Leben der Treue, des Einsatzes und der Pflichterfüllung 
Der langjährige und unermüdliche Begleiter des Führers, SS.-Bri- 
gadeführer Julius Schreck, ist im Alter von 38 Jahren an einer 
Gehirnhautentzündung gestorben. 
(Heinrich Hoffmann, K.) 
Jedes Kind in Deutschland kennt Julius 
Schreck,' sein Name ist ein Begriff gewor 
den. Er war vom Steuer des Wagens des 
Führers einfach nicht mehr fortzudenken, und 
Umso schwerer wiegt die Kunde: Julius Schreck 
ist nicht mehr. Er hat sich in selbstloser Pflicht 
erfüllung aufgezehrt in seinem Dienst. Schon 
am ersten Mai klagte er über heftige Zahn 
schmerzen, aber durch nichts war er zu bewe 
gen, seinen Platz am Steuer aufzugeben, bis 
er vor einigen Tagen schließlich in München 
eine Klinik aufsuchen mußte. Das übrige ist 
das Werk weniger Tage gewesen. Bis ins 
Tiefste erschüttert sind alle, die ihn kannten, 
von der Trauerkunde. Denn Julius Schreck 
ist der gradlinigste und treueste Kämpfer ge 
wesen, den man sich denken kann. 
Julius Schreck, der Träger des Blutordens 
ist, wurde am 13. Juli 1898 in München ge 
boren. Von Beruf ist er Kaufmann. 1916 ging 
er mit dem 1. Bayerischen Fußartillerie-Regi- 
went an die Westfront, verdiente sich das 
Eiserne Kreuz 2. Klasse und das Bayerische 
Berdienstkreuz. 1919 kämpfte er im Freikorps 
Epp und beteiligte sich insbesondere an den 
Straßenkämpfen in München. Im Jahre 1821 
wurde er Mitglied der NSDAP, und war an 
der denkwürdigen Hofbräuhausschlacht betei 
ligt, in der er auch verwundet wurde. Er war 
dann Mitglied der sogenannten „Turn- und 
Sportabteilung", wie die SA. zunächst hieß. 
1823 war er einer der Gründer des Stoß 
trupps „Hitler". Selbstverständlich nahm er an 
dem denkwürdigen Marsch nach Koburg teil, 
genau so wie an vielen anderen Unterneh- 
wungen der SA. Am 8. November 1923 wurde 
er spät abends bei einer Befehlsübermittlung 
an die Reichswehr verhaftet. Es gelang ihm 
später, zu flüchten. Am 2. Januar 1924 wurde 
er erneut festgenommen. Er blieb bis zum 
26. Februar in Haft und wurde vom Volks 
gericht zu einem Jahr drei Monaten Gefäng 
nis mit Bewährungsfrist verurteilt. Bei Neu 
gründung der Partei im Februar 1925 erhielt 
îr die Parteimitgliedsnummcr 53. Julius 
Schreck ist auch einer der Mitbegründer der 
SS. und Träger der SS.-Nummer 5. 
Neun Jahre lang hat Julius Schreck zur 
persönlichen Bcglcitnng des Führers gehört. 
vJtt dieser Zeit hat er viele Hunderttausende 
von Kilometern am Steuer gesessen. In den 
Kampfjahren während der ersten Deutschlanü- 
Ilüge mußte er oft in Konkurrenz treten mit 
dem Flugzeug. 36 Stunden und mehr hinter 
einander war er manchmal mit seinem Wagen 
Unterwegs, um zum nächsten Kunögebungs- 
vrt vorauszufahren und dort schon wieder am 
Flugplatz startbereit für den Führer zu stehen. 
Wochenlang ist er damals nicht aus den Klei 
dern gekommen. Immer aber hat er seine 
sprichwörtliche bayerische Ruhe bewahrt, und 
wit einem Scherzwort half er sich über jede 
Situation hinweg. Einmal mußte er 4888 Ki- 
ivmeter in neun Tagen zurücklegen, eine 
Strecke, die etwa der doppelten Entfernung 
Paris—Moskau gleich kommt. Niemals hat er 
uns all diesen Fahrten mit seinem Wagen 
rinen Unfall gehabt. Das ist sein besonderer 
Stolz. Den „Schreck der Landstraße" nannten 
Ņ manchmal scherzhaft seine Freunde, eine 
Abzeichnung, die sich allerdings nicht auf die 
2irt seines Fahrens bezog. 
Mit Julius Schreck hat nicht nur die 
NSDAP., hat nicht nur der deutsche Motor- 
spvvt, sondern hat auch Deutschland einen 
Dumpfer verloren, dcsien Name in die Ge- 
ichlchte des neuen Reiches mit ehernen Lettern 
geschrieben ist. 
Ein Nachruf von SA.-Vrigadeführer 
Verchthold. 
Zum Tode von SS.-Vrigadeführer Julius 
ö- eck veröffentlicht NSK. einen Nachruf aus 
. V Feder des SA.-Brigadeführers Berchthold, 
. Ņ Führer des Stoßtrupps „Adolf Hitler", 
dem es u. a. heißt: 
erst ^nņ wir damals in der Kampfzeit der 
Vn Jahre gegen hundertfache Uebermacht 
uns wehrten und Sieger blieben in Saal 
schlachten ohne Zahl, dann war Schreck unter 
uns und vorn jedesmal in der ersten Reihe. 
Nie, ob in den Jahren des Kampfes oder nach 
dem Siege, hat Schreck jemals an sich gedacht. 
Seit der Stunde, da er sich dem Führer ver 
schrieb, galt sei» Leben, sein Sinn und seine 
Tat Adolf Hitler. Und seit dieser Stunde hat 
unser unvergeßlicher Kamerad gewacht über 
das Leben des Führers, bis er nun selbst sein 
Leben hingab in treuester Pflichterfüllung. 
Schreck war es, der zum Schutze des Füh 
rers in schwerster Zeit den „Stoßtrupp" ins 
Leben rief, der mit nur wenigen Männern 
überallhin dem Führer in tausend und aber 
tausend Versammlungen folgte. Man müßte 
ein Stück Geschichte der nationalsozialistischen 
Bewegung schreiben, wollten wir in diesem 
Augenblick unserer Trauer aus dem Leben 
unseres toten Kameraden erzählen. Denn es 
ist so, daß überall dort, wo nach blutiger Saal 
schlacht wir unsere Fahnen aufpflanzten, Juli 
us Schreck dabei war, ob an der Feldherrnhalle 
an jenem 9. November 1923, dem Tage des 
Todes und der Auferstehung, ob in der ersten 
Saalschlacht im Münchener Hofbräuhaus, über 
all hat Julius Schreck sein Leben eingesetzt für 
Adolf Hitler, für den Sieg des Nationalsozia 
lismus, für Deutschland. 
Als Julius Schreck vom Führer auserwählt 
wurde als sein Fahrer und Begleiter, da wuß 
ten wir alle, daß keiner würdiger war als er, 
daß das Leben des Führers gerade in dieser 
schweren Zeit in die beste Hand gegeben war. 
Hundertlausende von Kilometer in Nacht und 
Nebel, Eis und Schnee, hat Schreck den Füh 
rer viele ungezählte Male durch Dentschland 
gefahren, von Versammlung zu Versammlung. 
Nur ein kleines Erlebnis, das die eiserne 
Pflichterfüllung unseres toten Kämpfers zeigt: 
Es war im Jahre 1926 auf Versammlungs 
fahrt durch Mecklenburg. Schreck saß am Steu 
er, neben ihm der Führer. In zwei Stunden 
sollte Adolf Hitler sprechen. Noch waren 160 
Kilometer zurückzulegen. Da erkrankte plötz 
lich Schreck an Vergiftungserscheinungen. Vor 
Schmerzen schien er einer Ohnmacht nahe, doch 
er ließ nicht vom Steuer, fuhr durch die Nacht, 
bis er am Ziel zusammenbrach. Das war Ju 
lius Schreck. 
Ob in den Jahren der Kampfzeit oder in 
den Jahren nach dem Sieg, wir haben unse 
ren SS.-Kameraden Brigadeführer Julius 
Schreck nicht anders kennen gelernt als damals 
in der ersten Stunde, da er zu uns stieß, als 
Kamera- in -es Wortes bester Bedeutung. 
Wir trauern um ihn wie um unseren liebsten 
Bruder und denken in dieser Stunde des Füh 
rers, der einen seiner Besten verlor. 
Leb wohl Julius Schreck! Wir senken die 
Fahne des Nationalsozialismus, die Fahne des 
Reiches, die Du mit zum Siege trugst, über 
Deinen toten Leib. In unserem Herzen aber 
wirst Du weiter leben, heute und morgen und 
immer." 
MMà im ftanzöWM Flugwesen. 
DNB. Paris, 16. Mai. Ueber Mißstände im 
französischen Flugwesen will der „Jour" 
einige Angaben machen können. Das Blatt 
wendet sich dagegen, daß man nur einigen be 
kannten Flugzeugfabriken Milliardenaufträge 
für ein Material gegeben habe, dessen Güte 
nicht mit den „gefälligen 7" Berichten auf dem 
Papier übereinstimmten. So müsse man z. B. 
gegen den Massenankauf von 1700 Flugzeug 
motoren Gnome-Rhone K. 14 protestieren. Die 
Flugzeugführer erklärten allerorts, daß diese 
Motoren nicht vollkommen seien und daß sie 
unter großen Kosten umgebaut werden müß 
ten. Die Lustfahrtgesellschaft Aire France, die 
ihre Flugzeuge Potez 62 mit Motoren Rhone 
K. 14 ausgerüstet habe, sei gezwungen, alle 
Maschinen dieser Art aus dem Dienst zu 
ziehen, um die Ventile der Motoren auszutau 
schen. Das Blatt behauptet, eine Liste in Hän 
den zu haben über alle Motorpannen, die aus 
der Strecke Paris-Malmö vorgekommen seien. 
Diese Liste sei eindrucksvoll. Es habe der gan 
zen Geschicklichkeit der Flugzeugführer bedurft, 
um schweren Bruch zu vermeiden. 
Noch beunruhigender sei jedoch, daß auch die 
neuesten Maschinen der Luftarmee mit diesen 
Motoren ausgerüstet seien. In Chartres hät 
ten kürzlich Flugzeuge bei einer Uebung wegen 
Motorpannen notlanden müssen. Man zögere, 
die Flugzeugführer im Nachtslug auszubilden, 
weil man Pannen fürchte, die in der Dunkel 
heit gefährlich werden könnten. 
„Die schaffende Nordmark" 
erne Leistungsschau i« Hamburg 
DNB. Hamburg, 16. Mai. Die vom Institut 
für Deutsche Wirtschaftspropaganda durchge 
führte große Leistungsschau „Die schaffende 
Nordmark" wurde am Sonnabend im Festsaal 
der Zoo-Ausstellungshallen feierlich eröffnet. 
Es galt bei dieser Ausstellung in erster Linie, 
durch einen konzentrierten Ueberblick von der 
Leistungsfähigkeit und dem Leistungsmillen 
der gesamten Nordmark Rechenschaft vor einer 
großen Oeffentlichkeit abzulegen. An dem Auf 
bau der Ausstellung sind die maßgebenden 
Stellen der Partei, die staatlichen und städti 
schen Behörden, die Industrie-, Handels -und 
Handwerkskammern und mehr als fünfzig 
Wirtschaftsgruppen hervorragend beteiligt. 
Im Namen des Instituts für Deutsche Wirt 
schaftspropaganda gegrüßte Bürgermeister 
Elsner von Gronow die Erschienenen, unter 
denen sich zahlreiche führende Männer der Par 
tei, des Staates, der kommunalen Behörden 
und der Wirtschaft aus Schleswig-Holstein, 
Mecklenburg, Osthannover, Hamburg und Lü 
beck befanden. Die Ausstellung sei aufgebaut 
auf der Erkenntnis, daß überall in der Volks 
wirtschaft das Leistungsprinzip zum Ausdruck 
kommen müsse, denn dieses allein gewähr 
leiste den Einsatz aller Fähigkeiten und Mög 
lichkeiten, um dem deutschen Volke auch in der 
Zukunft die Lebensgrundlage zu geben. In 
der Ausstellung „Die schaffende Nordmark" 
trete dieser Grundgedanke besonders klar her 
vor. Nicht mehr der einzelne, sondern der 
ganze Berufsstand gebe eine Uebersicht seines 
Schaffens. So wurden vor allem gemeinschafts- 
bildcnde Kräfte ausgelöst, die der weiteren 
Entfaltung bedürfen. 
Regierender Bürgermeister Krogmann- 
Hamburg, der Schirmherr der Ausstellung, 
überbrachte die Wünsche des Rcichsstatthalters 
und des Senats für einen vollen Erfolg der 
Schau. Die Ausstellung, so betonte er weiter, 
sei berufen, eine vielfach noch vorhandene 
Lücke in der Kenntnis der Nordmark zu 
schließen. Die Nordmark sei bekannt als die 
Brücke des europäischen Nordens zur Mitte 
und zum Süden, von wo der Siegeszug der 
germanischen Stämme, die deutschen Willen 
und deutsches schöpferisches Können hinaus 
trugen in die Welt, seinen Ausgang nahm, 
die Nordmark sei auch bekannt als das Land 
der Seefahrer, als das Land der Bauern von 
starkem Willen und großem Stolz auf ihre 
Unabhängigkeit. Weniger bekannt dagegen sei 
die Nordmark in ihrem Schafffen, in ihrer be 
deutsamen Arbeit im Rahmen der gesamten 
deutschen Volkswirtschaft. Diese Kenntnis zu 
vermitteln, sei Aufgabe der jetzigen Ausstel 
lung, die darüber hinaus ein Versuch sei, na 
tionalsozialistische Anschauungen über das 
Ausstellungswesen als solches zur Tatsache 
werden zu lassen. 
Ein Rundgang schloß sich an, der zeigte, 
welch großem Einsatz diese Ausstellung zu 
danken ist. Ein Ehrenhain gibt symbolhaft 
durch das Hoheitszeichen der Bewegung die 
Richtung des Wollend an. Eine kulturelle 
Schau der Landesverkehrsverbände Nordmark 
und Mecklenburg sowie des Fremdenverkehrs 
vereins Hamburg bietet einen Einblick in die 
vielseitige und reizvolle landschaftliche Gestal 
tung der Nordmark. Es folgen dann die Ver 
kehrseinrichtungen, die der Erschließung der 
Nordmark dienen und in wirtschaftlicher, aber 
auch in reisetechnischer Hinsicht einen bemer 
kenswerten Faktor bilden. Reichsbahn, Reichs 
post und Deutsche Lufthansa zeigen an Model 
len und Statistiken ihre wertvolle Aufbauar 
beit im Interesse des Bolksganzen. Der 
Reichsnährstand ist durch die Landesbauern 
schaft Schleswig-Holstein mit umfangreichem 
Material vertreten. Marktordnung, Versor 
gung von Stadt und Land und die gesetzliche 
Regelung der Erzeuger- und Verbraucherprei 
se sind mittels vorbildlichen Anschauungs 
materials zur Darstellung gebracht. Die Bedeu 
tung der Francnwirtschaftskammer wird durch 
eine Sonderschau klar herausgestellt. Der 
Gau XII des Reichsarbeitsdienstes zeigt Mo 
delle und Statistiken von den von ihm gelei 
steten Kultivierungs- und Landgewinnungs 
arbeiten in der Nordmark. In der großen 
Halle sind die wirtschaftlichen Zusammenhänge 
von Handel und Industrie plastisch dargestellt 
Hier gliedert sich folgerichtig die gesamte Ar 
beit, ausgehend vom Rohprodukt über Ber- 
arbeitung zum Verbraucher. 
Daß das traditionelle Handwerk nicht fehlte 
ist eine Selbstverständlichkeit. In der Ehren-, 
halle des Handwerks legen die einzelnen In 
nungen von ihrem Schassen besonderes Zeug 
nis ab. 
* * * 
Ne LufkmtMgWg KMNhMKS. 
KNS. In Kopenhagen veranstaltete der 
Grundeigentümerverein eine Versammlung 
zur Besprechung der Luftverteidigung Kopen 
hagens. Der Vorsitzende des Vereins konnte 
mitteilen, daß dieser jährlich rund 160 000 Kro 
nen für diesen Zweck aufbringen will. Der 
Kommandierende General des dänischen Hee 
res, Generalleutnant With, hielt einen Vor 
trag, in dem er darlegte, die Seebefestigungen 
Kopenhagens müßten durch eine wirksame 
Luftverteidigung ergänzt werden. Falls Dä 
nemark seine Verteidigung nicht derart ver 
stärke, daß es seiner Neutralität Respekt ver 
schaffen könne, werde es ein Spielball der 
streitenden Großmächte und ohne Verhandlun 
gen besetzt werden, um einer fremden Macht 
als Luftbasis zu dienen. 
Oeffentliche Rüge 
des dänischen Kommandierenden Generals 
durch de» Verteidigungsminister. 
KNS. Ritzaus Bureau veröffentlicht fol 
gendes: Aus Anlaß der Rede, die General 
leutnant With über die Luftverteidigung Ko 
penhagens gehalten hat, äußerte der Verteidi 
gungsminister Alsing-Anöersen der Zeitung 
„Politiken" gegenüber: „Ich muß sagen, daß 
ich nicht wenig erstaunt bin, weil General 
With es für angebracht gehalten hat, diese 
Rede zu halten. Ich möchte mich jedoch nicht 
näher über den Inhalt der Rede auslasten. 
Die Untersuchungen, die, wie bekannt, durch 
das Ministerium über die militärischen Ver 
hältnisse eingeleitet sind, gehen ihren Gang, 
und bevor die ministeriellen Untersuchungen 
nicht abgeschlossen sind, sehe ich es als richtig 
an, daß man sich nicht öffentlich darüber 
äußert. Daher beöaure ich die Auslassungen 
des Generals." 
Norwegens Fsröernng m Nmmark: 
Revision des Kieler Friedens! 
KNS. Der in Norwegen neu gebildete Ver 
ein „Norsk-dansk Ordning" veranstaltete in 
Oslo eine große Werbeversammlung, die gro 
ßen Zulauf hatte. Professor Werenskioltz 
sprach über die erwerbspolitische Bedeutung 
Grönlands, das Jahrhunderte lang norwegi 
schen Fischern und Jägern offen gestanden und 
von Norwegern wissenschaftlich erforscht wor-i 
den sei. Während jetzt nur 16 000 Menschen 
dort lebten, könnten allein 9 000 Fischcrfami- 
lien dort ihr Auskommen und 100 000 Mer» 
schen Lebensbedingungen finden. Da die Ab 
machungen mit Dänemark über Grönland 
1944 ablaufen, müsse man jetzt an die Rege- 
lung der Frage Herangehen. Advokat Sme- 
dal beleuchtete die staatsrechtliche Frage und 
behauptete, Norwegen sei durch Lügen beim 
Friedensschluß von 1814 in Kiel um seine Be 
sitzungen Färöer, Island und Grönland ge 
bracht worden. — Staatsrat Mellbye legte 
dar, „Norsk-dansk Ordning" wolle sowohl iü 
Norwegen wie in Dänemark für die Beseiti 
gung von Mißverständnissen über die Grön 
landfrage wirken. Nur durch Wiedergutmachen 
des alten Unrechts könne ein Vertrauensver 
hältnis zwischen den beiden Ländern herge 
stellt werden, wie es jetzt zwischen Norwegen 
und Schweden herrsche. Er setzte seine Hoff 
nung dabei auf die Oxford-Bewegung, die ein 
neues Vertrauensverhältnis unter den Völ 
kern schaffen werde. Der frühere Minister Ma 
jor Quisling forderte aus moralischen 
Gründen die Regelung der Grönlandfrage. 
— Die Versammlung nahm eine Entschließung 
an, in der die Revision des Kieler Friedens 
gefordert wird. 
Unerhörte MWnde 
in einem litauischen Gefängnis. 
DNB. Kowno, 16. Mai. Das Kownoer 
Bezirksgericht verurteilte heute den Zigeuner 
Chwalus wegen tödlicher Körperverletzung an 
dem Deutschen Rimkus zu einem Jahr Zucht 
haus. 
Die Aussagen der als Zeugen verhörten 
Gefängnisbeamten enthüllen unglaubliche 
Mißstände. Sie erklärten vor Gericht, daß es 
zwischen Chwalus und dem Angeklagten Rim 
kus, die beide eine gemeinsame Zelle teilten, 
im Laufe einer Woche dreimal zu Schläge 
reien gekommen sei. Das letzte Mal wurde 
Rimkus durch Fußtritte derart schwer ver 
letzt, daß er einige Tage darauf verstarb. Als 
Angreifer bezeichneten die Beamten den Zi 
geuner, da Rimkus in Handfesseln gelegen 
habe. Eine Trennung der Gefangenen sei in 
dessen wegen Raummangels (!) nicht möglich 
gewesen. 
Verantwortlicher Hauprschriftleiter und Herausgever: Fer 
dinand Möller. 
Stellvertreter de, Hauptfchriftleiters! Herbert Puhlmann, 
Verantwortlich für Politik: Herbert Puhlmann; für den ört» 
lichen und allgemeinen Teil: Adolf Eregori; für den wirk, 
fchaftlichen Teil: Dr. Cl. Bielfeldt; für den provin 
ziellen Teil: Karl Müller, alle tu Rendsburg. 
Bildverantwortliche: Ressortleiter. 
Verantwortlicher Anzeigenleiter: Karl Jacobsen, Rendsburg. 
Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhne, Rendsburg. 
0..A. Schleswig-Holsteinische Landeszeitung <Rendsburger 
Tageblatt — Hohenweftedter Zeitung ) Die Landpost 
Hanerau-Hademarschen — Süderbraruper Tageblatt), 
D.-A. IV LS 13 764 Pl. Nr. 7.
	        
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